Schlagwortarchiv: BZfE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Vitamine – Viel hilft viel?

Überdosierung kann schädlich sein

„Vitamine sind harmlos, die kann man gar nicht überdosieren“, solche oder ähnliche Aussagen sind, vor allem in Sozialen Medien, weit verbreitet. Aber: Insbesondere bei fettlöslichen Vitaminen sollte man vorsichtig sein. Dazu gehören die Vitamine A, D, E und K. Diese Vitamine werden in der Leber und im Fettgewebe als Reserve gespeichert und können bei einer überhöhten Aufnahme – je nach Menge – zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.

Zu viel Vitamin A beispielsweise kann akut Übelkeit, Erbrechen, starke Kopfschmerzen und Schwindel hervorrufen. Wird chronisch zu viel aufgenommen, können Leberschäden die Folge sein. Die sichere tägliche Aufnahmemenge aus allen Quellen bei Vitamin A beträgt 3 Milligramm (mg). Das bedeutet Vitamin A aus Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensmitteln wie zum Beispiel Obst und Gemüse zusammengerechnet. Ein Ei liefert beispielsweise etwa 0,3 mg, eine mittelgroße Karotte etwa 0,8 mg.

Auch Vitamin D, das der Körper größtenteils durch Sonnenlicht produziert, kann durch Nahrungsergänzungsmittel überdosiert werden. Vor allem mit hochdosierten Tropfen vertut man sich schnell und es werden mehr als geplant. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) berichtet aktuell über schwere Vergiftungen bei Säuglingen durch eine Überdosierung von Vitamin D.

Wer über einen längeren Zeitraum deutlich zu viel Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, riskiert zum Beispiel Nierenschäden. Die tägliche sichere Aufnahmemenge beträgt laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit 4.000 Internationale Einheiten (IE). Dieser Wert bezieht sich auf Nahrungsergänzungsmittel, angereicherte Lebensmittel und die normale Ernährung. In Lebensmitteln wie Fisch, Eiern oder Pilzen ist zwar Vitamin D enthalten, die Mengen sind jedoch so gering, dass sie für die Versorgung kaum eine Rolle spielen. Nahrungsergänzungsmittel sind allerdings häufig so hoch dosiert, dass eine viel höhere Dosis erreicht wird, als die maximal sichere Menge. Gleichzeitig ist Vitamin D ein lebensnotwendiger Stoff und ein Mangel sollte ebenso vermieden werden. Im Zweifel kann bei Verdacht auf einen Mangel nur eine Blutuntersuchung Klarheit schaffen.

Doch nicht nur fettlösliche, sondern auch wasserlösliche Vitamine können negative Folgen bei Überdosierung haben. Ein Überschuss an wasserlöslichen Vitaminen wird zwar mit dem Urin ausgeschieden, allerdings können überdosierte wasserlösliche Vitamine in der Zeit, in der sie im Körper sind, einen gewissen Schaden anrichten. Das gilt vor allem für B-Vitamine wie B6 und B12, die in sehr hohen Mengen etwa zu Nervenschäden oder einem erhöhten Lungenkrebsrisiko führen können. Was „sehr hohe Mengen“ bedeuten kann, zeigt ein Beispiel aus dem Jahr 2023: Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für den Zusatz von Vitamin B6 in Nahrungsergänzungsmitteln eine Höchstmenge von 0,9 mg pro Tagesverzehrempfehlung für Personen ab 15 Jahren. Über das Warnportal der Bundesländer (lebensmittelwarnung.de) wurde vor dem Verzehr eines Nahrungsergänzungsmittels zur Einnahme bei Migräne gewarnt: Das Produkt enthielt pro Kapsel 60 mg Vitamin B6, mit einer Verzehrempfehlung der Herstellerfirma von bis zu vier Kapseln täglich. Damit wären also 240 mg B6 eingenommen worden und die toxikologisch unbedenkliche Höchstmenge in Nahrungsergänzungsmitteln um das 260-fache überschritten worden.

Mit Lebensmitteln wie Obst und Gemüse können Vitamine übrigens nicht überdosiert werden. Allgemein reicht eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung aus, um Defizite zu vermeiden. Nahrungsergänzungsmittel sollten nur bei einem ärztlich festgestellten Mangel eingenommen werden und nicht nach Gefühl.

Merle Schonvogel, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Wie informiere ich mich über Nahrungsergänzungsmittel?

Deutsches Krebsforschungszentrum: Erhöhen B-Vitamine das Lungenkrebsrisiko? Studie zur Krebsvorbeugung mit hochdosierten B-Vitaminen

Bundesinstitut für Risikobewertung: Höchstmengenvorschläge für Vitamin B6 in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln

Bundesinstitut für Risikobewertung Vitamin D-Vergiftung bei Säuglingen

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsidentin
Dr. Margareta Büning-Fesel
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Barbara Kaiser, BLE

Chefredaktion:
Harald Seitz, BLE

Redaktion:
Julia Seeher, BLE
Petra Daniels, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Übergewicht und Krebsrisiko

Einfluss offenbar höher als bisher angenommen

Übergewicht und Adipositas spielen bei der Entstehung von Krebs möglicherweise eine größere Rolle als bisher angenommen. Mehr als jede zehnte Tumorerkrankung könnte mit einem zu hohen Körpergewicht in Zusammenhang stehen. Das hat eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ergeben, für die Daten von rund 460.000 Personen aus der Kohortenstudie UK Biobank ausgewertet wurden. Die Körpermaße wurden zu Studienbeginn erfasst. Im Laufe von knapp zwölf Jahren traten mehr als 50.000 neue Krebserkrankungen auf.

