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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Gesunder Lebensstil für alle

Den Menschen im Blick halten

Wie lassen sich die Deutschen zu einem Lebensstil motivieren, mit dem sie gesund alt werden können? Und wer ist dafür verantwortlich: Politik oder Wirtschaft, Ernährungsfachkräfte, Lehrer und Erzieher oder doch jeder Mensch für sich selbst? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft und Praxis des 3. BZfE-Forums anlässlich der Bonner Ernährungstage. Die Botschaft: Wir schaffen es nur gemeinsam und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, um der Zunahme von Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes den Kampf anzusagen.

Eines dieser Mittel ist die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten. „Uns ist wichtig, dass wir einen breiten Konsens haben. Die Strategie wurde deshalb gemeinsam mit Ärzten, Verbraucherschützern, Ernährungswissenschaftlern, dem Handel und Lebensmittelherstellern entwickelt“, betonte Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, in seiner Begrüßungsrede. Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung und Einführung einer Nähwertkennzeichnung, die sich nun auf der Zielgeraden befindet.

Das sind aber nur Steine im Mosaik auf dem Weg zu einem gesellschaftlichen Wandel in Sachen gesunder Lebensstil. Es tut sich etwas in Deutschland und das ist auch dringend notwendig, denn: „Weltweit sterben vorzeitig mehr Menschen an den Folgen einer unausgewogenen Ernährung als an irgendeiner anderen Ursache. In Deutschland ist sie allein für 46 Prozent aller Todesfälle verantwortlich, die durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht wurden“, so Professor Stefan Lorkowski von der Universität Jena. Um hier gegenzusteuern, gebe es kein Allheilmittel. Weder reformulierte Lebensmittel mit weniger Zucker, Fetten und Salz noch eine Nährwertkennzeichnung allein könnten es richten. Sie sind aber wichtige Elemente eines notwendigen Maßnahmen-Mix.

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Nudging: Gesunde Trigger

Ein weiteres Mittel ist das sogenannte Nudging, das Menschen ohne Zwang zu einem allgemein als vorteilhaft anerkannten Verhalten „anstupsen“ kann: „Ein Apfel ist im Vergleich zum Schokoriegel ohne Zweifel das gesündere Lebensmit-tel. Wenn er an der Kasse der Kantine oder im Supermarkt genau vor meiner Nase liegt – und nicht nur der Schokoriegel – erleichtert mir das die gesündere Wahl“, erläuterte Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), das Prinzip.

Niederländisches Beispiel als Vorbild?

Wie Nudging funktionieren kann, wenn alle an einem Strang ziehen, demonstrierte Dr. Kai Purnhagen von der Universität Wageningen mit einem Beispiel aus den Niederlanden: Beim Nationalen Aktionsplan Gemüse und Früchte arbeiten Ministerien, Industrie, Wissenschaft und Medien zusammen und machen Verbrauchern mit kreativen Kampagnen diese Lebensmittel schmackhaft: Beim Hausarzt, in Schulen, im Supermarkt, auf Events und zur besten Sendezeit im Fernsehen. „Hier haben es unsere Nachbarn ganz offensichtlich geschafft, ihre verschiedenen, durchaus legitimen Interessen für ein vorher definiertes und verbindliches Ziel unter einen Hut zu bringen“, sagte Dr. Margareta Büning-Fesel, Leiterin des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE). Dieses Beispiel zeige außerdem, dass Nudging nicht als Ersatz, sondern als hilfreiche Ergänzung zur Ernährungsbildung und -information gedacht ist.

