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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Adipositas bei Kindern und Jugendlichen erkennen

Taille-zu-Größe-Verhältnis besser als BMI

Für die Erkennung von Adipositas bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist das Taille-Größe-Verhältnis offenbar ein besseres Maß als der Körpermasseindex, kurz BMI. Das hat eine gemeinsame Studie der Universitäten Bristol, Exeter und Ostfinnland bestätigt.

Der Körpermasseindex (englisch: Body-Mass-Index, BMI) gibt das Verhältnis von Gewicht (in kg) zur Körpergröße (in m zum Quadrat) an. Für Kinder und Jugendliche wurden für den BMI sogenannte Normwertkurven entwickelt, da sie im Wachstum sind und sich der Körperfettanteil ständig ändert.

Allerdings berücksichtigt der BMI nicht, wo das Fett sitzt. Besonders schädlich ist Fett im Bauchraum, da es stoffwechselaktiv ist und das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden und Typ-2-Diabetes erhöht. Ein alternatives Maß für Übergewicht und Adipositas ist das Taille-Größe-Verhältnis (englisch: Waist-to-Height-Ratio, WHtR). Es wird aus Taillenumfang (in cm) und Körpergröße (in cm) ermittelt. Dadurch lässt sich die Körperfettverteilung besser beurteilen.

In der aktuellen Studie wurde die Genauigkeit der beiden Maße BMI und WHtR zur Erkennung von Adipositas untersucht. Mithilfe der Dual-Röntgen-Absorptiometrie hatten die Forschenden bei über 7.200 jungen Britinnen und Briten im Alter von 9 bis 24 Jahren regelmäßig Fett- und Muskelmasse gemessen und mit dem berechneten BMI und WHtR in Bezug gesetzt.

Im Laufe von 15 Jahren nahmen BMI und Fettmasse zu, während das Taille-Größe-Verhältnis konstant blieb. Das Taille-Größe-Verhältnis lieferte im Vergleich zum BMI eine bessere Übereinstimmung mit der Fettmasse (81-89% zu 65-72%).

Demnach ist das Taille-Größe-Verhältnis eine einfache Alternative zum BMI, um das gesundheitliche Risiko durch Adipositas zu beurteilen. Mit diesem Wert lässt sich leicht prüfen, ob ein zu hoher BMI in jungen Jahren auf überschüssiges Fett oder eher auf eine Zunahme der Muskelmasse zurückzuführen ist. Eine sichere Diagnose von Adipositas sei wichtig, um frühzeitig mit einer gesunden Ernährung und ausreichend körperlicher Betätigung entgegenzuwirken, betonen die Forschenden im Fachjournal „Pediatric Research“.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1038/s41390-024-03112-8

BMI-Rechner: Bin ich übergewichtig?
https://www.bzfe.de/bmi-rechner/

https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/bauchumfang-entscheidend-fuer-das-gesundheitliche-risiko/


https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungsberatung/beratungspraxis/kinder-und-jugendliche-mit-adipositas-erfolgreich-beraten/

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Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
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Redaktion:
Julia Seeher, BLE
Petra Daniels, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Weißes Fett, braunes Fett und Übergewicht

Frieren für weniger Gewicht?

Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit hat inzwischen Adipositas. In Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Adipositas Gesellschaft rund zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen übergewichtig. Ein Viertel der Erwachsenen ist sogar stark übergewichtig. Adipositas verkürzt nicht nur die Lebenserwartung, sondern erhöht auch das Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Neben Veränderungen des Lebensstils, Medikamenten und Operationen gibt es möglicherweise eine weitere Option, das Körpergewicht zu senken: die Aktivierung von braunem Fettgewebe. Anlässlich einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie sagte Dr. Tim Hollstein vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein: „Es gibt im Prinzip zwei Arten von Fettgewebe. Das Weiße ist als unbeliebter Energiespeicher allseits bekannt. Das weniger bekannte braune Fettgewebe ist dafür da, Energie zu verbrennen. Es fungiert als Heizung, die anspringt, wenn wir Kälte ausgesetzt sind.“

