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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Vegan und vollwertig essen

Wie gelingt eine optimale Nährstoffversorgung?

„Immer mehr Menschen, vor allem junge Frauen und Männer, entscheiden sich für eine vegane Ernährung. Das mit Abstand wichtigste Motiv ist Tierwohl, gefolgt von gesundheitlichen Interessen und Nachhaltigkeitsaspekten“, erklärte Dr. Markus Keller, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für pflanzenbasierte Ernährung (IFPE). Die Weiterbildung „Vegane Ernährung – Wie gelingt eine optimale Nährstoffversorgung?“ vom IFPE fand Mitte Juni 2023 als digitale Veranstaltung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Ernährungsberatung und -kommunikation statt.

Unter „veganer Ernährung“ ist laut Keller eine Ernährung zu verstehen, die tierische Lebensmittel wie Fleisch, Milch, Ei oder Honig gänzlich ausschließt. Auch Lebensmittel und Getränke, die Inhalts- oder Zusatzstoffe tierischen Ursprungs wie Gelatine, L-Cystein, bestimmte Aromen oder Farbstoffe enthalten, werden gemieden. Dieser Ausschluss ganzer Lebensmittelgruppen stellt große Anforderungen an die Auswahl und sachgerechte Kombination von Lebensmitteln, um den Bedarf an allen wichtigen Nährstoffen zu decken. Eine Richtschnur kann die „Gießener vegane Lebensmittelpyramide“ sein, die neben der Anzahl der empfehlenswerten Portionen einzelner Lebensmittelgruppen pro Tag auch entsprechende Mengen empfiehlt.

Die bei einer veganen Ernährung kritischen Nährstoffe Eisen, Zink, Calcium, Jod, Vitamin B2, die Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) sowie Protein – neben den mittlerweile bekannten kritischen Vitaminen B12 und D – stellte die Oecotrophologin und Kochbuchautorin Edith Gätjen in Theorie und Praxis vor. Für eine optimale Versorgung mit Eisen empfahl sie beispielsweise, Getreide und Hülsenfrüchte jeweils in Kombination mit frischem Gemüse und Obst zu essen, um die Resorption von Eisen durch das in Gemüse und Obst enthaltene Vitamin C zu fördern. Außerdem sollte Getreide für ein Bircher Müsli – heute „Over-Night-Oats“ – über Nacht in calciumarmem Wasser einweichen, um die im Getreide enthaltenen Phytate durch Aktivierung des Enzyms Phytase zu reduzieren. Phytate hemmen ebenso wie Ballaststoffe, Tannine, Sojaprotein sowie viel Calcium und Zink die Eisenresorption. Ein weiterer Tipp für eine optimale Eisenversorgung: Kaffee oder Tee zeitversetzt zum Frühstück trinken, etwa am späteren Vormittag. Zusätzliche hilfreiche Hinweise gab Gätjen während der Online-Zubereitung des veganen Mittagsimbisses bestehend aus Spinat Pesto und Dinkelpfannkuchen. So sollte zur bedarfsdeckenden Versorgung mit Protein etwa ein Gramm pflanzliches Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag gegessen werden, in gezielter Kombination der pflanzlichen Eiweißträger Getreide, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Nüsse.

Gesundheitliche Effekte einer veganen Ernährung stellte Keller anhand der aktuellen Studienlage vor: Keine signifikanten Vorteile bietet die vegane Ernährungsweise offenbar hinsichtlich der Prävention der häufigsten Krebsarten und Gicht. Indifferente Ergebnisse liegen für Osteoporose, Demenz, Depression, Gallensteine und Karies vor. Ein höheres, allerdings nicht signifikantes Risiko ergab sich für Schlaganfälle jeder Art. Erfolge der veganen Ernährung zeigen sich unter anderem in Prävention und (teilweise) Therapie von Übergewicht, Diabetes Typ 2, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, der ischämischen Herzkrankheit und rheumatoider Arthritis. So hatten beispielsweise vegan lebende Personen laut Adventist Health Study 2 einen durchschnittlich niedrigeren Body Mass Index als vegetarisch oder omnivor lebende Personen und in Meta-Analysen ein um etwa 40 Prozent geringeres Risiko für Diabetes Typ 2. Eine vegane Ernährung ist also der Studienlage zufolge nicht zwangsläufig gesünder oder ungesünder als etwa die vollwertige Mischkost nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) – wenn man sich an die jeweiligen Empfehlungen hält.

Ernährungsfachkräfte und medizinisches Personal beraten vegan lebende Menschen oder solche, die auf eine vegane Kost umsteigen möchten, vor allem hinsichtlich der Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Proteinträger, kritischer Nährstoffe sowie einer individuell geeigneten Supplementierung. Eine solche Beratung ist immer empfehlenswert, aber ganz besonders in speziellen Lebensphasen wie Schwangerschaft und Stillzeit, Adoleszenz, bei Krankheit oder Umsetzung einer veganen Familienkost.

