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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Lebensstilinterventionen bei älteren Menschen mit Adipositas

Barrieren und Motive sind komplex

Das sogenannte „Obesity Paradox“ hat die Grundannahme, dass ein höheres Gewicht im Alter protektiv (schützend) sei und mit einem geringeren Sterberisiko verbunden ist – eine höchst umstrittene medizinische Hypothese. Auch im Alter ist Übergewicht mit weitreichenden gesundheitlichen Folgen verbunden.

Zudem gewinnt der Umgang mit Adipositas im Alter aufgrund steigender Prävalenzzahlen zunehmend an Bedeutung. Etwa ein Drittel der über 60-jährigen Menschen in Deutschland ist von Adipositas betroffen. Therapeutische Ansätze zur Gewichtsreduktion basieren vorwiegend auf Lebensstilinterventionen – Ernährung, Bewegung und Verhalten.

Allerdings mangele es an konkreten Empfehlungen zu Art, Modalität und Dosis entsprechender Programme, so Dr. Daniel Schöne vom Institut für Innere Medizin der Universität Erlangen anlässlich eines kürzlich stattgefundenen Online-Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG).

Der Wissenschaftler machte deutlich, dass im Alter dem Nutzen einer Gewichtsabnahme auch mögliche Risiken gegenüberstehen.

Vorteile: weniger Gelenkprobleme und kardiometabolische Erkrankungen (d. h. Herz und Stoffwechsel betreffend) und die Atmungsfunktion verbessern sich, chronische Entzündungen nehmen ab, die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität steigen, funktionelle Einschränkungen werden weniger.

Risiken: ein möglicher Verlust von Muskelmasse und -kraft, die Knochendichte sinkt, das Frakturrisiko steigt, das Risiko einer Gebrechlichkeit nimmt zu und Mangelernährung droht.

Die potenziellen Probleme einer Gewichtsreduktion seien immer mit zu berücksichtigen. Nach derzeitiger Datenlage sollte eine nachhaltige Adipositas-Therapie immer Ernährung und Bewegung kombinieren, so Schöne und verwies auf die Ergebnisse einer Studie mit 107 adipösen Patienten im Alter von 70 Jahren. Verglichen wurden drei Interventionen: eine reine Gewichtsreduktion über Kalorienrestriktion (Verringerung um 500 bis 750 kcal/Tag) und Bewegungstherapie (3mal pro Woche) mit der Kombination beider Methoden. Über eine Kalorienrestriktion gelang es zwar abzunehmen und das Gewicht zu halten. Die Kombination mit Bewegung war aber notwendig, um den Abbau von Muskelmasse in Grenzen zu halten und um die körperliche Funktionalität deutlich zu verbessern. Die Studie zeigte auch, dass bei der Bewegung eine Kombination von Ausdauer- und Krafttraining am besten geeignet ist.

„Gewichtsreduktion ist für ältere Menschen mit Adipositas ein ambivalentes Thema und die Barrieren und Motive sind komplex“, fasst Dr. Eva Kiesswetter von der Universität Erlangen und Kollegen die ersten Projektergebnisse einer interdisziplinären systematischen Übersichtsarbeit zusammen – Effective SLOPE (EffectS of Lifestyle interventions in Older PEople with obesity = Effekte von Lebensstilinterventionen bei älteren Menschen mit Adipositas). Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt zeigt, dass ältere Menschen mit Adipositas andere Motive und Barrieren für eine Gewichtsabnahme haben als jüngere Erwachsene.

Kiesswetter und Kollegen identifizierten folgende Pro-Positionen zur Gewichtsabnahme:

Sozialer Einfluss: Kritik/Lob nahestehender Personen, gemeinsame Ziele, Stigmatisierung, ärztliche Empfehlungen.

Gesundheitsprobleme: funktionelle Gesundheit, Erhalt der Selbständigkeit, orthopädische und kardiovaskuläre Erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen.

Ästhetik: Frustration über Kleidergrößen, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körperbild.

Innerer Druck: Wille zur Veränderung, Streben nach mehr Selbstbestimmung.

Partizipation: durch Abnehmen Kontakte knüpfen, das soziale Umfeld erweitern.

