Archiv der Kategorie: Forschung und Wissenschaft

Das Geheimnis der Teufelskralle

Wie stoppt die Pflanze den Schmerz?

Zahlreiche Studien und Übersichtsartikel haben sich mit der Wirksamkeit von Teufelskralle-Extrakten (Harpagophytum procumbens) bei der Behandlung von entzündungsbedingten Schmerzen des Bewegungsapparates befasst. Selbst die Europäische Arzneimittelagentur (EMEA = European Medicines Agency) hat Teufelskralle-Extrakte 2008 positiv bewertet, wenn auch die Stellungnahme von 2009 die Wirksamkeit noch nicht als klinisch gesichert ausweist. Eine neue Studie untersucht nun, auf welche Weise Teufelskralle-Extrakte Entzündungsreaktionen beeinflussen (1).

Mehr Infos dazu unter http://www.carstens-stiftung.de/artikel/wirkmechanismus-von-teufelskralle.html

Quelle: Carstens-Stiftung

Entspannter mit Rosenwurz

Mit Pflanzenkraft gegen den Alltagsstress

Ein hochstandardisierter Extrakt (WS® 1375) des Rosenwurz (Rhodiola rosea), einer Pflanze aus der Familie der Dickblattgewächse, wurde jetzt im Rahmen einer unkontrollierten Studie auf seine Wirksamkeit auf stress-spezifische Symptome getestet. Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses standen somatische Symptome wie Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten, verminderte Lebensfreude, Erregbarkeit und Angstempfindungen sowie das Gefühl der Fremdbestimmtheit (Heteronomie).

Mehr Infos dazu unter  http://www.carstens-stiftung.de/artikel/weniger-stress-mit-rosenwurz.html

Quelle: Carstens-Stiftung

HIV entgeht der Immunantwort in Makrophagen

HI-Viren nutzen die Fresszellen des Immunsystems als Versteck, in dem sie, unangreifbar durch Antikörper, überdauern. Von dort können die Viren direkt auf nicht infizierte Zellen übertragen werden. Das fanden Wissenschaftler aus Hamburg und München nun heraus und veröffentlichten ihre Erkenntnisse im renommierten virologischen Fachjournal Journal of Virology.

HI-Viren überdauern in Makrophagen, den Fresszellen des Immunsystems. Innerhalb dieser Zellen wird HIV in weitere Organe getragen und gelangt durch die Blut-Hirn-Schranke auch in das menschliche Gehirn und ins zentrale Nervensystem. Den Mechanismus, den das AIDS auslösende Virus für diese Persistenz verwendet, hat das Team um Dr. Michael Schindler am Institut für Virologie des Helmholtz Zentrums München jetzt beschrieben: Innerhalb eines Membransystems in den Makrophagen ist das Virus vor den Angriffen des Immunsystems geschützt.

„Unsere Erkenntnisse zeigen, wie Reservoirs gebildet werden, in denen das HI-Virus im menschlichen Körper überdauern kann. Dies ist eine weitere wichtige Erkenntnis im Kampf gegen die unheilbare Infektion mit dem AIDS-Erreger“, erklärt Herwig Koppensteiner, Erstautor der Publikation. „Im nächsten Schritt werden wir mögliche therapeutische Angriffspunkte identifizieren, indem wir untersuchen, welche viralen und zellulären Proteine an der Persistenz beteiligt sind.“ Michael Schindler war im Oktober mit seiner Arbeitsgruppe vom Hamburger Heinrich-Pette-Institut ans Helmholtz Zentrum München gewechselt.

Weitere Informationen

Hintergrund

Die HIV Infektion des Menschen kann durch antiretrovirale Medikamente unterdrückt, aber nicht geheilt werden. Ein Grund dafür ist, dass das Virus in zellulären Reservoirs überdauert. Nur durch ein besseres Verständnis wie zelluläre Reservoirs entstehen und wie HI-Viren der Immunantwort entkommen kann eine Therapie mit dem Ziel die Infektion zu heilen, entwickelt werden.