Dr. Birgit Jähnig, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Gießener vegane Lebensmittelpyramide: https://ifpe-giessen.de/publikationen/#verbraucherinformationen

Vegane Lebensmittel: https://www.bzfe.de/lebensmittel/trendlebensmittel/vegane-lebensmittel/

Ernährungspyramide: Wie esse ich vegetarisch? https://www.bzfe.de/ernaehrung/die-ernaehrungspyramide/die-ernaehrungspyramide-eine-fuer-alle/ernaehrungspyramide-wie-esse-ich-vegetarisch/

Vegetarische und vegane Ernährung im Kleinkindalter: https://www.gesund-ins-leben.de/fuer-fachkreise/ernaehrung-und-bewegung-fuer-kleinkinder/handlungsempfehlungen/ernaehrung/vegetarische-und-vegane-ernaehrung/

Unterrichtsmaterial „Vege…-was? https://www.bzfe.de/bildung/unterrichtsmaterial/sekundarstufe/vege-was/

BZfE-Blog: Fleischalternativen für (fast) jeden Zweck: https://www.bzfe.de/was-wir-essen-blog/blog-archiv/blog-archiv-2023/mai-2023/fleischalternativen/

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Fünf starke Argumente für Leitungswasser

Nachhaltiger trinken in der Gemeinschaftsverpflegung

Regional, verpackungsfrei, emissionsarm, gesund und nachhaltig sind die fünf starken Argumente für Leitungswasser als Durstlöscher. Samuel Höller, Geschäftsführer des Vereins „a tip: tap e.V.“ (übersetzt „Ein Tipp: Leitungswasser“) erklärte beim Format „WissensSchnittchen“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) Anfang Juni 2023, dass es auch in der Gemeinschaftsverpflegung möglich ist, Leitungswasser flächendeckend einzusetzen.

Wie wichtig eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr für den Körper und vor allem für das Gehirn ist, stand neben der guten Qualität des Trinkwassers im Fokus. Auf Basis der Trinkwasserverordnung wird Leitungswasser regelmäßig kontrolliert und steht in Topqualität direkt aus dem Wasserhahn zur Verfügung. Zusätzlich ist die Verwendung von Leitungswasser bequem, denn es benötigt keine Kraft und wenig Aufwand, um genutzt zu werden. Samuel Höller lieferte den Teilnehmenden gute Praxisbeispiele, wie Wasserspender in Einrichtungen wie Schulen, Kitas oder Betriebskantinen eingesetzt werden können.

In Kitas reiche es meist aus, eine einfache Wasserzapfstelle einzurichten. Kohlensäure oder besondere Kühlung sei oftmals gar nicht nötig. Für Schulen hat das Team von „Schule + Essen = Note 1“ alle Informationen zum Einsatz von Trinkwasser auf seiner Webseite zusammengestellt: https://www.schuleplusessen.de/schule/getraenkeversorgung

Die Erfahrung von „a tip: tap e.V.“ zeigt, dass es in vielen Betriebskantinen oder in weiteren Bereichen der Gemeinschaftsverpflegung leider nur selten eine Trinkwasserquelle gibt. Hier gab Höller den Tipp, Wasserspender in den Fluren aufzustellen und so gleichzeitig einen Treffpunkt für die Mitarbeitenden zu schaffen. Auch erinnerte er an die neue Regelung, die 2021 in die Arbeitsstätten-Verordnung aufgenommen wurde und für das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) folgende Maßnahmen vorsieht: Bei Lufttemperaturen von mehr als +26 °C sollen, bei mehr als +30 °C müssen geeignete Getränke (zum Beispiel Trinkwasser im Sinne der Trinkwasserverordnung) bereitgestellt werden. Da abzusehen sei, dass diese Temperaturen zunehmend öfter erreicht werden, könnten die Betriebe mit dem Einsatz von Trinkwasserspendern viel Geld einsparen.

Praktische Tipps gab Höller auch bei weiteren Bedenken. Bei Unsicherheiten zur Trinkwasserqualität könne eine Wasseranalyse helfen. Die Anschaffungs- und Wartungskosten für Trinkwasserspender könnten inzwischen über Mietverträge geregelt werden.

Petra Daniels, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


https://www.station-ernaehrung.de/aktuelles/wissensschnittchen/interview-leitungswasser


https://www.bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/wasser/wasser-gesund-trinken/


https://www.bzfe.de/bildung/unterrichtsmaterial/grundschule/clevere-durstloescher

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Gebrechlichkeit im Alter

Mit reichlich Äpfeln und Beerenfrüchten vorbeugen?

Wer häufig flavonoidreiche Lebensmittel wie Äpfel und Beeren isst, kann Gebrechlichkeit im Alter vorbeugen. Das zumindest lässt eine Studie der Harvard Medical School in Boston vermuten, an der rund 1.700 Personen mittleren und höheren Alters beteiligt waren.