Deutlich wurde aber auch, wo die Barrieren für eine Gewichtsabnahme liegen:

Sozialer Einfluss: Kritik an der Gewichtsreduktion durch nahestehende Personen, Partner, aber auch ärztliche Empfehlungen gegen das Abnehmen.

Gesundheitsprobleme: Angst vor Nährstoffmangel und Muskelschwund, fehlende körperliche Reserven.

Geringere Lebensqualität: Zu viele Einschränkungen und Anstrengungen durch Gewichtsreduktion, Essen ist Genuss.

Zufriedenheit mit Gewichtssituation: Übergewicht wird nicht als Belastung empfunden oder die Einsicht fehlt, übergewichtig zu sein.

Alter: Veränderung der Motivation, gesellschaftliche Akzeptanz steigt.

Resignation/Frustration durch gescheiterte Versuche, abzunehmen.

Therapie-Empfehlungen für alte Menschen mit Adipositas unterschieden sich hinsichtlich ihrer inhaltlichen Komponenten – Ernährung, Bewegung, Verhalten – nicht grundsätzlich von etablierten Programmen für jüngere Erwachsene. Sie müssten aber altersspezifisch ausgestaltet werden, so Kiesswetter. So könnten beispielsweise folgende Aspekte eine Gewichtsreduktion unterstützen:

verhaltenstherapeutische Unterstützung, Stärkung der intrinsischen Motivation,

Gruppenangebote, einfache Maßnahmen zur Gewichtsreduktion, die eine Tagesstrukturierung unterstützen,

Unterstützung durch Fachkräfte (Coaching, Anleitung und individuelle Beratung, medizinische Betreuung).

Schlussfolgerungen: Die Berücksichtigung der identifizierten komplexen Gründe, Barrieren und Unterstützungsbedarfe sind Schlüsselkomponenten für Motivation und Therapieerfolg. Sie können zur Effektivität von Interventionen bei älteren Menschen mit Adipositas beitragen sowie die Auswahl patientenzentrierter Zielgrößen unterstützen.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Internetseite von IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung www.in-form.de

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21449785/

https://www.iba.med.fau.de/forschung/effective-slope/

https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4910343?uac=392547SN&faf=1&sso=true&impID=3651711&src=WNL_mdplsfeat_210920_mscpedit_de#vp_3

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Wie sich Übergewicht auf die Psyche auswirkt

Mobbing und Depression bei Jugendlichen

Im Teenageralter leiden Mädchen häufiger an Depressionen. Jungs sind dann stärker betroffen, wenn sie ein zu hohes Körpergewicht haben. Noch deutlicher wirkt sich Mobbing auf die Psyche aus, hat eine schwedische Studie gezeigt.

Wenn Kinder und Jugendliche zu viele Pfunde auf die Waage bringen, werden sie oft ausgegrenzt und gehänselt. In der Jugend gewinnen Beziehungen außerhalb der Familie an Bedeutung. Werden die Heranwachsenden in diesem Umfeld nicht akzeptiert, können Ängste und Depressionen die Folge sein.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uppsala University wollten herausfinden, wie sich ein zu hohes Körpergewicht und Mobbing im Teenageralter auf das Wohlbefinden auswirken. Dazu begleiteten sie 14-jährige Jugendliche für einen Zeitraum von sechs Jahren. Zu Beginn der Studie (1.729), nach drei Jahren (1.481) und nach sechs Jahren (1.111) nahmen die jungen Probanden an Befragungen teil. Sie machten Angaben, ob sie in den vergangenen zwei Wochen depressive Symptome hatten. Dazu zählten etwa eine gedrückte Stimmung, Gereiztheit, aber auch Appetitlosigkeit und Schlafstörungen. Zudem berichteten sie über mögliche Mobbingerfahrungen im jeweils vergangenen Jahr – sei es durch Ausgrenzung und Hänseln, im Internet oder sogar körperlich durch Tritte oder Schläge. Das Körpergewicht wurde anhand des Körpermassenindex (BMI) und Normwertkurven eingeschätzt, da sich der normale Körperfettanteil in der Jugend je nach Alter und Geschlecht ändert.

Mädchen litten, unabhängig von ihrem Gewicht, häufiger unter depressiven Stimmungen. Bei den durchschnittlich 14-Jährigen waren 17 Prozent der Mädchen und 6 Prozent der Jungen betroffen. Bis zum Alter von 17 Jahren erhöhte sich der Anteil auf 32 bzw. 13 Prozent, mit 20 Jahren waren es 34 bzw. 19 Prozent.

