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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Gesund und fit im Alter

Mittelmeerkost fördert Darmflora

Eine mediterrane Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse kann gesundes Altern unterstützen. Die Mittelmeerkost wirkt sich offenbar positiv auf die Darmflora aus und verlangsamt auf diese Weise das Fortschreiten von körperlicher Gebrechlichkeit und geistigem Verfall. Das ist das Resultat einer Studie, die kürzlich in der britischen Fachzeitschrift „Gut“ erschienen ist.

An der Untersuchung nahmen 612 Menschen im Alter von 65 bis 79 Jahren aus fünf Ländern teil: Frankreich, Italien, die Niederlande, Polen und das Vereinigte Königreich. Für ein Jahr behielten sie entweder ihre üblichen Ernährungsgewohnheiten bei (289) oder aßen eine mediterrane Kost (323), die reich an Obst, Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten, Olivenöl und Fisch und arm an rotem Fleisch (z.B. Rind und Schwein) und gesättigten Fetten ist. Die sogenannte NU-AGE-Diät war speziell auf ältere Menschen zugeschnitten. Zu Beginn und nach zwölf Monaten wurde die Zusammensetzung der Bakterien im Darm, das sogenannte Darmmikrobiom bestimmt.

Im hohen Alter nehmen meist Entzündungsprozesse zu und die Körperfunktionen verschlechtern sich. Das kann der Beginn einer „Gebrechlichkeit“ sein. Dabei handelt es sich um ein komplexes Krankheitsbild, das sich in verschiedenen Symptomen wie langsame Gehfähigkeit, Muskelschwäche, rasche Erschöpfung und ungewolltem Gewichtsverlust äußert. In der Studie wurde das Ausmaß der Gebrechlichkeit anhand verschiedener Indikatoren wie Handgriffstärke und Gehgeschwindigkeit eingeschätzt.

Probanden, die sich ein Jahr lang mediterran ernährten, hatten eine deutlich gesündere Darmflora – unabhängig von der Nationalität. Der altersbedingte Rückgang der bakteriellen Diversität war geringer als bei der Vergleichsgruppe. Die größere Vielfalt unter den Darmbakterien stand mit verschiedenen Anzeichen für eine verringerte Gebrechlichkeit, eine verbesserte Gehirnfunktion und weniger schädliche Entzündungsprozesse im Körper in Zusammenhang. So fanden die Wissenschaftler zum Beispiel mehr Arten, die wertvolle kurzkettige Fettsäuren produzieren und antientzündliche Eigenschaften hatten.

Die positiven Veränderungen werden vor allem auf eine erhöhte Zufuhr an Ballaststoffen, den Vitaminen C, B6 und B9, den Mineralstoffen Kalium und Magnesium sowie den Spurenelementen Eisen, Mangan und Kupfer zurückgeführt. Alter und Körpergewicht hatten keinen nachweisbaren Einfluss auf das Mikrobiom.

Allerdings ist das Zusammenspiel zwischen Ernährung, Darmflora und Gesundheit sehr komplex und wird von vielen Faktoren beeinflusst, gibt das internationale Wissenschaftlerteam zu bedenken. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können keine ursächlichen Zusammenhänge nachgewiesen werden. Außerdem ist eine mediterrane Kost nicht für jeden geeignet. Viele ältere Menschen haben beispielsweise Zahnprobleme oder Schluckbeschwerden, die eine andere Ernährungsweise erfordern.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

http://dx.doi.org/10.1136/gutjnl-2019-319654

https://www.bzfe.de/inhalt/ue60-das-beste-alter-32671.html

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Deichmanns Aue 29
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Heimisches Beerenobst

Getrocknet das ganze Jahr genießen

Sommerzeit ist Beerenzeit: Erdbeeren aus heimischem Anbau gibt es bereits, in den kommenden Wochen folgen Johannis- und Himbeeren sowie Brombeeren und Heidelbeeren. Die süßen Früchte schmecken am besten, wenn sie Hochsaison haben. Wer das ganze Jahr über sein Müsli oder Joghurt mit heimischem Obst bereichern möchte, dem empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), die Beeren in der Hochsaison im Ofen oder Dörrautomaten zu trocknen. So wird das Obst haltbar und der Geschmack bis zu einem Jahr konserviert.