Unternehmen als Präventionsorte

Als ideales Setting für solche und alle anderen Maßnahmen rücken zunehmend auch Unternehmen in den Fokus, denn hier lässt sich theoretisch die Hälfte der deutschen Bevölkerung erreichen. Mit dem Präventionsgesetz hat die Betriebliche Gesundheitsförderung neuen Schub erlangt „aber hier geht noch deutlich mehr“, stellte Professorin Annegret Flothow von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg fest. „In den Unternehmen erreichen wir nämlich nicht nur Menschen, die sich sowieso schon für Gesundheit interessieren, sondern auch diejenigen, die sich nur wenig Gedanken darüber machen.“

Am Ende des Tages brachte Dr. Büning-Fesel die Erkenntnisse für Wege zu einem gesünderen Lebensstil auf den Punkt: „Ob betriebliche Gesundheitsförderung, Nudging, Reformulierung oder Verbraucheraufklärung und -beratung: „Bei allem, was wir tun, müssen wir immer die Fragen im Blick behalten: Wie und womit erreichen wir die Menschen in ihrem Alltag? Welche Hilfestellung benötigen sie in Mensa oder Kantine, beim Lebensmitteleinkauf oder der Essenszubereitung zuhause? Und wie können wir neue Medien und digitale Tools so in unsere Arbeit integrieren, dass wir deren Chancen für unsere Ziele nutzen?“

Ohne Veränderungswille keine Entwicklung

BLE-Präsident Eiden appellierte an alle Ernährungsfachleute: „Uns eint das Ziel, den Menschen einen Ernährungs- und Lebensstil nahe zu bringen, mit dem sie gesund bleiben und gesund alt werden können. Das bedeutet in sehr vielen Fällen: Veränderung. Die Dinge werden nicht besser, wenn alles so weitergeht wie bisher“.

Damit auch künftig Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis gebaut werden können, werden die brennenden Fragen bei den 4. Bonner Ernährungstagen eine zentrale Rolle spielen, die für den 2. und 3. September 2020 geplant sind. Dann, wenn es nicht nur um einen gesunden Lebensstil für jeden Einzelnen geht, sondern um den Speiseplan der Zukunft, der zugleich nachhaltig sein und unser Klima schützen soll.

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Weitere Informationen unter www.bzfe.de

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Artenvielfalt von Darmbakterien hält gesund

Darmmikrobiom bei Übergewicht verändert

Es ist bekannt, dass Übergewichtige ein deutlich erhöhtes Risiko haben, auch an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Tatsächlich sind 86 Prozent aller Patientinnen und Patienten mit diesem Diabetes-Typ übergewichtig.

Genetische Veranlagung, Lebensstil, wie etwa Ernährung und Bewegung, aber auch die Zusammensetzung der Darmbakterien spielen hierbei eine Rolle. Denn die Bakterien im Darm, das sogenannte Darmmikrobiom, helfen dem Menschen bei der Nahrungsverarbeitung und haben damit direkten Einfluss auf den Stoffwechsel.

Bei Menschen mit Übergewicht ist die Vielfalt der Darmbakterien im Vergleich zu normalgewichtigen Menschen deutlich verringert. Insbesondere „gute“ Darmbakterien, die Funktionen für einen gesunden Stoffwechsel erfüllen, sind reduziert.

Wissenschaftler am Institut für Klinische Molekularbiologie (IKMB) der Medizinischen Fakultät an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben die Zusammenhänge von Genetik, Ernährung und Mikrobiom erforscht. In einer jüngst erschienenen Arbeit weist das IKMB-Forschungsteam gemeinsam mit internationalen Kollegen Veränderungen des Mikrobioms nach, die mit Übergewicht zusammenhängen, und geringere Veränderungen, die spezifisch mit Typ-2-Diabetes zusammenhängen. „Da Typ-2-Diabetes meistens mit Übergewicht zusammen auftritt, ist es schwierig zu unterscheiden, welche Veränderungen der Darmbakterien spezifisch nur für Typ-2-Diabetes sind und welche für das Übergewicht“, erklärt Professor Andre Franke, Direktor am IKMB. Und weiter: „Wenn wir genauer verstehen, was diese Veränderungen im Mikrobiom konkret bewirken und welche Bakterien hier die wichtigen Akteure sind, dann können wir da in Zukunft gezielt angreifen und so die jeweilige Krankheit oder vielleicht auch ihre Entstehung beeinflussen“, erklärt Franke.

