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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Die Deutschen schätzen Bio-Produkte

Wichtige Gründe sind Tierwohl und gesunde Lebensmittel

Bio ist weiterhin gefragt. Jeder zweite Deutsche kauft gelegentlich Bio-Lebensmittel, mehr als ein Drittel sogar häufig oder ausschließlich. Das hat das aktuelle Ökobarometer gezeigt, das regelmäßig vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Auftrag gegeben wird. An der repräsentativen Umfrage nahmen über 1.000 Menschen ab 14 Jahren teil.

Mehr als 80 Prozent der Befragten greifen zu Bio-Lebensmitteln. Während der Anteil der häufigen und ausschließlichen Bio-Käufer 2022 ähnlich hoch wie im Vorjahr war (36 zu 38 %), hat sich der Anteil der gelegentlichen Käufer auf 49 Prozent erhöht (plus 6 %). Besonders beliebt sind Bio-Eier, die bei 64 Prozent der Befragten ausschließlich oder häufig im Einkaufskorb landen. Es folgen Gemüse und Obst (62 %), Kartoffeln (47 %), Milchprodukte (43 %), Fleisch bzw. Wurstwaren (39 %) sowie Brotwaren (30 %) aus ökologischer Erzeugung.

Für den Einkauf von Bio-Produkten gibt es viele Gründe. Zu den wichtigsten Aspekten zählen eine artgerechte Tierhaltung (54 %), gesunde Lebensmittel (44 %) und faire Bedingungen bei Produktion und Handel (25 %). Vor allem für Jüngere im Alter von 14 bis 29 Jahren sind Klimaschutzgründe entscheidend (18 %). Für immerhin ein Fünftel ist der Geschmack beim Einkauf der wichtigste oder zweitwichtigste Punkt.

Meist kaufen Verbraucherinnen und Verbraucher Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung im Supermarkt (91 %) oder Discounter (77 %) ein. Dabei wird das Interesse oft durch ein erweitertes Sortiment und neue Produkte geweckt. Auch Wochenmarkt (55 %), Bäckerei (54 %), Metzgerei (50 %), Drogeriemarkt (50 %) und erzeugende Betriebe (48 %) sind wichtige Einkaufsstätten. Rund 15 Prozent beziehen Bio-Produkte aus dem Internet – fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Etwa die Hälfte der Befragten nutzt Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung wie Betriebsrestaurants, Kantinen oder Menschen. Rund 80 Prozent der Befragten wären nach eigenen Angaben bereit, in einer Kantine oder Mensa für ein Bio-Gericht mehr Geld auszugeben.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Pressemeldung Nr. 16/2023 vom 13. Februar 2023 und Öko-Barometer 2022 (Stand: Februar 2023)

www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/oeko-barometer-2022.html


www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/orientierung-beim-einkauf/bio-lebensmittel/

Kompaktinfo „Bio-Lebensmittel – Fragen und Antworten“, Bestell-Nr. 0392_DL, kostenloser Download, www.ble-medienservice.de/0392/bio-lebensmittel-fragen-und-antworten

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Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
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Dr. Hanns-Christoph Eiden
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Mineralwasserkonsum deutlich gestiegen

Jeder Deutsche trinkt knapp 130 Liter pro Jahr

Die Deutschen trinken wieder deutlich mehr Mineralwasser. Im Jahr 2022 lag der Pro-Kopf-Verbrauch nach vorläufigen Branchendaten bei knapp 130 Litern, meldet der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM). Damit ist der Konsum wieder ähnlich hoch wie vor der Coronapandemie.

Im vergangenen Jahr haben 157 Mineralbrunnen in Deutschland 10,1 Milliarden Liter Mineral- und Heilwasser abgesetzt – knapp sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders beliebt ist Mineralwasser mit wenig Kohlendioxid (4,2 Mio. l, plus 4,3 %), gefolgt von Mineralwasser mit Kohlendioxid (3,4 Mio. l, plus 5,9 %) und stillem Mineralwasser (2,2 Mio. l, plus 13,9 %). Im Jahr 2021 war der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineral- und Heilwasser auf 121,4 Liter eingebrochen. Nun liegt er mit durchschnittlich 129,5 Litern ähnlich hoch wie im Jahr 2020 mit 131,9 Litern. Vermutlich haben der heiße Sommer und der warme Herbst 2022 zum erhöhten Konsum beigetragen.

Egal ob Mineralwasser oder Trinkwasser aus der Leitung – Wasser ist ein kalorienfreier und gesunder Durstlöscher. Für welches man sich entscheidet, ist letztendlich Geschmackssache. Während Trinkwasser besonders günstig ist und jederzeit frisch aus der Leitung kommt, enthält natürliches Mineralwasser häufig mehr Mineralstoffe. Damit kann es einen gewissen Beitrag zur Nährstoffversorgung leisten.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


www.vdm-bonn.de

Wasser – von der Quelle bis ins Glas https://www.bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/wasser/

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Omega-3-Fettsäuren aus Fisch

Auch positiv für die Nierenfunktion?

