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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Die scharf-würzige Kapuzinerkresse

Im Kräuterquark, als Salatzutat und Blütendeko

Die Kapuzinerkresse ist nicht nur ein toller Farbtupfer auf dem Balkon und im Garten. Auch in der Küche sorgt das Kraut für interessante Akzente. Ihr würzig-scharfer, leicht senfartiger Geschmack bereichert viele Gerichte wie Salate und Suppen. Dabei sind nahezu alle Teile der Pflanze essbar – von Blättern und Blüten bis zu den Knospen.

Die jungen Blätter sind fein gehackt ein würziger Belag für das Butterbrot. Sie schmecken aber auch im Salat und Kräuterquark, zu Kartoffeln und in Eierspeisen. Die meist orange-roten, gelben oder sogar weißen Blüten lassen sich als essbare Dekoration für Smoothies, Salate, Suppen und Desserts verwenden. Für einen Aufstrich werden die zarten Blüten mit Frischkäse und etwas Salz püriert oder sehr fein geschnitten. Die geschlossenen Knospen dienen, eingelegt in Essig, als Kapernalternative.

Ein besonderer Genuss ist ein Pesto aus Kapuzinerkresse. Dafür werden Blätter und Blüten grob zerkleinert und mit Öl, Nüssen, Parmesan sowie etwas Salz püriert. In ein sauberes Schraubglas füllen und vollständig mit Olivenöl bedecken, um die Haltbarkeit zu verlängern. Das Pesto schmeckt wunderbar zu Pasta und Brot, gebratenen Pilzen und Kartoffeln.

Nicht zuletzt punktet die Kapuzinerkresse mit wertvollen Inhaltsstoffen: Die enthaltenen Senfölglycoside sorgen nicht nur für das scharf-würzige Aroma, sondern haben auch antimikrobielle und schleimlösende Eigenschaften. Daher wird die Kapuzinerkresse in der Naturheilkunde etwa bei Atemwegsinfektionen und Blasenentzündungen eingesetzt.

Die Kapuzinerkresse ist ursprünglich in den Anden Südamerikas beheimatet. Der Name „Kapuziner“ kommt von den Blüten, die wie die Kapuzen von Mönchskutten aussehen sollen. In unseren Gärten ist vor allem die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) zu finden, die gelb, rot und orange blühen kann. Die Blätter werden ab Mai, die Blüten ab Juni bis in den Oktober geerntet. Vor dem Essen werden sie lediglich geschüttelt, um eventuell vorhandene Insekten zu entfernen und sehr sanft gewaschen. Da die Pflanze keinen Frost verträgt, wird sie jedes Jahr neu ausgesät.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Serie Wildkräuterküche

BZfE: Kleines Einmaleins der Küchenkräuter

BLE: Poster Küchenkräuter

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Bessere Ernährung bei Adipositas

Gut für Herz und Kreislauf – auch ohne Gewichtsverlust

Wenn sich Menschen mit Übergewicht besser ernähren, können sie ihren Stoffwechsel verbessern und das Krankheitsrisiko senken, auch wenn sie durch die Ernährungsumstellung nicht an Gewicht verlieren. Das hat eine Langzeituntersuchung gezeigt, an der insgesamt rund 760 Personen mit Adipositas teilgenommen haben.

Fettleibigkeit, auch Adipositas genannt, ist eine komplexe chronische Erkrankung. Eine Gewichtsabnahme kann die metabolische und kardiovaskuläre Gesundheit von extrem übergewichtigen Menschen fördern, da sie das Risiko für Typ-2-Diabetes, Herzkrankheiten und Bluthochdruck senkt.

