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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Vegane Aufstriche – nachhaltig und ohne Zusatzstoffe

Forschungsteam entwickelt neue Verarbeitungswege

Immer häufiger landen pflanzliche Brotaufstriche und Frischkäsealternativen im Einkaufskorb. Solche Produkte enthalten meist viele Zusatzstoffe und wenig Protein. Forschende der Technischen Universität Berlin und der belgischen Universität KU Leuven nutzen Fermentation und nicht-thermische Technologien, um vegane Aufstriche nachhaltig und ohne den Einsatz solcher Zusatzstoffe herzustellen. Das laufende Projekt „Vegan Spreads“ (2023-2025) wird vom Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) koordiniert.

Bei der Fermentation kommen Starterkulturen zum Einsatz, die Exopolysaccharide (EPS) bilden. EPS wirken sich auf Stabilität und Textur der Aufstriche aus. Daher kann auf den Einsatz von Zusatzstoffen wie Hydrokolloide (griechisch: hydro = „Wasser“, kolla = „Leim“) verzichtet werden. Auch Proteingehalt, Streichfähigkeit und Geschmack müssen stimmen, damit die entwickelten Produkte bei den Kunden ankommen. Mit einer geplanten Marktstudie und Verbraucherumfrage soll die Nachfrage sichergestellt werden.

Nebenbei trägt der innovative Ansatz auch zu mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion bei. Durch nicht-thermische Technologien wie Ultraschall, gepulste elektrische Felder (PEF) und Hochdruckverfahren lassen sich Verarbeitungsprozesse optimieren. Dadurch werden nicht nur thermische Schädigungen der Inhaltsstoffe vermieden, sondern auch Wasser- und Energieverbrauch sowie Umweltauswirkungen reduziert.

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen können die neuen Erkenntnisse nutzen, um vegane Aufstriche und pflanzliche Frischkäsealternativen mit einem ausgewogenen Nährstoffprofil ohne Zusatzstoffe herzustellen. Firmen, die bereits nicht-thermische Technologien einsetzen, können dadurch neue Märkte erschließen, erklärt der FEI.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Proteinreiche vegane Brotaufstriche ohne Zusatzstoffe: Transnationales Forschungsteam nutzt hohes Potential der Fermentation: www.fei-bonn.de/gefoerderte-projekte/projekte-des-monats/pdm-2024-10

Vegane Lebensmittel: bzfe.de/lebensmittel/trendlebensmittel/vegane-lebensmittel

Vegane Brotaufstriche selbst gemacht: bzfe.de/was-wir-essen-blog/blog-archiv/gemuese-aufs-brot

Nachhaltige Ernährung – Planetary Health Basics: bzfe.de/nachhaltiger-konsum/grundlagen/nachhaltige-ernaehrung

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Dr. Margareta Büning-Fesel
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Redaktion:
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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Was ist neu an der Ernährungspyramide?

Obst und Gemüse als gemeinsame Lebensmittelgruppe

„Genießen Sie mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag, am besten in ihrer jeweiligen Erntesaison.“ So steht es in den neuen Ernährungs­empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Obst und Gemüse werden darin jetzt zu einer Lebensmittelgruppe zusammengefasst. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) hat seine Ernährungspyramide daran angepasst und stellt Obst und Gemüse nun ebenfalls in einem gemeinsamen Symbol dar. Die bisherige Verteilung auf zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse entfällt damit.

Innerhalb der Lebensmittelgruppe möglichst vielfältig zu essen, wird jedoch weiterhin empfohlen. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist bei einer bunten Mischung die genaue Verteilung zwischen Obst und Gemüse weder für die Gesundheit noch für die Nachhaltigkeit entscheidend. Für beide Aspekte gilt: mehr Obst und Gemüse und gleichzeitig weniger tierische Lebensmittel essen. Wer die Kalorien- oder Zuckerzufuhr beschränken möchte, kann mehr Gemüse als Obst essen. So werden weniger Fruchtzucker und Energie aufgenommen.

Neben Obst und Gemüse gehören auch Speisepilze und Trockenobst zu dieser Lebensmittelgruppe. Bis zu zwei Gläser Frucht- oder Gemüsesaft pro Woche können die täglichen fünf Portionen Obst und Gemüse zusätzlich ergänzen.

