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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Auf der Suche nach Omega-3-Fettsäuren

Sind Nährstoffe aus Mikroalgen umweltfreundlich?

Der schwindende Fischbestand und die potenzielle Umweltbelastung von Aquakulturen bereiten Wissenschaftlern weiterhin Kopfzerbrechen: Wie nur soll die Menschheit langfristig und nachhaltig mit langkettigen Fettsäuren versorgt werden, die der Körper nicht selbst produzieren kann, die aber doch so wichtig für eine gesunde Ernährung sind? Mikroalgen sind deshalb schon länger im Fokus der Forschung, und deren Omega-3-Fettsäuren finden sich bereits in manchen Nahrungsergänzungsmitteln. Auch wird die Produktion von Algen zur Nutzung als alternative Kraftstoffe erforscht.

Eine interessante Fragestellung greifen aber nun die Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg auf: Können in Deutschland produzierte Mikroalgen als umweltfreundlichere Alternative zu der asiatischen Algenzucht in Teichen oder der Vermehrung von Fischen in Aquakulturen genutzt werden? Hierzu würden sich geschlossene Systeme eignen, sogenannte Photobioreaktoren. Deren Umweltbilanz wurde im Modell mit den bekannten Systemen verglichen. Beim Vergleich mit Fischkulturen beliebter Arten – im Hinblick auf die C02-Bilanz und die Belastung von Gewässern – schnitten die Mikroalgen besser ab. Die Umwelteffekte waren, bezogen auf die verfügbare Menge an Omega-3-Fettsäuren, geringer.

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In Deutschland beliebte Fischarten, wie Lachs und Pangasius, stammten meist aus Aquakulturen und seien daher mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden; aber auch der Alaska-Seelachs aus Wildfang zeige für alle Umweltindikatoren schlechtere Werte als die Mikroalgen, so die Wissenschaftler. Im Hinblick auf die wachsende Weltbevölkerung hat die Aquakultur noch einen weiteren positiven Effekt: Für Teiche und den Fischfutteranbau werden riesige Flächen benötigt; stattdessen könnten für die Photobioreaktoren unfruchtbare Böden genutzt werden, auf denen sonst keine Nahrungsmittel angebaut werden können.

Friederike Heidenhof, www.bzfe.de

 

Weitere Informationen:

http://dx.doi.org//10.1007/s10811-020-02181-6

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Ernährungswandel zum Thema machen

Interviews zur Planetary Health Diet auf Youtube

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) arbeitet derzeit an Lebensmittelempfehlungen, die auch Aspekte der Nachhaltigkeit mit einbeziehen. Professor Dr. Bernhard Watzl erläutert das näher in einem Interview anlässlich der Nachhaltigkeitskonferenz des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft Ende 2019 in Berlin.

Watzl arbeitet als Wissenschaftler am Max-Rubner-Institut und ist Leiter der DGE Arbeitsgruppe lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen. Der Bericht zur Planetary Health Diet ist eine wichtige Unterstützung für das, was wir national erarbeiten, so Watzl. Das Thema Nachhaltigkeit wird nun viel breiter wahrgenommen. Wichtig sei, dass die DGE mit anderen Fachgesellschaften in diesem Bereich zusammenarbeite. Denn es brauche gesellschaftliche Veränderungen in der Breite, ein Verständnis, Motivation aber auch Rahmenbedingungen, die ermöglichen, dass Nachhaltigkeit im Alltag umsetzbar sei.

Das Interview ist zu hören auf Youtube unter: https://www.youtube.com/watch?v=Mk5ctcYtZjc&feature=youtu.be

Dort gibt es ein weiteres Interview mit Brent Loken von der EAT-Lancet-Kommission zur Planetry Health Diet: https://youtu.be/rWFi79fe5yE

Dr. Gesa Maschkowski, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Konferenzbericht mit allen Vorträgen:
http://www.bzfe.de/inhalt/nachhaltige-landwirtschaft-und-ernaehrung

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Mehr Omega-3-Fettsäuren im Essen

Weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Wenn die Ernährung reich an fettem Fisch beziehungsweise Omega-3-Fettsäuren ist, verändert sich offenbar die Konzentration bestimmter Transportproteine für Cholesterin und andere Blutfette. Dadurch sinkt das Risiko für Arteriosklerose und Herzerkrankungen, lassen Untersuchungen der spanischen Universität Rovira i Virgili und der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts vermuten.

