Schlagwortarchiv: BZfE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Herz-Kreislauf-Leiden und Diabetes

Lipide geben Hinweis auf Erkrankungsrisiko

Am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke wurden neue Biomarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes entdeckt. Es handelt sich um bestimmte Lipide, die komplexe Moleküle des Fettstoffwechsels sind.

Der Fettstoffwechsel wird bereits seit längerem mit der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes in Zusammenhang gebracht. Fettsäuren sind im menschlichen Körper meist Teil von sogenannten Lipiden. Die Forschenden untersuchten mithilfe der modernen analytischen Methode „Lipidomik“ mehr als 2.400 Blutproben auf ihr Fettsäureprofil im Blutplasma. Die Proben stammten von Teilnehmenden der Potsdamer „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“ (EPIC)-Studie, von denen einige später eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einen Typ-2-Diabetes entwickelt hatten.

Von insgesamt 282 identifizierten Lipiden ließen sich 69 statistisch mit mindestens einer der beiden Krankheiten in Verbindung bringen. 49 Lipide (vor allem Cholesterinester und Sphingolipide) kamen tendenziell bei Probanden mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 12 Lipide (vor allem Glycerin- und Phospholipide) bei Typ-2-Diabetikern häufiger vor. Bei acht Lipiden gab es einen Zusammenhang mit beiden Erkrankungen. Lipide mit höherem Risiko enthielten hauptsächlich gesättigte Fettsäuren.

Um die Auswirkungen der Ernährung und speziell der Fettzufuhr auf das Lipidprofil zu untersuchen, wurde an der University of Reading in England eine 16-wöchige Interventionsstudie mit 113 gesunden Teilnehmenden im Alter von 21 bis 60 Jahren durchgeführt. Die Forschenden teilten die Probanden in drei Gruppen mit unterschiedlicher Diät ein – mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, einfach ungesättigten Fettsäuren sowie einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Die Gesamtenergieaufnahme war gleich. Vor und nach der Intervention wurden Blutproben genommen und das Fettsäureprofil untersucht. Ein höherer Anteil ungesättigter Fettsäuren in der Nahrung verringerte mehrere bedenkliche Lipide und steigerte gleichzeitig die risikoarmen Lipide, heißt es im Journal „Circulation“.

Die Studienergebnisse untermauern die Empfehlung, dass eine Kost mit wenig gesättigten Fettsäuren (z. B. aus fettreichem Fleisch und Milchprodukten) und reichlich ungesättigten Fettsäuren (z. B. aus Pflanzenölen, Nüssen und Fisch) Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes entgegenwirken kann. Die identifizierten Lipide könnten zukünftig neben anderen klinischen Parametern als Biomarker für ein erhöhtes Krankheitsrisiko dienen, um frühzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Heike Kreutz,
www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.dife.de

https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.121.056805

Ernährungsempfehlungen bei Typ-2-Diabetes: www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2022/januar/neue-ernaehrungsempfehlungen-bei-typ-2-diabetes/

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/essen-und-trinken-bei-diabetes-typ-2/


www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungsberatung/beratungspraxis/ernaehrungstherapie-bei-diabetes-mellitus-typ-2/

Beratungsmaterial „Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus – Beratung bei nicht-insulinpflichtigem Diabetes mellitus Typ 2“, Bestell-Nr. 1631, Ringordner für 79,00 €, www.ble-medienservice.de/1631/ernaehrungstherapie-bei-diabetes-mellitus-beratung-bei-nicht-insulinpflichtigem-diabetes-mellitus-typ-2

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Wirkt scharfes Essen antibakteriell?

Frage der Woche

Wer scharf isst, hat es schon erlebt – es brennt im Gaumen und Hals und man fängt an zu schwitzen. Wie kommt das? Und wirkt die Schärfe gegen Krankheitserreger?

Für die Schärfe im Essen ist vor allem der Wirkstoff Capsaicin verantwortlich. Er reizt die Nerven, die für die Schmerz- und Wärmewahrnehmung verantwortlich sind. Das nehmen wir als Schärfe und als Brennen wahr. Der Körper reagiert auf diesen Reiz mit stärkerer Durchblutung (Wärmegefühl) und mit Schwitzen. Studien zeigen, dass das Capsaicin positive Eigenschaften für den Körper hat. Es sorgt beispielsweise für die Ausschüttung von Endorphinen („Glückshormonen“).

