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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Ein Gläschen für die Gesundheit?

Der Mythos ist nicht wahr

Ein Gläschen Alkohol pro Tag – respektive Rotwein – galt lange Zeit als durchaus gesund. Es mangelt diesbezüglich auch nicht an Studien und Metaanalysen, die der Frage nachgehen, ob Alkohol in geringen Mengen gut für die Gesundheit ist. „Die meisten Untersuchungen haben tatsächlich gezeigt, dass geringe Mengen Alkohol mit einem längeren Leben assoziiert sind und erst größere Mengen das Leben verkürzen“, so Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Chefarzt der Medizinischen Klinik II und Leiter des Leberzentrums am St. Josefs-Hospital in Wiesbaden und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). Eine in JAMA Network Open (eine monatlich erscheinende medizinische Open-Access-Zeitschrift, die von der American Medical Association herausgegeben wird) veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit zeigt nun, dass an diesem Mythos vielleicht tatsächlich wenig Wahres dran ist.

Das Team um den Forscher Dr. Jinhui Zhao vom Canadian Institute for Substance Use Research der University of Victoria wertete 107 Kohortenstudien zum Thema Alkoholkonsum und Gesamtmortalität aus, die zwischen 1980 und 2021 veröffentlicht worden waren. An den Studien hatten insgesamt 4.838.825 Menschen mit einem mittleren Alter von 56 Jahren teilgenommen. Das im wahrsten Sinne ernüchternde Fazit: Ein täglicher geringer oder mäßiger Alkoholkonsum ist nicht signifikant mit dem Gesamtsterblichkeitsrisiko assoziiert, während ein erhöhtes Risiko bei höheren Konsummengen offensichtlich ist.

Mit anderen Worten: Wer täglich geringe Mengen Alkohol trinkt, verlängert dadurch nicht sein oder ihr Leben. Der Grund für diese abweichende Erkenntnis liege möglicherweise darin, dass bei Zhaos Berechnungen bestimmte Einflussfaktoren berücksichtigt und mathematisch korrigiert wurden, die in früheren Publikationen zu Verzerrungen geführt hätten, so Sarrazin. „Dennoch ändert die Veröffentlichung von Zhao und seinem Team wenig an der Grundaussage, dass geringe Mengen Alkohol am Tag für die meisten Menschen zumindest nicht schädlich sind, größere Mengen aber in jedem Fall negative gesundheitliche Effekte haben“. Was eine tolerierbare Alkoholmenge ist, definiert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit maximal 10 Gramm pro Tag für gesunde Frauen und 20 Gramm pro Tag für gesunde Männer. Selbstredend sind alkoholische Getränke für schwangere und stillende Frauen tabu.

Unbestritten ist, dass das Geschlecht einen großen Einfluss auf die gesundheitlichen Effekte von Alkohol hat, was auch die Zhao-Studie bestätigt. Darüber hinausgehende verallgemeinernde Pauschalaussagen seien mit Vorsicht zu genießen; denn wie empfindlich Menschen auf Alkohol reagieren, sei individuell sehr unterschiedlich, so Sarrazin. So sei in allen bisherigen Studien die genetische Ausstattung der Probanden nicht berücksichtigt worden. „Dabei kennen wir inzwischen mehrere Gene, die darüber mitentscheiden, wie gut die Leber den Alkohol verträgt.“ Die Empfehlung des Hepatologen: Alkoholische Getränke sind zum Genuss und nicht zum Durstlöschen da. Sie sollten am besten nicht auf nüchternen Magen, sondern gemeinsam mit einer Mahlzeit konsumiert werden. Und nach einem Abend mit zu viel Alkohol sollte man der Leber und dem gesamten Körper ein paar alkoholfreie Tage Zeit geben, um sich zu regenerieren.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2802963?resultClick=24

https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912360?ecd=mkm_ret_230420_mscpmrk-DE_2AngDiscussions&uac=392547SN&impID=5343848&faf=1#vp_1


https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/alkohol/?L=0

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Gesund altern mit Sport

Entzündungen positiv beeinflussen

Wenn ältere Menschen mit der Nahrung reichlich Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren aufnehmen und sich regelmäßig bewegen, wird das Entzündungsgeschehen im Körper positiv beeinflusst. Das reduziert das Risiko für viele altersbedingte Krankheiten. So lautet das Fazit einer achtwöchigen Interventionsstudie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) Potsdam-Rehbrücke, an der 61 gesunde Männer und Frauen im Alter von 65 bis 85 Jahren teilnahmen.

