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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Gesunde Ernährung und körperliche Aktivität

Jetzt erst recht

COVID-19 bringt das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen. Quarantäne, Selbstisolation, Vermeidung sozialer Kontakte, Homeoffice – im Moment verbringen wir mehr Zeit in den eigenen vier Wänden als je zuvor. Gerade im Homeoffice fehlen die vielen kleinen sozialen Interaktionen, die im Berufsalltag für kleine Pausen sorgen.

Auch die Bewegung kommt als Ausgleich für viele Menschen zu kurz. Das ist schlecht, denn Bewegung und körperliche Aktivität fördern nachweislich das psychische und körperliche Wohlbefinden, meint auch Professor Jens Kleinert vom Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln. „Jetzt ist Einfallsreichtum gefragt“, so Kleinert. Im Homeoffice könne man zum Beispiel alle dreißig Minuten für fünf Minuten Gymnastik oder ein kleines Workout am offenen Fenster machen. Aber auch Bewegung in der freien Natur ist laut Kleinert gerade jetzt wichtig. Dabei sind natürlich die Vernunftregeln des Robert-Koch-Instituts zu beachten, etwa was die Abstandsregel zu anderen Personen betrifft.

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Mehr Zeit zu Hause ist aber auch eine Chance, etwas mehr für seine gesunde Ernährung zu tun. Was in der Hektik des Alltags nicht selten zu kurz kommt ist die Muße und Ruhe, Lebensmittel mit Bedacht auszuwählen, sich Zeit beim Essen zu lassen und die Mahlzeit bewusst zu genießen. Da darf das ein oder andere Rezept auch mal etwas aufwändiger sein. Bei der Auswahl empfehlenswerter Lebensmittel hilft die Ernährungspyramide des Bundeszentrums für Ernährung. Anregungen für mehr Bewegung gibt es von der Initiative IN FORM.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.in-form.de

https://www.bzfe.de/inhalt/die-aid-ernaehrungspyramide-640.html

https://www.dge.de/presse/pm/schnelle-und-ausgewogene-rezepte-fuer-die-ganze-familie/

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Dr. Hanns-Christoph Eiden
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Nachhaltigkeit beim Lebensmitteleinkauf

Bewusstsein steigt

Was wir essen, hat vielfältige Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Das wird offenbar immer mehr Verbrauchern bewusst. Für rund 70 Prozent haben Nachhaltigkeitsaspekte Einfluss auf den Lebensmitteleinkauf, hat eine repräsentative Online-Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) ergeben. An der Studie zur „Nachhaltigkeit als Qualitätsfaktor“ nahmen im September 2019 über 1.000 Bürger im Alter von 18 bis 69 Jahren teil.

Im Supermarkt achten mehr als 60 Prozent der Menschen auf die Herkunft der Lebensmittel und bevorzugen regionale Produkte. Rund 55 Prozent kaufen saisonal ein und verzichten sogar auf bestimmte Obst- und Gemüsearten, wenn sie nicht aus heimischem Anbau verfügbar sind. Jeder Vierte geht regelmäßig auf den Wochenmarkt oder direkt zum Erzeuger, um Lebensmittel aus der Region zu kaufen. Interessanterweise nutzen vor allem Jüngere im Alter von 18 bis 29 Jahren diese Einkaufsmöglichkeit. Vermutlich gehen Ältere aus praktischen Gründen eher in den Supermarkt, da sie dort den gesamten Wocheneinkauf erledigen können.

Aber führt das gestiegene Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit tatsächlich zu einer veränderten Ernährungsweise? Nach den Ergebnissen der Umfrage verzichten 22 Prozent der Verbraucher aus Gründen der Nachhaltigkeit auf Fisch und Fleisch. Dabei würden Frauen den Verzehr eher einschränken als Männer (52 zu 36 %). 19 Prozent aller Befragten haben nach eigenen Angaben Lebensmittel tierischen Ursprungs vom Speiseplan gestrichen. Rund 44 Prozent versuchen weniger Fisch und Fleisch zu essen, möchten ihre Ernährung aber nicht komplett umstellen. Tatsächlich ist der Anteil der Vegetarier und Veganer in Deutschland aber deutlich geringer: Im Jahr 2019 lebten laut der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse (AWA) 6,1 Millionen Menschen vegetarisch (7,3 %) und 0,95 Millionen (1,1 %) vegan.