Capsaicin hilft auch bei Verdauungsstörungen, denn es regt den Speichelfluss und die Magensaftsekretion an. Allerdings wirkt das Capsaicin nicht so keimhemmend, wie oft behauptet, haben weitere Studien ergeben. Bei normalem Chili-Konsum reicht die Wirkstoff-Konzentration zum Abtöten von Bakterien in der Regel nicht aus, einfach mehr davon essen sollte man aber auch nicht: Dann drohen Magenprobleme und Durchfall. Ein alleiniger „Gesundmacher“ ist scharfes Essen also nicht, so Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler im Bundeszentrum für Ernährung.

www.bzfe.de

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Ernährung bei Krebs

Individualisierte Ernährungstherapie statt keimarmer Diät empfohlen

Eine intensive Chemotherapie schwächt das Immunsystem besonders stark. Daher wird den betroffenen Krebspatientinnen und -patienten häufig standardmäßig eine keimarme Diät empfohlen, um Lebensmittelinfektionen und eine zusätzliche Schwächung des Körpers zu vermeiden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben aber gezeigt, dass diese Ernährungsform keinen Vorteil und erhebliche Risiken bringt. Das ist in einer Stellungnahme verschiedener Fachgesellschaften und Verbände zu lesen, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Ernährungsumschau“ veröffentlicht wurde.

Die meisten Krebserkrankungen werden mit Operation, Chemotherapie oder Strahlentherapie behandelt. In manchen Fällen, etwa bei Blutkrebs, kann aber eine Hochdosis-Chemotherapie notwendig sein, um alle Tumorzellen im Blut zu beseitigen. Dabei werden auch die blutbildenden Stammzellen im Knochenmark zerstört und später durch gesunde Stammzellen ersetzt. Das nennt man hämatologische Stammzelltransplantation (HSZT).

Seit Jahrzehnten wird onkologischen Patienten unter und nach intensiver Chemotherapie und Stammzelltherapie eine keimarme Diät verordnet. Dabei wird auf zahlreiche Lebensmittel wie frische Früchte, rohes Gemüse, aber auch nicht erhitztes Fleisch und Gewürze verzichtet. Durch die einseitige Lebensmittelauswahl und die intensive Zubereitung kann die Ernährungsform eine Mangelernährung und Gewichtsabnahme fördern. Das ist besonders bedenklich, da viele ohnehin schon durch die Nebenwirkungen der Therapie mangelernährt sind. Bereits seit vielen Jahren gibt es Kritik an der strengen Durchführung einer keimarmen Ernährung, da der Nutzen wissenschaftlich nicht belegt ist.

Die Deutsche Krebsgesellschaft sowie die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie, der Verband der Diätassistenten und der Berufsverband Ökotrophologie empfehlen nun statt einer keimarmen Diät eine individualisierte Ernährungstherapie. Sie fordern Ärzte, Pflegekräfte, Ernährungstherapeuten und Diätassistenten dazu auf, Patienten unter und nach intensiven Chemotherapien umfassend ernährungsmedizinisch zu beraten. Sie sollen zum Beispiel über Hygienemaßnahmen bei Einkauf, Lagerung und Zubereitung von Nahrungsmitteln aufklären und für mögliche Infektionsquellen wie Hackfleisch, Fisch und Eier sensibilisieren. Auf diese Weise lässt sich mit einer individuell angepassten Ernährungsberatung viel Lebensqualität erhalten und einer Gewichtsabnahme vorbeugen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.ernaehrungs-umschau.de/print-artikel/14-03-2022-keimarme-ernaehrung-bei-der-hochdosistherapie-ein-risiko-fuer-patientinnen/

www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2022/03_22/EU03_2022_M134_M139.pdf


www.klinikum-stuttgart.de/kliniken-institute-zentren/paediatrie-5-onkologie-haematologie-und-immunologie/klinische-schwerpunkte/stammzelltransplantation


www.bzfe.de/lebensmittel/hygiene/lebensmittel-hygienisch-zubereiten/


www.bzfe.de/lebensmittel/zubereitung/mit-hackfleisch-richtig-umgehen/

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Äpfel für Allergiker

Wissenschaftler haben neue Sorten entwickelt

Bereits in wenigen Jahren könnten an Apfelallergiker im Supermarkt Früchte kaufen, die offiziell als allergikerfreundlich gelten. Die neuen Apfelsorten sind im Rahmen eines fünfjährigen Forschungsprojekts entstanden, an dem die Hochschule Osnabrück, die Technische Universität München (TUM) und die Charité-Universitätsmedizin Berlin beteiligt waren.

