Schlagwort-Archiv: BZfE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Mit Flavonoiden den Blutdruck senken

Welche Rolle spielt die Darmflora?

Wer mit der Nahrung flavonoidreiche Lebensmittel wie Beeren oder Äpfel aufnimmt, kann den Blutdruck senken und dadurch Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken. Dieser positive Effekt lässt sich zumindest teilweise durch eine größere Vielfalt der Darmflora erklären, hat eine Studie aus Nordirland gezeigt.

Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die natürlicherweise in vielen Obst- und Gemüsesorten, aber auch in Tee, Schokolade und Wein vorkommen. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass sie sich positiv auf Gesundheit und speziell auf die Blutgefäße auswirken. Da die sekundären Pflanzenstoffe durch Bakterien im Darm abgebaut werden, wird ein Zusammenhang zwischen Ernährung, Mikrobiom und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermutet. Als Mikrobiom bezeichnet man die Gesamtheit aller Mikroorganismen im menschlichen Körper, vorwiegend im Darm.

An der aktuellen Studie nahmen über 900 Erwachsene im Alter von 25 bis 82 Jahren teil, die Angaben zu ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten machten. Die Wissenschaftler berechneten die Verzehrsmengen bestimmter flavonoidreicher Lebensmittelgruppen wie Äpfel, Birnen, Beeren oder Rotwein im vergangenen Jahr und prüften regelmäßig den Blutdruck. Anhand von Stuhlproben wurden die Art und Menge der Bakterien im Darm bestimmt.

Wenn die Testpersonen reichlich flavonoidreiche Lebensmittel aßen, hatten sie einen niedrigeren Blutdruck als solche mit einem geringen Konsum. So war die Aufnahme von 1,6 Portionen Beeren pro Tag (eine Portion = 80 g) mit einer durchschnittlichen Senkung des systolischen Blutdrucks um 4,1 mm Hg verbunden. Der systolische Wert ist der obere Messwert und entspricht dem maximalen Druck, der bei der Anspannungs- und Auswurfphase des Herzens erreicht wird. Bis zu 15 Prozent des Zusammenhangs zwischen flavonoidreicher Kost und Blutdruck war durch eine größere Vielfalt des Darmmikrobioms zu erklären.

„Unser Darmmikrobiom spielt eine Schlüsselrolle bei der Verstoffwechslung von Flavonoiden, um deren schützende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System zu verstärken. Die Studienergebnisse geben Hinweise, dass der blutdrucksenkende Effekt durch einfache Änderungen in der Ernährung erreicht werden kann“, erklärt Studienleiterin Dr. Aedin Cassidy von der Queen´s University in Belfast, Nordirland. Allerdings ist zu bedenken, dass eine Beobachtungsstudie keine ursächlichen Zusammenhänge nachweisen kann. Zukünftige Untersuchungen sollen die Bedeutung des Stoffwechsels in den Vordergrund stellen und klären, warum manche Menschen stärker von einer flavonoidreichen Kost profitieren als andere.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1161/HYPERTENSIONAHA.121.17441

Die bunte Welt der sekundären Pflanzenstoffe:

https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/essen-und-wissen/sekundaere-pflanzenstoffe/

Pressekontakt

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden

Deichmanns Aue 29

53179 Bonn

Telefon: 0228 / 68 45 – 0

Internet: www.ble.de

E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:

Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:

Harald Seitz, BLE

Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Die Jujube

Exotin aus China

Die Vielfalt exotischer Früchte ist riesig. Kennen Sie schon Jujube? Die Frucht ist etwa pflaumengroß, ihre Schale im reifen Zustand braunrot. Das Fruchtfleisch ist weiß, schmeckt süß-säuerlich und erinnert im Geschmack an den von Nashis.

