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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Zucchini schmecken auch süß

Kuchen – Marmelade – Mousse

Wer in seinem Garten reichlich Zucchini geerntet hat, kann das Sommergemüse auch auf süße Art nutzen. Die saftigen Früchte schmecken in Brownies und Schokoladenkuchen, aber auch als zitroniges Dessert.

Die Zucchini gehört zu den Kürbisgewächsen. Der Name bedeutet „kleiner Kürbis“, nach dem italienischen Wort „zucca“ für Kürbis. Das Gemüse hat keinen ausgeprägten Eigengeschmack und kann daher auch in der süßen Küche mit fast jeder Zutat kombiniert werden. Die Zucchini harmoniert zum Beispiel sehr gut mit Obst wie Apfel und Ananas, Kokosraspeln und verschiedenen Nüssen. Je nach Rezept lässt sie sich mit Gewürzen wie Zimt, Vanille oder Ingwer und frischen Kräutern wie Zitronenmelisse verfeinern.

Für einen veganen Zucchinikuchen wird das Gemüse geraspelt und mit Vollkornmehl, gemahlenen Haselnüssen, Zucker, Salz, Backpulver und Zitronensaft vermengt. Anschließend eine pflanzliche Milchalternative wie Haferdrink, etwas Kokosöl und geriebene dunkle Schokolade hinzufügen. Den Teig in eine Kastenform geben und etwa eine Stunde backen. Für einen Blechkuchen kann das Gemüse mit Buttermilch und Blaubeeren zubereitet werden. Sehr lecker sind auch Zucchini-Muffins mit einem Kokos-Walnuss-Belag.

Ein süßes Zucchini-Apfel-Brot schmeckt sehr gut zum Nachmittagskaffee. Äpfel und Zucchini werden grob geraspelt und mit Zucker und Zitronensaft für ein bis zwei Stunden mariniert. Trockenfrüchte wie Feigen und Cranberries, Nüsse, Kakao, Zimt, Backpulver und Mehl unterheben und in eine Form füllen. Mit Apfelspalten und Zucchinischeiben dekorieren und für 75 Minuten backen. Ein Zitronenmousse erfrischt an heißen Sommertagen: Zucchini in einem Mixer zerkleinern und mit Zitronensaft, geriebener Zitronenschale, Nussmus, Dattelsirup, etwas Kokosöl und Vanille vermengen. Für einige Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen – und fertig ist das cremige und kalorienarme Dessert.

Selbst zum Frühstück lässt sich die Zucchini genießen – zum Beispiel in Pfannkuchen mit Honig und Zimt. Für einen ausgefallenen Fruchtaufstrich wird das Gemüse fein geraspelt, mit frischem Ingwer, etwas Zitronensaft und Gelierzucker eingekocht und noch heiß in saubere Gläser gefüllt. Auch mit säuerlichen Äpfeln, Ananas und frischen Kräutern wie Minze lässt sich aus dem Gemüse ein leckerer Aufstrich zaubern.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Rezepte für herzhafte Gerichte mit Zucchini gibt es z.B. hier:

www.in-form.de/rezepte/

www.zugutfuerdietonne.de/tipps-fuer-zu-hause/reste-rezepte/

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Omega-3-Fettsäuren gegen Kopfschmerzen?

Studie zum Einfluss der Ernährung auf Migräne

Wer mit der Nahrung reichlich Omega-3-Fettsäuren aufnimmt, kann möglicherweise die Häufigkeit von Kopfschmerzen reduzieren. Das ist das Fazit einer Studie der University of North Carolina, an der 182 Migräne-Patienten teilnahmen.

Die meisten Menschen nehmen mit der Nahrung mehr Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) als Omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaensäure, EPA und Docosahexaensäure, DHA) auf. Linolsäure steckt in pflanzlichen Ölen und ist daher in vielen verarbeiteten Produkten wie Chips und Cracker enthalten. Die wichtigste Quelle für Omega-3-Fettsäuren ist fettreicher Meeresfisch wie Hering und Lachs. Das richtige Verhältnis der Fettsäuren ist wichtig, da sie Vorläufer für Signalmoleküle sind, die Schmerzen verstärken (Linolsäure) oder lindern (EPA und DHA).