Mit Hilfe von kontrollierter Bestäubung haben die Forschenden besonders verträgliche Sorten entwickelt. Dafür standen ihnen über 700 Sorten aus dem Züchtungsprogramm der Züchtungsinitiative Niederelbe zur Verfügung. Anschließend wurde getestet, wie viele Allergene in den Früchten noch enthalten sind. „Die Mehrzahl der Apfelallergiker in Nord- und Mitteleuropa sowie Nordamerika reagiert auf das Allergen „Mal d 1“, da dieses Protein eine sehr ähnliche Molekülstruktur hat wie das Allergen „Bet v 1“ in Birkenpollen. Das heißt, Birkenpollenallergiker spüren häufig auch unangenehme Nebenwirkungen beim Verzehr von Äpfeln“, erklärt Prof. Dr. Wilfried Schwab in einer Pressemitteilung der TUM.

Apfelsorten mit einem besonders geringen Allergengehalt wurden an der Charité auf ihre Verträglichkeit getestet. Dazu verzehrten Apfelallergiker unter medizinischer Aufsicht frische Apfelproben und sollten anschließend typische Symptome wie Juckreiz, Kribbeln im Mund sowie Anschwellen von Zunge und Lippe nach ihrer Intensität einordnen. Im ersten Jahr wurden 19 Sorten getestet, im Folgejahr 22 Sorten, davon 17 zum zweiten Mal. Einige wurden besser vertragen als die als allergikerfreundlich eingestufte Sorte „Santana“.

Das Resultat des Projekts sind zwei Sorten, die zwar nicht allergenfrei, aber sehr gut verträglich sind, damit Betroffene ohne Bedenken in einen frischen Apfel beißen können. Die roten, saftig-süßen Früchte tragen das Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) für allergikerfreundliche Produkte und werden vermutlich im Jahr 2025 auf den Markt kommen.

Bis dahin können Apfelallergiker auf ältere Sorten wie Alkmene und Roter Boskoop zurückgreifen, informiert das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Solche Früchte enthalten reichlich Phenole, die Apfelallergene inaktivieren können. Das macht sie in der Regel verträglicher. Auch erhitzte Früchte, etwa im Kompott oder Kuchen, sind meist unbedenklich.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.tum.de ,
Technische Universität München (TUM), Pressemeldung

https://ecarf-siegel.org

Äpfel – vom Baum bis in die Küche
https://www.bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/aepfel/

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Vegan, vegetarisch, vege…-was?

Neues BZfE-Unterrichtsmodul zu pflanzenbetonten Essweisen

Pflanzenbetonte Ernährungsformen liegen im Trend. Wie sinnvoll sind sie für die Umwelt und die eigene Gesundheit? Im Internet gibt es dazu zahlreiche Informationen und unterschiedliche Meinungen. Woran erkennen Jugendliche verlässliche und unabhängige Informationen? Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) hat zu diesen Fragen ein neues Unterrichtsmodul für die Klassen 7 bis 10 entwickelt.

Verschiedene Materialkarten, Arbeitsblätter und ein Rollenspiel motivieren die Schülerinnen und Schüler, sich mit den gängigsten Ernährungsstilen zu befassen: Von der Mischkost, über Flexitarismus bis hin zur veganen Lebensweise. Sie bewerten diese aus Umwelt- und Gesundheitssicht und erkennen, dass jede Essweise andere Schwerpunkte setzt. Demnach sind auch nicht alle Ernährungsstile für jeden Menschen gleich gut geeignet.

Ziel ist es, die Jugendlichen zu befähigen, sich objektiv über neue Ernährungsformen zu informieren und sie aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Dafür bietet das Material „Vege…-was? – Unterrichtsmodul für die Klassen 7 bis 10“ Lehrkräften gut strukturierte Hintergrundinformationen, Impulse für den Unterricht, zwei Infografiken, 15 Materialkarten und Arbeitsblätter sowie passende Lösungsvorschläge. Die Arbeitsblätter lassen sich digital ausfüllen oder verändern.

