Schlagwortarchiv: BZfE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Ein Apfel mit einer Extra-Portion Selen

Höhere Nährstoffgehalte dank Spezial-Düngung

Einst wurden Nahrungsergänzungsmittel von der Werbung als Obstalternative gepriesen. Mit einem besonderen Apfel will die Hochschule Osnabrück den Spieß nun wieder rumdrehen: Er enthält mehr als zehnmal so viel Selen wie ein herkömmlicher Apfel und kann somit rund ein Drittel des Selen-Tagesbedarfs eines Erwachsenen decken. Möglich macht das ein Algendünger, der auf die Blätter der Apfelbäume aufgebracht wird und so den Selengehalt der reifen Äpfel erhöht.

Attraktiv erscheint solch eine natürliche Selenquelle in Frischobstform allemal. Denn der Selenbedarf des Menschen wird durch die alltägliche Ernährung oft nicht ausreichend gedeckt. Vor allem Menschen, die sich vegan oder vegetarisch und am liebsten mit heimischer Pflanzenkost ernähren möchten, haben es schwer ihren Bedarf zu decken. Wird über längere Zeit zu wenig Selen aufgenommen, leidet das Immunsystem. Mangelerscheinungen können das Risiko erhöhen, an Darm- oder Leberkrebs zu erkranken.

Der Grund für die schwierige Versorgungslage: In Europa sind die Böden vergleichsweise arm an Selen. Und steckt natürlicherweise wenig Selen im Boden, können auch die Pflanzen nur wenig Selen aufnehmen. Wer mehr Selen im Produkt haben will, muss also nachhelfen. Und das funktioniert am besten über eine Blattdüngung, wie die Osnabrücker Wissenschaftler in ihrem Forschungsprojekt herausfanden. Diese Idee ist dabei keineswegs eine Neuheit. Im Obstbau ist das Verfahren beispielsweise gängig, um den Calciumgehalt der Früchte zu verbessern. Blattgemüse wie Kopfsalat lässt sich über eine Blattdüngung mit Jod anreichern. Für den Selen-Apfel wurde ein Spezial-Dünger auf Algenbasis entwickelt, der den Selengehalt der Apfelsorte Elstar signifikant erhöht. Dabei ist es kein Zufall, dass die Wahl der Wissenschaftler auf die Apfelsorte Elstar fiel. Ziel war es, mit einer Sorte zu experimentieren, die gerne gegessen und auch in Deutschland angebaut wird. Auch aus Marketing-Sicht erscheint die Sortenwahl günstig. Sie vereint sich gut nachvollziehbar mit dem Schlagwort Selen zu dem Markennamen „Selstar“, unter dem die Apfel-Neuheit nun zunächst in rund 80 Supermärkten im nördlichen Teil Deutschlands angeboten wird.

Wer sich nun sorgt, dass die Extra-Portion Selen im Apfel geschmackliche Einbußen mit sich bringt, kann ganz beruhigt sein. Die selenreichere Elstar-Variante weist das gewohnt feste Fruchtfleisch und den typischen süß-säuerlichen Geschmack der Sorte Elstar auf. Optisch sticht seine intensive Rotfärbung hervor, die auf einen besonders hohen Polyphenolgehalt zurückzuführen ist. Und noch ein Extra hat die Apfel-Neuheit zu bieten: Sie ist ersten Beobachtungen zufolge allergenärmer als viele herkömmliche Apfelsorten. Woran das genau liegt und ob sich diese Eigenschaft noch verbessern lässt, wollen die Osnabrücker Wissenschaftler nun in einem Folgeprojekt in Kooperation mit der Universität Hamburg erforschen.

Dr. Christina Rempe, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.hs-osnabrueck.de/nachrichten/2021/02/apfel-innovation-der-hochschule-osnabrueck-soll-das-immunsystem-auf-trab-bringen/

www.fruchthandel.de/newsnet/aktuelle-news/einzelmeldung-newsnet/mit-selstarr-gegen-den-selen-mangel/

Ernährung im Fokus, Ausgabe 1-2019, Bestell-Nr. 5981, 4,50 Euro, www.ble-medienservice.de/5981/ernaehrung-im-fokus-01-2019-zeitschrift-fuer-fach-lehr-und-beratungskraefte?number=5981

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Rein vegane und vegetarische Ernährung

Erhöht sich das Frakturrisiko?

Eine pflanzliche Ernährung hat viele Vorteile. Allerdings leiden Vegetarier und vor allem Veganer möglicherweise häufiger unter Knochenbrüchen. Das vermuten Wissenschaftler der University of Oxford, die Daten der „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“ (EPIC)-Studie aus Großbritannien ausgewertet hatten. Das erhöhte Risiko kann zum Teil durch ein geringeres Körpergewicht und einen Mangel an Eiweiß, bei Veganern auch an Kalzium erklärt werden.