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Knapp zwei Drittel der Befragten bevorzugen Fisch und Fleisch aus zertifizierter Tierhaltung, meldet die Deutsche Gesellschaft für Qualität. Im Allgemeinen verbinden Verbraucher das Thema Nachhaltigkeit am stärksten mit dem Fairtrade-Siegel (59,6%) und dem Bio-Siegel (56,4 %), aber auch das Bioland-Siegel (30,9 %) und das Marine Stewardship-Council-Siegel (MSC, 26,7 %) sind bekannt. Mehr als jeder Dritte ist nach eigener Aussage bereit, für nachhaltig produzierte Lebensmittel mehr Geld auszugeben. Allerdings bleibt die Frage, ob die guten Vorsätze sich tatsächlich auch an der Ladenkasse widerspiegeln.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ), Pressemeldung vom 19. März 2020; statista, Umfrage „Vegetarier 2019“ vom 9. August 2019 und Umfrage „Veganer 2019“ vom 26. Juli 2019 (Prozente bezogen auf Bevölkerungszahl 83,2 Millionen im Jahr 2019)

Weitere Informationen:

www.dgq.de

https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum-29922.html

Unterrichtsmaterial „Was hat mein Essen mit dem Klima zu tun?“
Bestell-Nr. 3659, Preis: 4,50 Euro

Heft „Mein Essen – Unser Klima“
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www.ble-medienservice.de

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Blaualgen als Ölquelle

Alternative zu Ölpflanzen?

Eine Forschergruppe um den Biologen Professor Peter Dörmann vom Institut für Molekulare Physiologie und Biotechnologie der Pflanzen (IMBIO) der Universität Bonn machte eine unerwartete Entdeckung: Cyanobakterien – umgangssprachlich auch Blaualgen genannt – können mit Hilfe von Licht aus Wasser und Kohlendioxid Öl produzieren. „Das war nicht nur für uns völlig überraschend“, so Dörmann. Bislang ging die Fachwelt davon aus, dass diese Fähigkeit den Pflanzen vorbehalten sei und Cyanobakterien dies nicht könnten. Zwar gebe es in der Literatur uralte Berichte, dass Cyanobakterien Öl enthalten können, dies sei aber nie verifiziert worden.

Die Wissenschaftler am IMBIO durchforsteten das Erbgut verschiedener Cyanobakterien nach einem Gen, das der Erbanlage für das pflanzliche Ölsynthese-Enzym ähnelt. Mit Erfolg: Sie fanden in den Blaualgen ein Gen für eine sogenannte Acyltransferase, zu dieser Gruppe zählt auch das entsprechende Pflanzenenzym. In weiteren Tests zeigte sich, dass Cyanobakterien mit diesem Enzym tatsächlich Öl herstellen, wenn auch nur in geringen Mengen. „Es ist aber durchaus möglich, dass andere Arten deutlich ertragreicher sind“, so der Biologe. Zudem ließen sich Blaualgen relativ einfach genetisch modifizieren, ähnlich wie andere Bakterien auch. „Es ist also gut möglich, dass sich der Öl-Ertrag auf biotechnologischem Wege noch einmal deutlich steigern ließe.

Das Resultat der Forschungsarbeit eröffnet eventuell neue Möglichkeiten, Tierfutter oder Biokraftstoffe herzustellen. Denn anders als Ölpflanzen wie zum Beispiel Raps benötigen Cyanobakterien keine Ackerflächen, um zu wachsen – ein Behälter mit Kulturmedium und ausreichend Licht sowie Wärme reicht ihnen.

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Das Öl, das von dem Cyanobakterium produziert wird, ist ein Triglycerid und daher grundsätzlich auch für die menschliche Ernährung geeignet. „Wenn man das Öl für die menschliche Ernährung in Erwägung zieht, sollte man natürlich einen Stamm nehmen, der keine Toxine produziert“, so Professor Dörmann.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.uni-bonn.de/neues/055-2020

https://www.pnas.org/content/early/2020/02/25/1915930117

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Fettleber

Kann Wirkstoff aus Gemüse vorbeugen?

Ein natürlicher Inhaltsstoff von Kohlgemüse scheint Entzündungen und einer Fettlebererkrankung entgegenzuwirken. Das lässt eine US-amerikanische Studie unter Leitung von Texas A&M AgriLife Research vermuten. Die Wissenschaftler prüften die Wirkung von Indol auf die Leber und seinen potenziellen Nutzen für Patienten mit einer Fettlebererkrankung. Indol ist ein Stoff, der natürlicherweise in verschiedenen Gemüsearten wie Weiß- und Rotkohl, Grünkohl, Blumenkohl und Rosenkohl vorkommt.