Im Alter werden vermehrt bestimmte Botenstoffe – sogenannte Zytokine – ausgeschüttet, die Entzündungsprozesse im Körper fördern. Das wird auch „Entzündungsaltern“ genannt. Langfristig stören unterschwellige Entzündungen die normalen Zellfunktionen und begünstigen altersbedingte Erkrankungen des Stoffwechsels, des Herz-Kreislauf-Systems und des Bewegungsapparats. Auch eine bewegungsarme Lebensweise trägt zu entzündlichen Prozessen bei.

Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, führten die Forschenden eine Interventionsstudie durch. Alle Versuchspersonen nahmen an einem aufbauenden Trainingsprogramm teil, das aus einem angeleiteten Vibrationstraining und zu Hause selbstständig durchgeführten Kraftübungen bestand. Zudem wurden sie einer von drei Ernährungsweisen zugeteilt: Die erste Gruppe nahm viel Eiweiß (Molkedrink mit 1,2 bis 1,5 g Protein/kg Körpergewicht täglich) und Omega-3-Fettsäuren (Algenöl mit 2,2 g Docosahexaensäure DHA und Eicosapentaensäure EPA täglich) auf. Die zweite Gruppe ernährte sich nur proteinreich, während die Kontrollgruppe ihre gewohnte Ernährung weiterführte. Zu Beginn und Ende der Studie wurden Blutproben entnommen, um unter anderem verschiedene Entzündungsmarker zu bestimmen.

Das Entzündungsgeschehen im Körper ließ sich zumindest bei männlichen Teilnehmenden durch eine Omega-3-haltige, proteinreiche Ernährung in Kombination mit körperlicher Betätigung verringern, ist im „International Journal of Molecular Sciences“ zu lesen. Sowohl die Menge der zirkulierenden Zytokine als auch deren Genexpression (Bildungsrate) waren reduziert. Auch bei einer nur proteinreichen Kost war die Bildungsrate von Zytokinen verringert, während solche Effekte bei der Kontrollgruppe ausblieben.

Die Studienergebnisse untermauern trotz der nur kurzen Untersuchungsdauer, dass ein gesunder Lebensstil in jedem Alter Vorteile bringt. Die Hintergründe müssen allerdings noch weiter erforscht werden. Wertvolle Omega-3-Fettsäuren sind in Algen, aber auch in fettreichen Kaltwasser-Meeresfischen wie Lachs und Hering enthalten, während Milchprodukte und Hülsenfrüchte zu den eiweißreichen Lebensmitteln zählen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.3390/ijms24020928

Ü60 – das beste Alter: https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/in-bestimmten-lebensphasen/ue60-das-beste-alter/

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Braucht der Körper mehr Salz, wenn er schwitzt?

Frage der Woche

Je mehr wir schwitzen, desto mehr Salze verliert der Körper. Muss das über die Ernährung ausgeglichen werden? Gabriele Kaufmann, Ernährungswissenschaftlerin im Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) erklärt dazu: „Viel wichtiger als der Verlust von Salzen ist die Flüssigkeit, die wir bei heißem Wetter verlieren. Denn sie hält primär die Körperfunktionen aufrecht. Dabei ist das Trinken von Mineral- oder Leitungswasser besonders empfehlenswert, möglichst gut über den Tag verteilt. Wir verlieren durch das Schwitzen ganz unterschiedliche Salze, also nicht nur Natriumchlorid, das man als Speisesalz kennt. Die Gefahr einer Unterversorgung besteht dabei nicht, weil wir durch die ganz normale Ernährung meist ohnehin zu viel Salz konsumieren.“

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt maximal sechs Gramm täglich. Tatsächlich nehmen wir im Durchschnitt sogar zwischen acht und elf Gramm zu uns. Salzarmut ist also sehr unwahrscheinlich. Wenn man sich nach dem Sport oder der Gartenarbeit ein bisschen wackelig auf den Beinen fühlt, empfiehlt Kaufmann zunächst ein oder zwei Gläser Fruchtsaft-Schorle zu trinken. Oder – wenn man sich damit besser fühlt – auch mal eine Tasse milde Brühe. Insgesamt darf man darf beim Thema Salz erstmal gelassen bleiben. Wer gesund ist und einen normalen Blutdruck hat, kann auch ab und zu Salziges genießen. Denn Salz macht nicht automatisch krank, sondern nur ein zu hoher Konsum kann bei manchen Menschen bestimmte Krankheiten begünstigen.