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Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), Braunschweig, fanden heraus, dass im Durchschnitt pro Person über 20 Bakterienarten in der Darmflora in der Lage sind, Butyrat – die Hauptenergiequelle der Darmzellen – zu bilden. „Unsere Untersuchungen konnten zeigen, dass viele Bakterien die für uns so wichtige Fettsäure produzieren“, sagt Dr. Marius Vital, Teammitglied der Arbeitsgruppe Molekulare Interaktionen und Prozesse. „Diese große Artenvielfalt an Butyrat-bildenden Bakterien hilft, eine funktionelle Stabilität des Darmmikrobioms im Alltag zu erhalten und auch grobe Störungen wie eine Antibiotikabehandlung zu reduzieren.“ Auch die Ernährung zeige einen Einfluss auf das Vorhandensein von Butyrat-bildenden Bakterien, die bei pflanzenhaltiger Ernährung zunehmen – im Vergleich zu einem übermäßigen Verzehr von fleischhaltigen Nahrungsmitteln, so Vital.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.mta-dialog.de/darmmikrobiom-bei-uebergewicht-und-medikamenteneinnahme-veraendert.html

https://www.mta-dialog.de/artenvielfalt-der-guten-darmbakterien-haelt-uns-gesund.html

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Trainermanual Adipositas

Mit alltagstauglichen Übungen dauerhaft Essverhalten ändern

Etwa 1,9 Millionen der 3- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind laut Ergebnissen der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (KIGGS-Studie Welle 2, 2014 bis 2017) übergewichtig, davon 800.000 adipös. Therapie- oder Präventionsangebote für übergewichtige Kinder und Jugendliche gibt es jedoch kaum. Hier setzt das Trainermanual der Konsensgruppe Adipositasschulung für Kinder und Jugendliche (KgAS) an, das alltagstaugliche Übungen vorstellt, mit denen Betroffene dauerhaft ihr Ess- und Ernährungsverhalten ändern können. Das Trainermanual liefert ein interdisziplinäres Schulungskonzept und ist sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Behandlung einsetzbar. Es basiert auf den Leitlinien der AGA (Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter) und beinhaltet die praktischen Erfahrungen von über 50 Adipositastrainern.

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Das vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) herausgegebene Trainermanual besteht aus einem Grundlagenteil und vier Schulungsbereichen: Ernährung, Bewegung, Psychosoziales und Medizin. Die Broschüren enthalten wichtige Vorschläge für die Durchführung aller Schulungseinheiten, einen großen Fundus an Übungen und Arbeitsmaterialien, Material für die begleitende Elternschulung sowie für das Qualitätsmanagement und die Evaluation. Das Konzept wurde komplett überarbeitet und die Inhalte auf den aktuellen wissenschaftlichen Stand gebracht. So untergliedern sich die Schulungsbereiche in verschiedene Themen und Bausteine. In den Bausteinen werden Teilaspekte eines Themas behandelt. Zur Vertiefung der Inhalte gibt es Übungen und Material, die jeweils auf die Kinder, Jugendlichen oder Eltern ausgerichtet sind.

Die beiden ersten Bausteine „Trainermanual Adipositasschulung für Kinder und Jugendliche – Grundlagen“ und das „Trainermanual Adipositasschulung für Kinder und Jugendliche – Ernährung“ sind ab sofort im Onlineshop des BZfE erhältlich unter: www.ble-medienservice.de.

www.bzfe.de

„Trainermanual Adipositasschulung für Kinder und Jugendliche – Grundlagen“, A4, 144 Seiten, 3. Auflage 2019, Bestell-Nr. 1657, Preis: 12,00 Euro

„Trainermanual Adipositasschulung für Kinder und Jugendliche – Ernährung“, A4, 148 Seiten, 3. Auflage 2019, Bestell-Nr. 1653, Preis: 17,50 Euro.

www.ble-medienservice.de

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Thalassämie – eine „neue“ Blutarmut

Ernährung spielt eine wichtige Rolle

Thalassämie ist griechisch und bedeutet „Mittelmeerblutarmut“. Bei dieser Erkrankung, die hierzulande bisher kaum bekannt war, ist die Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin teilweise oder vollständig gestört. Mögliche Symptome sind Müdigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, kalte Hände und Füße, Brustschmerzen, geringer Appetit, dunkler Urin und Herzrhythmusstörungen.

