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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Für wen sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

Neues BZfE-Video

Was genau sind Nahrungsergänzungsmittel (NEM) und für wen sind sie sinnvoll? Diese und weitere Fragen beantwortet ein neues Video des Bundeszentrums für Ernährung. Gesunde Menschen, die sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, sind in der Regel ausreichend mit allen Nährstoffen versorgt und brauchen keine Nahrungsergänzungsmittel.

Außerdem gilt: Viel hilft nicht viel. Auch das Gießkannenprinzip – also Multivitaminpräparate einzunehmen – ist wenig sinnvoll. Konkrete Empfehlungen für eine Extra-Zufuhr von bestimmten Nährstoffen durch Nahrungsergänzungsmittel gibt es für bestimmte Bevölkerungsgruppen. Dazu gehören zum Beispiel Schwangere (Folsäure und Jod) und Menschen, die sich vegan ernähren (Vitamin B12).

Im Zweifel ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen oder sich von einer Ernährungsfachkraft beraten zu lassen. Sie kann etwa anhand einer umfassenden Anamnese mit Blick auf das Blutbild oder auf die Ernährungsgewohnheiten bei der Entscheidung für eine gezielte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln helfen.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Video: https://youtu.be/AsuUkwzxKOE

Nahrungsergänzungsmittel: https://www.bzfe.de/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/

Klartext Nahrungsergänzungsmittel: Ein Angebot der Verbraucherzentralen: https://www.klartext-nahrungsergaenzung.de/

Mikronährstoffe und Co.: Infoportal des BfR: https://www.mikroco-wissen.de/

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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Neue Erkenntnisse zur Beschreibung von Adipositas

Hat der BMI ausgedient?

Geht es um Übergewicht und Adipositas, so ist der Body-Mass-Index (BMI) eine bekannte Formel zur Einteilung der unterschiedlichen Ausprägungen und Grade. Noch wird Adipositas gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in erster Linie über den BMI bestimmt. Denn er ist ein recht einfaches Maß für die Klassifizierung des Körpergewichts eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße. Die allgemeingültige Kategorisierung der Adipositas durch den BMI erfolgt aber unabhängig von Alter und Geschlecht. Eine ausschließliche Beurteilung durch den BMI könne das Gesundheitsrisiko auf individueller Ebene sowohl unter- als auch überschätzen. Denn es ist ein Unterschied, ob es um Fettmasse oder Muskelmasse geht und wo das Fett am Körper lokalisiert ist. Das kann man mit dem BMI nicht unterscheiden.

Aktuell hat eine internationale Kommission aus 56 Expertinnen und Experten ein Verfahren zur Definition und Diagnosestellung vorgestellt, welches in der Zeitschrift The Lancet Diabetes & Endocrinology beschrieben wurde. Zunächst sprechen sich die Forschenden für eine Differenzierung zwischen einer klinischen und einer präklinischen Adipositas aus. Sie sehen die klinische Fettleibigkeit als eine chronische, systemische Erkrankung an, die mit einer Dysfunktion von Geweben und Organen einhergehe und etwa zu Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen führe – verbunden mit erhöhter Mortalität. Die präklinische Fettleibigkeit hingegen müsse als Zustand verstanden werden, bei dem die Funktion von Geweben und Organen intakt sei. Lediglich das Risiko für andere Erkrankungen – etwa Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten – sei erhöht.

Demzufolge empfiehlt die Kommission, den BMI nur für epidemiologische Studien, für Aussagen auf Bevölkerungsebene und für Screenings zu verwenden. Auf individueller Ebene raten die Autoren davon ab, die Diagnose nur anhand des BMI zu stellen. Übermäßige Fettleibigkeit sollte entweder durch direkte Messung des Körperfetts oder mindestens anhand eines anthropometrischen Kriteriums – zum Beispiel Taillenumfang, Taille-Hüft-Verhältnis (die Taille in der Mitte zwischen Beckenkamm und Rippenbogen gemessen und die Hüfte an der dicksten Stelle) oder Taille-Größe-Verhältnis (der Quotient aus Taillenumfang und Körpergröße) – zusätzlich zum BMI bestimmt werden; unter Verwendung validierter Methoden und Grenzwerte für Alter, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit. Eine Ausnahme seien Betroffene mit einem sehr hohen BMI > 40 kg/m2, bei denen der BMI aussagekräftig genug für die Diagnose einer „Adipositas permagna“ – der schwersten Form der Fettleibigkeit – sei.

