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Ist Hafer eine Lösung bei Unverträglichkeiten?

Ist Hafer eine Lösung bei Unverträglichkeiten?

Warum ausgerechnet ein jahrtausendealtes Getreide immer mehr Aufmerksamkeit von Wissenschaft und Ernährungsexperten erhält

Hafer erlebt seit Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung. Ob als Frühstück, Pflanzendrink oder Zutat in modernen Rezepten – das traditionsreiche Getreide gilt längst nicht mehr als Nischenprodukt. Doch was steckt hinter seinem guten Ruf? Wissenschaftliche Erkenntnisse liefern Hinweise darauf, warum Hafer von vielen Menschen besser vertragen wird als andere Getreidearten und welche Rolle seine Gene dabei spielen.

Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung von Helmholtz Munich, der Universität Lund und dem Forschungsverbund ScanOats hat erstmals das vollständige Erbgut des Hafers entschlüsselt und analysiert. Damit konnte auf genetischer Ebene nachvollzogen werden, weshalb Hafer in vielen Fällen weniger Allergien und Unverträglichkeiten auslöst als beispielsweise Weizen oder Roggen.

Weniger problematische Proteine als Weizen

Das Besondere: Die Forschenden stellten fest, dass Hafer deutlich weniger Proteine enthält, die den glutenhaltigen Speicherproteinen anderer Getreide ähneln. Diese Proteine stehen im Zusammenhang mit Zöliakie und verschiedenen Weizenunverträglichkeiten.

Die neuen Erkenntnisse bestätigen damit, warum reiner, nicht mit anderen Getreiden verunreinigter Hafer für viele Menschen im Rahmen einer glutenfreien Ernährung geeignet sein kann. Allerding sollte bei einer Weizenallergie oder anderen individuellen Unverträglichkeiten eine Ernährungsumstellung grundsätzlich ärztlich begleitet werden.

Ballaststoffe mit wissenschaftlich belegtem Nutzen

Neben seiner guten Verträglichkeit besitzt Hafer eine weitere Besonderheit: Er enthält außergewöhnlich hohe Mengen an Beta-Glucanen. Diese löslichen Ballaststoffe gehören zu den am besten untersuchten Inhaltsstoffen des Getreides.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigt, dass Beta-Glucane aus Hafer zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels beitragen können. Zudem beeinflussen sie den Blutzuckeranstieg nach einer Mahlzeit positiv und fördern ein langanhaltendes Sättigungsgefühl.

Die entschlüsselte Genomsequenz zeigt erstmals auch, welche Gene für die Bildung dieser gesundheitsfördernden Ballaststoffe verantwortlich sind. Dieses Wissen eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Züchtung besonders nährstoffreicher Hafersorten.

Komplexer als das menschliche Genom

Dass diese Entdeckung überhaupt möglich wurde, ist bemerkenswert. Das Hafer-Genom gehört zu den komplexesten unter den Kulturpflanzen. Hafer besitzt sechs Chromosomensätze mit insgesamt mehr als 80.000 Genen – rund viermal so viele Gene wie der Mensch.

Über sechs Jahre hinweg arbeiteten Wissenschaftler daran, dieses außergewöhnlich komplexe Erbgut vollständig zu entschlüsseln. Die genetische Analyse liefert nun nicht nur Erkenntnisse für die Ernährungsforschung, sondern auch für die Landwirtschaft.

Nachhaltiger Anbau gewinnt an Bedeutung

Hafer überzeugt nicht nur durch seine ernährungsphysiologischen Eigenschaften. Im Vergleich zu vielen anderen Getreidearten benötigt sein Anbau häufig weniger Pflanzenschutzmittel und Dünger. Zudem gedeiht Hafer auch auf weniger ertragreichen Böden und gilt als vergleichsweise ressourcenschonende Kulturpflanze.

Die neuen genetischen Erkenntnisse ermöglichen künftig gezieltere Züchtungen. Ziel sind Hafersorten mit höheren Gehalten an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen, besserer Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit und Krankheiten sowie stabileren Erträgen – ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Landwirtschaft im Klimawandel.