Es gibt verschiedene Abstufungen: Verläuft die Erkrankung mild, ist keine Therapie notwendig. Schwerere Formen benötigen mehr oder weniger regelmäßige Bluttransfusionen, um Lebensdauer und -qualität zu erhalten. Thalassämie ist vor allem in Südostasien, Afrika, einigen Mittelmeerländern und im Mittleren Osten verbreitet. Durch Migration, Flucht und Mischehen ist die Erbkrankheit inzwischen aber auch in Mitteleuropa von Bedeutung. Da sich die Erkrankung auf den Eisenhaushalt auswirkt, spielt sie auch für die Ernährungsberatung eine Rolle.

Anders als bei Eisenmangelanämien ist bei Thalassämien zu viel Eisen kritisch. Denn als Folge der Bluttransfusionen reichert es sich in den Organen (v.a. Herz, Leber und bestimmten Hormondrüsen) an, die dadurch nach und nach ihre Funktion verlieren. Komplikationen können zum Beispiel Herzerkrankungen, Wachstumsverzögerungen, Entwicklungsstörungen, Diabetes mellitus und Knochenerkrankungen sein. Der menschliche Körper hat selbst keine Möglichkeit, überschüssiges Eisen abzugeben. Deshalb kommen Eisenbinder, so genannte Chelate, in der Therapie zum Einsatz.

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Wegen der Begleiterkrankungen und einer Tendenz zu Mangelernährung benötigen Betroffene eine individuelle Ernährungsberatung. Patienten, die keine Bluttransfusion erhalten, sollten eine moderat eisenreduzierte Kost einhalten und dabei vor allem mit Eisen angereicherte Lebensmittel (auch Fertigprodukte) und große Mengen an rotem Fleisch meiden. Patienten, die Bluttransfusionen erhalten und Chelate einnehmen, benötigen keine eisenarme Ernährung, sollten aber auf eine insgesamt ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten achten, möglichst wenig Alkohol zu sich nehmen, sich ausreichend bewegen und nicht rauchen. Kritische Phasen sind Wachstum und Schwangerschaft.

Eine Blutarmut aufgrund von Thalassämie ist zwingend von einer Eisenmangelanämie zu unterscheiden – eine genaue ärztliche Diagnose ist also wichtig. Die Zusammenhänge zwischen Thalassämie und Ernährung beschreibt der gleichnamige Artikel in der kürzlich erschienenen Ausgabe 3-2019 der Fachzeitschrift von „Ernährung im Fokus“ ausführlich.

Ruth Rösch, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Ein Einzelheft der Ausgabe 3/2019 der Zeitschrift „Ernährung im Fokus“ mit der Bestell-Nr. 5983 erhalten Sie für 4,50 Euro.  https://www.ble-medienservice.de/5983/ernaehrung-im-fokus-03-2019?number=5983

Das Jahresabo „Ernährung im Fokus“ hat die Bestell-Nr. 9104. Sie können zwischen verschiedenen Varianten wählen. https://www.ble-medienservice.de/9104/ernaehrung-im-fokus-das-abo?number=9104

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Apps rund um Ernährung und Bewegung

IN FORM stellt die besten vor

Das Angebot an Anwendungen für alle Arten von Smartphones ist nahezu grenzenlos. Weit vorn: Apps rund um die Gesundheit.

Der Markt für Gesundheitsapps boomt – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. 2017 hat der Branchenverband Bitcom e.V. Smartphone-Nutzer nach ihrem Interesse an Gesundheitsapps befragt. Fast jeder zweite Befragte nutzte bereits eine solche App. Am beliebtesten waren dabei Apps, die ausschließlich Körper- und Fitnessdaten wie etwa Herzfrequenz, Blutdruck oder gegangene Schritte aufzeichnen. Sie wurden von 27 Prozent der Befragten App-Nutzer eingesetzt. Apps, die über Gesundheits-, Fitness- Gewichts- oder Ernährungsthemen informieren, kamen auf 20 Prozent. Geringer mit damals 11 Prozent war das Interesse an Anwendungen, die auf der Grundlage aufgezeichneter Körper- und Fitnessdaten Motivations- oder Verhaltensvorschläge geben.