„An apple a day keeps the doctor away“ (übersetzt: „Ein Apfel am Tag hält den Arzt fern“) ist eine englische Redewendung, die durch aktuelle Studienergebnisse unterstützt wird. Denn Äpfel enthalten, ebenso wie viele Beerenfrüchte und andere Obst- und Gemüsesorten, reichlich Flavonoide. Diese sekundären Pflanzenstoffe haben zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit. Im Alter scheint Quercetin besonders vorteilhaft zu sein, das zur Unterklasse der Flavonole gehört und oxidativen Stress reduziert.

Im hohen Alter nehmen meist Entzündungsprozesse zu und die Körperfunktionen verschlechtern sich. Das kann der Beginn einer „Gebrechlichkeit“ sein. Dabei handelt es sich um ein komplexes Krankheitsbild, das sich in verschiedenen Symptomen wie Muskelschwäche, rasche Erschöpfung und ungewollter Gewichtsverlust äußert. Dadurch erhöht sich das Risiko für Stürze, Knochenbrüche und Krankenhausaufenthalte. Vermutlich sind etwa 10 bis 15 Prozent der älteren Erwachsenen betroffen.

Um den Einfluss der Ernährung auf das Krankheitsbild näher zu untersuchen, wurde anhand von Fragebögen zu Studienbeginn die Flavonoidaufnahme berechnet. Nach einem Beobachtungszeitraum von zwölf Jahren hatten etwa 13 Prozent der Teilnehmenden eine Gebrechlichkeit entwickelt, deren Ausmaß anhand verschiedener Indikatoren wie Handgriffstärke und Gehgeschwindigkeit eingeschätzt wurde.

Die Teilnehmenden nahmen täglich im Durchschnitt 309 mg Flavonoide, darunter 13,6 mg Flavonole und 9 mg Quercetin auf. Zwischen der Gesamtaufnahme von Flavonoiden und Gebrechlichkeit ließ sich kein eindeutiger Zusammenhang feststellen. Allerdings war die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Gebrechlichkeit um 20 Prozent geringer, wenn die Aufnahme von Flavonolen um 10 mg täglich stieg. Für Quercetin war der Effekt noch stärker (35 Prozent). Die Menge von 10 mg Quercetin ist in einem mittelgroßen Apfel enthalten, erklären die Forschenden im „American Journal of Clinical Nutrition“. Weitere Lebensmittel mit viel Quercetin sind Beerenfrüchte wie Brombeeren, Kohlgemüse und Zwiebeln.

„Möglicherweise haben bestimmte Unterklassen der Flavonoide und Quercetin das größte Potenzial, um Gebrechlichkeit im Alter entgegenzuwirken“, resümiert die Autorin Shivani Sahni. Es wäre sinnvoll, diese Erkenntnisse in diätetische Maßnahmen bei älteren Menschen einfließen zu lassen. Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die keinen ursächlichen Zusammenhang nachweisen kann. Weitere Untersuchungen sollen folgen, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung: https://doi.org/10.1016/j.ajcnut.2023.04.013

Sekundäre Pflanzenstoffe in Lebensmitteln: https://www.bzfe.de/in-welchen-lebensmitteln-sekundaere-pflanzenstoffe-vorkommen/

Ü60 – das beste Alter: https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/in-bestimmten-lebensphasen/ue60-das-beste-alter/

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Pflanzenbetonte Ernährung

Schützt die Blutgefäße und den Planeten

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, kann die Blutfettwerte positiv beeinflussen und dadurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Das lässt eine Auswertung von 30 Studien mit insgesamt über 2.300 Erwachsenen vermuten, die am Rigshospitalet in Kopenhagen durchgeführt wurde.

Jedes Jahr sterben 18 Millionen Menschen weltweit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Häufig sind sie auf eine fortschreitende Anhäufung von Fett und Cholesterin an den Innenwänden der Arterien zurückzuführen, was umgangssprachlich „Arterienverkalkung“ (Atherosklerose bzw. Arteriosklerose) genannt wird.

Für die Metastudie wurden die Auswirkungen einer vegetarischen und veganen Ernährung auf verschiedene Blutparameter wie Gesamtcholesterin, Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin („schlechtes“ LDL-Cholesterin), Triglyzeride und Apolipoprotein B untersucht und mit denen einer omnivoren Ernährung mit Fleisch verglichen. Dabei ist das Apolipoprotein B, kurz ApoB, ein Protein, das für den Transport von Fett und Cholesterin im Blut benötigt wird und die Gesamtmenge an „schlechten“ Fetten im Körper widerspiegelt. Die Dauer der Ernährungsumstellung reichte von zehn Tagen bis fünf Jahren.

„Wir fanden heraus, dass eine vegetarische und vegane Ernährung den ApoB-Spiegel um vierzehn Prozent verringerte. Dies entspricht einem Drittel der Wirkung von cholesterinsenkenden Medikamenten wie Statinen und würde das Herz-Kreislauf-Risiko um sieben Prozent senken, wenn sich jemand für fünf Jahre pflanzenbasiert ernährt“, fassen die Forschenden zusammen. Die Ergebnisse waren unabhängig von Alter, Körpergewicht und Gesundheitszustand. Der Spiegel für LDL-Cholesterin sank um zehn Prozent, während für Triglyzeride kein Zusammenhang nachweisbar war. Allerdings sollten die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden, steht im „European Heart Journal“. Es sind weitere Untersuchungen mit mehr Probanden und über einen längeren Zeitraum nötig, um die Resultate zu untermauern.