Trocknen ist eine uralte Konservierungsmethode: Durch Wärme und Luftzirkulation wird den Beeren Wasser entzogen, sodass sie nur noch acht bis zwanzig Prozent Restfeuchte enthalten. Mikroorganismen können sich nicht mehr vermehren und machen die Früchte damit haltbar. Durch den Wasserentzug konzentrieren sich auch einige Inhaltsstoffe wie Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe stark; auch das Aroma wird intensiver.

Zum Trocknen eignen sich nur Früchte ohne Schad- oder Druckstellen. Nach dem Waschen werden ein bis zwei Kilogramm einlagig auf einem Ofenblech verteilt oder in einen Dörrautomaten gegeben. Für die Variante im Ofen empfiehlt es sich, Backpapier oder einen Schamottstein (Pizzastein) zu verwenden. Erdbeeren werden je nach Größe halbiert oder in Viertel geschnitten, um ihre Dörrzeit zu verkürzen. Alle anderen Früchte bleiben ganz. Für eine gleichmäßige Trocknung sollten in einem Durchgang nur etwa gleich große Beeren derselben Sorte getrocknet werden. Bei 40 bis 60 Grad Umluft beginnt im Ofen nun der Trocknungsprozess, der je nach Beerengröße und -festigkeit zwischen 5 und 12 Stunden variieren kann. In dieser Zeit sollten die Beeren häufiger kontrolliert werden. Der Dörrprozess ist beendet, wenn das Obst noch leicht elastisch ist und beim Schneiden keine nassen Stellen mehr aufweist. Nun kann es abgekühlt in wiederverschließbaren Einmachgläsern dunkel und trocken gelagert werden. Geschmack und Aroma der Früchte halten sich so bis zu einem Jahr. Wer viele Früchte trocknen möchte, sollte aus ökonomischen Gründen anstelle des Backofens einen Dörrautomaten erwägen.

Weitere Informationen zum Trocknen von Obst, Gemüse und Kräutern unter https://www.bzfe.de/inhalt/trocknen-1349.html

www.bzfe.de / www.ble.de

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Regionale Versorgung mit Nahrungsmitteln

Nur für ein Drittel der Weltbevölkerung ausreichend

Regionale Lebensmittel liegen im Trend. Sie sind frisch, saisonal und klimafreundlicher als Produkte, die über weite Strecken transportiert werden. Daher liegt es nahe, für eine nachhaltige Ernährung mehr Lebensmittel aus der Region zu nutzen. Aber wie hoch kann ihr Anteil bei unserer derzeitigen Ernährungsweise sein?

Mit dieser Frage hat sich ein internationales Team von Wissenschaftlern unter Leitung der Aalto-Universität in Finnland beschäftigt. Auch die Universität Göttingen war beteiligt. Für die Studie wurden Modellergebnisse und Daten zu Produktion und Verzehr von Nahrungsmitteln untersucht. Die Wissenschaftler berechneten die mögliche minimale Distanz zwischen Lebensmittelproduktion und -verzehr für verschiedene Kulturpflanzen: Getreide aus gemäßigten Zonen (Weizen, Gerste, Roggen), Reis, Mais, Getreide aus den Tropen (Hirse, Sorghum), Maniok und Hülsenfrüchte.

Nach Auswertung der Daten werden Lebensmittel heutzutage fast überall auf der Welt über große Entfernungen transportiert, um die Ernährung der Menschen zu sichern. Mit regionalen Produkten lässt sich noch nicht einmal jeder dritte Mensch bei den aktuellen Nahrungsgewohnheiten versorgen.

So können nur 11 bis 28 Prozent der Weltbevölkerung ihren Nahrungsmittelbedarf regional innerhalb von 100 Kilometern decken. Es gibt aber große Unterschiede je nach Land und Feldfrucht. Für 26 bis 64 Prozent liegt die minimale Entfernung bei mehr als 1.000 Kilometern. Jeder Zweite wird mit Getreidearten wie Weizen und Gerste in einer Distanz von weniger als 900 Kilometern versorgt, für 25 Prozent sind es mehr als 5.200 Kilometer. Drei Viertel der Weltbevölkerung können ihren Bedarf an Mais innerhalb von 1.000 Kilometern decken. Vor allem in Afrika und Asien ließe sich die Verfügbarkeit von Lebensmitteln vor Ort durch höhere Erträge und geringere Nahrungsmittelverluste deutlich erhöhen, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Nature Food“.

