Schlagwortarchiv: BZfE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Wann Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind

Unterschied zwischen Unterversorgung und Mangel

Die Woche war stressig und der Vorsatz, gesund zu essen, ist wieder auf der Strecke geblieben – wer kennt das nicht. Viele Menschen befürchten dann, nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt zu sein. Um vermeintliche Defizite bei Vitaminen und Mineralstoffen auszugleichen, greifen sie zu Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Tabletten, Kapseln oder Pulvern. Doch wann ist ein „Eingreifen“ tatsächlich notwendig und wann nicht? Hier kann die Unterscheidung zwischen Unterversorgung und Mangel hilfreich sein.

Einen Überblick darüber, wie viel der menschliche Körper von welchem Nährstoff benötigt, bieten die Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Werden diese Werte erreicht, sind nach aktuellem Kenntnisstand lebenswichtige physische und psychische Funktionen sichergestellt. Diese empfohlenen Zufuhrmengen sind so festgelegt, dass sie pauschal den Bedarf von nahezu allen gesunden Menschen einer Alters- und Geschlechtsgruppe decken. Wer diese Werte einmal oder an einzelnen Tagen nicht erreicht, ist deshalb nicht automatisch mangelhaft versorgt. Denn die Referenzwerte enthalten einen Sicherheitspuffer. Sie sind so gewählt, dass damit sowohl Mangelerscheinungen als auch eine Überversorgung vermieden und gleichzeitig Körperreserven geschaffen werden können.

Von einer Unterversorgung spricht man, wenn der Körper über längere Zeit weniger von einem Nährstoff oder mehreren Nährstoffen erhält, als der Referenzwert angibt. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Körper bereits unzureichend funktioniert und durch Nahrungsergänzungsmittel eingegriffen werden muss. Eine vorübergehende Unterversorgung kann häufig ausgeglichen werden, wenn der Nährstoff wieder über das Essen zugeführt wird, oder der Körper auf bestehende Reserven zurückgreifen kann. Das ist je nach Person individuell unterschiedlich.

Ein Mangel liegt erst vor, wenn die körpereigenen Reserven eines Nährstoffs erschöpft sind und die Versorgung tatsächlich beeinträchtigt ist. Dann entstehen auch Mangelsymptome, wie beispielsweise Müdigkeit bei einem Eisenmangel. Ob ein Mangel eines Nährstoffs vorliegt, kann ausschließlich durch eine ärztliche Blutuntersuchung festgestellt werden. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, den Mangel gezielt mit einem Nahrungsergänzungsmittel auszugleichen.

Wichtig: Nicht jede Müdigkeit ist ein Mangelsymptom, nicht jede vorübergehende Unterversorgung führt zu einem relevanten Mangel und nicht jedes Defizit muss sofort mit einem Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden.

Nahrungsergänzungsmittel können also in bestimmten Situationen und nach ärztlicher Rücksprache sinnvoll sein, etwa wenn ein konkreter Nährstoffmangel festgestellt wurde oder eine ausreichende Versorgung mit einem Nährstoff über die Ernährung nicht möglich ist. Eine pauschale und vorsorgliche Einnahme ist dagegen nicht notwendig. Entscheidend ist, zunächst zu klären, ob tatsächlich ein erhöhter Bedarf oder eine unzureichende Versorgung besteht.

Philine Lenz, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Wie informiere ich mich über Nahrungsergänzungsmittel?

BZfE: Für wen sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

DGE: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr

DGE: FAQ zu Nahrungsergänzungsmitteln

Verbraucherzentrale: Klartext Nahrungsergänzung

Bundesinstitut für Risikobewertung: Mikronährstoffe und Co.

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Gesundheitsrisiko durch Schimmelpilze

Studie zeigt Wissenslücken

Dass verschimmelte Lebensmittel in den Abfall gehören, ist den meisten Menschen grundsätzlich klar. Das zeigt eine Bevölkerungsbefragung, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Frühjahr 2026 durchgeführt hat. Demnach entsorgen 80 Prozent der Befragten verschimmelte Lebensmittel sofort und lassen sie nicht offen liegen. Für weitere 15 Prozent trifft die Aussage zwar nicht voll und ganz, aber eher zu. Allerdings hängt es bei sichtbarem Schimmel stark davon ab, um welche Produkte es sich handelt: Mindestens 90 Prozent der befragten Personen würden Joghurt, Fleisch, Müsli oder Brot gänzlich wegwerfen, wenn sie bei diesen einen Schimmelbefall bemerken. Bei frischem Obst und Gemüse tendiert fast ein Drittel der Befragten dazu, nur die verschimmelten Teile zu entfernen.