Menschen mit präklinischer Fettleibigkeit sollten eine evidenzbasierte Gesundheitsberatung erhalten. Ihr Gesundheitszustand sollte über einen längeren Zeitraum beobachtet werden und sie sollten, falls nötig, geeignete Interventionen erhalten, um das Risiko der Entwicklung von klinischer Fettleibigkeit und anderen mit Fettleibigkeit verbundenen Krankheiten zu verringern, je nach dem Grad des individuellen Gesundheitsrisikos.

Die Deutsche Adipositas Gesellschaft (DAG) hat den Vorschlag begrüßt: „Der Mehrwert liegt in einer differenzierteren Betrachtungsweise der Krankheitsausprägung über Körpermaße wie Gewicht und Größe oder BMI hinaus und letztendlich einer daraus abgeleiteten Schweregrad-stratifizierten Therapie.“ Die DAG sieht darüber hinaus aber auch die Notwendigkeit, weitere Parameter wie die körperliche Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen, das heißt beispielsweise, die kardiorespiratorische und muskuläre Fitness. Schon jetzt empfiehlt die im letzten Jahr aktualisierte entsprechende Leitlinie zur Diagnose der Adipositas auch die Bestimmung von weiteren Laborwerten, die Erhebung der Krankengeschichte und die Abfrage der Lebensgewohnheiten. Die Empfehlung der Lancet-Kommission ist also nicht neu, aber immer noch aktuell laut DAG, da der Bedarf für eine bessere und Schweregrad-bezogene Therapie auch in Deutschland immer noch sehr hoch ist.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weiter Informationen:

www.bzfe.de/bmi-rechner/

www.thelancet.com/journals/landia/article/PIIS2213-8587(24)00316-4/abstract
adipositas-gesellschaft.de/dag-begruesst-neue-adipositas-definition-der-commission-on-clinical-obesity/

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Fördern zuckerhaltige Getränke Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Beschwerden?

Zusammenhang von Krankheitsfällen und Softdrinks vermutet

Weltweit stehen jedes Jahr 2,2 Millionen neue Fälle von Typ-2-Diabetes und 1,2 Millionen neue Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit dem Konsum von mit Zucker gesüßten Getränken in Zusammenhang. Das lassen Schätzungen der US-amerikanischen Tufts University vermuten. Dafür wurden Daten aus 184 Ländern für das Jahr 2020 ausgewertet.

Mit Zucker gesüßte Getränke („sugar sweetened beverages“, SSB) wie Softdrinks und Energydrinks haben einen geringen Nährwert und werden schnell verdaut, sodass der Blutzuckerspiegel rasch ansteigt. Ein regelmäßiger Konsum kann zu Gewichtszunahme, Insulinresistenz und weiteren Stoffwechselproblemen führen, die mit Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen zusammenhängen.

Für die Studie wurde der Konsum von mit Zucker gesüßten Getränken neben weiteren Quellen aus der „Global Dietary Database“ abgeleitet, wobei gesüßte Milch, Frucht- und Gemüsesäfte ausgenommen waren. Die Auswertung der Daten hat gezeigt, dass die schädlichen Folgen des Konsums im Allgemeinen mehr Männer als Frauen, mehr jüngere als ältere Erwachsene und mehr Menschen mit höherem als niedrigerem Einkommen betreffen.