Unter Leitung von Forschenden der Harvard T.H. Chan School of Public Health in den USA und der Ben-Gurion-University in Israel wurden Daten von drei Interventionsstudien zur langfristigen Gewichtsabnahme zusammengefasst und ausgewertet. Die Teilnehmenden mit abdominaler Adipositas sollten sich für einen Zeitraum von 18 bis 24 Monaten „gesund“ ernähren, was je nach Studiendesign etwa einer fettarmen, kohlenhydratarmen oder mediterranen Kost entsprach. Neben dem Gewicht wurden mehrmals verschiedene kardiometabolische Risikomarker protokolliert.

Je rund 36 Prozent der Teilnehmenden erreichten eine klinisch signifikante Gewichtsabnahme (Verlust von mehr als fünf Prozent des ursprünglichen Körpergewichts) beziehungsweise einen moderaten Gewichtsverlust (bis zu fünf Prozent), während 28 Prozent ihr Gewicht hielten oder etwas zunahmen.

Die Gewichtsabnahme war mit Verbesserungen der kardiometabolischen Gesundheit verbunden, ist im „European Journal of Preventive Cardiology“ zu lesen. Aber auch bei Teilnehmenden, die kein Gewicht verloren, hatte die „gesunde“ Ernährungsweise nachweislich positive Effekte: So erhöhten sich die Werte des HDL-Cholesterins, das dabei hilft, Ablagerungen in Blutgefäßen zu verhindern und daher auch als „gutes“ Cholesterin bezeichnet wird. Die Leptinwerte verringerten sich, was sich auf die Steuerung von Hunger- und Sättigungsgefühl auswirkt und es wurde weniger viszerales („schädliches“) Fett im Bauchraum und zwischen den Organen gemessen. Pro Kilogramm verlorenen Gewichts stieg das HDL-Cholesterin prozentual an, Leptin- und Insulinspiegel sanken und auch der Blutdruck nahm leicht ab.

Eine Umstellung der Ernährung ist also in jedem Fall für Menschen mit Adipositas und Übergewicht sinnvoll, um das Risiko für Begleiterkrankungen zu verringern. Sie sollte immer Baustein einer ganzheitlichen und individuellen Therapie mit Bewegung- und Verhaltensveränderungen sein, auch wenn eine Gewichtsabnahme nicht im Vordergrund steht. Gezielte Unterstützung bei der Veränderung der Ernährung geben Ernährungsfachkräfte.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

Zur Studie: https://doi.org/10.1093/eurjpc/zwaf308

BZfE: Weltweiter Anstieg bei Übergewicht und Adipositas

Verbraucherzentrale: Ernährungsberatung gesucht: So finden Sie qualifizierte Hilfe

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Großteil der Bevölkerung verwendet Nahrungsergänzungsmittel

Teilweise ohne gut informiert zu sein

In einer Studie im Auftrag des Projekts Lebensmittelklarheit der Verbraucherzentrale erklärten 77 Prozent der Befragten, regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen; über 50 Prozent mindestens einmal pro Woche. An der repräsentativen Onlinebefragung nahmen 2.070 Personen ab 16 Jahren aus Deutschland teil. 21 Prozent der Befragten glauben, Nahrungsergänzungsmittel seien notwendiger Bestandteil einer gesunden Ernährung. 24 Prozent der Befragten sehen sie sogar als eine Art „natürliches Arzneimittel“. Die Studie zeigt auch, dass viele Menschen fälschlicherweise glauben, dass sie gesundheitsgeprüft oder zugelassen seien.

Den meisten Verbraucherinnen und Verbrauchern ist nicht bekannt, dass Nahrungsergänzungsmittel EU-rechtlich als Lebensmittel und nicht als Arzneimittel eingeordnet werden und ohne Zulassungs- oder Prüfverfahren auf den Markt kommen. Ernährungswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen stehen Nahrungsergänzungsmitteln für gesunde Menschen eher kritisch gegenüber. Eine ausgewogene Ernährung liefert in der Regel ausreichend Nährstoffe. Empfohlen wird eine Nahrungsergänzung nur bei bestimmten Lebensweisen oder in bestimmten Lebenslagen wie zum Beispiel bei veganer Ernährung oder vor und während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Aber warum nehmen dann so viele Menschen Nahrungsergänzungsmittel?