Wer seinen Salzkonsum reduzieren möchte, dem empfiehlt Kaufmann, vor allem viele Kräuter und Gewürze zu nutzen und auszuprobieren. „Es dauert etwa zwei Wochen, bis sich unser Geschmack langsam an weniger Salz gewöhnt hat. Es braucht also neben dem guten Willen auch etwas Geduld.“ Und besser grundsätzlich „Keinen Salzstreuer automatisch auf den Tisch stellen!“

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/speisesalz/

https://www.bzfe.de/einfache-sprache/gut-essen/warum-trinken-so-wichtig-ist/

https://www.bzfe.de/lebensmittel/einkauf-und-kennzeichnung/die-nationale-reduktions-und-innovationsstrategie-der-bundesregierung/

https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2021/februar/wenn-salz-dann-jodsalz/

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Petra Daniels, BLE

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Brokkoli vielseitig zubereiten

Strunk mitverwenden

Brokkoli ist nicht jedermanns Sache. Doch das Kohlgemüse verdient eine zweite Chance. In der Küche lassen sich die grünen Röschen mit dem fein-nussigen Aroma vielseitig verwenden – etwa für Salate, cremige Suppen oder einfach pur.

Eine cremige Brokkolisuppe ist ganz einfach: Dafür wird das Kohlgemüse zunächst unter fließendem Wasser gereinigt und Blätter sowie holzige Stielenden werden entfernt. Den Kopf mit den Röschen vom Strunk trennen und in möglichst gleichmäßige Stücke zerteilen. Der Strunk muss nicht in den Biomüll, sondern kann prima mitverwertet werden. Dazu nur schälen und in kleine Würfel schneiden. Nun Zwiebeln und Knoblauch andünsten, Röschen und Strunk hinzugeben und mit Gemüsebrühe aufgießen. Sanft garen und zum Schluss mit einem Stabmixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer und einem Schuss Kokosmilch oder Sahne abschmecken.

Für eine einfache Gemüsebeilage werden Strunk und Röschen in kochendem Salzwasser für wenige Minuten gegart. So bleibt der Kohl bissfest und behält seine sattgrüne Farbe. Dann zum Beispiel mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und mit einem Schuss Zitronensaft servieren.

Zu Nudeln oder als Brotaufstrich schmeckt ein Brokkoli-Pesto. Dafür das gegarte Gemüse mit Olivenöl, gerösteten Mandeln, geriebenem Parmesan, Balsamicoessig und etwas Knoblauch pürieren. Im Salat kann blanchierter Brokkoli mit süß-saurem Apfel, Möhrenraspeln und Walnüssen kombiniert werden. Auch hier kann der geschälte Strunk dazu geraspelt werden.

Brokkoli gehört wie der Blumenkohl zur Familie der Kreuzblütengewächse und ist vermutlich ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum beheimatet. Es gibt nicht nur grüne, sondern auch gelbe und violette Sorten. Das Gemüse ist kalorienarm und leicht bekömmlich. Positive Inhaltsstoffe sind unter anderem wertvolle Mineralstoffe und Vitamine wie Vitamin C, Folsäure und Beta-Carotin, die Vorstufe von Vitamin A.

Brokkoli ist ganzjährig erhältlich. Von Mai bis November können Verbraucher und Verbraucherinnen heimisches Freilandgemüse genießen. Die beste Wahl sind kräftig-grüne Köpfe mit fest geschlossenen Blüten, die keine gelben Verfärbungen aufweisen. Der Kohl sollte möglichst frisch zubereitet werden. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält er sich ein bis zwei Tage.

Heike Kreutz, www.bzfe.de


Weitere Informationen:


https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2021/oktober/warum-kohl-bei-kindern-so-unbeliebt-ist


https://www.bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/gemuese/


https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/orientierung-beim-einkauf/der-saisonkalender/

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Ideen für ein gesundes und leckeres Pausenfrühstück

Kinder mögen Abwechslung

Zum Schulanfang stellen sich viele Eltern wieder die Frage, was sie ihrem Kind als Pausenmahlzeit einpacken. Gesund, vollwertig und vor allem lecker soll es sein. Mit etwas Kreativität kommt Abwechslung in die Brotdose.