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Die Globalisierung hat die Nahrungsmittelproduktion verändert. Der internationale Handel macht es möglich, dass sich Länder bei bestimmten Lebensmitteln auf Importe verlassen. Durch effiziente Produktionssysteme können global Ressourcen eingespart werden. Der weltweite Handel hat das Potenzial, nährstoffreiche und vielfältige Lebensmittel zu liefern. Gleichzeitig nimmt aber die Diversität der lokalen Nahrungsmittelproduktion ab.

Nach Ansicht der Wissenschaftler ist der internationale Handel derzeit unverzichtbar, um den Bedarf an Nahrungsmitteln rund um den Globus zu decken. Beschränkungen können zu Hungersnöten oder zu einer anderen Ernährungsweise in den betroffenen Gebieten führen. Produktion und Konsum müssen sich verändern, um die Ernährungsweise lokaler zu gestalten. Dafür sind ganzheitliche Ansätze notwendig, die viele verschiedene Faktoren einbeziehen. Die Forschung steht noch am Anfang. In weiteren Studien soll auch die lokale Erzeugung anderer Kulturpflanzen und tierischer Lebensmittel untersucht werden.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.uni-goettingen.de

https://doi.org/10.1038/s43016-020-0060-7

Nature Food – Freie Leseversion: https://rdcu.be/b3C3K

http://www.bzfe.de/inhalt/regionale-lebensmittel-560.html

http://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum-29922.html

Heft „Mein Essen – Unser Klima“
Bestell-Nr. 1577, kostenloser Download

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Hilfe für Asthmatiker

Viel Obst und Gemüse essen

Eine überwiegend pflanzliche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn, aber wenig Milchprodukten kann Asthma vorbeugen und sich auch auf eine bestehende Erkrankung positiv auswirken. Das ist das Resultat einer Übersichtsarbeit des „Physicians Committee for Responsible Medicine“ in Washington, D.C., für die aktuelle Literatur über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und dem Asthmarisiko bei Kindern und Erwachsenen systematisch ausgewertet wurde.

Immer mehr Menschen leiden an Asthma – eine chronische Erkrankung, bei der sich die Atemwege entzünden und verengen. Die Betroffenen leiden vor allem an anfallsartiger Atemnot, Husten und Kurzatmigkeit. Offenbar kann die Ernährung das Erkrankungsrisiko und die Schwere der Symptome beeinflussen, erklären US-amerikanische Wissenschaftler.

So wurde ein hoher Verzehr von Obst und Gemüse mit einer verringerten Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Asthma bei Kindern und Erwachsenen in Verbindung gebracht. In einer weiteren Studie hatten sich Asthmapatienten für einen Zeitraum von acht Wochen rein pflanzlich ernährt. Im Anschluss waren die Symptome der Erkrankung im Vergleich zur Kontrollgruppe weniger schwer und weniger häufig, sodass die Betroffenen ihre Medikamente reduzieren konnten. In einer anderen Untersuchung ließ sich bei Asthmatikern nach einem Jahr pflanzlicher Diät eine verbesserte Vitalkapazität nachweisen. Das ist die Menge an Luft, die Menschen ausstoßen können.

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Kinder, die am meisten Milchprodukte verzehrten, entwickelten dagegen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine Asthmaerkrankung als Kinder mit dem geringsten Konsum. Wenn junge Asthma-Patienten acht Wochen auf Milchprodukte und Eier verzichteten, verbesserte sich die maximale Ausatmungsgeschwindigkeit, auch Peak-Flow oder PEF genannt, um 22 Prozent. Ein hoher Verzehr von Fett, gesättigten Fettsäuren und eine niedrige Ballaststoffzufuhr waren mit Entzündungen der Atemwege und einer Verschlechterung der Lungenfunktion bei Asthmapatienten verbunden, ist im Journal „Nutrition Reviews“ nachzulesen.

Eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten und wenig tierischen Produkten kann das Risiko der Entwicklung und Verschlimmerung von Asthma verringern, fassen die Wissenschaftler zusammen. Noch sind die Hintergründe aber nicht abschließend geklärt. Es wird vermutet, dass eine überwiegend pflanzliche Kost Entzündungen im gesamten Körper und damit auch in den Atemwegen reduziert. Möglicherweise haben bestimmte Nahrungsbestandteile Einfluss auf die Immunwege, die an der Entstehung von Asthma beteiligt sind. Dazu zählen Antioxidanzien wie Flavonoide, Ballaststoffe, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, gesättigte Fettsäuren und Vitamin D. So habe der Ballaststoffgehalt der Nahrung Einfluss auf das Darmmikrobiom, das verschiedene Substanzen bildet, die wiederum Immun- und Stoffwechselreaktionen beeinflussen. Interventionsstudien sind jedoch notwendig, um die vielschichtigen Zusammenhänge aufzuschlüsseln.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

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http://dx.doi.org/10.1093/nutrit/nuaa005

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Medienkompetenz gegen Übergewicht

Für eine bessere Ernährung von Kindern

Lebensmittelwerbung im Fernsehen und Internet kann als ein Faktor von vielen zu Übergewicht beitragen. Wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kindern eine Medienkompetenz entwickeln, ernähren sich die Jungen und Mädchen bewusster und greifen häufiger zu Obst und Gemüse. Das lässt eine Untersuchung der Washington State University in den USA vermuten. An der Studie waren knapp 200 Familien mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 9 bis 14 Jahren beteiligt. Dieses Alter ist nach Ansicht der Autoren gut geeignet, um kritisches Denken und Hinterfragen der Lebensmittelvermarktung zu fördern.

Eine Versuchsgruppe nahm für sechs Wochen an einem Bildungsprogramm teil, in dem die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern viel über Ernährung und das Marketing für Lebensmittel lernten. Das vorrangige Ziel war, Werbebotschaften zu erkennen und bewusst „gesunde“ Produkte auszuwählen. Die Probanden wurden zu Versuchsbeginn und -ende befragt und die Ergebnisse mit einer Kontrollgruppe verglichen, die nicht an dem Programm teilgenommen hatte.

Nach dem speziellen Training zur Medienkompetenz nutzten die Eltern die Nährwertkennzeichnung zur gezielteren Auswahl von Lebensmitteln und hatten ein besseres Verhältnis von „gesunden“ zu „ungesunden“ Produkten im Haus. Die Kinder griffen nach eigenen Angaben häufiger zu Obst und Gemüse. Nebenbei verbesserte sich auch die Kommunikation in der Familie: Die Eltern regten ihren Nachwuchs an, Werbebotschaften für Lebensmittel kritisch zu hinterfragen. Andererseits zeigten aber auch die Jugendlichen Interesse und diskutierten von sich aus über das Thema.

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Lebensmittelwerbung ist allgegenwärtig, erklären die Wissenschaftler in der Zeitschrift „Childhood Obesity“. Daher reicht es zur Vorbeugung von Übergewicht und Adipositas nicht aus, zu Hause den Zugang zu Fernseher und Computer einzuschränken. Viel wichtiger sei es, in diesem Bereich Kompetenzen zu entwickeln, damit die Jugendlichen Marketingstrategien erkennen, verstehen und einordnen können. Offenbar hilft es, sich in der Familie gegenseitig zu stärken und gemeinsam den Umgang mit Medien zu üben.

Die erlernten Kompetenzen wirken nicht nur Übergewicht und Adipositas entgegen, sondern bereiten auch auf das spätere Leben und eigenverantwortliche Entscheidungen über Auswahl und Verzehr von Lebensmitteln vor. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob ein Familientraining zur besseren Beurteilung von Werbung auch langfristig die Ernährungsgewohnheiten und das Körpergewicht der Kinder beeinflussen kann.