Die Jujube (Ziziphus jujuba) stammt aus China und wird auch Chinesische Dattel oder Brustbeere genannt. Sie ist die Steinfrucht eines 9 bis 12 m hohen, knorrigen und dornigen, ziemlich frost- und hitzebeständigen, laubabwerfenden Baumes oder Strauches. Aus den kleinen, fünfzähligen, gelblichen Blüten in den Blattachseln entstehen je nach Sorte runde, länglich-ovale bis dattelförmige, pflaumengroße Früchte. Sie reifen von August bis Oktober und kommen dann auch bei uns auf den Markt. Die dünne Fruchthaut (Exokarp) färbt sich bei der Reife von Grünlichgelb über Gelb nach zunächst fleckig, später flächig Braunrot. Das mehlig-fleischige, weiße Fruchtfleisch (Mesokarp) umschließt einen länglichen, harten Steinkern, der ein oder zwei Samen enthält. Die Früchte werden roh (bevorzugt im halbreifen Stadium) oder getrocknet („Chinesische Dattel“), kandiert oder sauer eingelegt als Pickles gegessen. Aus ihnen werden ferner Saft, Sirup, Konfitüre, Essig, Gebäck, alkoholische Getränke und Tees hergestellt. Bei den Inhaltsstoffen ist der mit 69 mg / 100 g hohe Gehalt an Vitamin C hervorzuheben. Jujuben werden in der traditionellen chinesischen und koreanischen Medizin gegen allerlei Krankheiten verwendet, unter anderem zur Behandlung von Erkältungen („Brustbeere“).

Die Jujube gehört zur Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) und wird in China schon seit mehr als 4.000 Jahren kultiviert. Ihr Ursprungsgebiet liegt am Mittel- und Unterlauf des Gelben Flusses im Nordosten des Landes. Von dort wurde sie zuerst nach Korea, dann nach Japan und später nach Nordwest-Indien, Iran und Südosteuropa eingeführt. Heute findet man sie außerdem im gesamten Mittelmeergebiet bis in die Südschweiz und nach Südtirol sowie in weiteren Ländern Asiens, Afrikas, in Brasilien und den südlichen USA. Mit über 700 Sorten gehört die Jujube in China zu den wichtigsten Obstarten. China hält rund 90 % der weltweiten Produktion (2019 ca. 16 Millionen Tonnen), verbraucht die Ernte aber fast gänzlich auf dem heimischen Markt und exportiert nur etwa
3 %.

Hans-Georg Levin,
www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1080/10942912.2020.1770281

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden

Deichmanns Aue 29, 53179 Bonn, Telefon: 0228 / 68 45 – 0, Internet: www.ble.de, E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:

Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:

Harald Seitz, BLE

Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Zucker bewusst genießen

Materialien für die Ernährungsberatung

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) hat ein neues, digitales Medienpaket rund um das Thema Zucker herausgegeben. Die Materialien unterstützen Ernährungsfachkräfte bei der Beratung zum Umgang mit dem Süßmacher.

Zucker gehört einfach zu unserem Leben dazu. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist das auch völlig in Ordnung. Allerdings konsumieren viele Menschen zu viel Zucker und erhöhen damit ihr Risiko für die Entstehung von Übergewicht und Krankheiten wie Diabetes. Um ein gesundes Limit nicht zu überschreiten, ist es wichtig, typische Zuckerquellen zu kennen. Das ist jedoch nicht immer leicht. Denn neben Erfrischungsgetränken, Süßigkeiten und Co. können auch herzhafte Lebensmittel viel Zucker enthalten. Diese zu identifizieren und einzuordnen, dabei hilft das Medienpaket „Zucker bewusst genießen“, das ab sofort im BLE-Medienservice kostenlos zum Download bereitsteht.

Das Beratungsmaterial besteht aus Infoblättern, Schaubildern und Arbeitsvorlagen. Diese können unabhängig voneinander oder zusammen genutzt werden. Die Infoblätter richten sich an Klientinnen und Klienten und geben einen kompakten Überblick zu verschiedenen Aspekten des Zuckerkonsums, zum Beispiel zur Kennzeichnung, zu besonders zuckerreichen Lebensmitteln sowie zum Umgang mit Süßigkeiten.

Mithilfe der insgesamt 16 Schaubilder können Beratungsfachkräfte wichtige Inhalte visualisieren und anschaulich vermitteln. So gibt es zum Beispiel Bilder von süßen und herzhaften Lebensmitteln, deren Zuckergehalte in Form von Zuckerwürfeln dargestellt sind, Ideen für Tätigkeiten anstelle von Naschen oder eine Übersicht mit Alternativen für zuckerreiche Produkte. Die Schaubilder können sowohl in gedruckter Form als auch digital eingesetzt werden.

Zur Vertiefung der verschiedenen Aspekte lassen sich schließlich die Arbeitsvorlagen nutzen. Durch Übungen und Selbstreflexion – entweder gemeinsam in der Praxis oder als Hausaufgabe – können sich Klientinnen und Klienten ganz persönlich mit dem Zucker in ihrem täglichen Speiseplan auseinandersetzen. Lösungen und Informationen zur Nutzung des Materials sind im Leitfaden/Beraterflyer zu finden. Einige Vorlagen dienen außerdem zum Nachschauen, zum Beispiel zu Zuckergehalten von häufig fertig gekauften Lebensmitteln, zu Namen für Zucker und süßende Zutaten oder zu typischen Portionsgrößen.