Schimmelpilze können in Lebensmitteln gesundheitsschädliche Stoffe bilden, sogenannte Mykotoxine. Der Schimmel kann sich auch in weichen und wasserreichen Lebensmitteln wie Gemüse und Obst über die sichtbar befallenen Stellen hinaus ausbreiten. Daher reicht das Entfernen dieser Stellen nicht aus, um sich vor gesundheitlichen Risiken durch Schimmelpilzgifte zu schützen. Je nach Art und aufgenommener Menge können Mykotoxine die Gesundheit negativ beeinflussen – von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall über Leber- und Nierenschäden bis hin zu Krebserkrankungen. Dieses potenzielle Risiko scheint jedoch nur knapp der Hälfte der Befragten bewusst zu sein. Das unterstreicht das Ergebnis, dass über 40 Prozent angaben, sich zu den gesundheitlichen Risiken von Schimmelpilzgiften eher schlecht oder sogar sehr schlecht informiert zu fühlen. Zwei Drittel der befragten Personen finden zudem, dass nie oder selten über Schimmelpilzgifte in den Medien berichtet wird.

Die Ergebnisse der BfR-Befragung zeigen, dass teilweise große Wissenslücken bestehen. So ist zum Beispiel nur etwa der Hälfte der Befragten bewusst, dass auch industriell hergestellte Produkte aus Obst oder Gemüse und getrocknete Gewürze Schimmelpilzgifte enthalten können und dass diese nicht durch starkes Erhitzen unschädlich gemacht werden. Wegen der möglichen Gesundheitsrisiken empfiehlt das BfR, die Risikokommunikation zu Schimmelpilzgiften zu verstärken und Verbraucherinnen und Verbrauchern eindeutige Handlungsempfehlungen zu geben.

Melanie Kirk-Mechtel, bzfe.de

Weitere Informationen:

BfR: Wahrnehmung von Mykotoxinen (Schimmelpilzgiften) in Lebensmitteln –Bevölkerungsbefragung zu Mykotoxinen

BfR: Schimmelpilze in Lebensmitteln – Gesundheitliche Risiken und wie sie sich vermeiden lassenSchimmelpilze in Lebensmitteln – Gesundheitliche Risiken und wie sie sich vermeiden lassen

BZfE: Haltbarkeit von Lebensmitteln –Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum und wie kann man Lebensmittel haltbar machen?

BZfE: Lebensmittel richtig lagern–Welche Lebensmittel halten sich wie und wo am besten?

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Gesund essen, aber bitte einfach

Im Spannungsfeld von Anspruch und Alltag

Die Menschen in Deutschland legen Wert auf eine gesunde Ernährung – gleichzeitig soll sie unkompliziert sein und zum Alltag passen. Das zeigt unter anderem die neue Studie „Nutrition 2026“. Dafür hat das Marktforschungsunternehmen YouGov in einer Untersuchung ermittelt, welche Bedürfnisse und Motive das Ernährungsverhalten beeinflussen.

Demnach möchten 73 Prozent der Befragten mit ihrer Ernährung langfristig gesund bleiben. 75 Prozent wünschen sich, dass sich eine gesunde Ernährung einfach in den Alltag integrieren lässt. Darin zeigt sich ein Spannungsfeld zwischen Gesundheitsbewusstsein und Alltagstauglichkeit. Strenge Regeln sind für viele Verbraucherinnen und Verbraucher weniger attraktiv: Fast jeder Zweite empfindet Ernährungsvorschriften und Verbote als Einschränkung des Essensgenusses.

Die Ergebnisse zeigen bereits Bekanntes: Eine einheitliche Ernährungsweise gibt es nicht. Was Menschen einkaufen und essen, hängt davon ab, welche Bedürfnisse gerade im Vordergrund stehen. Diese reichen von Gesundheit, Genuss, Selbstoptimierung, Abwechslung bis hin zu Alltagstauglichkeit und persönlichen Werten. Ernährungsentscheidungen können je nach Situation unterschiedlich ausfallen – feste Ernährungsmuster passen offenbar nur bedingt zum Alltag. Preisbewusstsein, Zeitmangel und der Wunsch nach Genuss beeinflussen die Lebensmittelauswahl häufig stärker als neue Food-Trends. Auf Grundlage der verschiedenen Ernährungsbedürfnisse wurden in der Untersuchung sieben unterschiedliche Ernährungstypen identifiziert. Durch die anschließende Verknüpfung mit Marktdaten konnte auch das tatsächliche Kaufverhalten analysiert werden.