Original-Publikation:

Koppensteiner H. et al (2011): Macrophage internal HIV-1 is protected from neutralizing antibodies. J. Virol. published ahead of print 28 December 2011 , doi:10.1128/JVI.05915-11

Link zur Fachpublikation

http://jvi.asm.org/content/early/2011/12/21/JVI.05915-11.abstract

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 17 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 31.000 Beschäftigten angehören.  www.helmholtz-muenchen.de

Quelle: www.helmholtz-muenchen.de

 

 

 

Helmholtz Zentrum München

Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)

Ingolstädter Landstr. 1

85764 Neuherberg

www.helmholtz-muenchen.de

Aufsichtsratsvorsitzende: MinDir´in Bärbel Brumme-Bothe

Geschäftsführer: Prof. Dr. Günther Wess und Dr. Nikolaus Blum

Registergericht: Amtsgericht München HRB 6466

USt-IdNr: DE 129521671

 

Drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten ideal

Regelmäßiges Essen schützt Kinder vor Übergewicht

sup.- Die Entwicklung von Übergewicht beruht auf einem Missverhältnis zwischen dem Energieverbrauch, der wesentlich durch das Maß körperlicher Bewegung beeinflusst wird, und der Energiezufuhr aus Speisen und Getränken. Hinzu kommen eine Vielzahl von weiteren Einflussfaktoren. So weist Prof. Berthold Koletzko (Klinikum der Universität München)   darauf hin, dass auch der Mahlzeitenrhythmus relevant für das Risiko von Übergewicht ist. Der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin hat insgesamt sechs Querschnittsstudien aus Europa und den USA mit Teilnehmern im Alter zwischen fünf und 17 Jahren ausgewertet. Das eindeutige Ergebnis: Die Adipositashäufigkeit fiel mit zunehmender Zahl an täglich verzehrten Mahlzeiten. Eine mögliche Erklärung hierfür: Häufige kleine Mahlzeiten fördern eine anhaltende Sättigung und vermeiden Heißhunger-Attacken und übermäßiges Essen.

Prof. Koletzko empfiehlt deshalb Kindern und Jugendlichen den regelmäßigen Verzehr von täglich drei Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) und mindestens zwei kleinen Zwischenmahlzeiten. Insbesondere rät er von einem Weglassen des Frühstücks ab, gerade die erste Mahlzeit wird jedoch von vielen Kindern vernachlässigt. Wichtig ist zudem, dass möglichst viele Mahlzeiten im Kreis der Familie gegessen werden. Studien haben gezeigt, dass gemeinsame Mahlzeiten ebenfalls die Gefahr für Übergewicht reduzieren. Weitere Tipps und Anregungen zum Ernährungs- und Bewegungsverhalten von Kindern finden interessierte Eltern z. B. auf dem Ratgeber-Portal www.komm-in-schwung.de, das vom Bundesministerium für Gesundheit ausgezeichnet wurde.

Quellen:

Übermittelt durch www.pr-gateway.de

Kontakt: Supress, Ilona Kruchen, Alt-Heerdt 22, 40549 Düsseldorf, redaktion@supress-redaktion.de, 0211/555548, http://www.supress-redaktion.de

 

Frauen mit Kinderwunsch

 Frühzeitig Folsäure-Mangel ausgleichen

sup.- Über 80 Prozent der Frauen in Deutschland erreichen laut Aussagen von Prof. Klaus Pietrzik (Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaft, Universität Bonn) nicht die empfohlene tägliche Aufnahme von 400 mg Folsäure. Da eine gute Versorgung mit Folsäure von wesentlicher Bedeutung für den optimalen Verlauf einer Schwangerschaft ist, rät Prof. Pietrzik Frauen mit Kinderwunsch, in Absprache mit dem Gynäkologen frühzeitig mit der Einnahme von entsprechenden Präparaten zu beginnen. Außerdem sollten sie bei ihrem Arzt per Bluttest abklären lassen, ob sie bereits Antikörper gegen den weit verbreiteten Cytomegalie-Virus (CMV) gebildet haben. Darauf weist Prof. Klaus Friese (München), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, hin. Denn eine CMV-Infektion in der Schwangerschaft kann zu schweren Schädigungen beim Fötus führen (www.icon-cmv.de).