Ein höherer BMI war langfristig mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Depressionen verbunden. Allerdings gab es geschlechtsspezifische Unterschiede. Bei Mädchen ließ sich kein Zusammenhang zwischen höherem BMI und Psyche nachweisen. Übergewichtige Jungen im Alter von 14 Jahren hatten dagegen im Vergleich zu Normalgewichtigen ein fünffach höheres Risiko, nach drei Jahren an depressiven Stimmungen zu leiden. Die Hintergründe sind noch nicht erforscht. Möglicherweise schätzen Mädchen ihr Körpergewicht falsch ein und leiden deshalb häufiger an einem geringen Selbstwertgefühl. Mobbing kann das Bewusstsein für Ideale noch verschärfen: Nach den Studienergebnissen war Mobbing unabhängig vom Geschlecht mit einem höheren Risiko für Depressionen verbunden, das den Einfluss des Körpergewichts bei weitem überstieg. Dieser Zusammenhang ließ sich selbst nach sechs Jahren noch nachweisen – vor allem bei übergewichtigen Jungen.

Offenbar beeinflussen sich ein zu hohes Körpergewicht, Mobbing und Depression gegenseitig, fassen die Forschenden im „Journal of Public Health“ zusammen. In weiteren Studien sollen die Hintergründe näher erforscht werden. Mobbing kann der mentalen Gesundheit über einen sehr langen Zeitraum schaden. Daher sei es besonders wichtig, in Schulen frühzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.uu.se/en

https://doi.org/10.1007/s10389-020-01460-3

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungsberatung/beratungspraxis/kinder-und-jugendliche-mit-adipositas-erfolgreich-beraten/

Broschüre „Trainermanual Adipositas-Schulung für Kinder und Jugendliche – Grundlagen“, Bestell-Nr. 1657, Preis: 12,00 Euro: https://www.ble-medienservice.de/1657/trainermanual-adipositas-schulung-fuer-kinder-und-jugendliche-grundlagen

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Zucker sparen – aber wie?

Nährwerttabelle und Zutatenliste geben Aufschluss

Die Zutatenliste und die Nährwertkennzeichnung auf verpackten Lebensmitteln zeigen, wie viel Zucker enthalten ist. Das kann innerhalb einer Produktgruppe durchaus sehr unterschiedlich sein. Je weiter vorne Zucker in der Zutatenliste steht, umso mehr ist enthalten. Insbesondere verarbeitete Produkte wie Softgetränke und Fruchtsaftgetränke, Fruchtjoghurts, Müslis, Fertiggerichte und Dressings können überraschend viel Zucker enthalten. Selbstgemachte Alternativen sind eine gute Lösung.

Das neue YouTube-Video vom Bundeszentrum für Ernährung „Zucker – wo, wie viel, warum?“ zeigt, worauf man beim Einkauf achten kann. Leicht verständlich und anschaulich wird erklärt, was die Nährwerttabelle auf den Produktverpackungen aussagt und was das Zutatenverzeichnis verrät.

Eine weitere Hilfe, den Zuckergehalt eines Lebensmittels zu beurteilen, ist der Nutri-Score. Was er aussagt, erfahren Sie ebenfalls im Video.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.youtube.com/watch?v=VFsRTWD3n-c

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Zucker – wo, wie viel, warum?

Neu auf YouTube

Die meisten von uns mögen es süß. Gründe dafür liegen in der Entwicklungsgeschichte des Menschen: Süßes hat in der Steinzeit für unser Überleben gesorgt, da süß schmeckende Pflanzenteile meist nicht giftig sind und für schnell verfügbare Energie sorgen. Heutzutage gibt es aber statt Nahrungsmangel ein Überangebot an Lebensmitteln. So nehmen wir häufig zu viel Zucker über unser Essen und über Getränke auf.