Für die Untersuchung wurden knapp 55.000 Briten zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Rund drei Viertel waren Frauen, und ein hoher Anteil verzichtete auf Fleisch. Anhand von Krankenakten wurden im Laufe von durchschnittlich 18 Jahren knapp 4.000 Frakturen festgestellt.

Veganer, die meist geringer mit Kalzium und Eiweiß versorgt waren, hatten im Vergleich zu Fleischessern ein um 43 Prozent höheres Risiko für Frakturen. Das entspricht knapp 20 zusätzlichen Fällen pro 1.000 Menschen in einem Jahrzehnt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Hüftfraktur war bei Veganern um das 2,3-fache erhöht. Auch Vegetarier litten mit einer um 25 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an Hüftfrakturen, selbst wenn sie Fisch aßen.

„Eine ausgewogene und überwiegend pflanzliche Ernährung kann zu einer besseren Nährstoffversorgung und einem geringeren Krankheitsrisiko, etwa für Herz-Kreislauf-Leiden und Diabetes, führen“, betont Dr. Tammy Tong von der University of Oxford. Veganer und Vegetarier sollten die Vorteile und Risiken ihrer Ernährungsweise berücksichtigen und sicherstellen, dass sie ausreichend mit Kalzium und Eiweiß versorgt sind und ein gesundes Körpergewicht haben, rät Tong.

Untergewicht wird mit einem erhöhten Hüftbruchrisiko in Verbindung gebracht, während eine schlechte Versorgung mit Kalzium und Eiweiß die Knochengesundheit beeinträchtigen kann. Ein Kalziummangel kann im Alter das Risiko für Osteoporose („Knochenschwund“) erhöhen. Wer sich rein pflanzlich ernährt, verzichtet auf Fleisch als wichtige Eiweißquelle und Milchprodukte als Kalziumlieferant. Gute pflanzliche Quellen für Eiweiß und Kalzium sind zum Beispiel Hülsenfrüchte, Nüsse und Kerne. ´

Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, können keine ursächlichen Zusammenhänge nachgewiesen werden, geben die Autoren im Journal „BMC Medicine“ zu bedenken. Außerdem war es nicht möglich, zwischen Frakturen aufgrund einer schlechten Knochengesundheit oder als Unfallfolge zu unterscheiden. Vermutlich spielen neben der Kalzium- und Eiweißversorgung weitere, noch unbekannte Faktoren eine Rolle. Untersuchungen mit mehr Männern und Probanden nicht-europäischer Herkunft sollen folgen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.biomedcentral.com

doi.org/10.1186/s12916-020-01815-3

www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/orientierung-beim-einkauf/fleischersatzprodukte/

www.bzfe.de/lebensmittel/trendlebensmittel/vegane-lebensmittel/

www.bzfe.de/vegane-lebensmittel/

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Typ-2-Diabetes und Übergewicht

Abnehmen kann Spätfolgen vorbeugen

Wenn Typ-2-Diabetiker übergewichtig sind, leiden sie offenbar häufiger an Schäden der kleinen Blutgefäße. Das lassen die Ergebnisse der Potsdamer „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“ (EPIC)-Studie vermuten, die das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) und das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) kürzlich vorgestellt haben.

Typ-2-Diabetes ist eine Erkrankung des Stoffwechsels, bei der die Zuckerwerte im Blut ohne Behandlung dauerhaft erhöht sind. Wenn Betroffene zunehmen und an Übergewicht leiden, steigt möglicherweise das Risiko für Spätfolgen. Das können Erkrankungen an den kleinen (mikrovaskulär) und großen Gefäßen (makrovaskulär) sein, die die Haupttodesursache für Typ-2-Diabetiker sind. Mikrovaskuläre Komplikationen verursachen Schäden an Nieren, Nerven und Augen, die Dialyse, Amputation und Blindheit nach sich ziehen können. Sind die großen Gefäße betroffen, steigt die Wahrscheinlichkeit für Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Für ihre Untersuchung begleiteten die Wissenschaftler rund 1.000 Probanden mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes, die frei von anderen chronischen Erkrankungen waren. Sie bestimmten den Körpermassenindex (BMI) als Maß zur Einschätzung des Körpergewichts. Es wurde geprüft, ob der BMI vor der Diabetesdiagnose und eine BMI-Änderung in den Monaten danach im Zusammenhang mit dem Auftreten von späteren Gefäßkomplikationen standen. Im Laufe von zehn Jahren wurde in 85 Fällen ein Schlaganfall oder Herzinfarkt (makrovaskulär) und in 347 Fällen eine Schädigung der Nieren, Augen oder Nerven festgestellt (mikrovaskulär).

