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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Zu viel Zucker, Fette und Salz können krank machen

Neuer Beitrag in Einfacher Sprache auf bzfe.de

„Immer mehr Menschen in Deutschland haben Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Fettstoffwechsel-Störungen oder starkes Übergewicht. Wer diese Krankheiten hat, der hat ein höheres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Bei der Ernährung führen vor allem drei Dinge dazu, dass Menschen häufiger diese Krankheiten bekommen: Zu viel Zucker, zu viele Fette und zu viel Salz“, so beginnt der neue Artikel in Einfacher Sprache auf bzfe.de. Er macht darauf aufmerksam, dass Zucker, Fette und Salz zwar zu unserer Ernährung gehören, jedoch viele Menschen zu viel davon essen. Um das Essverhalten Schritt für Schritt zu verändern, gibt es im Text viele alltagstaugliche Tipps. Damit lässt sich die Aufnahme von Zucker, ungünstigen Fetten und Salz reduzieren.

Weniger Zucker zu sich zu nehmen klappt beispielsweise, wenn man weniger Süßigkeiten isst und bevorzugt Getränke ohne Zucker, wie Wasser oder Tee, trinkt. Eine Grafik veranschaulicht, dass in einer Portion Ketchup zwei Zuckerwürfel, in einem Becher Fruchtjoghurt sieben Zuckerwürfel und in einer Portion Fertig-Müsli elf Zuckerwürfel stecken können. Alternativen mit weniger Zucker sind Natur-Joghurt mit frischem Obst und ungezuckertes Müsli, das sich gut mit Trockenfrüchten ergänzen lässt.

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) bietet auf seiner Website noch weitere Informationen in Einfacher Sprache an: www.bzfe.de/einfache-sprache . Der Bereich richtet sich gezielt an Menschen, die Deutsch lernen oder weniger gut lesen und schreiben können. Somit ist das Angebot auch für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den Fachbereichen Erwachsenenbildung, Integration, Inklusion, Sozialarbeit und Engagement gedacht. Die Texte und Sätze sind kürzer, haben einen klaren Aufbau und enthalten weniger Fremdwörter oder Fachbegriffe. Alle Artikel-Inhalte stehen zusätzlich als Hörfassung bereit. Mit dem Angebot möchte das BZfE möglichst vielen Menschen den Zugang zu alltagstauglichen, sicheren und aktuellen Informationen zu Ernährungsthemen ermöglichen – für einen gesundheitsbewussten und nachhaltigeren Lebensstil.

Alle Texte stehen unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0. Das heißt, dass die Texte für nicht-kommerzielle Zwecke unverändert vervielfältigt und weiterverbreitet werden können – lediglich Namen und Rechte müssen genannt werden.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Zu viel Zucker, Fette und Salz können krank machen: www.bzfe.de/einfache-sprache/gut-essen/zu-viel-zucker-fette-und-salz-koennen-krank-machen

Zucker, Fette und Salz in Lebensmitteln – die Menge macht’s: www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/essen-und-wissen/zucker-fette-und-salz-in-lebensmitteln

BZfE-Bereich in Einfacher Sprache: www.bzfe.de/einfache-sprache

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Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Präsidentin
Dr. Margareta Büning-Fesel
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Redaktion:
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Petra Daniels, BLE

Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Steigert ein hoher Salzkonsum das Diabetes-Risiko?

Studie wertet Salzkonsum von über 400.000 Personen aus

Wer bei Tisch häufig zum Salzstreuer greift, hat offenbar ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes. Das lässt zumindest eine Studie der Tulane University in New Orleans vermuten, für die Daten von über 400.000 Erwachsenen ausgewertet wurden.

Ein hoher Salzkonsum erhöht offenbar nicht nur das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch für Typ-2-Diabetes. Typ-2-Diabetes ist eine Erkrankung des Stoffwechsels, bei der die Zuckerwerte im Blut ohne Behandlung dauerhaft erhöht sind. Das kann langfristig Schäden an den kleinen Gefäßen von Nieren, Nerven und Augen verursachen, aber auch Herzinfarkt und Schlaganfall begünstigen.