Aber woran kann man erkennen, ob ein Lebensmittel viel oder wenig Zucker enthält? Und wie viel Zucker ist zu viel des Guten? Ein Video des Bundeszentrums für Ernährung „Zucker – wo, wie viel, warum?“ zeigt, worauf Verbraucher achten können. Leicht verständlich und anschaulich wird erklärt, was die Nährwerttabelle auf den Produktverpackungen aussagt und was das Zutatenverzeichnis verrät. Eine weitere Hilfe, den Zuckergehalt eines Lebensmittels zu beurteilen, ist der Nutri-Score. Was er aussagt, erfahren Sie ebenfalls im Video.

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https://www.youtube.com/watch?v=VFsRTWD3n-c

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Mit Flavonoiden den Blutdruck senken

Welche Rolle spielt die Darmflora?

Wer mit der Nahrung flavonoidreiche Lebensmittel wie Beeren oder Äpfel aufnimmt, kann den Blutdruck senken und dadurch Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken. Dieser positive Effekt lässt sich zumindest teilweise durch eine größere Vielfalt der Darmflora erklären, hat eine Studie aus Nordirland gezeigt.

Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die natürlicherweise in vielen Obst- und Gemüsesorten, aber auch in Tee, Schokolade und Wein vorkommen. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass sie sich positiv auf Gesundheit und speziell auf die Blutgefäße auswirken. Da die sekundären Pflanzenstoffe durch Bakterien im Darm abgebaut werden, wird ein Zusammenhang zwischen Ernährung, Mikrobiom und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermutet. Als Mikrobiom bezeichnet man die Gesamtheit aller Mikroorganismen im menschlichen Körper, vorwiegend im Darm.

An der aktuellen Studie nahmen über 900 Erwachsene im Alter von 25 bis 82 Jahren teil, die Angaben zu ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten machten. Die Wissenschaftler berechneten die Verzehrsmengen bestimmter flavonoidreicher Lebensmittelgruppen wie Äpfel, Birnen, Beeren oder Rotwein im vergangenen Jahr und prüften regelmäßig den Blutdruck. Anhand von Stuhlproben wurden die Art und Menge der Bakterien im Darm bestimmt.

Wenn die Testpersonen reichlich flavonoidreiche Lebensmittel aßen, hatten sie einen niedrigeren Blutdruck als solche mit einem geringen Konsum. So war die Aufnahme von 1,6 Portionen Beeren pro Tag (eine Portion = 80 g) mit einer durchschnittlichen Senkung des systolischen Blutdrucks um 4,1 mm Hg verbunden. Der systolische Wert ist der obere Messwert und entspricht dem maximalen Druck, der bei der Anspannungs- und Auswurfphase des Herzens erreicht wird. Bis zu 15 Prozent des Zusammenhangs zwischen flavonoidreicher Kost und Blutdruck war durch eine größere Vielfalt des Darmmikrobioms zu erklären.

„Unser Darmmikrobiom spielt eine Schlüsselrolle bei der Verstoffwechslung von Flavonoiden, um deren schützende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System zu verstärken. Die Studienergebnisse geben Hinweise, dass der blutdrucksenkende Effekt durch einfache Änderungen in der Ernährung erreicht werden kann“, erklärt Studienleiterin Dr. Aedin Cassidy von der Queen´s University in Belfast, Nordirland. Allerdings ist zu bedenken, dass eine Beobachtungsstudie keine ursächlichen Zusammenhänge nachweisen kann. Zukünftige Untersuchungen sollen die Bedeutung des Stoffwechsels in den Vordergrund stellen und klären, warum manche Menschen stärker von einer flavonoidreichen Kost profitieren als andere.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1161/HYPERTENSIONAHA.121.17441

Die bunte Welt der sekundären Pflanzenstoffe:

https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/essen-und-wissen/sekundaere-pflanzenstoffe/

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Die Jujube

Exotin aus China

Die Vielfalt exotischer Früchte ist riesig. Kennen Sie schon Jujube? Die Frucht ist etwa pflaumengroß, ihre Schale im reifen Zustand braunrot. Das Fruchtfleisch ist weiß, schmeckt süß-säuerlich und erinnert im Geschmack an den von Nashis.

Die Jujube (Ziziphus jujuba) stammt aus China und wird auch Chinesische Dattel oder Brustbeere genannt. Sie ist die Steinfrucht eines 9 bis 12 m hohen, knorrigen und dornigen, ziemlich frost- und hitzebeständigen, laubabwerfenden Baumes oder Strauches. Aus den kleinen, fünfzähligen, gelblichen Blüten in den Blattachseln entstehen je nach Sorte runde, länglich-ovale bis dattelförmige, pflaumengroße Früchte. Sie reifen von August bis Oktober und kommen dann auch bei uns auf den Markt. Die dünne Fruchthaut (Exokarp) färbt sich bei der Reife von Grünlichgelb über Gelb nach zunächst fleckig, später flächig Braunrot. Das mehlig-fleischige, weiße Fruchtfleisch (Mesokarp) umschließt einen länglichen, harten Steinkern, der ein oder zwei Samen enthält. Die Früchte werden roh (bevorzugt im halbreifen Stadium) oder getrocknet („Chinesische Dattel“), kandiert oder sauer eingelegt als Pickles gegessen. Aus ihnen werden ferner Saft, Sirup, Konfitüre, Essig, Gebäck, alkoholische Getränke und Tees hergestellt. Bei den Inhaltsstoffen ist der mit 69 mg / 100 g hohe Gehalt an Vitamin C hervorzuheben. Jujuben werden in der traditionellen chinesischen und koreanischen Medizin gegen allerlei Krankheiten verwendet, unter anderem zur Behandlung von Erkältungen („Brustbeere“).

Die Jujube gehört zur Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) und wird in China schon seit mehr als 4.000 Jahren kultiviert. Ihr Ursprungsgebiet liegt am Mittel- und Unterlauf des Gelben Flusses im Nordosten des Landes. Von dort wurde sie zuerst nach Korea, dann nach Japan und später nach Nordwest-Indien, Iran und Südosteuropa eingeführt. Heute findet man sie außerdem im gesamten Mittelmeergebiet bis in die Südschweiz und nach Südtirol sowie in weiteren Ländern Asiens, Afrikas, in Brasilien und den südlichen USA. Mit über 700 Sorten gehört die Jujube in China zu den wichtigsten Obstarten. China hält rund 90 % der weltweiten Produktion (2019 ca. 16 Millionen Tonnen), verbraucht die Ernte aber fast gänzlich auf dem heimischen Markt und exportiert nur etwa
3 %.

Hans-Georg Levin,
www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1080/10942912.2020.1770281

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Zucker bewusst genießen

Materialien für die Ernährungsberatung

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) hat ein neues, digitales Medienpaket rund um das Thema Zucker herausgegeben. Die Materialien unterstützen Ernährungsfachkräfte bei der Beratung zum Umgang mit dem Süßmacher.

Zucker gehört einfach zu unserem Leben dazu. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist das auch völlig in Ordnung. Allerdings konsumieren viele Menschen zu viel Zucker und erhöhen damit ihr Risiko für die Entstehung von Übergewicht und Krankheiten wie Diabetes. Um ein gesundes Limit nicht zu überschreiten, ist es wichtig, typische Zuckerquellen zu kennen. Das ist jedoch nicht immer leicht. Denn neben Erfrischungsgetränken, Süßigkeiten und Co. können auch herzhafte Lebensmittel viel Zucker enthalten. Diese zu identifizieren und einzuordnen, dabei hilft das Medienpaket „Zucker bewusst genießen“, das ab sofort im BLE-Medienservice kostenlos zum Download bereitsteht.

Das Beratungsmaterial besteht aus Infoblättern, Schaubildern und Arbeitsvorlagen. Diese können unabhängig voneinander oder zusammen genutzt werden. Die Infoblätter richten sich an Klientinnen und Klienten und geben einen kompakten Überblick zu verschiedenen Aspekten des Zuckerkonsums, zum Beispiel zur Kennzeichnung, zu besonders zuckerreichen Lebensmitteln sowie zum Umgang mit Süßigkeiten.

Mithilfe der insgesamt 16 Schaubilder können Beratungsfachkräfte wichtige Inhalte visualisieren und anschaulich vermitteln. So gibt es zum Beispiel Bilder von süßen und herzhaften Lebensmitteln, deren Zuckergehalte in Form von Zuckerwürfeln dargestellt sind, Ideen für Tätigkeiten anstelle von Naschen oder eine Übersicht mit Alternativen für zuckerreiche Produkte. Die Schaubilder können sowohl in gedruckter Form als auch digital eingesetzt werden.

Zur Vertiefung der verschiedenen Aspekte lassen sich schließlich die Arbeitsvorlagen nutzen. Durch Übungen und Selbstreflexion – entweder gemeinsam in der Praxis oder als Hausaufgabe – können sich Klientinnen und Klienten ganz persönlich mit dem Zucker in ihrem täglichen Speiseplan auseinandersetzen. Lösungen und Informationen zur Nutzung des Materials sind im Leitfaden/Beraterflyer zu finden. Einige Vorlagen dienen außerdem zum Nachschauen, zum Beispiel zu Zuckergehalten von häufig fertig gekauften Lebensmitteln, zu Namen für Zucker und süßende Zutaten oder zu typischen Portionsgrößen.

Neben der PDF-Datei werden die Vorlagen auch im Word-Format zur Verfügung gestellt, damit sie individuell angepasst werden können. Damit gibt das BZfE-Beratungsmaterial „Zucker bewusst genießen“ Ernährungsfachkräften fundierte und praktische Unterlagen an die Hand, mit denen sie ihre Beratungstermine weiter ausgestalten können. Ergänzend gibt es ein Video „Zucker – wo, wieviel, warum?“ auf dem BZfE-YouTube-Kanal.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Beratungsmaterial „Zucker bewusst genießen – Module für die Ernährungsberatung“, Bestell-Nr. 0195, kostenlos zum Download: www.ble-medienservice.de/0195/zucker-bewusst-geniessen-modul-fuer-die-ernaehrungsberatung?number=0195
www.youtube.com/watch?v=VFsRTWD3n-c
bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungsberatung/zucker-bewusst-geniessen/

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Mehr Gemüse und Obst für mehr Genuss und Vitalität

Neuer Beitrag auf www.bzfe.de

Wer oft Gemüse und Obst isst und die bunte Vielfalt nutzt, tut sich selbst und der Umwelt Gutes. Karotten, Brokkoli, Tomaten, Äpfel und Co. sind gesund – das weiß eigentlich jeder. Doch was genau macht diese Lebensmittel so wertvoll?

Frisches Gemüse und Obst liefern ein wahres Potpourri an wichtigen Inhaltsstoffen und stehen außerdem für Genuss, Vielfalt und Abwechslung. Wer saisonales und regional erzeugtes Gemüse und Obst isst, tut auch der Umwelt Gutes, denn lange Transportwege entfallen dann und die Lebensmittel kommen frisch auf den Tisch.

Gemüse und Obst versorgen den Körper mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen, die zum Teil lebensnotwendig sind (einschließlich Spurenelemente) und helfen, uns vor verschiedenen Erkrankungen zu bewahren. Diese Nährstoffe erfüllen im Körper wichtige Aufgaben und sind unter anderem bedeutend für Zellen, Knochen und Blut sowie die Funktion von Nerven und Muskeln. Vitamin D und Kalzium beispielsweise unterstützen die Knochen, Vitamin K fördert die Blutgerinnung und Vitamin A ist erforderlich für das Wachstum und Sehen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weist darauf hin, dass Gemüse und Obst das Risiko für Bluthochdruck, koronare Herzkrankheiten, Schlaganfall und bestimmte Krebskrankheiten verringern kann. Darüber hinaus schützen die beiden Lebensmittelgruppen möglicherweise vor Demenz, Osteoporose, rheumatoider Arthritis sowie bestimmten Augenkrankheiten, Asthma und einer Gewichtszunahme – und dadurch auch vor Typ-2-Diabetes.

Ein neuer Beitrag „Mehr Gemüse und Obst – mehr Genuss und Vitalität: Warum sie so wichtig sind“ auf www.bzfe.de erläutert, welche Inhaltsstoffe in Gemüse und Obst enthalten sind und wie wir mit Genuss unsere Vitalität steigern können – ganz im Sinne der Vereinten Nationen, die 2021 zum „Internationalen Jahr für Obst und Gemüse“ erklärt haben.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.bzfe.de/internationales-jahr-obst-und-gemuese-2021/
www.in-form.de/rezepte/
www.zugutfuerdietonne.de/tipps-fuer-zu-hause/reste-rezepte/restereloaded-tutorials

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Mehr Gemüse für Vorschulkinder

Erhöhen größere Portionen den Verzehr?

Viele Eltern machen sich Sorgen, wenn ihre Kinder kaum Gemüse essen. Nach einer Studie der Penn State University, USA lässt sich der Verzehr erhöhen, wenn man einfach mehr Gemüse auf den Teller packt.

An der Untersuchung nahmen 67 Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren teil. Für vier Wochen erhielten die jungen Probanden in Kindertagesstätten einmal pro Woche ein Mittagessen mit einer von vier verschiedenen Gemüsezubereitungen: eine normale Portion Mais und Brokkoli (60 g) sowie eine doppelte Portion Mais und Brokkoli (120 g) – jeweils pur oder mit etwas Butter und Salz abgeschmeckt. Bei jeder Mahlzeit wurde das Gemüse mit der gleichen Menge an Fischstäbchen, Reis, Ketchup, Apfelmus und Milch serviert. Die Wissenschaftler wogen die Lebensmittel vor und nach dem Essen, um die Verzehrmenge zu bestimmen. Außerdem wurden die Kinder und deren Eltern zu ihrem Essverhalten und ihren Vorlieben beim Gemüseverzehr befragt.

Wenn die Wissenschaftler die Menge an Mais und Brokkoli von 60 auf 120 Gramm pro Mahlzeit erhöhten, aßen die Kinder 21 Gramm mehr Gemüse. Das entspricht einer Steigerung um 68 Prozent. Die Energieaufnahme erhöhte sich um fünf Prozent (13 kcal). Es hatte keinen Einfluss, ob das Gemüse gewürzt war oder nicht. Das kann daran liegen, dass Mais und Brokkoli den meisten Kindern vertraut sind. Bei unbekanntem Gemüse können nach Ansicht der Wissenschaftler zusätzliche Aromen zu einem höheren Verzehr beitragen. Wenn Kinder wählerisch waren und Essen zu Hause häufig thematisiert wurde, erhöhte sich die Gemüseaufnahme weniger stark.

Ernährungswissenschaftler empfehlen, dass Vorschulkinder täglich je etwa 150 bis 200 Gramm Obst und Gemüse essen. Es ist wichtig, viele Gemüsearten anzubieten. „Die Kinder sollten das Gemüse aber auch mögen, damit es mit den anderen Lebensmitteln auf dem Teller konkurrieren kann“, erklärt Barbara Rolls von der Penn State University. Die Wissenschaftler empfehlen Eltern, ihre Kinder schrittweise an neue Gemüsearten zu gewöhnen und mit verschiedenen Geschmacksrichtungen zu experimentieren. Manchmal hilft es auch, das Gemüse anders zuzubereiten – etwa püriert als Soße oder als Gemüsesticks mit Dipp.

Größere Portionen können aber zu mehr Lebensmittelverschwendung führen, wenn nicht alles gegessen wird. Weitere Studien sollen klären, wieviel andere Lebensmittel auf dem Teller durch Gemüse ersetzt werden können, aber die Gesamtportion gleich bleibt.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.psu.edu

doi.org/10.1016/j.appet.2021.105250

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/in-bestimmten-lebensphasen/wenn-kinder-kein-gemuese-moegen/

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/mehr-gemuese-und-obst/

Heft „Das beste Essen für Kleinkinder – Empfehlungen für die Ernährung von 1- bis 3-Jährigen“, Bestell-Nr. 1566, Preis: 2,50 Euro, www.ble-medienservice.de/1566/das-beste-essen-fuer-kleinkinder-empfehlungen-fuer-die-ernaehrung-von-1-bis-3-jaehrigen

Unterrichtsmaterial „Schmecken mit allen Sinnen – Der Feinschmeckerkurs für 4- bis 7-Jährige“, Bestell-Nr. 3613, Preis: 6,50 Euro, www.ble-medienservice.de/3613/schmecken-mit-allen-sinnen-der-feinschmeckerkurs-fuer-4-bis-7-jaehrige

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Food Report 2022: Nachhaltigkeit als Qualitätskriterium