Zu Studienbeginn litten die Patienten, vor allem jüngere Frauen, durchschnittlich an mehr als 16 Tagen im Monat für mehr als fünf Stunden an Migräne. Für sechzehn Wochen ernährten sie sich nach einer von drei Diäten. Die Kontrolldiät enthielt für Amerika typische Mengen an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Bei der zweiten Diät wurde die Aufnahme an EPA und DHA auf 1,5 Gramm pro Tag erhöht und bei der dritten Variante zusätzlich die Aufnahme an Linolsäure verringert (von 7 auf weniger als 2 % der Energie). Die Patienten führten ein Kopfschmerztagebuch und machten Angaben, wie stark ihre Lebensqualität durch die Migräne beeinträchtigt war.

Wenn die Patienten mehr Omega-3-Fettsäuren aufnahmen, hatten sie weniger häufig Kopfschmerzen. Der Effekt verstärkte sich, wenn auch die Menge an Omega-6-Fettsäuren geringer war. Bei beiden Diäten reduzierten sich die Kopfschmerzstunden am Tag (minus 1,3 bzw. 1,7) und die Kopfschmerztage im Monat (minus 2 bzw. 4). Die Teilnehmer berichteten über kürzere und weniger starke Kopfschmerzen als bei der Kontrolldiät, und einige konnten sogar die Medikamenteneinnahme verringern. Eine Verbesserung der Lebensqualität ließ sich aber nicht nachweisen.

Die Studienergebnisse legen nahe, dass unsere Ernährung das Schmerzempfinden beeinflusst und eine Ernährungsumstellung bei Migräne und anderen chronischen Schmerzen helfen kann. Der Effekt sei ähnlich wie bei einigen Medikamenten, schreiben die Wissenschaftler im British Medical Journal (BMJ). Allerdings ist die Einhaltung einer Diät für manche Menschen schwierig. Es ist auch noch nicht geklärt, ob die Ergebnisse auf Kinder, Männer und ältere Erwachsene sowie andere chronische Schmerzzustände übertragbar sind.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:www.bmj.com/content/374/bmj.n1448www.bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/fisch/fisch-gesund-essen/

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Braunes Fett und Sekretin

Wie wird die Sättigung gesteuert?

Wie weiß unser Gehirn, wann wir genug gegessen haben? An der Regulation der Nahrungsaufnahme sind viele verschiedene Faktoren beteiligt. Wissenschaftler der Technischen Universität München haben einen neuen Mechanismus zur Steuerung der Sättigung entdeckt. Vermutlich verringert das Darmhormon Sekretin über eine Aktivierung des braunen Fettgewebes den Appetit.

Der überwiegende Teil des Körperfetts ist weißes Fett, das überschüssige Nahrungsenergie speichert. Im Gegensatz dazu stimuliert die Nahrungsaufnahme im braunen Fettgewebe die Umwandlung von Energie in Wärme. Bei Kleinkindern trägt das braune Fett dazu bei, die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Bei Erwachsenen ist es an der Gewichtskontrolle beteiligt. Dabei scheint das Darmhormon Sekretin eine wichtige Rolle zu spielen. Es regt bei Nahrungsaufnahme die Produktion von Verdauungssäften in der Bauchspeicheldrüse an. Nun ließen sich im braunen Fettgewebe Rezeptoren für Sekretin nachweisen. Das ist ein Hinweis, dass das Hormon auch das braune Fett beeinflusst.