Aber wie groß ist eine Portion? Eine Portion lässt sich allgemein mit der eigenen Hand abmessen. Kleinstückiges Gemüse und Obst, wie zum Beispiel Cocktailtomaten oder Beeren, passt in zwei Hände, die zu einer Schale geformt sind. Beim Trockenobst fällt die Portion kleiner aus, da der Fruchtzuckergehalt durch das Trocknen höher ist. Hier ist nur eine Hand das Maß. Großstückiges, wie ein Apfel oder eine Paprikaschote, passen in eine Hand.

Dass Obst und Gemüse Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe liefern und damit gut für Gesundheit und Sättigung sind, ist bekannt. Jedes Gemüse und Obst enthält aber auch andere wertvolle Inhaltsstoffe. Sogar innerhalb einer Art oder durch verschiedene Reifegrade kann es Unterschiede geben. Auch deswegen hilft es, vielfältig auszuwählen, ganz nach dem Motto: Bunt ist gesund. Gemüse sowohl roh als auch gegart zu essen bringt ebenfalls Vorteile: Manche Inhaltstoffe sind im rohen Zustand in höherer Konzentration enthalten, andere werden erst durch das Garen besser verfügbar.

Auch Obst und Gemüse mit kleinen „Macken“ und abweichenden Formen ist eine gute Wahl und muss nicht in der Tonne landen. Zu Eintöpfen, Smoothies oder in Saucen verarbeitet, fallen äußere Makel nicht mehr auf. Wer nach der Saison einkauft und isst, hat im Laufe des Jahres automatisch viel Abwechslung auf dem Teller und es landet häufig besonders frische und nachhaltigere Ware im Einkaufskorb.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Alle Infos zur Ernährungspyramide: https://www.bzfe.de/bzfe-ernaehrungspyramide

FAQs zur Ernährungspyramide: https://www.bzfe.de/faq-ernaehrungspyramide

Lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen der DGE: https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/lebensmittelbezogene-empfehlungen-der-dge/

Fokus Obst und Gemüse: https://www.bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/fokus-obst-und-gemuese/

Gemüse – frisch und gesund:  https://www.bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/gemuese/

Obst – essbare Früchte: https://www.bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/obst/

„How-to“ Obst und Gemüse – Kompaktinfos zum Einkauf, Lagern und Zubereiten: https://www.bzfe.de/lebensmittel/zubereitung/how-to-obst-und-gemuese/

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„Risiko“ für die Ohren

Bundesinstitut startet Podcast-Reihe

Tageszeitungen, Nachrichtenportale und Social-Media-Posts warnen ständig vor neuen Gesundheitsgefahren: Weichmacher in Sonnencremes, Mikroplastik im Körper oder Schadstoffe in Lebensmitteln. Was ist tatsächlich dran an diesen angeblichen Gefahren? Wie groß ist das Risiko? Um wissenschaftliche Themen für die Öffentlichkeit leichter zugänglich zu machen, startet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ein neues Audioformat: „Risiko – Der BfR-Podcast“.

Der Podcast erscheint zukünftig etwa einmal pro Monat. Die einzelnen Folgen sind knapp 30 Minuten lang und stellen immer ein einzelnes gesundheitliches Risiko in den Mittelpunkt. Im lockeren Gespräch erklären Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die wichtigsten Punkte rund um tatsächliche oder vermeintliche gesundheitliche Risiken. Dabei werden auch Mythen und Falschmeldungen thematisiert, die teilweise seit Jahren im Internet kursieren. In der ersten Folge geht es um die Frage, wie Risikobewertung überhaupt funktioniert und wie Risiken wahrgenommen werden. Weitere Themen sind gesundheitliche Risiken rund um Tätowierungen und Mikroplastik.

Der „Risiko“-Podcast kann kostenfrei über alle gängigen Podcast-Plattformen und -Apps abonniert werden. Außerdem lassen sich alle Folgen auch einzeln über die BfR-Webseite abrufen.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Zum BfR-Podcast: https://podcast.bfr.bund.de/

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Negative Folgen von Adipositas

Welchen Einfluss hat die Umgebung?