Zur Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen in Deutschland kann vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) entwickeltes Unterrichtsmaterial beitragen. Zum Beispiel: „Verkaufstricks im Supermarkt – Mit mir nicht“ für die Klassen 7 bis 9 (https://www.ble-medienservice.de/1642/verkaufstricks-im-supermarkt-mit-mir-nicht?number=1642) oder „Schülerwarentest mit Lebensmitteln – Methodenbaustein zur Verbraucherbildung in den Klassen 5 bis 13“ (https://www.ble-medienservice.de/3709/schuelerwarentest-mit-lebensmitteln-methodenbaustein-zur-verbraucherbildung-in-den-klassen-5-bis-13?number=3709). Viele weitere Unterrichtsmaterialien zur Verbraucherbildung für alle Altersstufen gibt es im www.ble-medienservice.de

Heike Kreutz, www.bzfe.de

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http://dx.doi.org/10.1089/chi.2019.0240

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Essen ist fertig! Mit Kindern kochen und essen

Familienausgabe „Kompass Ernährung“

„Das Corona-Virus COVID-19 hat unser Leben gewaltig durcheinandergewirbelt. Viele von uns sind im Moment mit Kindern zu Hause. Eltern wollen ihren Kindern gerecht werden, während sie gleichzeitig im Homeoffice arbeiten – und nebenbei noch gute, vernünftige Mahlzeiten zubereiten möchten. Dabei kann es sehr wichtig sein, an gemeinsamen Mahlzeiten festzuhalten, gemeinsam zu planen, zu kochen, an einem Tisch zu sitzen“, so Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, im Grußwort der aktuellen Ausgabe „Kompass Ernährung“.

Mit dem Magazin möchte das Bundesernährungsministerium Familien das Leben etwas erleichtern, indem es eine gute Portion Inspiration und viele kreative Tipps und Tricks für den Essalltag liefert – von der Planung des Einkaufs über Zeitspartricks für die Küche bis hin zum Umgang mit kleinen Schleckermäulern und Gemüsemuffeln. Ein Schwerpunkt im Heft sind erprobte Rezepte, welche alle die Kriterien für eine ausgewogene Ernährung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erfüllen. Die Rezepte Knusperspaß mit frischem Dip, bunte One-Pot-Pasta und saftige Muffins mit Beeren-Topping sind perfekt geeignet, um sie gemeinsam mit Kindern zuzubereiten. Selbstgemachtes schmeckt meist doppelt gut.

Die Fernsehmoderatorin Nazan Eckes berichtet im Interview vom Essen mit ihren beiden kleinen Söhnen: „Sie mögen natürlich nicht alles, aber sie lieben zum Beispiel Karotten, Gurken, Trauben und Äpfel. Wir versuchen, ihnen auch anderes Gemüse und Obst schmackhaft zu machen. Aber wenn sie es nicht mögen, zwingen wir sie auch nicht. Allerdings gilt die Regel, dass sie immer wenigstens probieren müssen.“ Dazu rät Professorin Dr. Regina Ensenauer, Leiterin des Instituts für Kinderernährung am Max Rubner-Institut: „Gewöhnen Sie Ihre Kinder an eine bunte Vielfalt. Manche Lebensmittel müssen Sie wahrscheinlich mehrfach anbieten, bevor sie schmecken. Essen Sie mit Spaß und Genuss gemeinsam am Tisch!“

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Herausgeber des an Verbraucherinnen und Verbraucher gerichteten Magazins „Kompass Ernährung“ ist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Das redaktionell vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) betreute Magazin erscheint dreimal jährlich. Alle Ausgaben finden Sie als barrierefreie PDF-Dateien zum Herunterladen unter in-form.de/kompass-ernaehrung. Die gedruckte Version des Magazins können Sie kostenfrei bestellen: Bitte senden Sie dazu eine E-Mail mit Ihrer Adresse an kompass-ernaehrung@bmel.bund.de und geben Sie an, wie viele Exemplare pro Ausgabe Sie erhalten möchten.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Den aktuellen Kompass Ernährung gibt es hier zum Download:

in-form.de/materialien/kompass-ernaehrung/essen-ist-fertig-mit-kinder-kochen-und-essen/

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Muss es immer Weizenmehl sein?

Mehl – Typen, Sorten und Verwendung

Wer Mehl sagt, meint oft helles Weizenmehl. Aber was ist mit Vollkorn und Sorten aus Dinkel oder Roggen? Vor allem wenn das gewünschte Mehl nicht erhältlich ist – wie es derzeit zu Corona-Zeiten vorkommt – ist es hilfreich zu wissen, welche Sorten austauschbar sind und wie ein Rezept angepasst werden kann.