Wer durch den regelmäßigen Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten gut mit Omega-3-Fettsäuren versorgt ist, kann die Nierenfunktion unterstützen und einer chronischen Erkrankung entgegenwirken. Das lassen die Ergebnisse einer Untersuchung unter Leitung der University of New South Wales, Sydney vermuten, für die 19 Studien aus 12 Ländern ausgewertet wurden.

Es waren mehr als 25.000 Menschen im Alter von 49 bis 77 Jahren beteiligt, die anhand ihrer Versorgung mit marinen Omega-3-Fettsäuren zu Beginn der Studie in fünf Gruppen eingeteilt wurden. Im Fokus standen Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und Docosapentaensäure (DPA). Auch die pflanzliche Alpha-Linolensäure (ALA) aus Nüssen, Saaten und grünem Blattgemüse ging in die Auswertung ein.

Die Nierenleistung beurteilte das internationale Forschungsteam anhand der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (estimated Glomerular Filtration Rate, eGFR): Normalerweise fließen 90 bis 120 ml Blut pro Minute durch die Nieren, um Gift- sowie Abfallstoffe zu entfernen und Wasser zurückzugewinnen. Sinkt die Rate unter 60 ml pro Minute, liegt eine beginnende Nierenerkrankung vor. Im Laufe von durchschnittlich elf Jahren wurden 4.944 Fälle diagnostiziert.

Weltweit leiden mehr als 700 Millionen Menschen an einer Nierenerkrankung, die Nierenversagen und Tod zur Folge haben kann. Wer gut mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren aus Fisch und Meeresfrüchten versorgt war, hatte laut Studie ein um acht Prozent geringeres Erkrankungsrisiko – unabhängig von weiteren Faktoren wie Alter und Körpergewicht. Bei sehr hohen Werten war sogar eine Risikoreduktion von bis zu dreizehn Prozent nachweisbar. Insbesondere bei höheren Werten für DHA wurde eine verringerte jährliche Abnahme der Filtrationsleistung der Nieren festgestellt. Bei der pflanzlichen Omega-3-Fettsäure ALA war kein Zusammenhang nachweisbar, steht im British Medical Journal (BMJ).

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können keine kausalen Zusammenhänge nachgewiesen werden. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um die Hintergründe besser zu verstehen. Auch wenn der positive Effekt auf die Nierenfunktion moderat war, stehen die Resultate im Einklang mit allgemeinen Ernährungsempfehlungen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät zu ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche, davon 70 Gramm fettreicher Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering. Fisch liefert nicht nur wertvolle Omega-3-Fettsäuren, sondern auch leicht verwertbares Eiweiß, Selen, Vitamin D und Jod bei Seefischen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

British Medical Journal BMJ 2023; 380:e072909 (doi: doi.org/10.1136/bmj-2022-072909), Januar 2023

www.bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/fisch/

Broschüre „Fisch und Fischerzeugnisse“, Bestell-Nr. 1001, Preis: 2,50 Euro, www.ble-medienservice.de/1001/fisch-und-fischerzeugnisse

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Echter Salbei

Arzneipflanze des Jahres 2023

Salbei ist eine Bereicherung für Küche und Hausapotheke. Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg hat den „Echten Salbei“ zur Arzneipflanze des Jahres 2023 gewählt, um auf seine vielseitige Nutzung in der europäischen Medizin hinzuweisen.

Bereits im Altertum wurde Salbei in Europa als Heilkraut verwendet. Der Echte Salbei, wissenschaftlich Salvia officinalis, gewann in der Klostermedizin des Mittelalters an Bedeutung. Der lateinische Name „salvia“ wird auf das Adjektiv „salvus“ zurückgeführt, was mit gesund und heil übersetzt werden kann. Seine ätherischen Öle und Gerbstoffe wirken keimtötend, entzündungshemmend und krampflösend, aber auch schweißhemmend. Daher wird die Arzneipflanze traditionell bei Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen und Blähungen, aber auch bei Entzündungen im Mund und Rachen sowie starkem Schwitzen, etwa in den Wechseljahren, eingesetzt.

Salbei wird seit dem späten Mittelalter auch in der Küche eingesetzt. Marinaden und Gemüsepfannen gibt er eine mediterrane Note und ist auch gut für Pastasoßen geeignet. Für Fisch und deftige Fleischgerichte wird das Kraut häufig verwendet, da es schwere Speisen bekömmlicher macht. Die silbrigen Blätter schmecken leicht bitter bis kampferartig und verströmen einen würzigen Duft. Da das Aroma sehr dominant ist, sollte Salbei sparsam dosiert werden. Er kann mit anderen kräftigen Kräutern wie Thymian und Bohnenkraut kombiniert werden.

Der „Echte Salbei“, auch „Gartensalbei“ genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler und ist im Mittelmeerraum beheimatet. An den Ästen des immergrünen Halbstrauchs wachsen längliche, silbrig-graue Blätter, die an der Unterseite filzig behaart sind und einen stark aromatischen Geruch verströmen. Die Pflanze blüht von Mai bis Juli weiß, rosa oder violett. Die Blätter können von Mai bis September gesammelt werden. Man kann sie frisch verwenden, aber auch trocknen und sich so einen Wintervorrat anlegen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.klostermedizin.de

Kräuter: Vom Feld in die Küche

https://www.bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/kraeuter/

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Die Zukunft ist flexitarisch

Trendreport Ernährung 2023

Die Ernährungstrends 2023 sind da. Das Bundeszentrum für Ernährung und das Ernährungsnetzwerk NUTRITION HUB haben im Trendreport Ernährung 2023 die Top Zehn ermittelt. „Nie zuvor war so viel Fachwissen versammelt. Gemeinsam konnten wir 170 namhafte Expertinnen und Experten aus unserem Netzwerk zu relevanten Trends befragen“, sagt Dr. Simone Frey, Gründerin des NUTRITION HUB.