Aus Sicht der Verbraucherzentrale hat das Bewusstsein für gesunde Ernährung in der Bevölkerung zugenommen. Die Umsetzung der selbst gesetzten Ernährungsziele misslingt im Alltag jedoch häufig. Viele Menschen sind laut der Studie subjektiv mit ihrer Ernährung unzufrieden. Da kommen die Nahrungsergänzungsmittel ins Spiel: Die Analyse der Kaufmotive zeigt, dass Nahrungsergänzungsmittel vielfach als praktische Lösung gesehen werden, um vermeintliche Nährstoffdefizite im Alltag zu vermeiden. Mit dem Kauf wird aber auch die Hoffnung verknüpft, der eigenen Gesundheit etwas Gutes zu tun, Krankheiten vorzubeugen und im Krankheitsfall Beschwerden zu lindern. Die Stärkung der Immunabwehr ist dabei besonders wichtig.

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) empfiehlt: Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ermöglicht die Nährstoffversorgung im Alltag in der Regel problemlos. Wer dennoch ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchte, sollte sich vor dem Kauf klarmachen, wozu und sich gut informieren. Es gibt eine Reihe unabhängiger, wissenschaftlich abgesicherter Informationsangebote, die bei einer bewussten Kaufentscheidung helfen können, beispielweise von der Verbraucherzentrale, dem Bundesinstitut für Risikobewertung und dem BZfE.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Verbraucherzentrale: Nahrungsergänzungsmittel: Was Werbung verspricht – und was wirklich stimmt

Verbraucherzentrale: Nahrungsergänzungsmittel: Verbraucher:innen vor falschen Werbeversprechen schützen

BZfE: Nahrungsergänzungsmittel – Antworten auf die wichtigsten Fragen

Verbraucherzentrale: Klartext Nahrungsergänzung

Bundesinstitut für Risikobewertung: Mikronährstoffe und Co.

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Überraschend viel Salz in Brausetabletten

Verbraucherzentrale warnt vor Gesundheitsrisiken

Viele Menschen greifen zur Multivitamin- oder Magnesiumbrausetablette, weil sie mit einem sprudeligen Getränk ihre Nährstoffzufuhr verbessern möchten. Allerdings enthalten solche Produkte häufig viel Salz. Das schmeckt man jedoch nicht und es ist auf der Verpackung oft nicht ersichtlich. Das ist das Ergebnis eines Marktchecks der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen für den 72 Nahrungsergänzungspräparate geprüft wurden, die in Form von Brausetabletten angeboten werden.

Vitamine und Mineralstoffe, aber auch bestimmte Pflanzenstoffe wie Koffein, werden in Drogerie- oder Supermärkten häufig als Brausetabletten angeboten. Meist enthalten die Nahrungsergänzungsmittel Natrium in Form von Natriumhydrogencarbonat („Natron“), damit sie sich in Wasser besser auflösen. Dabei entsteht das Gas Kohlendioxid, was das Wasser zum Sprudeln bringt.

Im Marktcheck lag der Salzgehalt (Natriumchlorid) zwischen 0,17 und 1,46 Gramm pro Tagesdosis (meist eine Tablette), was einem Durchschnitt von 0,67 Gramm Salz entspricht.
Eine Multivitamintablette für Kinder enthielt mit einem Gramm Salz die höchste Menge pro Tablette. Empfohlen wird für Erwachsene eine Salzaufnahme von höchstens sechs Gramm täglich, was etwa einem Teelöffel entspricht.

Die Kennzeichnung des Natrium- oder Salzgehalts auf der Verpackung ist für Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln nicht verpflichtend. So waren im Marktcheck bei weniger als der Hälfte der Produkte auf dem Etikett Angaben zum Salzgehalt oder Natriumgehalt zu finden.