Das Unterrichtsmaterial mit der Bestell-Nr. 0512 gibt es kostenlos zum Download im www.ble-medienservice.de

www.bzfe.de


Weitere Informationen:

www.bzfe.de/bildung/unterrichtsmaterial/sekundarstufe/vege-was/

https://www.bzfe.de/ernaehrung/die-ernaehrungspyramide/die-ernaehrungspyramide-eine-fuer-alle/ernaehrungspyramide-wie-esse-ich-vegetarisch/


https://www.bzfe.de/ernaehrung-im-fokus/unsere-highlights/best-of-vegetarische-ernaehrung/


https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/orientierung-beim-einkauf/fleischersatzprodukte/


https://www.bzfe.de/lebensmittel/trendlebensmittel/vegane-lebensmittel/

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Rhabarber küchenfertig machen

Gewusst wie

Freuen Sie sich auf erntefrischen Rhabarber – den fruchtig-herben Frühlingsboten aus heimischem Anbau. Die ersten Stangen kann man bereits im März kaufen, bevor im April die Hauptsaison für deutsche Ware startet und bis Juni andauert. In dieser Zeit kann man das Gemüse auf vielfältige Weise genießen. Und zum Gemüse zählt Rhabarber wirklich, denn obwohl meist fruchtig zubereitet, essen wir nicht die Früchte der Pflanze, sondern die Stiele. In den Lebensmittelgeschäften und auf Wochenmärkten findet man überwiegend rotfleischige Sorten. Sie schmecken etwas süßer als grünfleischige.

Ob lose, im Bund oder verpackt, frischen Rhabarber erkennt man an seinen festen, glänzenden Stangen und einer leicht feuchten Schnittfläche. Zu Hause wickelt man sie am besten in ein feuchtes, sauberes Küchentuch und legt sie in das Gemüsefach des Kühlschranks. So trocknen die Stangen nicht so schnell aus und bleiben ein paar Tage frisch.

Um die Rhabarberstangen küchenfertig zu machen, wäscht man sie gründlich unter fließendem Wasser und schneidet das obere und untere Ende ab. Dünnere Stangen schneidet man einfach in ein bis zwei Zentimeter große Stücke. Da bei dickerem Rhabarber die äußeren Fasern meistens etwas gröber sind, empfiehlt es sich, die Stängel zu schälen. Dafür setzt man mit einem scharfen Messer am unteren Ende an und zieht die äußeren, groben Fasern der Länge nach ab. Sehr dicke Stangen kann man längs halbieren und schneidet sie danach in mundgerechte Stücke.

Zum Rohverzehr ist Rhabarber zu sauer, man kann ihn aber für viele köstliche Kuchen, Kompotte, Desserts, Konfitüren, Chutneys und Saft verwenden. Selbst herzhafte Speisen und Salate kann man mit dem säuerlichen Gemüse zubereiten.

Wie wäre es zum Beispiel mit saftigen Rhabarber-Muffins? Die sind schnell zubereitet. Für den Teig rührt man 125 Gramm weiche Butter, 100 Gramm Zucker, ein Päckchen Vanillezucker und eine Prise Salz schaumig. Dann gibt man nach und nach drei Eier dazu und rührt 200 Gramm Mehl, einen Teelöffel Backpulver, 50 Gramm gemahlene Haselnüsse und fünf Esslöffel Milch unter. Zum Schluss hebt man 500 Gramm vorbereitete Rhabarberstücke unter den Teig und verteilt diesen gleichmäßig in gefetteten Muffinformen. Die Muffins bei 160 Grad Celsius (Heißluft) 20 bis 25 Minuten backen, etwas auskühlen lassen und genießen.

Köstlich schmeckt auch ein Rhabarber-Kompott. Zudem macht er nicht viel Arbeit: 500 Gramm vorbereitete Rhabarberstücke mit 70 Gramm Zucker, einem Päckchen Vanillezucker in einen Topf geben, vermengen und 30 bis 45 Minuten ziehen lassen. Dabei entsteht etwas Saft. Die Rhabarberstücke mit der Flüssigkeit nun vorsichtig aufkochen, etwa fünf Minuten leicht köcheln lassen bis die Rhabarberstücke weich sind, in eine Schüssel füllen und abkühlen lassen. Das Kompott ist pur ein Genuss, harmoniert aber auch sehr gut mit Vanillepudding, Naturjoghurt, Milchreis oder einer Quarkspeise.