Übergewicht und insbesondere Adipositas gelten als Risikofaktoren für verschiedene Krebsarten. Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass zwei bis acht Prozent aller Krebserkrankungen auf ein zu hohes Körpergewicht zurückzuführen sind. Die Forschenden hegten schon seit längerem den Verdacht, dass dieser Risikoanteil aufgrund methodischer Verzerrungen bislang unterschätzt worden sein könnte.

Zum einen stützen sich die meisten Studien auf den Body-Mass-Index (BMI), der aber nicht die Fettverteilung im Körper berücksichtigt. Das Fett im Bauchraum gilt als besonders stoffwechselaktiv und steht in engem Zusammenhang mit Entzündungsprozessen und anderen Mechanismen, die Krebs begünstigen können. Für die aktuelle Untersuchung wurden daher zusätzlich Taillenumfang und Taille-Hüft-Verhältnis als Maße für die Fettverteilung berücksichtigt.

Zum anderen verursachen viele Tumore bereits Jahre vor der Diagnose einen ungewollten Gewichtsverlust, was den statistischen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs abschwächen kann. Um zu vermeiden, dass ein unbemerkt vorhandener Tumor das Körpergewicht beeinflusst, schlossen die Forschenden Krebserkrankungen aus, die innerhalb der ersten Jahre nach Studienbeginn festgestellt wurden.

Die aktuellen Analysen des DKFZ ergaben, dass deutlich mehr Krebserkrankungen auf ein zu hohes Körpergewicht zurückzuführen sind. Der geschätzte Anteil stieg von rund 5,5 Prozent auf bis zu 11,5 Prozent. Der Zusammenhang war bei Frauen deutlicher als bei Männern. Auch bei jüngeren Erwachsenen unter 60 Jahren spielt das Körperfett möglicherweise eine größere Rolle.

Da die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas weltweit zunimmt und die Menschen immer älter werden, dürfte die Zahl der damit verbundenen Krebserkrankungen weiter zunehmen. Nach Ansicht der Forschenden unterstreichen die Ergebnisse, wie wichtig wirksame Strategien zur Vorbeugung und Behandlung von Übergewicht auch für die Krebsprävention sind. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen sich daraus jedoch keine ursächlichen Zusammenhänge ableiten. Weitere Studien müssen die Ergebnisse noch bestätigen.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

Deutsches Krebsforschungszentrum: Einfluss von Übergewicht auf das Krebsrisiko möglicherweise deutlich unterschätzt

Studie: Excess Weight May Account for More Than 10% of All Cancers: The Underestimated Impact of the Obesity Epidemic

BZfE: Übergewicht und Adipositas in Deutschland – ein massives gesellschaftliches Problem

BZfE: Der Weg zum Wohlfühlgewicht – so klappt es Schritt für Schritt

BZfE: Die Ernährungspyramide – ausgewogen, abwechslungsreich, nachhaltig

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsidentin
Dr. Margareta Büning-Fesel
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Barbara Kaiser, BLE

Chefredaktion:
Harald Seitz, BLE

Redaktion:
Julia Seeher, BLE
Petra Daniels, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Trendgemüse Kürbis

Wissenswertes vom Acker bis zum Teller

Sommerzeit ist auch Kürbiszeit, denn Kürbisse gibt es nicht nur im Herbst. Der bekannteste Vertreter der Sommerkürbisse, auch Gartenkürbisse (Cucurbita pepo) genannt, ist wohl die Zucchini. Sommerkürbisse werden im Gegensatz zu anderen Kürbissen bereits in einem jungen „unreifen“ Stadium mit noch weicher Schale und Kernen geerntet. Sie halten sich nur wenige Tage im Kühlschrank.

Wenn allgemein von Kürbissen die Rede ist, sind meist die späteren Winterkürbisse gemeint. Diese sind voll ausgereift, haben eine härtere Schale und lassen sich länger lagern als die Sommerkürbisse. Vier neue Artikelseiten des Bundeszentrums für Ernährung helfen bei der Einordnung der verschiedenen Arten und beantworten viele praktische Fragen rund um Kürbisse.

Auf dem Acker: Die Anbaufläche für Kürbisse in Deutschland hat sich zwischen 2007 und 2024 vervierfacht. Auf rund 40 Prozent der Fläche erzeugen die Betriebe Bio-Kürbisse. Kürbisse zählen zu den wichtigsten Gemüsearten aus Deutschland und stehen heute auf Platz sechs der Anbaufläche hinter Spargel, Zwiebeln, Karotten, Salaten und Weißkohl. Kürbisse sind damit ein gut verfügbares, regionales Gemüse. Hokkaido ist mit Abstand die beliebteste Sorte. Der anhaltende Kürbistrend macht auch den Anbau anderer Vertreter wie Butternut- oder Muskatkürbis lohnend und sorgt für Abwechslung im Kürbisangebot.