Die Mehltype

Die Zahl oder die Typenbezeichnung auf der Mehlpackung nennt die Menge an Mineralstoffen aus dem Korn, die eine Sorte nach der Ausmahlung enthält. Bei hellem Weizenmehl sind das 405 Milligramm pro 100 Gramm. Üblich sind für Weizen außerdem die Typen 550 und 1050. Dinkelmehl gibt es als Type 630 oder 1050, bei Roggen sind 997 und 1150 die Regel.

Unterschiedliche Typen entstehen dadurch, dass verschiedene Anteile des Korns vermahlen werden. Weißes Mehl enthält ausschließlich das Innere des Korns, den sogenannten Mehlkörper. Bei höheren Typenzahlen kommt ein wachsender Anteil an Schale und Spelze hinzu. Wenn das ganze Korn vermahlen wird, entsteht Vollkornmehl. Es erhält keine Typennummer.

Je mehr Randbestandteile des Korns mitverarbeitet werden, desto nährstoffreicher das Mehl. Allerdings beeinflusst das auch die Haltbarkeit, weil mehr Fettanteile enthalten sind, die ranzig werden können: Vollkornmehl sollte binnen weniger Monate verbraucht werden, helle Sorten mit niedriger Typenzahl innerhalb eines Jahres.

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Mehlsorten austauschen

Weißes Mehl und Vollkornmehl können unterschiedlich viel Wasser aufnehmen – je höher die Typenzahl, desto mehr. Soll in einem Rezept Weizenmehl 405 durch Vollkornmehl ersetzt werden, sind rund 15 Prozent mehr Flüssigkeit nötig. Oft ist es sinnvoll, höchstens die Hälfte des hellen Mehls zu ersetzen, da sich Geschmack und Konsistenz etwas mitverändern. Statt mehr Flüssigkeit, kann aber auch weniger Vollkornmehl im Rezept genommen werden: Etwa ein Viertel weniger, wenn die ganze Mehlmenge ersetzt werden soll – die übrigen Zutaten bleiben gleich. Vollkorn passt gut zu einem saftigen Apfelkuchen oder einer rustikalen Pizza. Sehr feine Teige, wie Biskuit, gelingen damit allerdings nicht.

Weizenmehl der Mehltype 550 ersetzt die Type 405 problemlos. Auch Dinkelmehl Type 630 eignet sich grundsätzlich gut. Für Mehle mit der Bezeichnung 1050 egal ob Weizen oder Dinkel muss im Rezept die Menge an Flüssigkeit oder Mehl entsprechend angepasst werden. Achtung: Dinkelteige sind empfindlicher in der Struktur und sollten kürzere Zeit geknetet werden.

Ein Packungshinweis auf griffiges oder doppelgriffiges Mehl bedeutet, es ist grobkörniger als glattes. Es nimmt Flüssigkeit langsamer auf und macht Teige besonders elastisch. Es eignet sich vor allem für Pasta, Strudel oder Spätzle. Auch Hefeteig gelingt damit gut.

Getreidearten im Vergleich: Weizen, Dinkel und Roggen

Weizen enthält das Klebereiweiß Gluten, das für eine stabile Struktur im Teig sorgt. Zum Lockern eignen sich unter anderem Hefe oder Backpulver. Dinkel ist ein enger Verwandter und kann genauso gelockert werden. Er enthält sogar mehr Gluten als Weizen. Allerdings sind die Klebereigenschaften schlechter und die Wasseraufnahme geringer. So sind Teige aus Dinkelmehl empfindlicher und das Gebäck kann schneller austrocknen.

Roggen ist ein beliebtes, klassisches Brotgetreide und enthält ebenfalls Gluten. Dennoch unterscheiden sich die Backeigenschaften deutlich von Weizen und Dinkel. Der Teig muss mit Sauerteig gelockert werden, Hefe allein reicht nicht aus. Daher eignet sich Roggenmehl nicht zum Austausch von Weizen oder Dinkel in Kuchen oder Pizzateig.