Ein Tipp: Kaufen Sie in der Hauptsaison ruhig etwas mehr Rhabarber. Er ist dann vergleichsweise preiswert und lässt sich prima zu Konfitüre, Chutneys und Saft veredeln und somit haltbar machen. Und wenn sie noch nicht genau wissen, wie sie den Rhabarber verarbeiten möchten, frieren Sie ihn einfach ein. Rhabarber muss man nicht blanchieren. Er wird geschält, in Stücke geschnitten, in gefriertaugliche Behälter oder Beutel gefüllt und eingefroren. Die Rhabarberstücke lassen sich später unaufgetaut weiterverarbeiten. Bequemer geht es nicht.

Hedda Thielking, www.bzfe.de

Weitere Informationen:
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher würden vermutlich häufiger frisches Gemüse oder Obst selbst zubereiten, wenn sie genau wüssten, wie es schnell und richtig geht: Wie schneide ich einen Kürbis gefahrlos? Wie wasche ich Porree am besten? Wie verarbeite ich Rosenkohl? Tipps und Tricks, wie Gemüse- und Obstarten der Saison schnell und sicher küchenfertig gemacht werden gibt es vom BZfE in anschaulichen, leicht verständlichen Informationsblättern und kurzen Videoclips zum Thema.

www.bzfe.de/lebensmittel/zubereitung/infoblaetter-lebensmittel/

YouTube-Playlist „In meiner Küche“:

Weitere Informationen zu Rhabarber:


www.ble-medienservice.de/1710/rhabarber-lebensmittel-infoblatt?number=1710


www.youtube.com/watch?v=uIzm-VFdMvM&list=PL_JQLhd533yTGxk2lWUTOZe2IkRw9e4jN&index=22


www.ble-medienservice.de/0211/pocket-obst-und-gemuese?number=0211


www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2021/juni/ist-rhabarber-ein-kalziumraeuber/


www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2020/mai/rhabarber-einfrieren-gewusst-wie/

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Gegen Fake News und Ernährungsmythen

Interesse an seriösen Ernährungsinformationen wächst

„Essen wird in der Öffentlichkeit breit diskutiert; die Unsicherheit, was ich essen kann, darf oder soll, wird mindestens genauso breit diskutiert“, so die Einschätzung von Professorin Christine Brombach von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften im Trendreport Ernährung 2022. Für den in Kooperation von NUTRITION HUB und dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) herausgegebenen Report wurden 107 Fachleute aus verschiedenen Bereichen des Ernährungssektors befragt.

Wie die Antworten zeigen, ist es nach wie vor ein großes Problem, dass viele Fake News rund um die Ernährung kursieren: 15 Prozent der befragten Expertinnen und Experten nannten Ernährungsmythen, Falschaussagen und Widersprüchlichkeiten in Ernährungsinformationen an achter Stelle der zehn wichtigsten Trends in ihrem Tätigkeitsbereich.

Wie Forschungsarbeiten von Brombach zeigen, verursacht die Flut an Ernährungsinformationen und Produkten ein Grundrauschen, das viele Menschen schlicht überfordert und unsicher macht. Gerade im Internet und in den sozialen Medien sind viele Ernährungsmythen im Umlauf. „Entsprechend nimmt die Unsicherheit darüber zu, was gesunde Ernährung genau bedeutet“, sagt Ökotrophologin Sarah Dietrich. Auch Foodbloggerin Lisa Nentwich kann das bestätigen. Sie erreichen viele Fragen von Followerinnen und Followern zu Ernährungsmythen. „Bei ihnen herrscht schlichtweg Unklarheit darüber, was überhaupt noch ‚gesund‘ sein soll“, so Nentwich.