Vor allem in Entwicklungsländern waren die Zahlen bedenklich, ist im Fachjournal „Nature Medicine“ zu lesen. In Afrika südlich der Sahara standen mehr als 21 Prozent, in Lateinamerika und der Karibik sogar 24 Prozent aller neuen Diabetesfälle mit dem Konsum von Softdrinks in Zusammenhang. Von 1990 bis 2020 wurde der größte proportionale Anstieg der durch zuckergesüßte Getränke verursachten Typ-2-Diabetes- (plus 8,8 %) und Herz-Kreislauf-Fälle (plus 4,4%) in Afrika südlich der Sahara festgestellt. Allerdings lassen sich durch Modellierungsschätzungen keine ursächlichen Zusammenhänge nachweisen, geben die Autoren zu bedenken.

„Mit Zucker gesüßte Getränke werden in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen stark vermarktet und verkauft. Die Menschen dort konsumieren nicht nur schädliche Produkte, sondern sind oft auch auf die langfristigen gesundheitlichen Folgen weniger gut vorbereitet“, erklärt Kardiologe Dr. Dariush Mozaffarian von der Tufts University. Nach Ansicht der Autoren braucht es vielschichtige Maßnahmen wie öffentliche Gesundheitskampagnen und eine Regulierung der Werbung. Obwohl einige Länder bereits Schritte eingeleitet haben, bleibt noch viel zu tun.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

doi.org/10.1038/s41591-024-03345-4

Lebensmittelkunde Erfrischungsgetränke: bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/erfrischungsgetraenke

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Lebensmittel selten durch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln belastet

Herkunft und Kulturform haben Einfluss

Gute Neuigkeiten für Verbraucherinnen und Verbraucher: Lebensmittel enthalten in Deutschland nur selten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Das berichtet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf Grundlage von insgesamt 22.314 untersuchten Lebensmittelproben im Jahr 2023. Bei Küchenlieblingen wie Karotten, Kartoffeln, Äpfeln, aber auch bei saisonalen Produkten wie Erdbeeren und Spargel, wurden laut BVL kaum oder gar keine Überschreitungen der zulässigen Rückstandshöchstgehalte nachgewiesen. Einen großen Einfluss auf die Quote haben die Herkunft der Erzeugnisse und die Art der Kultur.

Proben aus Deutschland und den EU-Staaten wiesen mit 1 % bzw. 1,3 % kaum Überschreitung der Rückstandhöchstgehalte auf. Bei Produkten aus Nicht-EU-Ländern war dies bei 8,5 % der Proben der Fall. Insgesamt ist die Quote der Überschreitungen im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken.

Höhere Werte gab es allerdings bei Mangos, getrockneten Bohnen, Pfeffer (schwarz, grün, weiß), Reis, Tee (schwarz und grün), Erdnüssen und Bohnen mit Hülsen sowie bei Kirschen. Hier überschritten zwischen 6,2 und 7,9 % der jeweils untersuchten Proben die Höchstwerte.

Aber das BVL berichtet auch, dass bei einigen Lebensmitteln mindestens drei Viertel der Proben Mehrfachrückstände aufwiesen. Dies betraf vor allem Kirschen, Mandarinen, Johannisbeeren (schwarz, rot, weiß), Tafeltrauben, Pfirsiche und Nektarinen, Orangen, Rosenkohl, Kohlsprossen und Erdbeeren.

Auch bestätigen die Untersuchungen, dass Bio-Produkte weniger Rückstände enthalten als konventionell erzeugte Ware. So wiesen 71,9 % der Proben aus ökologischem Anbau keine messbaren Werte auf. Bei konventioneller Ware traf dies bei 35,8 % der Proben zu. Hintergrund ist die im ökologischen Anbau deutlich geringere Zahl an erlaubten Pflanzenschutzmittel.

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln sind nur dann zulässig, wenn sie die geltenden Höchstgrenzen nicht überschreiten und demnach gesundheitlich unbedenklich sind. Eine Überschreitung des festgesetzten Grenzwertes ist aber im Umkehrschluss nicht gleichbedeutend mit einem gesundheitlichen Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher, so das BVL. Kein Grund also, auf Gemüse und Obst insbesondere aus heimischem Anbau zu verzichten!