Die Studie weist zudem darauf hin, dass gesunde Ernährung heute weniger am Wissen der Verbrauchenden scheitert, sondern an ihrer praktischen Umsetzbarkeit im Alltag. Hier setzt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) mit seinen Informationsangeboten an. Es bietet vielfältige Impulse für den eigenen Essalltag – von der Schwangerschaft bis zum Seniorenteller. So gibt beispielsweise die Ernährungspyramide eine einfache Orientierung für die Lebensmittelauswahl. Darüber hinaus liefert das BZfE für fast 30 Obst- und Gemüsearten konkrete Tipps zu Einkauf, Lagerung und Zubereitung inklusive einfacher, bebilderter Rezepte und kurzer Videoclips. Die Inhalte können kostenlos als Infoblätter heruntergeladen werden. Auf dem Instagram-Kanal „waswiressen“ des BZfE finden sich darüber hinaus Rezepte, Warenkunde, Aufklärung über Ernährungsmythen sowie praktische Tipps und Lifehacks für den Alltag.

Melanie Kirk-Mechtel, bzfe.de

Weitere Informationen:

YouGov: Studie „Nutrition 2026“: Moderne Ernährung verstehen. Konsumentenbedürfnisse in Wachstum übersetzen

YouGov: Nutrition Studie 2026: Sieben Ernährungstypen zeigen, wie Deutschland wirklich isst – zwischen Gesundheitsanspruch und Alltagsrealität

BZfE: Die Ernährungspyramide – ausgewogen, abwechslungsreich, nachhaltig

BLE-Medienservice: Heft „Einfach besser essen“

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Paprikapulver – von mild bis scharf

Ein Allroundtalent für viele Gerichte

Paprikapulver – auch Gewürzpaprika genannt – zählt zu den beliebtesten Gewürzen in Deutschland. Je nach Sorte reicht sein Geschmack von mild-fruchtig bis würzig-scharf. Es verleiht Suppen, Pilzgerichten, Eierspeisen und Brotaufstrichen Farbe und Aroma. Auch zu Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten sowie zu Käse, Reis, Kartoffeln und Linsen ist das Gewürz eine gute Wahl.

Gewürzpaprika wird besonders gern für deftige Eintöpfe und Schmorgerichte verwendet. So ist es in der ungarischen Küche eine wichtige Zutat für Klassiker wie „Szegediner Gulasch“ oder „Letscho“ – einen Eintopf mit viel Gemüsepaprika, Tomaten und Zwiebeln. Das Gewürz harmoniert auch sehr gut mit Chili, Ingwer, Knoblauch, Kreuzkümmel und Majoran.

Ein Küchentipp: Paprikapulver entfaltet sein Aroma am besten in etwas Fett. Allerdings sollte es nicht zu stark erhitzt werden, da es sonst bitter werden kann. Daher das Gewürz am besten erst gegen Ende der Garzeit zugeben. Steht die intensive rote Farbe im Vordergrund, kann Paprikapulver auch länger mitgaren.

Gewürzpaprika gehört – ebenso wie Gemüsepaprika und Chili – zur botanischen Art Capsicum annuum aus der Familie der Nachtschattengewächse und ist in Süd- und Mittelamerika beheimatet. Heute werden die Pflanzen in vielen warmen Ländern und in gemäßigten Breiten kultiviert. Die Früchte sind deutlich kleiner und weniger fleischig als Gemüsepaprika und meist weniger scharf als Chilis. Nach der Ernte werden sie traditionell auf langen Schnüren in der Sonne getrocknet.

Im Handel ist Gewürzpaprika als gemahlenes Pulver, aber auch als Granulat oder Flocken erhältlich. Es gibt verschiedene Sorten, die sich in Farbe und Schärfe unterscheiden. Hierzulande stehen in den Gewürzregalen in erster Linie drei verschiedene Paprika-Gewürze: „Delikatess-Paprika“ schmeckt mild-fruchtig. „Paprika edelsüß“ besitzt ein würziges bis süßlich-fruchtiges Aroma mit leichter Schärfe. „Paprika rosenscharf“ oder „Rosenpaprika“ ist die schärfste in Mitteleuropa erhältliche Sorte und hat eine bräunlich-rote Farbe.

Die rote Farbe ist im Wesentlichen auf Carotinoide zurückzuführen, die vor allem im Fruchtfleisch stecken. Für die Schärfe sorgt das Alkaloid Capsaicin, das überwiegend in Samen und Scheidewänden enthalten ist. Fruchtfleisch und Samen sowie Scheidewände werden getrennt voneinander vermahlen und je nach gewünschtem Schärfegrad vermengt.