Wenn in einer Gegend mehr Menschen stark übergewichtig sind, verringern sich offenbar die negativen Folgen von Adipositas im gesundheitlichen und sozialen Bereich. Vermutlich ist der abschwächende Effekt zum Teil auf eine geringere Stigmatisierung zurückzuführen, hat eine Studie der Universität Mannheim gezeigt.

Laut WHO sind 60 Prozent aller erwachsenen Europäer entweder übergewichtig oder fettleibig (adipös). „Bisherige Forschungen haben gezeigt, dass adipöse Menschen häufiger arbeitslos sind, weniger Freund*innen haben und eine schlechtere physische und mentale Gesundheit aufweisen. Sie erleben außerdem Vorurteile und Diskriminierung“, so die Mannheimer Forschenden.

Für die aktuelle Studie wurden Archivdaten von mehr als 3,4 Millionen Menschen aus den USA und dem Vereinigten Königreich ausgewertet. Die Daten beinhalteten Informationen über Gewicht, Größe, Wohnort sowie soziale, gesundheitliche und wirtschaftliche Details der Teilnehmenden.  In Regionen mit hoher Adipositasrate waren die negativen Konsequenzen weniger ausgeprägt, steht in der Fachzeitschrift „Psychological Science“. So waren Betroffene seltener alleinstehend und in einem schlechten gesundheitlichen Zustand als in Regionen mit niedriger Adipositasrate.

„Es ist nachvollziehbar, dass Menschen mit Adipositas in Regionen mit niedrigen Adipositasraten stärker auffallen und deshalb ganz andere soziale Erfahrungen im Alltag machen“, erklärt Dr. Jana Berkessel von der Universität Mannheim. Die Studie zeigte, dass die Voreingenommenheit gegenüber stark Übergewichtigen in Gebieten mit hoher Adipositasrate geringer war. Außerdem gab es dort weniger Gelegenheiten für einen Vergleich mit schlanken Menschen, was Wohlbefinden und Selbstwertgefühl beeinträchtigen kann.

Weitere Studien sind jedoch nötig, um die Resultate zu untermauern. In Regionen mit geringer Adipositasrate wäre es wichtig, Vorurteile abzubauen und Betroffene beim Umgang mit Diskriminierung zu unterstützen. Wenn Adipositas stark verbreitet ist, sollte die Aufklärung über Gesundheitsrisiken im Fokus stehen. Denn unabhängig vom Wohnort besteht bei Adipösen ein größeres gesundheitliches Risiko.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1177/09567976241265037

Adipositas: Gesundheitliche und soziale Folgen hängen vom Wohnort ab: https://www.uni-mannheim.de/newsroom/presse/pressemitteilungen/2024/oktober/adipositas/

BMI-Rechner: Bin ich übergewichtig? https://www.bzfe.de/bmi-rechner/

Adipositas und Stigmatisierung: https://www.bzfe.de/fileadmin/resources/Ernaehrung_allgemein/eif_180708_praevention_therapie.pdf

Gewichtsstigmatisierung beginnt in der Jugend: https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2024/mai/gewichtsstigmatisierung-beginnt-in-der-jugend/

Wohlfühlgewicht. Das passende Körpergewicht finden:https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/wohlfuehlgewicht/

Bauchumfang entscheidend für das gesundheitliche Risiko: https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/bauchumfang-entscheidend-fuer-das-gesundheitliche-risiko/

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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Verwendung von Jodsalz in Deutschland

Aufklärungsbedarf vor allem bei Jüngeren

Was essen die Menschen in Deutschland am liebsten? Worauf achten sie beim Einkauf? Was macht „gutes Essen“ für sie aus? Um Meinungen und Wünsche der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie aktuelle Trends zu erfassen, befragt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jedes Jahr in einer repräsentativen Umfrage Personen ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten.

In diesem Jahr gab es zusätzlich Fragen rund um die Verwendung von jodiertem Speisesalz im Haushalt. Die Ergebnisse sind:

  • 76 Prozent nutzen Jodsalz zu Hause.
  • 15 Prozent achten darauf, ob verarbeitete Lebensmittel mit Jodsalz hergestellt wurden.
  • 36 Prozent fänden es gut, wenn es mehr Lebensmittel mit Jodsalz gäbe.

