Archiv der Kategorie: Forschung und Wissenschaft

Neuer Body-Adiposity-Index (BAI) ist nicht aussagekräftiger als altbekannter Body-Mass-Index (BMI)

Unter Führung von Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke und Norbert Stefan von der Medizinischen Klinik IV der Universität Tübingen haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) verschiedene Methoden zur Einschätzung des Körperfettanteils miteinander verglichen. Nach den aktuellen Ergebnissen ist eine Messung des Taillenumfangs besser geeignet, den prozentualen Körperfettanteil abzuschätzen, als der neue Body-Adiposity-Index (BAI), der in der Studie auch dem Body-Mass-Index (BMI) nicht überlegen war. Auch das Diabetes-Risiko lässt sich laut Studie präziser anhand des Taillenumfangs beurteilen.

Mehr dazu unter http://idw-online.de/de/news464069

Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, Informationsdienst Wissenschaft

 

Gefährliches Bakterium bekommt kalte Füße

Helmholtz-Forscher entwaffnen den nächsten Verwandten des Pesterregers.
In Europa entvölkerte die Pest einst ganze Landstriche, in Afrika, Südamerika und Indien tritt sie noch heute immer wieder auf. Die Erreger der Seuche sind Bakterien der Gattung Yersinia. Etwas weniger aggressive Verwandte dieses Erregers lösen auch in Deutschland jedes Jahr mehrere Tausend Fälle von Durchfallerkrankungen mit teilweise schweren Folgeerscheinungen aus. Wissenschaftler des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) haben gemeinsam mit Kollegen der Ruhr-Universität Bochum einen Mechanismus entdeckt, wie diese Bakterien ihre Waffen im Wirt anschalten.

Mehr Infos unter http://idw-online.de/de/news464117

Quelle: Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung, Informationsdienst Wissenschaft

Immunbremse aktiviert Viren

Gerät das Immunsystem in einen Stress-Zustand kann dies dazu führen, dass sich gefährliche Viren nahezu ungehindert vermehren.

Neue Forschungsergebnisse

Kürzlich wurde veröffentlicht, dass Forscher der Universität Heidelberg zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Versuchen nachgewiesen haben, welche Auswirkungen Immunsuppressionen auf die Entwicklung von Viren haben. Sie fanden heraus, dass sich bei Behandlung von mit Hepatitis-Viren infizierten Leberzellen im Labor mit immundämpfenden Mitteln die Hepatitis-Viren sich deutlich stärker vermehrten.

Die Ursachen der Viren-Vermehrung

Der Grund: Die Immunsuppression blockiert die Synthese von Erbgutbausteinen. Dadurch komme es zum Stresszustand in den Zellen. Dies führe dazu, dass ein Stressprotein (namens p38) aktiviert werde, welches wiederum die Vermehrung der Hepatitis-Viren aktiviere. (Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum)

Fazit:

Damit wird die doppelte Brisanz gegenüber Viren, und wohl auch Bakterien, klar: Neben einer angeborenen oder durch Infekte erworbene Immunschwäche kann es passieren, dass unter bestimmten Umständen zusätzlich die Vermehrung der Antigene angefacht wird. Ein Grund mehr dafür, den Organismus mit natürlichen Mitteln bei seiner Arbeit zu unterstützen.

Josef Senn, Redaktion mediportal-online

 

Heckenrose bei Arthroseschmerzen?

Kann die Pflanze den Entzündungsvorgang beeinflussen?

Bei der Behandlung von arthrotischen Gelenkschmerzen hat sich das Pulver aus den Hagebutten der Heckenrose (Rosa canina) bewährt (1). Entzündungen der Gelenkschleimhaut spielen bei der Entstehung von Arthrose eine vermutlich entscheidende Rolle. Im Rahmen des Entzündungsvorganges wandern Immunzellen (Makrophagen) in die Gelenkschleimhaut ein und setzen Eiweiße, sogenannte Interleukine, frei. Wie das Pulver aus der Heckenrose Einfluss auf diesen Vorgang nehmen könnte, wurde jetzt weiter untersucht (2).