Gemahlene Gewürze sollten zu Hause luftdicht, trocken und lichtgeschützt gelagert werden. Nach dem Öffnen empfiehlt es sich, Paprikapulver innerhalb eines Jahres zu verbrauchen, denn Farbe und Aroma lassen mit der Zeit nach.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Chili und Cayennepfeffer – feurige Würze aus aller Welt

BZfE: Bunte Gemüsepaprika – rote Schoten schmecken besonders süß

BZfE: Die Welt der Gewürze und Kräuter – wo ist der Unterschied?

BZfE: Gewürze und Kräuter sicher genießen – Tipps für Einkauf und Lagerung

BZfE: Von A wie Anis bis Z wie Zimt – Leitsätze für Gewürze aktualisiert

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Gut beraten für ein aktives und gesundes Altern

Kostenfreies Infomaterial für Seniorinnen und Senioren

Im Alter ändern sich natürlicherweise Appetit, Geschmack, Durstempfinden und Verdauung. Gute Informationen zu Nährstoffversorgung und Bewegung helfen dann dabei, weiter gesund und aktiv zu bleiben. Mitarbeitende von Senioreneinrichtungen können dazu jetzt kostenfrei Infomaterial von IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung bestellen.

Das Magazin „Gutes Essen“ bietet anhand von Schwerpunktthemen verlässliche und verständliche Informationen, viele konkrete alltagsnahe Tipps für gesundes Essen und Trinken und passende Rezeptideen dazu.

Die Broschüren „Alltag in Bewegung“, „Aktiv im Alltag, aktiv im Leben“, „Wandern – Bewegung, die gut tut“ und „Gleichgewicht und Kraft“ bieten Tipps, wie man aktiv und beweglich bleibt.

Ob für den nächsten Gesundheitstag, im Rahmen von Fortbildungen oder zum Auslegen in Gemeinschaftsräumen oder dem Eingangsbereich, die Einsatzmöglichkeiten in Einrichtungen für Senioren und Seniorinnen sind vielfältig. Einfach eine E-Mail mit der Lieferadresse und der gewünschten Stückzahl schreiben an: info@in-form.de. Das Angebot gilt solange der Vorrat reicht.

bzfe.de

Weitere Informationen:

IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung

IN FORM: Gutes Essen

IN FORM: Alltag in Bewegung

IN FORM: Aktiv im Alltag, aktiv im Leben

IN FORM: Wandern – Bewegung, die gut tut

IN FORM: Gleichgewicht und Kraft

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Algensalz – eine Alternative zu Jodsalz?

Algenprodukte nur bedingt empfehlenswert

Algen und Algenprodukte liegen hierzulande als Lebensmittel im Trend. Zu den Algenprodukten zählt auch Salz mit Algenzusatz, das zur Jodversorgung beitragen kann. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Denn Meeresalgen nehmen während des Wachstums Jod aus dem Meerwasser auf. Sie sind daher von Natur aus jodhaltig. Je nach Algenart, Herkunft und Dauer der Wachstumsphase im Meer können die Jodgehalte aber extrem schwanken.

Analysen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Stuttgart (CVUA) an Algen und Algenprodukten zeigten sehr große Schwankungen der Werte. Besonders bei Braunalgen wie Kombu und Wakame ist der Jodgehalt manchmal sehr hoch. Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) abgeleitete sichere obere Aufnahmemenge von 600 µg Jod täglich kann schon mit kleinen Portionen erreicht oder überschritten werden.

Deshalb empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für verzehrfertige Algen und algenhaltige Produkte die Kennzeichnung des Jodgehalts auf der Verpackung, eine Verzehrempfehlung sowie Warnhinweise zum Schutz von besonders empfindlichen Personengruppen wie Schwangeren oder Kindern. Denn ein Jodüberangebot kann die hierzulande an geringe Mengen Jod angepasste Schilddrüse in ihrer Funktion massiv stören. Laut einem Marktcheck der Verbraucherzentralen mit über 140 essbaren Algen und Algenprodukten war die Mehrzahl der untersuchten Produkte nicht ausreichend gekennzeichnet. Damit steigt das Risiko, zu viel Jod aufzunehmen. Das gilt auch für Algensalz. Das ist häufig Meersalz, das mit getrockneten, gemahlenen Algen versetzt ist. Auch hier ist der Jodgehalt schwankend und daher nicht vorhersehbar.

Anders ist es bei industriell hergestelltem Jodsalz: Es hat einen gesetzlich festgelegten Jodgehalt von durchschnittlich 20 µg Jod je Gramm Salz. Der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zur Vorbeugung von Bluthochdruck höchstens empfohlene Teelöffel Salz (6 g) am Tag – als Zutat in verarbeiteten Lebensmitteln, in der Gastronomie, beim Kochen zuhause und beim Nachsalzen – deckt die empfohlene Zufuhrmenge von 150 µg Jod am Tag für Jugendliche und Erwachsene zu 80 % ab. Weitere jodliefernde Lebensmittel wie Milch, Brot, Wurst und Seefisch sowie mit Jod angereicherte oder mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel (z. B. manche Milch- und Wurstalternativen) können außerdem zur Jodversorgung beitragen.