Der ideale Start in den Tag ist ein vollwertiges Frühstück zu Hause, das durch die Pausenmahlzeit in der Schule ergänzt wird. Das gibt ausreichend Energie für den Unterrichtstag. In die Brotdose gehören zum Beispiel Vollkornbrot oder -brötchen, dünn bestrichen mit Butter oder Margarine und belegt mit Käse, fettarmer Wurst oder einem vegetarischen Brotaufstrich. Gute Alternativen sind Pita-Brot oder Bagels. Weitere Zutaten wie Salatblätter, Tomatenscheiben und frische Kräuter sorgen für mehr Geschmack. Dazu können ein hartgekochtes Ei, kleingeschnittene Möhren, Kirschtomaten und Gemüsespieße mit Gurke, Paprika und Mozzarella-Minikugeln genascht werden. In Brotboxen mit getrennten Fächern werden die einzelnen Komponenten appetitlich verpackt. Und wenn es morgens hektisch ist, kann der Proviant schon am Vorabend zubereitet und im Kühlschrank gelagert werden.

Manche mögen lieber ein Frühstück zum Löffeln wie Obstsalat oder einen fettarmen Naturjoghurt mit frischen Früchten. Für „Overnight Oats“ werden Haferflocken über Nacht in Milch oder einer pflanzlichen Alternative eingeweicht und mit Gewürzen verfeinert. Nutzen Sie dafür am besten ein Schraubglas oder einen anderen verschließbaren Behälter, der sich gut transportieren lässt. Morgens kommen noch „Toppings“ wie frisches Obst, verschiedene Trockenfrüchte und Nüsse hinzu.

Wenn der Schultag länger ist, kann man einen Couscous- oder Kartoffelsalat mit Essig und Öl als Mittagessen vorbereiten. Auch Reste vom Vortag bringen Abwechslung in die Lunchbox – etwa Falafeln, Polenta-Pizza-Taler oder herzhafte Muffins mit viel Gemüse.

Auch Vollkornwraps sind schnell gemacht: Frischkäse mit etwas Senf, Salz und Pfeffer abschmecken und auf die fertigen Teigfladen streichen. Mit Salatblättern und verschiedenem Gemüse und geriebenem Käse füllen, aufrollen und in drei bis vier Stücke schneiden. Sehr lecker ist auch ein Joghurtdip mit Radieschenscheiben und frischer Petersilie zu Dinkelstangen, Knäckebrot oder Vollkorn-Crackern.

Zum Nachtisch kommen Spieße mit dem Lieblingsobst wie Traube, Melone oder Apfel gut an. Man kann auch Bananenbrot, Energyballs und zuckerarme Müsliriegel auf Vorrat zubereiten. Und das Trinken nicht vergessen! Ein zuckerarmes Getränk wie Wasser, Saftschorle (1 Teil Saft, 3 Teile Wasser) oder ungesüßter Früchtetee darf in der Schultasche nicht fehlen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Frühstücken in Schule und Kita: www.bzfe.de/bildung/lernort-schule-und-kita/fruehstuecken-in-schule-und-kita

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Ernährung bei rheumatischen Erkrankungen

Mittelmeerkost kann Therapie unterstützen

Rheuma-Patienten können mit einer mediterranen Ernährung ihre Therapie positiv beeinflussen. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), die für ihre aktuellen Empfehlungen zahlreiche wissenschaftliche Studien ausgewertet hat.

Eine mediterrane Kost basiert auf den traditionellen Ernährungsgewohnheiten im Mittelmeerraum. Dazu gehören viel Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte, reichlich Vollkornprodukte und häufiger Nüsse, eher wenig Fisch und Geflügel, noch weniger „rotes“ Fleisch, Olivenöl als wichtigste Fettquelle und kaum tierische Fette (z.B. Butter) und raffinierter Zucker.