Noch vor gut 15 Jahren glaubte man in der Medizin, dass es das braune Fett ausschließlich bei Säuglingen gebe. Sie verfügen noch nicht über genügend Muskelmasse, um durch Zittern Wärme generieren zu können. Erst moderne bildgebende Verfahren machten auch bei Erwachsenen braunes Fettgewebe sichtbar. Es findet sich hauptsächlich im Bereich der Schlüsselbeine und des Halses sowie entlang der Wirbelsäule. Die Menge ist individuell sehr unterschiedlich, im Durchschnitt lediglich 50 bis 300 Gramm. Manche Menschen besitzen auch gar kein aktives braunes Fett.

Da schlanke Personen über mehr aktives braunes Fettgewebe verfügen als Übergewichtige, könnte dieses Fettgewebe eine Rolle für unser Körpergewicht spielen. Es trägt zur sogenannten „nahrungsinduzierten Thermogenese“ bei. Das ist die Energie, die der Körper zur Verdauung benötigt. Einige Menschen weisen eine höhere Verdauungsenergie auf als andere, trotz gleicher Nahrungsaufnahme. Sie verbrennen überschüssige Kalorien sprichwörtlich wieder und können sich so vor Übergewicht schützen. Bereits 50 Gramm aktives braunes Fettgewebe können bis zu 300 Kilokalorien pro Tag verbrennen.

Offensichtlich hat braunes Fettgewebe auch eine endokrine Funktion, wie eine Hormondrüse, wodurch Sättigungsgefühle im Gehirn induziert werden können. Dazu wird im Moment sehr viel geforscht.

Laut Hollstein zeigen Studien, dass man das braune Fettgewebe tatsächlich gezielt trainieren und vermehren kann, und zwar durch eine milde Kälteexposition von 16 bis 19 Grad Celsius, die noch nicht zum Zittern führt. Positive Effekte seien hier aber in erster Linie Stoffwechselveränderungen bei Organen wie Herz und Leber und nicht ein ausgeprägter Gewichtsverlust. Trotzdem resümiert der Forscher: „Braunes Fettgewebe bietet ein enormes Potenzial in der Therapie gegen Übergewicht und damit verbundenen Stoffwechselkrankheiten und stellt ein spannendes Feld für zukünftige Forschungen dar.“

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


www.aerzteblatt.de/archiv/215741/Gewichtsreduktion-Braunes-Fett-der-Kalorienkiller 

Braunes Fett und Sekretin – wie wird die Sättigung gesteuert? bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2021/juli/braunes-fett-und-sekretin

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Eiweißbedarf pflanzlich decken

Am besten Hülsenfrüchte mit Getreide und Nüssen kombinieren

Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen sind kleine Kraftpakete. Kein anderes pflanzliches Lebensmittel enthält so viel wertvolles Eiweiß (Protein). Wer Hülsenfrüchte bei der Speisenplanung geschickt mit anderen Lebensmitteln wie Getreide und Nüssen kombiniert, erreicht eine hohe „biologische Wertigkeit“. Die sogenannte biologische Wertigkeit von Vollei wird gleich 100 gesetzt, weil das Eiprotein dem menschlichen Aminosäuremuster sehr ähnlich ist. Und je höher der Wert, desto besser ist das Eiweiß im Körper verwertbar. Sojaprotein erreicht beispielsweise einen Wert von 82, Bohnen von 72 und Erbsen von 70.

Eiweiße sind wichtige Baustoffe des Körpers. Jedes Eiweiß besteht aus verschiedenen Bausteinen, die Aminosäuren genannt werden. Während der Körper entbehrliche (früher: nicht-essenzielle) Aminosäuren selbst bilden kann, müssen unentbehrliche (früher: essenzielle) Aminosäuren über die Nahrung aufgenommen werden.