Tipps für Verbrauchende:

  • Wenn Algensalz gewünscht ist, nur solche Salze wählen, die den genauen Jodgehalt und eine Dosierungsempfehlung auf der Verpackung ausweisen.
  • Algenhaltiges Salz bewusst einsetzen, etwa als Prise zum Würzen und nicht im Kochwasser oder zum Backen verwenden.
  • Am besten Jodsalz mit gesetzlich festgelegtem Jodgehalt verwenden, etwa jodiertes Meer- oder Speisesalz.

Dr. Birgit Jähnig, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Wenn Salz, dann Jodsalz

DGE: Jod

BFR: Verbindliche Jod-Höchstgehalte in Algen können helfen, gesundheitlich bedenkliche Aufnahmemengen zu verringern

CVUAS: Algen – eine gute Jodquelle?

Verbraucherzentrale: Marktcheck essbare Algen: Nährstoffquelle mit potenziellem Gesundheitsrisiko

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Vitamine – Viel hilft viel?

Überdosierung kann schädlich sein

„Vitamine sind harmlos, die kann man gar nicht überdosieren“, solche oder ähnliche Aussagen sind, vor allem in Sozialen Medien, weit verbreitet. Aber: Insbesondere bei fettlöslichen Vitaminen sollte man vorsichtig sein. Dazu gehören die Vitamine A, D, E und K. Diese Vitamine werden in der Leber und im Fettgewebe als Reserve gespeichert und können bei einer überhöhten Aufnahme – je nach Menge – zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.

Zu viel Vitamin A beispielsweise kann akut Übelkeit, Erbrechen, starke Kopfschmerzen und Schwindel hervorrufen. Wird chronisch zu viel aufgenommen, können Leberschäden die Folge sein. Die sichere tägliche Aufnahmemenge aus allen Quellen bei Vitamin A beträgt 3 Milligramm (mg). Das bedeutet Vitamin A aus Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensmitteln wie zum Beispiel Obst und Gemüse zusammengerechnet. Ein Ei liefert beispielsweise etwa 0,3 mg, eine mittelgroße Karotte etwa 0,8 mg.

Auch Vitamin D, das der Körper größtenteils durch Sonnenlicht produziert, kann durch Nahrungsergänzungsmittel überdosiert werden. Vor allem mit hochdosierten Tropfen vertut man sich schnell und es werden mehr als geplant. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) berichtet aktuell über schwere Vergiftungen bei Säuglingen durch eine Überdosierung von Vitamin D.

Wer über einen längeren Zeitraum deutlich zu viel Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, riskiert zum Beispiel Nierenschäden. Die tägliche sichere Aufnahmemenge beträgt laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit 4.000 Internationale Einheiten (IE). Dieser Wert bezieht sich auf Nahrungsergänzungsmittel, angereicherte Lebensmittel und die normale Ernährung. In Lebensmitteln wie Fisch, Eiern oder Pilzen ist zwar Vitamin D enthalten, die Mengen sind jedoch so gering, dass sie für die Versorgung kaum eine Rolle spielen. Nahrungsergänzungsmittel sind allerdings häufig so hoch dosiert, dass eine viel höhere Dosis erreicht wird, als die maximal sichere Menge. Gleichzeitig ist Vitamin D ein lebensnotwendiger Stoff und ein Mangel sollte ebenso vermieden werden. Im Zweifel kann bei Verdacht auf einen Mangel nur eine Blutuntersuchung Klarheit schaffen.

Doch nicht nur fettlösliche, sondern auch wasserlösliche Vitamine können negative Folgen bei Überdosierung haben. Ein Überschuss an wasserlöslichen Vitaminen wird zwar mit dem Urin ausgeschieden, allerdings können überdosierte wasserlösliche Vitamine in der Zeit, in der sie im Körper sind, einen gewissen Schaden anrichten. Das gilt vor allem für B-Vitamine wie B6 und B12, die in sehr hohen Mengen etwa zu Nervenschäden oder einem erhöhten Lungenkrebsrisiko führen können. Was „sehr hohe Mengen“ bedeuten kann, zeigt ein Beispiel aus dem Jahr 2023: Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für den Zusatz von Vitamin B6 in Nahrungsergänzungsmitteln eine Höchstmenge von 0,9 mg pro Tagesverzehrempfehlung für Personen ab 15 Jahren. Über das Warnportal der Bundesländer (lebensmittelwarnung.de) wurde vor dem Verzehr eines Nahrungsergänzungsmittels zur Einnahme bei Migräne gewarnt: Das Produkt enthielt pro Kapsel 60 mg Vitamin B6, mit einer Verzehrempfehlung der Herstellerfirma von bis zu vier Kapseln täglich. Damit wären also 240 mg B6 eingenommen worden und die toxikologisch unbedenkliche Höchstmenge in Nahrungsergänzungsmitteln um das 260-fache überschritten worden.