Weitere Infor unter http://www.carstens-stiftung.de/artikel/wirkmechanismus-der-heckenrose-rosa-canina-bei-arthroseschmerzen.html

Quelle: Carstens-Stiftung

Typ-1-Diabetes spezifische Antikörper entwickeln sich besonders im frühen Kindesalter

Neun Monate bis zwei Jahre – in diesem Alter treten am häufigsten Antikörper gegen die Insulin produzierenden Betazellen auf. Kinder, die in diesem frühen Alter Antikörper entwickeln, haben wiederum ein sehr hohes Risiko bis zum zehnten Lebensjahr an Typ-1-Diabetes zu erkranken. Diesen konkreten Zusammenhang zwischen Inzidenz der sogenannten Inselautoimmunität* und dem Lebensalter konnten Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München erstmals herstellen. Das Ergebnis zeigt Ansatzpunkte um möglichst frühe Präventionsstrategien und Immuntherapien gegen Typ-1-Diabetes zu entwickeln (Online ahead of print, Diabetologia).

Der Entwicklung von Typ-1-Diabetes, einer der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter, geht eine Phase der Inselautoimmunität* voraus. Prof. Anette-Gabriele Ziegler vom Institut für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München und ihren Kollegen der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München ist es gelungen, einen konkreten Zeitraum einzugrenzen: Zwischen neun Monaten und zwei Jahren treten am häufigsten Antikörper auf. „Neu ist auch die Erkenntnis, dass in den ersten sechs Lebensmonaten fast keine Antikörper nachgewiesen werden konnten“, erklärt Ziegler. Antikörper bilden sich gegen bestimmte Bestandteile der Insulin produzierenden Betazellen im Pankreas – und greifen diese an.

„Diese Ergebnisse machen deutlich, dass Präventionsstrategien und Immuntherapien insbesondere für das frühe Kindesalter entwickelt werden müssen“, sagt Ziegler. Damit, so hoffen die Forscher, ließe sich der drastisch steigenden Zahl an Typ-1-Diabetes-Erkrankungen entgegen wirken.

Weitere Informationen

Hintergrund: * Inselautoimmunität: Vorhandensein von körpereigenen Antikörpern, die sich gegen Bestandteile der Insulin produzierenden Betazellen richten

Original-Publikation: Ziegler, AG et al. (2012), Age-related islet autoantibody incidence in offspring of patients with type 1 diabetes, Diabetologia, Epub ahead of print. Link zur Fachpublikation: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22289814

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 31.000 Beschäftigten angehören.  www.helmholtz-muenchen.de

Das Institut für Diabetesforschung (IDF1) befasst sich mit der Pathogenese und Prävention sowohl von Typ-1-Diabetes als auch Gestationsdiabetes. Es untersucht Mechanismen, die zur Initiierung und Progression der Erkrankungen führen und erforscht Gen-Umwelt-Interaktionen, die zur Entwicklung von Diabetes führen. In präklinischen Modellen werden Mechanismen untersucht, die Insel-Autoimmunität initiieren, sowie Präventionsstudien durchgeführt. Ziel ist die Identifizierung von Markern für die frühe Diagnose des Typ-1 und Typ-2-Diabetes und die Entwicklung von Interventionsstrategien.

Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 460 Professorinnen und Professoren, 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (einschließlich Klinikum rechts der Isar) und 26.000 Studierenden eine der führenden technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunktfelder sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften, Medizin und Wirtschaftswissenschaften. Nach zahlreichen Auszeichnungen wurde sie 2006 vom Wissenschaftsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Exzellenzuniversität gewählt. Das weltweite Netzwerk der TUM umfasst auch eine Dependance in Singapur. Die TUM ist dem Leitbild einer unternehmerischen Universität verpflichtet.

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung e.V. bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Mitglieder des Verbunds sind das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, die Paul Langerhans Institute des Carl Gustav Carus Universitätsklinikums Dresden und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen sowie die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz Antworten auf offene Fragen in der Diabetesforschung zu finden und einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung von Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten.

Quelle:

Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg, www.helmholtz-muenchen.de, Aufsichtsratsvorsitzende: MinDir´in Bärbel Brumme-Bothe, Geschäftsführer: Prof. Dr. Günther Wess und Dr. Nikolaus Blum, Registergericht: Amtsgericht München HRB 6466, USt-IdNr: DE 129521671.

 

Tinnitus: Hilfe durch Internet-Therapie

Internetbasiertes Selbsthilfetraining bei Tinnitus ist so erfolgreich wie Gruppentherapie – Ergebnisse einer deutsch-schwedischen Studie.