Es gibt aber auch Lichtblicke, denn die befragten Ernährungsprofis erleben, dass sowohl online als auch offline seriöse Quellen für Ernährungsinformationen verstärkt nachgefragt werden. So berichtet Ernährungsmedizinerin Dr. Marie Ahluwalia, dass sie in ihren Beratungen immer häufiger Menschen trifft, die keine Lust auf stumpfe Diäten haben, sondern ihre Ernährung verstehen möchten und sich auf die Suche nach zuverlässigen Quellen machen. Professorin Jasmin Godemann, Leiterin des Fachgebiets Kommunikation und Beratung in den Agrar-, Ernährungs- und Umweltwissenschaften an der Universität Gießen, beobachtet, dass Anfragen nach „guter“ Ernährungskommunikation zunehmen. Jan Rein, Mitgründer des Blogs „Satte Sache“ und Kommunikationschef beim Lebensmittelhändler KoRo, registriert ebenfalls einen Anstieg der Nachfrage nach wissenschaftlich fundierten Inhalten: „Von uns erwarten die User, dass Wissen rund um Gesundheit, Nachhaltigkeit oder Free-From unterhaltsam vermittelt wird“, so Rein. „Plumpes Influencer-Marketing funktioniert nur noch bedingt.“ So würden Lebensmittelmarken und -unternehmen zu Wissensvermittlern und betrieben vermehrt Ernährungsbildung. „Nur“ gute Produkte zu verkaufen, reiche nicht mehr aus.

Julia Icking vom was-wir-essen-Blog des BZfE sieht in diesem Trend sowohl Chancen als auch Risiken: „Die Risiken bestehen darin, dass mehr Interesse am Thema Ernährung auch mehr Leute auf den Plan ruft, die sich vielleicht doch nicht ganz so gut auskennen und dann falsche Infos verbreiten. Wenn aber gleichzeitig fundierte Infos gefragt sind, bekommt das Angebot von Fachkräften eine echte Chance“, schreibt sie in ihrem Beitrag. Deshalb möchte sie allen Ernährungsfachkräften Mut machen, sich in den sozialen Medien zu präsentieren und ihr Wissen zu teilen.

Melanie Kirk-Mechtel,
www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://bzfe.de/was-wir-essen-blog/blog-archiv/blog-archiv-2022/februar-2022/ernaehrungsmythen-und-falschinformationen/

https://bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/fragen-mythen-halbwahrheiten/


https://bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungskommunikation/digitale-kommunikation-zu-ernaehrung-und-lebensmitteln/ernaehrungskommunikation-in-postfaktischen-zeiten/

Den Trendreport Ernährung 2022 können Sie auf der Nutrition-Hub-Webseite www.nutrition-hub.de kostenfrei als PDF herunterladen.

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Darmgesundheit im Fokus

Aus dem Trendreport Ernährung 2022

Eine Ernährung, die sich positiv auf die Darmgesundheit auswirkt, steht mehr denn je im Fokus der Aufmerksamkeit. Denn zum einen sind zum Beispiel Verdauungsprobleme längst kein Tabu-Thema mehr.

Zum anderen zeigen Forschungsarbeiten immer deutlicher, welche Zusammenhänge es zwischen den Mikroorganismen im Darm – der sogenannten Darmflora oder Mikrobiota – und der Gesundheit gibt. Darum ist es völlig nachvollziehbar, dass „Ernährung für den Darm und Probiotika“ bei 17 Prozent der für den Trendreport Ernährung 2022 von NUTRITION HUB und dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) befragten Fachleute zu den wichtigsten Ernährungstrends dieser Dekade gehört. „Viele meiner Klientinnen und Klienten sehen den Zusammenhang zwischen dem, was sie essen und wie es ihnen geht“, sagt zum Beispiel Diätassistentin und Ernährungsberaterin Peggy Dathe.

Das Thema Darmgesundheit wird auch regelmäßig von den Medien aufgegriffen. Die breite Berichterstattung stößt bei ernährungsbewussten Verbraucherinnen und Verbrauchern auf Interesse, wodurch diese sensibler auf Warnzeichen und Unstimmigkeiten reagieren. Ernährungswissenschaftlerin Julia Damrau berichtet, sie werde vermehrt auf das Thema angesprochen und nach Tipps gefragt. Auch die Diätologin Petra Eberharter berät und behandelt mehr und mehr Personen mit Verdauungsbeschwerden und Darmerkrankungen in ihrer Praxis. Sie ist überzeugt, dass ein ganzheitlicher Ansatz zur Ursachenbehandlung unumgänglich ist. „Viele haben zumindest einmal, meist jedoch schon öfter Probiotika eingenommen, um die Beschwerden zu lindern“, so die Erfahrung der Ernährungsberaterin Susanne Lindenthal. Probiotika sind Produkte mit lebenden Mikroorganismen, die dem Menschen einen gesundheitlichen Vorteil bringen, wenn diese in ausreichender Menge in den Darm gelangen. Bekannte Beispiele sind Bifidobakterien in Joghurt oder Milchsäurebakterien in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut.