Nur gut ein Drittel der jungen Menschen (36%) wusste, warum sie Jodsalz nutzen sollten. Dagegen waren 80 Prozent der älteren die Gründe dafür bekannt.

Dieser bessere Wissensstand könnte auf die Maßnahmen zur Jodmangelprophylaxe zurückzuführen sein, die es seit Anfang der 1980er-Jahre in Deutschland gab. Möglicherweise erinnern sich die älteren Befragten daran. Der einprägsame Slogan „Wenn Salz, dann Jodsalz“ wurde im September 2023 von der Bundesregierung und dem BMEL für ihre Informationsoffensive geprägt. Die Offensive soll für die Bedeutung von Jod für die Gesundheit und die Verwendung von jodiertem Speisesalz im Haushalt und in der Lebensmittelherstellung sensibilisieren.

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Es ist Bestandteil der Schilddrüsenhormone, die eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielen. Sie regulieren unter anderem den Energiestoffwechsel, die Körpertemperatur, das Immunsystem und beeinflussen die Vorgänge im Gehirn. Da wir Jod nicht selbst bilden können, müssen wir es regelmäßig mit dem Essen aufnehmen. Wenn wir zu wenig Jod bekommen, kann das gesundheitliche Probleme verursachen und die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit einschränken.

Deshalb empfiehlt auch das Bundeszentrum für Ernährung: Mahlzeiten zuhause am besten mit Jodsalz zu würzen. Achten Sie zusätzlich darauf, dass Sie jodreiche Lebensmittel wie Fisch, Milchprodukte oder Eier regelmäßig essen und achten Sie aufs Etikett. Wurde das betreffende Produkt mit Jodsalz hergestellt? Dann haben Sie gute Chancen, ausreichend Jod zu bekommen und so Ihre Leistungsfähigkeit gut zu unterstützen. Menschen, die auf tierische Lebensmittel ganz oder teilweise verzichten, können nach ärztlicher Beratung ein Jodsupplement nutzen.

Dr. Birgit Jähnig,
www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Wenn Salz, dann Jodsalz. Wie die Jodversorgung gelingen kann: bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/wenn-salz-dann-jodsalz

Informationsoffensive Jodsalz des BMEL: BMEL – Jodsalz

Der BMEL-Ernährungsreport 2024: bmel.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport-ueberblick.html

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Die Ernährungspyramide steht Kopf

In Verkaufsprospekten dominieren Süßes und Snacks

Mit der Werbung in ihren Verkaufsprospekten stellt der Lebensmittelhandel die Ernährungspyramide buchstäblich auf den Kopf: Nach einem aktuellen Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg bewerben Supermärkte und Discounter in ihren Verkaufsprospekten zu selten Produkte aus Lebensmittelgruppen wie Obst, Gemüse und andere pflanzliche Lebensmittel, die laut Ernährungspyramide reichlich gegessen werden sollten. Stattdessen finden sich in den Prospekten oft Lebensmittel, die nur in Maßen oder sparsam verzehrt werden sollten, wie zum Beispiel Süßes, Snacks, Fleisch oder Wurst.

Für die Untersuchung wurden von Mai bis August 2024 insgesamt 3.457 Abbildungen in Werbeblättern von sechs Supermärkten und Discountern erfasst. So häufig kamen die verschiedenen Lebensmittelgruppen in den Abbildungen der Verkaufsprospekte vor:

  • 30 Prozent Genusswaren: Süßigkeiten, Süßes Gebäck, Salzige Snackwaren (Chips, Flips etc.), Alkohol, Süße Getränke, Süße Cerealien
  • 15 Prozent Fleisch- und Wurstprodukte
  • 15 Prozent Milch- und Milch-Alternativen
  • 14 Prozent Fertiggerichte und Convenience-Produkte
  • 11 Prozent Obst und Gemüse und verarbeitetes Obst
  • 5 Prozent Brot, Getreide, Kartoffeln und andere Beilagen
  • 3 Prozent Getränke: Wasser, Tee, Kaffee
  • Restliche 7 Prozent: Fett (Butter, Margarine, Öle), Fisch, Saft, Fleisch-Alternativen, Nüsse