Die Forschenden nutzten Daten aus der „UK-Biobank-Studie“, für die Briten im Alter von 37 bis 73 Jahren unter anderem Angaben zu ihrer Salzzufuhr gemacht hatten. Im Fokus stand das Nachsalzen bei Tisch, was ein gutes Maß für die allgemeine Salzaufnahme sei. Im Laufe von durchschnittlich zwölf Jahren wurde in 13.120 Fällen Typ-2-Diabetes diagnostiziert, ist im Fachjournal „Mayo Clinic Proceedings“ zu lesen.

Wer bei Tisch „manchmal“, „gewöhnlich“ oder „immer“ nachsalzt, hatte eine um 11 Prozent, 18 Prozent beziehungsweise 28 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für eine Typ-2-Diabeteserkrankung. Als Vergleichsgruppe dienten diejenigen, die „nie“ oder „selten“ zum Salzstreuer griffen. Das erhöhte Risiko ließ sich teilweise durch weitere Faktoren wie einen hohen Körpermassenindex (34 %), einen erhöhten Taille-Hüfte-Quotienten (40 %) und erhöhte Konzentrationen eines Entzündungsmarkers (9 %) erklären.

Vermutlich verleiten salzreiche Mahlzeiten zum Verzehr größerer Portionen, was eine Gewichtszunahme begünstigt. Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die keine ursächlichen Zusammenhänge nachweisen kann. Weitere Studien sind notwendig, um die Ergebnisse zu untermauern. Es wäre auch möglich, dass eine erhöhte Salzaufnahme mit einem insgesamt ungesunden Lebensstil einhergeht.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt gesunden Erwachsenen pro Tag nicht mehr als sechs Gramm Kochsalz zu sich zu nehmen. Das entspricht etwa einem Teelöffel und schließt auch Salz in verarbeiteten Lebensmitteln wie Brot, Wurst und Käse ein. Wer mit frischem Gemüse und Hülsenfrüchten kocht und wenig Fertigprodukte nutzt, kann viel Salz sparen. Mit Gewürzen und frischen Kräutern wird das Essen auch mit weniger Salz aromatisch. Und wenn man salzen muss, dann mit Jodsalz. Denn Jod ist ein wichtiges Spurenelement, das zum Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt wird.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


https://doi.org/10.1016/j.mayocp.2023.02.029

Zucker, Fette und Salz in Lebensmitteln – die Menge macht’s: https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/essen-und-wissen/zucker-fette-und-salz-in-lebensmitteln/

Informationsoffensive Jodsalz: https://www.bzfe.de/ernaehrung-im-fokus/informationsoffensive-jodsalz/

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Nahrungsergänzungsmittel nur begründet einnehmen

Viel hilft nicht viel

Die Hauptgründe dafür, wann eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein kann, lauten: Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit, vegane Ernährung und zu wenig Tageslicht. Gesunde Menschen, die sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, benötigen normalerweise keine Extra-Nährstoffe.

In der Zeit rund ums Kinderkriegen spielt die Nährstoffversorgung der Frau eine besonders wichtige Rolle, vor allem mit Folsäure und Jod. Bei einer veganen Ernährung können manche Nährstoffe knapp sein, darunter Vitamin B12. Und das Tageslicht? Insbesondere Menschen, die sich kaum oder nur mit vollständig bedecktem Körper im Freien aufhalten, können Probleme mit der Vitamin-D-Versorgung haben. Denn Vitamin D heißt nicht umsonst „das Sonnenvitamin“ – zu einer guten Versorgung trägt vor allem der Aufenthalt im Freien bei und weniger die Ernährung.

Die Personengruppen, auf die das oben Genannte zutrifft, sollten den Rat von einer Ärztin, einem Arzt oder einer zertifizierten Ernährungsfachkraft einholen. Diese schauen, wie die persönliche Nährstoffversorgung sichergestellt werden kann und welche Nahrungsergänzung dabei unter Umständen hilfreich ist.