Das Ergebnis: Klimafreundliche und nachhaltige Ernährung ist die zentrale Entwicklung der nächsten Jahre. Die flexitarische Ernährung, also deutlich weniger Fleisch und Fisch auf unseren Tellern, wird zur Massenbewegung – mit den entsprechenden positiven Auswirkungen auf Umwelt und Tierwohl. „Der Flexitarismus ist ganz klar in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Produzenten, Erzeuger und der Handel denken da jetzt konsequent um“, erläutert Frey.

Bei allen positiven Aspekten zeigt der Krieg in der Ukraine Folgen: Er lässt die Lebenshaltungskosten steigen und führt so dazu, dass vor allem einkommensschwächere Familien weniger Budget für gesunde Lebensmittel zur Verfügung haben. „Wir sehen dadurch eine sich öffnende Schere zwischen arm und reich“, sagt Dr. Margareta Büning-Fesel, Leiterin des Bundeszentrums für Ernährung. „Krieg und Inflation sind ein Hemmschuh für eine bessere Ernährung. Umso wichtiger ist die Expertise der 170 befragten Fachleute. Was beobachten sie? Welche Handlungsoptionen zeigen sie mit dem Blick Richtung Zukunft auf?“ Lösungsansätze bieten die Antworten im Trendreport Ernährung 2023.

Die zehn Ernährungstrends 2023

48 Prozent der befragten Ernährungsprofis sehen in der klimafreundlichen und nachhaltigen Ernährung die wichtigste Entwicklung derzeit. Die Bedeutung des Themas macht sich vor allem in drei Bereichen bemerkbar: Zum Ersten messen die Verbraucherinnen und Verbraucher heute bei Ernährungsentscheidungen den Aspekten Regionalität und Nachhaltigkeit hohe Bedeutung zu. Zum Zweiten gibt es ein Umdenken in der Lebensmittelindustrie: Viele Produzenten treten als Trendsetter in Erscheinung – zum Beispiel, wenn es um gesundes Convenience Food, Bio-Marken oder die Vielfalt an vegetarischen und veganen Lebensmitteln im Handel geht. Drittens entwickelt sich die Gemeinschaftsverpflegung zur Vorreiterin in Sachen Nachhaltigkeit.

Platz zwei: Der Flexitarismus, also die pflanzenbetonte Ernährung, ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Diese Beobachtung machten 36 Prozent der für den Trendreport befragten Fachleute. So können sich viele Menschen, die den Veganismus als zu extrem empfinden, mit einer pflanzenbetonten Ernährung anfreunden, da sie tierische Produkte nicht komplett verbietet. Dies führt dazu, dass wir als Gesellschaft uns insgesamt gesünder und nachhaltiger ernähren.

Als drittwichtigsten Trend nannten 26 Prozent der für den Trendreport befragten Ernährungsprofis die Zunahme der digitalen Angebote in Beratung und Therapie. Das Smartphone ist unverzichtbar geworden. Zahlreiche Fachleute nutzen bei der Arbeit mit ihren Klientinnen und Klienten Apps, etwa um Nährwertprofile zu erfassen oder das Erlernen eines neuen Verhaltens zu unterstützen.

Auf Platz vier der Ernährungstrends 2023 stehen Convenience Food und gesundes Essen-to-go. 20 Prozent der befragten Ernährungsprofis gaben an, dass beide Aspekte eine wichtige Rolle in ihrem Arbeitsalltag spielen. Immer mehr Menschen stellen sich die Frage: „Wie kann ich mich trotz beschäftigtem Lebensstil gut ernähren?“

Auf Platz fünf der Ernährungstrends 2023: die personalisierte Ernährung. 19 Prozent sehen diesen Trend, bedingt durch die Flexibilisierung der Arbeitswelt und individuelle Gestaltung des Alltags, stark im Kommen sehen. Vor allem in Beratung und Therapie zeichnet sich dieser Trend klar ab.

Auf den weiteren Plätzen:

Trend 6: Ernährung für den Darm – Hier ist Mikrobiom-Management gefragt.

Trend 7: Bewusstsein für gesunde Ernährung – Die Reise zum Ernährungs-Ich.

Trend 8: Achtsame Ernährung – Das Essen als Entschleuniger.

Trend 9: Vegane Ernährung – Entdecke die pflanzlichen Möglichkeiten.