Die Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) führten gemeinsam mit dem finnischen Forschungsinstitut Turku PET-Center eine Untersuchung an insgesamt 21 gesunden, normalgewichtigen Männern durch. Infolge von Infusionen mit Sekretin erhöhte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe (Infusionen mit Kochsalzlösung) die Glukoseaufnahme im braunen Fettgewebe (57 %) und der Energieverbrauch im ganzen Körper (2 %). Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie ließ sich nachweisen, dass Sekretin die Aktivität des Belohnungssystems im Gehirn reduziert, wenn die Probanden Fotos von appetitlichen Speisen wie Omelett oder Pommes frites betrachteten. Offenbar führt die Freisetzung des Hormons über eine Aktivierung des braunen Fetts dazu, dass im Gehirn ein Sättigungsgefühl entsteht. Die Probanden hatten nach eigenen Angaben weniger Appetit, und die Pausen zwischen den Mahlzeiten waren um 40 Minuten länger. Eine veränderte Kalorienaufnahme ließ sich jedoch nicht nachweisen, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal „Nature Metabolism“.

„Diese Studie unterstreicht die funktionelle Bedeutung des menschlichen braunen Fetts bei der Kontrolle der Energiebilanz, da es sowohl die Nahrungsaufnahme als auch den Energieverbrauch beeinflusst“, erklärt Martin Klingspor, Professor für Molekulare Ernährungsmedizin an der TUM. Die neuen Erkenntnisse über die Rolle des Sekretins für die Sättigung können bei Forschungen zur Behandlung von Adipositas hilfreich sein. Weitere Untersuchungen mit mehr Probanden sollen zeigen, ob das Hormon tatsächlich die Nahrungsaufnahme verringern kann.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Quelle: Technische Universität München (TUM), Pressemeldung vom 22. Juni 2021; Nature Metabolism, Bd. 3, Nr. 6, S. 798–809, Juni 2021; https://doi.org/10.1038/s42255-021-00409-4

Weitere Informationen:

www.tum.de

https://doi.org/10.1038/s42255-021-00409-4

https://www.bzfe.de/bildung/ernaehrungs-und-verbraucherbildung/essen-und-trinken/das-essen-im-koerper/der-weg-der-nahrung

Unterrichtsmaterial „Der Weg der Nahrung – Materialsammlung für die Sek I“, Bestell-Nr. 1610, Preis: 6,50 Euro, https://www.ble-medienservice.de/1610/der-weg-der-nahrung-materialsammlung-fuer-die-sek-i

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Typ-2-Diabetes und früher Herzinfarkt

Erhöht ein zu hohes Körpergewicht in der Jugend das Risiko?

Wer in der Jugend übergewichtig war, hat offenbar als junger Erwachsener ein etwas erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes und einen frühen Herzinfarkt – auch wenn er inzwischen normalgewichtig ist. Das hat eine US-amerikanische Untersuchung ergeben, für die 12.300 Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren für 24 Jahre medizinisch begleitet wurden. In diesem Zeitraum wurden Angaben zum allgemeinen Gesundheitszustand, vorzeitigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes protokolliert. Außerdem bestimmten die Wissenschaftler den Körpermassenindex (BMI) als Verhältnis von Gewicht zur Körpergröße, der als Orientierung für ein optimales Gewicht gilt. Bei Heranwachsenden verändert sich der normale Körperfettanteil ständig. Daher wird das Gewicht anhand von Normwertkurven je nach Alter und Geschlecht eingeordnet.

Wenn Jugendliche übergewichtig oder adipös waren, litten sie als junge Erwachsene im Alter von 33 bis 43 Jahren häufiger an einem allgemein schlechten Gesundheitszustand (plus 2,6 %), an Typ-2-Diabetes (8,8 %) und einem frühen Herzinfarkt (0,8 %). Häufig brachten übergewichtige Jugendliche auch als junge Erwachsene zu viele Pfunde auf die Waage. Allerdings galt der Zusammenhang zwischen dem BMI in der Jugend und den negativen gesundheitlichen Folgen auch, wenn die Probanden als Erwachsene normalgewichtig waren.