Die Mehrheit der Deutschen nimmt zu viel Natrium und Salz auf, was den Blutdruck in die Höhe treiben kann. Dadurch steigt langfristig das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Manche reagieren empfindlicher auf Salz als andere. Vor allem Menschen mit Bluthochdruck sollten auf Nahrungsergänzungsmittel in Form von Brausetabletten verzichten und stattdessen – falls überhaupt notwendig – zu Kapseln oder Pulvern ohne Sprudeleffekt greifen.

Im Allgemeinen ist eine Nahrungsergänzung nur in Absprache mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer zertifizierten Ernährungsfachkraft sinnvoll. Gesunde Menschen, die sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, benötigen normalerweise keine Extra-Nährstoffe.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Verbraucherzentrale NRW: Nahrungsergänzungsmittel: Brausetabletten mit sprudelnder Nebenwirkung?

Verbraucherzentrale NRW: Marktcheck: „Salzgehalt in Nahrungsergänzungsmittel-Brausetabletten“

BZfE: Wenn Salz, dann Jodsalz – Weniger Salz, mehr Kräuter und Gewürze für die Gesundheit

BZfE: Nahrungsergänzungsmittel nur begründet einnehmen – Viel hilft nicht viel

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Mehr Pflanze auf den Teller bitte

So wird der Wunsch zur Wirklichkeit

Immer mehr Menschen möchten gesünder und bewusster essen. Das ergeben zumindest zahlreiche Umfragen. Pflanzliche Lebensmittel spielen dabei eine zentrale Rolle. Doch wie gelingt der Einstieg in eine pflanzenbetontere Ernährung im Alltag? Kreative Rezepte, alltagstaugliche Ideen und eine Menge fundiertes Hintergrundwissen bietet das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) aktuell unter dem Topthema „Bunt ist gesund – Mehr Pflanze wagen“ auf seiner Webseite. Die Seite richtet sich an alle, die mehr pflanzliche Lebensmittel auf ihren Speiseplan bringen möchten, unabhängig davon, ob sie sich vegan, vegetarisch oder flexitarisch ernähren.

Aber warum sollte man überhaupt pflanzenbetont essen? Die Vorteile liegen auf der Hand: Eine pflanzenbetonte Ernährung ist nicht nur lecker, sondern auch ideal für den Schutz von Umwelt und Klima. Gleichzeitig bringt die riesige Auswahl an Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Nüssen, Samen, Getreide und Kartoffeln Farbe, Geschmack und Abwechslung auf den Teller. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine Ernährung, die zu mehr als drei Vierteln pflanzlich und knapp einem Viertel tierisch ist. Grundsätzlich aber gilt: Alles ist erlaubt und es gibt keine strikten Regeln. Jeder Schritt hin zu einer klimafreundlichen, ökologisch nachhaltigen Ernährung zählt. Diese muss zu den eigenen Bedürfnissen, Vorlieben und Gewohnheiten passen und vor allem schmecken.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Pflanzenbetont essen ist nachhaltig und schont die Umwelt

DGE: Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen

BZfE: Ernährungstrends 2025 – Nachhaltig, gesund, individuell

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Abnehmspritzen unter der Lupe

Teure Hilfe gegen Übergewicht mit Nebenwirkungen

Die sogenannten „Abnehmspritzen“ sind in Deutschland inzwischen so begehrt, dass es immer wieder zu Lieferengpässen kommt und auch gefährliche Fälschungen auftauchen. Seit 2023 sind die verschreibungspflichtigen Spritzen als Mittel zur Behandlung von Übergewicht auch in Deutschland zugelassen und erhältlich. Aber ist der Weg zum Idealgewicht tatsächlich so einfach? Das Kompetenzzentrum für Ernährung in Bayern hat auf seiner Website „Ernährungsradar“ die wissenschaftliche Grundlage dazu beleuchtet und bietet einen guten Überblick.