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Meldung des BVL: https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/01_lebensmittel/2025/2025_01_15_PM_PSMR.html;jsessionid=E3E22FF585EF50E5057674120DA0D13C.internet001

Info: https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/orientierung-beim-einkauf/der-saisonkalender/

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Senfölglykoside im Kohlgemüse

Erntezeit hat Einfluss

Beim Kohlgemüse hängen Menge und Zusammensetzung von gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen neben der Sorte auch vom Erntezeitpunkt und vom verzehrten Pflanzenteil ab. Das haben zwei aktuelle Studien ergeben.

Kohlgemüse wie Rotkohl und Kohlrabi gehören zu den Kreuzblütengewächsen, die Senfölglykoside bilden. Diese auch Glucosinolate genannten Stoffe gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Sie werden von den Pflanzen zur Abwehr gegen Schädlinge und Krankheiten produziert und sind für den Menschen gesundheitsfördernd. Wenn das Pflanzengewebe durch Insektenfraß oder das Küchenmesser verletzt wird, werden die Substanzen durch Enzyme abgebaut. Es entstehen dadurch Stoffe, die entzündungshemmend und antimikrobiell wirken (Isothiocyanate). Sie verleihen Kohl, Kresse und Radieschen ihren typischen scharfen Geschmack.

Für die erste Studie vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) wurden auf Versuchsfeldern in drei aufeinanderfolgenden Jahren verschiedene Kohlgemüse angebaut und deren Inhaltsstoffe untersucht. Beim Rotkohl stellte man im Sommer, wenn der Schädlingsdruck besonders hoch ist, eine 40-mal höhere Konzentration an gesundheitsfördernden Isothiocyanaten als im Herbst fest. Bei Brokkoli waren kaum jahreszeitliche Schwankungen zu beobachten.

In einer weiteren Studie haben die Forschenden beim Kohlrabi herausgefunden, wie Glucosinolate in den einzelnen Pflanzenteilen abgebaut werden. Nach Auswertung der Daten bildet die üblicherweise verzehrte Knolle weniger wertvolle Isothiocyanate als Stängel, Blattstiel, Knollenschale und Wurzel. Wird die Knolle aber bei der Zubereitung leicht erhitzt, kann die Bildung von Isothiocyanaten gesteigert werden, ist im Journal „Food Chemistry“ zu lesen.

Die Studienergebnisse können dabei helfen, den ernährungsphysiologischen Nutzen von Kohlgemüse etwa durch die Anpassung des Erntezeitpunkts zu steigern. Weitere Untersuchungen sollen jedoch folgen, um die biochemischen Mechanismen noch besser zu verstehen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Saisonale Auswirkungen auf gesundheitsfördernde Wirkstoffe in Kohl: https://igzev.de

Food Chemistry: doi.org/10.1016/j.foodchem.2024.142032

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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Insekten, Algen, Lupinen

Wie sicher sind alternative Eiweißquellen?

Tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier sind die klassischen Proteinlieferanten in der menschlichen Ernährung. Hinzu kommen pflanzliche Quellen wie die Hülsenfrüchte (Soja-) Bohnen, Linsen und Erbsen. Um den Proteinbedarf einer wachsenden Bevölkerung nachhaltig zu decken, rücken auch bei uns weniger vertraute Eiweißquellen in den Fokus. Alternative Eiweißquellen wie Insekten, Algen und Lupinen gewinnen bei der Herstellung von Lebens- und Futtermitteln an Bedeutung.

Inzwischen sind vier Insektenarten in der Europäischen Union als neuartige Lebensmittel zugelassen und können – etwa als Mehl – verarbeiteten Produkten wie Gebäck und Nudeln zugesetzt werden. Auch Lupinensamen werden als Zusatz in verschiedenen Speisen oder als Lupinenmehl für die Herstellung von Backprodukten verwendet.