Es ist allgemein bekannt, dass die Ernährung Krankheitsaktivität und Schubfrequenz rheumatischer Erkrankungen beeinflussen kann. Nach Auswertung der vorliegenden Daten wirkt sich eine mediterrane Kost tatsächlich günstig auf den Verlauf aus. Allerdings beziehen sich die ausgewerteten Studien nur auf wenige Krankheitstypen – etwa eine rheumatoide Arthritis, Schuppenflechte oder Spondyloarthritis. Auch wenn die Effekte durch die Ernährungsumstellung nicht groß waren, hat sich das subjektive Befinden der Betroffenen nachweislich verbessert.

Vermutlich sind die positiven Effekte in erster Linie auf die Vermeidung tierischer Fette aus Fleisch und Wurstwaren zurückzuführen, die entzündungsfördernde Bestandteile wie Arachidonsäure und gesättigte Fettsäuren enthalten. Außerdem werden vermehrt entzündungshemmende Substanzen wie Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen, Fisch, Nüssen und Algen aufgenommen. „Als flankierende Maßnahme zur antirheumatischen Basistherapie möchten wir die mediterrane Ernährung daher allen Rheuma-Betroffenen sehr ans Herz legen“, fasst Prof. Dr. Gernot Keyßer von der DGRh zusammen. Durch dieses Ernährungsmuster kann man zusätzlich häufigen Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und Adipositas entgegenwirken.

Auch sogenannte antiinflammatorische Diäten, klassisches Heilfasten und eine ketogene Diät scheinen Vorteile für Rheuma-Patienten zu haben. Bei der ketogenen Low-Carb-Diät ernähren sich die Testpersonen sehr fettreich und kohlenhydratarm, sodass die Energie überwiegend durch Verstoffwechselung von Ketonkörpern gewonnen wird. Es gibt aber nur wenige aussagekräftige Studien.

Wenn Rheuma-Betroffene ihre Ernährung umstellen wollen, sollten sie zuvor immer mit einem Arzt oder einer Ärztin sprechen und sich bei Bedarf von geschultem Personal begleiten lassen. Nicht jede Ernährungsintervention sei für jeden gleichermaßen geeignet, betont die DGRh. So sollte etwa im akuten Rheumaschub oder bei Untergewicht und Essstörungen nicht gefastet werden. Zudem kann die Ernährung nur einen unterstützenden Effekt haben und keine medikamentöse Therapie ersetzen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie: www.dgrh.de

Empfehlungen zur Mediterranen Ernährung als supportive Maßnahme bei rheumatischen Erkrankungen:  dgrh.de/Start/Publikationen/Empfehlungen/Komplementäre-Methoden/Empfehlungen-zur-Mediterranen-Ernährung.html

Empfehlungen zur Modifikation der Ernährung als supportive Maßnahme bei rheumatischen Erkrankungen: dgrh.de/Start/Publikationen/Empfehlungen/Komplementäre-Methoden/Empfehlungen-zur-Modifikation-der-Ernährung.html

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Wann ist eine Nahrungsergänzung sinnvoll?

Neue Ausgabe „Kompass Ernährung“

Die Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln ist hoch und das Angebot seit jeher von großer Vielfalt gekennzeichnet. Im Supermarkt, beim Discounter und in der Apotheke stoßen wir auf Regale mit Produkten, die uns das Gefühl geben, durch sie gesünder, schöner, lebenslustiger oder sogar jünger zu werden.

In besonderen Lebenssituationen und in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt können einzelne Nahrungsergänzungsmittel durchaus sinnvoll und notwendig sein. Das kann etwa in der Schwangerschaft, bei Neugeborenen, im Alter oder nach einer Erkrankung der Fall sein. Doch so viel ist sicher: Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung können Nahrungsergänzungsmittel nicht ersetzen.

Aber was sind Nahrungsergänzungsmittel eigentlich genau? Worauf sollte man achten? Und wann ist die Anwendung tatsächlich sinnvoll und notwendig? Die neue Ausgabe des Verbrauchermagazins „Kompass Ernährung“ geht diesen Fragen nach und hilft, die Rolle dieser Produkte in der eigenen Ernährung vor dem Kauf kritisch zu hinterfragen.