Fazit

Hafer ist weit mehr als ein Ernährungstrend. Die erstmals vollständige Entschlüsselung seines Genoms liefert wissenschaftliche Erklärungen dafür, weshalb das Getreide häufig besser vertragen wird als andere Getreidearten und welche Inhaltsstoffe seine positiven Eigenschaften ausmachen. Gleichzeitig eröffnet die Forschung neue Perspektiven für gesündere Lebensmittel und eine nachhaltigere Pflanzenzüchtung.

Für Menschen mit Weizenunverträglichkeiten oder dem Wunsch nach einer ballaststoffreichen Ernährung könnte Hafer – je nach individueller Diagnose – künftig noch stärker in den Fokus rücken. Die Wissenschaft hat damit einen wichtigen Schritt gemacht, um die besonderen Eigenschaften dieses traditionsreichen Getreides besser zu verstehen.

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Quellenverzeichnis:

Kamal, N., Tsardakas Renhuldt, N., Bentzer, J., Gundlach, H., Haberer, G., Juhász, A., Lux, T., Bose, U., Tye-Din, J. A., Lang, D., van Gessel, N., Reski, R., Fu, Y.-B., Spégel, P., Ceplitis, A., Himmelbach, A., Waters, A. J., Bekele, W. A., Colgrave, M. L., Hansson, M., Stein, N., Mayer, K. F. X., Jellen, E. N., Maughan, P. J., Tinker, N. A., Mascher, M., Olsson, O., Spannagl, M. & Sirijovski, N. (2022). The mosaic oat genome gives insights into a uniquely healthy cereal crop. Nature, 606(7912), 113–119. https://doi.org/10.1038/s41586-022-04732-y

Helmholtz Munich. (2022). The Oat Genome Unlocks the Unique Health Benefits of Oats. Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Verfügbar unter: https://www.helmholtz-munich.de/en/newsroom/news-all/artikel/the-oat-genome-unlocks-the-unique-health-benefits-of-oats-2

European Food Safety Authority (EFSA). (2010). Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to beta-glucans from oats and barley and maintenance of normal blood cholesterol concentrations. EFSA Journal, 8(12), 1885. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2010.1885

European Food Safety Authority (EFSA). (2011). Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to beta-glucans and reduction of post-prandial glycaemic responses. EFSA Journal, 9(6), 2207. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2011.2207

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). (2024). Vollkornprodukte und Ballaststoffe – Empfehlungen für eine gesundheitsfördernde Ernährung. Bonn: Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Verfügbar unter: https://www.dge.de

Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e. V. (DZG). (2024). Hafer bei Zöliakie – Informationen für Betroffene. Stuttgart: Deutsche Zöliakie-Gesellschaft. Verfügbar unter: https://www.dzg-online.de

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Krebsforschung: Gewürzbestandteil Curcumin könnte zentrale Schutzfunktion von Zellen verbessern

Krebsforschung: Gewürzbestandteil Curcumin könnte zentrale Schutzfunktion von Zellen verbessern

Ein unerwarteter Wirkstoff bringt Krebszellen aus dem Gleichgewicht – und eröffnet neue Therapieansätze

Ein Gewürz aus der Küche rückt in den Fokus der Krebsforschung: Curcumin, der Hauptbestandteil von Kurkuma, könnte eine entscheidende Schwachstelle vieler Tumoren ausgleichen. Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität München haben herausgefunden, dass die Substanz einen wichtigen zellulären Schutzmechanismus überbrücken kann, der bei mehr als der Hälfte aller Dickdarmkrebserkrankungen außer Kraft gesetzt ist.

Dickdarmkrebs zählt weltweit zu den häufigsten Krebsarten – und oft fehlt den betroffenen Zellen ein zentraler „Wächter“: das Tumorsuppressorgen p53. Fällt dieses Gen durch Mutationen aus, verlieren Zellen eine ihrer wichtigsten Kontrollinstanzen. Genau hier setzt die neue Forschung an.

Das Forschungsteam konnte nun zeigen, dass Curcumin diesen Verlust teilweise kompensieren kann. Der Naturstoff aktiviert einen alternativen Signalweg – mit bemerkenswerten Folgen.

Im Zentrum steht dabei ein kleines, aber mächtiges Molekül: miR-34. Es gilt als entscheidender Faktor für die Tumorunterdrückung. Während seine Produktion normalerweise durch p53 gesteuert wird, gelingt es Curcumin, diesen Prozess unabhängig davon anzustoßen.