Vor der Zulassung durchlaufen solche neuartigen Lebensmittel eine gesundheitliche Risikobewertung bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Bei Insekten ist vor allem das Allergierisiko zu beachten. So können Menschen, die eine Allergie gegen Hausstaubmilben, Krebstiere oder Weichtiere haben, auch auf Lebensmittel mit Insektenprotein allergisch reagieren.

Nach einer Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind eventuelle gesundheitliche Risiken durch den Verzehr aber nicht höher als bei konventionellen Eiweißquellen. Auch in neuartigen Eiweißquellen können unerwünschte Stoffe vorhanden sein. Ein Beispiel sind Antinutriva (Antinährstoffe) wie Phytinsäure in Hülsenfrüchten, die die Aufnahme von wichtigen Mineralstoffen wie Eisen oder Zink hemmen kann. Daher sollten Hülsenfrüchte nur gegart verzehrt werden. Getrocknete Meeresalgen haben häufig sehr hohe Jodgehalte, die die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen können. Ein weiterer Punkt können eventuelle Verunreinigungen mit Krankheitserregern wie Bakterien und Viren oder Toxinen sein (wie bei allen Lebensmitteln). Zudem können gesundheitlich problematische Stoffe aus Futtermitteln in tierische Lebensmittel übergehen – etwa Bitterstoffe aus Lupinen in die Milch von Kühen.

Diese unterschiedlichen Risiken hat die Europäische Sicherheitsbehörde im Blick. Auf dem Markt erhältliche Lebensmittel mit alternativen Proteinen sind von der EFSA als unbedenklich eingestuft.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zum Thema „Alternative Eiweißquellen“: www.bfr.bund.de/lupinen-insekten-oder-fleisch-aus-dem-labor-wie-steht-es-um-die-gesundheitliche-bewertung-alternativer-eiweißquellen.pdf

Essbare Insekten: bzfe.de/lebensmittel/trendlebensmittel/insekten/

Wie Bitterlupinen genießbar werden: bzfe.de/service/news-archiv/so-sollen-bitterlupinen-geniessbar-werden

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Vitamin D für gesunde Knochen

Viel Bewegung in der Kindheit verstärkt offenbar positiven Effekt

Wenn Kinder und Jugendliche bei ausreichender Vitamin-D-Versorgung mindestens eine Stunde am Tag körperlich aktiv sind, haben sie eine bessere Knochengesundheit. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS). Dafür wurden die Daten von mehr als 2.500 gesunden Heranwachsenden im Alter von 2 bis 15 Jahren aus acht europäischen Ländern ausgewertet.

Vitamin D ist unter anderem wichtig für Wachstum und Entwicklung der Knochen. Gute Lieferanten in der Nahrung sind vor allem fettreiche Seefische wie Makrele, Lachs oder Hering. Allerdings wird der größte Teil des Vitamin D im Körper durch Sonneneinstrahlung in der Haut produziert.

Für die Studie wurde im Blutserum geprüft, ob der Vitamin-D-Spiegel ausreichend ist (mindestens 20 ng/ml 25-Hydroxyvitamin-D). Diese Werte wurden mit Parametern für Knochenaufbau und Knochenabbau sowie dem Index für Knochensteifigkeit in Bezug gesetzt. Dieser ist ein wichtiger Indikator für die Knochenstärke. Zusätzlich machten die Teilnehmenden beziehungsweise ihre Eltern Angaben zu Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.

Wenn die Mädchen und Jungen mindestens 60 Minuten täglich mäßig bis intensiv körperlich aktiv waren, war der Index der Knochensteifigkeit bei einem angemessenen Vitamin-D-Spiegel um zwölf Prozent höher als bei Kindern, die die Bewegungsempfehlungen erfüllten, aber unzureichende Vitamin-D-Werte aufwiesen. Offenbar hängt also körperliche Aktivität mit der Wirkung von Vitamin D auf die Knochengesundheit zusammen.

Auch das Körpergewicht hatte laut der Studie Einfluss: Grundschulkinder mit normalem Gewicht zeigten bei guter Vitamin-D-Versorgung weniger Knochenabbau. Bei Übergewicht und Adipositas war ein gegenteiliger Zusammenhang zu beobachten, was vermutlich auf veränderte Stoffwechselprozesse zurückzuführen ist.

„Unsere Forschung zeigt, dass körperliche Aktivität die positive Wirkung von Vitamin D auf die Knochen verstärkt. Es scheint wichtig zu sein, dass Präventionsprogramme sowohl die Vitamin-D-Zufuhr als auch moderate bis intensive körperliche Aktivität fördern“, erklärt Dr. Antje Hebestreit vom BIPS. Wenn die Kinder draußen spielen oder Fahrrad fahren, ist der Körper zugleich auch der Sonneneinstrahlung für mehr Vitamin-D-Bildung ausgesetzt. Körpergewicht und Alter seien ebenfalls zu beachten, aber die Hintergründe müssen in weiteren Studien noch genauer erforscht werden.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


https://doi.org/10.1016/j.nutres.2024.10.003

Pressemitteilung: Knochengesundheit von Kindern und Jugendlichen: Vitamin D und körperliche Aktivität wirken zusammen: https://www.bips-institut.de/medien/presse/einzelansicht/knochengesundheit-von-kindern-und-jugendlichen-vitamin-d-und-koerperliche-aktivitaet-wirken-zusammen.html

Vitamin D – ein unterschätzter Mikronährstoff: https://www.bzfe.de/ernaehrung-im-fokus/ernaehrung-und-gesundheit/vitamin-d-ein-unterschaetzter-mikronaehrstoff/

Vitamin D-Speicher im Sommer auffüllen – wer braucht Nahrungsergänzungsmittel? https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2022/august/vitamin-d-speicher-im-sommer-auffuellen/

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Nachhaltig essen mit dem Klimateller

Anschauliches Modell für pflanzenbetonte Ernährung

Rund ein Kilogramm Fleisch isst jeder Mensch durchschnittlich in Deutschland pro Woche. Das ist dreimal mehr als die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. So viel Fleisch kann nicht nur für die eigene Gesundheit zum Problem werden, sondern auch für Klima, Böden, Luft und Wasser. Der Anbau pflanzlicher Lebensmittel verursacht im Schnitt viel weniger klimaschädliche Gase.

Aber wie kann eine klima- und umweltbewusste und gleichzeitig gesunde Ernährung aussehen? Das zeigt der Klimateller, den das Bundeszentrum für Ernährung im Rahmen seiner Klimatipps nutzt. Das Modell bietet Orientierung für eine Mahlzeit, aber auch für das, was über den Tag verteilt gegessen wird. Er setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Gemüse und Obst füllen ungefähr die Hälfte des Tellers, möglichst saisonal, in Bio-Qualität und aus der Region. Und wenn es mal schnell gehen muss, sind Tiefkühlprodukte eine gute Alternative zu frischen Lebensmitteln.
  • Getreideprodukte: Ein Viertel des Tellers nehmen Nudeln, Brot, Reis, Couscous, Graupen und Co. ein – die Palette der Getreideprodukte ist groß und vielfältig. Vollkornprodukte sind am besten, denn sie liefern besonders viele Nähr- und Ballaststoffe.
  • Eiweißreiche Lebensmittel: Das letzte Viertel des Tellers füllen Eiweißquellen. Das können sowohl pflanzliche als auch tierische Lebensmittel sein. Pflanzliche Eiweiße stecken in Hülsenfrüchten wie Bohnen, Erbsen und Linsen, außerdem in Tofu und Nüssen. Letztere liefern außerdem noch Fette von guter Qualität. Diese pflanzliche Basis kann mit Milchprodukten, Eiern und – nach Belieben – ab und zu mit Fisch und Fleisch ergänzt werden.