Der bislang am häufigsten eingesetzte Wirkstoff, Semaglutid, kann zu einem Gewichtsverlust von über 20 Prozent führen. Der Wirkstoff Tirzepatid erwies sich in Studien als noch wirksamer. Beide Stoffe wirken ähnlich: Sie regen die Insulinproduktion an und das senkt den Blutzuckerspiegel. Sie hemmen die Glucagonausschüttung und verstärken das Sättigungsgefühl. Zudem sorgen sie dafür, dass der Magen langsamer geleert wird. Dieses Zusammenspiel führt zu einer geringeren Zufuhr an Kalorien und es kann zu einer Gewichtsabnahme kommen. Wie hoch diese ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, vor allem aber vom Grad des Übergewichts.

Hierzulande sind die Abnehmspritzen nur auf Rezept erhältlich. Voraussetzung für eine Verschreibung ist ein Body-Mass-Index (BMI) über 30 oder von über 27 bei Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten oder Typ-2-Diabetes. Voraussetzung ist auch, dass vorher Therapieversuche sowie Ernährungsberatung, Bewegungs- und Verhaltenstherapie erfolgt sind. Stand März 2025 erstatten die Krankenkassen die hohen Kosten von bis zu 4.000 Euro pro Jahr nur bei einer Diabetes-Erkrankung.

Mit der Abnehmspritze können erhebliche Nebenwirkungen wie Verstopfung, Völlegefühl, Übelkeit, Aufstoßen, Blähungen oder Magen-Darm-Beschwerden einhergehen. Selbst wenn diese Beschwerden mit der Zeit nachlassen, ist rund die Hälfte der Patienten davon betroffen. In seltenen Fällen kann es zu Gallenerkrankungen, einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, einer Störung der Magenentleerung und möglicherweise einem Darmverschluss kommen. Dies erklärt, weshalb eine ärztliche Begleitung der Anwendung zwingend empfohlen wird. Zusätzlich ist das Krebsrisiko der Wirkstoffe noch nicht wissenschaftlich untersucht und geklärt.

Für einen dauerhaften Abnehmerfolg reicht eine Abnehmspritze alleine auf keinen Fall aus. Denn das Körpergewicht steigt nach dem Ende der Behandlung wieder an. Dies verdeutlichte eine Studie des Washington Center for Weight Management and Research. Die Wissenschaftler prognostizierten den Teilnehmenden, dass diese ohne Abnehmspritze innerhalb von drei Jahren ihr Ausgangsgewicht wieder erreichen würden. Das sei aber auch bei klassischen Diätprogrammen der Fall, so die Aussage.

Die Faszination für schnelle Abnehmerfolge lenkt von der eigentlichen Herausforderung ab: Eine langfristige Umstellung des Lebensstils und der Ernährungsgewohnheiten ist unbedingt nötig, um das Gewicht dauerhaft zu halten.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Ernährungsradar: Abnehmspritzen – neue Hilfen gegen Übergewicht

Ernährungsradar: Die Debatte um die Abnehmspritzen

BZfE: Die Ernährungspyramide

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Können Proteinriegel punkten?

Statt Supermarktware lieber selbst herstellen

Anfangs nur in der Welt des Kraft- und Leistungssports zuhause, haben sie nach und nach die Alltagsernährung erobert: Proteinriegel. Mittlerweile füllen sie meterweise Regale in Supermärkten. Praktisch zum Mitnehmen, proteinreich und schnell gegessen – offenbar erfüllen die Riegel Bedürfnisse. Doch benötigt man die Extra-Portion Protein, sind die Riegel dafür geeignet und welche Qualität haben sie?

Protein ist ein lebensnotwendiger Baustoff für Muskeln, Blut und Hormone sowie Transportsubstanz von fettlöslichen Vitaminen und Eisen. Menschen brauchen jeden Tag Protein. Aber durchschnittlich sind wir gut versorgt und nehmen laut Nationaler Verzehrsstudie II eher zu viel Protein auf.

Braucht es da noch die Proteinriegel? Nein, eigentlich nicht. Selbst Menschen mit einem höheren Proteinbedarf können diesen leicht durch eine ausgewogene Ernährung mit herkömmlichen Lebensmitteln abdecken. Einen höheren Bedarf haben etwa Menschen über 65 Jahre und solche, die sehr ambitioniert Sport treiben (mehr als fünf Stunden Sport pro Woche) oder leistungssportlich unterwegs sind. Pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Getreide, Kartoffeln und tierische wie Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier liefern dafür ausreichend Protein. Zumal die Qualität vieler Proteinriegel eher gering ist, wie die Zeitschrift „Ökotest“ jüngst befand: Nur drei von zwanzig getesteten Produkten schnitten mit „gut“ ab. Kritikpunkte an den süßen Riegeln waren der Gehalt an Zusatzstoffen, die Qualität der Proteine, der Energiegehalt, die mangelnde Deklaration und der Preis. Auch die Bewerbung als gesunde Alternative zu herkömmlichen süßen Riegeln wurde kritisch gesehen.

Soll man die Riegel also gänzlich aus dem Speiseplan streichen? Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt, Proteinriegel nicht als vollwertige Mahlzeit zu sehen, sondern eher als seltenen Snack bei zeitlichem Engpass einzusetzen. Günstiger und gleichermaßen gut als Proteinquelle ist etwa eine Portion Quark mit Nüssen und Obst. Auch Milch oder Sojadrinks gemixt mit Obst sind eine Alternative. Wer dennoch lieber zu handlichen und transportfreundlichen Proteinsnacks greifen möchte, kann die Riegel auch selbst herstellen und umweltfreundlich in Mehrwegbehältern verpacken – leichte Rezepte für jeden Geschmack bietet das Internet zuhauf.

Astrid Donalies, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Hype um High-Proteinprodukte

BZfE: Eiweißbedarf pflanzlich decken

BZfE: Lehrmaterial für die Sekundarstufe zu High Protein

DGE: FAQ zu Protein

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Essen und Emotionen

Zusammenhang zwischen Frust und Übergewicht

Die Psyche hat großen Einfluss auf das Gewicht. Wer bei Frust und Ängsten zu Schokolade und Chips greift, nimmt leichter zu. Vor allem Frauen neigen zu emotionalem Essen, hat eine Studie aus der Schweiz bestätigt. Auch die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper kann zur Gewichtszunahme beitragen. Für die Untersuchung wurden über 7.000 Erwachsene über einen Zeitraum von vier Jahren begleitet.

Übergewicht und Adipositas sind weit verbreitet und ein massives gesellschaftliches Problem. Daher ist es wichtig, Risikofaktoren zu ermitteln und die zugrundeliegenden Mechanismen besser zu verstehen. Für die aktuelle Studie haben sich Forschende des Universitätskrankenhauses Genf mit der Frage beschäftigt, wie die psychische Gesundheit mit einer Gewichtszunahme zusammenhängt. Der Fokus lag auf der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und emotionalem Essen, also dem Verzehr von meist energiereichen Lebensmitteln als Reaktion auf unangenehme Gefühle.

Als Maß zur Einschätzung des Körpergewichts diente der Körpermasseindex (BMI), der dem Verhältnis des Körpergewichts in Kilogramm zum Quadrat der Körpergröße in Metern entspricht. Anhand jährlich ermittelter Daten und mathematischer Modelle wurden die BMI-Verläufe und die Wahrscheinlichkeit für den Übergang in eine höhere BMI-Kategorie (Übergewicht, Adipositas) berechnet und mit verschiedenen Faktoren in Bezug gesetzt.