Bei makrovaskulären Komplikationen ließ sich kein Zusammenhang mit dem Körpergewicht nachweisen. Allerdings scheinen die kleinen Blutgefäße bei Typ-2-Diabetikern unter Übergewicht zu leiden, wird im Fachjournal „Diabetologia“ berichtet. War der BMI zum Zeitpunkt der Diabetesdiagnose um fünf Punkte höher, stieg das Risiko für mikrovaskuläre Komplikationen um 21 Prozent – unabhängig vom Ausgangsgewicht. Sank das Gewicht nach der Diagnose um mehr als ein Prozent, verringerte sich die Wahrscheinlichkeit um bis zu 38 Prozent.

Ärzte empfehlen übergewichtigen und adipösen Typ-2-Diabetikern, mindestens fünf Prozent ihres Körpergewichts zu verlieren. „Unsere Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig die Gewichtsabnahme für die Verhinderung schwerer diabetesassoziierter Komplikationen ist“, erklärt Elli Polemiti vom DIfE. Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die keine ursächlichen Zusammenhänge nachweisen kann. Weitere Studien sind erforderlich, um die Resultate zu untermauern.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

doi.org/10.1007/s00125-020-05362-7

www.dzd-ev.de

www.dife.de

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/essen-und-trinken-bei-diabetes-typ-2/

Heft „Einfach besser essen“ Bestell-Nr. 1626, Preis: 2,00 Euro www.ble-medienservice.de/1626/einfach-besser-essen?number=1626

Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus – Beratung bei nicht-insulinpflichtigem Diabetes mellitus Typ 2, Beratungsmaterial, Bestell-Nr. 1631, Preis: 79,00 Euro www.ble-medienservice.de/1631/ernaehrungstherapie-bei-diabetes-mellitus-beratung-bei-nicht-insulinpflichtigem-diabetes-mellitus-typ-2

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Trendreport Ernährung 2021

Pflanzlich, smart und klimafreundlich

NUTRITION HUB hat Anfang des Jahres den Trendreport Ernährung 2021 herausgegeben. Basis hierfür sind Interviews mit 75 Expertinnen und Experten aus dem Ernährungssektor in Deutschland. Die zehn wichtigsten Ernährungstrends der nächsten Dekade sind nach Ansicht der Befragten gemäß ihrer prozentualen Nennung:

Vegane und pflanzenbasierte Ernährung (72 %) Personalisierte Ernährung und Digitalisierung (59 %) Klimaneutrale und nachhaltige Ernährung (55 %) Health at Every Size und Intuitives Essen (27%) Ernährungsmythen und falsche Ernährungsinformationen (25 %) Betriebliche Gesundheitsförderung (21 %) Ernährungsbildung (20 %) Mahlzeitenersatz und Essen „to go“ (17 %) Digitalisierung in der Ernährungstherapie (16 %) Bewusstsein für gesunde Ernährung (12 %)

Hier eine Auswahl von Schlaglichtern, die der Report auf unsere Ernährung der Zukunft wirft:

Auf Internetseiten, Blogs und sozialen Plattformen ist das Thema der pflanzenbasierten Ernährung gefragter denn je. Die Anzahl der einschlägigen Suchen hat sich zwischen 2016 und 2020 vervierfacht. Auch in der Ernährungsberatung und -therapie mache sich ein gesteigertes Interesse an vegetarischen sowie veganen Lebensweisen sowie auch Rezepten für die praktische Umsetzung einer solchen Ernährungsweise bemerkbar.

Bei der personalisierten Ernährung werden individualisierte Ernährungskonzepte für den Einzelnen erstellt, die den persönlichen Vorlieben und Gesundheitsbedürfnisse anzupassen sind. Die Verknüpfung mit digitalen Technologien wie Apps, Tracker oder Wearables wird hierbei zwangsläufig sein.

Hersteller registrieren eine wachsende Nachfrage von Produkten, die mit Nachhaltigkeits-Siegeln gekennzeichnet sind. Das Bewusstsein, das jedes Lebensmittel auch Ressourcen kostet, nimmt offensichtlich zu.

Mit größerem Abstand folgt die viertwichtigste Entwicklung, die 27 Prozent der befragten Experten nannten: „Health at Every Size“ – zu Deutsch „Gesundheit in jeder Größe“ –, das Körpergewicht tritt demnach in den Hintergrund. Grundlage ist eine medizinisch erprobte, gewichtsneutrale Anleitung zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden. Das Prinzip steht auf den drei Säulen Selbstakzeptanz, intuitive Ernährung und Bewegung aus Freude; wobei intuitives Essen wiederum ein Verhalten ist, das eine positive Beziehung zu Nahrung und zum Vorgang des Essens schafft.