Die Wissenschaftler führten medizinische Untersuchungen an 137 Chinesen mit einer Fettlebererkrankung durch, die 20 bis 80 Jahre alt waren. Anhand der Körpermaße wurde der Körpermassenindex (BMI) bestimmt, um das Körpergewicht einschätzen zu können. Die Auswertung der Daten zeigte einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem BMI und dem Indolspiegel im Blut. Bei Fettleibigen waren die Indolblutwerte niedriger als bei schlanken Patienten. Und Menschen mit wenig Indol lagerten tendenziell mehr Fett in der Leber ein.

Die Ergebnisse wurden durch Experimente im Tiermodell ergänzt. Dazu fütterten die Wissenschaftler Mäuse für zwölf Wochen entweder mit fettarmer oder fettreicher Nahrung, durch die eine Fettlebererkrankung simuliert werden sollte. Bei den fettreich ernährten Tieren verringerte eine Behandlung mit Indol die Fettansammlung und Entzündung in der Leber. Versuche an einzelnen Zellen zeigten, dass Indol auch Einfluss auf Zellen im Darm hat. Sie senden molekulare Signale aus, die Entzündungen lindern.

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Eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung ist in den meisten Industrieländern die häufigste chronische Lebererkrankung. Es lagert sich Fett in den Leberzellen ein. Die Erkrankung kann als Begleiterscheinung von Krankheiten oder infolge eines ungesunden Lebensstils und einer übermäßigen Zufuhr von gesättigten Fettsäuren auftreten. Wenn dieser Zustand nicht behandelt wird, können lebensbedrohliche Erkrankungen wie Leberzirrhose und Leberkrebs die Folge sein.

Menschen mit Adipositas haben ein 7- bis 10-fach höheres Risiko für eine Fettlebererkrankung, die nicht durch Alkoholkonsum verursacht wird. Denn Fettleibigkeit fördert Entzündungen und fügt der angeschlagenen Leber dadurch zusätzlichen Schaden zu, erklären die Wissenschaftler im Fachjournal „Hepatology“. Auch die Darmflora kann Einfluss nehmen, da Darmbakterien viele verschiedene Substanzen – darunter auch Indol – bilden.

„Auf Grundlage dieser Forschung glauben wir, dass gesunde Lebensmittel mit hoher Kapazität für die Bildung von Indol für die Vorbeugung einer Fettlebererkrankung bedeutend und für die Verbesserung der Gesundheit der Betroffenen vorteilhaft sind“, erklärt Studienleiter Dr. Chaodong Wu. Allerdings sind weitere Studien erforderlich, um die vielschichtige Rolle des Gemüse-Wirkstoffs zu verstehen. Zudem kann ein einzelner Inhaltsstoff isoliert betrachtet keine gesundheitlichen Probleme lösen. Leider.

Heike Kreutz und Harald Seitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

http://dx.doi.org/10.1002/hep.31115

Texas A&M AgriLife Communications, Pressemeldung vom 6. Februar 2020; Hepatology, Online-Veröffentlichung (doi:10.1002/hep.31115) vom 17. Januar 2020

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Schlaganfall

Wie die Ernährung das Risiko beeinflusst

Wer sich ballaststoffreich mit viel Obst und Gemüse ernährt, hat vermutlich ein geringeres Risiko für einen Schlaganfall. Allerdings trifft das nicht auf jede Form der Erkrankung zu, erklären Wissenschaftler der University of Oxford. Sie hatten Daten der „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“ (EPIC)-Studie ausgewertet, an der Menschen in Deutschland und acht weiteren europäischen Ländern teilgenommen hatten.

Schlaganfall ist die weltweit zweithäufigste Todesursache. Es werden zwei Formen unterschieden – der ischämische und der hämorrhagische Schlaganfall. Bei einem ischämischen Schlaganfall bildet sich ein Blutgerinnsel und blockiert eine Arterie, die das Gehirn mit Blut versorgt. Ein hämorrhagischer Schlaganfall ist deutlich seltener (15 % der Fälle). Er entsteht, wenn Blutungen im Gehirn benachbarte Zellen schädigen.