Diese Verteilung unterscheidet sich sehr von der Ernährungspyramide des Bundeszentrums für Ernährung. Diese zeigt anschaulich, wie eine ausgewogene, abwechslungsreiche und nachhaltige Ernährung aussehen kann. In der Pyramide finden acht Lebensmittelgruppen auf sechs Ebenen Platz. Die Ampelfarben und die Pyramidenform zeigen beispielsweise Vorfahrt für Getränke, Obst und Gemüse sowie Brot, Getreide und Beilagen. Sie sind im grünen Bereich. Wichtig ist außerdem, weniger zucker- und salzhaltige Lebensmittel auszuwählen.

In den Werbeblättern aller Anbieter finden sich zudem nur wenige Lebensmittel mit Bio-Siegel (8 Prozent) oder Fair-Trade-Label (1 Prozent). „Die Unternehmen werben zwar oft mit schönen Worten und Bildern für ihr Nachhaltigkeitsengagement, in den Prospekten wird aber wenig davon geboten“, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Von allen untersuchten Lebensmitteln wurden 1.447 (42 Prozent) sichtbar als preisreduziert dargestellt. Über die Hälfte davon (844 Produkte / 58 Prozent) fallen in die Kategorien Süßes und Snacks, Fleisch sowie alkoholische Getränke. Bei jedem der untersuchten Händler zählen Süßigkeiten und Snacks zu den am häufigsten reduzierten Lebensmittelgruppen.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Ergebnisse des Marktchecks der Verbraucherzentrale Hamburg: www.vzhh.de/verkaufsprospekte

Alle Infos zur Ernährungspyramide: bzfe.de/bzfe-ernaehrungspyramide

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Getreide-ABC: Dinkel

Von Grünkern zum Trendgetreide

Dinkel (Triticum aestivum ssp. spelta) gehört zur großen Weizenfamilie. Es ist die dem klassischen Brotweizen am engsten verwandte Getreideart. Da man keine Wildformen kennt, geht die Wissenschaft davon aus, dass Dinkel aus einer Kreuzung von Weizen und Emmer auf natürliche Weise im Feld entstanden ist. Zwar ist Dinkel noch nicht so stark züchterisch verändert und beeinflusst worden, eine Einordnung unter „Urgetreide“ wäre aber kaum gerechtfertigt: Die ältesten Sorten die es gibt sind vielleicht 100 bis 200 Jahre alt, werden aber heute nicht mehr angebaut.

Im Mittelalter war Dinkel, auch „Schwabenkorn“ genannt, ein wichtiges Nahrungsmittel. Er verlor erst im frühen 20. Jahrhundert an Bedeutung, vor allem wegen des geringeren Kornertrags pro Fläche im Vergleich zu Weizen. Außerdem ist im Gegensatz zu Weizen noch ein weiterer Arbeitsschritt nötig, um das Korn aus den festsitzenden Hüllspelzen zu befreien. Die Verwendung beschränkte sich früher fast ausschließlich auf Grünkern; das ist unreifes, gedarrtes Dinkelkorn.

Erst in den letzten 20 bis 30 Jahren wurde Dinkel als hochwertiges, schmackhaftes und vielseitiges Getreide wiederentdeckt und erlebt seitdem eine Renaissance, Tendenz stark steigend. Das Kornertragspotenzial von modernen Dinkelsorten liegt heute auch bei 70 bis 85 Prozent von Winterweizen.