Die Forschenden konnten in Zellkulturen und im Mausmodell nachweisen, dass Curcumin in Tumorzellen die Bildung sogenannter reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) erhöht. Diese lösen eine Signalkaskade aus, an deren Ende der Transkriptionsfaktor NRF2 die Produktion von miR-34 ankurbelt. Das Ergebnis: Krebszellen altern vorzeitig, verlieren ihre Teilungsfähigkeit und sterben ab.

Doch damit nicht genug. Die behandelten Tumorzellen zeigen auch eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit – ein entscheidender Faktor bei der Metastasierung. Tatsächlich konnte das Team beobachten, dass die Streuung von Dickdarmkrebszellen in die Lunge im Mausmodell gehemmt wurde.

Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für die Krebsbehandlung. Statt ausschließlich auf klassische Therapieansätze zu setzen, könnten künftig auch alternative Signalwege gezielt genutzt werden, um Tumoren zu bekämpfen – möglicherweise mit Substanzen, die bislang vor allem aus der Küche bekannt sind.

Noch stehen weitere Studien aus, bevor aus dieser Entdeckung konkrete Therapien werden. Doch schon jetzt zeigt sich: Manchmal liegen vielversprechende Ansätze näher, als man denkt.

(Quelle: Darmkrebs: Curcumin aktiviert Tumor-hemmenden Signalweg, Ludwig-Maximilians-Universität München, Informationsdienst Wissenschaft (idw))

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Vitamin K: Schlüssel zum Zellschutz

Vitamin K: Schlüssel zum Zellschutz

Vitamin K könnte bei Alzheimer, Organverletzungen und weiteren Erkrankungen eine Schlüsselrolle spielen

Vitamin K kann offenbar weit mehr als Blutgerinnung. Wissenschaftler von Helmholtz Munich haben eine Schutzfunktion des Vitamins entschlüsselt – und damit möglicherweise den Weg für neue Therapien bei schweren degenerativen Erkrankungen geebnet.

Vitamin K ist vor allem als essenzieller Nährstoff für die Blutgerinnung bekannt. Die Studie eines internationalen Forscherteams unter Leitung von Helmholtz Munich zeigt: In seiner vollständig reduzierten Form wirkt Vitamin K als starkes fettlösliches Antioxidans und schützt Zellen aktiv vor sogenannter Ferroptose – eine natürliche Form des Zelltods.

Ferroptose wird zunehmend mit schweren Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit, akuten Organverletzungen und weiteren degenerativen Prozessen in Verbindung gebracht.

Vitamin K stoppt den Zelltod

Ferroptose beschreibt einen natürlichen, aber zerstörerischen Prozess, bei dem Zellmembranen durch oxidative Schäden regelrecht „zerstört“ werden. Eisen spielt dabei eine zentrale Rolle. In den vergangenen Jahren hat sich diese Form des Zelltods zu einem der spannendsten Forschungsfelder entwickelt, da sie als möglicher Auslöser zahlreicher Krankheiten gilt.

Die Forschenden untersuchten systematisch verschiedene natürlich vorkommende Vitamine und deren Derivate, um neue Schutzstoffe gegen Ferroptose zu identifizieren. Das überraschende Ergebnis: Sowohl Vitamin K1 als auch Vitamin K2 konnten Zellen und Gewebe wirksam vor diesem Prozess bewahren.

Jahrhundert-Rätsel gelöst: Das lange gesuchte Vitamin-K-Enzym entdeckt

Neben der neuen Schutzfunktion gelang den Forschenden ein weiterer wissenschaftlicher Durchbruch: Sie identifizierten das Protein FSP1 als das lange gesuchte Enzym, das Vitamin K in seine aktive, schützende Form umwandelt.

Mehr als ein halbes Jahrhundert war die Existenz eines solchen Enzyms bekannt – seine genaue Identität blieb jedoch ungeklärt.

Die Forschenden zeigten, dass FSP1 Vitamin K effizient zu Vitamin-K-Hydrochinon reduziert. Diese aktive Form wirkt als lipophiles Antioxidans, fängt aggressive Sauerstoffradikale in Zellmembranen ab und verhindert so die Ferroptose.