Offenbar kann eine pflanzenbetonte Ernährung mit reichlich Gemüse und Obst dazu beitragen, dass Herz und Kreislauf gesund bleiben. Zugleich ist sie auch gut für die Umwelt, da sie weniger Treibhausgasemissionen verursacht. Allerdings ist eine vegane oder vegetarische Ernährung im Alltag für viele Menschen eine Herausforderung. Eine gute Alternative kann laut Studie eine ballaststoffreiche Mittelmeerdiät sein, bei der nicht vollkommen auf Fleisch, Fisch und andere tierische Produkte verzichtet wird.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

European Heart Journal, Online-Veröffentlichung: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehad211

Planetary Health Diet – sich nachhaltig und gesund ernähren: https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/lagern-kochen-essen-teilen/planetary-health-diet/

Vegane Lebensmittel: https://www.bzfe.de/lebensmittel/trendlebensmittel/vegane-lebensmittel/

Cholesterin – fettbewusst essen: https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/cholesterin-mythos-fruehstuecksei/

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Forschung für eine bessere Welternährung

Letzte Ausgabe „Ernährung im Fokus“

Den Hunger in der Welt zu bekämpfen, ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Damit dies langfristig gelingt, gibt es zahlreiche Forschungsprojekte in Afrika und Asien. Alle Projekte haben gemeinsam, dass sie mit Hilfe von partizipativen sowie inter- und transdisziplinären Methoden bedarfsorientierte Lösungsansätze erarbeiten. Zielgruppen sind vor allem Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, Frauen und Jugendliche, zivilgesellschaftliche Organisationen, politische Entscheidungsträger sowie kleine und mittlere Unternehmen in Subsahara-Afrika sowie Süd- und Südostasien. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) fördert Projekte im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

So forschte beispielsweise das Projekt ADDA zur Bedeutung der Marktanbindung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und entwickelte geeignete Beratungs- und Trainingsansätze, um ernährungsrelevante Innovationen im Kleinbauernsektor in Äthiopien, Malawi, Kenia und Uganda umzusetzen. Das Projekt BAOFOOD widmete sich der Ernährungssicherheit durch die Förderung der Nutzung des Baobab-Baums und bei Ich-liebe-Fisch ging es um lokal angepasste, solargestützte Aqua-Agrikultursysteme zur Verbesserung von Ernährungslage und Wertschöpfung der Landbevölkerung in Malawi.

Eine bessere Ernährung von Frauen, Säuglingen und Kleinkindern sowie die Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten für Frauengruppen durch die Herstellung innovativer Lebensmittelprodukte mit hohem Nährwert und langer Lagerfähigkeit in Ghana, Nigeria und Sierra Leone standen zum Beispiel im Fokus des Projektes UPGRADE Plus. Und IFNext untersuchte die Rolle des Verzehrs von Speiseinsekten vor Ort und entwickelte Methoden für deren nachhaltige und innovative Zucht und Haltbarmachung mit Blick auf ländliche Fraueninitiativen in Kambodscha und Thailand.

Diese und viele weitere Forschungskooperationen des BMEL porträtiert die letzte Ausgabe der BZfE-Fachzeitschrift „Ernährung im Fokus“ ausführlich. Wichtiger Gelingensfaktor für eine nachhaltige Entwicklung ist das gemeinsame Lernen und Arbeiten, damit sich die Kapazitäten vor Ort etablieren können.

Mehr Informationen zur Sonderausgabe „Welternährung – Forschungsprojekte in Afrika und Asien für eine bessere Ernährung“ sowie den Artikel „Internationale Forschungszusammenarbeit zur Welternährung“ der Projektträgerschaft Welternährung in der BLE gibt es als kostenlose Leseprobe unter www.bzfe.de/ernaehrung-im-fokus/. Dort kann auch die komplette Ausgabe als PDF heruntergeladen werden.

Melanie Kirk-Mechtel, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Auch nach der Einstellung der Fachzeitschrift im Juni 2023 wird es auf dem Internetauftritt von Ernährung im Fokus regelmäßig Wissens- und Lesenswertes für Ernährungsfachkräfte und alle Interessierten geben. Es lohnt sich also vorbeizuschauen! Die digitalen Ausgaben der BZfE-Fachzeitschrift Ernährung im Fokus, die seit dem Jahr 2017 erschienen sind, gibt es kostenlos zum Herunterladen auf www.ble-medienservice.de. Suchwort: Ernaehrung im Fokus

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Bewusstsein für Portionsgrößen schärfen

Veranstaltung „Portion Size Matters“

Die Portionsgrößen von verpackten Lebensmitteln ebenso wie im Speisenangebot des Außer-Haus-Konsums sind im Lauf der Jahre kontinuierlich gestiegen. Das beeinflusst die Energieaufnahme maßgeblich und könnte ein Faktor für die Zunahme von Übergewicht und Adipositas sein. Mitte Mai 2023 fand in Wien die Tagung des „Vereins zur Förderung von Ernährungsinformation – forum.ernaehrung heute“ statt, um das Bewusstsein für die Relevanz von Portionsgrößen zu schärfen und zur Diskussion über Portionsnormen anzuregen.