„Die Erkenntnis, dass der BMI in der Jugend ein Risikofaktor für gesundheitliche Probleme im Erwachsenenalter ist, unabhängig vom BMI im Erwachsenenalter, hat erhebliche Auswirkungen auf unser Verständnis der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, betont Jason M. Nagata von der University of California, San Francisco und Hauptautor der Studie. Nach seiner Ansicht sollte zukünftig bei der Beurteilung des Risikos für kardiovaskuläre und chronische Erkrankungen auch berücksichtigt werden, ob die Patienten in früheren Jahren ein zu hohes Körpergewicht hatten. Vermutlich tragen sowohl das Alter bei Beginn der Adipositas als auch die Summe der Jahre mit Adipositas zur Entstehung von Insulinresistenz und Atherosklerose bei, schreiben die Wissenschaftler im „Journal of the American College of Cardiology”. Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die keine ursächlichen Zusammenhänge nachweisen kann.

„Unsere Studie legt nahe, dass das Teenageralter eine wichtige Zeitspanne ist, um die Gesundheit zu verbessern und frühen Herzinfarkten vorzubeugen. Kinderärzte sollten Teenager ermutigen, gesunde Verhaltensweisen zu entwickeln, einschließlich ausreichend Bewegung und ausgewogene Mahlzeiten“, fasst Nagata zusammen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

doi.org/10.1016/j.jacc.2021.04.071

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/essen-und-trinken-bei-diabetes-typ-2/

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungsberatung/beratungspraxis/ernaehrungstherapie-bei-diabetes-mellitus-typ-2/

Heft „Herzgesund leben – cholesterinbewusst essen“, Bestell-Nr. 1301, Preis: 1,50 Euro, www.ble-medienservice.de/1301/herzgesund-leben-cholesterinbewusst-essen

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Essen gegen Demenz?

Multifaktorieller Ansatz am wirksamsten

Eine mediterran geprägte Ernährung wird generell mit gesundheitsfördernden Eigenschaften assoziiert. In den 16 Anrainerstaaten des Mittelmeers wird zwar unterschiedlich gegessen, aber manche Gewohnheiten überschneiden sich und sind vor allem in der traditionellen Ernährung Griechenlands und Süditaliens zu finden, etwa:

täglicher Verzehr von Früchten und Gemüse, Käse und Joghurt sind die wichtigsten Milchprodukte, Teigwaren, Reis, Polenta und Kartoffeln sind die Basislebensmittel, Olivenöl als hauptsächliches Koch- und Speisefett, moderater Verzehr von Geflügelfleisch, Nüssen, Kartoffeln und Eiern, häufiger Verzehr von Fisch, seltener Verzehr von rotem Fleisch, täglicher moderater Genuss von Wein, üblicherweise zu den Mahlzeiten, die frische Zubereitung der Mahlzeiten und der Verzicht auf industriell vorgefertigte Nahrung, saisonale und regionale Aspekte prägen die Auswahl.

Wer sich stärker an Prinzipien der mediterranen Ernährung orientiere, könne möglicherweise sein individuelles Risiko für eine Alzheimer-Demenz senken. Das berichten Wissenschaftler um Professor Michael Wagner vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) kürzlich in der Zeitschrift Neurology. Und Professor Gunter Eckert vom Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen ergänzt, dass mehrere Übersichtsarbeiten eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür zeigten, dass die Mittelmeerkost das Risiko für Alzheimer senken könne.

Allerdings, so Eckert: „Die Mittelmeerkost ist eine schwer zu definierende Ernährungsform und die Menschen im Mittelmeerraum ernähren sich heutzutage auch nicht mehr wirklich gesund.“ Deshalb hält es der Ernährungsforscher durchaus für möglich, dass auch eine nicht mittelmeertypische Ernährung, wie sie etwa durch Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung definiert werde, präventiv wirksam sein könnte. Auch die Studienautoren nennen Belege dafür. Ohnehin deute vieles darauf hin, dass ein multifaktorieller Ansatz am wirksamsten bei der Vorbeugung von Alzheimer sei. Bewegung und kognitive Anregung gehörten ebenfalls dazu.