Besonders spannend: FSP1 arbeitet unabhängig von Warfarin – einem der weltweit am häufigsten eingesetzten Blutverdünner. Damit liefert die Studie auch eine Erklärung dafür, warum Vitamin K bei einer Überdosierung von Warfarin als Gegenmittel eingesetzt werden kann.

Neue Perspektiven für Medizin und Therapie

Die Entdeckung verbindet zwei bislang weitgehend getrennte Forschungsfelder: die Vitamin-K-Biologie und die Ferroptoseforschung. Das eröffnet völlig neue Ansätze für die Entwicklung innovativer Therapien.

Darüber hinaus vermuten die Wissenschaftler, dass Vitamin K eine der ältesten natürlich vorkommenden antioxidativen Schutzsubstanzen in der Evolution des Lebens sein könnte.

(Quelle: Vitamin K verhindert Zelltod: Forscher entdecken neue Funktion eines lange bekannten Moleküls, Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Informationsdienst Wissenschaft (idw))

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Vitamin D3 - lindert es allergisches Asthma

Vitamin D3 – lindert es allergisches Asthma?

Forschende zeigten, wie das Sonnenvitamin das Immunsystem bei allergischem Asthma beruhigt

Allergisches Asthma betrifft Millionen Menschen – oft schon im Kindesalter. Dass ein Mangel an Vitamin D3 mit schwereren Symptomen einhergehen kann, ist aus früheren Studien bekannt. Inzwischen ist Forschenden ein entscheidender Durchbruch gelungen: Sie konnten zeigen, wie Vitamin D3 direkt in die zelluläre Entzündungsreaktion bei allergischem Asthma eingreift – und damit die Erkrankung messbar lindern kann.

Ein Forschungsteam der Molekularen Pneumologie des Uniklinikums Erlangen an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat Erkenntnisse gewonnen, die das Verständnis von Asthma grundlegend erweitern. Die Studien zeigen: Vitamin D3 wirkt nicht nur unterstützend, sondern verändert aktiv das Immungeschehen bei allergischem Asthma.

Weniger Symptome, weniger Medikamente

Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage, welchen Einfluss der Vitamin-D3-Spiegel auf die Schwere der Asthmaerkrankung hat. Die Wissenschaftler analysierten dazu Daten von Vorschulkindern und Erwachsenen mit allergischem Asthma – sowohl im Hinblick auf ihren Vitamin-D3-Blutspiegel als auch auf eine zusätzliche Einnahme des Vitamins.

Das Ergebnis ist bemerkenswert: Patienten mit ergänzender Vitamin-D3-Einnahme litten unter deutlich milderen Asthma-Symptomen, wiesen einen geringeren Schweregrad der Erkrankung auf und benötigten weniger inhalative, steroidhaltige Medikamente. Auf zellulärer Ebene fanden die Forschenden zudem vermehrt das Protein Blimp-1 in bestimmten Immunzellen – ein zentraler Regulator der T-Helferzell-Antwort und damit der Entzündungsprozesse im Körper.

Vitamin D3 verändert das Immunsystem nachhaltig

Um die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen, untersuchten sie die Wirkung von Vitamin D3 zusätzlich in einem Mausmodell. Auch hier zeigte sich ein klarer Effekt: Asthma verlief weniger schwer, und es fanden sich weniger allergiefördernde IgE-Antikörper, die bei Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis eine zentrale Rolle spielen.

Besonders spannend: Vitamin D3 förderte eine anti-entzündliche Immunantwort, unter anderem durch den Botenstoff IL-10 sowie durch Blimp-1-bildende Immunzellen. Erstmals konnte das Forschungsteam zudem nachweisen, dass Vitamin D3 auch langlebige Gedächtnis-T-Zellen beeinflusst – Zellen, die entscheidend für die langfristige Immunreaktion bei Asthma sind.

Wichtiger Baustein – aber kein Ersatz für ärztliche Therapie

Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie wichtig eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D3 für Menschen mit allergischem Asthma sein kann. Gleichzeitig betonen die Forschenden: Aus den grundlegenden Studien lassen sich noch keine direkten Therapieempfehlungen ableiten. Betroffene sollten Fragen zur Vitamin-D3-Einnahme daher stets mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem Arzt klären.