Neben der PDF-Datei werden die Vorlagen auch im Word-Format zur Verfügung gestellt, damit sie individuell angepasst werden können. Damit gibt das BZfE-Beratungsmaterial „Zucker bewusst genießen“ Ernährungsfachkräften fundierte und praktische Unterlagen an die Hand, mit denen sie ihre Beratungstermine weiter ausgestalten können. Ergänzend gibt es ein Video „Zucker – wo, wieviel, warum?“ auf dem BZfE-YouTube-Kanal.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Beratungsmaterial „Zucker bewusst genießen – Module für die Ernährungsberatung“, Bestell-Nr. 0195, kostenlos zum Download: www.ble-medienservice.de/0195/zucker-bewusst-geniessen-modul-fuer-die-ernaehrungsberatung?number=0195
www.youtube.com/watch?v=VFsRTWD3n-c
bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungsberatung/zucker-bewusst-geniessen/

Pressekontakt:

Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden

Deichmanns Aue 29, 53179 Bonn, Telefon: 0228 / 68 45 – 0, Internet: www.ble.de

E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:

Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion: Harald Seitz, BLE, Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Mehr Gemüse und Obst für mehr Genuss und Vitalität

Neuer Beitrag auf www.bzfe.de

Wer oft Gemüse und Obst isst und die bunte Vielfalt nutzt, tut sich selbst und der Umwelt Gutes. Karotten, Brokkoli, Tomaten, Äpfel und Co. sind gesund – das weiß eigentlich jeder. Doch was genau macht diese Lebensmittel so wertvoll?

Frisches Gemüse und Obst liefern ein wahres Potpourri an wichtigen Inhaltsstoffen und stehen außerdem für Genuss, Vielfalt und Abwechslung. Wer saisonales und regional erzeugtes Gemüse und Obst isst, tut auch der Umwelt Gutes, denn lange Transportwege entfallen dann und die Lebensmittel kommen frisch auf den Tisch.

Gemüse und Obst versorgen den Körper mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen, die zum Teil lebensnotwendig sind (einschließlich Spurenelemente) und helfen, uns vor verschiedenen Erkrankungen zu bewahren. Diese Nährstoffe erfüllen im Körper wichtige Aufgaben und sind unter anderem bedeutend für Zellen, Knochen und Blut sowie die Funktion von Nerven und Muskeln. Vitamin D und Kalzium beispielsweise unterstützen die Knochen, Vitamin K fördert die Blutgerinnung und Vitamin A ist erforderlich für das Wachstum und Sehen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weist darauf hin, dass Gemüse und Obst das Risiko für Bluthochdruck, koronare Herzkrankheiten, Schlaganfall und bestimmte Krebskrankheiten verringern kann. Darüber hinaus schützen die beiden Lebensmittelgruppen möglicherweise vor Demenz, Osteoporose, rheumatoider Arthritis sowie bestimmten Augenkrankheiten, Asthma und einer Gewichtszunahme – und dadurch auch vor Typ-2-Diabetes.

Ein neuer Beitrag „Mehr Gemüse und Obst – mehr Genuss und Vitalität: Warum sie so wichtig sind“ auf www.bzfe.de erläutert, welche Inhaltsstoffe in Gemüse und Obst enthalten sind und wie wir mit Genuss unsere Vitalität steigern können – ganz im Sinne der Vereinten Nationen, die 2021 zum „Internationalen Jahr für Obst und Gemüse“ erklärt haben.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.bzfe.de/internationales-jahr-obst-und-gemuese-2021/
www.in-form.de/rezepte/
www.zugutfuerdietonne.de/tipps-fuer-zu-hause/reste-rezepte/restereloaded-tutorials

Pressekontakt:

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden

Deichmanns Aue 29

53179 Bonn

Telefon: 0228 / 68 45 – 0

E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:

Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:

Harald Seitz, BLE

Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Mehr Gemüse für Vorschulkinder

Erhöhen größere Portionen den Verzehr?

Viele Eltern machen sich Sorgen, wenn ihre Kinder kaum Gemüse essen. Nach einer Studie der Penn State University, USA lässt sich der Verzehr erhöhen, wenn man einfach mehr Gemüse auf den Teller packt.