Von der Ernte in den Handel: Und warum sind ausgerechnet Hokkaido-Kürbisse so beliebt? Weil sie angenehm nussig schmecken, kalorienarm und gesund sind. Ganz sicher aber auch, weil man ihre Schale problemlos mitessen kann, denn sie wird beim Garen schnell weich. Ein weiteres Plus ist ihre vergleichsweise handliche Größe von bis zu zwei Kilogramm. Die kleineren Exemplare eignen sich perfekt für kleine Haushalte. Solche Größen erzielen die Betriebe, indem sie 15.000 bis 20.000 Kürbispflanzen pro Hektar dicht nebeneinandersetzen.

In der Kürbisernte steckt viel Handarbeit: Erntehelfende schneiden die Kürbisse mit einem Messer kurz oberhalb der Pflanze so ab, dass sie den Stiel nicht verletzten. Das ist wichtig, damit sich die Kürbisse viele Wochen lang lagern lassen. Die Ernte der Steierischen Ölkürbisse zur Erzeugung von Kürbiskernen oder Kürbiskernöl, erledigen heute dagegen meist spezielle Erntemaschinen.

Vom Einkauf in die Küche: Während der Hauptsaison bieten viele Märkte und Geschäfte außer Hokkaido- auch Butternutkürbisse an. Weitere Sorten wie Spaghettikürbis, Muskatkürbis oder Sweet Dumpling gibt es eher in Hofläden, Gemüse- oder Naturkostläden oder Online-Shops. Die Schale kann man bei den meisten Sorten zwar mitessen; sie ist also nicht giftig. Aber sie bleibt bei diesen Sorten auch nach dem Garen eher hart oder braucht sehr lange, um weich zu werden. Es empfiehlt sich deshalb, diese Kürbisse vorher zu schälen. Wirklich ungenießbar im Sinne von gesundheitsgefährdend sind Zierkürbisse, denn die enthalten giftige Bitterstoffe. Da sie im Herbst im Handel oft direkt neben Speisekürbissen liegen, sollte ein Schild mit der Aufschrift „nicht für den Verzehr geeignet“ oder „nur zur Dekoration“ darauf hinweisen. Wer unsicher ist, fragt beim Verkaufspersonal nach.

Gesundheit und Umwelt: Es gibt hierzulande sehr viele Kürbisse aus dem Freilandanbau, daher gehören sie zu den klima- und umweltfreundlichsten Lebensmitteln in Deutschland. Stammen sie aus ökologischer Erzeugung, fördern sie noch mehr die Artenvielfalt und Fruchtbarkeit des Bodens. Förderlich für die menschliche Gesundheit ist der bunte Nährstoffmix bei Kürbissen, in dem der Gehalt an Beta-Carotin hervorsticht. Es steckt besonders in den orange-leuchtenden Hokkaidokürbissen, kann als Antioxidans Körperzellen vor freien Sauerstoff-Radikalen aus der Umwelt schützen und ist eine Vorstufe des fettlöslichen Vitamin A.

Gabriela Freitag-Ziegler, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Kürbisse – vielfältiges Trendgemüse

BZfE: How-to: Kürbis – lange haltbar im Herbst und Winter

BZfE: Bittere Kürbisse und Zucchini nicht essen –Bittertest beim Selbstanbau

BZL: Kürbis aus dem eigenen Garten

BLE-Medienservice: Kürbis – Lebensmittel-Infoblatt

BZfE: Zucchini – das Chamäleon in der Küche

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsidentin
Dr. Margareta Büning-Fesel
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Barbara Kaiser, BLE

Chefredaktion:
Harald Seitz, BLE

Redaktion:
Julia Seeher, BLE
Petra Daniels, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Trend: Near-Water-Getränke

Wie sinnvoll ist „Wasser mit Geschmack“?

Die immer wiederkehrende Frage in der heißen Jahreszeit lautet: Welches Getränk ist der beste Durstlöscher? „Wasser“ ist hier die Antwort Nummer eins. Aber was ist eigentlich mit sogenannten Near-Water-Getränken? Diese finden sich in vielen verschiedenen Sorten im Getränkeregal und sind um einiges teurer als „normales“ Wasser. „Near water“ bezeichnet Getränke auf Wasserbasis mit Kräuter- oder Fruchtzusätzen, Aromen, Zuckerarten oder Süßungsmittel. Manchmal werden sie auch als „Wasser mit Geschmack“ bezeichnet. In der Werbung heißen sie Wellness-, Vitamin- oder Sport-Wasser und es stehen Begriffe wie „fresh“, „balance“ oder „vital“ auf den Flaschen. Ob sie aber aus gesundheitlicher Sicht eine geeignete Alternative zu Wasser sind, hängt von den jeweiligen Zutaten ab.

Geschmack erhalten die Getränke meist durch verschiedene Aromen. Auch Pflanzenextrakte wie zum Beispiel aus Zitronengras, Ingwer, Guarana oder Sanddorn kommen dabei zum Einsatz. Sie sind allerdings häufig nur in sehr geringer Menge enthalten und geben dem Getränk daher mehr Farbe als Geschmack. Der wird meist mit Aroma- oder Süßungsmitteln verstärkt. Viele der Getränke sind zuckerfrei, es gibt aber auch welche mit Haushaltszucker, Trauben- oder Fruchtzucker. Manchmal wird auch Honig zugesetzt. Ein Blick auf das Etikett lohnt sich, denn Getränke sollen den Wasserverlust ausgleichen, den Durst löschen und möglichst kalorienarm sein.