(Quelle: Wie Vitamin D3 bei allergischem Asthma hilft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Informationsdienst Wissenschaft (idw))

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Vitamin D und Omega-3: Studie zeigt überraschende Gesundheitsvorteile für ältere Erwachsene

Vitamin D und Omega-3: Studie zeigt überraschende Gesundheitsvorteile für ältere Erwachsene

Mehr Schutz vor Infekten und niedrigere Blutdruckwerte

Ein Plus für die Abwehrkräfte und den Blutdruck: Eine frühere europaweite große Altersstudie lieferte klare Hinweise darauf, dass Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren bestimmte Gesundheitsrisiken im Alter deutlich senken können.

Über drei Jahre hinweg wurden mehr als 2.150 Erwachsene ab 70 Jahren in fünf Ländern untersucht. Regelmäßige Gesundheitschecks und detaillierte Befragungen dokumentierten Blutdruck, Infektionen, Gedächtnisleistung, Knochen- und Muskeldichte sowie viele weitere Gesundheitsparameter.

Das überraschende Ergebnis

Omega-3-Fettsäuren senkten das Infekt-Risiko insgesamt um 11%, mit besonders deutlichen Effekten bei Infektionen der oberen Atemwege (10%) und Harnwege (62%). Vitamin D reduzierte das Infektionsrisiko bei jüngeren Senioren (70-74 Jahre) um 16%.

Außerdem hatte Vitamin D positiven Einfluss auf den systolischen Blutdruck – ein Effekt, der gerade im höheren Alter gesundheitsrelevant ist.

Die Ergebnisse zeigen, dass diese Supplemente im Alter gezielt eingesetzt werden können, um die Abwehrkräfte zu stärken und das Risiko von Bluthochdruck zu senken.

Die Studie lieferte zudem eine einzigartige Datenbasis, die künftig helfen soll, Prävention im Alter noch gezielter zu gestalten. Ziel ist eine frühzeitige, personalisierte Gesundheitsstrategie, die ein aktives, gesundes Altern ermöglicht.

(Quelle: Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren fördern Gesundheit in Untergruppen von aktiven älteren Menschen, Universität Zürich, Informationsdienst Wissenschaft (idw))

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Ingwer bringt das Immunsystem früher auf Trab

Ingwer bringt das Immunsystem früher auf Trab

Laborergebnisse deuten darauf hin, dass ein Liter Ingwertee genügt, um messbare Immunreaktionen auszulösen

Ingwer gilt seit Jahrhunderten als Kraftknolle, wenn es um Wohlbefinden und Abwehrkräfte geht. Eine Forschungsgruppe des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München hat untersucht, wie der beliebte Wurzelstock tatsächlich in Immunprozesse eingreifen könnte. In Laborversuchen zeigte sich: Schon kleinste Mengen eines Ingwerscharfstoffs versetzen bestimmte weiße Blutkörperchen in erhöhte Alarmbereitschaft.

Dass Ingwer geschätzt wird, zeigt ein Blick auf die Importzahlen: Rund 31.600 Tonnen werden jährlich nach Deutschland eingeführt – fast viermal so viel wie vor einem Jahrzehnt. Doch ob übliche Verzehrmengen wirklich reichen, um messbare Effekte im Körper hervorzurufen, war lange unklar.

Wie Ingwer wirkt

Das Forschungsteam ging dieser Frage nach. Grundlage war eine frühere Pilotstudie. Darin zeigte sich, dass nach dem Konsum eines Liters Ingwertee bereits nach einer halben Stunde nennenswerte Mengen des Scharfstoffs [6]-Gingerol im Blut nachweisbar sind – mit Konzentrationen zwischen sieben und siebzehn Mikrogramm pro Liter.

Bekannt ist, dass [6]-Gingerol den sogenannten TRPV1-Rezeptor aktiviert – ein Ionenkanal, der sowohl Hitze- und Schmerzreize als auch die Schärfe von Chili und Ingwer vermittelt. Hinweise aus Studien ließen vermuten, dass auch Immunzellen diesen Rezeptor tragen. Das Forschungsteam wollte wissen, ob sich darüber die Aktivität der Zellen beeinflussen lässt.