Biologische Mechanismen, die Ernährung und Alzheimer in Verbindung bringen, sind bislang unbekannt, so die Autoren vom DZNE. Sie vermuten, dass eine gesunde Ernährung in der Lage sei, mögliche Trigger der pathologischen Ereignisse zu beeinflussen. Als Beispiele nennen sie Entzündungsprozesse und oxidativen Stress.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://n.neurology.org/content/early/2021/05/04/WNL.0000000000012067

https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4910027?src=WNL_mdplsfeat_210531_mscpedit_de&uac=392547SN&impID=3410848&faf=1#vp_2

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/mehr-gemuese-und-obst/

www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2018/august/mediterrane-kost-wirkt-auch-im-norden/

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Ernährungsumstellung bei Metabolischem Syndrom

Fasten – positiv für Darmmikrobiom und Immunsystem

Wenn Menschen mit metabolischem Syndrom ihre Ernährung umstellen möchten, sollten sie mit einer Fastenkur beginnen. Das kann den Gesundheitszustand langfristig verbessern, hat eine gemeinsame Studie des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und des Experimental and Clinical Research Center (ECRC) ergeben.

Jeder vierte Deutsche leidet am metabolischen Syndrom. Das ist eine Sammelbezeichnung für vier verschiedene Krankheiten und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und Diabetes mellitus. Bei vielen Patienten liegen unbemerkt chronische Entzündungen und eine gestörte Darmflora vor. Die wichtigsten Behandlungsansätze sind viel Bewegung und eine kalorienarme, gesunde Ernährung.

Aber welchen Effekt hat eine Ernährungsumstellung auf Darmmikrobiom und Immunsystem? Um dieser Frage nachzugehen, führten die Wissenschaftler eine Studie an 71 Patienten mit metabolischem Syndrom durch. Die Probanden ernährten sich für drei Monate nach der DASH-Diät (Dietary Approach to Stop Hypertension), die einer mediterranen Vollwertkost entspricht und in erster Linie den Blutdruck senken soll. Die Probanden wurden zufällig in zwei Gruppen unterteilt, von der eine fünf Tage vor der Diät nur 300 bis 350 Kilokalorien täglich als Gemüsesaft und Gemüsebrühe zu sich nahm.

Wenn die Patienten vor der Diät fasteten, blieben Body-Mass-Index, Blutdruck und Bedarf an blutdrucksenkenden Medikamenten auch drei Monate nach der Kur niedriger. Es wurden positive Auswirkungen auf das Immunsystem und das Darmmikrobiom festgestellt, die bei einer Diät ohne Fasten nicht zu beobachten waren. So nahm die Anzahl der entzündungsfördernden T-Zellen ab und der regulatorischen T-Zellen zu. Im Darm vermehrten sich gesundheitsfördernde Bakterien, die Ballaststoffe in entzündungshemmende kurzkettige Fettsäuren umwandeln und sich dadurch positiv auf Immunabwehr und Blutdruck auswirken. Der positive Effekt blieb zum Teil auch nach dem Fasten erhalten, schreiben die Autoren im Fachjournal „Nature Communication“.

Häufig stellen Patienten mit dem metabolischen Syndrom ihre Ernährung um und sind frustriert, wenn sich kaum Erfolge einstellen. Das kann daran liegen, dass im Darmmikrobiom zu wenige gesundheitsfördernde Bakterien vorhanden sind. „Das Fasten wirkt wie ein Katalysator für die schützenden Mikroorganismen im Darm. Die Gesundheit verbessert sich sichtbar sehr schnell, die Patienten können ihre Medikation reduzieren und oftmals ganz auf Tabletten verzichten“, erklärt Dr. Sofia Forslund die Vorteile. Allerdings sind Langzeitstudien mit mehr Probanden notwendig, um die Resultate zu untermauern.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1038/s41467-021-22097-0

www.bzfe.de/ernaehrung-im-fokus/online-spezial/fasten-moderne-aspekte-eines-klassischen-naturheilverfahrens/

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Abnehmen bei Typ-2-Diabetes

Blutdruck sinkt – weniger Medikamente

Wenn übergewichtige Menschen mit Typ-2-Diabetes deutlich abnehmen und ihr Gewicht halten können, reduziert sich häufig neben den Blutzuckerwerten auch der Blutdruck. In einer britischen Studie kam knapp jeder Dritte nach der Diät dauerhaft ohne Hochdruckmedikamente aus.