Mit 12 Prozent der Expertenmeinungen kommt Bewusstsein für Ernährung und Lebensmittel an letzter Stelle der zehn wichtigsten Entwicklungen. Generell beobachteten die Befragten, dass es mehr Gesundheitsbewusstsein gebe und dass die Bereitschaft steige, mit bewussterer Ernährung etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Zusätzlich ist durch die Corona-Pandemie ein größeres Bewusstsein für die regionale Herkunft von Lebensmitteln entstanden sowie eine höhere Wertschätzung dieser Produkte. So konstatiert Martin Schlatzer, Wissenschaftler am Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit, BOKU Wien: „Der kritische Blick der Konsumenten auf die Intensivtierhaltung hat sich durch die COVID-19-Ausbrüche in Schlachthäusern in Deutschland, Großbritannien und den USA verschärft und auch das Bewusstsein für gesündere und pflanzenbetonte Ernährungsweisen gesteigert.“

In einem separaten Kapitel geht der Trendreport auf den Einfluss der Corona-Pandemie auf die Ernährung ein. Hier zeigt sich eine Zunahme widersprüchlichen Verhaltens: Auf der einen Seite neigen viele Konsumenten aufgrund der psychisch belastenden Situation dazu, zu viel zu essen. Auf der anderen Seite interessieren sich viele Menschen vermehrt für gesunde Ernährung (siehe Trend „Bewusstsein für gesunde Ernährung“).

Summa summarum verdient der Report das Prädikat: lesenswert.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Das Nutrition-Hub versteht sich als Netzwerk für Ernährungsexperten. „Unser Ziel: Eine Welt, in der Ernährung nachhaltig und gesund für Menschen und für unseren Planeten ist“, so die Gründerin Simone Frey. Dazu bietet die Gesellschaft eine Plattform für Wissenschaftler, Start-up-Szene und Entscheider aus der Industrie, um die Zukunft der Ernährung wissenschafts- und technologiegetrieben zu gestalten.

www.nutrition-hub.de/post/nutrition-trend-report-die-10-wichtigsten-ernährungstrends-2021

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Natürlich nachhaltig (Klima)bewusst

Ernährungstrends der Zukunft

Die Ernährung der Zukunft wird bestimmt vom Mega-Trend Nachhaltigkeit, davon ist Dr. Margareta Büning-Fesel, Leiterin des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) überzeugt. Im Cook &Talk-Gespräch „Wie schmeckt die Zukunft? – Ernährungstrends & Transformation“ mit Christoph Minhoff vom Deutschen Lebensmittelverband im Rahmen der Internationalen Grünen Woche digital stellte Büning-Fesel weiter fest, dass das Interesse an einer pflanzenbetonten Ernährung wächst und die Verbraucher sich zunehmend kritisch mit dem Konsum tierischer Lebensmittel auseinandersetzen.

Der Wertewandel hin zu einem geringeren Fleischkonsum sei definitiv da, und vor allem die jüngere Generation würde sich zunehmend aus pflanzlichen Proteinquellen ernähren, so Büning-Fesel. Wobei sich dieser Trend nicht 1:1 in den Absatzzahlen vegetarischer oder veganer Lebensmittel im Handel widerspiegeln muss. Schließlich können einfach mehr Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse gekauft werden und nicht unbedingt besonders als vegetarisch oder vegan gelabelte Alternativen zu Fleischprodukten.

Ein weiterer Trend ist das Interesse der Menschen, sich klimafreundlicher zu ernähren. Hier kommen sowohl das wachsende Interesse an Bioprodukten als auch die „Planetary Health Diet“ ins Spiel, die die Gesundheit des Menschen und die des Planeten gleichermaßen im Blick hat. Die Bereitschaft der Bevölkerung, auch mehr „moderne“ Lebensmittel wie Insektenmehl, genetisch optimiertes Gemüse oder in-vitro-Fleisch in ihren Ernährungsalltag zu integrieren, sieht Büning-Fesel dagegen verhalten. Diese Lebensmittel werden ihrer Einschätzung nach eher in Nischen bleiben und nicht bei einer Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher auf dem Teller landen. Auch wenn der Mehlwurm das erste Insekt werden könnte, das von der EFSA als unbedenklich eingeschätzt und als Lebensmittel in der EU zugelassen wird.

Informationen und Anregungen für eine nachhaltigere und klimafreundlichere Ernährung finden Sie auf den Internetseiten des BZfE www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/

Renate Kessen, www.bzfe.de

Weitere Informationen zum Thema:

www.topagrar.com/gefluegel/phw-stellt-neue-veggie-studie-vor-12460186.html

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Grün oder versteckt

Algensnacks aus dem 3D-Drucker

Mikroalgen sind eine vielversprechende Zutat für innovative Lebensmittel. Denn sie versorgen den Körper mit wertvollem Eiweiß, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Kalium, Kalzium, Eisen und Selen. In der Praxis ist der Algenanteil aber begrenzt, da die intensiv dunkelgrüne Farbe für manche Produktgruppen wie zum Beispiel Backwaren vom Verbraucher kaum akzeptiert wird.