Nachweis des Wirkungsmechanismus von Ingwer

Tatsächlich gelang den Wissenschaftlern zunächst der Nachweis des Rezeptors auf neutrophilen Granulozyten, jenen Immunzellen, die eine zentrale Rolle in der Abwehr bakterieller Erreger spielen. Anschließend zeigte sich in Kulturen: Bereits eine sehr geringe Menge von rund 15 Mikrogramm [6]-Gingerol pro Liter Nährmedium genügte, um die Zellen empfindlicher auf einen bakterienähnlichen Stimulus reagieren zu lassen – im Schnitt um etwa 30 Prozent stärker als unbehandelte Kontrollzellen. Wurde hingegen ein spezifischer TRPV1-Hemmer zugesetzt, verschwand dieser Effekt wieder.

Auch wenn die Ergebnisse den seit Langem vermuteten immunmodulierenden Effekt von Ingwer stützen, braucht es weitere Forschung – von der molekularen Ebene bis hin zu klinischen Studien.

(Quelle: Scharfstoff aus Ingwer versetzt Immunzellen in erhöhte Alarmbereitschaft, Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie, Informationsdienst Wissenschaft (idw))

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Das Geheimnis der Trauben: Wie ein Bitterstoff den Körper schützt

Das Geheimnis der Trauben: Wie ein Bitterstoff den Körper schützt

Trauben – Wirkstoff Resveratrol: Wie Bitterstoffe Entzündungen bremsen können

Trauben gelten seit jeher als Symbol für Genuss und Lebensfreude. Doch hinter ihrer süßen Hülle steckt ein wertvoller Bitterstoff: Resveratrol. Dieser sekundäre Pflanzenstoff, der vor allem in der Schale roter Trauben vorkommt, entfaltet erstaunliche Effekte auf unsere Gesundheit – besonders, wenn es um Entzündungsprozesse geht.

Bevor Sie weiterlesen… Interessiert an natürlichen Inhaltsstoffen für Ihren gesunden Alltag? Hier reinschauen (Anzeige)…weiter im Beitrag:

Eine Studie hat gezeigt, dass Resveratrol über einen speziellen Bitterrezeptor, den sogenannten TAS2R50, wirkt. Dieser Rezeptor spielt offenbar eine entscheidende Rolle bei der entzündungshemmenden Wirkung des Trauben – Inhaltsstoffs.

Bitterstoff aus Trauben kann heilsam sein

Was viele beim Geschmack als unangenehm empfinden, ist für den Körper offenbar von Vorteil: Bitterstoffe wie Resveratrol regen nicht nur die Sinne an, sondern auch die Immunabwehr. In Zellstudien konnte gezeigt werden, dass Resveratrol die Ausschüttung entzündungsfördernder Signalstoffe – insbesondere des Markers Interleukin-6 – um bis zu 80 Prozent reduziert. Wird der Bittergeschmack mit bestimmten Substanzen maskiert, nimmt die Wirkung deutlich ab – ein möglicher Hinweis darauf, dass der Bitterrezeptor selbst an der Regulation beteiligt ist.

(Quelle: Bitterrezeptor an entzündungshemmender Wirkung von Resveratrol beteiligt? Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie, Informationsdienst Wissenschaft (idw))

Genuss trifft Wissenschaft

Bitterstoffe könnten künftig helfen, Entzündungsreaktionen auf natürliche Weise zu regulieren. Lebensmittel wie Trauben, deren Schalen reich an Resveratrol sind, könnten damit zu einer wertvollen Unterstützung der Zellgesundheit beitragen – besonders in Zeiten, in denen viele Menschen unter stillen, chronischen Entzündungen leiden.

So zeigt sich: In den Trauben steckt ein bemerkenswertes Potenzial. Ihr Bitterstoff Resveratrol erinnert uns daran, dass Gesundheit oft dort beginnt, wo Geschmack auf Wissenschaft trifft – und manchmal eben auch ein Hauch Bitterkeit dazugehört.

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Wie Vitamin B12 unser Gehirn vor Alzheimer schützen könnte

Wie Vitamin B12 unser Gehirn vor Alzheimer schützen könnte

Ein Forschungsteam entdeckt überraschende Zusammenhänge zwischen Vitamin B12, Zellmembranen und der Bildung schädlicher Eiweißablagerungen im Gehirn.