Die besten Apps rund um gesunde Ernährung und Bewegung für Smartphone oder Tablet stellt IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung vor und gibt in einem Service-Beitrag Tipps, worauf bei der Nutzung von Apps zu achten ist.

Den Beitrag „Apps im Alltag – das sollten Sie beachten“ und die Liste der von IN FORM vorgestellten Apps finden Sie hier: https://www.in-form.de/serien/details/apps-6/

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Wasserspender

Hygienisch einwandfrei halten

Unser Trinkverhalten hat sich erheblich verändert – zumindest scheint es so zu sein: Junge Menschen gehen kaum noch aus dem Haus, ohne eine Wasserflasche dabei zu haben. Es gibt Schulen, die erlauben ihren Schülern das Trinken während des Unterrichts und nicht selten bestellt Frau/Mann von Welt gleich ein Glas Wasser mit zum Kaffee.

Auch in Praxen, im Einzelhandel oder an Standorten mit Wartebereichen findet man immer häufiger freistehende Wasserspender, sogenannte Botteled Watercooler. Die Branche verzeichnet eine stetig steigende Nachfrage. Meist sind die wieder befüllbaren Polykarbonat- oder PET-Wasserbehälter mit sogenannten Gallonen (circa 19 Liter) bestückt, die in der Regel kopfüber auf den Spender aufgesetzt werden. Die gängigen Wasserarten für Watercooler sind Quellwasser, Umkehrosmose-Wasser oder Tafelwasser. Die Behandlung des Ausgangswassers erfolgt vor der Abfüllung mit verschiedenen Verfahren wie Enteisung, Filterung oder Wasserenthärtung. Auf Knopfdruck spenden Watercooler vorwiegend stilles Wasser, welches je nach Modell gekühlt oder raumtemperiert gezapft werden kann.

Eine willkommene Erfrischung für denjenigen, der ohne Wasserflasche aus dem Haus gegangen ist – aber auch hygienisch unbedenklich? Aus rechtlicher Sicht sind diese Wässer Lebensmittel. Personen/Einrichtungen, die Wasserspender für ihre Kundschaft aufstellen, sind für die Sicherheit des abgegebenen Wassers mitverantwortlich und müssen dafür Sorge tragen, dass die freistehenden Wasserspender so betrieben werden, dass das Wasser nicht nachteilig beeinflusst wird.

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Dazu sagt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin: „Wasser ist nicht keimfrei. Daher kann der Keimgehalt von Wasser in Behältern ansteigen, insbesondere bei erhöhter Umgebungstemperatur (zum Beispiel durch sommerliche Temperaturen oder Sonneneinstrahlung). Darüber hinaus können Krankheitserreger in das abgefüllte Wasser gelangen, wenn die Zapfanlagen nicht ausreichend gereinigt oder gewartet werden und dadurch verunreinigt sind. Deshalb kann der Konsum dieses Wassers für Menschen, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation, ihres noch jungen beziehungsweise schon hohen Alters oder wegen der Einnahme bestimmter Medikamente für Infektionen besonders empfänglich sind, bei falscher Handhabung der Wasserspender zu einem Gesundheitsrisiko werden“.

Der Verband der deutschen Wasserspenderindustrie (German WaterCooler Association e.V.,GWCA) verpflichtet seine Mitgliedsunternehmen zur Einhaltung und Umsetzung der national und international geltenden Qualitätsstandards. Die Einhaltung der von allen Bundesländern anerkannten Hygienekodizes ist Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der GWCA. Alle auditierungspflichtigen Mitglieder unterliegen der regelmäßigen Qualitätskontrolle durch ein unabhängiges und fachkundiges Institut.

Worauf kann man selbst achten?