Neben tierischen Produkten wie Fleisch, Milchprodukten und Eiern liefern vor allem Hülsenfrüchte sowie Getreide hochwertiges Eiweiß. Bei verzehrfertigen Bohnen, Erbsen und Linsen liegt der Eiweißgehalt bei immerhin fünf bis elf Prozent. Allerdings haben tierische Eiweiße eine höhere biologische Wertigkeit als pflanzliche Eiweiße, da der Körper sie effizienter nutzen kann. Sie enthalten in der Regel alle unentbehrlichen Aminosäuren in ausreichenden Mengen, während pflanzliche Lebensmittel, mit Ausnahme von Soja, ein geringeres Spektrum haben.

Wer pflanzliche Lebensmittel aber bewusst kombiniert, kann den Körper optimal mit allen Aminosäuren versorgen. So ist Getreide, am besten Vollkorn, die ideale Ergänzung zu Hülsenfrüchten. Denn die unentbehrlichen Aminosäuren des Getreides ergänzen die der Hülsenfrüchte ideal.

Generell gilt: Je abwechslungsreicher der Speiseplan, desto besser. Wenn vegetarisch oder vegan lebende Menschen pflanzliches Eiweiß aus Hülsenfrüchten, Getreide, Kartoffeln, Nüssen und Samen kombinieren, kann der Eiweißbedarf ohne Probleme gedeckt werden. Geeignete Gerichte sind zum Beispiel ein indisches Linsendhal mit (Vollkorn-)Reis oder Fladenbrot, ein Kichererbsen-Curry mit Reis und Tofu, ein Chili con Tofu, Hummus mit Walnussbrot, (Vollkorn-)Pasta mit Linsenbolognese oder ein Erbseneintopf mit Schwarzbrot.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Was macht Hülsenfrüchte so wertvoll? https://www.bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/huelsenfruechte/huelsenfruechte-gesund-essen/

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Starkes Übergewicht nimmt weiter zu

Einer von acht Menschen weltweit betroffen

Immer mehr Menschen leiden an starkem Übergewicht. Im Jahr 2022 waren mehr als eine Milliarde Menschen rund um den Globus fettleibig. Seit 1990 hat sich die Zahl der Betroffenen unter Erwachsenen mehr als verdoppelt und bei Kindern und Jugendlichen sogar vervierfacht. Das hat eine Studie gezeigt, die kürzlich im Fachjournal „The Lancet“ erschienen ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) war an der Datenerhebung und -auswertung in 197 Ländern beteiligt.

Fettleibigkeit, auch Adipositas genannt, ist eine komplexe chronische Erkrankung, die weitere Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden und Typ-2-Diabetes zur Folge haben kann. Eine Adipositas liegt (laut internationaler Definition) vor, wenn der Körpermassenindex (BMI) bei mindestens 30 liegt. Der BMI gibt das Verhältnis von Gewicht (in kg) zur Körpergröße (in m zum Quadrat) an.

Inzwischen ist starkes Übergewicht laut WHO zu einem globalen Problem geworden, das auch ärmere Länder betrifft. Weltweit lebten im Jahr 2022 rund 880 Millionen Erwachsene und 160 Millionen Kinder und Jugendliche mit Adipositas. Die höchsten Raten gab es in Inselstaaten im Pazifik, wo zum Teil über 60 Prozent der Bevölkerung betroffen waren. Deutschland liegt im mittleren Bereich: Im Jahr 2022 hatten 19 Prozent der Frauen (Platz 137 auf der Länderliste) und 23 Prozent der Männer (Platz 80) starkes Übergewicht. Bei den 5- bis 19-Jährigen waren es 7 Prozent der Mädchen (Platz 119) und 10 Prozent der Jungen (Platz 111).