Oft werden den Getränken auch Vitamine in unterschiedlichen Mengen zugesetzt, zum Beispiel Vitamin C oder Vitamine der B-Gruppe. Eine ungezielte Aufnahme verschiedener Vitamine durch solche Getränke ist jedoch nicht nötig oder gar sinnvoll. Im Gegenteil können Lebensmittel mit zugesetzten Vitaminen zu einer Überversorgung führen, wenn verschiedene so angereicherte Produkte, also zum Beispiel Säfte, Frühstücks-Cerealien und Joghurtdrinks, regelmäßig verzehrt werden.

Das Wasser, das die Basis der Near-Water-Getränke bildet, kann je nach Quelle zur Mineralstoffversorgung beitragen. In den Produkten kann Mineralwasser oder anderes Trinkwasser mit oder ohne Kohlensäure stecken. Die Hersteller sind nicht verpflichtet, den natürlichen Mineralstoffgehalt auf dem Etikett anzugeben. Eine Pflicht gibt es dagegen für zugesetzte Mineralstoffe. Hier gelten die gleichen Hinweise wie bei zugesetzten Vitaminen.

Alles in allem sind Near-Water-Getränke oft kalorienarm und können hin und wieder eine Alternative zu Wasser sein. Die enthaltenen Pflanzenextrakte, Vitamine und Mineralstoffe bieten jedoch keinen gesundheitlichen Vorteil. Zugesetzter Zucker führt dazu, dass Zucker und damit Kalorien ohne Sättigung aufgenommen werden. Wer ein solches Getränk kaufen möchten, achtet am besten auf natürliche Zutaten und außerdem auf eine Mehrwegflasche für mehr Nachhaltigkeit. Am einfachsten ist es, Wasser mit Geschmack selber zu machen. Ein Schuss Frucht- oder Gemüsesaft, etwas abgekühlter Früchte- oder Kräutertee, Ingwer, Zitronensaft oder Minze sind gute Geschmacksgeber.

Julia Icking, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Coole Drinks für die Sommerzeit

BZfE: Summer In The City – ausreichend Trinken! Kinder und Senioren besonders gefährdet

BZfE: So unterscheiden sich die Wassersorten

Verbraucherzentrale: Fitness-, Vitamin- oder Wellness-Wasser: Was steckt drin in Near Water Getränken?

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsidentin
Dr. Margareta Büning-Fesel
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Barbara Kaiser, BLE

Chefredaktion:
Harald Seitz, BLE

Redaktion:
Julia Seeher, BLE
Petra Daniels, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Neue Handlungsempfehlungen zur Schwangerschaft

Konsent relevanter Institutionen für einheitliche Beratung

Die Schwangerschaft und die Zeit des Kinderwunsches sind sensible Phasen, in denen wesentliche Weichen für das Leben des Kindes gestellt werden. Eine gesunde Lebensweise der Mutter in dieser Zeit wirkt sich nachweislich gesundheitsfördernd auf das Kind aus. „Es ist wichtig, dass Frauen schon ab der Phase des Kinderwunsches wissenschaftlich und fundiert über die Themen Ernährung, Bewegung und weitere Gesundheitsaspekte aufgeklärt werden“, erläutert Dr. Constance Rybak, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung. „Mit unseren gerade aktualisierten Handlungsempfehlungen steht Fachkräften ein bundesweit einheitlicher Beratungsstandard zur Verfügung.“ Die Handlungsempfehlungen „Ernährung, Bewegung und weitere Gesundheitsaspekte vor und während der Schwangerschaft“ sind ab sofort kostenfrei zum Download und zur Bestellung verfügbar.

In der Phase von Kinderwunsch und Schwangerschaft sind Frauen bzw. Paare offen dafür, ihr Essverhalten zu überdenken und ihre Lebensweise anzupassen. „Um gesundheitspräventive Verhaltensänderungen zu etablieren, bietet sich dieses Zeitfenster wie kaum ein anderes für die Beratung an“, erläutert Rybak. „Dabei ist es wichtig, dass einheitliche und klare Informationen zur Verfügung stehen, an denen sich sowohl Fachkräfte als auch Eltern orientieren können.“

Die Veröffentlichung enthält unter anderem Empfehlungen zu:

  • Ernährungsweise, einschließlich vegetarischer und veganer Ernährung
  • Körpergewicht und Gewichtsentwicklung vor und in der Schwangerschaft
  • Energie- und Nährstoffbedarf
  • Dem Umgang mit Koffein, Alkohol und erstmals auch Cannabis
  • Nährstoffsupplementen vor und in der Schwangerschaft, neu: Vitamin D
  • Diversitätssensibler Beratung

Vorgestellt wurden die neuen Handlungsempfehlungen im Rahmen einer Veranstaltung am 9. Juli 2026 in Berlin. Die Vortragsfolien stehen zum Download zur Verfügung. Eine Podiumsdiskussion hatte den Transfer der Empfehlungen in die Praxis zum Thema. Der Mitschnitt ist ab sofort auf YouTube verfügbar.

bzfe.de

Weitere Informationen:Die Alleinstellungsmerkmale der Handlungsempfehlungen sind die ganzheitliche Betrachtung der Lebensphasen „Präkonzeption und Schwangerschaft“ sowie der breite wissenschaftsbasierte Konsent. Der interdisziplinäre wissenschaftliche Beirat des Netzwerks hat die bisherigen Empfehlungen vor dem Hintergrund aktueller Studien und Leitlinien überarbeitet, konsentiert und praxisnahe Empfehlungen ausgesprochen.