Quellen:

Übermittelt durch www.pr-gateway.de

Kontakt: Supress, Ilona Kruchen, Alt-Heerdt 22, 40549 Düsseldorf, redaktion@supress-redaktion.de, 0211/555548, http://www.supress-redaktion.de

 

Antipsychotika können die Aktivität endogener Retroviren beim Menschen verstärken

Die Aktivität humaner endogener Retroviren (HERVs) in Gehirnzellen von Patienten mit Schizophrenie oder bipolaren Erkrankungen kann durch die Behandlung mit antipsychotischen Medikamenten verstärkt werden. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München zeigen in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals PLoS ONE, dass Medikamente wie Valproinsäure wahrscheinlich über epigenetische Veränderungen im Genom die HERV Expression beeinflussen.

Die medikamentöse Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen* kann die Aktivität natürlich im menschlichen Genom vorhandener humaner endogener Retroviren (HERVs)* stimulieren. Das beschreibt Olivia Diem aus dem Wissenschaftler-Team um Prof. Christine Leib-Mösch vom Institut für Virologie am Helmholtz Zentrum München in einer aktuellen Publikation im Fachjournal PLoS ONE. Eine erhöhte Expression verschiedener HERV Gruppen wurde bei Schizophrenie bereits mehrfach beschrieben und mit der Erkrankung assoziiert – dass diese Stimulation teilweise durch die Medikation der Patienten verursacht werden kann, zeigt das Team des Helmholtz Zentrums erstmalig. Der Einfluss der Medikamente, den die Wissenschaftler auf epigenetische Effekte* zurückführen, erstreckt sich jedoch nicht auf alle HERV Typen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Medikamente grundsätzlich auch daraufhin untersucht werden sollten, ob sie in den Zielzellen zu epigenetischen Veränderungen führen. Nicht nur endogene Retroviren, auch zelluläre Gene könnten aktiviert oder inaktiviert werden und dadurch möglicherweise schwerwiegende Nebenwirkungen auslösen“, erklärt Leib-Mösch den Hintergrund der Studie.

Schizophrenie ist eine multifaktorielle neuropsychiatrische Erkrankung. Neben der genetischen Disposition könnten verschiedene Umweltfaktoren wie Infektionen während der Schwangerschaft, aber auch endogene Retroviren eine Rolle spielen. Die Identifizierung von HERVs, die Medikamenten-unabhängig bei Schizophrenie aktiviert sind, könnten daher Aufschlüsse über Ursachen und Entstehungsmechanismen der Krankheit geben. Das Verständnis der Entstehungsmechanismen von häufigen menschlichen Erkrankungen und die Ableitung neuer Angriffspunkte für Diagnose, Therapie und Prävention sind Ziele des Helmholtz Zentrums München.

Weitere Informationen

Hintergrund

* Neuropsychiatrische Erkrankungen werden häufig mit Medikamenten behandelt, die wie z. B. Valproinsäure, durch Hemmung von Histondeacetylasen den epigenetischen Status der Zelle verändern können.

* Humane endogene Retroviren  (HERVs) umfassen etwa 9 % des Genoms und sind Relikte  von Keimbahninfektionen, die durch exogene Retroviren vor etwa 30 bis 40 Millionen Jahren erfolgten. Seitdem haben sich HERVs durch Retrotransposition und Reinfektion in unserem Genom vermehrt. Die Expression der HERVs wird normalerweise durch epigenetische Maßnahmen der Wirtszelle in Schranken gehalten. HERVs können jedoch durch Umwelteinflüsse wie Strahlung oder Chemikalien reaktiviert werden. Die Gruppe der HERV-K(HML-2) Elemente repräsentiert die jüngsten und die im Menschen aktivsten HERVs. Neben einigen anderen HERV Gruppen wurde HERV-K(HML-2) wiederholt mit Schizophrenie assoziiert — interessanterweise wird die Aktivität dieser HERVs in Gehirnzellen durch Valproinsäure nicht beeinflusst.