Vitamin B12 rückte in den Fokus der Alzheimer-Forschung. Was lange vor allem als Energie-Vitamin für Blutbildung und Nerven galt, könnte eine bislang unterschätzte Rolle im Schutz unseres Gehirns spielen.

Eine Studie der SRH Hochschule für Gesundheit und der Universität des Saarlandes lieferte Hinweise darauf, dass ein Mangel an Vitamin B12 direkt mit Prozessen zusammenhängt, die bei der Entstehung der Alzheimer-Erkrankung eine Rolle spielen.

Wenn Nährstoffmangel zum Risiko wird

Nach Schätzungen gilt jeder Fünfte über 60 als potenziell unterversorgt mit Vitamin B12. Besonders ältere Menschen, Veganer und Vegetarier sind gefährdet, da das Vitamin fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt.

Die Untersuchung zeigt: Ein Mangel an Vitamin B12 kann den Spiegel sogenannter Plasmalogene in den Zellmembranen senken – spezielle Fette, die eine wichtige Schutzfunktion erfüllen. Diese Plasmalogene verhindern normalerweise die übermäßige Bildung des Proteins Beta-Amyloid, das als Hauptverursacher der typischen Plaques im Gehirn von Alzheimer-Patienten gilt.

Sinkt der Plasmalogen-Spiegel, gerät dieser Mechanismus aus dem Gleichgewicht: Es wird mehr Beta-Amyloid gebildet, oxidativer Stress nimmt zu – und die schützenden Fette werden weiter zerstört. Ein gefährlicher Kreislauf beginnt.

Vitamin B12 – doppelt schützend für die Zelle

Das Forscherteam konnte zeigen, dass Vitamin B12 (Anmerkung: Beispiel für ein Vitamin B-Komplex-Ergänzungsmittel (Partner-Link)) gleich auf zwei Ebenen wirkt: Es stabilisiert die Zusammensetzung der Zellmembranen und unterstützt die Entgiftung der Zelle von freien Radikalen. Beides sind Schlüsselfaktoren, wenn es darum geht, die Entstehung und das Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung zu bremsen.

Prävention fängt im Alltag an

Noch müssen klinische Studien die Laborergebnisse bestätigen. Doch die Botschaft ist klar: Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte seinen Vitamin-B12-Status regelmäßig überprüfen. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung – gegebenenfalls ergänzt durch Nahrungsergänzungsmittel – kann helfen, einem Mangel vorzubeugen.

(Quelle: Wie Vitamin B12 die Alzheimer-Erkrankung beeinflusst, SRH Hochschule für Gesundheit, Informationsdienst Wissenschaft (idw))

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Immunsystem: Natürliche Schutzkraft aus der Lärche

Immunsystem: Natürliche Schutzkraft aus der Lärche

Studie bestätigt Wirksamkeit eines natürlichen Inhaltsstoffes der Lärche

Könnte ein Baum helfen, das Immunsystem zu stärken und das Risiko schwerer COVID-19-Erkrankungen zu verringern? Genau diese Hoffnung nährt eine Studie von Forschern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Universität Marburg und des Twincore-Zentrums für Experimentelle und Klinische Forschung. Im Mittelpunkt: Taxifolin, ein Naturstoff, der aus dem Holz der Lärche gewonnen wird.

Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Taxifolin einen entscheidenden Botenstoff des Körpers beeinflussen kann: Prostaglandin E2 (PGE2). Dieser Stoff schwächt bei Virusinfektionen die Immunabwehr, indem er die Zahl wichtiger Abwehrzellen reduziert. Genau das macht ältere Menschen und vor allem Männer mit Bewegungsmangel besonders anfällig für schwere COVID-19-Verläufe.

Die Untersuchungen zeigten, dass Taxifolin den PGE2-Spiegel senken und dadurch die Abwehrkräfte stärken kann. Damit eröffnet sich ein völlig neuer Blick auf die vorbeugende Unterstützung des Immunsystems – und das mit einer natürlichen Substanz, die bereits als Nahrungsergänzungsmittel frei erhältlich ist.

Besonders spannend: In Zellkulturversuchen zeigte sich, dass Taxifolin die Immunzellen fördert, die im Kampf gegen Viren entscheidend sind. Für Menschen mit erhöhtem Risiko – etwa ältere Personen mit wenig Bewegung – könnte der Naturstoff daher ein wertvoller Verbündeter werden. Weitere Studien sind erforderlich, um festzustellen, ob es für Risikopatienten als Vorbeugemaßnahme in Betracht kommt.