Wer bei unangenehmen Gefühlen häufig zu energiereichen Snacks griff, hatte erwartungsgemäß ein höheres Risiko für eine Gewichtszunahme. Dieser Zusammenhang war besonders deutlich bei Frauen und Personen mit geringer körperlicher Aktivität. Auch bei finanziellen Sorgen, Ängsten und depressiven Stimmungen stiegen die Pfunde auf der Waage, was zum Teil auf emotionales Essen zurückgeführt werden konnte. Weitere Faktoren waren unter anderem eine kurze Schlafdauer und mehr Bildschirmzeit in der Freizeit.

Es ist ein Teufelskreis: Wer an Gewicht zulegte, fühlte sich häufig unwohl und war mit seinem Körper unzufriedener. Das beeinträchtigte die Lebensqualität und psychische Gesundheit, was wiederum eine Gewichtszunahme begünstigte.

Offenbar wird der Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Körpergewicht zum Teil über emotionales Essen und Körperunzufriedenheit vermittelt. Auch wenn weitere Studien notwendig sind, halten die Forschenden es für sinnvoll, diese Erkenntnisse bei Maßnahmen zur Vorbeugung von Übergewicht und Adipositas zu berücksichtigen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Zur Studie: Pathways linking BMI trajectories and mental health in an adult population-based cohort: role of emotional eating and body dissatisfaction

BZfE: Übergewicht und Adipositas in Deutschland – massives gesellschaftliches Problem

DGE: Diäten und Fasten

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Blutzucker-Tracking im Trend

Mehr Hype als Hilfe

„Blutzuckerfreundliche Ernährung“ liegt im Trend. In den Sozialen Medien sieht man es momentan häufig: Gesunde Menschen tragen einen Sensor am Arm, um ihren Blutzuckerspiegel zu überwachen. Wie sinnvoll ist das? Das Kompetenzzentrum für Ernährung in Bayern hat die wissenschaftliche Grundlage dazu kürzlich beleuchtet.

Entwickelt wurden die kleinen Messgeräte für Menschen mit Diabetes mellitus. Für sie ist das kontinuierliche Messen ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Ein unter der Haut implantierter oder in die Haut gestochener Fühler misst kontinuierlich den Blutzuckerwert und sendet ihn drahtlos an eine App oder ein Auswertegerät. So können Nutzerinnen und Nutzer den Verlauf der Glucosekurve über den Tag nachvollziehen.

Einige Influencerinnen und Influencer empfehlen das Blutzucker-Tracking für Gesunde. Allerdings gibt es nur wenige Studien, welche die gesundheitlichen Effekte von kontinuierlichem Blutzuckertracking an gesunden Probanden im Alltag untersucht haben. Die existierenden Untersuchungen zeigen in den meisten Fällen nur, dass Schwankungen des Blutzuckerspiegels in Abhängigkeit von der Nahrungsaufnahme erkannt werden können. Dass Essen den Blutzuckerspiegel generell ansteigen lässt, lernt aber inzwischen schon jedes Schulkind. Belastbare Daten zur langfristigen gesundheitlichen Bedeutung bei Gesunden fehlen.

Das Dauertracking bleibt dabei nicht ohne Nebenwirkungen: Die ständige Selbstvermessung kann das Essverhalten stark beeinflussen – etwa durch übermäßige Kontrolle, Verunsicherung oder das Vermeiden bestimmter Lebensmittel. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass sich bei manchen Menschen ungesunde Ernährungsmuster entwickeln können, vor allem wenn ohnehin schon ein ausgeprägtes Gesundheitsstreben besteht.

So kann eine kohlenhydratreduzierte Ernährung unter Umständen sinnvoll sein, sie ist aber keine pauschale Garantie für eine bessere Gesundheit. Vor allem dann nicht, wenn dafür eine fettreiche Ernährung gewählt wird, die zwar keine Blutzuckerausschläge verursacht, aber andere gesundheitliche Probleme mit sich bringen kann.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Ernährungsradar: Blutzucker-Tracking – auch etwas für Gesunde?