Am „Diabetes Remission Clinical Trial“ (DiRECT) waren übergewichtige Erwachsene beteiligt, die in Hausarztpraxen in Schottland und Tyneside in England betreut wurden. Die Diagnose des Typ-2-Diabetes lag höchstens sechs Jahre zurück. Bei dieser Stoffwechselstörung ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht, da der Körper nicht mehr ausreichend auf das Hormon Insulin anspricht. Viele Typ-2-Diabetiker leiden zusätzlich an Übergewicht und Bluthochdruck.

Die Hälfte der Probanden (143 von 298) nahm an einem Abnehmprogramm teil, das Wissenschaftler der Universitäten Glasgow und Newcastle entwickelt hatten. Es umfasste eine zwölfwöchige Formula-Diät, welche die tägliche Kalorienaufnahme auf durchschnittlich 830 Kilokalorien begrenzte. 78 Patienten waren auch wegen Bluthochdruck in Behandlung und setzten zu Beginn größtenteils ihre Medikamente ab. Nach der Diät wurden die Teilnehmenden angeleitet, mit einer ausgewogenen Ernährung ihr Gewicht zu halten.

Die Probanden nahmen durchschnittlich 10 Kilogramm ab, ein Viertel sogar 15 Kilogramm. Die Blutzuckerwerte verbesserten sich und knapp die Hälfte konnte auf Arzneimittel verzichten. Der Blutdruck reduzierte sich parallel zum Gewichtsverlust. Bei Typ-2-Diabetikern, die zu Beginn keine Hochdruckmedikamente einnahmen, ging der durchschnittliche Blutdruck bereits nach einer Woche zurück. Wenn Präparate abgesetzt wurden, sank der Blutdruck langsamer. Die Werte blieben aber nach der Diät und nach 12 beziehungsweise 24 Monaten niedriger. Nur jeder vierte Patient musste während der Diät wieder Medikamente einnehmen. Immerhin 28 Prozent konnten auch zwei Jahre nach der Diät auf Hochdruckmedikamente verzichten, ist im Fachjournal „Diabetologia“ zu lesen.

Die Studienergebnisse zeigen, wie stark Ernährung, Gewicht, Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck zusammenhängen. Eine deutliche Gewichtsabnahme bringt bei adipösen Patienten viele gesundheitliche Vorteile und kann auch den Blutdruck normalisieren. Das Absetzen der Hochdruckmedikamente ist nach Ansicht der Wissenschaftler unbedenklich, wenn die Werte regelmäßig überwacht werden. Allerdings sei für den Erfolg solcher Maßnahmen eine langfristige Unterstützung zur Aufrechterhaltung der Gewichtsabnahme entscheidend.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

doi.org/10.1007/s00125-021-05471-x

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungsberatung/beratungspraxis/ernaehrungstherapie-bei-diabetes-mellitus-typ-2/

Heft „Herzgesund leben – cholesterinbewusst essen“, Bestell-Nr. 1301, Preis: 1,50 Euro, www.ble-medienservice.de/1301/herzgesund-leben-cholesterinbewusst-essen

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Kohldistel

Kleine „Artischocken“ von der Wiese

Im Frühsommer blüht die Kohldistel auf feuchten Wiesen. Sie hat nur weiche Stacheln und ist gut für die Wildkräuterküche geeignet. Die saftigen Böden der blassgelben Blüten sind eine raffinierte Delikatesse und erinnern im Geschmack ein wenig an Artischocke.