An der Untersuchung nahmen 67 Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren teil. Für vier Wochen erhielten die jungen Probanden in Kindertagesstätten einmal pro Woche ein Mittagessen mit einer von vier verschiedenen Gemüsezubereitungen: eine normale Portion Mais und Brokkoli (60 g) sowie eine doppelte Portion Mais und Brokkoli (120 g) – jeweils pur oder mit etwas Butter und Salz abgeschmeckt. Bei jeder Mahlzeit wurde das Gemüse mit der gleichen Menge an Fischstäbchen, Reis, Ketchup, Apfelmus und Milch serviert. Die Wissenschaftler wogen die Lebensmittel vor und nach dem Essen, um die Verzehrmenge zu bestimmen. Außerdem wurden die Kinder und deren Eltern zu ihrem Essverhalten und ihren Vorlieben beim Gemüseverzehr befragt.

Wenn die Wissenschaftler die Menge an Mais und Brokkoli von 60 auf 120 Gramm pro Mahlzeit erhöhten, aßen die Kinder 21 Gramm mehr Gemüse. Das entspricht einer Steigerung um 68 Prozent. Die Energieaufnahme erhöhte sich um fünf Prozent (13 kcal). Es hatte keinen Einfluss, ob das Gemüse gewürzt war oder nicht. Das kann daran liegen, dass Mais und Brokkoli den meisten Kindern vertraut sind. Bei unbekanntem Gemüse können nach Ansicht der Wissenschaftler zusätzliche Aromen zu einem höheren Verzehr beitragen. Wenn Kinder wählerisch waren und Essen zu Hause häufig thematisiert wurde, erhöhte sich die Gemüseaufnahme weniger stark.

Ernährungswissenschaftler empfehlen, dass Vorschulkinder täglich je etwa 150 bis 200 Gramm Obst und Gemüse essen. Es ist wichtig, viele Gemüsearten anzubieten. „Die Kinder sollten das Gemüse aber auch mögen, damit es mit den anderen Lebensmitteln auf dem Teller konkurrieren kann“, erklärt Barbara Rolls von der Penn State University. Die Wissenschaftler empfehlen Eltern, ihre Kinder schrittweise an neue Gemüsearten zu gewöhnen und mit verschiedenen Geschmacksrichtungen zu experimentieren. Manchmal hilft es auch, das Gemüse anders zuzubereiten – etwa püriert als Soße oder als Gemüsesticks mit Dipp.

Größere Portionen können aber zu mehr Lebensmittelverschwendung führen, wenn nicht alles gegessen wird. Weitere Studien sollen klären, wieviel andere Lebensmittel auf dem Teller durch Gemüse ersetzt werden können, aber die Gesamtportion gleich bleibt.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.psu.edu

doi.org/10.1016/j.appet.2021.105250

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/in-bestimmten-lebensphasen/wenn-kinder-kein-gemuese-moegen/

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/mehr-gemuese-und-obst/

Heft „Das beste Essen für Kleinkinder – Empfehlungen für die Ernährung von 1- bis 3-Jährigen“, Bestell-Nr. 1566, Preis: 2,50 Euro, www.ble-medienservice.de/1566/das-beste-essen-fuer-kleinkinder-empfehlungen-fuer-die-ernaehrung-von-1-bis-3-jaehrigen

Unterrichtsmaterial „Schmecken mit allen Sinnen – Der Feinschmeckerkurs für 4- bis 7-Jährige“, Bestell-Nr. 3613, Preis: 6,50 Euro, www.ble-medienservice.de/3613/schmecken-mit-allen-sinnen-der-feinschmeckerkurs-fuer-4-bis-7-jaehrige

Pressekontakt:

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Food Report 2022: Nachhaltigkeit als Qualitätskriterium

Corona fördert Wandel von Esskultur und Lebensmittelwirtschaft

Wie sehr sich unsere Esskultur wandelt, zeigt ein Blick auf die Food-Trend-Map 2022. Aktuelle Trends wurden dabei durch die Corona-Pandemie geprägt. Sie hat unser Konsum- und Essverhalten auf den Kopf gestellt: Viele Menschen haben sich daran gewöhnt, frische Lebensmittel aus der Region online zu bestellen. Sie ordern Restaurant-Essen zum Mitnehmen oder lassen sich Kochboxen zum Selberkochen liefern. Schon lange wurde nicht mehr so viel im Kreise der Familie gekocht und gemeinsam gegessen. Dabei helfen Kochvideos oder der Austausch über die Sozialen Medien. Viele dieser Veränderungen werden bleiben. Denn die Menschen haben in der Krise eine neue Nähe zum Essen gefunden. Und alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette wurden gezwungen, neue Lösungen zu entwickeln.