Trend 10: Alkoholfreier Genuss – Trinkgenuss ohne Rausch und Kater

Im Blickpunkt auch: Der Ukraine-Krieg beeinflusst unsere Ernährung. Gestörte Lieferketten, steigende Preise, verschobener Fokus der Politik: Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf unsere Ernährung. Die gestiegenen Lebensmittelpreise und die hohe Inflation schränken vor allem mittlere und niedrigere Einkommen bei der Ernährung ein. Die überproportional gestiegenen Energiekosten belasten die Haushaltskassen und beschneiden die Spielräume für hochwertige Lebensmittel. Mitunter besteht sogar die Gefahr von Fehl- und Mangelernährung. Gleichzeitig wird mehr selbst gekocht, die Selbstversorgung rückt in den Mittelpunkt. Positiv: Die gestiegenen Preise für tierische Lebensmittel könnten zu einem Schub für das pflanzliche Angebot führen.

Den vollständigen Trendreport Ernährung 2023 gibt es auf der Nutrition-Hub-Webseite:

www.nutrition-hub.de

www.bzfe.de

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Weizen – Fakten und Zahlen

Von Zöliakie bis Glutensensitivität

Weizen steuert heute etwa 20 Prozent der Kohlenhydrate und 20 Prozent des Proteins zur Ernährung der Weltbevölkerung bei. Zudem enthält Vollkornweizen zahlreiche wichtige Vitamine, Spurenelemente, Mineral- und Ballaststoffe. Insofern ist Weizen aus der menschlichen Ernährung nicht wegzudenken.

Andererseits denken nicht wenige Menschen, dass sie dieses Getreide nicht gut vertragen. Die Arbeitsgruppe Weizen an der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Dazu ihr Leiter Professor Friedrich Longin: „Die mit großem Abstand häufigste Erkrankung, bei der Weizen nicht vertragen wird und bei der lebenslang nicht nur auf Weizen, sondern auf alle glutenhaltigen Getreide verzichtet werden muss, ist die Zöliakie, eine immunologische Nahrungsmittelunverträglichkeit.“

Bei Zöliakiepatienten kommt es durch Kontakt mit Gluten zur Bildung von Antikörpern. Das löst eine Immunantwort des Körpers aus, die ganz unterschiedlich sein kann. Mögliche Symptome sind etwa Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, aber auch Verstopfung und eine schlechte Gewichtszunahme. Wie man eine Zöliakie bekommt, ist im Detail wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Fest steht, dass man Gluten zu sich nehmen muss, sonst kann die Zöliakie nicht ausbrechen. Bekannt ist auch, dass eine bestimmte genetische „Grundausstattung“ bei diesen Menschen vorhanden sein muss. Das betrifft etwa 25 Prozent der deutschen Bevölkerung, aber nur ein Prozent entwickelt eine Zöliakie. Die Gründe hierfür sind noch nicht geklärt. Bekannt ist ferner, dass es familiäre Häufungen gibt: Wenn ein Geschwisterkind Zöliakie hat, steigt das Risiko selber eine Zöliakie zu bekommen, auf circa zehn Prozent.

Seltener, und auch immunologisch bedingt, ist die Weizenallergie. Man nimmt an, dass in Deutschland 0,1 Prozent aller Menschen eine „echte“ Weizenallergie haben. Sie ist also zehnmal seltener als Zöliakie. Hierbei bildet der Betroffene sogenannte Immunglobulin E- (IgE) Antikörper und es kommt nach einigen Minuten bis Stunden zu Blähungen und Durchfall, zum Teil auch Hautausschlag, Gesichtsrötung und -schwellung, Atemnot, etc.

Darüber hinaus gibt es noch eine weitaus weniger klare aber doch wissenschaftlich akzeptierte sogenannte Weizensensitivität (medizinisch: die „Nicht-Zöliakie Glutensensitivität“). Die Symptome sind sehr weitläufig, von klassischen Magen-Darm-Beschwerden über Unwohlsein bis hin zu Müdigkeit und anderen. Hiervon sollen ein bis acht Prozent der Weltbevölkerung betroffen sein. Aktuell werden zwei Hypothesen in der Wissenschaft überprüft.

Die erste: α-Amylase Trypsin Inhibitoren (ATI’s) könnten Auslöser dieser Sensitivität sein. ATI’s sind Proteine, die natürlicherweise im Weizen und anderen Rohstoffen vorkommen. Aussagen, dass moderner Weizen im Gegensatz zu alten Weizenarten beziehungsweise -sorten viel ATI’s enthält, sind nicht korrekt. Es scheint vielmehr eine große Variation in den Sorten sowie einen erheblichen Umwelteinfluss auf die Ausprägung von ATI’s zu geben.

Die zweite Hypothese: Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und Polyole (FODMAPs). Ein vermehrtes Vorkommen dieser Substanzen im Dickdarm könnte die dort befindlichen Bakterien in ihrer Stoffwechselaktivität fördern und deren Stoffwechselprodukte könnten die Symptome der Betroffenen verursachen (Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen und Durchfall). Ähnlich wie bei Lactose und Fructose, die auch zu den FODMAPs gehören. Professor Longin ist der Auffassung, dass der Effekt eher überschätzt wird: „In den letzten zwei Jahren ist mehrfach wissenschaftlich belegt worden, dass die allermeisten Brotsorten in Deutschland wenig bis fast keine FODMAPs enthalten, weil diese durch die Hefe- und/oder Sauerteiggärung im Brotteig binnen ein bis drei Stunden fast vollständig abgebaut wurden.“

Allerdings, so Longin, würden beim professionellen Backen zum Teil einige Zusatzstoffe, Enzyme und Zuckerersatzstoffe eingesetzt, in anderen Lebensmitteln teilweise aber deutlich mehr. Und einige Backwaren werden auch direkt gebacken mit minimalsten Teiggehzeiten. Hier gelte es, sich differenziert mit allen möglichen Ursachen zu beschäftigen.