Grundsätzlich kann man bei nahezu allen Rezepten Weizenmehl durch Dinkelmehl ersetzen. Allerdings ist auch bei der Verarbeitung von Dinkelmehl das Know-how des Bäckers gefragt. Dinkel verfügt über einen höheren Klebergehalt als Weizen, allerdings mit anderen Eigenschaften: elastischer, mit weniger Dehnwiderstand und geringerer Teigstabilität. Dinkelteige sollten beispielsweise im Vergleich zu Weizenteigen weniger intensiv geknetet werden und die geringe Wasseraufnahmefähigkeit von Dinkelmehl muss mit Hilfe von Vorteigen oder Brühstücken gesteigert werden. Beim Backen mit Vollkornmehlen muss ohnehin mehr Flüssigkeit zugesetzt werden, ganz klassisch zum Beispiel über ein Brühstück. Dazu werden 10 bis 20 Prozent des Vollkornmehls mit der gewichtsgleichen Menge kochendem Wasser übergossen, so dass die Stärke teilweise verkleistert. Das aufgenommene Wasser erhöht dann die Teigausbeute. Dinkelmehl gibt es in den Mehltypen 630, 812 sowie 1050 und als Vollkornmehl.

Obwohl viele denken, dass sie keinen Weizen wohl aber Dinkel vertragen, konnten intensive wissenschaftliche Studien dieses Phänomen bisher nicht erklären. Möglicherweise hängt die Verträglichkeit eher mit dem Herstellungsprozess (Stichwort: lange Teigführung) als mit dem Getreide selbst zusammen.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Getreide – Vielfalt an Sorten und Produkten: bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/getreide

Brot – vom Acker bis auf den Teller: bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/brot

Kann ich Weizenmehl durch Dinkelmehl ersetzen? bzfe.de/was-wir-essen-blog/blog-archiv/dinkelmehl-oder-weizenmehl

Dinkel und Grünkern – was ist der Unterschied? bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/dinkel-und-gruenkern

Getreide-ABC – Weizen: bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/getreide-abc-weizen

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Ernährungspyramide angepasst

Gesundheit, Ernährungsgewohnheiten und Nachhaltigkeit

Genussvoll essen und trinken. Dazu noch ausgewogen und abwechslungsreich. Wie das im Alltag gelingen kann, zeigt die seit Jahrzehnten in Deutschland verbreitete Ernährungspyramide des Bundeszentrums für Ernährung. Sie ist ein bewährtes und einfaches Modell zur Orientierung für den täglichen Speiseplan. So ist man mit allen Nährstoffen versorgt, beugt ernährungsmitbedingten Krankheiten vor und schützt dabei die Umwelt. Gleichzeitig bleibt viel Spielraum für persönliche Vorlieben und Bedürfnisse. Wer mag, kann damit das eigene Essverhalten überprüfen und falls sinnvoll anpassen.

Aufgrund der neuen lebensmittelbezogenen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), wurde die Ernährungspyramide angepasst. Vieles ist geblieben:

  • die dreieckige Form,
  • die Ampelfarben für eine erste quantitative Einordung und
  • die Bausteine für die einzelnen Lebensmittel-Portionen.

Zunächst fallen vielleicht die kleinen Stiländerungen auf. So ist die Ernährungspyramide nun frischer und auch barrierefrei illustriert, ohne ihren traditionellen Charakter zu verlieren. Bei genauerem Hinschauen zeigt sich, dass es auch inhaltliche Änderungen gibt, wie zwei neue Symbole: Hülsenfrüchte und Nüsse. Im Rahmen einer pflanzenbetonten und nachhaltigen Ernährung spielen sie eine wichtige Rolle und sind jetzt auch optisch hervorgehoben. Nüsse sind als eigene Gruppe in die Ernährungspyramide eingezogen, die Hülsenfrüchte teilen sich einen Baustein mit tierischen proteinreichen Lebensmitteln.

Auch bei den anderen Lebensmittelgruppen gibt es Änderungen. Die Bausteine für Öle und Fette sind nicht mehr rot, sondern gelb. Dadurch wird ihre Bedeutung als wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung betont. Gemüse und Obst sind nun eine gemeinsame Lebensmittelgruppe, da sie in den neuen DGE-Empfehlungen ebenfalls zusammengefasst sind. Bei den Milchprodukten sind es aus Gründen der Nachhaltigkeit zwei Portionen statt der bisherigen drei. Eine Fleischscheibe steht jetzt für Fleisch, Fisch, Wurst und Ei. Für die Extras sind Schokolade und Chips beispielhaft illustriert.