BLE-Medienservice: Handlungsempfehlungen „Ernährung, Bewegung und weitere Gesundheitsaspekte vor und während der Schwangerschaft“ 

Netzwerk Gesund ins Leben: Schwangere begleiten – Fachtag zu den neuen Handlungsempfehlungen Schwangerschaft

BZfE-YouTube-Kanal: Mitschnitt des Fachtages „Schwangere begleiten“ am 9.Juli 2026

BLE-Medienservice: Flyer „Schwangerschaft – Gesund und aktiv“

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsidentin
Dr. Margareta Büning-Fesel
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Barbara Kaiser, BLE

Chefredaktion:
Harald Seitz, BLE

Redaktion:
Julia Seeher, BLE
Petra Daniels, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Clever grillen mit Jodsalz

So kommt das lebenswichtige Jod auf den Grillteller

Wenn die Grillsaison läuft, geht es vor allem um den Geschmack. Die Vorbereitung des Grillguts bietet aber eine gute Gelegenheit, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Denn mit der Verwendung von Jodsalz beim Marinieren und Würzen lässt sich ganz nebenbei die tägliche Jodversorgung unterstützen.

Bei der Wahl des Grillsalzes sind kaum Grenzen gesetzt. Das Angebot an Speisesalz ist riesig. Für die Gesundheit ist es am besten, wenn Salz sparsam dosiert wird. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt pro Tag maximal einen gestrichenen Teelöffel Salz (6 g). Das Salz in verarbeiteten Lebensmitteln ist in dieser Menge bereits enthalten. Wichtig ist, dass die Wahl auf ein jodiertes Salz fällt. Denn Jod ist lebensnotwendig und die durchschnittliche Versorgung in Deutschland ist rückläufig. Eine längerfristige Unterversorgung kann zum Beispiel die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit beeinflussen.

Wie das Grillen einen Beitrag zur Jodversorgung leisten kann, erklärt Dr. Alexandra Müller, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max Rubner-Institut (MRI): „Es ist wichtig, die Jodaufnahme in Deutschland zu steigern. Dazu kann die Verwendung von Marinaden mit Jodsalz beitragen. Wie das MRI zeigen konnte, haftet Jodsalz gut an Lebensmitteln an und wird so mitgegessen. Gerade auch bei der Zubereitung von Grillgemüse, Grillfleisch und anderen gegrillten Köstlichkeiten gilt deshalb, wenn Salz, dann Jodsalz.“

Das Würzen des Grillguts mit Jodsalz kann die Jodversorgung ergänzen, während Saftigkeit, Aroma und Geschmack unverändert erhalten bleiben. Auch ursprünglich jodarme pflanzliche Grillbeilagen wie Kartoffeln oder Gemüse können so zur Jodversorgung beitragen.

Dr. Birgit Jähnig, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Wenn Salz, dann Jodsalz – weniger Salz, mehr Kräuter und Gewürze für die Gesundheit

BMLEH: Wenn Salz, dann Jodsalz

BZfE: Grillgenuss ohne Risiko – die 10 Grill-Grundregeln

BZfE: Ruckzuck Grillideen für den Feierabend

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsidentin
Dr. Margareta Büning-Fesel
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Barbara Kaiser, BLE

Chefredaktion:
Harald Seitz, BLE

Redaktion:
Julia Seeher, BLE
Petra Daniels, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Pfirsiche und Nektarinen

Saftig-süßes Sommer-Duo

Pfirsich und Nektarine gehören zu den aromatischsten Sommerfrüchten überhaupt. Botanisch zählen sie zum Steinobst und zur Familie der Rosengewächse. Ursprünglich stammt der Pfirsich (Prunus persica) aus China, wo er bereits vor mehreren tausend Jahren angebaut wurde. Die Nektarine ist keine eigene Art, sondern eine natürliche Mutation des samtigen Pfirsichs. Ihre glatte, unbehaarte Schale macht sie unverwechselbar. Die tellerförmigen Plattpfirsiche oder -nektarinen besitzen einen kleinen Kern, schmecken besonders süß und enthalten weniger Säure als runde Sorten. Im Handel tauchen sie manchmal fälschlich als Berg- oder Wildpfirsiche bezeichnet auf, haben aber mit echten Weinbergpfirsichen nichts gemein. Letztere sind eine eigene alte Sorte, die in den Weinbergen traditionell zwischen Reben gepflanzt wird, zum Beispiel im klimatisch günstigen Moseltal. Das Fruchtfleisch dieser meist kleineren, pelzigeren Pfirsiche ist weißlich bis tiefrot – letztere heißen daher auch „Blutpfirsich“.