Für die Studie werteten die Wissenschaftler Daten von mehr als 418.000 Männern und Frauen mittleren Alters aus. Die Probanden machten zu Beginn der Studie ausführliche Angaben zur medizinischen Vorgeschichte und ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten im vergangenen Jahr. Während des Beobachtungszeitraums von knapp 13 Jahren wurde bei 4.281 Teilnehmenden ein ischämischer Schlaganfall und bei 1.430 Teilnehmenden ein hämorrhagischer Schlaganfall festgestellt.

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Eine Ernährung mit reichlich Ballaststoffen, Obst und Gemüse, aber auch Milch, Käse und Joghurt war mit einem geringeren Risiko für einen ischämischen, nicht aber hämorrhagischen Schlaganfall verbunden. Konkret sank das Risiko pro 10 g zusätzliche Ballaststoffe in der täglichen Nahrung um 23 Prozent. Für die Berechnung wurden Ballaststoffe aus verschiedenen Quellen wie Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen berücksichtigt. Allein durch den Obst- und Gemüseverzehr verringerte sich die Wahrscheinlichkeit pro 200 g täglich um 13 Prozent. Ein höherer Konsum von Eiern stand dagegen mit einem hämorrhagischen Schlaganfall in Zusammenhang. Pro 20 g Eier täglich stieg das Risiko um ein Viertel, wobei ein großes Ei etwa 60 g wiegt.

Noch ist nicht klar, wie die Ernährung das Schlaganfallrisiko im Detail beeinflusst. Vermutlich wirken sich Ballaststoffe positiv auf Blutdruck und Cholesterinspiegel aus, erklären die Wissenschaftler im „European Heart Journal“. Bei Obst und Gemüse könnte zusätzlich der Gehalt an Kalium und Folsäure eine Rolle spielen. Allerdings handelt es sich um eine reine Beobachtungsstudie, die keine ursächlichen Beziehungen nachweisen kann. Daher müssen die Ergebnisse noch durch weitere Studien bestätigt werden.

Ernährungsexperten empfehlen, täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen. Das entspricht rund 400 g Gemüse und etwa 250 Gramm Obst. Der Richtwert für Ballaststoffe liegt bei 30 Gramm am Tag. Dieser Wert lässt sich zum Beispiel mit drei Scheiben Vollkornbrot, einer Portion Früchtemüsli, zwei mittelgroßen Möhren oder einem Apfel erreichen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1093/eurheartj

www.escardio.org

Heft „Herzgesund leben – cholesterinbewusst essen“
Bestell-Nr. 1301, zum Download, Preis: 1,50 Euro

www.ble-medienservice.de

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Leben mit Diabetes

Neues Informationsportal

Etwa 7 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes erkrankt. Wird die Diagnose Diabetes gestellt, geht es bei rund 95 Prozent der Erkrankten um Typ-2-Diabetes.

Die Diagnose Typ-1-Diabetes ist wesentlich seltener und spielt nur bei rund 5 Prozent aller Menschen mit Diabetes eine Rolle. Dies ergab eine Auswertung von Daten der bundesweiten Befragungs- und Untersuchungssurveys des Robert Koch-Instituts. Laut Schätzungen leben davon etwa 1,3 Millionen Menschen mit unerkanntem Diabetes. Aktuelle, neutrale und wissenschaftlich geprüfte Informationen rund um alle Formen des Diabetes mellitus bietet das neue Informationsportal www.diabinfo.de an. Erkenntnisse aus der Medizin und der Diabetes-Forschung werden allgemeinverständlich aufbereitet. Darüber hinaus beteiligt sich diabinfo.de als Organisator und Aussteller an öffentlichen Informationsveranstaltungen.

Das Diabetesinformationsportal mit seinen Unterportalen „Diabetes vorbeugen“ und „Leben mit Diabetes“ ist ein gemeinsames Angebot des Helmholtz Zentrums München, des Deutschen Diabetes-Zentrums in Düsseldorf und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung. Initiiert wurde das Portal von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Förderung erfolgt durch die BZgA, das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Für die Ernährungsberatung von an Diabetes melllitus Typ 2 Erkrankte hat das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung den Ringordner „Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus“ herausgegeben. Er eignet sich auch zur Prävention. www.bzfe.de/inhalt/essen-und-trinken-bei-diabetes-typ-2-33977.html

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Lebensstil und chronische Krankheiten

Studie bestätigt Zusammenhang

Wer im mittleren Alter auf einen gesunden Lebensstil achtet, bleibt offenbar bis zu zehn Jahre länger fit und frei von chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Leiden. Das ist das Resultat einer Studie unter Leitung der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston, USA. Zu einem „gesunden“ Lebensstil zählten die amerikanischen Wissenschaftler fünf Faktoren: eine ausgewogene Ernährung, ein gesundes Körpergewicht, ausreichend Bewegung, ein moderater Alkoholkonsum und der Verzicht auf das Rauchen.