Wissenschaftler der niederländischen Universität Wageningen und der spanischen Universität Valencia haben sich mit der Frage beschäftigt, wie hoch das Potenzial des 3D-Drucks zur Einarbeitung von Mikroalgen in gebackene Getreidesnacks ist. In der Studie lag der Fokus auf den im Süßwasser lebenden Arten Chlorella vulgaris (Chlorella) und Arthrospira platensis (Spirulina). Die Lebensmitteltechnologen ersetzten einen Teil des Weizenmehls im Rezept durch unterschiedliche Mengen gefriergetrocknete Mikroalgen-Biomasse. Anschließend prüften sie die Auswirkungen des Algen-Zusatzes auf die Fließ- und Formbarkeit des Teiges, die Druckbarkeit in 3D und die Produkteigenschaften der „Kekse“ wie Form, Textur und Farbe.

Durch die Anreicherung mit Mikroalgen verbesserte sich die Druckbarkeit der Getreidesnacks mit einem Extrusionsverfahren. Dabei werden weiche oder flüssige Nahrungsmittel wie ein Teig durch eine Extrusionsdrüse in eine bestimmte Form gepresst. Offenbar ist die Masse durch den Zusatz von Mikroalgen formbeständiger. Die genauesten Strukturen lieferten Snacks mit einem Anteil von drei und vier Prozent Chlorella. Allerdings waren die Kekse nach dem Backen sehr dunkel und grün bis bräunlich gefärbt.

In einem weiteren Schritt testeten die Wissenschaftler eine andere Drucktechnik, die ein praktikabler Ansatz sein könnte. In ersten Experimenten wurden Snacks hergestellt, bei denen die Mikroalgen-angereicherte Masse im Innern platziert war. Von außen war die grüne Farbe nicht sichtbar. Zur Anwendung in der Praxis sind aber weitere Versuche notwendig.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.doi.org/10.1007/s11947-020-02544-4

Algen in der Ernährung

www.bzfe.de/lebensmittel/trendlebensmittel/algen/

Spirulina als Eiweißlieferant?

www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2018/september/mikroalgen-in-lebensmitteln/

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Schützt Beta-Carotin die Blutgefäße?

Enzymaktivität ist entscheidend

Möhren sind gesund, da sie reichlich Carotinoide wie Beta-Carotin enthalten. Mithilfe eines Enzyms wird Beta-Carotin im menschlichen Körper zu Vitamin A umgewandelt. Das senkt unter anderem den Spiegel des „schlechten“ Cholesterins im Blut und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vermuten Wissenschaftler der Universität Illinois. Allerdings ist das Enzym nicht bei jedem gleich aktiv.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind häufig auf eine fortschreitende Anhäufung von Fett und Cholesterin an den Innenwänden der Arterien zurückzuführen (Atherosklerose bzw. Arteriosklerose). Studien haben gezeigt, dass die Umwandlung von Beta-Carotin in Vitamin A das „schlechte“ LDL (Low-density-Lipoprotein)-Cholesterin im Blut reduziert und auf diese Weise vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen kann.

Um den Effekt von Beta-Carotin auf das Herz-Kreislauf-System besser zu verstehen, führten die Wissenschaftler eine Studie mit knapp 500 jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren durch. Die Probanden machten Angaben zu ihren Essgewohnheiten und gaben Blutproben ab, um die Cholesterinwerte zu bestimmen. Beta-Carotin wird mit Hilfe des Enzyms Beta-Carotin-Oxygenase 1 (BCO1) in Vitamin A umgewandelt. Eine genetische Variation bestimmt, wie aktiv dieses Enzym ist. Es ließ sich ein Zusammenhang zwischen der Enzymaktivität und dem Spiegel des „schlechten“ Cholesterins feststellen. „Menschen, die eine genetische Variante hatten, die das Enzym BCO1 aktiver macht, hatten weniger Cholesterin im Blut“, erklärt Jaume Amengual.

Aber hat Beta-Carotin auch langfristig einen Effekt auf das Herz-Kreislauf-System? Um diese Frage zu beantworten, führten die Wissenschaftler eine zweite Studie an Mäusen durch. Wenn die Tiere mit Beta-Carotin-angereichertem Futter versorgt wurden, hatten sie einen niedrigeren Cholesterinspiegel und entwickelten weniger Ablagerungen und Schädigungen in den Arterien. Das lässt vermuten, dass sie besser vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschützt waren als Tiere, die kein Beta-Carotin aufnahmen.