Die neue Studie unterstreiche, wie wichtig es sei, Adipositas von Kindheit an durch eine gesunde Ernährung und körperliche Betätigung entgegenzuwirken, betont die WHO.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Bauchumfang entscheidend für das gesundheitliche Risiko: www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/bauchumfang-entscheidend-fuer-das-gesundheitliche-risiko

Bin ich übergewichtig?: www.bzfe.de/bmi-rechner

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Neue Ernährungsempfehlungen für Deutschland

Mehr Pflanze, mehr Umwelt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat elf neue Empfehlungen für den Essalltag veröffentlicht. Sie lösen nicht nur sprachlich die alten „10 Regeln“ ab. Letztere hatten nämlich vorwiegend die Deckung des Energie- und Nährstoffbedarfs sowie gesundheitliche Aspekte im Blick. Bei den neuen Empfehlungen wird weit mehr berücksichtigt: die Auswirkung auf die Umwelt, Kriterien zur Reduzierung von Krankheitslast und auch die üblichen Verzehrgewohnheiten in Deutschland. Mithilfe einer komplexen Berechnung konnten all diese Aspekte zusammengebracht werden. Daraus ergeben sich Mengenempfehlungen für Lebensmittelgruppen, die sowohl auf die Gesundheit als auch auf Nachhaltigkeit einzahlen.

Konkret heißt das unter anderem: Eine gesundheitsfördernde und ökologisch nachhaltigere Ernährung besteht zu mehr als drei Vierteln aus pflanzlichen und zu knapp einem Viertel aus tierischen Lebensmitteln. Die Grundlage bilden Obst und Gemüse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und pflanzliche Öle. Ergänzend gibt es Milch und Milchprodukte, Fisch, Ei und wenn gewünscht auch etwas Fleisch und Wurst. Dass eine pflanzenbetonte Ernährung gut für die eigene Gesundheit ist und gleichzeitig die Umwelt schont, ist zwar nicht neu, aber jetzt auch wissenschaftlich mit „übersetzten“ Empfehlungen aus komplexen Daten untermauert.

Das verwendete mathematische Modell bezieht für die Berechnung der Lebensmittelmenge unter anderem mehrere Dimensionen der Umwelt wie Treibhausgasemissionen und Landnutzung ein. Unser Essen hat einen großen Anteil an den Klima-Emissionen. Ziel des Aspekts Umwelt ist es, im Ernährungssystem weniger Treibhausgase auszustoßen und innerhalb der 1,5°C-Grenze der Erderwärmung zu bleiben. Dabei wurde der gesamte Prozess von der Lebensmittelproduktion über den Transport bis zur Zubereitung betrachtet. Abhängigkeiten in der landwirtschaftlichen Produktion wurden ebenfalls berücksichtigt. Ein Beispiel dafür: Bei der Milchproduktion wird durch die Tierhaltung automatisch auch Fleisch produziert. Diese Modelle basieren auf wissenschaftlich fundierten Zahlen und Fakten und sind somit ein Meilenstein für Ernährungsempfehlungen in Deutschland.

Die neuen DGE-Empfehlungen „Gut essen und trinken “ zeigen dabei eine Idealsituation auf. In Deutschland entscheidet jede und jeder natürlich selbst darüber, was – und wieviel davon – sie oder er isst. Eine Orientierungshilfe im individuellen Essalltag auf dem Weg zu einer gesundheitsfördernden und umweltschonenderen Ernährung ist dabei sehr begrüßenswert. Die DGE-Empfehlungen gelten dabei für gesunde Erwachsene von 18 bis 65 Jahren, die sich moderat bewegen.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/lebensmittelbezogene-empfehlungen-der-dge

https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/

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Genussvoll Kalorien sparen

Kostenlose BZfE-Broschüre mit Tipps und vielen Rezepten

Abnehmen ohne Jo-Jo-Effekt ist der Traum aller, die ihr Gewicht reduzieren möchten. Und das muss kein Wunschtraum bleiben. Das Erfolgsrezept für langfristiges Abnehmen ist: Nicht weniger, sondern anders essen – und natürlich auch mit Genuss und Sättigung.

Damit wir lange satt sind, muss der Magen gut gefüllt sein. Dabei ist vor allem die gegessene Menge ein wichtiger Faktor. Wir können durch einen geschickten Austausch von Lebensmitteln den Kaloriengehalt der Speisen reduzieren, ohne die Gesamtmenge zu verkleinern. Und wenn das Essen dann auch noch gut schmeckt, sind wir beim Abnehmen zufrieden.

Grundsätzlich gilt: Um Gewicht zu verlieren, muss die Kalorienmenge, die wir aufnehmen, geringer sein als der Kalorienverbrauch. Wer weniger Kalorien aufnimmt und gleichzeitig durch Bewegung im Alltag und Sport mehr verbraucht, profitiert doppelt.

So geht’s in der Praxis: Gerichte mit vergleichsweise wenigen Kalorien und vielen Nährstoffen bestehen aus viel Gemüse und Obst sowie fettarm zubereiteten Beilagen. Dazu gehören zum Beispiel Kartoffeln, (Vollkorn-)Nudeln und (Natur-)Reis, mageres Fleisch und magere Wurstsorten. Das Bundeszentrum für Ernährung hat beispielhaft 42 beliebte Gerichte entwickeln lassen – vom Frühstück bis zum Abendessen. Sie haben alle eine relativ geringe Energiedichte. Laden Sie sich das Heft „Genussvoll Kalorien sparen“ einfach kostenlos herunter (keine Printversion verfügbar). Jedes Rezept ist so aufgebaut, dass Sie neben dem Rezeptfoto eine Liste mit den Nährwerten für eine Portion finden. Darunter stehen die Zutatenliste und die Anleitung für die Zubereitung.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Genussvoll Kalorien sparen: www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/wohlfuehlgewicht/genussvoll-kalorien-sparen

BMI-Rechner: Bin ich übergewichtig? www.bzfe.de/bmi-rechner

Wohlfühlgewicht – das passende Körpergewicht finden: www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/wohlfuehlgewicht

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Ernährung in den Wechseljahren

Gesundheit stärken, Beschwerden lindern

Die Wechseljahre sind eine Umbruchphase im Leben einer Frau, die mit verschiedenen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und einer Gewichtszunahme einhergehen kann. In Deutschland erreichen Frauen durchschnittlich im Alter zwischen 51 und 52 Jahren ihre Menopause, also ihre letzte Regelblutung. Aber auch in den Jahren davor und danach finden im weiblichen Körper gravierende Umstellungsprozesse statt. Diese Phase dauert 10 bis 15 Jahre und wird umgangssprachlich als Wechseljahre bezeichnet.

Im Allgemeinen werden drei Abschnitte unterschieden: Bereits Anfang 40 beginnt sich der Hormonhaushalt zu verändern, auch wenn die Regelblutung meist noch regelmäßig ist (Prämenopause). Ab Mitte 40 kann der Östrogenspiegel stark schwanken, bis die Produktion schließlich abnimmt (Perimenopause). Auch der Spiegel des Gelbkörperhormons Progesteron sinkt. Die Eierstöcke stellen ihre Aktivität nach und nach ein. Die Monatsblutungen werden unregelmäßiger und hören schließlich auf. Zwölf Monate nach der letzten Regelblutung beginnt die letzte Phase, in der sich der Körper auf die veränderten hormonellen Bedingungen einstellt (Postmenopause).

Auch die Ernährung hat Einfluss auf körperliche Veränderungen und mögliche Beschwerden in den Wechseljahren. In dieser Zeit brauchen Frauen weniger Energie und mehr Nährstoffe. Da der Grundumsatz sinkt, steigt das Risiko für eine Gewichtszunahme. Mehr als die Hälfte der Frauen in dieser Lebensphase sind davon betroffen. Auch die Körperzusammensetzung verändert sich: Die Fettmasse nimmt zu und die Muskelmasse ab. Zudem verteilt sich das Fett vermehrt am Bauch, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.