Elisabeth Sperr, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei forum.ernaehrung heute, stellte fest, dass die Definitionen einer Portion weltweit und selbst innerhalb Europas sehr variabel sind: Sie reichen beispielsweise von einem „cup“ oder „serving“ in den USA über das „Handmaß“ des Bundeszentrums für Ernährung in Deutschland bis zu genauen Angaben in Gramm, Millilitern oder Löffeln in der Schweiz. Entsprechende nationale Empfehlungen zur Lebensmittelaufnahme sind häufig in Form von Pyramiden, Kreisen oder Tellern visualisiert und weisen in der Regel einen qualitativen empfehlenswerten Orientierungsrahmen aus. Dabei stehen die Empfehlungen allerdings oft im Gegensatz zum gelebten Alltag.

Dr. Manuel Schätzer, Universitäts-Lektor und Bundeskoordinator bei „SIPCAN – Servicestelle für Gesundheitsförderung an Österreichs Schulen“, demonstrierte eindrucksvoll, wie sich die Portionsgrößen von 1977 bis 2006 entwickelt haben. Durchschnittlich lieferte eine Portion Softdrink, Pizza oder Burger 2006 gut 300 Kilokalorien mehr als noch 20 Jahre zuvor. Er verwies auf den bekannten Portionsgrößeneffekt, demzufolge Personen umso mehr essen, je größer die Portion auf ihrem Teller ist. Gleichzeitig sind Studienergebnisse zum Zusammenhang zwischen Portionsgrößen und Gewichtszu- oder -abnahme im Zeitverlauf uneinheitlich. Nachgewiesen ist Schätzer zufolge jedoch, dass langsames Essen kleinerer Portionen die Pfunde purzeln lässt. Darüber hinaus empfahl er, Ernährungspyramiden mit Lebensmittelempfehlungen umzudrehen und auf die Spitze zu stellen: In der allgemeinen Wahrnehmung liege „oben“ das Erstrebenswerte – gerade nicht Snacks und Schokolade, sondern Gemüse und Obst sowie reichlich Wasser als Getränk.

Den Einfluss der Portionsgröße auf Sättigung und langfristige Gewichtszunahme untersuchte Prof. Dr. Klaus Dürrschmidt von der Universität für Bodenkultur in Wien. Hier spielen Faktoren wie Verfügbarkeit, Appetit, Kontext (z. B. Ambiente, Akustik oder Geschirr), erwartete Sattheit, erwartete Sensorik oder der Beitrag des Gerichts zur eigenen Gesundheit eine wichtige Rolle für die gewählte Größe der Portion. Das Gefühl, satt zu sein, ist Studien zufolge außer durch physiologische Signale – wie die Magendehnung – offenbar auch kognitiv gesteuert. Dürrschmidt empfahl, Gerichte so zu gestalten, dass sie energiedicht wirken, es aber nicht sind.

Prof. Dr. Christoph Klotter von der Hochschule Fulda betrachtete die Portionsgröße von der psychologischen Seite. Er erinnerte daran, dass der Mensch evolutionsgeschichtlich auf große Portionen „geeicht“ ist und diese deshalb kleinen Portionen vorzieht. In Zeiten wiederkehrender Hungerperioden ging es schlicht darum, so viel zu essen wie möglich, so lange Nahrung verfügbar war. Diese genetische Programmierung wirkt Klotter zufolge auch heute noch und muss individuell gesteuert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, gilt es, eine „lustvolle Selbstregulation“ zu erlernen, deren Maß die eigene Befindlichkeit ist. Mit dieser persönlichen Ausrichtung spielt eine vorgegebene Portionsgröße tendenziell keine große Rolle mehr. Hier gilt es allerdings, Portionsgrößen dem eigenen Bedürfnis entsprechend zu wählen und Tellerverluste zu minimieren, um Umwelt und Klima zu schonen.

Dr. Birgit Jähnig, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Ernährungspyramide und Portionsgröße

https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungsberatung/die-ernaehrungspyramide-in-der-beratung/hintergruende/


https://www.bzfe.de/ernaehrung/die-ernaehrungspyramide/die-ernaehrungspyramide-eine-fuer-alle/ernaehrungspyramide-wie-gross-ist-eine-portion/


https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungskommunikation/menschen-verstehen-und-staerken/intuitiv-essen-oder-nach-ernaehrungsregeln/

Beratungsmaterial „Bewusst und achtsam“

https://www.ble-medienservice.de/0531-1-dl-essen-trinken-bewusst-achtsam.html


https://www.ble-medienservice.de/1689-1-dl-essen-trinken-bewusst-achtsam.html

Fachzeitschrift Ernährung im Fokus – Sonderhefte 1_2022 und 2_2022

https://www.ble-medienservice.de/catalogsearch/result/?q=5285


https://www.ble-medienservice.de/catalogsearch/result/?q=5286

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Ungesunde Ernährung erhöht Diabetesrisiko

Zu viel Wurst und Weißmehl, zu wenig Vollkorn

Weltweit sind etwa 70 Prozent der Typ-2-Diabetes-Erkrankungen auf eine ungesunde Ernährung zurückzuführen. Das lässt eine Studie der Tufts University in Boston vermuten, für die Daten aus den Jahren 1990 und 2018 für 184 Länder ausgewertet wurden.