Diese und andere Phänomene beschreibt die Trendforscherin Hanni Rützler detailliert im Food Report 2022. Dabei richtet sie den Blick auf Werte und Entwicklungen in der Gesellschaft und Lebensmittelwirtschaft, die sie als „The New Normal“ bezeichnet: „Im künftigen New Normal wird sich das etablieren, was sich als besser und passender zu den veränderten Bedürfnissen der Menschen herausstellt.“ Dazu gehört eine andere Gewichtung des Faktors Qualität als entscheidendes Kaufkriterium. Qualität wird ganzheitlicher verstanden und um ökologische, tierethische und soziale Aspekte erweitert. Vor allem die jungen Generationen treiben dies voran. Sie sind sich ihrer eigenen Verantwortung bewusst und möchten mit einem nachhaltigen Einkaufs- und Essverhalten zu einer Veränderung unseres Ernährungssystems und einer gesunden Umwelt beitragen.

Drei neue Trends, denen der Food Report eigene Kapitel widmet, unterstützen dieses Bedürfnis. „Zero Waste“ rückt als zentraler Bestandteil nachhaltigen Konsumierens in den Vordergrund. Auch diesem Trend hat Corona eine zusätzliche Dynamik verliehen. Viele Menschen haben während der Lockdowns gelernt, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Gastronomen und Händler schließen sich mit innovativen Ideen an – auch zur Vermeidung von Verpackungsmüll.

Die zweite Strömung nennt Hanni Rützler „Local Exotics“. Es gibt immer mehr experimentierfreudige, regionale Produzenten, die sich mit ehemals exotischen Produkten versuchen. So lässt sich beispielweise mit Kurkuma, Ingwer, Goji-Beeren oder Süßkartoffeln aus heimischer Erzeugung die Lust auf kulinarische Entdeckungen mit dem Wunsch nach einem nachhaltigen Lebensstil vereinbaren.

Ein dritter Trend wird als „Real Omnivore“ bezeichnet. Die wahren Allesesser setzen nicht auf Verzicht – zum Beispiel eine vegane Ernährung – ,sondern auf eine breite Vielfalt. Dazu gehören neben pflanzlichen auch tierische Produkte. Diese Menschen sind technikaffin und offen für neuartige Lebensmittel wie In-vitro-Fleisch und -Fisch, Produkte aus Algen, Mykoproteinen oder Insekten. Gleichzeitig spielen Traditionelles wie Wild und die Verwertung des ganzen Tieres eine Rolle, um nachhaltige Ansprüche zu erfüllen.

Diese Trends eröffnen Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Handel und Gastronomie, die am Markt bestehen und künftige Krisen überstehen wollen, vielfältige Chancen. Sie werden durch die fortschreitende Digitalisierung unterstützt. So haben sämtliche Formen des „E-Food“ ihre Umsätze gesteigert: Online-Shops, Lieferdienste, Foodsharing-Plattformen, Rezeptdatenbanken, digitale Speisekarten, Online-Kochkurse und vieles mehr. Sie stehen heute nicht nur großen Playern offen, sondern ermöglichen auch kleinen Betrieben und Start-Ups den Marktzutritt. Durch transparente Informationen und authentische Beziehungen setzen sie neue Maßstäbe. Verbraucherinnen und Verbraucher haben so jenseits etablierter Strukturen neue Wahlmöglichkeiten und viele kaufen nur das, was ihren individuellen Qualitätsanforderungen und Werten entspricht.

Gabriela Freitag-Ziegler, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.zukunftsinstitut.de/dossier/dossier-food/

Pressekontakt:

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Pflanzendrinks unter der Lupe

Immer auf die Nährwerttabelle schauen

Wer auf Kuhmilch verzichten muss oder möchte, findet im Supermarkt ein großes Angebot an Alternativen. Aber wie unterscheiden sich die Pflanzendrinks in ihren Nährstoffen? Und wie sieht es in punkto Nachhaltigkeit aus? Mit diesen Fragen hat sich die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen beschäftigt und eine Marktstichprobe durchgeführt. Im März 2021 standen insgesamt 71 Pflanzendrinks, davon 55 Bio-Produkte, aus Discounter, Supermarkt und Drogeriemarkt auf dem Prüfstand.