An der Studie nahmen über 26.000 gesunde Frauen im Alter von 48 bis 59 Jahren teil. In Fragebögen machten die Probandinnen Angaben zu ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, vor allem dem Verzehr von Fisch und Nahrungsergänzungspräparaten mit Omega-3-Fettsäuren. Im Fokus standen die Omega-3-Fettsäuren alpha-Linolensäure (ALA), Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA). Die Wissenschaftler nahmen Blutproben und bestimmten mit Hilfe der Kernspinresonanz-Spektroskopie die Anzahl und Größe der verschiedenen Subklassen der Lipoproteine. Lipoproteine sind Fett-Eiweiß-Verbindungen, die Fette wie Cholesterin und Triglyzeride durch den Blutkreislauf transportieren.

Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in Kaltwasserfischen wie Lachs, Makrele und Hering, aber auch in bestimmten pflanzlichen Ölen wie Rapsöl und Walnussöl enthalten. Frühere Studien hatten bereits bestätigt, dass eine hohe Aufnahme mit einem niedrigen Triglyzeridspiegel verbunden ist. Allerdings soll auch das LDL-Cholesterin ansteigen. LDL bedeutet „Low Density Lipoprotein“ und hat im Vergleich zum HDL (High Density Lipoprotein) eine niedrigere physikalische Dichte. Das LDL-Cholesterin gilt als das „böse Cholesterin“, da es in hohen Konzentrationen eine Arteriosklerose begünstigen kann. Arteriosklerose beginnt mit unbemerkten Veränderungen der Blutgefäße. An winzigen Rissen und Verletzungen der Gefäß-Innenwände können sich Fett und Cholesterin ablagern. Weiße Blutkörperchen fressen die Ablagerungen und sind dadurch prall gefüllt. Wenn andere Blutbestandteile an ihnen hängen bleiben, bilden sich Plaques. Durch diesen Prozess verhärten sich die Arterien und verlieren ihre Elastizität.

Lesetipp: Zu Ihren wichtigsten Fragen rund um Bluthochdruck – im Buch „Bluthochdruck Gefahr muss nicht sein“. Mehr erfahren…>>>hier klicken    Anzeige

Ein hoher Fischverzehr und eine hohe Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren standen mit einem Profil an Lipoproteinen in Zusammenhang, das größtenteils das Risiko für Arteriosklerose und Herzerkrankungen senken kann. Es kam nur zu einem Anstieg des Cholesterins, das durch die großen LDL-Partikel transportiert wird und nicht mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko verbunden ist. Die Zahl der Transportproteine für Triglyzeride nahm ab. Dadurch sank der Triglyzeridspiegel, was Arteriosklerose vorbeugt. Vermutlich reduzieren Omega-3-Fettsäuren die Produktion von Lipoproteinen, indem sie unter anderem die Bildung von Fettsäuren in der Leber hemmen, schreiben die Wissenschaftler im „Journal of the American Heart Association“.

Weitere Studien sollen folgen, um die Ergebnisse zu bestätigen. Noch sei nicht geklärt, ob der Verzehr von Fisch auch mit einer geringeren Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. Selbst wenn das Erkrankungsrisiko in Bezug auf die Fette geringer ist, müssen im Gegenzug Faktoren wie die Schwermetallbelastung von Fischen und deren Einfluss auf die Gesundheit einbezogen werden.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1161/JAHA.119.014963

https://www.bzfe.de/inhalt/fisch

https://www.bzfe.de/inhalt/erhoehte-blutfettwerte-ein-risiko-fuer-herz-und-kreislauf

Broschüre „Fisch und Fischerzeugnisse“
Bestell-Nr. 1001, Preis: 2,50 Euro

www.ble-medienservice.de

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Wieviel Trinken ist gesund?

Angemessen ist besser als zu viel

Spätestens wenn das Thermometer wieder auf sommerliche Temperaturen steigt erinnert man sich: Ausreichend Trinken ist wichtig! Unser Organismus funktioniert nun mal nur dann optimal, wenn die Wasserbilanz ausgeglichen ist. Bereits ab ein bis zwei Prozent Flüssigkeitsverlust verringert sich die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Aber was ist die wünschenswerte Trinkmenge? Für einen gesunden Erwachsenen gelten 1,5 Liter pro Tag als Minimum. Bei körperlicher Aktivität und/oder hochsommerlichen Temperaturen auch mehr.

Ideale Durstlöscher und Flüssigkeitslieferanten sind Wasser und ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees. Saftschorlen mit drei Teilen Wasser und einem Teil Saft eignen sich ebenfalls.