Daher ist eine Anpassung der Ernährungsgewohnheiten sinnvoll. Eine mediterrane Kost mit reichlich Vollkorn, Nüssen, frischem Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Olivenöl und einem moderaten Konsum von Fisch ist gut geeignet, um ein gesundes Körpergewicht zu halten. Wer an Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen leidet, sollte zusätzlich scharfe Gewürze, Alkohol und koffeinhaltige Getränke meiden.

Der sinkende Östrogenspiegel hat auch Auswirkungen auf die Knochengesundheit: Der Knochenabbau übertrifft den Knochenaufbau – vor allem in den fünf Jahren vor und nach der Menopause. In dieser Zeit ist eine gute Versorgung mit Vitamin D und Kalzium besonders wichtig.  Viel Kalzium steckt in Milchprodukten und Mineralwasser, Vitamin D bildet der Körper mithilfe von Sonneneinstrahlung größtenteils selbst. Generell kommt es auf einen ganzheitlich gesunden Lebensstil an: Wer neben einer bewussteren Ernährung für ausreichend Bewegung und regelmäßige Entspannung sorgt, kann sein Wohlbefinden in dieser Lebensphase stärken und mit möglichen Beschwerden besser umgehen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Ernährung in den Wechseljahren: www.dge.de/blog/2024/ernaehrung-in-den-wechseljahren

Wechseljahre: Zeit für einen gesunden Lebensstil: www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/in-bestimmten-lebensphasen/fit-ab-50-wechseljahre

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Gruppen bei Übergewicht und Adipositas

Wie lassen sich Betroffene motivieren?

Gruppenprogramme sind ein vielversprechender Ansatz, Menschen mit Übergewicht und leichter Adipositas zu einem gesünderen Lebensstil zu bewegen. Allerdings ist es nicht einfach, Betroffene zu erreichen und zu einer langfristigen Teilnahme zu motivieren. Das Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA) in Wien hat dazu mögliche Lösungsansätze erarbeitet.

Mit dem Körpergewicht steigt das Risiko für verschiedene Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden und Diabetes. Daher ist eine Therapie von Übergewicht und Adipositas in jedem Alter wichtig. Die Krankenkassen bieten unter anderem mehrmonatige Gruppenprogramme an, welche die Bereiche Ernährung, Bewegung und Verhalten abdecken. Nach Recherchen des AIHTA im Internet und bei Experten und Expertinnen gibt es derzeit im deutschsprachigen Raum 20 Programme für Kinder und Jugendliche (Deutschland: 7) und 14 Programme für Erwachsene (Deutschland: 6).

Allerdings bestehen häufig Schwierigkeiten, die jeweiligen Zielgruppen zu erreichen und zu einer Teilnahme zu bewegen. Empfohlen wird eine Kombination aus aktiven Methoden – wie direktes Anschreiben und ärztliche Überweisung – und passiven Methoden, zum Beispiel soziale Medien, Plakate und Flyer. Es sei sinnvoll, schwer erreichbare Gruppen (beispielsweise sozial Benachteiligte und Menschen mit Migrationshintergrund) gezielt anzusprechen und den Fokus neben der Gewichtsabnahme auf den gesundheitlichen Nutzen zu legen.

Barrieren gibt es auf unterschiedlichen Ebenen, wie die Auswertung internationaler Studien aufgedeckt hat: Zum Beispiel sind viele Eltern zeitlich eingeschränkt oder es fehlt an Motivation, da sie das Ausmaß des Übergewichts ihrer Kinder unterschätzen. Ein weiterer Punkt ist die Wahrnehmung von Übergewicht in der Gesellschaft und die damit verbundene Stigmatisierung. Vor allem Jugendliche haben offenbar Angst vor Mobbing und Diskriminierung, was sie von einer Teilnahme abhalten kann.