Typ-2-Diabetes ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Zuckerwerte im Blut ohne Behandlung dauerhaft erhöht sind. Der Lebensstil ist entscheidend für den Verlauf der Erkrankung, wobei die Ernährung eine zentrale Rolle spielt. US-amerikanische Forschende haben anhand von Daten der „Global Dietary Database“ und weiterer Quellen den Anteil der Fälle geschätzt, der auf eine „ungesunde“ Lebensmittelwahl zurückzuführen ist. Es wurden elf verschiedene Ernährungsfaktoren, etwa ein zu geringer Verzehr von Obst und Gemüse oder ein zu hoher Verzehr von Fleisch und Wurstwaren, einbezogen.

Im Jahr 2018 haben weltweit 20,1 Millionen Erwachsene einen Typ-2-Diabetes entwickelt, von denen 14,1 Millionen auf eine ungesunde Lebensmittelwahl zurückgeführt werden konnten. Den größten Einfluss auf die steigende Inzidenz hatte ein unzureichender Verzehr von Vollkornprodukten (26,1 %) sowie der übermäßige Verzehr von raffiniertem Reis und Weizen (24,6 %), Wurstwaren (20,3 %) und rotem Fleisch (20,1 %). Weitere Faktoren wie ein geringer Verzehr von Joghurt, Nüssen, Obst und Gemüse sowie ein hoher Konsum von gesüßten Getränken und Fruchtsaft hatten geringere Auswirkungen auf das Diabetesrisiko.

In allen untersuchten Ländern hat sich das Vorkommen von Typ-2-Diabetes erhöht, aber es gab regional große Unterschiede. Unter den 30 bevölkerungsreichsten Ländern ist die Zahl der durch Ernährung und Adipositas bedingten Typ-2-Diabetes-Fälle pro eine Million Einwohner in Mexiko (6.015) und Deutschland (5.091) am höchsten. In Deutschland wird vor allem zu viel Wurst (3.742), raffinierter Weizen (1.306) und rotes Fleisch (1.174) gegessen, ist im Fachjournal „Nature Medicine“ zu lesen.

„Unsere Studie deutet daraufhin, dass eine schlechte Kohlenhydratqualität weltweit eine der Hauptursachen für ernährungsbedingten Typ-2-Diabetes ist, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und im Zeitverlauf gibt“, erklärt Dariush Mozaffarian von der Tufts University. „Diese neuen Erkenntnisse zeigen kritische Bereiche auf, auf die wir uns national und global konzentrieren müssen, um die Ernährung zu verbessern und die verheerende Belastung durch Diabetes zu verringern.“

Frühere Studien hatten nur 40 Prozent der neu diagnostizierten Typ-2-Diabetes-Fälle pro Jahr auf die Ernährung zurückgeführt, aber raffiniertes Getreide als wichtigen Faktor und aktuelle Verzehrsdaten nicht einbezogen. Während sich Ballaststoffe und Phenole in Vollkornprodukten unter anderem positiv auf Darmmikrobiom und Entzündungswerte auswirken, kann raffiniertes Getreide den Blutzucker erhöhen und gesunde Lebensmittel verdrängen. Allerdings ist weitere Forschung notwendig, um das Zusammenspiel von Ernährungsqualität, Stoffwechsel, Adipositas und Typ-2-Diabetes besser zu verstehen.

Betroffene profitieren in der Regel von einer Lebensstiländerung mit entsprechender Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Dabei können qualifizierte Ernährungsfachkräfte helfen und begleiten. Das Bundeszentrum für Ernährung und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung haben dafür gemeinsam das Medienpaket „Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus Typ 2“ entwickelt, dass Beratenden Themen, Inhalte und Materialien für acht Beratungstermine an die Hand gibt mit ergänzenden Materialien zum Weitergeben an Betroffene.

Heike Kreutz,
www.bzfe.de

Weitere Informationen:


doi.org/10.1038/s41591-023-02278-8

Essen und Trinken bei Diabetes Typ 2: Die Blutzuckerwerte ins Lot bringen

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/essen-und-trinken-bei-diabetes-typ-2

www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/neue-ernaehrungsempfehlungen-bei-typ-2-diabetes

Ernährungstherapie bei Typ-2-Diabetes

www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungsberatung/beratungspraxis/ernaehrungstherapie-bei-diabetes-mellitus-typ-2

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Saison für den würzig-scharfen Rettich

Gesundes Wurzelgemüse für Brotzeit und Salat

Rettich schmeckt angenehm würzig mit einer leichten Schärfe. Roh kommt das Aroma des knackigen Wurzelgemüses besonders gut zur Geltung. In Bayern wird der „Radi“ gerne zur Brotzeit oder in einem Salat mit süß-säuerlichen Apfelscheiben und Radieschen gegessen.