Und alle anderen? Sie sollten sich bewusst machen, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht einfach so probiert werden sollten. Auch nicht, wenn der beste Freund oder die nette Nachbarin dazu raten. Denn Fachleute sind sich einig: Die meisten Menschen in Deutschland sind ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Hinzu kommt, dass das Lebensmittelangebot im Handel heute um ein Vielfaches größer ist als früher, weil unterschiedliche Obst- und Gemüsearten nahezu ganzjährig saisonal und regional verfügbar sind und das Sortiment an Milchprodukten, Müsli und anderen Produkten beständig wächst. Auch werden manche Produkte angereichert, Pflanzendrinks zum Beispiel mit Calcium, um dem Nährstoffprofil der Milch näher zu kommen. Es ist also ohne weiteres möglich, nach persönlichen Geschmacksvorlieben alle wichtigen Nährstoffe aufzunehmen.

Alle Menschen, die vorhaben ein Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, sollten sich vorweg gut informieren und vor allem mit folgenden Fragen beschäftigten: Wie geht es mir? Wie ausgewogen esse ich? Welche Gründe sprechen für eine Extra-Dosis Nährstoffe? Welche genau brauche ich, und in welchen Mengen? Dabei unterstützen die unabhängigen Informationen des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) zu Nahrungsergänzungsmitteln.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Nahrungsergänzungsmittel – Antworten auf die wichtigsten Fragen: https://www.bzfe.de/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/

Portals „Klartext Nahrungsergänzung“ der verbraucherzentrale: www.klartext-nahrungsergaenzung.de

Portal „Mikronährstoffe und Co.“ des Bundesinstituts für Risikobewertung: https://www.mikroco-wissen.de

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Mandarine und Clementine

Was ist der Unterschied?

In der kalten Jahreszeit sorgen Zitrusfrüchte für den Vitamin-C-Kick. Sehr beliebt sind Mandarinen und Clementinen. Auch wenn sich die orangefarbenen Früchtchen auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sehen, gibt es ein paar nennenswerte Unterschiede.

Die Mandarine hat ihre Heimat in China und ist wahrscheinlich rund 3.000 Jahre alt. Dagegen ist die Clementine erst seit etwa 100 Jahren bekannt, als sie der botanisch interessierte Pater Pierre Clement in Algerien entdeckte. Es handelt sich dabei um eine natürliche Kreuzung aus Mandarine und Bitterorange. Daneben gibt es noch die kernlose und sehr süß schmeckende Satsuma. Diese Frucht stammt aus Japan und ist eine Kreuzung zwischen Mandarine und Orange.

Neben der Herkunft gibt es noch viele weitere Unterschiede zwischen Mandarine und Clementine: Die Mandarine schmeckt herber und aromatischer als die süßliche bis mild-säuerliche Clementine. Zudem sind Clementinen etwas kleiner und haben eine dickere Schale, sodass die Früchte robuster und länger haltbar sind. Dagegen lässt sich die dünnere Schale der Mandarine leichter abziehen. Das Fruchtfleisch der Mandarine ist in neun Segmente unterteilt und enthält meist Kerne, während es bei der kernlosen Clementine acht bis zwölf Segmente sind.

Beide Früchte enthalten reichlich Ballaststoffe, Vitamin C und A, aber auch Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium. Tipp: Wen es nicht stört, der sollte das weiße, manchmal etwas bitter schmeckende Gewebe unter der Schale nicht vollständig entfernen, denn es weist wertvolle Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) auf. Sie können zellschützend und regulierend auf Bluthochdruck wirken. Außerdem sorgen Ballaststoffe im Gewebe für lange Sättigung und fördern die Darmgesundheit.