In Deutschland ist der gewerbliche Pfirsich- oder Nektarinen-Anbau selten und regional auf Gebiete beschränkt, die den Ansprüchen der wärmeliebenden Kultur genügen. Das sind die klassischen Weinbaugebiete wie die Pfalz, rund um den Kaiserstuhl, entlang der Mosel oder im sächsischen Elbtal. Die Früchte, die von Mai bis in den Oktober hinein in den Läden liegen, stammen überwiegend aus Südeuropa, vor allem aus Spanien, Italien und Griechenland. Die Hauptsaison läuft von Juli bis September, auch für Früchte aus dem regionalen Freiland.

Beim Einkauf gilt: Pfirsiche und Nektarinen sollten duften und auf leichten Druck nachgeben. Noch grüne Stellen und sehr harte Früchte zeigen, dass sie zu früh gepflückt wurden. Nach der Ernte reifen sie nur gut nach, wenn sie ihre Mindestpflückreife erreicht haben; nur dann können sie selbstständig Aroma und Geschmack optimal weiterentwickeln. Am besten gelingt das bei Zimmertemperatur neben Äpfeln oder Bananen, die das natürliche Reifegas Ethylen abgeben. Ausgereifte Früchte halten sich wenige Tage lang im Kühlschrank, sollten aber vor dem Verzehr wieder Zimmertemperatur haben, damit sie ihr Aroma entfalten können.

Mit rund 40 Kilokalorien und fast 90 Prozent Wasser pro 100 Gramm bieten Pfirsiche und Nektarinen saftig-süßen Sommergenuss zum Snacken. Sie lassen sich aber auch vielseitig verwenden:

  • Die Klassiker: Das Dessert „Pfirsich Melba“ aus pochierten Pfirsichen, Vanilleeis und Himbeersoße oder der venezianische Bellini aus frischem Pfirsichpüree mit Prosecco (geht auch alkoholfrei) sind zeitlos.
  • Vom Grill: Halbierte Früchte kurz grillen, bis sich sanfte Röstaromen bilden, und mit Honig, Thymian, Mandelblättchen und Ziegenkäse servieren.
  • Peach Cobbler: Der Südstaaten-Klassiker gelingt leicht, indem man Pfirsichscheiben mit einem lockeren Rührteig bedeckt, backt und lauwarm serviert.
  • Für heiße Tage: Fruchtpüree in Eiswürfelformen einfrieren, um Mineralwasser natürlich zu aromatisieren oder das Püree mit Joghurt verrührt als schnelles Dessert nutzen.

Die Hauptsaison eignet sich auch, um größere Mengen der Früchte zu kaufen und haltbar zu machen: Eingekocht als Kompott oder Konfitüre bringen Pfirsiche oder Nektarinen Sommergenuss in den Winter hinein.

Verena Dorloff, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Süßes vom Grill – fruchtige Spieße, Stockbrot und Eiscreme

BZfE: Pfirsich und Nektarine – Was ist der Unterschied?

Pressekontakt

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsidentin
Dr. Margareta Büning-Fesel
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Barbara Kaiser, BLE

Chefredaktion:
Harald Seitz, BLE

Redaktion:
Julia Seeher, BLE
Petra Daniels, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Ist mein Kind gut versorgt?

Infos für Eltern zu Nahrungsergänzungsmitteln

Viele Eltern kennen das: Ihr Kind mag kein Gemüse, verweigert Fisch, verzichtet auf Fleisch oder lebt gefühlt von „Nudeln mit Tomatensoße“. Andere Eltern sorgen sich um die Versorgung mit Vitamin D, weil ihr Kind wenig draußen ist, oder wünschen sich einen Extra-Schub an Nährstoffen für Konzentration und Immunsystem. Manche denken da an Nahrungsergänzungsmittel – schließlich möchte man nur das Beste für sein Kind.

Die Studienlage in Deutschland zeigt: Die Nährstoffzufuhr von Kindern ist insgesamt gut. Für gesunde Kinder sind Nahrungsergänzungsmittel somit in der Regel nicht notwendig. Darauf weisen unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin.

Außerdem zeigt ein Marktcheck des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv): Viele speziell für Kinder beworbene Nahrungsergänzungsmittel sind willkürlich zusammengesetzt und teilweise deutlich zu hoch dosiert. Ohne medizinische Abklärung sollten diese Produkte daher nicht gegeben werden.

Kinder müssen nicht jedes Gemüse oder Obst mögen und Geschmäcker verändern sich. Häufig braucht es mehrere Anläufe, bis neue Lebensmittel akzeptiert werden. Es ist nicht schlimm, wenn ein Kind vorübergehend bestimmte Lebensmittel nicht oder nur sehr eingeschränkt isst. Wichtig ist, aktuell unbeliebte Lebensmittel und Speisen immer wieder anzubieten und Vielfalt vorzuleben – ohne Zwang. Auch das Umfeld spielt eine Rolle: Manche Kinder probieren in der Kita oder der Schule eher Neues als zu Hause oder umgekehrt.