Viel trinken ist also gut für Körper und Geist. Man kann es aber auch übertreiben. Es gehört zu den modernen Ernährungsmythen, dass viel zu trinken mit zahlreichen Vorteilen einhergehe, wie einer verbesserten „Entgiftung“, Verbesserung der Nierenfunktion, Steigerung der Leistungsfähigkeit, Verbesserung der Konzentration, schönerer Haut und vielem mehr.

Aber ist ein „MEHR Trinken“, definiert als eine Flüssigkeitszufuhr, die ÜBER die Deckung des natürlichen Durstempfindens und der mit den Mahlzeiten/Zwischenmahlzeiten einhergehenden Flüssigkeitsaufnahme hinausgeht, wirklich mit positiven Effekten verbunden? Zunächst: Kein Zweifel kann daran bestehen, dass in verschiedenen Situationen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sichergestellt werden muss. Dazu gehört die Versorgung von Kleinkindern und auch alten Menschen, die nicht ausreichend Flüssigkeit trinken können oder wollen. Im höheren Alter ist das Durstempfinden bekanntlich vermindert, sodass viele ältere Personen zu wenig trinken, beziehungsweise nicht das trinken (wollen), was sie sollten.

Zurück zur Frage, wieviel Trinken ist gesund? Professor Wilfred Druml, Abteilung für Nephrologie, Medizinische Universität Wien: „Die am häufigsten angeführte Annahme, dass eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr und die damit verbundene erhöhte Harnmenge zu einer »Spülung«und verbesserten »Entgiftung«führt, ist falsch.“ Die Menge des Harns wird hormonell reguliert. Mehr Wasser im Körper bedeutet nur mehr Ausscheidung von Wasser, nicht etwa von mehr Toxinen. Eine weitere Grundannahme, dass eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr durch Erhöhung des Blutvolumens zu einer Steigerung der renalen Durchblutung (Verbesserung der Nierenfunktion) führe, sei ebenfalls nicht richtig. Ob, wie oft behauptet, eine höhere Trinkmenge zu einer Verminderung der Energieaufnahme bei Patienten mit Adipositas führe, sei nicht eindeutig geklärt. Sicherlich gebe es Situationen und Krankheiten, wo eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr als günstig anzusehen sei. Dies gelte jedoch nicht für die gesunde Allgemeinbevölkerung, so der Wissenschaftler.

Entwicklungsgeschichtliches Faktum ist, dass der Mensch (wie andere Säuger) genetisch an einen Mangel adaptiert ist und sehr gut mit einem »zu wenig«umgehen kann, schlecht aber mit einem »zu viel«. Das betrifft fast alles: Energie, Protein, Salz und auch Wasser. Der Wasserhaushalt wird präzise durch ein Zusammenspiel der Organsysteme Hirn (Durstzentrum), Haut und Niere unabhängig von der aktuellen Flüssigkeitszufuhr geregelt. Das Durstempfinden reguliert die notwendige Flüssigkeitszufuhr effektiv. Es gebe keine wissenschaftliche Begründung dafür, dass ein „Übertrinken“, also eine überhöhte Flüssigkeitszufuhr, bei Gesunden einen relevanten physiologischen Parameter verbessere, so Druml.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://medicom.cc/de/publikationen/nutrition-news/201904/entries/01-Wie-gesund-ist-viel-trinken.php

http://www.bzfe.de/inhalt/wasser-gesund-trinken-582.html

Trinktipps in leichter Sprache hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung veröffentlicht: https://www.dge.de/presse/pm/dge-veroeffentlicht-trinktipps-in-leichter-sprache/

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Ernährungskompetenz der Deutschen ist unzureichend

Repräsentative Studie zeigt Handlungsbedarfe

Eine aktuelle Studie des AOK Bundesverbandes bescheinigt über der Hälfte der Bundesbürger (53,7 Prozent) eine problematische oder gar inadäquate Ernährungskompetenz (Food Literacy). Unter Food Literacy (literacy engl., hier: Bildung) werden die Kompetenzen verstanden, den Ess- und Ernährungsalltag selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und genussvoll zu gestalten. Dazu gehören sehr unterschiedliche und komplexe Anforderungen. Sie reichen von einer Mahlzeitenplanung, die zu den zeitlichen und finanziellen Ressourcen passt, über die gesundheitsorientierte Auswahl von Lebensmitteln und deren variantenreiche, schmackhafte Zubereitung bis hin zum Genuss gemeinsamer Mahlzeiten für das persönliche Wohlbefinden.