  • Die Geräte sollten an einem kühlen, schattigen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung aufgestellt sein.
  • Sauberkeit und Ordnung rund um den Wasserspender können ein Hinweis auf einen hygienebewussten Umgang mit Wasserspendern und eine klar geregelte Verantwortung für die Pflege der Geräte sein.
  • Unbenutzte Trinkbecher müssen vor Verunreinigungen geschützt und ein Zurückstellen benutzter Trinkbecher sollte unmöglich sein.
  • Nach den Leitlinien der GBWA müssen die Geräte regelmäßig gewartet und gereinigt werden (bis zu viermal pro Jahr). Die zuletzt durchgeführte Wartung kann dann an der Wartungsplakette am Gerät abgelesen werden.
  • Am sichersten sind Einweg-Gallonen-Systeme. Bei denen ist der Ausguss direkt in die fertige Gallone installiert. Ist der Wasserspeicher leer, wird das System mitsamt des Ausgusses entsorgt.

Wünschenswert wären natürlich Papp- statt Plastikbecher. Ganz Clevere füllen ihre eigene Trinkflasche auf.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

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Weitere Informationen:

https://www.bfr.bund.de/cm/350/hygienischer-betrieb-von-freistehenden-wasserspendern.pdf

https://ec.europa.eu/food/sites/food/files/safety/docs/biosafety_fh_guidance_guidelines_water_coolers.pdf

https://gwca.eu

DIN 6650-9: Getränkeschankanlagen – Teil 9: Freistehende Wasseranlagen (kostenpflichtig) – https://www.beuth.de/de/norm/din-6650-9/122019677

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Stressesser und Stresshungerer

Alternativen bei Gelüsten

Der eine futtert bei Stress hemmungslos Schokolade oder Chips und verschlingt in kurzer Zeit jede Menge Snacks. Dem anderen schlägt Hektik, Ärger oder Kummer auf den Magen, der sich anfühlt wie zugeschnürt.

Hier können flüssige oder weiche Lebensmittel wie Joghurt, ein Glas Saft oder ein Smoothie helfen. Sie können den Appetit steigern und sind leicht zu schlucken. Stressesser beruhigt häufig schon etwas zu kauen, zum Beispiel ein zuckerfreies Kaugummi oder Gemüsesticks zum knabbern.

Auf jeden Fall, gilt es bei beiden Esstypen, nicht in einen Stresskreislauf zu geraten. Dazu gibt es verschiedene Ansätze des Stressmanagements, die das Bundeszentrum für Ernährung auf der Seite https://www.bzfe.de/inhalt/essen-und-psyche-1994.html vorstellt.

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Honig – ein beliebtes Naturprodukt

Einheimische Erzeugung deckt Nachfrage nicht

Immerhin 76 Prozent der europäischen Lebensmittelerzeugung hängen von der Bestäubung durch Bienen ab. Die Bedeutung der Bienen für die Menschheit ist so elementar, dass die Vereinten Nationen jeweils am Weltbienentag am 20 Mai daran erinnern. Grund genug, sich auch das Produkt dieses Insekts näher anzuschauen.

„Honig ist der natursüße Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen oder Sekrete lebender Pflanzenteile oder sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, durch Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen umwandeln, einlagern, dehydratisieren und in den Waben des Bienenstocks speichern und reifen lassen“ – so kompliziert definiert die Honigverordnung, was unter Honig zu verstehen ist. Einfacher ausgedrückt: Honig besteht im Wesentlichen aus verschiedenen Zuckerarten, insbesondere aus Fructose und Glucose sowie aus organischen Säuren, Enzymen und beim Nektarsammeln aufgenommenen festen Partikeln.

Rund ein Kilogramm konsumiert der deutsche Verbraucher pro Kopf und Jahr; das ist seit vielen Jahren mehr oder weniger konstant. Im Vergleich zu anderen Lebensmitteln mag das wenig sein, im Vergleich zu anderen Ländern sind wir auch hier mal wieder Weltmeister. Allerdings können unsere Bienen noch so fleißig sein, es reicht bei weitem nicht, um die Nachfrage zu decken. Rund 70 Prozent müssen importiert werden. Die wichtigsten Herkunftsländer für deutsche Honigimporte sind Mexiko, gefolgt von Argentinien und der Ukraine. Für die Europäische Union ist China der wichtigste Handelspartner.