Im Blickpunkt steht aber nicht nur der Zusammenhang zwischen Ernährungsfaktoren, Mikrobiota und körperlicher Gesundheit, sondern immer stärker auch die sogenannte Darm-Hirn-Achse. Über diese Verbindung kommunizieren Darm und Gehirn miteinander. Erstaunlich ist, dass dabei der Darm die Psyche stärker beeinflusst als umgekehrt. Er steuert nicht nur Appetit und Sättigung, sondern auch die Stimmung. So kann die Wiederherstellung einer gesunden, vielfältigen Darmflora durch eine angepasste Ernährungsweise eine neue Behandlungsoption bei Depressionen darstellen.

Den Trendreport Ernährung 2022 mit allen zehn Ernährungstrends können Sie auf der Nutrition-Hub-Webseite www.nutrition-hub.de kostenfrei als PDF herunterladen.

Melanie Kirk-Mechtel, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


https://bzfe.de/ernaehrung-im-fokus/online-spezials/fit-und-gesund/highway-to-health/


https://bzfe.de/lebensmittel/trendlebensmittel/probiotische-getraenke/


https://bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/das-immunsystem-staerken/


https://bzfe.de/nachhaltiger-konsum/haltbarmachen/vergaeren/

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Convenience Food – Schnelles Essen wird gesünder

Convenience Food und Lieferdienste im Trend

„Convenience Food und gesundes Essen to go“ gehört zu den zehn wichtigsten Ernährungstrends unserer Dekade. Dass dieser Trend durch die Corona-Pandemie noch einmal verstärkt wurde, wird sicher niemanden überraschen. „Wir alle wollen schnelles Essen; bequem und ohne Aufwand. Denn auch im Homeoffice ist das Leben durchgetaktet und hektisch“, sagt Nanette Ströbele-Benschop vom Institut für Ernährungsmedizin der Universität Hohenheim. Die Professorin für Angewandte Ernährungspsychologie war eine der über 100 Ernährungsexpertinnen und -experten, die für den Trendreport Ernährung 2022 von NUTRITION HUB und dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) befragt wurden.

„Immer mehr Menschen können nicht kochen oder haben keine Zeit dafür, wollen aber gleichzeitig gesund essen. Sie sind daher auf Convenience Food angewiesen.“, sagt Jutta Dierkes, Professorin für Clinical Nutrition an der Universität Bergen. „Das Angebot an diesen Produkten ist zwar vielfältig, aber noch nicht überall modern und gesund.“ Aber es tut sich etwas: „Da Verbraucherinnen und Verbraucher kritische Inhaltsstoffe beachten, ist schon jetzt eine Optimierung dieser Produkte zu beobachten“, weiß Food-Journalistin Dagmar von Cramm. Von Kennzeichnungsmodellen wie dem Nutri-Score wird ebenfalls erwartet, dass sie den Trend zu Convenience-Produkten mit besseren Nährwertprofilen verstärken.

Auch im Bereich der Außer-Haus-Verpflegung wird die Kombination aus Nachhaltigkeit, Gesundheit und Genuss immer wichtiger. Vor allem in Großstädten zeigen innovative Angebote, dass Essen auf die schnelle Tour gesund sein kann. In Zukunft dürfte die Liefer-Branche die kaufkräftige Zielgruppe der Gesundheitsorientierten noch stärker in den Fokus nehmen, wie beispielsweise Frédéric Letzner konstatiert, Speaker und Autor für Ernährungs- und Gesundheitspsychologie. Dort, wo es solche gesunden Angebote noch nicht gibt, ist Meal Prepping häufig die einzige Möglichkeit, um sich schnell und unkompliziert mit ausgewogenen Mahlzeiten zu versorgen – egal ob unterwegs oder zuhause.

Den Trendreport Ernährung 2022 mit allen zehn Ernährungstrends können Sie auf der Nutrition-Hub-Webseite www.nutrition-hub.de kostenfrei als PDF herunterladen.