Eine Ernährung ohne Weizen und mehr noch, eine komplett glutenfreie Ernährung – wenn es nicht sein muss – führt oft zu reduzierter Aufnahme von Vollkornprodukten, was ernährungsphysiologisch nicht sinnvoll ist. Glutenfreie Produkte sind nicht per se gesünder, oft aber kalorienhaltiger, da Gluten oft durch Fett ersetzt wird.

Ein gänzlich anderer Aspekt ist die Bioverfügbarkeit von Mineralstoffen und Spurenelementen, zum Beispiel Eisen, Zink, Magnesium und Selen, die auch die ernährungsphysiologische Bedeutung von Vollkornprodukten mitbegründet. Diese sind nämlich zumindest teilweise für den Menschen nicht verfügbar, weil sie in einem Phytatkomplex im Getreide gebunden sind. Phytat ist das Salz der Phytinsäure. Es ist die Speicherform für Phosphor in Pflanzen und kommt neben Vollkornprodukten auch in Hülsenfrüchten und Ölsaaten vor.

Kurz zusammengefasst: Eine lange Teigführung hat den größten Einfluss auf die Inhaltsstoffe, aber auch auf die Teigeigenschaften und somit das Backergebnis. Unter einer langen Teigführung versteht man, dass der Teig nach dem Ansetzen deutlich längere Teigruhezeiten hat, also nicht sofort bei Raumtemperatur geht und binnen ein bis drei Stunden verbacken wird. Bei einer langen Teigführung arbeiten Hefen, Sauerteigbakterien und getreideeigene Enzyme intensiv im Teig. Eine lange Teigführung reduziert – wie oben erwähnt – den FODMAP-Gehalt und hat zudem das Potenzial, die Backqualität und Aromen der Brote positiv zu beeinflussen.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


https://weizen.uni-hohenheim.de/111548


https://weizen.uni-hohenheim.de/vollkornbackbuch


https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3526354/


https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2021/juni/plaedoyer-fuer-modernen-weizen/

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Internet: www.ble.de
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Weizen – darum ist Vollkorn so gesund

Wie steht es um Dinkel, Emmer und Co?

Weizen ist die wichtigste Brotgetreideart, sowohl von der Anbaufläche weltweit wie auch von der Verarbeitungsmenge. Hierzulande ist die Brotvielfalt bekanntlich sehr hoch und neben Weizen werden oft auch Roggen und Dinkel eingesetzt. Dagegen werden in anderen Ländern die meisten Backwaren aus Weizen hergestellt.

Der Aufbau des Korns ist bei allen Getreidearten ähnlich. Das Korn schließt im Inneren den sogenannten Mehlkörper ein, der hauptsächlich Kohlenhydrate in Form von Stärke enthält, was das Getreide als Energieträger für die menschliche Ernährung sehr wertvoll macht. Ferner sind circa 12 Prozent Protein enthalten, etwa 80 Prozent davon entfallen auf Gluten. Dieses sogenannte Klebereiweiß ist für die Backeigenschaften des Mehls von hoher Bedeutung. Der Mehlkörper macht den größten Anteil am Kornvolumen aus und ist damit der Hauptbestandteil des Getreidemehls. In den Kornrandschichten sowie im Keimling befinden sich zusätzlich hohe Konzentrationen verschiedener Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Zink, Magnesium und Kalium sowie Ballaststoffe, Vitamine, Fette und sekundäre Inhaltsstoffe. Weizenkeime – und damit auch Weizenkeimöl – ist zudem reich an Vitamin E. Da bei Vollkornmehl das ganze Korn vermahlen wird, enthält es folgerichtig auch alle Bestandteile des Korns, ist also ernährungsphysiologisch besonders wertvoll.

Das Wissen um die positiven Eigenschaften von Vollkorn dürften mittlerweile eigentlich jedem Verbraucher bekannt sein, dennoch ist die Nachfrage nach Vollkornbrot eher bescheiden: Der Anteil des Vollkornmehls am Gesamtmehl, welches in deutschen Mühlen produziert wird, liegt bei etwa drei Prozent. Bei den Backwaren sind nur 11,4 Prozent Vollkorn- beziehungsweise Schwarzbrot.

Dinkel ist ein naher Verwandter des Weizens, der fast ausschließlich in und um Deutschland angebaut wird. Er erfreut sich zunehmender Beliebtheit, auch weil ihm nachgesagt wird, dass er sehr gesund sei. Dinkel ist bezüglich der Inhaltsstoffe dem Weizen sehr ähnlich, er hat etwas mehr Protein und Gluten, bis zu doppelt so viel Mineralstoffe wie Weizen, und ähnlich viele Ballaststoffe. Obwohl viele Menschen denken, dass sie keinen Weizen wohl aber Dinkel vertragen, konnten intensive wissenschaftliche Studien dieses Phänomen bisher nicht erklären. Möglicherweise hängt die Verträglichkeit eher mit dem Herstellungsprozess als mit dem Getreide selbst zusammen. Da die Glutenzusammensetzung bei Dinkel ein wenig anders ist als bei Weizen, muss beim Backen mit Vollkornmehlen etwas mehr Flüssigkeit zugesetzt werden (der Bäcker spricht vom Brühstück) für die notwendige Stärkeverquellung.