Vor der Blüte werden die jungen Blätter, Stängel und frischen Triebe gesammelt. Sie schmecken angenehm mild und können roh für Salate, Smoothies und Aufstriche verwendet werden. Allerdings sollte man vor der Zubereitung die Stacheln abschneiden und den Stängel schälen. Gegart verfeinern die Blätter Suppen, Pasta, Risotto und Aufläufe. In Italien werden Kohldistelblätter gerne mit Tomaten und Zwiebeln in einer Minestrone gegessen. Sehr lecker schmeckt das Kraut auch als Wildspinat oder in Bierteig ausgebacken. Ab Juni kann man die Böden der Blütenköpfchen ernten, die ähnlich wie Artischocken zubereitet werden. Sie schmecken auch roh im Salat und eingelegt als Kapernersatz.

Auch die Wurzeln der Kohldistel können geschält und gedünstet oder gebraten werden. In früheren Zeiten wurden sie getrocknet und zu Mehl vermahlen, das sich gut zum Andicken von Suppen und Soßen eignet. Der Wurzelstock hat einen hohen Inulingehalt. Dieser Ballaststoff wird im Körper insulinunabhängig verwertet und lässt daher den Blutzuckerspiegel nicht so schnell steigen.

Die Kohldistel (Cirsium oleraceum), im Volksmund auch Gemüsedistel oder Wiesenkohl genannt, gehört zur Familie der Korbblütengewächse. In Osteuropa wird sie als Gemüsepflanze genutzt und in Japan auch kultiviert. Im ersten Jahr bildet die krautige Pflanze eine am Boden bleibende Rosette, im zweiten Jahr wächst der Spross bis zu einer Höhe von anderthalb Metern. Der Stängel ist hohl und die großen Blätter an den Rändern mit zarten, kaum stechenden Stacheln besetzt. Von Juni bis Oktober erscheinen die Blüten. Die hellgelben Köpfchen stehen knäuelig am Stängelende zusammen und werden von Hochblättern umhüllt.

Wer sich einmal mit der Kohldistel vertraut gemacht hat, erkennt sie immer wieder. Das Kraut mag es feucht und ist vor allem auf nassen Wiesen, in Auwäldern, an Bachufern und Gräben zu finden. An besonders nährstoffreichen Standorten kann die Distel sogar massenhaft auftreten.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Poster „Küchenkräuter“

Bestell-Nr. 3757, Preis: 1,50 Euro, https://www.ble-medienservice.de/3757/kuechenkraeuter?number=3757

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Salz, Zucker und ungünstige Fett sparen

Augen auf beim Einkauf

Viele Menschen in Deutschland essen zu viel, zu fett, zu süß und zu salzig. Was kann jede und jeder Einzelne dagegen tun? Ein wichtiger Aspekt ist die Lebensmittelauswahl. Und die beginnt schon beim Einkaufen im Supermarkt. Doch welche Lebensmittel enthalten zu viel von diesen Nährstoffen?

Etwa 80 Prozent der täglichen Salzzufuhr stammen aus verarbeiteten Lebensmitteln, vor allem aus Brot und Brötchen, Fleisch- und Wurstwaren sowie Käse. Auch Fertiggerichte, manche Gemüsekonserven, sauer eingelegtes Gemüse, Würzmittel, Gewürzzubereitungen und salziges Knabbergebäck tragen zur Salzzufuhr bei. Den meisten Zucker essen die Menschen in Form von Süßigkeiten, Fruchtsäften, Fruchtnektaren und Limonaden. Hinzu kommen gesüßte Milchprodukte und Frühstückscerealien. Den größten Beitrag zur Fettzufuhr leisten Fleischerzeugnisse und Wurstwaren, gefolgt von Milch und Milcherzeugnissen, tierische und pflanzliche Fette sowie Backwaren und Fleisch. Bei den Fettlieferanten kommt es aber nicht nur auf die Fettmenge, sondern auch auf die Fettsäurezusammensetzung der Lebensmittel an.