Bislang werden hohe Beta-Carotin-Werte im Blut mit gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Es könnte aber auch ein Zeichen für ein wenig aktives BCO1-Enzym sein, das das mit der Nahrung aufgenommene Beta-Carotin nicht ausreichend in Vitamin A umwandelt. Bis zu fünfzig Prozent der Bevölkerung haben die weniger aktive Variante des Enzyms, erklärt Amengual. Das bedeutet, ihr Körper ist langsamer bei der Vitamin-A-Produktion aus pflanzlichen Quellen. Sie könnten andere Vitamin-A-Quellen wie Milch und Käse benötigen, um ihren Bedarf zu decken. Es sind jedoch weitere Studien erforderlich, um die Resultate zu bestätigen und die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen zu erforschen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Quelle: University of Illinois, The Journal of Nutrition, Bd. 150, Nr. 8, S. 2023–2030, 2020; The Journal of Lipid Research, Bd. 61, Nr. 12, S. 1491-1503, 2020 (DOI 10.1194/jlr.RA120001066)

Weitere Informationen:

https://illinois.edu

https://doi.org/10.1093/jn/nxaa143

Ernährung im Fokus, Ausgabe 4/2020, „Update: Wasserlösliche und fettlösliche Vitamine“, Bestell-Nr. 5084, Einzelheft 4,50 Euro, www.ble-medienservice.de

www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2020/september/das-abc-der-vitamine/

Cholesterin: Fettbewusst essen – worauf es ankommt! www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/cholesterin-mythos-fruehstuecksei/

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Intervallfasten – Stunden zählen statt Kalorien

Klinische Evidenz und Relevanz für die Praxis

Die Hitliste der guten Vorsätze fürs neue Jahr wird laut Statista angeführt von „gesünder ernähren“ (52%), „mehr Sport treiben“ (47%) und „abnehmen“ (38%). Was das Abnehmen betrifft, so erfreut sich das Intervallfasten offensichtlich großer Beliebtheit, abzulesen an der Vielzahl wissenschaftlicher und populärwissenschaftlicher Publikationen in den vergangenen Jahren.

Trotz der Vielzahl an veröffentlichten Arbeiten steht die Ernährungsmedizin immer noch am Beginn der Aufklärung der möglichen Mechanismen und gezielten Anwendungen des Intervallfastens. Als Intervallfasten – in wissenschaftlichen Publikationen auch als intermittierendes Fasten bezeichnet – werden unterschiedliche Ernährungsprotokolle beschrieben, die aus abwechselnden Fasten- und Essperioden bestehen. Professorin Krista Varady, Universität Illinois, ist eine der Wissenschaftlerinnen, die sich mit ihrer Forschungsgruppe sehr intensiv in Studien mit dem intermittierenden Fasten auseinandergesetzt hat. Auf der virtuellen Jahrestagung der Europäischen Diabetesgesellschaft, die im Herbst 2020 stattfand, definierte sie Intervallfasten als Überbegriff für drei verschiedene Formen des intermittierenden Fastens, die sich auch am häufigsten in der Literatur finden:

Beim zeitlich begrenzten Fasten isst man zum Beispiel nur innerhalb von 8 Stunden eines Tages und fastet die anderen 16 Stunden. Oder man isst nur innerhalb von 6 Stunden und fastet 18 Stunden oder man isst innerhalb von 4 Stunden und fastet 20 Stunden. Das 5:2 Protokoll bedeutet 5 Tage Essperiode und 2 Tage Fastenperiode und beim „alternate-day-fasting“ isst man einen Tag und am nächsten Tag versucht man möglichst wenig Nahrung aufzunehmen.

Je nach Studie ist auch die Definition der Fastenperiode unterschiedlich – von 0 Kilokalorien (kcal) bis zu etwa 700 kcal pro Fastenperiode. Dagegen werden während der Essperioden meistens keine Einschränkungen definiert, was die Qualität und Quantität der Nahrung betrifft. Dabei sind sich aber die meisten Wissenschaftler in diesem Bereich einig, dass eine ausgewogene Ernährung während der Essperioden die Wahrscheinlichkeit einer Mangelernährung deutlich reduziert.

Varady ermittelte, dass 8 Stunden essen und 16 Stunden fasten nicht so effektiv sind, wie wenn man 6 Stunden isst und 18 Stunden fastet oder auch 4 und 20 Stunden. Zwischen dem 6-stündigen und 4-stündigen Essen gab es keinen großen Unterschied. Im Vergleich zu Kontrollen haben beide Gruppen deutlich Gewicht verloren. Interessant auch: Egal ob man 18 oder 20 Stunden fastet – nicht nur das Gewicht verbessert sich, sondern auch verschiedene metabolische Parameter. Der Insulinspiegel sinkt, die Insulinresistenz und der oxidative Stress verbessern sich, der Blutdruck sinkt und auch die Lipidwerte bessern sich. Manchmal verändern sich diese Parameter auch ohne dass es zu einer Gewichtsabnahme kommt.