Die neue Ausgabe gibt es als barrierefreie PDF:
https://www.in-form.de/materialien/lebensmittel/kompass-ernaehrung-1/2023-vitamine-mineralstoffe-und-co-wann-ist-eine-nahrungsergaenzung-sinnvoll

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Herausgeber des an Verbraucherinnen und Verbraucher gerichteten Magazins „Kompass Ernährung“ ist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Das redaktionell vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) betreute Magazin kann hier runtergeladen werden: https://www.bmel.de/DE/service/publikationen/kompass-ernaehrung/kompass-ernaehrung.html

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Botulismus – Eine seltene Lebensmittelvergiftung

Einmachgut gut durcherhitzen und rasch verbrauchen

Hausgemachte Wurstkonserven, Kräuteröle und eingelegtes Gemüse können in seltenen Fällen mit Giftstoffen belastet sein, welche die lebensbedrohliche Erkrankung Botulismus auslösen. Aus Vorsichtsgründen sollte das Einmachgut daher rasch verbraucht und vor dem Essen gut durcherhitzt werden, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Botulismus ist eine schwere Erkrankung, die durch Nervengifte ausgelöst wird. Sie werden von Bakterien unter Ausschluss von Sauerstoff in Lebensmitteln gebildet, wobei es sich meist um den weit verbreiteten Umweltkeim Clostridium botulinum handelt. Symptome sind neben Übelkeit und Durchfall verschiedene neurologische Störungen wie Sehschwierigkeiten und Lähmungen. Sie können bis zum Tod führen. Heutzutage ist diese Lebensmittelvergiftung sehr selten. In Deutschland werden in der Regel weniger als zehn Botulismus-Fälle pro Jahr gemeldet.

Häufig haben Betroffene selbst hergestelltes Einmachgut gegessen, das nicht ausreichend erhitzt wurde – etwa in Öl eingelegtes Gemüse, Fleisch- und Wurstkonserven oder Kräuteröle. Denn im eigenen Haushalt werden beim Erhitzen in der Regel höchstens 100 Grad Celsius erreicht. Das können hitzebeständige Stadien der Erreger durchaus überleben. Aus diesen sogenannten Sporen entstehen dann vermehrungsfähige Zellen, die Gifte bilden. Daher sollte zum Beispiel eingelegtes Gemüse laut BfR im Kühlschrank gelagert und spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht werden.

Bei der industriellen Herstellung ist die Gefahr von Botulismus sehr gering, da die Sporen durch Sterilisation abgetötet werden. Bei diesem Verfahren werden Lebensmittel unter Überdruck für drei Minuten auf 121 Grad Celsius erhitzt. Im eigenen Haushalt ist es eine gute Alternative, Einmachgut zwei Mal im Abstand von ein bis zwei Tagen auf 100 Grad Celsius zu erhitzen. Wenn die Sporen auskeimen, können die Bakterien bei der zweiten Erhitzung abgetötet werden. Auch bei sauren Konserven ist die Gefahr geringer.

Am Geruch, Geschmack und Aussehen ist nicht erkennbar, ob Eingewecktes mit Botulinumgiften belastet ist. Ein Hinweis können aufgeblähte Konserven oder Schraubdeckel sein, die durch Gas-bildende Bakterien verursacht werden. Beim klassischen Einmachglas mit Gummiring kann das Vakuum zerstört sein, sodass das typische Zischen beim Öffnen fehlt. Dann sollte das Eingemachte vorsorglich nicht weiter geöffnet und direkt entsorgt werden. Allerdings gibt es auch Bakterien, die keine Gase bilden. Daher ist es sinnvoll, Eingewecktes generell vor dem Verzehr auf 100 Grad zu erhitzen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Fragen und Antworten zum Botulismus vom Bundesinstitut für Risikobewertung: https://www.bfr.bund.de/de/selten__aber_vermeidbar__fragen_und_antworten_zum_botulismus-70355.html

Haltbarmachen von Lebensmitteln: Einkochen https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/haltbares-aus-der-eigenen-kueche/einkochen/

Haltbarmachen von Lebensmitteln: Einlegen https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/haltbares-aus-der-eigenen-kueche/einlegen/

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Warum ist Trinken so wichtig?

Neuer Beitrag in Einfacher Sprache auf bzfe.de

Ohne Wasser kann ein Mensch nur wenige Tage überleben. Unser Körper besteht sogar zur Hälfte aus Wasser. Wasser ist also lebenswichtig für einen gesunden Körper. Der neue Beitrag in Einfacher Sprache „Warum Trinken so wichtig ist“ gibt noch weitere gute Gründe, warum Trinken zu einer gesunden Ernährung gehört und warum Wasser der optimale Durstlöscher ist. Außerdem erfahren die Leserinnen und Leser, wer beim Trinken genau darauf achten sollte und durch welche Maßnahmen man das Trinken nicht vergisst.