Mit Lebensmitteln wie Obst und Gemüse können Vitamine übrigens nicht überdosiert werden. Allgemein reicht eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung aus, um Defizite zu vermeiden. Nahrungsergänzungsmittel sollten nur bei einem ärztlich festgestellten Mangel eingenommen werden und nicht nach Gefühl.

Merle Schonvogel, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Wie informiere ich mich über Nahrungsergänzungsmittel?

Deutsches Krebsforschungszentrum: Erhöhen B-Vitamine das Lungenkrebsrisiko? Studie zur Krebsvorbeugung mit hochdosierten B-Vitaminen

Bundesinstitut für Risikobewertung: Höchstmengenvorschläge für Vitamin B6 in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln

Bundesinstitut für Risikobewertung Vitamin D-Vergiftung bei Säuglingen

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Übergewicht und Krebsrisiko

Einfluss offenbar höher als bisher angenommen

Übergewicht und Adipositas spielen bei der Entstehung von Krebs möglicherweise eine größere Rolle als bisher angenommen. Mehr als jede zehnte Tumorerkrankung könnte mit einem zu hohen Körpergewicht in Zusammenhang stehen. Das hat eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ergeben, für die Daten von rund 460.000 Personen aus der Kohortenstudie UK Biobank ausgewertet wurden. Die Körpermaße wurden zu Studienbeginn erfasst. Im Laufe von knapp zwölf Jahren traten mehr als 50.000 neue Krebserkrankungen auf.

Übergewicht und insbesondere Adipositas gelten als Risikofaktoren für verschiedene Krebsarten. Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass zwei bis acht Prozent aller Krebserkrankungen auf ein zu hohes Körpergewicht zurückzuführen sind. Die Forschenden hegten schon seit längerem den Verdacht, dass dieser Risikoanteil aufgrund methodischer Verzerrungen bislang unterschätzt worden sein könnte.

Zum einen stützen sich die meisten Studien auf den Body-Mass-Index (BMI), der aber nicht die Fettverteilung im Körper berücksichtigt. Das Fett im Bauchraum gilt als besonders stoffwechselaktiv und steht in engem Zusammenhang mit Entzündungsprozessen und anderen Mechanismen, die Krebs begünstigen können. Für die aktuelle Untersuchung wurden daher zusätzlich Taillenumfang und Taille-Hüft-Verhältnis als Maße für die Fettverteilung berücksichtigt.

Zum anderen verursachen viele Tumore bereits Jahre vor der Diagnose einen ungewollten Gewichtsverlust, was den statistischen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs abschwächen kann. Um zu vermeiden, dass ein unbemerkt vorhandener Tumor das Körpergewicht beeinflusst, schlossen die Forschenden Krebserkrankungen aus, die innerhalb der ersten Jahre nach Studienbeginn festgestellt wurden.

Die aktuellen Analysen des DKFZ ergaben, dass deutlich mehr Krebserkrankungen auf ein zu hohes Körpergewicht zurückzuführen sind. Der geschätzte Anteil stieg von rund 5,5 Prozent auf bis zu 11,5 Prozent. Der Zusammenhang war bei Frauen deutlicher als bei Männern. Auch bei jüngeren Erwachsenen unter 60 Jahren spielt das Körperfett möglicherweise eine größere Rolle.

Da die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas weltweit zunimmt und die Menschen immer älter werden, dürfte die Zahl der damit verbundenen Krebserkrankungen weiter zunehmen. Nach Ansicht der Forschenden unterstreichen die Ergebnisse, wie wichtig wirksame Strategien zur Vorbeugung und Behandlung von Übergewicht auch für die Krebsprävention sind. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen sich daraus jedoch keine ursächlichen Zusammenhänge ableiten. Weitere Studien müssen die Ergebnisse noch bestätigen.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

Deutsches Krebsforschungszentrum: Einfluss von Übergewicht auf das Krebsrisiko möglicherweise deutlich unterschätzt

Studie: Excess Weight May Account for More Than 10% of All Cancers: The Underestimated Impact of the Obesity Epidemic

BZfE: Übergewicht und Adipositas in Deutschland – ein massives gesellschaftliches Problem

BZfE: Der Weg zum Wohlfühlgewicht – so klappt es Schritt für Schritt

BZfE: Die Ernährungspyramide – ausgewogen, abwechslungsreich, nachhaltig

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Trendgemüse Kürbis

Wissenswertes vom Acker bis zum Teller

Sommerzeit ist auch Kürbiszeit, denn Kürbisse gibt es nicht nur im Herbst. Der bekannteste Vertreter der Sommerkürbisse, auch Gartenkürbisse (Cucurbita pepo) genannt, ist wohl die Zucchini. Sommerkürbisse werden im Gegensatz zu anderen Kürbissen bereits in einem jungen „unreifen“ Stadium mit noch weicher Schale und Kernen geerntet. Sie halten sich nur wenige Tage im Kühlschrank.

Wenn allgemein von Kürbissen die Rede ist, sind meist die späteren Winterkürbisse gemeint. Diese sind voll ausgereift, haben eine härtere Schale und lassen sich länger lagern als die Sommerkürbisse. Vier neue Artikelseiten des Bundeszentrums für Ernährung helfen bei der Einordnung der verschiedenen Arten und beantworten viele praktische Fragen rund um Kürbisse.

Auf dem Acker: Die Anbaufläche für Kürbisse in Deutschland hat sich zwischen 2007 und 2024 vervierfacht. Auf rund 40 Prozent der Fläche erzeugen die Betriebe Bio-Kürbisse. Kürbisse zählen zu den wichtigsten Gemüsearten aus Deutschland und stehen heute auf Platz sechs der Anbaufläche hinter Spargel, Zwiebeln, Karotten, Salaten und Weißkohl. Kürbisse sind damit ein gut verfügbares, regionales Gemüse. Hokkaido ist mit Abstand die beliebteste Sorte. Der anhaltende Kürbistrend macht auch den Anbau anderer Vertreter wie Butternut- oder Muskatkürbis lohnend und sorgt für Abwechslung im Kürbisangebot.

Von der Ernte in den Handel: Und warum sind ausgerechnet Hokkaido-Kürbisse so beliebt? Weil sie angenehm nussig schmecken, kalorienarm und gesund sind. Ganz sicher aber auch, weil man ihre Schale problemlos mitessen kann, denn sie wird beim Garen schnell weich. Ein weiteres Plus ist ihre vergleichsweise handliche Größe von bis zu zwei Kilogramm. Die kleineren Exemplare eignen sich perfekt für kleine Haushalte. Solche Größen erzielen die Betriebe, indem sie 15.000 bis 20.000 Kürbispflanzen pro Hektar dicht nebeneinandersetzen.

In der Kürbisernte steckt viel Handarbeit: Erntehelfende schneiden die Kürbisse mit einem Messer kurz oberhalb der Pflanze so ab, dass sie den Stiel nicht verletzten. Das ist wichtig, damit sich die Kürbisse viele Wochen lang lagern lassen. Die Ernte der Steierischen Ölkürbisse zur Erzeugung von Kürbiskernen oder Kürbiskernöl, erledigen heute dagegen meist spezielle Erntemaschinen.

Vom Einkauf in die Küche: Während der Hauptsaison bieten viele Märkte und Geschäfte außer Hokkaido- auch Butternutkürbisse an. Weitere Sorten wie Spaghettikürbis, Muskatkürbis oder Sweet Dumpling gibt es eher in Hofläden, Gemüse- oder Naturkostläden oder Online-Shops. Die Schale kann man bei den meisten Sorten zwar mitessen; sie ist also nicht giftig. Aber sie bleibt bei diesen Sorten auch nach dem Garen eher hart oder braucht sehr lange, um weich zu werden. Es empfiehlt sich deshalb, diese Kürbisse vorher zu schälen. Wirklich ungenießbar im Sinne von gesundheitsgefährdend sind Zierkürbisse, denn die enthalten giftige Bitterstoffe. Da sie im Herbst im Handel oft direkt neben Speisekürbissen liegen, sollte ein Schild mit der Aufschrift „nicht für den Verzehr geeignet“ oder „nur zur Dekoration“ darauf hinweisen. Wer unsicher ist, fragt beim Verkaufspersonal nach.

Gesundheit und Umwelt: Es gibt hierzulande sehr viele Kürbisse aus dem Freilandanbau, daher gehören sie zu den klima- und umweltfreundlichsten Lebensmitteln in Deutschland. Stammen sie aus ökologischer Erzeugung, fördern sie noch mehr die Artenvielfalt und Fruchtbarkeit des Bodens. Förderlich für die menschliche Gesundheit ist der bunte Nährstoffmix bei Kürbissen, in dem der Gehalt an Beta-Carotin hervorsticht. Es steckt besonders in den orange-leuchtenden Hokkaidokürbissen, kann als Antioxidans Körperzellen vor freien Sauerstoff-Radikalen aus der Umwelt schützen und ist eine Vorstufe des fettlöslichen Vitamin A.