Dass das 8:16-Konzept keine Auswirkung auf das Gewicht hat, ermittelte eine Gruppe von US-Wissenschaftlern um Doktor Dylan A. Lowe, University of California, jüngst in einer Studie. Untersucht wurden 116 Männer und Frauen mit einem Body-Mass-Index von 27 bis 46. Die Kontrollgruppe bekam lediglich die Anweisung, täglich drei Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Beide Gruppen verloren im Schnitt dabei etwas Gewicht. Ein bekannter Effekt, erklärt der Ernährungsepidemiologe Dr. Tilman Kühn, Universität Belfast, der selbst bereits eine größere deutsche Studie zum Intervallfasten geleitet hat: „Auch in diesen Kontrollgruppen tut sich etwas, das liegt an Verhaltensänderungen, wenn man sich beobachtet fühlt. Das ist der Studieneffekt.“ Deshalb, so Kühn, seien Ergebnisse nur dann aussagekräftig, wenn es dabei einen klaren Unterschied zwischen beiden Gruppen gebe.

Bei vielen Studien zum Intervallfasten findet durch das Ernährungsprotokoll meist auch eine ungewollte kalorische Reduktion statt, so der Molekularbiologe Dr. Slaven Stekovic, Universität Graz. Diese könne 25 bis 40 Prozent der durchschnittlichen täglichen Kalorieneinnahme ausmachen. Somit bestehe die Möglichkeit, dass ein Teil der bisher identifizierten Effekte des Intervallfastens nicht durch die periodische Natur der Diät, sondern durch die ungewollte Kalorienrestriktion entstehe.

Am Ende des Tages bleibt die Erkenntnis, dass – wie eingangs gesagt – die Medizin erst am Anfang von Erklärungen steht. Die gute Nachricht: Bisherige Studien konnten keine negativen Effekte des Intervallfastens nachweisen, so Stekovic. Allerdings könne es neben einer Reduktion von Fettgewebe auch zu einem Verlust an Muskelmasse kommen. Dieser könnte durch ein ergänzendes, gezieltes Muskeltraining verhindert werden. Ein großer Vorteil des Intervallfastens ist die einfache Durchführbarkeit: keine komplizierten Gerichte, kein Kalorienzählen. Für welche Variante man sich auch immer entscheiden mag – wünschenswert wäre natürlich eine langfristige Ernährungsumstellung hin zu einer ernährungsphysiologisch günstigen Lebensmittelauswahl.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4909167?nlid=138896_3081&src=WNL_mdplsnews_201231_MSCPEDIT_DE&uac=392547SN&faf=1

https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4909332#vp_1

https://medicom.cc/de/publikationen/nutrition-news/202004/entries/02-Intervallfasten.php

www.bzfe.de/fileadmin/resources/import/pdf/online_spezial_7_2017_intervallfasten.pdf

www.dge.de/ernaehrungspraxis/diaeten-fasten/intervallfasten/?L=0

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/952182/umfrage/umfrage-in-deutschland-zu-den-beliebtesten-neujahrsvorsaetzen/

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Kalorienarme Snacks

Für den kleinen Hunger zwischendurch

Viele möchten sich im neuen Jahr mehr bewegen und gesünder ernähren. Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben es nicht einfach gemacht, fit zu bleiben und das Wohlfühlgewicht zu halten. Ein Stück Kuchen am Nachmittag, Chips auf dem Sofa – wenn wir viel zu Hause sind, wird oft mehr genascht. Dabei kann der kleine Hunger zwischendurch auch mit kalorienarmen Snacks gestillt werden, die sich nicht gleich auf der Waage niederschlagen.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Früchte-Bowl? In einer Schüssel wird frisches Obst wie Apfel, Kiwi und Kaki mit einem Esslöffel Nussmus, ein paar Nüssen, Feigen und getrockneten Soft-Aprikosen kombiniert. Schnell gemacht ist auch ein Joghurt mit Früchten der Saison – verziert und angereichert mit gepufftem Amaranth, Kokosflocken, Granatapfelkernen oder Rosinen. Mit immer neuen Kombinationen und Gewürzen wie Zimt, Ingwer und Vanille kommt keine Langeweile auf.

Wer Lust auf eine süße Nascherei hat, füllt Datteln mit Mandel- oder Erdnussmus. Auch selbst gemachte Energyballs oder Müsliriegel sind ein leckerer Snack für zwischendurch. Reis- und Maiswaffeln, aber auch Knäckebrot können zum Beispiel mit Joghurt, Nussmus und Bananenscheiben belegt werden. Herzhaft wird es mit fettarmem Frischkäse, Gurkenscheiben und Räucherlachs. Rohkost wie Kirschtomaten, Möhrenstifte und Paprikastreifen kann ebenfalls den Heißhunger bekämpfen. Als Dipp eignen sich Magerquark oder körniger Frischkäse, vermengt mit ein wenig Öl, Salz, Pfeffer und frischen Kräutern.