Das bedeutet jedoch nicht, dass man auf alle diese Produktgruppen komplett verzichten muss. Es kommt eher auf die clevere Auswahl an. So findet man in vielen Produktgruppen häufig Alternativen, die weniger Salz, Zucker oder ungünstige Fette enthalten. In einem Vollkornbrötchen steckt beispielsweise nur halb so viel Salz wie in einem Laugenbrötchen. Hähnchen- und Putenaufschnitt sowie Kochschinken, Kasseler Aufschnitt, Lachsschinken, Sülzwurst in Aspik liefern deutlich weniger Fett als Salami und Leberwurst. Und eine Portion klassische Cornflakes enthält mehr als ein Drittel weniger Zucker als mit Zucker überzogene Cornflakes.

Möchten Sie weitere Beispiele wissen, welche Lebensmittel vergleichsweise weniger Salz, Zucker und ungünstige Fette enthalten und worauf Sie bei der Lebensmittelauswahl achten sollten? Dann lesen Sie den neuen Beitrag „Weniger Zucker, Fette und Salz: Hinweise zum Einkaufen“ vom Bundeszentrum für Ernährung.

Hedda Thielking, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.bzfe.de/lebensmittel/einkauf-und-kennzeichnung/weniger-zucker-fette-und-salz/

www.bzfe.de/lebensmittel/einkauf-und-kennzeichnung/die-nationale-reduktions-und-innovationsstrategie-der-bundesregierung/

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Zitronenmelisse

Frisches Zitrusaroma für Süßes und Pikantes

Die Zitronenmelisse, auch einfach Melisse genannt, ist eine leckere Zutat für die Frühlingsküche. Ihr angenehm frisches Zitrusaroma bereichert süße und pikante Speisen. Besonders gut passt es zu Früchten wie Äpfeln, Erdbeeren und Himbeeren.

Zitronenmelisse wird häufig eingesetzt, wenn das zitronige Aroma nicht so dominant sein soll. Die frischen Blätter verfeinern Obstsalate, Desserts, Sorbets, fruchtige Bowlen und Smoothies. Fischgerichte, aber auch Chutneys und saisonales Gemüse wie Spargel bekommen mit Zitronenmelisse eine interessante Note. Eine köstliche Grillmarinade gelingt, wenn Zitronensaft mit fein gehackter Zitronenmelisse, Olivenöl, Pfeffer und Senf verrührt wird. Im Kräuterquark und Pesto kann die Melisse mit Basilikum oder Pfefferminze kombiniert werden.

Genutzt werden die jungen Blätter und Triebspitzen. Dazu erntet man das Kraut am besten an einem warmen Tag am späten Vormittag. Dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Verwenden Sie die Blätter möglichst erntefrisch. Das zarte Kraut verträgt keine hohen Temperaturen und wird daher in erster Linie für kalte Speisen verwendet oder erst nach dem Garen hinzugefügt. Wer das Aroma konservieren möchte, kann die Blätter fein hacken, mit Wasser in Eiswürfelformen füllen und einfrieren.

Die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ist eine mehrjährige Staude aus der Familie der Lippenblütler und wird gerne von Bienen besucht. Das Kraut wird 50 bis 100 Zentimeter hoch, hat kräftig-grüne, herzförmige Blätter mit gekerbtem Rand und blüht von Juli bis September. Im eigenen Garten braucht die Melisse nicht mehr als einen fruchtbaren Boden und einen halbschattigen bis sonnigen Standort. Ein kräftiger Rückschnitt vor der Blüte lässt sie nochmals austreiben.

Übrigens hat die Zitronenmelisse auch in der Naturapotheke einen festen Platz. Das Kraut hat sich bei Verdauungs– und Erkältungsbeschwerden, Kopfschmerzen und Schlafstörungen bewährt. Dazu wird es als kleiner Strauß zusammengebunden und kopfüber getrocknet. Die Pflanzenteile mit heißem Wasser aufgießen, zehn Minuten ziehen lassen und warm oder kalt genießen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Poster „Küchenkräuter“

Bestell-Nr. 3757, Preis: 1,50 Euro

https://www.ble-medienservice.de/3757/kuechenkraeuter?number=3757

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