Ist die „Alte“ nun falsch? Nein. Wie auch die bisherigen DGE-Empfehlungen ist die bisherige Ernährungspyramide nicht falsch. Auch sie stellt eine gesundheitsförderliche und pflanzenbetonte Ernährung dar. Sie kann daher nach wie vor genutzt werden. Die aktualisierte Ernährungspyramide bildet die neuen DGE-Empfehlungen ab. Diese verbinden nicht nur die Aspekte Gesundheit und Ernährungsgewohnheiten, sondern auch das Thema Nachhaltigkeit findet Berücksichtigung. Die Reduktion der Umweltbelastung wurde bei den Empfehlungen mit einbezogen und es zeigte sich, dass eine gesundheitsfördernde und umweltschonende Ernährung Hand in Hand gehen. Dies verdeutlicht das neue Symbol „Gut für dich und die Umwelt“ neben der Ernährungspyramide, das als Denkanstoß dienen oder als Gesprächsanlass verwendet werden kann.

Wie die neuen DGE-Empfehlungen richtet sich die aktualisierte Ernährungspyramide an gesunde Erwachsene, die neben pflanzlichen Lebensmitteln auch Milch, Ei, Fisch und Fleisch essen. Menschen mit besonderen Nährstoffbedarfen können die Ernährungspyramide zur groben Orientierung bei der Lebensmittelauswahl und den Mengenverhältnissen nutzen, bis es speziellere Empfehlungen für sie gibt. Dazu gehören zum Beispiel Kinder, Jugendliche, ältere Personen und Menschen, die sich vegetarisch ernähren.

Die Webseite und die Materialien des BZfE werden nun Schritt für Schritt überarbeitet. Aktuell finden Sie auf www.bzfe.de grundlegende Informationen zur angepassten Ernährungspyramide. Tiefergehende Fachinformationen werden folgen. Die aktualisierte Ernährungs­pyramide kann man hier herunterladen: bzfe.de/bildlizenzen.

www.bzfe.de

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Alkoholkonsum im Alter

Schon geringe Mengen ein Risiko?

Auch wenn ältere Menschen nicht viel Alkohol trinken, haben sie offenbar eine geringere Lebenserwartung und eine erhöhte Krebssterblichkeit. Das lassen Resultate einer Untersuchung der Universidad Autónoma de Madrid vermuten, für welche Daten von mehr als 135.000 Menschen ab 60 Jahren aus der UK-Biobank-Studie ausgewertet wurden.

Lange Zeit galt Alkohol in Maßen als akzeptabel oder sogar für die Gesundheit förderlich. Nach Ansicht der Forschenden ist diese Annahme auf eine Verzerrung von Studiendaten zurückzuführen. Bislang wurden bei der Auswertung Abstinenzler als Referenzgruppe genommen. Für die aktuelle Studie wurde deswegen ein gelegentlicher Alkoholkonsum (höchstens 2,86 g reiner Alkohol täglich) mit einem geringen (bis 20 g für Männer, bis 10 g für Frauen), moderaten (20 bis 40 g für Männer, 10 bis 20 g für Frauen) und hohen Konsum (mehr als 40 g für Männer, mehr als 20 g für Frauen) verglichen. Zum besseren Einordnen: 0,5 Liter Bier, sowie 0,2 Liter Wein enthalten bereits etwa 20 g Alkohol.

Ältere Menschen mit geringem Konsum hatten im Vergleich zu denen mit gelegentlichem
Konsum ein um sechs Prozent höheres Sterblichkeitsrisiko und eine um elf Prozent höhere Krebssterblichkeit. Ein moderater bzw. hoher Konsum ließ das Sterblichkeitsrisiko um 10 bzw. 33 Prozent ansteigen. Senioren mit chronischen Erkrankungen und aus ärmeren Verhältnissen hatten ein höheres Gesundheitsrisiko durch Alkoholkonsum, ist im Fachjournal „JAMA Network Open“ zu lesen. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, sind aber keine ursächlichen Zusammenhänge nachweisbar.