Im Anbau benötigt Dinkel weniger Düngung als Weizen und kann auch auf schlechteren Böden angebaut werden, hat allerdings nur rund 70 Prozent des Kornertrags von Weizen.

Emmer
ist eine alte Weizenart, die aktuell eine echte Anbaurarität ist, basierend auf Neuzüchtungen, die aus 50 bis 70 Jahre alten Genbankmustern selektiert wurden. Emmer ist ein entfernter Verwandter zu Weizen, der von den Inhaltsstoffen dem Dinkel sehr ähnlich ist; er hat in der Tendenz noch etwas mehr Protein und Gluten als Dinkel und ähnlich viel Ballaststoffe wie Weizen. Die Glutenzusammensetzung des Emmers ist nochmals leicht anders als beim Dinkel, insofern muss man beim Backen mit Emmer noch stabilisierender eingreifen als beim Dinkel. Emmer eignet sich daher eher als Zumischung.

Emmer lässt sich gut in Deutschland anbauen. Er wächst auch auf schlechten Böden und benötigt wenig bis keine Düngung, hat aber maximal 50 Prozent Kornertrag des Weizens.

Einkorn
ist die älteste Weizenart, die ebenfalls auf Neuzüchtungen basiert, die aus alten Genbankmustern selektiert wurden. Einkorn ist ein sehr entfernter Verwandter zu Weizen, der sich mit seinen Inhaltsstoffen am deutlichsten in der großen Weizenfamilie vom Weizen abhebt. Das Korn enthält etwa zwei- bis viermal so viele Mineralstoffe wie Weizen, fast doppelt so viele sekundäre Inhaltsstoffe und Vitamine und achtmal mehr Carotinoide, insbesondere Luteine. Diese bringen einen fein-nussigen Geschmack und färben alle Einkornprodukte attraktiv gelb. Einkorn hat ähnlich viel Protein und Gluten wie Emmer, aber er scheint deutlich weniger von Proteinen als Weizen zu haben, die beim Menschen Allergien auslösen können. Einkorn hat ein sehr weiches Korn, das so klein ist, dass sich die Herstellung von hellem Auszugsmehl nicht lohnt. In der Verarbeitung ist Einkorn noch etwas schwieriger als Emmer, so dass bei der Verarbeitung zu reinen Einkornprodukten das besondere Können des Bäckers gefragt ist. Einkorn ist sehr gut als Beimischung zu verwenden.

Im Anbau ist Einkorn nachhaltig, denn er wächst auch auf schlechten Böden, benötigt wenig bis keine Düngung und ist bisher gegenüber allen Feld-Erkrankungen resistent; hat aber nur circa 25 Prozent Kornertrag des Weizens.

Weitere Weizenarten und Spezialitäten spielen beim Backen mit Vollkorn eine geringe Rolle. Nudelweizen, auch Hartweizen oder Durum genannt, wird zu 95 Prozent für die Pastaproduktion verwendet. Raritäten sind auch Khorosanweizen (eignet sich für elastische Teige) oder Binkel. Als alternative Sorten der Art Brotweizen sind noch Rotkornweizen und Gelbweizen zu nennen. Darin sind durch Kreuzung und Selektion natürliche Farbstoffe angereichert. Beim Gelbweizen ist es das Lutein wie im Einkorn, beim Rotkornweizen sind es Anthocyane. Beides sind ernährungsphysiologisch interessante sekundäre Pflanzenstoffe. Die Anthocyane des Rotkornweizens sind nur in den äußeren Kornschichten lokalisiert, kommen also nur im Vollkornmehl vor. Die Luteine des Gelbweizens sind gleichmäßig im Korn verteilt, also enthält auch Auszugsmehl von Gelbweizen einiges davon, was man an der Gelbfärbung der Backware auch erkennt.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


www.ble-medienservice.de/1004/brot-und-kleingebaeck


weizen.uni-hohenheim.de/vollkornbackbuch


www.bzfe.de/fileadmin/resources/import/pdf/EiF_Urgetreide_Mehr_Schein_als_Sein.pdf

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Ernährung und Demenzrisiko

Wie Kopf und Darm zusammenarbeiten

Das Darmmikrobiom spielt eine wichtige Rolle dabei, wie sich Lebens- und Ernährungsgewohnheiten auf die Gehirngesundheit und das Risiko für Demenz auswirken. Das zumindest lässt eine kanadische Untersuchung vermuten, für die Interventionsstudien zu diesem Thema ausgewertet wurden.

Die Ernährung beeinflusst sie das Mikrobiom, nämlich die Bakteriengemeinschaft im Darm einschließlich ihrer Gene und Stoffwechselprodukte. Die Darmbewohner leisten viele wichtige Aufgaben im Körper und tragen etwa zur Nährstoffaufnahme oder Bildung von Enzymen und Aminosäuren bei.