Eine zusätzliche Herausforderung ist es, die Teilnehmenden über die gesamte Dauer des Programms zu „halten“. Nicht selten wird die Therapie frühzeitig abgebrochen, sodass erhoffte Ziele wie Gewichtsreduktion und Verbesserung der Lebensqualität nicht langfristig erreicht werden. Wenn die Menschen mit zu hohen Erwartungen in das Programm gehen, verlieren sie die Motivation. Daher ist es ratsam, zu Beginn realistische Ziele zu setzen und regelmäßig Motivationsgespräche in Kombination mit Strategien zur Selbstbeobachtung (wie Ernährungs- und Bewegungstagebuch schreiben) zu führen.

Bei Kindern und Jugendlichen spielt die Stärkung des Selbstvertrauens und der Rückhalt in der Familie eine große Rolle, während sich bei Erwachsenen finanzielle Anreize (beispielsweise Gutscheine für andere Kurse) positiv auswirken. Auch eine gute Beziehung zum Betreuungsteam ist wichtig, damit die Menschen am Ball bleiben. Nicht zuletzt sollte der Standort gut erreichbar und der Zeitplan flexibel sein. Manche Methoden werden in den bestehenden Programmen bereits zum Teil eingesetzt, informiert das AIHTA. Es gab jedoch wenig wissenschaftlich gesicherte Informationen, sodass weitere Forschung notwendig ist.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


eprints.aihta.at/1486

Kinder und Jugendliche mit Adipositas erfolgreich beraten: www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungsberatung/beratungspraxis/kinder-und-jugendliche-mit-adipositas-erfolgreich-beraten

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Wenn Teenager ungesund essen

Negativer Stress hat deutlichen Einfluss auf die Lebensmittelwahl

Wenn sich Jugendliche gestresst fühlen und emotional belastet sind, greifen sie häufiger zu süßen und fetthaltigen Speisen. Dabei spielen offenbar auch impulsive Verhaltensweisen eine wesentliche Rolle, lässt eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) vermuten. Für die Untersuchung wurden Daten von über 2.000 Teenagern aus acht europäischen Ländern ausgewertet.

Nicht selten reagieren wir auf negative Emotionen wie Frust, Stress und Traurigkeit mit dem Verzehr von ungesunden Lebensmitteln. Denn durch den Genuss von Schokolade, Chips und Co. fühlen wir uns kurzfristig besser, da sie das Belohnungszentrum im Gehirn stimulieren.

Um diesen Aspekt näher zu beleuchten, haben die Forschenden Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren zu ihren Ernährungsgewohnheiten und ihrem psychosozialen Wohlbefinden sowie impulsiven Verhaltensweisen befragt. Das Ergebnis: Wenn Teenager unter chronischem Stress leiden, neigen sie zu impulsivem Verhalten und sind daher besonders anfällig für zucker- und fettreiche Produkte, die im Alltag und in der Werbung allgegenwärtig sind. Nach Auswertung der Daten hatte die Impulsivität einen etwas stärkeren Effekt auf die Neigung zu ungesundem Essen als das psychische Wohlbefinden. „Dies unterstreicht die Bedeutung von Maßnahmen, die emotionsgesteuerte Impulsivität senken. Konkret helfen könnte da zum Beispiel Sport“, erklärt Dr. Antje Hebestreit vom BIPS.

Essgewohnheiten werden in der Kindheit und Jugend geprägt. Wer in dieser Phase ungesunde Verhaltensweisen erlernt, nimmt sie meist mit in sein späteres Leben. Zukünftig sollen laut der Forschenden wirksame Interventionen entwickelt werden, um den Jugendlichen bessere Strategien zur Stressbewältigung und gesunde Ernährungsmuster zu vermitteln.

Maßnahmen zur Verbesserung des Wohlbefindens könnten indirekt auch die Impulskontrolle verbessern. Die Forschenden geben jedoch zu bedenken, dass die Lebensmittelwahl von vielen verschiedenen Faktoren abhängt und weitere Forschung notwendig ist.