Quellen: Johannes Gutenberg Universität Mainz, Informationsdienst Wissenschaft (idw)

Zum wissenschaftlichen Nachweis der Homöopathie

Eine der größten Auseinandersetzungen in der Wissenschaft könnte schon bald Geschichte werden: Die Behauptung, die Homöopathie lasse sich wissenschaftlich nicht nachweisen. Immer mehr Untersuchungen kommen zu einem anderen Ergebnis.

Die schulmedizinischen Vertreter der Wissenschaft behaupten seit jeher, die Homöopathie lasse sich wissenschaftlich nicht belegen. Deshalb gehe von ihr keine Heilwirkung aus. Vielmehr handele es sich allenfalls um einen Placebo-Effekt. Das Hauptargument dieser materiell denkenden Wissenschaft: Homöopathisch potenzierte Mittel enthalten keine pharmakologisch wirksamen stofflichen Bestandteile der Grundsubstanz.

Anhänger der Homöopathie behalfen sich in dieser Situation damit, dass sie mehr den erlebten Erfolg mit einer homöopathischen Therapie in den Vordergrund rückten, auch ohne den Stempel der Wissenschaft. Und selbst, wenn sich Menschen noch eine Heilwirkung einbilden können, scheitere dieses Argument spätestens bei Tieren.

Die Wissenschaftler unter den Anhängern der Homöopathie ließ dies natürlich keine Ruhe. Sie suchten weiter und wurden fündig. Einer von Ihnen ist der Physiker Dr.sc.nat. Stephan Baumgartner, Universität Bern. Ihm gelang es in Experimenten mit Wasserlinsen Effekte mit Hochpotenzen zu erreichen. Und Wasserlinsen können sich nun wirklich nichts einbilden.

In einem Interview mit dem Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte erläutert er die Grundlagen und Vorgehensweise seiner hochwissenschaftlichen Untersuchungen. Außerdem gibt er einen schönen Überblick zu einer Vielzahl von aktuellen Forschungsergebnissen.

Das sehr zur Lektüre empfehlenswerte dreiteilige Interview findet sich unter http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3284

Josef Senn, Redaktion mediportal-online

 

Alzheimer Demenz: früher erkennen, besser behandeln

Ein hoch sensitiver Test für die Eiweiß-Aggregate von beta-Amyloid im Nervenwasser ermöglicht eine zuverlässige und frühe Diagnose der Alzheimer Demenz und erhöht damit den Erfolg der Therapie. Der beta-Amyloid-Spiegel nimmt in dem Maße zu, wie das Gedächtnis und andere kognitive Funktionen beeinträchtigt sind.

Quelle: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Informationsdienst Wissenschaft (idw)

 

Lebererkrankungen nehmen zu

Die Leber hat für unseren Organismus eine große Bedeutung. Sie ist auf der einen Seite daran beteiligt, dass die Nahrung für unseren Körper nutzbar umgebaut wird. Sie bildet eine Vielzahl von Stoffen wie Hormone, Gerinnungsfaktoren, Verdauungsenzyme etc. Andererseits wirkt sie an der Entgiftung maßgeblich mit. Ein zentrales Organ also.

Umso wichtiger gilt es zu beachten, dass jeder vierte Erwachsene an einer Fettleber leidet, so eine aktuelle Veröffentlichung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Und dort warnt die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) vor einer starken Zunahme der Lebererkrankungen, insbesondere vor dem Hintergrund der Fettleber.

Quelle: http://idw-online.de/de/news462260

Die Fettleber ist Eingangsstufe zu so Erkrankungen wie Leberzirrhose und Leberkrebs. Aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen können durch eine kranke Leber bedingt sein.

Die Behandlung der Leber gehört zum Standard einer ganzheitlichen Vorsorge.

Josef Senn, Redaktion mediportal-online

 

Nach Herzinfarkt oder Schlaganfall viel trinken?

Wie die Westfälische Wilhelms-Universität Münster jetzt mitteilt, haben Studien ergeben, dass derjenige, der nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall viel trinkt, das Rückfall-Risiko reduziert.

Quelle: http://idw-online.de/de/news462274

Allerdings gilt das nicht generell. Bei Nierenleiden oder Herzschwäche kann zu viel trinken gefährlich werden. Auf jeden Fall sollte die Trinkmenge gut mit dem Therapeuten abgeklärt und abgewogen werden. Auch darauf weist die Veröffentlichung hin.

Josef Senn, Redaktion mediportal-online