Der Klimateller ist eine alternative Darstellung zur Ernährungspyramide des BZfE und entspricht genauso wie die Pyramide den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Wer sich an der Aufteilung des Tellers orientiert und gleichzeitig bei allen Lebensmittelgruppen auf Vielfalt und Abwechslung achtet, ernährt sich bunt und gesund.
Wie lässt sich nun der Klima-Teller im eigenen Speiseplan umsetzen? Hier ein paar Ideen:

  • Neue Rezepte testen, zum Beispiel Linsen-Bolognese oder Kichererbsen-Aufstrich.
  • Sich in Mensa, Kantine oder Schulverpflegung für mehr vegetarische Angebote einsetzen und diese auswählen.
  • Challenge im Familien- oder Freundeskreis: Wer kocht die leckerste Gemüse-Lasagne?

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Ernährung und Klimaschutz – Fünf Klimatipps fürs Essen und Trinken bzfe.de/nachhaltiger-konsum/orientierung-beim-einkauf/ernaehrung-und-klimaschutz/

Nachhaltige Ernährung – Planetary Health Basics: bzfe.de/nachhaltiger-konsum/grundlagen/nachhaltige-ernaehrung/

Mehr Lust auf Pflanze – jedes Blatt zählt! bzfe.de/nachhaltiger-konsum/orientierung-beim-einkauf/pflanzenbetont-essen/

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Die Chemie hinter dem Jo-Jo-Effekt

„Erinnern“ sich Fettzellen an früheres Übergewicht?

Der Jojo-Effekt sorgt bei vielen Menschen die dauerhaft abnehmen möchten für Frust. Nach einer erfolgreichen Gewichtsabnahme, etwa durch eine Diät, sind die Pfunde bereits nach kurzer Zeit wieder auf den Hüften. Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich sind möglichen Gründen für dieses Phänomen auf der Spur. Offenbar haben Fettzellen eine Art Gedächtnis für das frühere Gewicht, das auf der Epigenetik beruht.

Die Epigenetik beschäftigt sich mit den Eigenschaften der Gene, die nicht auf der Abfolge der Bausteine in der DNA-Sequenz, sondern auf deren chemischen Markierungen beruhen. Solche Markierungen bestimmen, welche Gene in unseren Zellen aktiv sind und welche nicht. Sie werden durch viele Faktoren wie Umwelteinflüsse, Lebensstil und den körperlichen Zustand wie beispielsweise Fettleibigkeit beeinflusst. Manche bleiben über viele Jahre stabil oder werden sogar vererbt.

Für die Studie untersuchten die Forschenden die Genaktivität im Fettgewebe von 20 Personen, die früher fettleibig waren und durch eine Magenverkleinerung oder Magenbypass-Operation deutlich an Gewicht verloren hatten (mindestens 25 % des BMIs). Die Proben wurden vor und zwei Jahre nach der Operation genommen. Als Vergleichsgruppe dienten 18 Personen mit „gesundem“ Körpergewicht. Zudem wurde bei schlanken, übergewichtigen und ehemals übergewichtigen Mäusen die DNA auf epigenetische Veränderungen untersucht.

Die ausgewerteten Daten zeigten: Ein zu hohes Körpergewicht verändert das Epigenom des Fettgewebes und damit die Genaktivität in den Fettzellen; was sich negativ auf einige Stoffwechselprozesse auswirkt. Die molekularen Veränderungen blieben auch nach deutlichem Gewichtsverlust bestehen, was den Jo-Jo-Effekt begünstigen könnte. So nahmen Mäuse mit dieser epigenetischen Markierung schneller zu, wenn sie wieder Zugang zu fettreicher Nahrung hatten. Vermutlich besteht dieser Gedächtniseffekt auch bei anderen Zelltypen wie Neuronen. Weitere Studien seien nötig, um die molekularen Grundlagen besser zu verstehen.

