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Bluthochdruck-Risiko schon in früher Kindheit

Langzeitstudie zeigt die Folgen von Übergewicht

HerzDass es häufig eine gefährliche Verbindung von Übergewicht und Bluthochdruck gibt, ist bekannt. Wie früh dieser Zusammenhang allerdings zum gesundheitlichen Problem werden kann, das hat jetzt in Spanien eine wissenschaftliche Untersuchung an Kindern durch die Universidad Autonoma de Madrid ergeben.

Für die Langzeitstudie “Longitudinal Study of Childhood Obesity” wurden bei rund 1.800 Vierjährigen Größe, Geschlecht, Gewicht, Bauchumfang, Blutdruck sowie relevante Daten zu den Lebensumständen erfasst. Zwei Jahre später wurde diese Untersuchung bei den gleichen Kindern wiederholt. Das alarmierende Ergebnis: Jungen und Mädchen, die sowohl mit vier als auch mit sechs Jahren übergewichtig waren, wiesen ein zwei- bis zweieinhalbfach höheres Risiko zum Bluthochdruck auf als normalgewichtige Kindern. Hatte sich hingegen das Übergewicht in der Zeitspane zwischen den beiden Untersuchungen zurückgebildet, lagen die Blutdruckwerte der Sechsjährigen wieder im normalen Bereich.

“Manche Kinderärzte glauben, dass die Folgen von Übergewicht und Fettleibigkeit erst im Jugendalter auftreten, aber unsere Studie zeigt, dass sie sich irren”, sagt der Mediziner Ioaki Galán, dessen Team die Untersuchungen durchgeführt hat. Die Ergebnisse belegen vor allem, wie sinnvoll und auch erfolgversprechend es ist, auf Übergewicht bzw. Fettleibigkeit in früher Kindheit rechtzeitig mit Gegenmaßnahmen wie Bewegungsförderung zu reagieren. Auf die heilsame Wirkung des Schulsports zu warten, ist angesichts der Altersstruktur bei der Studie jedenfalls keine geeignete Strategie.

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Vielmehr sollten auch die Eltern von Vorschulkindern bereits darauf achten, stets ausreichend Bewegung in den Familienalltag zu integrieren. Internet-Ratgeberportale wie z. B. www.komm-in-schwung.de oder www.pebonline.de bieten dafür zahlreiche praktische Anregungen. Wenn durch diese kleinen Übungen für zwischendurch auch der Blutdruck unter Kontrolle bleibt, stellt dies eine wichtige Maßnahme zur Gesundheitsvorsorge dar. Bluthochdruck gilt als einer der maßgeblichen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und diese Gefahr nimmt zu, weil die körperlichen Aktivitäten von Kindern schon seit Jahren immer mehr durch die sitzende Beschäftigung mit Bildschirmmedien ersetzt werden. Weltweit, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO), gelten schon 41 Mio. Kinder im Alter bis zu fünf Jahren als übergewichtig. Bewegung ist die beste Therapie.

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Mediziner empfehlen täglichen Schulsport

Hoher Nutzen für körperliche Fitness

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Um schon in jungen Jahren der Entwicklung von Diabetes und Herzkreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, empfehlen Präventionsmediziner täglich eine Stunde Sport in der Schule. Solch eine Maßnahme würde zu einer Verbesserung von wesentlichen Herzkreislauf-Werten sowie der motorischen Fähigkeiten führen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter Leitung des Sportmediziners Dr. Sascha Ketelhut (Universität Halle-Wittenberg), an der zwei Schulklassen mit 22 bzw. 24 Kindern im Alter von sechs bis sieben Jahren teilgenommen haben. Die eine Grundschulklasse erhielt den normalen Berliner Schulsport von drei Stunden pro Woche, die andere Klasse an den beiden sportfreien Tagen zusätzlich je 45 Minuten Bewegungstraining. Nach neun Monaten zeigten sich zwischen den Gruppen sowohl deutliche Unterschiede bei einem standardisierten Motorik-Test sowie bei praktisch allen Kreislaufparametern. So verbesserte sich z. B. die Leistung bei einem Sechs-Minuten-Lauf in der Klasse mit täglichem Sportunterricht im Mittel von 800 auf über 900 Meter. Sowohl der Blutdruck als auch die Pulsfrequenz sanken in der Interventionsgruppe, während sie in der Klasse mit regulärem Schulsport nicht nur konstant blieben, sondern im Hinblick auf die Herzkreislauf-Gesundheit sogar unvorteilhaft stiegen.

Insgesamt mahnen die Präventionsmediziner an, dass das Bewegungsniveau von Kindern dringend erhöht werden muss. Studien zufolge erfüllt mittlerweile nur noch knapp ein Drittel der Kinder und Jugendlichen das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderte Mindestpensum an körperlicher Aktivität von täglich addierten 60 Minuten moderater bis intensiver Bewegungszeit. Ein alleiniger Ausbau des Schulsports, der ohnehin bislang eher Wunschdenken ist, reicht zur Optimierung der körperlichen Aktivität allerdings nicht aus. Dringend erforderlich ist zudem, dass Eltern sich bewusst werden, dass ihr Nachwuchs sich auch in der Freizeit ausreichend bewegen muss. Zu wenig bekannt ist nach wie vor, wie wichtig regelmäßige Bewegungserfahrungen und -möglichkeiten insbesondere in den ersten zwölf Jahren im Leben der Heranwachsenden sind. “Vielseitige, dem Alter angepasste körperliche Aktivität prägt in dieser Zeit entscheidend die Veränderungen des Muskel-, Skelett- wie auch des Nervensystems”, betont Dr. Axel Armbrecht (Institut für Bewegungstherapie, Eutin), der sich als Experte u. a. für die Portale www.fitte-schule.de sowie www.komm-in-schwung.de engagiert. Der Mediziner weist darauf hin, dass es sich immer lohnt, Kinder im Aufbau ihrer körperlichen Fitness zu unterstützen, denn nicht nur die Gesundheit, sondern auch die geistige Entfaltung werden maßgeblich durch einen bewegungsfreudigen Lebensstil positiv beeinflusst.

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