Mit der Untersuchung liegt die erste bundesweite repräsentative Untersuchung zur Ernährungskompetenz der Deutschen vor. Insgesamt 2.000 Personen wurden zu acht unterschiedlichen Kompetenzfeldern befragt. Der Bereich „gesundes Vergleichen“ bereitete den Befragten dabei die größten Schwierigkeiten. Rund 72 Prozent der Befragten fehlt es nach Selbsteinschätzung beispielsweise an Werkzeugen und Fähigkeiten, aus der Angebotsvielfalt bei Lebensmitteln die richtige Wahl zu treffen. Insgesamt zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während über die Hälfte der Frauen (53 Prozent) eine ausreichende Ernährungskompetenz besitzt, sind es bei den Männern gerade einmal 38 Prozent. Die Ergebnisse von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden sich dagegen nicht. Deutlich sind aber die Unterschiede in den Altersgruppen. In der Altersgruppe der Jungen (zwischen 18 und 24 Jahren) weisen lediglich 37,1 Prozent der Befragten eine ausreichende Kompetenz auf. Bildung und Einkommen hängen eng mit der Ernährungskompetenz zusammen. Je höher der Bildungsabschluss beziehungsweise das Einkommen der Befragten, desto höher auch die Ernährungskompetenz.

Die Ergebnisse sind vor dem Hintergrund großer gesellschaftlichen Herausforderungen wie beispielsweise einer wachsenden sozialen Ungleichheit, der Omnipräsenz ungünstig zu bewertender Lebensmittel und einem hohen Anteil von gering Literalisierten in Deutschland zu bewerten. Um die Ernährungskompetenz in Deutschland zu steigern, bedarf es einer breit angelegten, strukturierten und langfristigen politischen Strategie, so das Fazit der Studie. Das beinhalte ein Handeln auf der individuellen, der gesellschaftlichen und der institutionellen Ebene und umfasse auch die Lebensmittelindustrie und den Einzelhandel.

Ein wichtiges Instrument zur Stärkung der Ernährungskompetenzen sei der konsequente Ausbau der Ernährungsbildung im Sinne eines lebenslangen Lernens. Hierzu einen Beitrag zu leisten und Kitas, Schulen sowie Institutionen der Erwachsenenbildung in ihrem Bildungsauftrag wirksam zu unterstützen, hat sich das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) zum Ziel gesetzt. Der „Ernährungsführerschein“ für die Grundschule und die „SchmExperten“ für die weiterführenden Schulen sind nur zwei Beispiele für fertig ausgearbeitete Materialien zur Ernährungsbildung, die das BZfE Pädagoginnen und Pädagogen bundesweit zur Verfügung stellt. Auch für die Erwachsenenbildung kann der Ansatz der Food Literacy ein Schlüssel zum Erfolg sein. Das Kursleitermaterial „Buchstäblich fit“ für die Grundbildung unterstützt Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben, den komplexen Essalltag zu bewältigen und fördert gleichzeitig den Schriftspracherwerb. Pädagoginnen und Pädagogen, die sich im Bereich Ernährungsbildung fortbilden möchten, finden beim Bundeszentrum für Ernährung ein aktuelles und zukünftig wachsendes Angebot.

Dr. Barbara Kaiser, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Studie zur Ernährungskompetenz:

https://www.aok-bv.de/presse/pressemitteilungen/2020/index_23667.html

https://www.aok-bv.de/imperia/md/aokbv/presse/pressemitteilungen/archiv/2020/pk_food_literacy_studienbericht_160620.pdf

Links zu Angeboten des BZfE:

https://www.bzfe.de/inhalt/food-literacy-1390.html

https://www.bzfe.de/inhalt/lesen-und-schreiben-lernen-5259.html

https://www.bzfe.de/inhalt/bzfe-fortbildungen-33829.html

BZfE-Medien für Ernährungsbildung:

https://www.ble-medienservice.de/3941/der-ernaehrungsfuehrerschein-medienpaket

https://www.ble-medienservice.de/3979/schmexperten?number=3979

https://www.ble-medienservice.de/3980/schmexperten-in-der-lernkueche-ernaehrungsbildung-in-den-klassen-6-bis-8?number=3980

Tipp der Blog-Redaktion:

Dieser Wegweiser will nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern auch zur gesunden Ernährung beitragen… mehr erfahren, >>>hier klicken.     Anzeige

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Alternativen zu tierischen Produkten

Mehr Vielfalt gewünscht

Verbraucher greifen immer häufiger zu pflanzlichen Alternativen für Fleisch, Käse, Fisch und Meeresfrüchte. Allerdings sind sie häufig mit Preis-Leistungs-Verhältnis, Geschmack und Vielfalt des Angebots unzufrieden. Das hat eine Untersuchung von ProVeg International gezeigt – einer Organisation, die sich für die Interessen vegetarisch und vegan lebender Menschen einsetzt.