Praktisch helfen kann es, Lebensmittel in unterschiedlichen Varianten anzubieten – roh, gedünstet, gebraten oder püriert. Beispielsweise kann Gemüse fein püriert als Suppe oder Soße angeboten werden, zusammen mit Obst in Smoothies oder „versteckt“ in Aufläufen. Mundgerecht geschnittene Rohkost, fantasievolle Namen wie „Piratensuppe“ oder „Zaubertopf“ sowie lustige Formen können zusätzlich motivieren. Auch wenn Kinder in die Speisenauswahl und Zubereitung einbezogen werden, steigt oft die Bereitschaft zu probieren.

Isst ein Kind wenig oder kein Fleisch, sollte besonders auf eine ausreichende Eisenzufuhr geachtet werden. Gute pflanzliche Eisenquellen sind beispielsweise Hülsenfrüchte, Haferflocken und Hirse. Vitamin C – etwa aus Zitrusfrüchten (z. B. einem Glas Orangensaft zur Mahlzeit) – verbessert die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln.

Vitamin B12 ist vor allem in Eiern sowie Milch und Milchprodukten enthalten. Kinder, die keinen Fisch essen, nehmen häufig weniger langkettige Omega-3-Fettsäuren zu sich als empfohlen. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, wird unterschiedlich bewertet; ein genereller Bedarf an Nahrungsergänzungsmitteln ist bislang nicht nachgewiesen. In jedem Fall ist es empfehlenswert Omega-3-reiche Pflanzenöle wie Raps-, Lein- und Walnusssöl sowie Nüsse und Samen regelmäßig zu verwenden.

Bei einer rein pflanzlichen – also veganen – Ernährung empfiehlt sich eine Begleitung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine qualifizierte Ernährungsfachkraft, um die Nährstoffversorgung sicherzustellen.

Anzeichen für eine mögliche Unterversorgung können sein, wenn ein Kind dauerhaft antriebslos wirkt, wenig spielt, schnell ermüdet oder auffallend blass ist. Solche Beobachtungen sollten Eltern ernst nehmen. Wichtig ist jedoch, nicht willkürlich zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen. Eine eigenständige Supplementierung birgt das Risiko einer Überdosierung– insbesondere bei fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin D. Besteht der Verdacht auf einen Mangel, sollte eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden. Dort kann geklärt werden, ob tatsächlich eine unzureichende Versorgung vorliegt und ob eine gezielte Supplementierung sinnvoll ist.

Caroline Thiesmeier-Dormann, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Nahrungsergänzungsmittel – Antworten auf die wichtigsten Fragen

BZfE: Nur noch Nudeln mit Ketchup? Tipps für Eltern von „Picky Eaters“

BZfE: Kindliche Ess-Typen – typische Verhaltensmuster beim Essen achtsam begleiten

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsidentin
Dr. Margareta Büning-Fesel
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Barbara Kaiser, BLE

Chefredaktion:
Harald Seitz, BLE

Redaktion:
Julia Seeher, BLE
Petra Daniels, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Gute Jodversorgung bei veganer und vegetarischer Ernährung

Tipps für den Essalltag

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Es ist Hauptbestandteil der Schilddrüsenhormone, die eine wichtige Rolle zum Beispiel für Wachstum, Knochenbildung sowie die Organ- und Gehirnentwicklung von Kindern spielen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass bei vegetarischer und besonders bei veganer Ernährung ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Jodversorgung bestehen kann.

Die deutsche Nutritional-Evaluation-Studie vergleicht die tatsächliche Nährstoffversorgung mit der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Jodaufnahme von 150 Mikrogramm (µg) am Tag bei verschiedenen Ernährungsweisen. Die Ergebnisse zeigen, dass für die Mehrzahl der Teilnehmenden unabhängig von der Ernährungsform – egal ob omnivor, flexitarisch, vegetarisch oder vegan – das Risiko für eine Unterversorgung bestand. Die Ausprägung war aber bei veganer Ernährung am stärksten. Auch laut Weltgesundheitsorganisation gilt Deutschland (wieder) als Jodmangelgebiet.

2024 wurde in Großbritannien eine Berechnung der Jodaufnahme nach den Empfehlungen der Planetary Health Diet (pflanzenbetonte Ernährung mit einem reduzierten Anteil an tierischen Lebensmitteln) veröffentlicht: Die Jodzufuhr betrug rund 128 µg am Tag, Hauptquellen waren Milch und Milchprodukte, Eier und Fisch. Ein Austausch von Milch und Milchprodukten gegen nicht angereicherte pflanzliche Milchalternativen reduzierte die Jodaufnahme auf weniger als die Hälfte (54 µg Jod/Tag).

Eine langfristige Unterversorgung mit Jod kann Folgen für die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit haben. Deshalb erfordert ein Speiseplan, der tierische Lebensmittel wie Seefisch, Milch und Milchprodukte, Fleisch, Wurstwaren und Eier als wichtige Jodquellen teilweise oder vollständig ausschließt, besondere Aufmerksamkeit.