Mandarinen und Clementinen haben ihre Hauptsaison etwa von November bis Februar. In unseren Handel kommen die Früchte aus Mittelmeerländern, wobei Spanien der Hauptlieferant für den deutschen Markt ist. Achten Sie beim Einkauf auf Frische und Qualität. Die beste Wahl sind schwere Früchte mit einer festen Schale. Von außen sollte kein deutlicher Hohlraum zwischen Schale und Frucht spürbar sein. Ist diese „Losschaligkeit“ stärker ausgeprägt, kann das ein Anzeichen für Überlagerung sein.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Von Mandarinen, Clementinen und Satsumas:
https://www.bzfe.de/was-wir-essen-blog/blog-archiv/blog-archiv-2016/november-2016/von-mandarinen-clementinen-und-satsumas/

Kann man das Weiße bei Mandarinen mitessen?
https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2021/oktober/kann-man-das-weisse-bei-mandarinen-mitessen

Zitrusfrüchte – vom Baum bis in die Küche:
https://www.bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/zitrusfruechte/

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Obst und Gemüse beeinflussen Darmflora

Neue Studienergebnisse zum Mikrobiom

Obst und Gemüse wird von Natur aus von Bakterien besiedelt, die wir beim Essen aufnehmen. In einer Studie haben Forschende der Technischen Universität Graz erstmals nachgewiesen, dass sich diese pflanzlichen Mikroorganismen im menschlichen Darm ansiedeln und zu einer höheren Vielfalt des Mikrobioms beitragen.

Der Darm ist Lebensraum für eine sehr große Anzahl an Mikroorganismen, deren Vielfalt einschließlich ihrer Gene und Stoffwechselprodukte (= Darmmikrobiom) maßgeblich zur menschlichen Gesundheit beiträgt. Bei der Geburt wird ein wichtiger Teil des mütterlichen Mikrobioms auf das Baby übertragen und auch das Stillen trägt zur Diversität bei. Es war bislang aber noch nicht bekannt, wie sich Bakterien aus verzehrtem Obst und Gemüse auf das Darmmikrobiom auswirken. Sie befinden sich etwa im Fruchtfleisch, an den Kernen oder auf der Schale – auch bei gewaschenem Obt und Gemüse.

Daher hat das österreichische Forschungsteam einen Katalog von mit frischem Obst und Gemüse assoziierten Mikroorganismen erstellt. Ein Vergleich mit rund 2.500 Mikrobiom-Daten aus menschlichen Stuhlproben ergab, wie häufig die pflanzenassoziierten Bakterien im Darm zu finden sind. Und offenbar können Mikroorganismen aus Obst und Gemüse tatsächlich zum menschlichen Darmmikrobiom beitragen. So waren pflanzenassoziierte Vertreter der Entero- und Milchsäurebakterien durchweg im menschlichen Darm nachzuweisen. Allerdings war ihr Anteil mit maximal 2,2 Prozent gering, laut Fachjournal „Gut Microbes“.

Je höher der Verzehr von frischem Obst und Gemüse und je vielfältiger die Sorten, desto höher war die Menge an pflanzenassoziierten Mikroorganismen im Darm. Die aufgenommenen Mikroorganismen verfügen vermutlich über probiotische und gesundheitsfördernde Eigenschaften, da sie Gene für die Bildung verschiedener Vitamine wie Vitamin K und B-Vitamine sowie kurzkettige Fettsäuren aufweisen.

„Der Nachweis, dass Mikroorganismen von Früchten und Gemüse den menschlichen Darm besiedeln können, ist nun erstmalig gelungen“, erklärt Wisnu Adi Wicaksono vom Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz. „Damit liegt die Vermutung nahe, dass der Verzehr von Obst und Gemüse einen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Immunsystems in den ersten drei Lebensjahren hat, da sich in dieser Zeit das Darmmikrobiom entwickelt.“

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1080/19490976.2023.2258565

Mikrobiom – der Darm und seine Bewohner: https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/mikrobiom/

Das Mikrobiom des Bodens bestimmt das Mikrobiom des Menschen: https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2023/oktober/gesunder-boden-gesunder-mensch/

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Vitamine, Mineralstoffe und Co.