Für die Studie „European Consumer Survey on Plant-based Foods“ wurden im Jahr 2019 rund 6.200 Verbraucher aus neun europäischen Ländern interviewt. Die Befragten waren Veganer oder Vegetarier, die sich überwiegend oder ausschließlich von pflanzlichen Lebensmitteln ernähren und Flexitarier, die weniger Fleisch essen wollen.

Der Verzehr von veganen Lebensmitteln ist je nach Land sehr unterschiedlich. Besonders verbreitet ist der Konsum von Alternativen zu Kuhmilch wie Soja-, Hafer- und Mandeldrinks (93 %). In Belgien und dem Vereinigten Königreich essen je 67 Prozent der Befragten veganen Käse, in Frankreich sind es nur 42 Prozent. Rund 80 Prozent der Dänen und Briten kaufen Margarine und pflanzliche Alternativen statt Butter. Fleischersatzprodukte sind vor allem in Großbritannien und den Niederlanden beliebt (je 89 %). Pflanzliche Alternativen für Fisch und Meeresfrüchte (15 %) sowie klassische Eierspeisen wie Spiegel- oder Rührei (12 %) landen dagegen nur selten im Einkaufskorb.

Das liegt auch an dem geringen Angebot in den Supermarktregalen. Nach Ansicht der Verbraucher gibt es in fast allen Lebensmittelkategorien nicht ausreichend pflanzliche Ersatzprodukte auf dem Markt. Vor allem bei veganen Käseprodukten und rein pflanzlichen Fertiggerichten würden die Befragten mehr Auswahl im Supermarktregal begrüßen. Flexitarier wünschen sich vor allem Fleisch- und Wurstersatzprodukte, die mehr nach dem Original schmecken, während Vegetarier und Veganer ein größeres Angebot an veganen Backwaren und Schokolade schätzen würden.

Ersatzprodukte für tierische Lebensmittel haben sich seit ihrer Markteinführung deutlich weiterentwickelt. Sie sind längst keine Nischenprodukte mehr, sondern haben für eine breitere Verbraucherbasis an Attraktivität gewonnen, erklärt ProVeg. Verbesserungen in Geschmack und Textur seien jedoch nach wie vor erforderlich. So bestehe pflanzlicher Käse meist vor allem aus Öl und Stärke. Ohne Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Aromen, Farbstoffe oder Konservierungsstoffe kämen Käsealternativen in der Regel nicht aus. Teurere Optionen basierten auf fermentierten Nüssen. Das bringe mehr Geschmack, aber macht sie für preisbewusste Verbraucher weniger attraktiv.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://proveg.com/

https://www.bzfe.de/inhalt/vegane-lebensmittel-559.html

https://www.bzfe.de/inhalt/fleischersatzprodukte-33298.html

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Alleskönner Algen

Norwegen erforscht industrielle Produktion

Studiert man die neuesten Forschungsergebnisse aus Norwegen zur Produktion von Algen in großem Maßstab, ist eine gewisse Euphorie über den vielfältigen Nutzen dieser Seepflanzen deutlich zu spüren: vom gesunden Nahrungsmittel mit vielen wertvollen Nährstoffen über die Nutzung als Ausgangsmaterial als Plastikersatz bei der Herstellung von Flaschen und Verpackungen bis hin zum CO2-Konsument, den man als Speicher auf dem Meeresboden versenken kann – das alles können Algen.

Wurden sie bisher vorwiegend in Asien in großem Stil angebaut, besinnt sich nun Norwegen auf seine lang gestreckten Küsten mit vielen Fjorden, die ideal zum Anbau von Algen seien. Finanziert wird derzeit eine Studie vom Norwegischen Research Council, mit dem Ziel eine industrielle Herstellungsmethode zu finden, um den Anbau in großem Maßstab zu ermöglichen. Experimentiert wird mit Netzen, die es ermöglichen, große Ernten einzufahren. Noch ist die Produktion stark handarbeitsbasiert und deshalb limitiert, was den Anbauumfang angeht.