Für die Untersuchung wurden über 100.000 Frauen und Männer für rund drei Jahrzehnte begleitet. In Fragebögen machten die Probanden unter anderem Angaben zu ihren Ess- und Lebensgewohnheiten. Die Wissenschaftler berechneten den Körpermassenindex (BMI) als Verhältnis von Gewicht (in kg) zur Körpergröße (in m zum Quadrat). Bei einem normalen Körpergewicht liegt der BMI zwischen 18,5 und 24,9 kg/m2. Die Ernährung wurde anhand des sogenannten „Alternate Healthy Eating Index“ beurteilt. Die Probanden bewegten sich regelmäßig, wenn sie mindestens 30 Minuten pro Tag mäßig bis kräftig aktiv waren. Ein moderater Alkoholkonsum lag per Definition bei einer Tagesportion (5-15 g) für Frauen und zwei Portionen (5-30 g) für Männer. Zur Anschauung: ¼ Liter Wein enthält etwa 20 g Alkohol.

Frauen, die im Alter von 50 Jahren vier oder fünf der gesunden Gewohnheiten befolgten, lebten durchschnittlich 10 Jahre länger frei von Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs (34,4 Jahre statt 23,7 Jahre). Als Vergleichsgruppe dienten Frauen, die keinen Faktor eines gesunden Lebensstils erfüllten. Männer konnten durch einen gesunden Lebensstil im mittleren Alter immerhin 7,6 krankheitsfreie Jahre gewinnen (31,1 Jahre statt 23,5 Jahre).

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Je mehr dieser fünf Faktoren des gesunden Lebensstils erfüllt wurden, desto höher war in der Studie die Gesamtlebenserwartung. Außerdem verbesserten sich auch die Überlebenschancen nach der Diagnose von chronischen Krankheiten. Allerdings geben die Wissenschaftler im British Medical Journal (BMJ) zu bedenken, dass weitere chronische Erkrankungen wie Nieren– und Atemwegsleiden nicht beachtet wurden.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.hsph.harvard.edu

http://dx.doi.org/10.1136/bmj.l6669

https://www.bzfe.de/inhalt/wohlfuehlgewicht-31763.html

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Frühjahrskur für den Darm

Fastenzeit nutzen fürs innere Putzen

Die Fastenzeit ist ein guter Anlass, seinem Körper besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Viele nutzen die Wochen zwischen Karneval und Ostern zum Entschleunigen, aber auch zur Darmpflege. Es gibt eine ganze Reihe Möglichkeiten, dem Darm etwas Gutes zu tun und ihm eine Frühjahrskur zu gönnen.

Dazu können auch sogenannte Flohsamen gehören – das sind die getrockneten Samen bestimmter Wegerichgewächse. Sie enthalten jede Menge quellfähige Ballaststoffe, sei es als ganze Saat oder als Flohsamenschalen. Die Schleimstoffe von Flohsamen können viel Wasser binden. So wirken sie als Quellmittel und vergrößern dadurch das Stuhlvolumen, wodurch mehr Druck auf die Innenwand des Darms ausgeübt wird. Das regt die Bewegung des Darms an. Flohsamen haben außerdem die Eigenschaft, Stoffe wie Cholesterin zu binden. Empfohlen wird eine tägliche Dosierung von maximal 20 bis 40 Gramm Flohsamen oder 10 bis 20 Gramm Flohsamenschalen, aufgeteilt in drei Einzeldosen. Die Samen können eingerührt in ein Glas Wasser oder Brühe getrunken werden. Im Anschluss daran muss man viel trinken, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Sauerkrautsaft ist ebenfalls ein beliebtes Mittel, um den Darm zu putzen. Für eine Sauerkrautsaftkur werden ein bis eineinhalb Liter über den Tag verteilt für zehn Tage empfohlen. Wem das zu viel ist – auch mit ein bis zwei Gläsern am Tag erreicht man schon eine gute Wirkung. Der Saft ist kalorienarm, ballaststoffreich, gut bekömmlich und gleichzeitig verdauungsfördernd. In dem Saft finden sich sowohl positiv wirkende Säuren als auch Milchsäurebakterien, die auch im gesunden Darm vorkommen. Sie sorgen für eine blähungsfreie, gut funktionierende Verdauung.  Außerdem enthält der Saft Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Zink sowie die Vitamine C, K und B-Vitamine.