Neues Informationsangebot des BfR

In welchen Lebensmitteln steckt eigentlich Jod, Vitamin D oder Eisen? Welche Folgen hat ein Vitamin- oder Mineralstoff-Mangel? Und für wen sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll? Vielen Menschen fehlt hier der Durchblick. Da hilft das neue Informationsportal „Mikronährstoffe und Co.“ des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Es liefert kurz und bündig grundlegende Informationen über die einzelnen Vitamine und Mineralstoffe und ihre Wirkungen im Körper. Das Portal erläutert, welche Lebensmittel gute Quellen für einzelne Stoffe sind und wie sie zur Versorgung beitragen. Zusätzlich stellt die Seite weitere Stoffe mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung vor. Dazu gehören zum Beispiel Aminosäuren, Fettsäuren oder Pflanzenextrakte. Das Angebot auf der Internetseite wird laufend erweitert und um neue Erkenntnisse ergänzt.

Viele der portraitierten Substanzen werden auch in isolierter Form als Nahrungsergänzungsmittel angeboten – und beworben. Ob und wann die Einnahme einer Extra-Portion Vitamine oder Mineralstoffe sinnvoll sein kann und welche Risiken damit gegebenenfalls verbunden sein können, wird ebenfalls erläutert. Ein weiterer Schwerpunkt des Informationsangebots liegt auf den vom BfR erarbeiteten Höchstmengenempfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln. Sie sollen zu einer europaweit einheitlichen Höchstmengenregelung für diese Produkte beitragen, können aber bis dahin auch Verbraucherinnen und Verbrauchern bei der Produktwahl unterstützen.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:


www.mikroco-wissen.de

Nahrungsergänzungsmittel – Antworten auf die wichtigsten Fragen: www.bzfe.de/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/

Was im Essen steckt – Vitamine und Mineralstoffe:
www.bzfe.de/das-beste-aus-dem-essen/was-im-essen-steckt-vitamine-und-mineralstoffe

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Weniger Fleisch für bessere Umwelt

Einfluss von Essen auf Emissionen untersucht

Wer nur gelegentlich Fleisch isst, kann die Umwelt- und Klimaauswirkungen im Vergleich zu einem hohen Fleischverzehr um knapp ein Drittel verringern. So lautet ein Fazit einer Studie aus Großbritannien, an der mehr als 55.000 Menschen beteiligt waren.

Die befragten Personen stuften sich selbst als Veganer, Vegetarier, Pescetarier (Fischesser) oder Fleischesser ein. Forschende der Universität Oxford beurteilten die ökologischen Folgen ihrer Ernährungsweise in Bezug auf verschiedene Aspekte wie Treibhausgasemissionen, Landnutzung, Wasserverbrauch, Risiko für Wasserverschmutzung und Verlust der biologischen Vielfalt. Dazu wurden Daten von über 38.000 landwirtschaftlichen Betrieben aus 119 Ländern ausgewertet, sodass auch Herkunft der Lebensmittel und Art der Herstellung berücksichtigt werden konnten.

Die Umweltauswirkungen einer veganen Kost, bei der auf tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Käse verzichtet wird, waren im Vergleich zu einer fleischreichen Ernährung deutlich geringer. Bei Treibhausgasemissionen und Landnutzung lagen die Werte jeweils 75 Prozent niedriger. Auch bei Wasserverschmutzung, Wasserverbrauch und Verlust biologischer Vielfalt gab es deutliche Umweltvorteile, auch wenn die Unterschiede je nach Ort und Herstellung groß waren. Aber auch eine fleischarme Ernährung konnte die Umwelteffekte um mindestens 30 Prozent verringern, ist im Fachblatt „Nature Food“ zu lesen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine fleischreiche Ernährung den größten Einfluss auf viele wichtige Umweltfaktoren wie Klimawandel und Verlust der biologischen Vielfalt hat“, erklärt Professor Peter Scarborough von der Oxford Universität. „Eine Reduktion des Fleisch- und Milchkonsums kann den ökologischen Fußabdruck deutlich verringern.“ Die Autoren und Autorinnen der Studie sprechen sich für politische Maßnahmen zur Reduktion der Produktion und des Verzehrs von Fleisch aus.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


https://doi.org/10.1038/s43016-023-00795-w

Planetary Health Diet: Strategie für eine gesunde und nachhaltige Ernährung: www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/lagern-kochen-essen-teilen/planetary-health-diet/

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Tägliches Schnitzel war gestern

Pflanzenbetonte Ernährung ist Trend

„Fleisch ist mein Gemüse“. Das war einmal. Der gleichnamige Roman von Heinz Strunk ist mittlerweile knapp 20 Jahre alt (spielt in den 1980ern) und offenbar hat sich diese Einstellung in der deutschen Bevölkerung stark gewandelt. Denn die Gruppe der Flexitarier wächst: „Weniger Fleisch, dafür gutes Fleisch“, so fasste Bundesernährungsminister Cem Özdemir bei der Vorstellung des Ernährungsreports 2023 den Trend zusammen. Das Bundesministerium hatte dafür rund 1.000 Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt.