„Wir wissen, dass ein Ungleichgewicht im Mikrobiom mit kognitiven Beeinträchtigungen verbunden ist“, erklärt Noah Koblinsky vom Rotman Research Institute (RRI) des „Baycrest Centre for Geriatric Care“ in Toronto, Kanada. Möglicherweise lässt sich durch maßgeschneiderte Lebensstilmaßnahmen das Mikrobiom gezielt verändern, um das Gehirn besser zu unterstützen und das Demenzrisiko zu senken. Um die Wissenslücken zu schließen, machten die Forschenden eine umfangreiche Literaturrecherche.

Offenbar ist das Darmmikrobiom zumindest teilweise ein Vermittler, wenn es um die Auswirkungen von Ernährung und körperlicher Betätigung auf das Gehirn geht. Studienergebnisse bestätigen, dass die Ernährung einen großen Einfluss auf das Darmmikrobiom hat. So stand eine mediterrane Kost mit reichlich Ballaststoffen und mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren mit einer gesunden Bakteriengemeinschaft im Darm in Zusammenhang. In einer Studie mit 1.200 älteren Erwachsenen ernährte sich die Hälfte für zwölf Monate mediterran, was die kognitiven Fähigkeiten im Vergleich zur Kontrollgruppe nachweislich verbesserte. Wer die Mittelmeerkost strenger befolgte, hatte ein gesünderes Mikrobiom und eine bessere Hirngesundheit. Weitere Untersuchungen zeigten, dass auch sportliche Aktivität zu positiven Veränderungen des Mikrobioms beitragen und die Gehirnaktivität unterstützen kann.

Das Darmmikrobiom ist ein wichtiger Faktor für die menschliche Gesundheit. Eine nützliche Bakteriengemeinschaft verringert Entzündungen im Körper, was neurodegenerativen Erkrankungen entgegenwirkt. Beim Abbau von Ballaststoffen entstehen kurzkettige Fettsäuren, welche die Darmbarriere stabilisieren und zur Aufrechterhaltung der Blut-Hirn-Schranke beitragen. Die aktuellen Erkenntnisse können dabei helfen, Lebensstilmaßnahmen zur Vorbeugung von Demenz zu optimieren, schreiben die Forschenden in den „Journals of Gerontology: Series A“. Allerdings sind noch viele Fragen offen. Weitere Studien am Menschen sollen folgen, da viele Nachweise bisher lediglich aus der Nagetierforschung stammen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

The Journals of Gerontology: Series A, 2022; glac166, Veröffentlichung (https://doi.org/10.1093/gerona/glac166)

Demenz vorbeugen: Mit gesunder Ernährung und viel Bewegung https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2021/august/demenz-vorbeugen/

Mikrobiom: Der Darm und seine Bewohner https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/mikrobiom/

Im hohen Alter: Essen und Trinken bei Demenz https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/in-bestimmten-lebensphasen/im-hohen-alter-essen-und-trinken-bei-demenz/

Ernährung im Fokus – Online Spezial: Ernährung bei Demenz https://www.bzfe.de/ernaehrung-im-fokus/ernaehrung-und-gesundheit/ernaehrung-bei-demenz/

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Dr. Hanns-Christoph Eiden
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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Krankheitskeime in Lebensmitteln

Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung

Rinderhack, abgepackte Salate und Fertigteige können mit krankheitserregenden Bakterien belastet sein. Das haben Untersuchungen im Rahmen des amtlichen Zoonosen-Monitorings für 2021 ergeben. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) rät vor allem Risikogruppen wie Schwangeren, Kindern sowie älteren und immungeschwächten Personen, vorsichtig zu sein und bestimmte Regeln zu beachten.

Shiga-Toxin bildende E. coli (STEC) sind bedeutende Verursacher von bakteriellen Durchfallerkrankungen in Deutschland. Bei Kindern kann die Infektion zum Teil schwerwiegende Nierenfunktionsstörungen zur Folge haben. STEC-Bakterien kommen natürlicherweise im Darm von Wiederkäuern wie Rindern vor und werden über den Kot ausgeschieden. Da die Keime etwa durch verunreinigtes Bewässerungswasser oder organische Düngung auf die Felder gelangen, können vereinzelt auch pflanzliche Lebensmittel betroffen sein.

Untersuchungen aus dem Vorjahr hatten ergeben, dass Weizenmehl aus Mühlenbetrieben mit STEC-Bakterien belastet sein kann. Nun standen Backmischungen (216), aber auch Fertigteige (114) und Brotmehlmischungen (5) auf dem Prüfstand. In 35 Proben (10,4 %) waren vermehrungsfähige STEC-Bakterien nachweisbar. „Um eine mögliche Erkrankung zu vermeiden, sollte man daher zum Beispiel beim Backen auf das Naschen von rohem Teig verzichten“, empfiehlt Prof. Dr. Michael Kühne für die Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV). Erst bei vollständiger Erhitzung im Ofen werden eventuell vorhandene Krankheitskeime in der Backmischung oder im Teig abgetötet.