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Heilerde ist ein Tausendsassa. Sie ist zum Beispiel auch für die Anwendung auf der Haut geeignet. Bei der Einnahme mit Flüssigkeit oder unter das Müsli gemischt, hilft sie dem Darm bei der Regeneration. Heilerde ist fein zermahlene, tonhaltige Erde, die sich durch eine ideale natürliche Mischung von Mineralien und Spurenelementen auszeichnet. Die kleinen Erdteilchen von einem Tausendstel Millimeter sind meist aus eiszeitlicher Lösserde. Diese Erde enthält Stoffe wie Kalzium, Kalium und Magnesium sowie Spurenelemente wie Selen und Zink. Durch den feinen Mahlgrad und aufgrund ihrer Zusammensetzung kann die Heilerde schnell und effektiv überschüssige Säuren binden. Heilerde gibt es als Pulver, Granulat und Kapseln zu kaufen. Die Präparate unterscheiden sich in ihrer Dosierung. In jedem Fall sollte man bei der Einnahme von Heilerde parallel viel trinken. Empfohlen werden mindestens zwei bis drei Liter am Tag.

Ganz einfach in den Ernährungsplan aufzunehmen sind Kräutertees. Besonders zu empfehlen sind Anis-Fenchel-Kümmel-Tees. Hier gibt es viele Mischungen mit unterschiedlichen Anteilen, je nach Geschmacksvorliebe. Diese Teemischung hilft mit ihren ätherischen Ölen Blähungen zu vermeiden und Verkrampfungen zu lösen und ist ein idealer Begleiter für jede Fastenkur.

Dr. Marion Morgner, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.in-form.de/wissen/darm-gesundheit/

http://www.bzfe.de/inhalt/best-of-34737.html

http://www.bzfe.de/inhalt/fasten-moderne-aspekte-eines-klassischen-naturheilverfahrens-4675.html

https://www.in-form.de/wissen/fasten-tee-gesundheit/

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Ist Adipositas möglicherweise übertragbar?

Eine gewagte Hypothese

Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert beispielsweise Adipositas, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Diabetes als nicht übertragbar; das heißt, diese Erkrankungen können nicht zwischen Menschen übertragen werden. Die Definition von nichtübertragbaren Krankheiten schließt eine Beteiligung von Mikroben aus und konzentriert sich stattdessen auf genetische Faktoren, Umwelt- und Lebensstilfaktoren.

Nun stellt ein internationales Forschungsteam des „Humans & the Microbiome“-Programms des Canadian Institute for Advanced Research (CIFAR) unter Beteiligung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) diese Auffassung in Frage. „Möglicherweise findet eine Übertragung des Mikrobioms auch beim menschlichen Zusammenleben statt, zum Beispiel durch intensive soziale Kontakte oder in gemeinsamen Wohnungen“, vermutet der CAU-Professor Thomas Bosch. Das Forschungsteam veröffentlichte die neue Hypothese kürzlich im Wissenschaftsjournal Science.

Die kooperierenden Expertinnen und Experten fanden eine Vielzahl von deutlichen Hinweisen aus verschiedenen Fachgebieten, die die neue Theorie plausibel erscheinen lassen. Die Forschenden betonen selbst, dass ihre Hypothese gewagt sei und viele der beteiligten Mechanismen noch unbekannt seien. Allerdings: „Wenn sich unsere Hypothese als richtig herausstellt, wird sie unsere Auffassung der öffentlichen Gesundheit völlig neu definieren“, so Brett Finlay, Professor für Mikrobiologie an der Universität von British Columbia und Leiter des CIFAR-Forschungsprogramms.

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Mikroorganismen (Bakterien, Pilze und Viren) bevölkern unsere Körperoberflächen, außen wie innen. Gerade unser Darm bietet Lebensraum für Billionen von Bakterien. Dieses Mikrobiom begleitet jeden Menschen von der Geburt bis zu seinem Tod. Es ist so individuell wie der eigene Fingerabdruck, dabei jedoch in Zusammensetzung und Funktion veränderbar, je nach Lebensstil, Ernährung und zahlreichen weiteren Umweltfaktoren. Die menschliche Mikrobiota spielt eine wichtige Rolle bei vielen physiologischen Funktionen, einschließlich der Verdauung, Immunantworten und des Stoffwechsels. Es steht heute außer Frage, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen einem gestörten Mikrobiom und vielen Krankheiten besteht.