Der Anteil der Befragten, die täglich Fleisch oder Wurst essen, nimmt stetig ab. So waren es 2015 noch 34 % und in diesem Jahr nur noch 20 %. Wenig überraschend sind es vor allem immer mehr jüngere Menschen, die sich für eine pflanzenbetonte Ernährung entscheiden. Rund 16 % der 14- bis 29-Jährigen ernähren sich vegetarisch, 5 % vegan und 40 % flexitarisch. Aber auch bei den Ü-60-Jährigen ist flexitarisch voll im Trend (49 %). Insgesamt 46 % der Befragten schränken ihren Fleischkonsum ein und 53 % haben schon vegetarische Alternativen gekauft. Das Ernährungsverhalten der Menschen sei hier schon viel weiter, als manche schrillen Töne in der Politik oder den Verbänden es vermuten ließen. „Viele passen ihre Ernährung längst an“, sagte Özdemir.

Das liegt laut Ernährungsreport auch daran, dass das Angebot an pflanzlichen Alternativen immer größer wird. Wer seit Jahren die Entwicklung der Lebensmittelbranche verfolgt, weiß: Der mit Abstand größte Wachstumsmarkt sind Fleischalternativen. Gleichzeitig sinken entsprechend auch die Preise für diese Produkte.

Hier sieht Bundesminister Özdemir auch die Politik in der Pflicht, die dafür sorgen muss, dass das Angebot an pflanzlichen Alternativen vorhanden ist. Das gelte für die Gemeinschaftsverpflegung genauso wie für den Supermarkt. Darauf müsse auch die geplante Ernährungsstrategie der Bundesregierung einzahlen.

Apropos Gemeinschaftsverpflegung: Hier wünschen sich 51 % der Befragten, dass Restaurants und Kantinen mehr Gerichte mit oder aus Bio-Lebensmitteln anbieten. Welche Bedeutung Kantinen, Schulmensen und Kitas bei der Veränderung der Ernährungsweise zukommt, ist klar. Denn nur hier kann wirklich positiv gelenkt werden – übrigens auch ganz ohne jemandem sein Schnitzel oder seine Currywurst „wegzunehmen“. Eine gesunde und nachhaltige Kost in der Gemeinschaftsverpflegung in Kantinen und vor allem Kitas und Schulen diene nicht nur der reinen Nährstoffversorgung, die lern- und leistungsfähiger macht, sondern beuge auch ernährungsmitbedingten Krankheiten vor, die ein großer gesellschaftlicher Kostenfaktor sind. Dabei dürften den Bürgerinnen und Bürgern aber keine Vorschriften gemacht werden. Özdemir lud in diesem Zusammenhang zu einer sachlichen Diskussion ein, in der Essverhalten nicht mehr politisiert werde.

Den Ansatz einer wertneutralen Kommunikation verfolgt auch Eva Zovko, Leiterin des Bundeszentrums für Ernährung: „Ernährungskommunikation ist keine Einbahnstraße. Um erfolgreich eine klimasensible Ernährung zu kommunizieren, ist es nötig, mit den Menschen in den Dialog zu treten und nicht einfach nur Empfehlungen auszusprechen.“ Wie der Ernährungsreport zeigt, warten die Menschen auch nicht auf klug gemeinte Ratschläge, sondern handeln schon selbst. Gründe für die pflanzenbetonte Ernährung sind laut der Umfrage vor allem bessere Verträglichkeit für Klima, Umwelt und Tierschutz.