Julia Icking, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

bzfe.de/inhalt/getreideerzeugnisse-und-naehrmittel

www.bzfe.de/inhalt/backtriebmittel

www.bzfe.de/inhalt/getreide

www.bzfe.de/inhalt/brot-zubereitung-und-lagerung

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Gesunde Ernährung und körperliche Aktivität

Jetzt erst recht

COVID-19 bringt das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen. Quarantäne, Selbstisolation, Vermeidung sozialer Kontakte, Homeoffice – im Moment verbringen wir mehr Zeit in den eigenen vier Wänden als je zuvor. Gerade im Homeoffice fehlen die vielen kleinen sozialen Interaktionen, die im Berufsalltag für kleine Pausen sorgen.

Auch die Bewegung kommt als Ausgleich für viele Menschen zu kurz. Das ist schlecht, denn Bewegung und körperliche Aktivität fördern nachweislich das psychische und körperliche Wohlbefinden, meint auch Professor Jens Kleinert vom Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln. „Jetzt ist Einfallsreichtum gefragt“, so Kleinert. Im Homeoffice könne man zum Beispiel alle dreißig Minuten für fünf Minuten Gymnastik oder ein kleines Workout am offenen Fenster machen. Aber auch Bewegung in der freien Natur ist laut Kleinert gerade jetzt wichtig. Dabei sind natürlich die Vernunftregeln des Robert-Koch-Instituts zu beachten, etwa was die Abstandsregel zu anderen Personen betrifft.

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Mehr Zeit zu Hause ist aber auch eine Chance, etwas mehr für seine gesunde Ernährung zu tun. Was in der Hektik des Alltags nicht selten zu kurz kommt ist die Muße und Ruhe, Lebensmittel mit Bedacht auszuwählen, sich Zeit beim Essen zu lassen und die Mahlzeit bewusst zu genießen. Da darf das ein oder andere Rezept auch mal etwas aufwändiger sein. Bei der Auswahl empfehlenswerter Lebensmittel hilft die Ernährungspyramide des Bundeszentrums für Ernährung. Anregungen für mehr Bewegung gibt es von der Initiative IN FORM.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.in-form.de

https://www.bzfe.de/inhalt/die-aid-ernaehrungspyramide-640.html

https://www.dge.de/presse/pm/schnelle-und-ausgewogene-rezepte-fuer-die-ganze-familie/

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Nachhaltigkeit beim Lebensmitteleinkauf

Bewusstsein steigt

Was wir essen, hat vielfältige Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Das wird offenbar immer mehr Verbrauchern bewusst. Für rund 70 Prozent haben Nachhaltigkeitsaspekte Einfluss auf den Lebensmitteleinkauf, hat eine repräsentative Online-Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) ergeben. An der Studie zur „Nachhaltigkeit als Qualitätsfaktor“ nahmen im September 2019 über 1.000 Bürger im Alter von 18 bis 69 Jahren teil.

Im Supermarkt achten mehr als 60 Prozent der Menschen auf die Herkunft der Lebensmittel und bevorzugen regionale Produkte. Rund 55 Prozent kaufen saisonal ein und verzichten sogar auf bestimmte Obst- und Gemüsearten, wenn sie nicht aus heimischem Anbau verfügbar sind. Jeder Vierte geht regelmäßig auf den Wochenmarkt oder direkt zum Erzeuger, um Lebensmittel aus der Region zu kaufen. Interessanterweise nutzen vor allem Jüngere im Alter von 18 bis 29 Jahren diese Einkaufsmöglichkeit. Vermutlich gehen Ältere aus praktischen Gründen eher in den Supermarkt, da sie dort den gesamten Wocheneinkauf erledigen können.

Aber führt das gestiegene Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit tatsächlich zu einer veränderten Ernährungsweise? Nach den Ergebnissen der Umfrage verzichten 22 Prozent der Verbraucher aus Gründen der Nachhaltigkeit auf Fisch und Fleisch. Dabei würden Frauen den Verzehr eher einschränken als Männer (52 zu 36 %). 19 Prozent aller Befragten haben nach eigenen Angaben Lebensmittel tierischen Ursprungs vom Speiseplan gestrichen. Rund 44 Prozent versuchen weniger Fisch und Fleisch zu essen, möchten ihre Ernährung aber nicht komplett umstellen. Tatsächlich ist der Anteil der Vegetarier und Veganer in Deutschland aber deutlich geringer: Im Jahr 2019 lebten laut der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse (AWA) 6,1 Millionen Menschen vegetarisch (7,3 %) und 0,95 Millionen (1,1 %) vegan.