Im Rahmen des Monitorings wurde auch Rinderhackfleisch untersucht und bei 28 von 420 Proben (6,7 %) STEC-Bakterien und bei 88 von 410 Proben (21,5 %) Listerien nachgewiesen. Infektionen mit Listerien (Listeria monocytogenes) können einen schweren Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen nehmen, treten aber relativ selten auf. Um eventuell vorhandene Keime zu vernichten, sollte Hackfleisch vor dem Verzehr immer ausreichend durcherhitzt werden. Zudem sind einfache Hygieneregeln wie gründliches Händewaschen vor und nach der Zubereitung zu beachten. Für rohes Fleisch und Salat sollte man unterschiedliche Schneidebretter verwenden.

Des Weiteren hat die Lebensmittelüberwachung Feldsalat, Rucola und Pflücksalat in Fertigpackungen untersucht. In 200 von 428 Proben (46,7 %) wurden Keime von Bacillus cereus nachgewiesen. Diese Bakterien sind in unserer Umwelt weit verbreitet und können zu Erbrechen und Durchfall führen. In zwei Prozent der Proben waren die Keimzahlen besonders hoch. In 8 von 423 Proben (1,9 %) wurden STEC-Bakterien und in 10 von 433 Proben (2,3 %) Listerien in geringen Konzentrationen nachgewiesen. Risikogruppen sollten vorsichtshalber auf den Verzehr von fertig geschnittenen und abgepackten Salaten verzichten. Eine sichere und meist auch geschmacklich bessere Alternative ist es, Salate aus frischen Zutaten kurz vor dem Verzehr selbst zuzubereiten.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


www.bvl.bund.de/ZoonosenMonitoring

Lebensmittel hygienisch zubereiten https://www.bzfe.de/lebensmittel/hygiene/lebensmittel-hygienisch-zubereiten/

Poster „Saubere Küche“, Bestell-Nr. 3347, Preis: 1,50 Euro, https://www.ble-medienservice.de/3347/saubere-kueche

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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Gesundheitsrisiken durch Energydrinks

Forschende fordern europäischen Rechtsrahmen

Weltweit nimmt der Konsum von Energydrinks zu. Um mögliche Gesundheitsrisiken zu reduzieren, fordern Forschende aus Spanien einen europäischen Rechtsrahmen für die koffeinhaltigen Erfrischungsgetränke.

In Europa trinkt mehr als jeder zehnte Erwachsene nach eigenen Angaben mindestens vier bis fünf Mal pro Woche Energydrinks. Das ist bedenklich, da ein hoher Konsum zu vielschichtigen Gesundheitsproblemen wie Schlaflosigkeit, Angst und Depression führen kann. Sie stehen im Verdacht, bei gleichzeitigem Alkoholkonsum und ausgiebiger sportlicher Betätigung Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle auszulösen.

Energydrinks sind stark gezuckerte und koffeinhaltige Erfrischungsgetränke, die meist auch Taurin, Glucuronolacton und Inosit enthalten. In einer aktuellen Studie wurde die tägliche Aufnahmemenge (estimated daily intake, EDI) von Koffein, Taurin und Glucuronolacton aus Energydrinks und mögliche Gesundheitsrisiken abgeschätzt. Energydrinks werden im Allgemeinen in drei Standardgrößen (250, 333, 500 ml) vermarktet, die üblicherweise bestimmte Mengen Koffein (32 mg/100 ml), Taurin (4.000 mg/l) und D-Glucuronolacton (2.400 mg/l) enthalten. Anhand dieser Werte ließen sich Szenarien für Konsumenten mit unterschiedlichem Körpergewicht (40, 60, 80 kg) berechnen.

Die geschätzte Koffeinaufnahme aus Energydrinks reichte von 80 mg (bei 250 ml) bis 160 mg (bei 500 ml), wobei 80 mg einer üblichen Tasse Kaffee entsprechen. Nach Schätzungen der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist ab einem Grenzwert von 1,4 mg Koffein pro kg Körpergewicht pro Tag mit einem erhöhten Risiko für Schlafstörungen und ab 3 mg mit allgemeinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen. Nach den Berechnungen sollte zum Beispiel eine 60 Kilogramm schwere Person nicht mehr als eine 250 ml-Dose am Tag trinken, um Schlafstörungen vorzubeugen. Das allgemeine Gesundheitsrisiko würde bei einem täglichen Konsum über 500 ml steigen.

Bei Glucuronolacton aus Energydrinks lag die Exposition zwischen 600 und 1.200 mg, ist im Fachblatt „Nutrients“ zu lesen. Wer täglich 500 ml Energydrinks trinkt, nimmt zusätzlich 2.000 mg Taurin auf. Diese Menge übersteigt die EFSA-Empfehlung von maximal 1.400 mg. Zudem ist über mögliche Wechselwirkungen mit Koffein noch wenig bekannt.

Auf nationaler und europäischer Ebene wird darüber diskutiert, ob die Gesetzeslage zu Höchstwerten und Warnhinweisen bezüglich des Koffeins bei Energy-Drinks für den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher ausreichend ist. Eine EU-weite spezifische Gesetzgebung würde den Umgang mit möglichen Gesundheitsrisiken generell erleichtern.

Heike Kreutz,
www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.3390/nu14235103

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Energydrinks www.bfr.bund.de/de/a-z_index/energiegetraenke
www.bzfe.de/lebensmittel/trendlebensmittel/energydrinks

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