Einig sind sich fast alle Befragten (99 %) übrigens in einem Punkt: Beim Essen kommt es vor allem darauf an, dass es gut schmeckt. Die Zukunft ist also voraussichtlich pflanzenbetont und lecker.

Harald Seitz und Petra Daniels, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Ernährungsreport: www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport2023.html

Pflanzenbetont essen: Tipps für Einsteiger: www.bzfe.de/ernaehrung-im-fokus/vom-wissen-zum-handeln/pflanzenbetont-essen-einfacher-als-gedacht/

Pflanzenbetont in die Zukunft – Erfolgsfaktoren für die Kommunikation: www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2023/mai/pflanzenbetont-in-die-zukunft-erfolgsfaktoren-fuer-die-kommunikation/

Flexitarisch essen für uns und die Erde: www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2020/september/flexitarisch-essen-fuer-uns-und-die-erde/

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Mehr Durchblick bei Nahrungsergänzungsmitteln

Neue Online-Artikel auf bzfe.de

Eine Extra-Portion Nährstoffe in Form von Tabletten, Pulver und Co. brauchen nur wenige Menschen – Extra-Informationen, um das Thema Nahrungsergänzungsmittel zu durchschauen, dagegen die meisten: Laut einer repräsentativen Befragung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) fühlt sich rund ein Drittel der Menschen schlecht informiert, zum Beispiel über mögliche Gesundheitsrisiken. Das ist Anlass für ein neues Informationsangebot zu Nahrungsergänzungsmitteln vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), das mit fünf Online-Artikeln startet. Darin werden Fragen geklärt, wie: „Für wen sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?“ und „Wie kann ich mich informieren?“.

Nahrungsergänzungsmittel sind Konzentrate aus Vitaminen, Mineralstoffen oder anderen Stoffen, die typischerweise in Lebensmitteln stecken. Sie kommen in dosierter Form oft als Kapseln, Tabletten oder Pulver in den Handel und sollen – ihr Name sagt es schon – die Nahrung ergänzen. Wichtig zu wissen ist: Nahrungsergänzungsmittel unterliegen den Vorgaben des Lebensmittelrechts. Sie dürfen nur verkauft werden, wenn sie sicher sind, also die Gesundheit nicht beeinträchtigen. Zudem müssen Unternehmen zum Beispiel auf der Packung eine Verzehrempfehlung und einen verpflichtenden Warnhinweis geben, dass diese Empfehlung nicht überschritten werden darf. Diese Pflichtangaben sollen Überdosierungen verhindern. Denn auch wenn etwa Vitamin D für die menschliche Gesundheit unentbehrlich ist: Zuviel davon kann auch schädlich sein.

Fachleute sind sich einig: Gesunde Menschen, die sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, brauchen normalerweise keine Extra-Nährstoffe. Doch gibt es keine Regel ohne Ausnahme: Für bestimmte Lebensphasen, Ernährungsweisen oder Bevölkerungsgruppen gibt es konkrete Empfehlungen. Zum Beispiel ist Vitamin B12 für Menschen sinnvoll, die sich vegan ernähren, weil eine ausreichende Zufuhr über pflanzliche Lebensmittel nicht möglich ist. Trotzdem sollte nicht einfach zum nächstbesten Mittel aus dem Regal gegriffen werden. Denn viele Präparate sind weit höher dosiert als nötig. Andere enthalten zusätzliche Nährstoffe, die nicht zur persönlichen Bedarfslage passen. Die Werbung erweckt derweil oft den Eindruck, dass die Produkte einen gesundheitlichen Mehrwert für alle Menschen haben.

Deshalb ist es immer sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen, sich bei unabhängigen, wissenschaftlich abgesicherten Quellen zu informieren und nicht allein auf die Angaben auf der Packung zu vertrauen. Auf bzfe.de finden Sie Beiträge zu den wichtigsten Fragestellungen rund um Nahrungsergänzungsmittel: Was versteht man darunter, für wen sind sie sinnvoll, wie und wo kann man sich informieren, wo gibt es sie zu kaufen – und wie ist es um die Sicherheit bestellt?