Wer das Wurzelgemüse roh verwendet, kann die Scheiben oder Spiralen vorher leicht salzen. Dadurch wird der Rettich mild-zart und bekömmlicher. Nach wenigen Minuten tritt Saft aus, der mit einem Küchenpapier abgetupft wird. Für eine einfache Beilage zu Fisch oder Pellkartoffeln wird der Rettich in dünne Scheiben geschnitten und wenige Minuten in Salzwasser gedünstet. In etwas Butter wenden und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Wurzelgemüse ist auch eine köstliche Zutat für Suppen und Gemüsepfannen. Er schmeckt mariniert im Risotto, im koreanischen Kimchi oder als Füllung in Frühlingsrollen.

Der Rettich gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist einer der ältesten Kulturpflanzen. Bereits die alten Ägypter bauten das Wurzelgemüse an. Über China fand der Rettich seinen Weg nach Europa. In Deutschland wird er seit dem 13. Jahrhundert als Gemüse und Heilpflanze genutzt. Am bekanntesten ist der lange weiße Rettich, aber es gibt auch Sorten in anderen Formen und Farben – von länglich bis oval-rund, von weiß über rot bis schwarz.

Rettich ist ein kalorienarmes Gemüse, das wertvolle Mineralstoffe wie Kalium und Vitamine wie Vitamin C (27 mg pro 100 g) enthält. Die charakteristische Schärfe ist auf die enthaltenen Senföle zurückzuführen, die auch sehr gut für die Gesundheit sind. Sie regen Verdauung und Stoffwechsel an, wirken schleimlösend und antibiotisch. Da die Senföle beim Kochen verlorengehen, ist Rettich roh am schärfsten und gesündesten.

Sommerrettich hat noch bis Anfang Oktober Saison. Achten Sie beim Einkauf auf Qualität. Die beste Wahl sind Wurzeln mit glatter Schale, festem Fleisch und saftig-grünen Blättern. Das Wurzelgemüse hält sich im Kühlschrank, ohne Laub und eingeschlagen in ein feuchtes Tuch, rund eine Woche.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


www.bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/gemuese/


www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/orientierung-beim-einkauf/der-saisonkalender/

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Entstehung von Adipositas

Welchen Einfluss hat das Geschlecht?

Adipositas entwickelt sich offenbar bei Männern und Frauen unterschiedlich. Das lassen Untersuchungen des Gehirns vermuten, die Forschende der University of California, Los Angeles (UCLA) durchgeführt haben. An der Untersuchung nahmen 183 Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren teil. Sie machten in Fragebögen Angaben zu einer Vielzahl an Faktoren, darunter Essverhalten, aktuelle psychische Gesundheit und frühkindliche Lebensumstände. Die Wissenschaftler bestimmten den Körpermassenindex (BMI), der das Verhältnis von Gewicht (in kg) zur Körpergröße (in m zum Quadrat) angibt. Eine Fettleibigkeit (Adipositas) liegt vor, wenn der BMI den Wert 30 übersteigt. Mithilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) wurden Struktur und Funktion bestimmter Gehirnregionen untersucht.

Nach Auswertung der Daten gab es geschlechtsspezifische Unterschiede in Gehirnregionen, die mit starkem Übergewicht in Zusammenhang stehen. So deuten die Ergebnisse daraufhin, dass adipöse Frauen sensorische Reize anders verarbeiten und anfälliger für den Verzehr von hoch verarbeiteten Lebensmitteln sind. Das erhöht das Risiko für schädliches Essverhalten wie Heißhunger und Essattacken mit Kontrollverlust (Binge-Eating). Zudem waren bei Frauen mit starkem Übergewicht Hirnregionen aktiver, die mit traumatischen Erlebnissen in Zusammenhang stehen. Im Vergleich zu Männern mit einem hohen BMI hatten sie eine schlechtere psychische Gesundheit, was sich auch in den MRT-Aufnahmen widerspiegelte. Eine frühere UCLA-Studie hatte bereits gezeigt, dass emotionales und stressbedingtes Essen bei Frauen eine größere Rolle bei der Gewichtszunahme spielt.