Nichtsdestotrotz wird gerade deutscher Honig geschätzt und bewusst nachgefragt. Denn der Deutsche Imkerbund hat für seine Honige hohe Maßstäbe angesetzt, die über die Anforderungen der EU-Verordnung für Honig hinausgehen. Beim Gütesiegel „Echter deutscher Honig“ muss der Honig ausschließlich in Deutschland produziert werden und naturbelassen sein. Gewissermaßen mit „Reinheitsgebot“, denn dem Honig darf nichts entzogen oder hinzugefügt werden. Zum Beispiel dürfen honigeigene Bestandteile wie Pollen nicht herausgefiltert werden. Er darf zudem nicht wärmebehandelt sein. Und wer den Honig auf Wochenmärkten oder Hofläden kaufen kann, bekommt damit häufig ein regional erzeugtes Produkt.

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Bei Bio-Honig müssen die Standorte so gewählt sein, dass im Umkreis von drei Kilometern (das ist der normale Flugradius einer Biene) die Bienenweide im Wesentlichen aus Pflanzen des ökologischen Anbaus und/oder Wildpflanzen besteht. Schadstoff ausstoßende Industrien, Autobahnen oder Müllverbrennungsanlagen im Umkreis sind verboten. Da man den Bienen ihre Flugrichtung nicht vorschreiben kann, ist – wie bei allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen – auch bei Bio-Honig der Eintrag von Schadstoffspuren oder Pestiziden nicht ausgeschlossen.

Es gibt auch Produkte aus Honig mit verschiedenen geschmacksgebenden Zutaten, wie etwa Vanilleschoten oder Ingwer. Das sind Lebensmittel eigener Art, sie unterliegen damit nicht den Bestimmungen der Honigverordnung. Die Bezeichnungen solcher Zubereitungen müssen so gewählt werden, dass für den Verbraucher die Zusammensetzung klar erkennbar ist.

Honig als Naturprodukt kann natürlicherweise Bakterien enthalten, die insbesondere für Säuglinge lebensgefährlich werden können. Es handelt sich hierbei um Sporen von Neurotoxin-produzierenden Clostridien. Da die Darmflora von Säuglingen noch nicht vollständig entwickelt ist, können aufgenommene Clostridien-Sporen auskeimen, Toxine bilden und zum Krankheitsbild des Säuglingsbotulismus führen. Honig ist deshalb für Kinder unter einem Jahr tabu, rät das Robert Koch Institut, Berlin.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.bzfe.de/inhalt/honig-33936.html

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2018/Ausgaben/2018.pdf

https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/warengruppen/wc_40_honige/index.htm

https://www.bzl-datenzentrum.de/versorgung/versorgungsbilanz-bienenhonig-grafik/

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Mangelernährung im Alter

Neues Determinanten-Modell

Alte Menschen leiden häufig an Mangelernährung. Welche Faktoren an der Entstehung beteiligt sind und wie sie sich gegenseitig beeinflussen, untersuchte Professor Dorothee Volkert mit ihrem Team vom Institut für Biomedizin des Alterns (IBA) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Zusammen mit 33 Wissenschaftlern aus elf Ländern hat sie ein Modell entwickelt, in dem mögliche Ursachen erstmals strukturiert und gewichtet dargestellt werden. Das Modell wurde vor Kurzen im Fachmagazin „Gerontology & Geriatric Medicine“ veröffentlicht.

Mangelernährung kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten und ist insbesondere im Krankheitsfall anzutreffen. Bei älteren Menschen – per Definition ab 65 Jahren – ist das Risiko für Mangelernährung durch diverse Altersversänderungen deutlich höher. Derzeit gebe es in der wissenschaftlichen Community kein einheitliches Verständnis über die Bedeutung einzelner Faktoren und deren Zusammenspiel. Und: Die wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden seien so unterschiedlich, dass sich die Studienergebnisse kaum vergleichen lassen und kein theoretisches Rahmenmodell zur Entstehung von Mangelernährung im Alter existiere, so Volkert.