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.bzfe.de/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel

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Mitarbeit:
Julia Seeher, BLE
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Ernährungstransformation als Chance

Wege zu einer zukunftsfähigen Ernährung

„Alte Wahrheiten wie ‚Fleisch als ein Stück Lebenskraft‘ verlieren an Bedeutung. An deren Stelle treten neue Werte, oft kleiner Mehrheiten, die einer pflanzenbasierten Ernährung Aufwind verschaffen.“ Mit diesen Worten eröffnete Dr. Silke Lichtenstein, Geschäftsführerin der Dr. Rainer Wild-Stiftung, das 27. Heidelberger Ernährungsforum am 22. und 23. September 2023. Ein Umdenken scheint dringend notwendig, denn die Produktions- und Konsumweisen der westlichen Welt tragen eine Mitschuld am Klimawandel. „Insgesamt ist die Ernährung für etwa 25 Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich“, betonte Dr. Guido Reinhardt vom ifeu-Institut. „Betrachtet man die weltweit sehr begrenzten Rohstoffe Wasser, Fläche und Phosphat, werden sogar 80 bis 90 Prozent dieser Ressourcen alleine durch die Ernährung verbraucht.“

Doch wie ist eine Ernährungstransformation voranzutreiben? Durch pflanzliche Milch- und Fleischersatzprodukte? Die genießen zwar in den Medien viel Aufmerksamkeit, doch ihr Marktanteil ist gering: 1,9 Prozent bei Milch- und 0,7 Prozent bei Fleischersatzprodukten in Deutschland. Oder durch neue Entwicklungen der Biotechnologie? Hier entwickelt sich gerade eine Industrie, die im Labor Lebensmittel aus tierischen oder pflanzlichen Zellen herstellt. „Cultured Meat“ ist teils bereits zugelassen, aber häufig noch zu teuer und damit in der Breite nicht marktreif. Die Forschung beschäftigt sich auch mit Proteinmehlen auf Basis von Algen oder Insekten. Die können sehr nachhaltig erzeugt werden, müssen den Menschen aber buchstäblich erst schmackhaft gemacht werden.

Mit welchen Hebeln könnte man also den Wandel vorantreiben und wie lassen sich möglichst viele Menschen mitnehmen? Dazu steuerten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen zwei Tage lang ihre Erkenntnisse bei. Sicherlich nicht durch eine Kommunikation, die mit Begriffen wie Ersatz, Verzicht oder gar Verbot arbeite. Das zeige die mediale Berichterstattung zu den Eckpunkten der geplanten Nationalen Ernährungsstrategie – und zwar mit Begriffen wie „Deutschland-Diät“ oder Headlines wie „Wird Fleisch zum Luxus?“. Die Soziologin Prof. Jana Rückert-John erläuterte, warum das verfängt: Viele Menschen empfänden die Erwartungshaltung, ihre alltäglichen Ernährungspraktiken zu verändern, als Zumutung. Essen und Trinken seien Ausdruck ihrer Selbstbestimmung. Sie gelten als letztes privates Recht, in das sich der Staat nicht einzumischen habe. Kommunikativ sei daher zentral, so die weithin geteilte Einschätzung der Expertinnen und Experten, positive Narrationen zu schaffen. Veränderung ist Chance: mehr Pflanze auf dem Teller als Ausdruck von Vielfalt, Kreativität und Geschmack.

Fest steht: Die eine Lösung gibt es nicht, und die Zeit drängt. Daher müssen mehrere Ansätze überprüft und Hebel gleichzeitig betätigt werden. Idealerweise zuerst jene, die effizient die größten Probleme angehen. Eine motivierende Kommunikation muss sie in jedem Fall begleiten: „Für den Wandel ist wichtig, dass wir nicht nur die Risiken durch Ernährung sehen, sondern ihre Potenziale für die Transformation in den Vordergrund rücken“, betonte Dr. Silke Lichtenstein. Und dafür gibt es zweifellos offene Ohren auch jenseits der 25 Prozent aller Deutschen, die sich flexitarisch ernähren.

Gabriela Freitag-Ziegler, www.bzfe.de

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