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Knapp zwei Drittel der Befragten bevorzugen Fisch und Fleisch aus zertifizierter Tierhaltung, meldet die Deutsche Gesellschaft für Qualität. Im Allgemeinen verbinden Verbraucher das Thema Nachhaltigkeit am stärksten mit dem Fairtrade-Siegel (59,6%) und dem Bio-Siegel (56,4 %), aber auch das Bioland-Siegel (30,9 %) und das Marine Stewardship-Council-Siegel (MSC, 26,7 %) sind bekannt. Mehr als jeder Dritte ist nach eigener Aussage bereit, für nachhaltig produzierte Lebensmittel mehr Geld auszugeben. Allerdings bleibt die Frage, ob die guten Vorsätze sich tatsächlich auch an der Ladenkasse widerspiegeln.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ), Pressemeldung vom 19. März 2020; statista, Umfrage „Vegetarier 2019“ vom 9. August 2019 und Umfrage „Veganer 2019“ vom 26. Juli 2019 (Prozente bezogen auf Bevölkerungszahl 83,2 Millionen im Jahr 2019)

Weitere Informationen:

www.dgq.de

https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum-29922.html

Unterrichtsmaterial „Was hat mein Essen mit dem Klima zu tun?“
Bestell-Nr. 3659, Preis: 4,50 Euro

Heft „Mein Essen – Unser Klima“
Bestell-Nr. 1577, kostenlos

www.ble-medienservice.de

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Blaualgen als Ölquelle

Alternative zu Ölpflanzen?

Eine Forschergruppe um den Biologen Professor Peter Dörmann vom Institut für Molekulare Physiologie und Biotechnologie der Pflanzen (IMBIO) der Universität Bonn machte eine unerwartete Entdeckung: Cyanobakterien – umgangssprachlich auch Blaualgen genannt – können mit Hilfe von Licht aus Wasser und Kohlendioxid Öl produzieren. „Das war nicht nur für uns völlig überraschend“, so Dörmann. Bislang ging die Fachwelt davon aus, dass diese Fähigkeit den Pflanzen vorbehalten sei und Cyanobakterien dies nicht könnten. Zwar gebe es in der Literatur uralte Berichte, dass Cyanobakterien Öl enthalten können, dies sei aber nie verifiziert worden.

Die Wissenschaftler am IMBIO durchforsteten das Erbgut verschiedener Cyanobakterien nach einem Gen, das der Erbanlage für das pflanzliche Ölsynthese-Enzym ähnelt. Mit Erfolg: Sie fanden in den Blaualgen ein Gen für eine sogenannte Acyltransferase, zu dieser Gruppe zählt auch das entsprechende Pflanzenenzym. In weiteren Tests zeigte sich, dass Cyanobakterien mit diesem Enzym tatsächlich Öl herstellen, wenn auch nur in geringen Mengen. „Es ist aber durchaus möglich, dass andere Arten deutlich ertragreicher sind“, so der Biologe. Zudem ließen sich Blaualgen relativ einfach genetisch modifizieren, ähnlich wie andere Bakterien auch. „Es ist also gut möglich, dass sich der Öl-Ertrag auf biotechnologischem Wege noch einmal deutlich steigern ließe.

Das Resultat der Forschungsarbeit eröffnet eventuell neue Möglichkeiten, Tierfutter oder Biokraftstoffe herzustellen. Denn anders als Ölpflanzen wie zum Beispiel Raps benötigen Cyanobakterien keine Ackerflächen, um zu wachsen – ein Behälter mit Kulturmedium und ausreichend Licht sowie Wärme reicht ihnen.

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Das Öl, das von dem Cyanobakterium produziert wird, ist ein Triglycerid und daher grundsätzlich auch für die menschliche Ernährung geeignet. „Wenn man das Öl für die menschliche Ernährung in Erwägung zieht, sollte man natürlich einen Stamm nehmen, der keine Toxine produziert“, so Professor Dörmann.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.uni-bonn.de/neues/055-2020

https://www.pnas.org/content/early/2020/02/25/1915930117

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