Die Wissenschaftler haben bereits drei Prototypen entwickelt und testen mit Computermodellen das Design verschiedener Techniken. Um zwei Millionen Tonnen Trockenmaterial zu erwirtschaften, werden 4.000 Quadratkilomenter Seefläche benötigt. Zum Vergleich: In Norwegen werden 1,3 Millionen Tonnen Getreide auf 2.800 Quadratkilometer Land produziert. Bei knappen Landressourcen scheint die Nutzungsmöglichkeit der Seefläche schier unendlich – vor allem dann, wenn offshore produziert würde. Landesweite Investitionen in die neue Technik würden es ermöglichen, entlang der Küste zahlreiche Produktionsbetriebe zu betreiben. Derzeit sei nur die Verwendung als Lebensmittel profitabel – aus 20 Millionen Tonnen ließ sich 100.000 Tonnen Protein extrahieren – doch in Zukunft werde die Verwendung als Tiernahrung oder Biomasse stärker an Bedeutung gewinnen, so die Wissenschaftler von SINTEF Ocean, ein norwegisches Institut, das die Studie koordiniert.

Die Vorzüge der Algen liegen auf der Hand: Ihr Protein- und Mineralstoffgehalt, ihr Gehalt an ungesättigten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie ihr Reichtum an Vitaminen macht Algen zu einem Nahrungsmittel, dass die Menschheit angesichts der steigenden Weltbevölkerung nicht links liegen lassen kann. Für küstenreiche Länder wie Norwegen bergen sie zudem eine wirtschaftliche Chance und können auch ihr ökologisches Potenzial zukünftig ausspielen, wenn der Anbau in großem Maßstab gelänge.

Friederike Heidenhof, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.foodnavigator.com/Article/2020/05/12/Norway-eyes-commercialisation-of-seaweed-farming

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Lebensstil ändern – Cholesterinwert senken

19. Juni war Tag des Cholesterins

Cholesterin ist notwendiger Bestandteil der Zellmembran, die äußere Umhüllung der Körperzellen, und dient als Ausgangsstoff für die Herstellung von bestimmten Hormonen. Außerdem wird aus Cholesterin in der Haut Vitamin D gebildet. Am meisten Cholesterin wird für die in der Leber stattfindende Umwandlung zu Gallensäuren benötigt.

Cholesterin ist also ein lebenswichtiger Stoff, der vom Körper selbst in ausreichender Menge gebildet wird. Dazu kommt das mit der Nahrung aufgenommene Cholesterin. Etwa 50 Prozent davon werden aus dem Darm aufgenommen, der Rest wird wieder ausgeschieden. Jede Zelle im menschlichen Körper reguliert ihren Bestand an Cholesterin sehr genau, auch die Leberzelle. Wird wenig Cholesterin mit der Nahrung aufgenommen, dann produziert die Leberzelle mehr Cholesterin. Wird viel Cholesterin aufgenommen, sinkt die Eigenproduktion der Leberzellen. So gleicht ein Regelmechanismus eine gesteigerte Aufnahme von Cholesterin mit dem Essen aus. Ab einer bestimmten Menge funktioniert dies aber nicht mehr, weil die Zellen die Anzahl der Andockstellen für Cholesterin vermindern, um nicht mit Cholesterin überladen zu werden. Die Folge: Cholesterin im Blut steigt an.

Wie so oft in der Natur, ist ein Zuviel nicht gut. Der Zusammenhang zwischen der Höhe des Serum-Cholesterins und kardiovaskulären Erkrankungen – also das Herz und Gefäßsystem betreffend – ist durch epidemiologische Studien eindeutig belegt. Aktuellen Untersuchungen zufolge trifft ein erhöhter Cholesterinspiegel, die Hypercholesterinämie, jeden 250. Bundesbürger und damit doppelt so viele wie lange angenommen. Aber nur rund 15 Prozent der Risikopatienten werden überhaupt erkannt, und das oft erst dann, wenn sich bereits ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall ereignet hat. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. zum „Tag des Cholesterins“ aufmerksam, der am 19. Juni stattfindet.

Die wasserunlöslichen Fette, die Lipide und das Cholesterin, werden im Blut in Komplexen mit Eiweiß (Protein), den Lipoproteinen, transportiert. Wichtig für das Verständnis der Bedeutung des Cholesterins sind zwei Lipoproteine:

1. Die Lipoproteine mit niedriger Dichte – im Englischen „Low-density-Lipoprotein“, abgekürzt LDL – umgangssprachlich das „schlechte Cholesterin“.

2. Die Lipoproteine mit hoher Dichte – im Englischen „High-density-Lipoprotein“, abgekürzt HDL – umgangssprachlich das „gute Cholesterin“.