„Unser neu entwickeltes Modell »Determinations of Malnutrition in Aged Persons«– kurz DoMAP – veranschaulicht mögliche Determinanten und ihre Beziehung zu Mangelernährung und will zu einem gemeinsamen Verständnis der Vielzahl von Faktoren und unterschiedlichen Entstehungsmechanismen beitragen. Es besteht aus drei ineinander liegenden Dreiecksebenen. Die Mangelernährung steht im Zentrum und ist umgeben von den drei zentralen Entstehungsmechanismen der ersten Ebene: geringe Zufuhr, erhöhter Bedarf und reduzierte Bioverfügbarkeit. Die angrenzende zweite Ebene beinhaltet Faktoren, die direkt einen dieser Mechanismen verursachen – zum Beispiel Appetitlosigkeit als Ursache für geringe Zufuhr oder Durchfall als Ursache für reduzierte Bioverfügbarkeit. Die dritte Ebene beinhaltet Faktoren, die eher indirekt wirken und den Faktoren in Ebene zwei zu Grunde liegen – zum Beispiel eine Depression als Ursache für Appetitlosigkeit oder ein Schlaganfall als Ursache für Kau- und Schluckbeschwerden, die wiederum eine geringe Zufuhr bewirken.“

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Das Determinanten-Modell könne zu einem gemeinsamen Verständnis der Vielzahl von Faktoren beitragen, die an der Entstehung von Mangelernährung beteiligt sind sowie zu möglichen ursächlichen Mechanismen. Es könne als Grundlage für zukünftige Forschungen dienen und im klinischen Alltag hilfreich sein, um Personen mit erhöhtem Risiko für Unterernährung zu identifizieren, so Volkert.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://idw-online.de/de/news719400

https://journals.sagepub.com/doi/full

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www.ble-medienservice.de

https://www.ble-medienservice.de/1768/gesund-und-aktiv-ins-alter-inform

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Superfood – mehr Schein als Sein?

Skepsis ist angebracht

Der Begriff Superfood existiert zwar schon seit vielen Jahren, hat aber erst in jüngerer Zeit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Er ist weder rechtlich geschützt, noch genau definiert. Ganz allgemein versteht man darunter Nahrungsmittel, die sich von anderen Lebensmitteln abheben und aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden sein sollen.

Häufig handelt es sich um exotische Pflanzen, wie Moringa, Chiasamen, Açai- oder Gojibeeren, oft in getrockneter Form, als Püree oder Extrakt. Sie sollen nicht nur leistungsfähiger machen, den Alterungsprozess aufhalten und das Herz stärken – auch vor Krebs sollen diese Alleskönner schützen.

Tatsächlich gibt es experimentelle Studien, die den Nährstoffen von einigen Superfoods positive Eigenschaften bescheinigen. Viele Wissenschaftler sind dennoch kritisch. Denn die Studien wurden nur an Zellen oder Tieren durchgeführt und untersuchen meist nur einzelne Wirkstoffe, nicht aber das Lebensmittel als Ganzes. Dazu Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums: „Einzelne Lebensmittel, die unter »Superfoods«laufen, wie etwa exotische Früchte, können zu einer abwechslungsreichen Ernährung beitragen. Dass sie aber vor Krankheiten wie Krebs schützen können, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.“ Der Krebsinformationsdienst verfügt über eine umfassende Datenbank, die alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Erkrankung Krebs, zur Vorbeugung, Früherkennung und Therapie enthält. „Wir wüssten, wenn es dazu aussagekräftige Studienergebnisse gäbe“, so Weg-Remers weiter.

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Es gibt auch einheimische Pflanzen mit einem hohen Nähr- und Wirkstoffgehalt, zum Beispiel Beeren, Grünkohl, Rote Bete, Karotten sowie Zwiebeln und Äpfel – sie alle liefern gesundheitsfördernde Nährstoffe. Für ausreichend Ballaststoffe sorgen Vollkornprodukte. Der Vorteil dieser Lebensmittel vor der Haustür: Sie sind oft preiswerter und ihre Herkunft ist nachvollziehbar.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2019/dkfz-pm-19-31k-Superfood-oft-Augenwischerei.php

http://www.bzfe.de/inhalt/trendbeeren-und-fruechte-553.html

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