Eine gesunde Alternative zu Chips sind geröstete Kichererbsen. Einfach eine Dose der gekochten Hülsenfrüchte in einem Sieb mit Wasser abspülen und abtropfen lassen. Mit etwas Öl, Salz, Pfeffer und weiteren Gewürzen wie Paprika, Curry oder Chilipulver in eine Schüssel geben und gut durchmischen. Die Kichererbsen auf einem Blech mit Backpapier bei 180 Grad Celsius etwa 15 Minuten backen – fertig ist die leckere Knabberei für den Fernsehabend. Oder Sie machen die Kartoffelchips selbst: Die Knollen sehr dünn hobeln, mit etwas Öl, Paprikapulver und Oregano mischen und auf einem Blech bei 200 Grad Celsius backen, bis sie leicht gebräunt und schön knusprig sind. Am besten zwischendurch die Ofentür aufmachen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Auch das Trinken sollten wir nicht vergessen, denn häufig verwechseln wir Hunger mit Durst. Also lieber erstmal ein Glas Wasser trinken, statt eine Süßigkeit aus dem Schrank holen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Energyballs und Müsliriegel selbst gemacht:

www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2019/april/energyballs/

www.bzfe.de/was-wir-essen-blog/blog-archiv/blog-archiv-2017/januar-2017/muesliriegel-ein-gesunder-snack/

Pressekontakt:

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
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Redaktion:
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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Für gesunde Blutgefäße

Brokkoli und Rosenkohl

Auch wenn Brokkoli und Rosenkohl nicht zu den beliebtesten Gemüsearten gehören, können sie rein ernährungsphysiologisch enorm punkten. Offenbar kann ein hoher Verzehr von Kohlgemüse bei älteren Frauen auch Blutgefäßerkrankungen entgegenwirken. Das lassen die Resultate einer australischen Studie mit über 680 Teilnehmerinnen vermuten.

Wissenschaftler der Edith Cowan University und der University of Western Australia hatten untersucht, ob der Verzehr von Weißkohl, Rosenkohl, Blumenkohl und Brokkoli mit der Verkalkung der Bauchschlagader (Aorta) zusammenhängt. Diese Gemüse gehören zur botanischen Familie der Kreuzblütler. Die Probandinnen waren über 70 Jahre alt und machten in Fragebögen Angaben zu ihren Ernährungsgewohnheiten. Das Ausmaß der Verkalkung der Aorta wurde mit Hilfe von röntgendiagnostischen Verfahren bewertet.

Die meisten Menschen sterben weltweit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Häufig sind sie auf eine fortschreitende Anhäufung von Fett, Kalzium und anderen Substanzen an den Innenwänden der Arterien (Atherosklerose) zurückzuführen. Durch die Ablagerungen werden die Blutgefäße im Laufe der Jahre immer enger, und der Blutfluss verringert sich. Herzinfarkt und Schlaganfall können die Folge sein.

Möglicherweise kann ein hoher Verzehr von Kreuzblütengemüse die Wahrscheinlichkeit für deutliche Kalziumablagerungen in der Aorta verringern. So war bei Frauen, die täglich mehr als 45 g solcher Gemüse aßen, das Risiko für eine starke Verkalkung um 46 Prozent geringer als bei Frauen mit einem geringen Verzehr (weniger als 15 g). Die Menge entspricht zum Beispiel einer viertel Tasse gedünstetem Brokkoli oder einer halben Tasse rohem Kohl. Vermutlich sind verschiedene Inhaltsstoffe des Kreuzblütengemüses wie Flavonole, Pektin und vor allem Vitamin K für die positive Wirkung verantwortlich. Zwischen der Gefäßverkalkung und dem gesamten Gemüseverzehr und dem Konsum anderer Gemüsearten ließ sich kein Zusammenhang nachweisen. Es soll aber weiter geforscht werden, da eine Beobachtungsstudie keine ursächlichen Zusammenhänge nachweisen kann. Außerdem sind die Ergebnisse nicht auf Männer oder andere Altersgruppen übertragbar.

Die Resultate geben Hinweise auf die gesundheitlichen Vorteile von Kreuzblütengemüse. Noch wichtiger ist es aber, sich ausgewogen zu ernähren und die Vielfalt der Lebensmittel zu nutzen, betonen die Wissenschaftler im „British Journal of Nutrition“. So wird der Körper mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt.

Das ist auch ganz im Sinne der Vereinten Nationen, die das Jahr 2021 zum Internationalen Jahr für Obst und Gemüse erklärt haben und mit Informationen und Aktionen Lust auf diese wichtige Lebensmittelgruppe machen und ihre Wertschätzung fördern möchten.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

doi.org/10.1017/S0007114520002706

www.ecu.edu.au

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/mehr-gemuese-und-obst/

www.bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/obst/

www.bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/gemuese/

Heft „Herzgesund leben – cholesterinbewusst essen“ Bestell-Nr. 1301, Preis: 1,50 Euro

www.ble-medienservice.de/1301/herzgesund-leben-cholesterinbewusst-essen?number=1301

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