Wir werden geboren mit einem durchschnittlichen LDL-Cholesterinwert von 40 Milligramm/100 Milliliter im Blut. Bei den meisten Menschen mit unserer heute üblichen Lebensweise bleibt es nicht dabei: Das LDL-Cholesterin steigt im Laufe des Lebens an. Bei einigen Menschen sind die Werte erblich bedingt schon im Kindesalter hoch.

Welche LDL- und HDL-Cholesterinkonzentrationen im Blut gelten als optimal? Wenn keine weiteren Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegen, empfehlen die Europäischen Leitlinien folgende Zielwerte:

  • LDL-Cholesterin weniger als 115 Milligramm/100 Milliliter.

Wer bereits einen Herzinfarkt hinter sich hat oder an einer anderen Gefäßkrankheit leidet, gilt als besonders gefährdet. Dann gilt:

  • LDL-Cholesterin unter 70 Milligramm/100 Milliliter.

HDL-Cholesterin sollte, wenn möglich,

  • über 40 Milligramm/100 Milliliter bei Männern und
  • über 45 Milligramm/100 Milliliter bei Frauen liegen.

Das sind jedoch nur Orientierungswerte. Ärzte ermitteln immer das Gesamtrisikoprofil eines Menschen für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, denn das ist ausschlaggebend dafür, wie der gemessene LDL-Cholesterinwert einzuschätzen ist.

Aber ob niedrig oder hoch: Ein gesundheitsförderlicher Lebensstil ist immer wichtig und hilfreich. Studien zeigen, dass gesund zu leben selbst bei erblich bedingt hohen Blutfettwerten im Laufe des Lebens von Nutzen ist. In 40 Prozent aller Cholesterinerhöhungen soll nach Angaben der Lipid-Liga eine falsche Ernährung die alleinige Ursache sein. Aber auch bei den anderen Ursachen des erhöhten LDL-Cholesterins ist eine Umstellung der Ernährung immer notwendig und die Grundlage einer Behandlung.

Gesundheitsförderlicher Lebensstil heißt generell: fettbewusst und Gemüse-betont essen, sportlich aktiv sein, Stress vermeiden, Übergewicht abbauen und nicht Rauchen. Fettbewusst essen heißt weniger gesättigte Fettsäuren, mehr einfach- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Und: Für eine Änderung des Lebensstils sowie eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten ist es nie zu spät.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.lipid-liga.de

https://www.ble-medienservice.de/1301/herzgesund-leben-cholesterinbewusst-essen

http://www.bzfe.de/inhalt/erhoehte-blutfettwerte-ein-risiko-fuer-herz-und-kreislauf-2026.html

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Gesund und fit im Alter

Mittelmeerkost fördert Darmflora

Eine mediterrane Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse kann gesundes Altern unterstützen. Die Mittelmeerkost wirkt sich offenbar positiv auf die Darmflora aus und verlangsamt auf diese Weise das Fortschreiten von körperlicher Gebrechlichkeit und geistigem Verfall. Das ist das Resultat einer Studie, die kürzlich in der britischen Fachzeitschrift „Gut“ erschienen ist.

An der Untersuchung nahmen 612 Menschen im Alter von 65 bis 79 Jahren aus fünf Ländern teil: Frankreich, Italien, die Niederlande, Polen und das Vereinigte Königreich. Für ein Jahr behielten sie entweder ihre üblichen Ernährungsgewohnheiten bei (289) oder aßen eine mediterrane Kost (323), die reich an Obst, Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten, Olivenöl und Fisch und arm an rotem Fleisch (z.B. Rind und Schwein) und gesättigten Fetten ist. Die sogenannte NU-AGE-Diät war speziell auf ältere Menschen zugeschnitten. Zu Beginn und nach zwölf Monaten wurde die Zusammensetzung der Bakterien im Darm, das sogenannte Darmmikrobiom bestimmt.

Im hohen Alter nehmen meist Entzündungsprozesse zu und die Körperfunktionen verschlechtern sich. Das kann der Beginn einer „Gebrechlichkeit“ sein. Dabei handelt es sich um ein komplexes Krankheitsbild, das sich in verschiedenen Symptomen wie langsame Gehfähigkeit, Muskelschwäche, rasche Erschöpfung und ungewolltem Gewichtsverlust äußert. In der Studie wurde das Ausmaß der Gebrechlichkeit anhand verschiedener Indikatoren wie Handgriffstärke und Gehgeschwindigkeit eingeschätzt.