Die Fachwelt darf also gespannt sein, was weitere Forschungsarbeit zutage fördert. Jedenfalls müssten Störungen der mikrobiellen Besiedlung des Körpers viel stärker als bisher als Krankheitsursache in Betracht gezogen sowie auch die potenziellen Übertragungswege näher erforscht werden, betont Bosch.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.uni-kiel.de/de/universitaet/detailansicht/news/Adipositas

https://science.sciencemag.org/content/367/6475/250.full

http://www.bzfe.de/inhalt/uebergewicht-3173.html

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Im Alter geistig fit bleiben

Verzehr von Walnüssen kann Risikogruppen helfen

Wer regelmäßig Walnüsse in seinen Speiseplan einbaut, bleibt im Alter eventuell länger geistig fit. Vor allem Risikogruppen wie Raucher können davon profitieren. Das lässt eine Studie vermuten, an der knapp 640 geistig gesunde Probanden im Alter von 63 bis 79 Jahren beteiligt waren. Die Teilnehmer stammten aus Barcelona (Spanien) und Loma Linda (Kalifornien, USA).

Die Testgruppe nahm für einen Zeitraum von zwei Jahren jeden Tag 30 bis 60 Gramm Walnüsse zu sich. Das entspricht ungefähr 15 Prozent der täglich aufgenommenen Energie. Die Kontrollgruppe verzichtete auf Walnüsse, die wertvolle Omega-3-Fettsäuren, darunter die alpha-Linolensäure und Polyphenole enthalten. Diese Inhaltsstoffe wirken oxidativem Stress und Entzündungen entgegen, die den geistigen Abbau im Alter fördern. Des Weiteren nahmen die Probanden zu Beginn und am Ende der Studie an neuropsychologischen Tests teil. Bei über 100 Probanden aus Barcelona untersuchten die Wissenschaftler zusätzlich Struktur und Funktion des Gehirns. Dazu nutzten sie funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT), die häufig in der Hirnforschung eingesetzt wird.

Bei gesunden älteren Erwachsenen hatte der Walnusskonsum nur geringe Auswirkungen auf kognitive Leistungen wie Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Merkfähigkeit. Allerdings entwickelte kein Teilnehmer im Laufe des Studienzeitraumes von zwei Jahren eine klinisch relevante Beeinträchtigung des Gehirns. Bei Risikogruppen scheint der Nussverzehr den altersbedingten geistigen Abbau zu verzögern. Es profitierten in erster Linie Menschen, die mehr geraucht und zu Studienbeginn schlechtere neuropsychologische Testergebnisse hatten. Zudem war diese Gruppe geringer mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren wie alpha-Linolensäure versorgt.

Tipp: Ein Nahrungsergänzungsmittel zu Omega 3 finden Sie hier…>>>bitte klicken.      Anzeige

Die Wissenschaftler geben im Fachjournal „American Journal of Clinical Nutrition“ zu bedenken, dass die Resultate noch in weiteren Studien bestätigt werden müssen. Denn zwei Jahre sind eine relativ kurze Zeitspanne, um kognitive Veränderungen nach einer Ernährungsumstellung zu erkennen. Der Fokus sollte insbesondere auf benachteiligten Bevölkerungsgruppen liegen, die vermutlich den größten Nutzen aus dem Verzehr von Walnüssen und anderen Nüssen ziehen können.

Übrigens: Auch die Planetary Health Diet sieht in ihrem allgemeingültigen Referenzrahmen für eine gesunde und umweltgerechte Ernährungsweise eine tägliche Aufnahme von 50 Gramm Nüssen vor.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

The American Journal of Clinical Nutrition, nqz328, Online-Veröffentlichung vom 7. Januar 2020; Loma Linda University – Adventist Health Sciences Center

https://news.llu.edu/

http://dx.doi.org/10.1093/ajcn/nqz328

Planetary Health Diet – Speiseplan für eine gesunde und nachhaltige Ernährung:
http://www.bzfe.de/inhalt/planetary-health-diet-33656.html

http://www.bzfe.de/inhalt/nuesse-31684.html

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