Die Studienergebnisse decken sich mit dem neuen Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zum Thema Alkohol. Demnach gibt es keine risikofreie Menge für einen unbedenklichen Konsum, sodass kein oder möglichst wenig Alkohol getrunken werden sollte.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle

Alkohol – Zufuhr in Deutschland, gesundheitliche sowie soziale Folgen und Ableitung von

Handlungsempfehlungen: dge.de/wissenschaft/stellungnahmen-und-fachinformationen/positionen/alkohol

Ein Gläschen für die Gesundheit? Der Mythos ist nicht wahr: bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/ein-glaeschen-fuer-die-gesundheit

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Was darf alles in Nahrungsergänzungsmitteln stecken?

Erlaubt ist nur, was sicher ist

Nahrungsergänzungsmittel sind dazu gedacht, die Ernährung gesunder Menschen zu ergänzen. Dass sie klassische Nährstoffe wie Vitamine oder Mineralstoffe enthalten, liegt auf der Hand. Es ist rechtlich geregelt, welche Vitamin- und Mineralstoffverbindungen verwendet werden dürfen. An verbindlichen Höchstgehalten wird derzeit auf EU-Ebene gearbeitet. Aber was ist mit anderen, teils exotischen Zutaten von Nahrungsergänzungsmitteln? Zum Beispiel dem Öl der Mikroalge Schizochytrium, Grüntee-Extrakt oder dem Naturfarbstoff Quercitin – wie ist ihr Zusatz eigentlich geregelt?

In der Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV) steht, dass Nahrungsergänzungsmittel auch „andere Stoffe mit ernährungsspezifischer oder sonstiger Wirkung“ enthalten dürfen. Ein Beispiel ist das Flavonoid Quercitin, das natürlicherweise in vielen pflanzlichen Lebensmitteln wie Äpfeln vorkommt. Versuche im Reagenzglas zeigen, dass Quercitin eine antioxidative Wirkung besitzt. Es ist aber nicht nachgewiesen, dass ein Verzehr von isoliertem Quercitin gesundheitsförderlich ist. Mit solch einem Wirkversprechen darf daher nicht geworben werden. Als Zutat zugesetzt werden darf isoliertes Quercitin Nahrungsergänzungsmitteln aber durchaus – vorausgesetzt, das Produkt ist sicher. Sicher heißt: Es muss ausgeschlossen sein, dass der Verzehr Gesundheitsschäden hervorruft. Dazu zählen kurzfristig auftretende Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen oder Brechreiz und langfristige Effekte wie Leberschäden oder Krebserkrankungen.

Bei einigen Stoffen aus der Natur ist bekannt, dass sie nicht sicher sind. So etwa gelten Extrakte aus Ephedrakraut und Yohimbin als gesundheitsschädlich. Es ist daher verboten, sie in Lebensmitteln einschließlich Nahrungsergänzungsmitteln einzusetzen. Diese EU-weit geltende Liste verbotener Stoffe ist bislang recht kurz, wird aber kontinuierlich erweitert. So gab es bei bestimmten Grüntee-Extrakten in den letzten Jahren immer mehr Hinweise auf eine leberschädigende Wirkung. Deshalb beschränkte die Europäische Union 2022 deren Einsatz in allen Lebensmitteln, also auch in Nahrungsergänzungsmitteln.

Manche Herstellerfirmen versprechen sich von exotischen Zutaten besondere Markterfolge – vor allem von solchen, die von Naturvölkern traditionell als Heilmittel genutzt werden. Belegt sind derlei Wirkungen in der Regel nicht. Die Werbung damit ist also unzulässig, und manchmal auch der Vertrieb der Produkte. Für viele exotische Zutaten wie Kava-Kava, Hoodia oder Maca fehlt es allerdings an Erkenntnissen über den sicheren Verzehr. Lebensmittel oder Zutaten, die vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang in der EU verzehrt wurden, gelten als neuartiges Lebensmittel (Novel Food) und ihre Verwendung in Lebensmitteln muss zugelassen werden. Erst dann dürfen sie in der EU vermarktet werden. Das Öl der Mikroalge Schizochytrium beispielsweise wurde bereits vor rund 20 Jahren als Novel Food zugelassen. Es darf auch als Zutat in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden, allerdings mit einer Höchstgehaltsbeschränkung.

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Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) „Mikronährstoffe und Co.“: https://www.mikroco-wissen.de/

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