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) bietet auf seiner Website (www.bzfe.de) Informationen in Einfacher Sprache an. Das Ziel ist, gesicherte und aktuelle Informationen zum Thema Ernährung möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Der Bereich Einfache Sprache richtet sich vor allem an Menschen, die Deutsch lernen oder weniger gut lesen und schreiben können. Damit können die Texte besonders gut von Lehrpersonal im Grundbildungsbereich genutzt werden, zum Beispiel im Kontext von Integration, Inklusion, Sozialarbeit und Engagement.

Alle Texte lassen sich zudem auch als Hörfassung anhören und herunterladen; sie sind langsam und deutlich eingesprochen. Die Texte sowie die Hörfassung stehen unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0. Das heißt, dass sie für nicht-kommerzielle Zwecke unverändert vervielfältigt und weiterverbreitet werden können.

Weitere Texte zum Lesen und Hören gibt es hier:

www.bzfe.de/einfache-sprache


www.bzfe.de

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Fruchtfliegen auf Obst und Gemüse

Besser vorbeugen als bekämpfen

Im Spätsommer schwirren Fruchtfliegen um den Obstteller und landen im Saftglas. Die Insekten werden von Küchenabfällen und überreifem Obst oder Gemüse angezogen. Wer ein paar Tipps beachtet, kann einem Befall vorbeugen und die ungebetenen Gäste aus der Küche vertreiben.

Was umgangssprachlich „Fruchtfliege“, „Obstfliege“ oder „Taufliege“ genannt wird, gehört meist zur Gattung Drosophila. In der Wissenschaft wird die winzige Fliege mit den hellroten Augen seit über 100 Jahren als Modellorganismus in vielen Forschungsbereichen genutzt.

In der Küche sind Fruchtfliegen eher lästig. Sie folgen dem Duft von gärendem Obst und finden ihren Weg durch offene Fenster und Türen. Manchmal haften die Eier auch an gekaufter Ware oder Früchten aus dem Garten. Das Weibchen legt im Sommer pro Tag bis zu 400 Eier. Für die Ablage nutzt es bevorzugt schadhafte Stellen und Stielansätze von überreifem Obst und Gemüse. So haben die Larven ausreichend Nahrung und entwickeln sich zu kleinen Fliegen. Sie sind zwar nicht gesundheitsschädigend, aber wenig appetitlich und können FäulnisbakterienMit gesunden Bakterien therapieren ist der nächste Schritt und Hefepilze übertragen.

Generell gilt: Vorbeugen ist besser als bekämpfen. Daher sollte man bereits beim Einkauf auf Frische achten und im Sommer öfter nur kleinere Mengen besorgen. Lassen Sie Obst und Gemüse nicht offenstehen, sondern lagern es, wenn möglich, im Gemüsefach des Kühlschranks. Auch kälteempfindliche Arten wie Gurke, Paprika, Tomaten, Ananas, Kiwi, Mango und Pfirsich vertragen ein bis drei Tage kühle Lagerung. Die klassische Obstschale kann mit einem Netz oder Baumwolltuch abgedeckt geschützt werden. Matschige oder faulende Früchte direkt entsorgen. Trinkgläser werden direkt ausgespült. Im Sommer sollten auch Kompost- oder Mülleimer gut verschlossen und täglich entleert werden.

Wenn Fruchtfliegen bereits durch die Küche schwirren, kann eine „Fruchtfliegenfalle“ aus Fruchtsaft und Essig in einer Schale helfen. Ein Schuss Spülmittel setzt die Oberflächenspannung herab, sodass die Fruchtfliegen ertrinken. Allerdings ist die Anwendung umstritten, da auch weitere Insekten angezogen werden können. Alternativ soll auch der intensive Duft von Basilikum und Minze, Knoblauch, Nelkenöl, Heiligenkraut und Sandelholz die Plagegeister vertreiben.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Lebensmittel richtig lagern: www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/lagern-kochen-essen-teilen/lebensmittel-richtig-lagern

Lebensmittelkunde Obst und Gemüse:

www.bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/obst

www.bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/gemuese

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