Die Verpackungen waren zum Teil unübersichtlich gestaltet und mit blumigen Werbeaussagen wie „verführerisch tropisch“ und „lecker lieblich“ bestückt. Je nach Hauptzutat gab es im Energiegehalt und in der Zusammensetzung der Nährwerte deutliche Unterschiede. Mit 12 bis 81 Kilokalorien pro 100 Gramm enthielten zwei Drittel der Pflanzendrinks weniger Energie als fettarme Milch (48 kcal). Wer besonders auf eine schlanke Linie achtet, kann zu Mandel- und Kokosnussdrinks greifen. Die ungesüßten Varianten kamen auf durchschnittlich nur 21 und 13 Kilokalorien pro 100 g. Haferdrinks (46 kcal) und Reisdrinks (50 kcal) waren etwas energiereicher. Es gab auch spezielle Barista-Varianten, die sich durch den Zusatz pflanzlicher Öle gut aufschäumen lassen. Dadurch enthalten sie aber auch mehr Fett (2,3 g pro 100 g) und mehr Kalorien (56 kcal). Für Veganer können Sojadrinks sinnvoll sein, da sie den höchsten Eiweißgehalt haben. Rund 38 Prozent der Milchalternativen waren mit Kalzium angereichert.

Produkte „ohne Zuckerzusatz“ (52 %) hatten nicht unbedingt einen geringen Zuckergehalt, da sie von Natur aus viel Zucker enthalten können. So war keiner der Reis- und Haferdrinks zusätzlich gesüßt. Dennoch enthielten sie mehr Zucker (4,9 bzw. 4,1 g pro 100 g) als gesüßte Soja- (2,7 g) oder Mandeldrinks (2,9 g). Auch Hinweise wie „Natur“, „Naturell“ oder „Natural“ wecken beim Verbraucher möglicherweise falsche Erwartungen. Solche Getränke können trotzdem zugesetzten Zucker, künstliche Aromen und Zusatzstoffe enthalten, sodass sich ein genauer Blick auf das Etikett lohnt. Allerdings verzichtete die Mehrheit der Hersteller auf Zusatzstoffe und Aromen.

Pflanzendrinks sind eine klimaschonende und tierfreundliche Alternative zu Milch, erklären die Verbraucherschützer. Der Kohlendioxid-Fußabdruck ist je nach Produkt nur ein Viertel bis halb so groß wie der von Kuhmilch. Wer eine besonders nachhaltige Wahl treffen möchte, greift zu Milchalternativen mit Zutaten europäischer Herkunft. Bei Bio-Haferdrinks stammt der Rohstoff sogar häufig von deutschen Feldern. Mehr Informationen zur Nachhaltigkeit auf der Verpackung wie klare Angaben zu Herkunft und Klimabilanz wären laut Verbraucherzentrale jedoch wünschenswert.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Marktstichprobe Pflanzendrinks März 2021

www.bzfe.de/lebensmittel/trendlebensmittel/vegane-lebensmittel/

www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2020/april/aus-hafer-mandeln-und-co/

Pressekontakt:

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Zucchini schmecken auch süß

Kuchen – Marmelade – Mousse

Wer in seinem Garten reichlich Zucchini geerntet hat, kann das Sommergemüse auch auf süße Art nutzen. Die saftigen Früchte schmecken in Brownies und Schokoladenkuchen, aber auch als zitroniges Dessert.

Die Zucchini gehört zu den Kürbisgewächsen. Der Name bedeutet „kleiner Kürbis“, nach dem italienischen Wort „zucca“ für Kürbis. Das Gemüse hat keinen ausgeprägten Eigengeschmack und kann daher auch in der süßen Küche mit fast jeder Zutat kombiniert werden. Die Zucchini harmoniert zum Beispiel sehr gut mit Obst wie Apfel und Ananas, Kokosraspeln und verschiedenen Nüssen. Je nach Rezept lässt sie sich mit Gewürzen wie Zimt, Vanille oder Ingwer und frischen Kräutern wie Zitronenmelisse verfeinern.

Für einen veganen Zucchinikuchen wird das Gemüse geraspelt und mit Vollkornmehl, gemahlenen Haselnüssen, Zucker, Salz, Backpulver und Zitronensaft vermengt. Anschließend eine pflanzliche Milchalternative wie Haferdrink, etwas Kokosöl und geriebene dunkle Schokolade hinzufügen. Den Teig in eine Kastenform geben und etwa eine Stunde backen. Für einen Blechkuchen kann das Gemüse mit Buttermilch und Blaubeeren zubereitet werden. Sehr lecker sind auch Zucchini-Muffins mit einem Kokos-Walnuss-Belag.