(Quelle: Mit Lärchenextrakt und mehr Bewegung die Virusabwehr stärken, Medizinische Hochschule Hannover, Informationsdienst Wissenschaft (idw))

Mehr Interesse an solchen Erkenntnissen?

Die Meldung wurde inspiriert durch einen Beitrag in dem Buch „Medizin & Gesundheit: Hilft das überhaupt?“. Das Buch steckt voller wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Wirksamkeit natürlicher Heilmittel und Hilfsmittel.

Buchdaten: Michael Petersen, Reaktion mediportal-online.eu, Medizin & Gesundheit: Hilft das überhaupt?, ISBN 978-3-384-60436-1, Info-Seite zum Buch beim Verlag.

Eine Buchbeschreibung findet sich im Bücher-Blog.

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Vitamin D bei Krebs: Unterschätzt, aber lebenswichtig

Vitamin D bei Krebs: Unterschätzt, aber lebenswichtig

Wie Vitamin D die Krebstodesrate in Europa drastisch senken könnte

Vitamin D ist weit mehr als nur ein Knochenstärker. Neue Forschungsergebnisse legen nahe: Es könnte zum entscheidenden Faktor im Kampf gegen den Krebs werden – und Leben retten.

Ein Mangel an Vitamin D wird längst nicht mehr nur mit Rachitis oder Muskelschwäche in Verbindung gebracht. Immer mehr Studien zeigen: Auch das Immunsystem leidet, die Infektanfälligkeit steigt – und das Risiko für eine Vielzahl chronischer Erkrankungen nimmt zu. Besonders brisant: Große Meta-Analysen belegen, dass die regelmäßige Einnahme von Vitamin D-Präparaten die Krebssterblichkeit um durchschnittlich 13 Prozent senken kann.

Doch was wäre, wenn diese Wirkung nicht nur durch Kapseln erzielt würde – sondern direkt über die tägliche Ernährung?

Einige Länder wie die USA, Kanada oder Finnland gehen genau diesen Weg: Dort werden Lebensmittel bereits seit Jahren gezielt mit Vitamin D angereichert. In vielen anderen Teilen der Welt bleibt dieses Potenzial bislang ungenutzt.

Forscher am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ haben deshalb nachgerechnet. Sie analysierten Richtlinien zur Vitamin-D-Anreicherung aus 34 europäischen Ländern, sammelten Daten zu Krebssterblichkeit und Lebenserwartung – und verknüpften all dies mit Ergebnissen klinischer Studien zur Auswirkung der Gabe von Vitamin D auf die Sterblichkeit bei Krebs.

Das Ergebnis: Bereits heute verhindert in den beobachteten Ländern die gezielte Anreicherung von Lebensmitteln circa 27.000 Krebstodesfälle pro Jahr. Würden alle europäischen Staaten diesem Beispiel folgen, könnten laut Modellrechnungen jährlich bis zu 130.000 Todesfälle vermieden werden – das sind rund neun Prozent aller krebsbedingten Sterbefälle in Europa.

Auch wenn Vitamin D durch Sonnenlicht im Körper gebildet werden kann – gerade bei älteren Menschen, in den Wintermonaten oder bei wenig Aufenthalt im Freien reicht das oft nicht aus. Der Krebsinformationsdienst des DKFZ empfiehlt deshalb, sich zwei- bis dreimal pro Woche für etwa zwölf Minuten unbedeckt im Sonnenlicht aufzuhalten – zusätzlich zur Zufuhr über Nahrung oder Supplemente.

Die regelmäßige Vitamin D-Gabe für Kinder ist weltweit längst Standard und hat Krankheiten wie Rachitis fast verschwinden lassen. Höchste Zeit, auch die Versorgung Erwachsener neu zu denken – und eine einfache Maßnahme zu nutzen, die Leben retten kann.
(Quelle: Vitamin D-Anreicherung von Lebensmitteln – Potenziale auch für die Krebsprävention, Deutsches Krebsforschungszentrum, Informationsdienst Wissenschaft (idw))

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