„Die Fettzellen erinnern sich an den übergewichtigen Zustand und können leichter in diesen zurückversetzt werden“, fasst Professor Dr. Ferdinand von Meyenn von der ETH Zürich zusammen. Bislang seien epigenetische Markierungen im Zellkern mit Medikamenten nicht veränderbar.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


https://doi.org/10.1038/s41586-024-08165-7

BMI-Rechner: Bin ich übergewichtig?: www.bzfe.de/bmi-rechner

Bauchumfang entscheidend für das gesundheitliche Risiko: https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/bauchumfang-entscheidend-fuer-das-gesundheitliche-risiko/

Genussvoll Kalorien sparen: https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/wohlfuehlgewicht/genussvoll-kalorien-sparen/

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Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke

Entscheidend ist eine unabhängige fachliche Beratung

Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin C oder Magnesium zählen zu den drei meistverkauften freiverkäuflichen Produktgruppen in Apotheken, neben Husten- und Erkältungsmitteln sowie nicht verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln. Ihre wirtschaftliche Bedeutung für die Apotheken ist damit offensichtlich. Das belegen auch aktuelle Marktdaten des Lebensmittelverbandes Deutschland: 44,4 Millionen Nahrungsergänzungsmittel-Packungen wurden im Jahr 2022 in Apotheken verkauft – ohne Versandhandel. Aber: Haben Verbraucherinnen und Verbraucher Vorteile von dem Einkauf in der Apotheke? Die Ansichten dazu sind geteilt. Tatsächlich kommt es – wie so oft – auf den Einzelfall an.

Ein Argument, das für die Apotheken spricht: Dort gibt es fachkundiges Personal, das zum Beispiel zu möglichen Wechselwirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln mit Medikamenten beraten kann. Nach dem Leitfaden der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände für Beratungsgespräche soll das Verkaufspersonal Eigendiagnosen der Kundschaft stets hinterfragen, bevor eine Kaufempfehlung ausgesprochen wird. Das gilt für freiverkäufliche Arzneimittel und kann auf die Beratung zu Nahrungsergänzungsmitteln übertragen werden.

Allerdings: Anders als bei Arzneimitteln gibt es bei Nahrungsergänzungsmitteln keine gesetzliche Pflicht zur Angabe unerwünschter Wirkungen, zum Beispiel falls sie mit Medikamenten oder anderen Vitaminpräparaten zusammen eingenommen werden. Und auch ein pharmazeutisches Studium bzw. eine fachbezogene Ausbildung vermittelt nicht alle Spezialkenntnisse, die für eine fundierte (Produkt-)Beratung zur Ergänzung der Ernährung wichtig sind. Hier ist also die Eigeninitiative des Apotheken-Personals gefragt, sich weiterzubilden.

Dass eine kompetente Beratung nicht unbedingt garantiert ist, zeigen die Ergebnisse eines nicht-repräsentativen Marktchecks der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vom Sommer 2023: Dabei wurde in 20 Apotheken die fingierte Kundenfrage gestellt, ob Vitaminpräparate angesichts der Diagnose Long COVID hilfreich seien. An 13 Standorten erhielten die Ratsuchenden die Empfehlung zur Einnahme teils mehrerer Nahrungsergänzungsmittel. Aus fachlicher Sicht wirft dieses Ergebnis kein gutes Licht auf den Verkaufsort Apotheke. Denn von einer Eigenmedikation mit Vitaminpräparaten nach einer COVID-19-Infektion wird in der aktuellen S1-Leitlinie „Long/Post-Covid” der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) ausdrücklich abgeraten. Ob Betroffene von der Einnahme bestimmter Vitamine und Mineralstoffe profitieren können, ist Gegenstand medizinischer Forschung. Es ist daher immer sinnvoll, sich vorab eigenständig zu informieren, etwa auf www.bzfe.de oder www.klartext-nahrungsergaenzung.de. Das hilft auch dabei, den fachlichen Wert einer Verkaufsberatung einschätzen zu können.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Nahrungsergänzungsmittel – Antworten auf die wichtigsten Fragen: https://www.bzfe.de/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/

Klartext Nahrungsergänzung, ein Angebot der Verbraucherzentrale: www.klartext-nahrungsergaenzung.de

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