Ein süßes Zucchini-Apfel-Brot schmeckt sehr gut zum Nachmittagskaffee. Äpfel und Zucchini werden grob geraspelt und mit Zucker und Zitronensaft für ein bis zwei Stunden mariniert. Trockenfrüchte wie Feigen und Cranberries, Nüsse, Kakao, Zimt, Backpulver und Mehl unterheben und in eine Form füllen. Mit Apfelspalten und Zucchinischeiben dekorieren und für 75 Minuten backen. Ein Zitronenmousse erfrischt an heißen Sommertagen: Zucchini in einem Mixer zerkleinern und mit Zitronensaft, geriebener Zitronenschale, Nussmus, Dattelsirup, etwas Kokosöl und Vanille vermengen. Für einige Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen – und fertig ist das cremige und kalorienarme Dessert.

Selbst zum Frühstück lässt sich die Zucchini genießen – zum Beispiel in Pfannkuchen mit Honig und Zimt. Für einen ausgefallenen Fruchtaufstrich wird das Gemüse fein geraspelt, mit frischem Ingwer, etwas Zitronensaft und Gelierzucker eingekocht und noch heiß in saubere Gläser gefüllt. Auch mit säuerlichen Äpfeln, Ananas und frischen Kräutern wie Minze lässt sich aus dem Gemüse ein leckerer Aufstrich zaubern.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Rezepte für herzhafte Gerichte mit Zucchini gibt es z.B. hier:

www.in-form.de/rezepte/

www.zugutfuerdietonne.de/tipps-fuer-zu-hause/reste-rezepte/

Pressekontakt:

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Omega-3-Fettsäuren gegen Kopfschmerzen?

Studie zum Einfluss der Ernährung auf Migräne

Wer mit der Nahrung reichlich Omega-3-Fettsäuren aufnimmt, kann möglicherweise die Häufigkeit von Kopfschmerzen reduzieren. Das ist das Fazit einer Studie der University of North Carolina, an der 182 Migräne-Patienten teilnahmen.

Die meisten Menschen nehmen mit der Nahrung mehr Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) als Omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaensäure, EPA und Docosahexaensäure, DHA) auf. Linolsäure steckt in pflanzlichen Ölen und ist daher in vielen verarbeiteten Produkten wie Chips und Cracker enthalten. Die wichtigste Quelle für Omega-3-Fettsäuren ist fettreicher Meeresfisch wie Hering und Lachs. Das richtige Verhältnis der Fettsäuren ist wichtig, da sie Vorläufer für Signalmoleküle sind, die Schmerzen verstärken (Linolsäure) oder lindern (EPA und DHA).

Zu Studienbeginn litten die Patienten, vor allem jüngere Frauen, durchschnittlich an mehr als 16 Tagen im Monat für mehr als fünf Stunden an Migräne. Für sechzehn Wochen ernährten sie sich nach einer von drei Diäten. Die Kontrolldiät enthielt für Amerika typische Mengen an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Bei der zweiten Diät wurde die Aufnahme an EPA und DHA auf 1,5 Gramm pro Tag erhöht und bei der dritten Variante zusätzlich die Aufnahme an Linolsäure verringert (von 7 auf weniger als 2 % der Energie). Die Patienten führten ein Kopfschmerztagebuch und machten Angaben, wie stark ihre Lebensqualität durch die Migräne beeinträchtigt war.

Wenn die Patienten mehr Omega-3-Fettsäuren aufnahmen, hatten sie weniger häufig Kopfschmerzen. Der Effekt verstärkte sich, wenn auch die Menge an Omega-6-Fettsäuren geringer war. Bei beiden Diäten reduzierten sich die Kopfschmerzstunden am Tag (minus 1,3 bzw. 1,7) und die Kopfschmerztage im Monat (minus 2 bzw. 4). Die Teilnehmer berichteten über kürzere und weniger starke Kopfschmerzen als bei der Kontrolldiät, und einige konnten sogar die Medikamenteneinnahme verringern. Eine Verbesserung der Lebensqualität ließ sich aber nicht nachweisen.