Um eine ausreichende Jodversorgung bei einer veganen Ernährung zu sichern, ist es wichtig,

  • grundsätzlich jodiertes Speisesalz oder mit Meeresalgen versetztes Meersalz mit definiertem Jodgehalt zu verwenden. Salzaufnahmen in Höhe der Empfehlung der DGE von 6 Gramm pro Tag können rund 4/5 der empfohlenen Jodzufuhr sicherstellen.
  • Lebensmittel zu wählen, die mit Jodsalz hergestellt wurden, wie zum Beispiel Brot, pflanzliche Milch-, Wurst- oder Fleischalternativen.
  • Algen oder Produkte mit Algen zur Bedarfsdeckung zu wählen. Da die Jodgehalte in Algen stark schwanken und extrem hoch sein können, sind diese nicht uneingeschränkt empfehlenswert. Nur solche Produkte wählen, bei denen der Jodgehalt und die maximale tägliche Aufnahmemenge angegeben sind.

Wenn bei einer rein pflanzlichen Ernährung über Lebensmittel nicht genug Jod aufgenommen wird, kann laut DGE nach Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin ein Jodsupplement mit 100 µg am Tag eingenommen werden.

Bei einer vegetarischen Ernährung kann eine gezielte Lebensmittelauswahl ausreichend Jod liefern. Daher am besten regelmäßig Milch, Milchprodukte und Käse konsumieren und auf Wunsch auf angereicherte Milchalternativen zurückgreifen. Außerdem, wie bei der veganen Ernährung, grundsätzlich jodiertes Speisesalz verwenden und Lebensmittel wählen, die mit Jodsalz hergestellt wurden.

Dr. Birgit Jähnig, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Wenn Salz, dann Jodsalz

BfR: Veganismus: Vitamin B12 wird gut ergänzt, Jod ist das Sorgenkind

DGE: Neubewertung der DGE-Position zu veganer Ernährung

DGE: Jod

Studie: Nutrient Intake and Nutrition Status in Vegetarians and Vegans in Comparison to Omnivores – the Nutritional Evaluation (NuEva) Study

Studie: Iodine and plant-based diets: a narrative review and calculation of iodine content

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsidentin
Dr. Margareta Büning-Fesel
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Barbara Kaiser, BLE

Chefredaktion:
Harald Seitz, BLE

Redaktion:
Julia Seeher, BLE
Petra Daniels, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Sollen Babys und Kleinkinder bei Sommerhitze mehr trinken?

Tipps für Eltern

An heißen Tagen sind Babys und Kleinkinder im Schatten und an kühleren Orten gut aufgehoben. Und wie sieht es mit dem Flüssigkeitshaushalt aus? Wenn es heiß ist und die Kinder mehr schwitzen, sollen sie dann mehr trinken? „Auch bei großer Hitze brauchen gesunde Babys, ob gestillt oder mit Säuglingsanfangsnahrung ernährt, kein zusätzliches Wasser oder andere Getränke. Häufiges Stillen oder Füttern nach Bedarf reicht völlig aus und ist für den empfindlichen Mineralhaushalt sicherer“, sagt Kathrin Herold, Beauftragte für Stillen und Ernährung des Deutschen Hebammenverbandes. Erst ab Einführung des dritten Breis benötigen Babys tendenziell zusätzliche Flüssigkeit.

Sitzen Kleinkinder beim Essen zunehmend am Familientisch und bekommen nach und nach weniger Mutter- bzw. Flaschenmilch, lernen sie das Trinken. Tatsächlich trinken Kleinkinder laut einer Studie durchschnittlich nur etwa die Hälfte der empfohlenen Menge von rund sechs kleinen Bechern. Umso wichtiger ist es, besonders bei hohen Temperaturen Kleinkindern öfter Wasser anzubieten – sowohl zum Essen als auch zwischendurch.

Fakten und Tipps zum Thema Trinken und Hitze für Babys und Kleinkinder:

  • Nach Bedarf stillen: Bei großer Hitze möchten Babys vielleicht häufiger gestillt werden und sollten nach Bedarf angelegt werden. Extra Wasser benötigen sie nicht.
  • Ausreichend trinken: Kleinkindern, die bereits feste Nahrung zu sich nehmen, ausreichend Wasser anbieten. Als Regel gilt: Ein- bis vierjährige Kinder sollten 820 Milliliter am Tag trinken. Bei hohen Temperaturen oder stärkerer körperlicher Aktivität steigt der Flüssigkeitsbedarf.
  • Am besten Wasser: Kleinkinder bekommen am besten Wasser zu trinken – egal ob Leitungs- oder Mineralwasser. Ungesüßte, zuckerfreie Getränke wie Kräuter- oder Früchtetee können zusätzlich angeboten werden. Bei Kräutertees möglichst variieren.
  • Diese Getränke vermeiden: Getränke mit Koffein wie Cola, Kaffee, Grün- und Schwarztee sowie Eistee und Energydrinks sind tabu. Limo und Fruchtsäfte enthalten viel Zucker und können das Risiko für Übergewicht und Karies steigern.

bzfe.de

Weitere Informationen:

Netzwerk Gesund ins Leben: Ab wann brauchen Säuglinge zusätzlich Flüssigkeit?

Netzwerk Gesund ins Leben: Was und wie viel sollen Kleinkinder trinken?

Netzwerk Gesund ins Leben: Handlungsempfehlungen –Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen

Netzwerk Gesund ins Leben: Handlungsempfehlungen –Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsidentin
Dr. Margareta Büning-Fesel
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Barbara Kaiser, BLE

Chefredaktion:
Harald Seitz, BLE