Gabriela Freitag-Ziegler, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Kürbisse – vielfältiges Trendgemüse

BZfE: How-to: Kürbis – lange haltbar im Herbst und Winter

BZfE: Bittere Kürbisse und Zucchini nicht essen –Bittertest beim Selbstanbau

BZL: Kürbis aus dem eigenen Garten

BLE-Medienservice: Kürbis – Lebensmittel-Infoblatt

BZfE: Zucchini – das Chamäleon in der Küche

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Trend: Near-Water-Getränke

Wie sinnvoll ist „Wasser mit Geschmack“?

Die immer wiederkehrende Frage in der heißen Jahreszeit lautet: Welches Getränk ist der beste Durstlöscher? „Wasser“ ist hier die Antwort Nummer eins. Aber was ist eigentlich mit sogenannten Near-Water-Getränken? Diese finden sich in vielen verschiedenen Sorten im Getränkeregal und sind um einiges teurer als „normales“ Wasser. „Near water“ bezeichnet Getränke auf Wasserbasis mit Kräuter- oder Fruchtzusätzen, Aromen, Zuckerarten oder Süßungsmittel. Manchmal werden sie auch als „Wasser mit Geschmack“ bezeichnet. In der Werbung heißen sie Wellness-, Vitamin- oder Sport-Wasser und es stehen Begriffe wie „fresh“, „balance“ oder „vital“ auf den Flaschen. Ob sie aber aus gesundheitlicher Sicht eine geeignete Alternative zu Wasser sind, hängt von den jeweiligen Zutaten ab.

Geschmack erhalten die Getränke meist durch verschiedene Aromen. Auch Pflanzenextrakte wie zum Beispiel aus Zitronengras, Ingwer, Guarana oder Sanddorn kommen dabei zum Einsatz. Sie sind allerdings häufig nur in sehr geringer Menge enthalten und geben dem Getränk daher mehr Farbe als Geschmack. Der wird meist mit Aroma- oder Süßungsmitteln verstärkt. Viele der Getränke sind zuckerfrei, es gibt aber auch welche mit Haushaltszucker, Trauben- oder Fruchtzucker. Manchmal wird auch Honig zugesetzt. Ein Blick auf das Etikett lohnt sich, denn Getränke sollen den Wasserverlust ausgleichen, den Durst löschen und möglichst kalorienarm sein.

Oft werden den Getränken auch Vitamine in unterschiedlichen Mengen zugesetzt, zum Beispiel Vitamin C oder Vitamine der B-Gruppe. Eine ungezielte Aufnahme verschiedener Vitamine durch solche Getränke ist jedoch nicht nötig oder gar sinnvoll. Im Gegenteil können Lebensmittel mit zugesetzten Vitaminen zu einer Überversorgung führen, wenn verschiedene so angereicherte Produkte, also zum Beispiel Säfte, Frühstücks-Cerealien und Joghurtdrinks, regelmäßig verzehrt werden.

Das Wasser, das die Basis der Near-Water-Getränke bildet, kann je nach Quelle zur Mineralstoffversorgung beitragen. In den Produkten kann Mineralwasser oder anderes Trinkwasser mit oder ohne Kohlensäure stecken. Die Hersteller sind nicht verpflichtet, den natürlichen Mineralstoffgehalt auf dem Etikett anzugeben. Eine Pflicht gibt es dagegen für zugesetzte Mineralstoffe. Hier gelten die gleichen Hinweise wie bei zugesetzten Vitaminen.

Alles in allem sind Near-Water-Getränke oft kalorienarm und können hin und wieder eine Alternative zu Wasser sein. Die enthaltenen Pflanzenextrakte, Vitamine und Mineralstoffe bieten jedoch keinen gesundheitlichen Vorteil. Zugesetzter Zucker führt dazu, dass Zucker und damit Kalorien ohne Sättigung aufgenommen werden. Wer ein solches Getränk kaufen möchten, achtet am besten auf natürliche Zutaten und außerdem auf eine Mehrwegflasche für mehr Nachhaltigkeit. Am einfachsten ist es, Wasser mit Geschmack selber zu machen. Ein Schuss Frucht- oder Gemüsesaft, etwas abgekühlter Früchte- oder Kräutertee, Ingwer, Zitronensaft oder Minze sind gute Geschmacksgeber.

Julia Icking, bzfe.de

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