Probanden, die sich ein Jahr lang mediterran ernährten, hatten eine deutlich gesündere Darmflora – unabhängig von der Nationalität. Der altersbedingte Rückgang der bakteriellen Diversität war geringer als bei der Vergleichsgruppe. Die größere Vielfalt unter den Darmbakterien stand mit verschiedenen Anzeichen für eine verringerte Gebrechlichkeit, eine verbesserte Gehirnfunktion und weniger schädliche Entzündungsprozesse im Körper in Zusammenhang. So fanden die Wissenschaftler zum Beispiel mehr Arten, die wertvolle kurzkettige Fettsäuren produzieren und antientzündliche Eigenschaften hatten.

Die positiven Veränderungen werden vor allem auf eine erhöhte Zufuhr an Ballaststoffen, den Vitaminen C, B6 und B9, den Mineralstoffen Kalium und Magnesium sowie den Spurenelementen Eisen, Mangan und Kupfer zurückgeführt. Alter und Körpergewicht hatten keinen nachweisbaren Einfluss auf das Mikrobiom.

Allerdings ist das Zusammenspiel zwischen Ernährung, Darmflora und Gesundheit sehr komplex und wird von vielen Faktoren beeinflusst, gibt das internationale Wissenschaftlerteam zu bedenken. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können keine ursächlichen Zusammenhänge nachgewiesen werden. Außerdem ist eine mediterrane Kost nicht für jeden geeignet. Viele ältere Menschen haben beispielsweise Zahnprobleme oder Schluckbeschwerden, die eine andere Ernährungsweise erfordern.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

http://dx.doi.org/10.1136/gutjnl-2019-319654

https://www.bzfe.de/inhalt/ue60-das-beste-alter-32671.html

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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Heimisches Beerenobst

Getrocknet das ganze Jahr genießen

Sommerzeit ist Beerenzeit: Erdbeeren aus heimischem Anbau gibt es bereits, in den kommenden Wochen folgen Johannis- und Himbeeren sowie Brombeeren und Heidelbeeren. Die süßen Früchte schmecken am besten, wenn sie Hochsaison haben. Wer das ganze Jahr über sein Müsli oder Joghurt mit heimischem Obst bereichern möchte, dem empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), die Beeren in der Hochsaison im Ofen oder Dörrautomaten zu trocknen. So wird das Obst haltbar und der Geschmack bis zu einem Jahr konserviert.

Trocknen ist eine uralte Konservierungsmethode: Durch Wärme und Luftzirkulation wird den Beeren Wasser entzogen, sodass sie nur noch acht bis zwanzig Prozent Restfeuchte enthalten. Mikroorganismen können sich nicht mehr vermehren und machen die Früchte damit haltbar. Durch den Wasserentzug konzentrieren sich auch einige Inhaltsstoffe wie Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe stark; auch das Aroma wird intensiver.

Zum Trocknen eignen sich nur Früchte ohne Schad- oder Druckstellen. Nach dem Waschen werden ein bis zwei Kilogramm einlagig auf einem Ofenblech verteilt oder in einen Dörrautomaten gegeben. Für die Variante im Ofen empfiehlt es sich, Backpapier oder einen Schamottstein (Pizzastein) zu verwenden. Erdbeeren werden je nach Größe halbiert oder in Viertel geschnitten, um ihre Dörrzeit zu verkürzen. Alle anderen Früchte bleiben ganz. Für eine gleichmäßige Trocknung sollten in einem Durchgang nur etwa gleich große Beeren derselben Sorte getrocknet werden. Bei 40 bis 60 Grad Umluft beginnt im Ofen nun der Trocknungsprozess, der je nach Beerengröße und -festigkeit zwischen 5 und 12 Stunden variieren kann. In dieser Zeit sollten die Beeren häufiger kontrolliert werden. Der Dörrprozess ist beendet, wenn das Obst noch leicht elastisch ist und beim Schneiden keine nassen Stellen mehr aufweist. Nun kann es abgekühlt in wiederverschließbaren Einmachgläsern dunkel und trocken gelagert werden. Geschmack und Aroma der Früchte halten sich so bis zu einem Jahr. Wer viele Früchte trocknen möchte, sollte aus ökonomischen Gründen anstelle des Backofens einen Dörrautomaten erwägen.

Weitere Informationen zum Trocknen von Obst, Gemüse und Kräutern unter https://www.bzfe.de/inhalt/trocknen-1349.html

www.bzfe.de / www.ble.de

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