* Die Epigenetik beschreibt Merkmale des Genoms, die nicht die Basenabfolge der Erbsubstanz DNA, sondern deren chemischen Zustand in der Zelle (z. B. den Methylierungsgrad) betreffen, oder Merkmale, die auf Unterschieden in der Chromatinumgebung (z. B. Acetylierung oder Methylierung von Histonen) beruhen. Solche Veränderungen tragen zur Aktivierung oder Inaktivierung von Genen bei. Epigenetische Merkmale sind ebenfalls vererbbar, können aber durch Umwelteinflüsse verändert werden.

Original-Publikation:

Olivia Diem et al. (2012): Influence of Antipsychotic Drugs on Human Endogenous Retrovirus (HERV) Transcription in Brain Cells. PLoS ONE, in press.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 17 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 31.000 Beschäftigten angehören. www.helmholtz-muenchen.de

Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH),Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg, www.helmholtz-muenchen.de, Aufsichtsratsvorsitzende: MinDir´in Bärbel Brumme-Bothe, Geschäftsführer: Prof. Dr. Günther Wess und Dr. Nikolaus Blum, Registergericht: Amtsgericht München HRB 6466, USt-IdNr: DE 129521671

 

Lakritz erhält die Zahngesundheit

Aber am besten nur die zuckerfreie Variante!

Typische Anwendungsgebiete der Süßholzwurzel, kürzlich zur Arzneipflanze des Jahres 2012 gekürt und im Volksmund besser bekannt als Lakritze, sind Erkrankungen der oberen Atemwege sowie Gastritis und Magengeschwüre. Aber auch Zähne und Mundraum profitieren von der Heilkraft des Süßholzes (Glycyrrhiza glabra). Zu dieser Erkenntnis kommen Wissenschaftler in einer Zusammenfassung von Forschungsergebnissen der letzten Jahre.

Mehr Infos dazu unter http://www.carstens-stiftung.de/artikel/lakritz-erhaelt-die-zahngesundheit.html

Quelle: Carstens-Stiftung

Lungenkrankheiten – Bedeutung der Genetik

Auch Lungenkrankheiten haben eine genetische Grundlage

Forscher der Universität Greifswald haben in einer groß angelegten Studie, an der weitere 171 Forscher international beteiligt waren, die genetischen Grundlagen für die Entstehung der Lungenkrankheiten erforscht. Dazu gehört auch die Anfälligkeit für die berüchtigte chronischer Erkrankung der COPD (chronic obstructive pulmonary disease, chronisch obstruktive Lungenerkrankung), an der mehrere Millionen Menschen bislang unheilbar leiden. Und die bei den Todesursachen weltweit an vierter Stelle stehen.

Mehr Infos dazu unter http://idw-online.de/de/news458914

Quellen: Universität Greifswald, www.idw-online.de

 

Infos zu Krankheiten im Alter

Ein neuer Report des deutschen Zentrums für Altersfragen informiert über die wichtigsten chronischen Krankheiten im Alter. Außerdem wird dargestellt, wie damit die Entwicklung der Sterblichkeit zusammen hängt.

Mehr Infos dazu unter http://idw-online.de/de/news458790

Quellen: DZA-Deutsches Zentrum für Altersfragen, www.idw-online.de

Alzheimer-Behandlung

Wissenschaftler der Universität Ulm sehen in der Kombination eines Extrakts aus grünem Tee und rotem Laserlicht einen möglichen Ansatz für eine Alzheimer-Therapie.

Mehr Informationen zu diesem Thema unter http://idw-online.de/de/news458546

Quellen: Universität Ulm, www.idw-online.de