Die Studienergebnisse legen nahe, dass unsere Ernährung das Schmerzempfinden beeinflusst und eine Ernährungsumstellung bei Migräne und anderen chronischen Schmerzen helfen kann. Der Effekt sei ähnlich wie bei einigen Medikamenten, schreiben die Wissenschaftler im British Medical Journal (BMJ). Allerdings ist die Einhaltung einer Diät für manche Menschen schwierig. Es ist auch noch nicht geklärt, ob die Ergebnisse auf Kinder, Männer und ältere Erwachsene sowie andere chronische Schmerzzustände übertragbar sind.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:www.bmj.com/content/374/bmj.n1448www.bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/fisch/fisch-gesund-essen/

Pressekontakt:

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Braunes Fett und Sekretin

Wie wird die Sättigung gesteuert?

Wie weiß unser Gehirn, wann wir genug gegessen haben? An der Regulation der Nahrungsaufnahme sind viele verschiedene Faktoren beteiligt. Wissenschaftler der Technischen Universität München haben einen neuen Mechanismus zur Steuerung der Sättigung entdeckt. Vermutlich verringert das Darmhormon Sekretin über eine Aktivierung des braunen Fettgewebes den Appetit.

Der überwiegende Teil des Körperfetts ist weißes Fett, das überschüssige Nahrungsenergie speichert. Im Gegensatz dazu stimuliert die Nahrungsaufnahme im braunen Fettgewebe die Umwandlung von Energie in Wärme. Bei Kleinkindern trägt das braune Fett dazu bei, die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Bei Erwachsenen ist es an der Gewichtskontrolle beteiligt. Dabei scheint das Darmhormon Sekretin eine wichtige Rolle zu spielen. Es regt bei Nahrungsaufnahme die Produktion von Verdauungssäften in der Bauchspeicheldrüse an. Nun ließen sich im braunen Fettgewebe Rezeptoren für Sekretin nachweisen. Das ist ein Hinweis, dass das Hormon auch das braune Fett beeinflusst.

Die Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) führten gemeinsam mit dem finnischen Forschungsinstitut Turku PET-Center eine Untersuchung an insgesamt 21 gesunden, normalgewichtigen Männern durch. Infolge von Infusionen mit Sekretin erhöhte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe (Infusionen mit Kochsalzlösung) die Glukoseaufnahme im braunen Fettgewebe (57 %) und der Energieverbrauch im ganzen Körper (2 %). Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie ließ sich nachweisen, dass Sekretin die Aktivität des Belohnungssystems im Gehirn reduziert, wenn die Probanden Fotos von appetitlichen Speisen wie Omelett oder Pommes frites betrachteten. Offenbar führt die Freisetzung des Hormons über eine Aktivierung des braunen Fetts dazu, dass im Gehirn ein Sättigungsgefühl entsteht. Die Probanden hatten nach eigenen Angaben weniger Appetit, und die Pausen zwischen den Mahlzeiten waren um 40 Minuten länger. Eine veränderte Kalorienaufnahme ließ sich jedoch nicht nachweisen, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal „Nature Metabolism“.

„Diese Studie unterstreicht die funktionelle Bedeutung des menschlichen braunen Fetts bei der Kontrolle der Energiebilanz, da es sowohl die Nahrungsaufnahme als auch den Energieverbrauch beeinflusst“, erklärt Martin Klingspor, Professor für Molekulare Ernährungsmedizin an der TUM. Die neuen Erkenntnisse über die Rolle des Sekretins für die Sättigung können bei Forschungen zur Behandlung von Adipositas hilfreich sein. Weitere Untersuchungen mit mehr Probanden sollen zeigen, ob das Hormon tatsächlich die Nahrungsaufnahme verringern kann.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Quelle: Technische Universität München (TUM), Pressemeldung vom 22. Juni 2021; Nature Metabolism, Bd. 3, Nr. 6, S. 798–809, Juni 2021; https://doi.org/10.1038/s42255-021-00409-4

Weitere Informationen:

www.tum.de

https://doi.org/10.1038/s42255-021-00409-4

https://www.bzfe.de/bildung/ernaehrungs-und-verbraucherbildung/essen-und-trinken/das-essen-im-koerper/der-weg-der-nahrung

Unterrichtsmaterial „Der Weg der Nahrung – Materialsammlung für die Sek I“, Bestell-Nr. 1610, Preis: 6,50 Euro, https://www.ble-medienservice.de/1610/der-weg-der-nahrung-materialsammlung-fuer-die-sek-i

Pressekontakt:

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsident
Dr. Hanns-Christoph Eiden
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 68 45 – 0
Internet: www.ble.de
E-Mail: info@ble.de

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Margareta Büning-Fesel, BLE

Redaktion:
Harald Seitz, BLE
Renate Kessen, BLE