Das Wissen über geschlechtsspezifische Unterschiede im Gehirn kann dabei helfen, klinische Maßnahmen bei Adipositas anzupassen und deren Wirksamkeit zu erhöhen. So wäre es nach Ansicht der Forschenden sinnvoll, bei der Behandlung von Frauen den Fokus auf Techniken zur Emotionsregulierung zu legen und auch frühere Lebensumstände zu berücksichtigen, schreibt das Fachjournal „Brain Communications“. Es wäre auch möglich, dass Hirnveränderungen nicht ein Faktor bei der Entstehung von Adipositas, sondern eine Folge der Erkrankung sind. Die geringe Teilnehmendenzahl an dieser Studie legt nahe, dass weitere Studien notwendig sind, um die Ergebnisse zu untermauern.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

doi.org/10.1093/braincomms/fcad098

University of California, Los Angeles (UCLA), Pressemeldung vom 5. April 2023

www.bzfe.de/extreme-adipositas-ein-zunehmendes-problem

BMI-Rechner: Bin ich übergewichtig? www.bzfe.de/bmi-rechner

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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Eltern sind wichtigste Vorbilder beim Essen und Bewegen

Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter

Eine ausgewogene Ernährung und reichlich Bewegung fördern die gesunde Entwicklung von Kleinkindern. Eltern sind hierbei die wichtigsten Impulsgeber und Vorbilder für ihre Kinder. Die Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter des Netzwerks Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung helfen dabei, gesundheitsfördernde Verhaltensweisen in Familien umzusetzen. Damit liegt Fachkräften ein Standard für die Beratung von Familien mit Kleinkindern zwischen einem und drei Jahren vor.

Kleinkinder lernen jeden Tag etwas Neues. Neue Wörter, neue Bewegungsabläufe, neue Verhaltensweisen. Dabei orientieren sie sich an ihrem Umfeld und ahmen nach, was Geschwister, Freunde und besonders die Eltern vorleben. Wie sich diese verhalten, beeinflusst das Tun der Kleinen ganz wesentlich – das gilt auch für das Ernährungs- und Bewegungsverhalten.

Die Familie bzw. das Umfeld, in dem das Kind aufwächst, bildet den ersten und wichtigsten sozialen Rahmen beim Essenlernen. Kleinkinder übernehmen familiäre und kulturelle Rituale, Gewohnheiten und Praktiken beim Essen und gestalten diese aktiv mit. Gemeinsame Mahlzeiten dienen somit nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern sind gleichzeitig soziale Interaktionen und Lernerfahrungen. Eltern und andere Bezugspersonen können ein gesundes Essverhalten des Kindes fördern, indem sie beim gemeinsamen Essen als gute Beispiele vorangehen: Essen sie genussvoll Obst und Gemüse und trinken Wasser zu den Mahlzeiten, wird das Kind neugierig, möchte „die Großen“ imitieren und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dieses Verhalten auch bei ihm zur Gewohnheit wird.

Wann ein Kind welche Bewegungsfertigkeiten erlernt, ist individuell sehr unterschiedlich. Eltern sollten hier gelassen bleiben. Sie können ihrem Kind aber schon früh vorleben, dass Bewegung jeden Tag dazugehört. „Das wichtigste Rollenvorbild in Bewegungsfragen sind und bleiben die Eltern“, sagt Christine Joisten, Professorin an der Sporthochschule Köln und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Netzwerks Gesund ins Leben. „Führen die Eltern ein aktives Leben, so werden es die Kinder mit großer Wahrscheinlichkeit nachahmen.“

Für den Alltag mit Kindern bedeutet das: Eltern sollten dem großen Bewegungsdrang, den Kinder von Natur aus haben, genug „Freiraum“ geben. Besonders Kleinkinder im Alter von 1 bis 3 Jahren brauchen Möglichkeiten, sich auf vielfältige Art und vor allem draußen zu bewegen. Die Eltern können die körperliche Aktivität ihrer Kleinkinder fördern, indem sie z. B. gemeinsam an der frischen Luft Ball spielen, genügend Raum für freies Spielen schaffen oder Musik anmachen zum Tanzen. Außerdem können Eltern Bewegung gezielt in ihren Alltag einbauen und beispielsweise kurze Wege zusammen mit ihrem Kind zu Fuß gehen oder das Rad oder Laufrad nehmen, anstatt das Kind in den Buggy zu setzen oder mit dem Auto zu fahren. Toben und Klettern im Garten, Wald oder auf dem Spielplatz mit anderen Kindern fördert außerdem die soziale Kompetenz. Ähnliche Effekte haben angeleitete Angebote wie Eltern-Kind-Turnen. Aktivitätszeiten sollten sich dabei immer mit Ruhephasen (z.B. Buch lesen, ruhiges Spielen, Ausruhen) abwechseln.

www.bzfe.de / www.gesund-ins-leben.de

Weitere Informationen:


www.ble-medienservice.de/ernaehrung-und-bewegung-im-kleinkindalter-aktualisierte-handlungsempfehlungen.html

Abreißblock zu Ernährung und Bewegung von Kleinkindern www.ble-medienservice.de/elternmaterial-handlungsempfehlungen-kleinkinder-empfehlungen-fuer-ernaehrung-und-bewegung-von-1-bis-3-jaehrigen.html

Die richtige Ernährungsweise für Kleinkinder


Was tun, wenn Kleinkinder sehr wählerisch beim Essen sind?

Unterstützung der körperlichen Aktivität im Kleinkindalter

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