Melanie Kirk-Mechtel,
www.bzfe.de

Weitere Informationen:
https://bzfe.de/nachhaltiger-konsum/lagern-kochen-essen-teilen/meal-prepping/

https://bzfe.de/was-wir-essen-blog/blog-archiv/blog-archiv-2019/september-2019/meal-prep-vorbereitung-ist-alles/


https://bzfe.de/lebensmittel/einkauf-und-kennzeichnung/convenience/convenience-produkte-im-alltag/


https://bzfe.de/lebensmittel/einkauf-und-kennzeichnung/weniger-zucker-fette-und-salz/

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Fasten für die Gesundheit

Immunzellen helfen bei der Stoffwechselumstellung

Bald beginnt für viele Christen die bis Ostern dauernde Fastenzeit. Allerdings fasten heutzutage viele Menschen nicht mehr aus religiösen, sondern eher aus gesundheitlichen Gründen. Wer beim Fasten kontrolliert auf Nahrung verzichtet, kann nicht nur ein paar Pfunde loswerden, sondern auch Körper und Geist etwas Gutes tun. Offenbar spielt das Immunsystem dabei eine wichtige Rolle, lässt eine Studie des Helmholtz Zentrums München vermuten.

Fasten hat einen positiven Einfluss auf das Immunsystem und kann dadurch chronische Entzündungszustände verbessern. Aber welche Rolle spielt die Immunabwehr für einen gesunden Stoffwechsel? Die Forschenden haben im Labor untersucht, wie Leberzellen und Immunzellen in der Leber, sogenannte Makrophagen, während der Fastenperioden miteinander kommunizieren. Denn die Leber ist ein zentraler Regulator des Stoffwechsels. Es wurde bestimmt, welche Teile der Erbinformation (DNA) aktiv sind und welche Botenstoffe dadurch freigesetzt werden.

Tatsächlich gibt es während des Fastens einen aktiven Austausch zwischen den Zellen – und zwar über den sogenannten Glucocorticoid-Rezeptor. Auf diese Weise können Zellen des körpereigenen Abwehrsystems die Wirkung des Fastens auf den Stoffwechsel direkt beeinflussen und die sogenannte Ketogenese koordinieren. Bei der Ketogenese werden Fettsäuren in der Leber in Ketonkörper umgewandelt, die Energie für Gehirn, Muskeln und Organe liefern. Denn wenn von außen nicht genug Nahrung zugeführt wird, muss der Körper auf Energiereserven umschalten. Einer der Ketonkörper, nämlich Aceton, ist übrigens für den unangenehmen Mundgeruch beim Fasten verantwortlich. Demnach ist eine geringe Immunaktivität oder Entzündung für eine angemessene Stoffwechselanpassung beim Fasten sogar notwendig, betonen die Forschenden.

Freiwilliges Fasten wirkt sich nachweislich positiv auf die Gesundheit aus und kann Krankheiten wie Diabetes und Adipositas vorbeugen. „Unsere Erkenntnisse dienen dem Verständnis der molekularen Mechanismen, die diesen Erkrankungen zugrunde liegen. Sie werden maßgeblich dazu beitragen, wirksame Therapien auf Basis des Fastens zu entwickeln – mit dem Ziel, dass diese so schnell wie möglich bei den Patientinnen und Patienten ankommen“, resümiert Prof. Dr. Stephan Herzig vom Helmholtz Zentrum München. Allerdings sind weitere Studien notwendig, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Heike Kreutz,
www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.helmholtz-munich.de

https://doi.org/10.1016/j.cmet.2022.01.004

Intervallfasten – Stunden zählen statt Kalorien
www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2021/januar/intervallfasten-stunden-zaehlen-statt-kalorien/

Intervallfasten – Auswirkungen auf Gewicht und Gesundheit
www.bzfe.de/ernaehrung-im-fokus/ernaehrung-und-gesundheit/intervallfasten/

Fasten – Moderne Aspekte eines klassischen Naturheilverfahrens
www.bzfe.de/ernaehrung-im-fokus/ernaehrung-und-gesundheit/fasten-moderne-aspekte-eines-klassischen-naturheilverfahrens/

Fasten – Auszeit für Körper und Geist
www.in-form.de/wissen/fasten-tee-gesundheit/

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE