Archiv der Kategorie: Ernährung

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Können Proteinriegel punkten?

Statt Supermarktware lieber selbst herstellen

Anfangs nur in der Welt des Kraft- und Leistungssports zuhause, haben sie nach und nach die Alltagsernährung erobert: Proteinriegel. Mittlerweile füllen sie meterweise Regale in Supermärkten. Praktisch zum Mitnehmen, proteinreich und schnell gegessen – offenbar erfüllen die Riegel Bedürfnisse. Doch benötigt man die Extra-Portion Protein, sind die Riegel dafür geeignet und welche Qualität haben sie?

Protein ist ein lebensnotwendiger Baustoff für Muskeln, Blut und Hormone sowie Transportsubstanz von fettlöslichen Vitaminen und Eisen. Menschen brauchen jeden Tag Protein. Aber durchschnittlich sind wir gut versorgt und nehmen laut Nationaler Verzehrsstudie II eher zu viel Protein auf.

Braucht es da noch die Proteinriegel? Nein, eigentlich nicht. Selbst Menschen mit einem höheren Proteinbedarf können diesen leicht durch eine ausgewogene Ernährung mit herkömmlichen Lebensmitteln abdecken. Einen höheren Bedarf haben etwa Menschen über 65 Jahre und solche, die sehr ambitioniert Sport treiben (mehr als fünf Stunden Sport pro Woche) oder leistungssportlich unterwegs sind. Pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Getreide, Kartoffeln und tierische wie Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier liefern dafür ausreichend Protein. Zumal die Qualität vieler Proteinriegel eher gering ist, wie die Zeitschrift „Ökotest“ jüngst befand: Nur drei von zwanzig getesteten Produkten schnitten mit „gut“ ab. Kritikpunkte an den süßen Riegeln waren der Gehalt an Zusatzstoffen, die Qualität der Proteine, der Energiegehalt, die mangelnde Deklaration und der Preis. Auch die Bewerbung als gesunde Alternative zu herkömmlichen süßen Riegeln wurde kritisch gesehen.

Soll man die Riegel also gänzlich aus dem Speiseplan streichen? Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt, Proteinriegel nicht als vollwertige Mahlzeit zu sehen, sondern eher als seltenen Snack bei zeitlichem Engpass einzusetzen. Günstiger und gleichermaßen gut als Proteinquelle ist etwa eine Portion Quark mit Nüssen und Obst. Auch Milch oder Sojadrinks gemixt mit Obst sind eine Alternative. Wer dennoch lieber zu handlichen und transportfreundlichen Proteinsnacks greifen möchte, kann die Riegel auch selbst herstellen und umweltfreundlich in Mehrwegbehältern verpacken – leichte Rezepte für jeden Geschmack bietet das Internet zuhauf.

Astrid Donalies, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Hype um High-Proteinprodukte

BZfE: Eiweißbedarf pflanzlich decken

BZfE: Lehrmaterial für die Sekundarstufe zu High Protein

DGE: FAQ zu Protein

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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Essen und Emotionen

Zusammenhang zwischen Frust und Übergewicht

Die Psyche hat großen Einfluss auf das Gewicht. Wer bei Frust und Ängsten zu Schokolade und Chips greift, nimmt leichter zu. Vor allem Frauen neigen zu emotionalem Essen, hat eine Studie aus der Schweiz bestätigt. Auch die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper kann zur Gewichtszunahme beitragen. Für die Untersuchung wurden über 7.000 Erwachsene über einen Zeitraum von vier Jahren begleitet.

Übergewicht und Adipositas sind weit verbreitet und ein massives gesellschaftliches Problem. Daher ist es wichtig, Risikofaktoren zu ermitteln und die zugrundeliegenden Mechanismen besser zu verstehen. Für die aktuelle Studie haben sich Forschende des Universitätskrankenhauses Genf mit der Frage beschäftigt, wie die psychische Gesundheit mit einer Gewichtszunahme zusammenhängt. Der Fokus lag auf der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und emotionalem Essen, also dem Verzehr von meist energiereichen Lebensmitteln als Reaktion auf unangenehme Gefühle.

Als Maß zur Einschätzung des Körpergewichts diente der Körpermasseindex (BMI), der dem Verhältnis des Körpergewichts in Kilogramm zum Quadrat der Körpergröße in Metern entspricht. Anhand jährlich ermittelter Daten und mathematischer Modelle wurden die BMI-Verläufe und die Wahrscheinlichkeit für den Übergang in eine höhere BMI-Kategorie (Übergewicht, Adipositas) berechnet und mit verschiedenen Faktoren in Bezug gesetzt.

Wer bei unangenehmen Gefühlen häufig zu energiereichen Snacks griff, hatte erwartungsgemäß ein höheres Risiko für eine Gewichtszunahme. Dieser Zusammenhang war besonders deutlich bei Frauen und Personen mit geringer körperlicher Aktivität. Auch bei finanziellen Sorgen, Ängsten und depressiven Stimmungen stiegen die Pfunde auf der Waage, was zum Teil auf emotionales Essen zurückgeführt werden konnte. Weitere Faktoren waren unter anderem eine kurze Schlafdauer und mehr Bildschirmzeit in der Freizeit.

Es ist ein Teufelskreis: Wer an Gewicht zulegte, fühlte sich häufig unwohl und war mit seinem Körper unzufriedener. Das beeinträchtigte die Lebensqualität und psychische Gesundheit, was wiederum eine Gewichtszunahme begünstigte.

Offenbar wird der Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Körpergewicht zum Teil über emotionales Essen und Körperunzufriedenheit vermittelt. Auch wenn weitere Studien notwendig sind, halten die Forschenden es für sinnvoll, diese Erkenntnisse bei Maßnahmen zur Vorbeugung von Übergewicht und Adipositas zu berücksichtigen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Zur Studie: Pathways linking BMI trajectories and mental health in an adult population-based cohort: role of emotional eating and body dissatisfaction

BZfE: Übergewicht und Adipositas in Deutschland – massives gesellschaftliches Problem

DGE: Diäten und Fasten

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Depressionen - der Zusammenhang zum Essverhalten und Vorlieben

Depressionen – der Zusammenhang zum Essverhalten und Vorlieben

Die Bioresonanz-Redaktion erläutert den klinisch-wissenschaftlichen Zusammenhang und die ganzheitliche Sichtweise.

Rund 280 Millionen Menschen weltweit sind von Depressionen betroffen. Neben den psychischen und emotionalen Belastungen geht die Erkrankung oft mit tiefgreifenden Veränderungen des Essverhaltens einher.

Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn und des Universitätsklinikums Tübingen haben nun herausgefunden, dass Betroffene nicht nur weniger Appetit verspüren, sondern auch eine auffällige Vorliebe für kohlenhydratreiche Nahrungsmittel entwickeln. Die Bioresonanz-Redaktion fasst die Erkenntnisse zusammen und weist auf einen ganzheitlichen Zusammenhang hin.

Verändertes Essverhalten bei Depressionen: Kohlenhydrate im Fokus

Depressionen sind so individuell wie die Menschen, die sie betreffen. Manche können ihren Alltag kaum bewältigen, während andere weiterhin aktiv bleiben, wenn auch mit Einschränkungen. Ein besonders spannender Aspekt der Erkrankung ist das Essverhalten: Manche Betroffene verlieren den Appetit, während andere Heißhunger-Attacken entwickeln – oft auf süße oder kohlenhydratreiche Speisen.

Die Studie zeigt erstmals, dass Menschen mit Depressionen fett- und proteinreiche Lebensmittel weniger bevorzugen als gesunde Personen. Stattdessen greifen sie verstärkt zu kohlenhydrathaltigen Speisen, insbesondere wenn diese mit Fetten kombiniert sind, was eine ungesunde Ernährung begünstigen kann.

Die Rolle des Darms

Bei der Therapie von Depressionen könnte zukünftig die Ernährung eine größere Rolle spielen. Hierbei sollte auch das Darmmikrobiom beachtet werden.

Der Einfluss des Mikrobioms auf die Psyche rückt zunehmend in den Fokus der Wissenschaft. Tatsächlich weisen Menschen mit Depressionen oft Veränderungen in ihrer Darmflora auf, die Symptome verstärken könnten. Eine gezielte Beeinflussung der Darm-Hirn-Achse könnte daher zukünftig ein vielversprechender Therapieansatz sein.

(Quelle: Depression geht durch den Magen – Studie untersucht die Ernährungsvorlieben von depressiven Personen, Universitätsklinikum Bonn, Informationsdienst Wissenschaft (idw))

Zusammenhang aus ganzheitlicher Sicht

Letzteres lässt Ganzheitsmediziner aufhorchen. Für sie spielt das Verdauungssystem aber auch der Stoffwechsel traditionell eine große Rolle beim Essverhalten und zur Psyche. Und Bioresonanz-Therapeuten haben dabei die Leber im Visier. Was es damit auf sich hat, erläutert die Bioresonanz-Redaktion in dem Beitrag: Wenn die Leber nach Süßem verlangt.

Wichtiger Hinweis: Die Bioresonanz gehört in den Bereich der Erfahrungsmedizin. Die klassische Schulmedizin hat die Wirkung bioenergetischer Schwingungen weder akzeptiert noch anerkannt.

Die Redaktion von www.bioresonanz-zukunft.de veröffentlicht regelmäßig aktuelle Informationen über die Bioresonanz. Von den Hintergründen bis hin zu den Anwendungsmöglichkeiten, mit zahlreichen Erfahrungsberichten direkt aus den anwendenden Praxen. Aber auch zu den Fortschritten in der Wissenschaft.

Übermittelt durch www.pr-gateway.de.

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bioresonanz-zukunft, M+V Medien- und Verlagsservice Germany UG (haftungsbeschränkt)
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Ried 1e
88161 Lindenberg
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https://www.bioresonanz-zukunft.de/

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Blutzucker-Tracking im Trend

Mehr Hype als Hilfe

„Blutzuckerfreundliche Ernährung“ liegt im Trend. In den Sozialen Medien sieht man es momentan häufig: Gesunde Menschen tragen einen Sensor am Arm, um ihren Blutzuckerspiegel zu überwachen. Wie sinnvoll ist das? Das Kompetenzzentrum für Ernährung in Bayern hat die wissenschaftliche Grundlage dazu kürzlich beleuchtet.

Entwickelt wurden die kleinen Messgeräte für Menschen mit Diabetes mellitus. Für sie ist das kontinuierliche Messen ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Ein unter der Haut implantierter oder in die Haut gestochener Fühler misst kontinuierlich den Blutzuckerwert und sendet ihn drahtlos an eine App oder ein Auswertegerät. So können Nutzerinnen und Nutzer den Verlauf der Glucosekurve über den Tag nachvollziehen.

Einige Influencerinnen und Influencer empfehlen das Blutzucker-Tracking für Gesunde. Allerdings gibt es nur wenige Studien, welche die gesundheitlichen Effekte von kontinuierlichem Blutzuckertracking an gesunden Probanden im Alltag untersucht haben. Die existierenden Untersuchungen zeigen in den meisten Fällen nur, dass Schwankungen des Blutzuckerspiegels in Abhängigkeit von der Nahrungsaufnahme erkannt werden können. Dass Essen den Blutzuckerspiegel generell ansteigen lässt, lernt aber inzwischen schon jedes Schulkind. Belastbare Daten zur langfristigen gesundheitlichen Bedeutung bei Gesunden fehlen.

Das Dauertracking bleibt dabei nicht ohne Nebenwirkungen: Die ständige Selbstvermessung kann das Essverhalten stark beeinflussen – etwa durch übermäßige Kontrolle, Verunsicherung oder das Vermeiden bestimmter Lebensmittel. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass sich bei manchen Menschen ungesunde Ernährungsmuster entwickeln können, vor allem wenn ohnehin schon ein ausgeprägtes Gesundheitsstreben besteht.

So kann eine kohlenhydratreduzierte Ernährung unter Umständen sinnvoll sein, sie ist aber keine pauschale Garantie für eine bessere Gesundheit. Vor allem dann nicht, wenn dafür eine fettreiche Ernährung gewählt wird, die zwar keine Blutzuckerausschläge verursacht, aber andere gesundheitliche Probleme mit sich bringen kann.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Ernährungsradar: Blutzucker-Tracking – auch etwas für Gesunde?

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„Gesunde“ Ernährung hält im Alter fit

Von Studien bestätigt

Wer in der Lebensmitte auf seine Ernährung achtet und um die Taille schlank bleibt, kann im Alter offenbar länger geistig fit bleiben und damit auch einer Demenzerkrankung vorbeugen. Das lässt eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig vermuten, für die ausgewählte Daten der britischen Whitehall-II-Studie ausgewertet wurden.

An der Whitehall-II-Studie hatten mehr als 10.000 Britinnen und Briten teilgenommen, die zu Beginn durchschnittlich 48 Jahre alt waren. Für die aktuelle Untersuchung standen Daten einer Teilgruppe von 512 überwiegend männlichen Personen auf dem Prüfstand. Im Beobachtungszeitraum von dreißig Jahren bestimmten die Forschenden mehrmals den Taille-Hüfte-Quotient als Maß für das Bauchfett. Im Alter von durchschnittlich 70 Jahren wurden kognitive Tests durchgeführt und dabei eine Kernspintomografie des Gehirns angefertigt.

Außerdem nutzten die Forschenden den Alternative Healthy Eating Index“ (AHEI), der die Nahrungsqualität anhand einer Skala von 0 (am wenigsten „gesund“) bis 110 (am „gesündesten“) einordnet. Dieser Index ist so aufgebaut, dass er vor allem Assoziationen zwischen Ernährung und bestimmten chronischen Krankheiten aufzeigt. Er wurde bereits vor 10 Jahren vom U. S. Department of Agriculture (USDA) entwickelt. In die Auswertung ging der Verzehr der als „gesund“ definierten Lebensmittel wie Hülsenfrüchten, Nüssen, Obst, Gemüse, Vollkorn sowie fettarmen Milchprodukten und der „ungesunden“ Produkte wie verarbeitetem Fleisch und zuckergesüßten Softdrinks ein.

Menschen mit einer höheren Nahrungsqualität im mittleren und höheren Lebensalter zeigten bessere Nervenverbindungen zwischen Regionen der beiden Hirnhälften, die etwa für das Gedächtnis verantwortlich sind. Wer sich schlechter ernährte und mehr Fett rund um die Taille entwickelt hatte, schnitt bei den kognitiven Tests schlechter ab. Diese Defizite standen mit einer geringeren Leistungsfähigkeit der Faserbahnen in der weißen Substanz in Zusammenhang, steht im Fachjournal „JAMA Network Open“. Allerdings müssen weitere Studien folgen, um die Resultate zu untermauern. Zudem ist nicht klar, ob die Resultate auch auf Frauen übertragbar sind.

Nach einer weiteren Studie aus Boston, die kürzlich in „Nature Medicine“ erschienen ist, kann eine Ernährung nach dem AHEI-Index in der Lebensmitte chronischen Erkrankungen entgegenwirken und dazu beitragen, auch in einem Alter von über 70 Jahren geistig und körperlich fit zu sein. Für die Untersuchung wurden Daten von mehr als 100.000 Menschen aus den USA ausgewertet, die an den Langzeitstudien „Nurses Health Study“ und „Health Professionals Follow-Up-Studie“ teilgenommen hatten.

Beide Studien untermauern, welchen Stellenwert ausgewogenes Essen und Trinken für mehr Lebensqualität und Gesundheit im Alter hat. Das spricht einmal mehr für Präventionsstrategien vor allem in der Lebensmitte, um gezielt die Qualität der Ernährung und damit die Stoffwechselgesundheit zu verbessern sowie Adipositas vorzubeugen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Zur Studie: Association of Diet and Waist-to-Hip Ratio With Brain Connectivity and Memory in Aging

Zur Studie: Midlife Dietary Quality and Body Composition Relevance for Brain Connectivity and Cognitive Performance in Later Life

Zur Studie: Optimal dietary patterns for healthy aging

BZfE: Die Ernährungspyramide – ausgewogen, abwechslungsreich, nachhaltig

BZfE: Mehr Pflanze und weniger Tier – einfach gesund

Pressemeldung:

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Expertenwissen Fettleber

Neuer Ratgeber bei TRIAS

Eine Fettleber haben nur Alkoholiker – dieser Mythos hält sich hartnäckig. Die häufigste Form der Fettleber ist jedoch die nicht-alkoholische. Sie entsteht vor allem durch mangelnde Bewegung und eine ungünstige Ernährung mit vielen Kohlenhydraten. Eine Fettleber kann zu Hepatitis, einer Entzündung der Leber, führen, die im schlimmsten Fall eine Leberzirrhose oder Leberkrebs auslösen kann.

Die beiden Experten für Hepatologie und Gastroenterologie an der Charité Berlin – Professor Dr. Frank Tacke und Professor Dr. Münevver Demir – geben in dem Ratgeber „Expertenwissen: Fettleber“ (Partner-Link*) Orientierung. Sie erklären Betroffenen, wie sie mit der richtigen Ernährung, ausreichend Bewegung und manchmal auch den richtigen Medikamenten ihrer Leber etwas Gutes tun und diese heilen können.

Prof. Dr. med. Frank Tacke/Prof. Dr. med. Münevver Demir: Expertenwissen: Fettleber. (Partner-Link*) Die beste Therapie finden. Selbst aktiv werden mit dem Praxis-Programm: Ernährung, Bewegung, Lebensstil, Medikamente. TRIAS Verlag, Stuttgart. 2025. Buch EUR [D] 24,00 EUR [A] 24,70. EPUB EUR [D] 23,99 EUR [A] 23,99. ISBN Buch: 9783432118796. ISBN EPUB: 9783432118802

Buchinhalte:

  • Fundiertes Wissen einfach erklärt: Wie schädlich ist Fruchtzucker, was bringt Fasten, muss ich unbedingt abnehmen? Braucht meine Leber eine Entgiftung? Welche Leberwerte sind optimal für mich? Wie kann ich die Leberfunktion überprüfen?
  • Ihr 4-Wochen-Programm gegen Fettleber: Selbst aktiv werden mit Ernährungsumstellung, Bewegung und Gewichtsreduktion
  • Leberfreundliche Ernährung: Mit Ballaststoffen, guten Fetten, mediterraner Kost und Proteinen die Leber entfetten. Auf stark verarbeitete Lebensmittel, gezuckerte Getränke und Alkohol verzichten.
  • Passgenaue Medikamente und Untersuchungen: Therapie von Begleiterkrankungen, Übergewicht und neue Medikamente speziell gegen die Fettleberhepatitis.

Weitere Informationen wie das Vorwort, Stichwortverzeichnis sowie Musterseiten finden Sie unter dem Reiter „Mehr zum Produkt“ hier

Über den Autor*innen:

Prof. Dr. med. Frank Tacke, MD, PhD, MBHA, ist Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Er wurde in Hannover, Houston und New York ausgebildet. Er ist Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Endokrinologie und Diabetologie, Intensivmedizin und Infektiologie. Er erhielt zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen und ist einer der meistzitierten Forschenden weltweit („Highly Cited Researcher“ 2020-2024). Er ist Koordinator der multidisziplinären europäischen Leitlinie zur metabolischen Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (EASL-EASD-EASO).

Prof. Dr. Münevver Demir ist Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie und als leitende Oberärztin an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie an der Charité tätig.

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Thieme Communications, TRIAS Verlag in der Georg Thieme Verlag KG, ein Unternehmen der Thieme Gruppe. Oswald-Hesse-Str. 50, 70469 Stuttgart. Tel.: +49 711 8931-319/-318. Fax: +49 711 8931-167

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Nahrungsergänzungsmittel für die schlanke Linie?

Internethandel macht keine gute Figur

Eigentlich ist sie ohnehin verboten: die Werbung mit der schlanken Linie. Wie andere Lebensmittel auch, dürfen Nahrungsergänzungsmittel nicht mit Aussagen über die Dauer und das Ausmaß einer Gewichtsabnahme beworben werden. Doch bei vielen Produktangeboten im Internet ist die unzulässige Werbung nur ein Teilproblem. Denn immer wieder enthalten vermeintlich harmlose Pillen zum Abnehmen hochwirksame Arzneiwirkstoffe, die nicht auf der Verpackung stehen. Das zeigen die Erfahrungen der amtlichen Lebensmittelüberwachung, aber auch Marktbeobachtungen.

25 EU-Mitgliedstaaten sowie die Schweiz und Norwegen überprüften beispielsweise in der ersten europaweit koordinierten amtlichen Kontrolle von Lebensmittelangeboten im Internet („eFood“) bereits 2017 fast 1.100 Webseiten. Dabei stellten sie fest, dass das Risiko hoch ist, im Internet auf falsch gekennzeichnete oder gar gesundheitsschädliche Nahrungsergänzungsmittel zu stoßen. Weitere EU-Kontrollen des Online-Handels ergaben außerdem, dass viele Online-Shops manipulative Techniken nutzten. Werbung ist dort zum Beispiel nicht immer als solche erkennbar.

Auch nationale Kontrollen zeigen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher im Internet auf risikobehaftete Nahrungsergänzungsmittel stoßen können. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz zum Beispiel wies im Jahr 2023 insgesamt vier Mal den nicht gekennzeichneten gesundheitsschädlichen Wirkstoff Sibutramin in vermeintlich harmlosen Nahrungsergänzungsmitteln nach. Die Produkte waren dem Zoll bei Einfuhrkontrollen ins Netz gegangen. Dabei handelte es sich um Internetbestellungen von Privatpersonen. Sibutramin ist ein illegaler Arzneistoff, der einst als appetithemmender Wirkstoff zur Behandlung von Adipositas unter ärztlicher Aufsicht verabreicht wurde. Bereits 2008 verlor er wegen gravierender Nebenwirkungen weltweit seine Zulassung. Sibutramin kann den Blutdruck stark erhöhen und Herzerkrankungen hervorrufen. Auch Todesfälle sind bekannt.

Mehrere Staaten, darunter auch Deutschland, kämpfen seit 2011 gemeinsam gegen irreführende und betrügerische Handelspraktiken. Doch die amtliche Kontrolle steht vor großen Herausforderungen: Illegale Inhaltsstoffe stehen meist nicht auf dem Etikett, was es schwierig macht, sie überhaupt zu entdecken. Bei einer Aktion im Jahr 2019 spürte Großbritannien gemeinsam mit neun weiteren Staaten sogenannte Fatburner-Produkte auf, die den hochgefährlichen Inhaltsstoff DNP (2,4-Dinitrophenol) enthielten. Insgesamt konnte die Vermarktung von mehr als 50.000 gesundheitsschädlichen DNP-Kapseln in der EU verhindert werden.

Doch wie sollen sich Verbraucherinnen und Verbraucher vor den Angeboten schützen, wenn sie die Schädlichkeit „gepanschter“ Nahrungsergänzungsmittel in der Regel nicht erkennen können? Das Bundeszentrum für Ernährung rät daher: Begegnen Sie jeglicher Werbung für Nahrungsergänzungsmittel mit einer gesunden Portion Skepsis. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn für ein vermeintlich natürliches Nahrungsergänzungsmittel beispielsweise in Online-Foren eine effektive Wirkung bestätigt wird. Oft handelt es sich bei solchen „Erfahrungsberichten“ um getarnte Werbung. Auch eine unvollständige Produktkennzeichnung mit Rechtschreib- oder Grammatikfehlern oder falschen Übersetzungen in die deutsche Sprache können Indizien dafür sein, dass das Produkt die gesetzlichen Anforderungen an die Sicherheit nicht erfüllt.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Nahrungsergänzungsmittel – Antworten auf die wichtigsten Fragen

Verbraucherzentrale: Klartext Nahrungsergänzungsmittel

Bundesinstitut für Risikobewertung: Infoportal Mikronährstoffe und Co.

Europäische Union: Verbraucherschutz – Manipulative Praktiken bei 148 von 399 untersuchten Online-Shops

https://food.ec.europa.eu/system/files/2018-02/oc_oof_analysis_main_outcome_en.pdf

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Diabetes Typ 2 – Das Männerbuch

Neuer Ratgeber bei TRIAS

Ein Diabetes-Buch nur für Männer? Aus gutem Grund: Männer haben ein höheres Diabetesrisiko als Frauen und Männer scheuen häufig selbst bei bestehenden Beschwerden eine ärztliche Untersuchung. Der Autor Andreas Wartha war selbst bekennender Couch-Potato, Genuss- und Stress-Esser, Antisportler – und mit Mitte 50 „plötzlich“ Diabetiker. Jetzt, 5 Jahre später, coacht er betroffene Männer in ein schlankes, gesundes Leben und gibt sein Wissen in dem Ratgeber „Diabetes Typ 2 – das Männerbuch“ (Partner-Link*)(TRIAS Verlag, Stuttgart 2025) weiter.

Andreas Wartha, Diabetes Typ 2 – Das Männerbuch. (Partner-Link*) Packen wir’s an! Neustart mit dem Diabetes-Experten: Muskeln trainieren, Ernährung umstellen, gesund und fit werden. TRIAS Verlag, Stuttgart. 2025.  Buch EUR [D] 20,00 EUR [A] 20,60. EPUB EUR [D] 15,99 EUR [A] 15,99. ISBN Buch: 9783432119076. ISBN EPUB: 9783432119083

Buchinhalte:

  • Anders Essen – aber wie? Ernährung ist die Stellschraube für einen guten Blutzucker und zum Abnehmen. Aber keine Sorge – Fleisch ist nicht tabu und auch der Grill darf glühen! Begleitet von Gemüse und Ballaststoffen sind auch Lammkeule, Bratwurst und Hähnchenpfanne kein Problem.
  • Hintern hoch, Zucker runter: Klar, der erste Sport nach vielen faulen Jahren tut weh… Aber mit der richtigen Motivation klappt es. In dem Buch finden Betroffene einfache Muskelübungen für zu Hause, denn Muckis „fressen“ den Zucker weg. Und viele Tipps, wie sie mit Ausdauersport wieder durchstarten.
  • Technische Spielereien mit Mehrwert: Was die Gewebezuckermessung mit dem „Knopf am Arm“ bringen kann, wie Fitnesstracker und spezielle Apps Betroffenen helfen können. Denn nicht nur Reifendruck messen ist wichtig und macht Spaß.

Weitere Informationen wie das Vorwort, Stichwortverzeichnis sowie Musterseiten finden Sie unter dem Reiter „Mehr zum Produkt“ hier

Über den Autor:

Andreas Wartha erhielt 2018 die Diagnose Diabetes Typ 2, die ihn wie ein Blitz aus scheinbar heiterem Himmel traf. Die „Schockdiagnose“ führte zu einer kompletten Neuorientierung: Seitdem widmet der studierte Jurist sein gesamtes Leben der Aufgabe, Menschen mit Diabetes zu helfen und zu motivieren, die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Heute ist er als Ernährungsberater und Personaltrainer für Menschen mit Diabetes und Adipositas

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Marktcheck zu essbaren Algen

Mängel bei der Kennzeichnung, Herkunft oft unbekannt

Algen können eine nährstoffreiche und nachhaltige Nahrungsquelle sein. Allerdings fehlen bei Meeresalgen häufig wichtige Angaben zum Jodgehalt auf dem Etikett. Auch Art und Herkunft der Algen sind bei vielen Produkten nicht ersichtlich, hat ein bundesweiter Marktcheck der Verbraucherzentralen gezeigt.

Für die Untersuchung standen 142 Erzeugnisse im stationären Handel und aus Online-Shops auf dem Prüfstand, darunter Algen „pur“, aber auch Salate, Suppen, Fischersatz und Getränke mit Algen als Zutat.

Häufig gab es Mängel bei der Kennzeichnung. Bei 32 Produkten stand auf der Verpackung nicht die Algenart, sondern eine Sammelbezeichnung wie „Meeresalgen“ oder „Seetang“. Bei 70 Prozent blieb die Herkunft der verwendeten Algen unklar. Werden Algen im Namen oder auf der Verpackung hervorgehoben, ist die Kennzeichnung des Algenanteils vorgeschrieben. Diese Angabe fehlte bei 25 von 44 Erzeugnissen.

Auch bei Warnhinweisen zu hohen Jodgehalten haperte es. Algenprodukte enthalten häufig schwankende und teils extrem hohe Werte – zwischen 10 und 5800 Mikrogramm Jod pro Gramm Trockengewicht berichtet die Verbraucherzentrale.

Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement mit Aufgaben im Hormonhaushalt, beim Energiestoffwechsel, der Regulation der Körpertemperatur und der Zellbildung und -teilung. Es kann nicht vom Körper selbst gebildet werden und muss daher mit der Nahrung zugeführt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt gesunden Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 200 Mikrogramm pro Tag. Eine maximale tägliche Aufnahme von 500 Mikrogramm Jod gilt als sicher, auch für Menschen, die auf eine Jodbelastung empfindlich reagieren.

Bei zwei Drittel der 56 untersuchten jodreichen Produkte fehlten notwendige Angaben wie Warnhinweise, Jodgehalt und maximale Verzehrsmengen. Rund 40 Prozent der Produkte machten Nährwertangaben – meist bezogen auf Jod. Fünf Algen-Monoprodukte trugen den Hinweis „reich an Protein“. Das ist kritisch zu sehen, da jodreiche Algen nur in geringen Mengen verzehrt werden sollten und nicht wesentlich zur Proteinversorgung beitragen können. Zudem wurden Getränke häufig mit nicht zulässigen, gesundheitsbezogenen Aussagen wie „Regeneration“ und „Energie“ beworben.

Das Fazit lautet daher: Algenprodukte mit hohen Algenanteilen sind nicht als geeignete Jodquelle einzustufen. Besser sind Quellen wie Seefisch, Milch, Eier. Außerdem ist jodiertes Speisesalz in der heimischen Küche, in der Lebensmittelherstellung und in der Außer-Haus-Verpflegung die erste Wahl. Beim Kauf von Algen sollten Verbraucher und Verbraucherinnen besonders auf den Jodgehalt achten und die empfohlenen Verzehrsmengen und Zubereitungshinweise einhalten, raten die Verbraucherzentralen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Marktcheck der Verbraucherzentrale: Oft zu viel Jod in Meeresalgen-Produkten

BZfE: Wenn Salz, dann Jodsalz

BZfE: Insekten, Algen, Lupinen: Wie sicher sind alternative Eiweißquellen?

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Adipositas verändert Körper-Gehirn-Interaktion

Verändertes Belohnungsgefühl bei Erkrankten

Adipositas zählt hierzulande zu einer der größten gesundheitlichen Herausforderungen. Neben den körperlichen Herausforderungen steigt das Risiko von Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, kardiovaskuläre Erkrankungen und verschiedenen Krebsarten.

Rund 25 Prozent der deutschen Bevölkerung haben Adipositas und die Zahl steigt. Der Körper speichert bei dieser Erkrankung Fett in Zellen bedingt durch einen dauerhaften Energieüberschuss. Das kann durch den Lebensstil, genetische Faktoren oder Medikamente begünstigt werden. So weit, so bekannt. Doch die Krankheit hat nicht nur körperliche Folgen. „Eine bislang wenig beachtete, aber entscheidende Komponente bei der Adipositas ist die Kommunikation zwischen Gehirn und dem Rest des Körpers“, so Dr. med. Ruth Hanßen, Fachärztin für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie an der Uniklinik Köln, anlässlich einer Online-Pressekonferenz beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e.V. (DGE). Die diesjährige Veranstaltung fokussierte sich unter anderem auf das Zusammenspiel von Psyche und Essverhalten.

Hanßen verdeutlichte, dass Adipositas auch die Körper-Gehirn-Interaktion verändere, wodurch die Signale falsch interpretiert werden, die das Gehirn vom Körper bekommt. Das äußere sich beispielsweise darin, dass Betroffene ein verändertes Sättigungsgefühl und ein verändertes Belohnungsgefühl (mit veränderter Dopamin-Ausschüttung) haben. „Betroffene essen dann zu viel, obwohl der Körper bereits genug Energie erhalten hat, da das Gehirn weiterhin ein „Hungersignal sendet“, sagt Hanßen.

Diese Einschränkungen der Körper-Gehirn-Kommunikation haben aber noch weitreichendere Folgen: „Nicht nur das essensbezogene Verhalten ist eingeschränkt, auch die ganz grundlegende Fähigkeit, neue Assoziationen zu lernen, die nichts mit Essen zu tun haben, ist reduziert und auch die Steuerung unserer Motivation ist eingeschränkt. Das äußert sich etwa darin, dass Betroffene ihre Bereitschaft, sich für eine Belohnung anzustrengen, weniger gut an ihre aktuellen Bedürfnisse anpassen können. Das hängt wiederum auch mit der Art der Lebensmittel zusammen, die konsumiert werden: Wenn Menschen überwiegend hochkalorische, fett- und zuckerreiche Lebensmittel zu sich nehmen, kann dies zu Gehirnveränderungen führen, die mit Antriebslosigkeit und Leistungsabfall einhergehen können“. Insofern kann man sagen, so die Fachärztin, das Übergewicht das Essverhalten und die Motivation sabotiert. Und ob die Gehirnveränderungen reversibel sind, wisse man zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Überhaupt seien bis heute die Mechanismen auf neurobiologischer, endokrinologischer und immunologischer sowie genetischer/epigenetischer Ebene unzureichend verstanden.

Und die Therapie? Die in früheren Jahren bisweilen postulierte Empfehlung, Menschen mit Übergewicht/Adipositas müssten nur weniger essen und mehr Sport treiben, ist viel zu kurz gedacht. Auch das Konzept, „man müsse nur einmal abnehmen und dann seien alle Probleme gelöst“, sei hinfällig geworden. „Adipositas ist mit chronischen Gehirnveränderungen verbunden“, sagt Hanßen und diese Gehirnveränderungen machten es sehr schwierig, Verhaltensweisen abzulegen. Eine ganzheitliche lebenslange Therapie von Adipositas sei wichtig, wie es auch in den Leitlinien verankert ist. Die gestörte Kommunikation zwischen Körper und Gehirn müsse man immer mit einzubeziehen.

Adipositas sei die einzige Erkrankung, die man „ist“ und nicht „hat“. Man hat Diabetes oder man hat Bluthochdruck und so weiter, aber im Deutschen Sprachgebrauch ist man adipös. „Durch den Sprachgebrauch fördern wir die Stigmatisierung, da wir das Haben einer Erkrankung mit dem Sein gleichstellen.“ Im Sinne der Betroffenen empfiehlt Dr. Ruth Hanßen deshalb, dass wir unseren sprachlichen Beitrag für weniger Stigmatisierung leisten, so gut es geht.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weiter Informationen:

Kongresswebsite der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie

Weltweiter Anstieg von von Übergewicht und Adipositas

Neue Erkenntnisse zur Beschreibung von Adipositas

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