Corona fördert Wandel von Esskultur und Lebensmittelwirtschaft

Wie sehr sich unsere Esskultur wandelt, zeigt ein Blick auf die Food-Trend-Map 2022. Aktuelle Trends wurden dabei durch die Corona-Pandemie geprägt. Sie hat unser Konsum- und Essverhalten auf den Kopf gestellt: Viele Menschen haben sich daran gewöhnt, frische Lebensmittel aus der Region online zu bestellen. Sie ordern Restaurant-Essen zum Mitnehmen oder lassen sich Kochboxen zum Selberkochen liefern. Schon lange wurde nicht mehr so viel im Kreise der Familie gekocht und gemeinsam gegessen. Dabei helfen Kochvideos oder der Austausch über die Sozialen Medien. Viele dieser Veränderungen werden bleiben. Denn die Menschen haben in der Krise eine neue Nähe zum Essen gefunden. Und alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette wurden gezwungen, neue Lösungen zu entwickeln.

Diese und andere Phänomene beschreibt die Trendforscherin Hanni Rützler detailliert im Food Report 2022. Dabei richtet sie den Blick auf Werte und Entwicklungen in der Gesellschaft und Lebensmittelwirtschaft, die sie als „The New Normal“ bezeichnet: „Im künftigen New Normal wird sich das etablieren, was sich als besser und passender zu den veränderten Bedürfnissen der Menschen herausstellt.“ Dazu gehört eine andere Gewichtung des Faktors Qualität als entscheidendes Kaufkriterium. Qualität wird ganzheitlicher verstanden und um ökologische, tierethische und soziale Aspekte erweitert. Vor allem die jungen Generationen treiben dies voran. Sie sind sich ihrer eigenen Verantwortung bewusst und möchten mit einem nachhaltigen Einkaufs- und Essverhalten zu einer Veränderung unseres Ernährungssystems und einer gesunden Umwelt beitragen.

Drei neue Trends, denen der Food Report eigene Kapitel widmet, unterstützen dieses Bedürfnis. „Zero Waste“ rückt als zentraler Bestandteil nachhaltigen Konsumierens in den Vordergrund. Auch diesem Trend hat Corona eine zusätzliche Dynamik verliehen. Viele Menschen haben während der Lockdowns gelernt, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Gastronomen und Händler schließen sich mit innovativen Ideen an – auch zur Vermeidung von Verpackungsmüll.

Die zweite Strömung nennt Hanni Rützler „Local Exotics“. Es gibt immer mehr experimentierfreudige, regionale Produzenten, die sich mit ehemals exotischen Produkten versuchen. So lässt sich beispielweise mit Kurkuma, Ingwer, Goji-Beeren oder Süßkartoffeln aus heimischer Erzeugung die Lust auf kulinarische Entdeckungen mit dem Wunsch nach einem nachhaltigen Lebensstil vereinbaren.

Ein dritter Trend wird als „Real Omnivore“ bezeichnet. Die wahren Allesesser setzen nicht auf Verzicht – zum Beispiel eine vegane Ernährung – ,sondern auf eine breite Vielfalt. Dazu gehören neben pflanzlichen auch tierische Produkte. Diese Menschen sind technikaffin und offen für neuartige Lebensmittel wie In-vitro-Fleisch und -Fisch, Produkte aus Algen, Mykoproteinen oder Insekten. Gleichzeitig spielen Traditionelles wie Wild und die Verwertung des ganzen Tieres eine Rolle, um nachhaltige Ansprüche zu erfüllen.

Diese Trends eröffnen Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Handel und Gastronomie, die am Markt bestehen und künftige Krisen überstehen wollen, vielfältige Chancen. Sie werden durch die fortschreitende Digitalisierung unterstützt. So haben sämtliche Formen des „E-Food“ ihre Umsätze gesteigert: Online-Shops, Lieferdienste, Foodsharing-Plattformen, Rezeptdatenbanken, digitale Speisekarten, Online-Kochkurse und vieles mehr. Sie stehen heute nicht nur großen Playern offen, sondern ermöglichen auch kleinen Betrieben und Start-Ups den Marktzutritt. Durch transparente Informationen und authentische Beziehungen setzen sie neue Maßstäbe. Verbraucherinnen und Verbraucher haben so jenseits etablierter Strukturen neue Wahlmöglichkeiten und viele kaufen nur das, was ihren individuellen Qualitätsanforderungen und Werten entspricht.

Gabriela Freitag-Ziegler, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.zukunftsinstitut.de/dossier/dossier-food/

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