Heike Kreutz,
www.bzfe.de

Weitere Informationen:


doi.org/10.1186/s12966-023-01551-w

Wie Emotionen unser Essen beeinflussen – von Stressessern und Stresshungerern: www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/wie-emotionen-unser-essen-beeinflussen

Zwischen Unterricht und Pausenhof:
www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungskommunikation/menschen-verstehen-und-staerken/zwischen-unterricht-und-pausenhof

Gestörtes Essverhalten bei Jugendlichen ernst nehmen: www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2023/maerz/gestoertes-essverhalten-bei-jugendlichen-ernst-nehmen

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Folgen kalorienreicher Ernährung in der Kindheit

Häufiger Blutgefäßschäden als Teenager?

Wenn Kinder zucker- und fettreich essen, haben sie offenbar häufig bereits in der Jugend erste Blutgefäßschäden. Das erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im späteren Leben. So lautet das Fazit einer Studie der University of Bristol, an der mehr als 4.700 Heranwachsende teilgenommen hatten.

Die Arterien transportieren sauerstoff- und nährstoffreiches Blut vom Herzen in den restlichen Körper. Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Gefäße ab. Dieser natürliche Prozess kann durch verschiedene Faktoren wie Rauchen, eine Diabeteserkrankung, aber auch eine ungesunde Ernährung beschleunigt werden. Mit der Versteifung der Arterien erhöht sich der Blutdruck, und das Herz ist stärker belastet. Dadurch steigt langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Bislang war unklar, wie früh ernährungsbedingte Gefäßschäden auftreten können. Daher haben die Forschenden die Nahrungsqualität in der Kindheit (7 und 10 Jahre) mit dem Zustand der Gefäße in der Jugend (17 Jahre) in Bezug gesetzt. Anhand einer Punkteskala wurde eingeordnet, wie stark die Ernährungsgewohnheiten mit bestimmten Ernährungsmustern übereinstimmten. Beispiele sind eine Mittelmeerkost (viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Fisch, wenig Fleisch und Wurst), eine entzündungshemmende Ernährung (viel Obst und Gemüse, Nüsse, Samen und Meeresfrüchte) sowie eine Adipositas fördernde Kost (viel Kalorien, Fett und Zucker, wenig Ballaststoffe). Die Arteriensteifigkeit als frühes Zeichen von Funktionsschäden wurde anhand der Pulswellengeschwindigkeit (PWV) eingeschätzt. Das ist die Geschwindigkeit, mit der sich die durch die Herzkontraktion ausgelöste Druckwelle in den Adern bewegt.

Wenn Kinder im Alter von sieben und zehn Jahren eher ballaststoffarm und kalorienreich mit viel Fett und Zucker aßen, waren ihre Arterien im Teenageralter häufig steifer als bei Gleichaltrigen mit einer gesünderen Ernährung. Eine mediterrane Ernährung wirkte sich dagegen günstig auf die Elastizität der Gefäße aus, was vermutlich unter anderem auf die in Fisch und Meeresfrüchten enthaltenen Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole, etwa aus Obst und Gemüse, zurückzuführen ist. Auch eine entzündungshemmende Kost schien die Herzgesundheit zu fördern, ist im „British Journal of Nutrition“ zu lesen.

„Unsere Forschung zeigt, wie wichtig es ist, von Kindheit an ausgewogene Ernährungsgewohnheiten zu entwickeln, um das Risiko künftiger Herzprobleme zu verringern“, erklärt Studienleiterin Dr. Genevieve Buckland von der University of Bristol. Weitere Untersuchungen sind jedoch nötig, um die Hintergründe besser zu verstehen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1017/S0007114523002763

Worauf es bei der Kinderernährung ankommt: https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/in-bestimmten-lebensphasen/kinder/

Netzwerk Gesund ins Leben – Von der Schwangerschaft bis zum Kleinkindalter: www.gesund-ins-leben.de

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