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„Gesunde“ Ernährung hält im Alter fit

Von Studien bestätigt

Wer in der Lebensmitte auf seine Ernährung achtet und um die Taille schlank bleibt, kann im Alter offenbar länger geistig fit bleiben und damit auch einer Demenzerkrankung vorbeugen. Das lässt eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig vermuten, für die ausgewählte Daten der britischen Whitehall-II-Studie ausgewertet wurden.

An der Whitehall-II-Studie hatten mehr als 10.000 Britinnen und Briten teilgenommen, die zu Beginn durchschnittlich 48 Jahre alt waren. Für die aktuelle Untersuchung standen Daten einer Teilgruppe von 512 überwiegend männlichen Personen auf dem Prüfstand. Im Beobachtungszeitraum von dreißig Jahren bestimmten die Forschenden mehrmals den Taille-Hüfte-Quotient als Maß für das Bauchfett. Im Alter von durchschnittlich 70 Jahren wurden kognitive Tests durchgeführt und dabei eine Kernspintomografie des Gehirns angefertigt.

Außerdem nutzten die Forschenden den „Alternative Healthy Eating Index“ (AHEI), der die Nahrungsqualität anhand einer Skala von 0 (am wenigsten „gesund“) bis 110 (am „gesündesten“) einordnet. Dieser Index ist so aufgebaut, dass er vor allem Assoziationen zwischen Ernährung und bestimmten chronischen Krankheiten aufzeigt. Er wurde bereits vor 10 Jahren vom U. S. Department of Agriculture (USDA) entwickelt. In die Auswertung ging der Verzehr der als „gesund“ definierten Lebensmittel wie Hülsenfrüchten, Nüssen, Obst, Gemüse, Vollkorn sowie fettarmen Milchprodukten und der „ungesunden“ Produkte wie verarbeitetem Fleisch und zuckergesüßten Softdrinks ein.

Menschen mit einer höheren Nahrungsqualität im mittleren und höheren Lebensalter zeigten bessere Nervenverbindungen zwischen Regionen der beiden Hirnhälften, die etwa für das Gedächtnis verantwortlich sind. Wer sich schlechter ernährte und mehr Fett rund um die Taille entwickelt hatte, schnitt bei den kognitiven Tests schlechter ab. Diese Defizite standen mit einer geringeren Leistungsfähigkeit der Faserbahnen in der weißen Substanz in Zusammenhang, steht im Fachjournal „JAMA Network Open“. Allerdings müssen weitere Studien folgen, um die Resultate zu untermauern. Zudem ist nicht klar, ob die Resultate auch auf Frauen übertragbar sind.

Nach einer weiteren Studie aus Boston, die kürzlich in „Nature Medicine“ erschienen ist, kann eine Ernährung nach dem AHEI-Index in der Lebensmitte chronischen Erkrankungen entgegenwirken und dazu beitragen, auch in einem Alter von über 70 Jahren geistig und körperlich fit zu sein. Für die Untersuchung wurden Daten von mehr als 100.000 Menschen aus den USA ausgewertet, die an den Langzeitstudien „Nurses Health Study“ und „Health Professionals Follow-Up-Studie“ teilgenommen hatten.

Beide Studien untermauern, welchen Stellenwert ausgewogenes Essen und Trinken für mehr Lebensqualität und Gesundheit im Alter hat. Das spricht einmal mehr für Präventionsstrategien vor allem in der Lebensmitte, um gezielt die Qualität der Ernährung und damit die Stoffwechselgesundheit zu verbessern sowie Adipositas vorzubeugen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Zur Studie: Association of Diet and Waist-to-Hip Ratio With Brain Connectivity and Memory in Aging

Zur Studie: Midlife Dietary Quality and Body Composition Relevance for Brain Connectivity and Cognitive Performance in Later Life

Zur Studie: Optimal dietary patterns for healthy aging

BZfE: Die Ernährungspyramide – ausgewogen, abwechslungsreich, nachhaltig

BZfE: Mehr Pflanze und weniger Tier – einfach gesund

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