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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Was hält uns davon ab, gesund zu leben?

Zwischen guten Vorsätzen und Alltag

Viele Menschen wissen, was ihrer Gesundheit gut tut – dennoch fällt die Umsetzung im Alltag oft schwer. Eine aktuelle Studie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie liefert dafür eine neurobiologische Erklärung. Demnach steht unser moderner Lebensstil häufig im Widerspruch zu evolutionär geprägten und erlernten Verhaltensmustern im Gehirn.

Vielen Menschen ist bewusst, dass eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf wichtige Bausteine für ein langes und gesundes Leben sind. Im Alltag ist die Umsetzung aber häufig eine Herausforderung. Weltweit nehmen chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden zu.

Die Studie untersucht diese Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln, die auch als „Lebensstil-Dissonanz“ bezeichnet wird. Dafür wertete das Forschungsteam wissenschaftliche Erkenntnisse aus verschiedenen Bereichen wie Neuro- und Evolutionsbiologie aus. Ziel war es, Ursachen besser zu verstehen und daraus Empfehlungen für den Alltag abzuleiten.

„Die Nichtbefolgung von Präventionsmaßnahmen darf nicht als Mangel an Willenskraft oder Wissen missverstanden werden“, erklärt Prof. Dr. Daniela Berg, Autorin der Studie. Vielmehr entstehe das Verhalten durch das Zusammenspiel von biologisch verankerten Belohnungssystemen, erlernten Verhaltensmustern und äußeren Einflüssen.

Besonders deutlich zeigt sich das bei Ernährung und Bewegung: In der Urzeit sicherte der Mensch sein Überleben, indem er seine Kräfte schonte und kalorienreiche Nahrung bevorzugte. Diese evolutionär verankerten Mechanismen wirkten bis heute und könnten etwa begünstigen, dass wir mehr essen, als notwendig wäre. Zudem spielen individuelle Erfahrungen und die Erziehung eine Rolle. Wenn Kinder etwa für positiv bewertetes Verhalten mit Süßigkeiten belohnt werden, können sich solche Muster dauerhaft im Gehirn verankern.

Auch Schlaf und Stress beeinflussen unser Verhalten. Obwohl ausreichender Schlaf wichtig für die Regeneration ist, blieben insbesondere gestresste Menschen häufig zu lange wach, so die Studie. Dadurch entstehe ein Teufelskreis: Schlafmangel verstärke die Anfälligkeit für kurzfristige Belohnungen und erschwere gesunde Entscheidungen zusätzlich.

Nach Ansicht der Forschenden kann die Aufklärung über solche Prozesse Menschen helfen, biologisch verankerte Verhaltensmuster zu erkennen und Alltagsentscheidungen bewusster zu steuern. Gesunde Gewohnheiten lassen sich dadurch schrittweise aufbauen und positiv verstärken.

Aus den Erkenntnissen ergeben sich drei Empfehlungen der Forschenden für den Alltag:

  1. Geduldig mit sich selbst sein: Verhaltensänderungen brauchen Zeit und Rückschläge gehören dazu.
  2. Ein Verständnis für die dahinterliegenden Mechanismen entwickeln und realistische Ziele setzen: Besonders bei Stress und Müdigkeit fallen viele leicht in alte Routinen zurück.
  3. Im Voraus planen: In ruhigen Momenten lassen sich gesunde Gewohnheiten leichter steuern – etwa indem man Einkaufslisten schreibt oder neue Schlafroutinen festlegt.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

Studie: Understanding Lifestyle Dissonance: A Neurobiological Narrative to Strengthen Preventive Health Behavior

Pressemitteilung zur Studie: Lebensstil-Dissonanz: Was uns davon abhält, gesund zu leben

BZfE: Die Ernährungspyramide – Mahlzeiten planen und genießen

BZfE: Gesunder Dreiklang für ein langes Leben – Ernährung, Bewegung, Schlaf

BZfE: Der Weg zum Wohlfühlgewicht – so klappt es Schritt für Schritt

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Versteckter Alkohol in Lebensmitteln

So lässt er sich erkennen

Alkohol steckt nicht nur in Wein, Bier oder Spirituosen. Auch einigen alltäglichen Lebensmitteln wird Alkohol zugesetzt – etwa für mehr Geschmack oder eine längere Haltbarkeit. Schon geringe Mengen können jedoch für Schwangere und Stillende, Kinder sowie abstinent lebende Alkoholkranke bedenklich sein, warnen die Verbraucherzentralen. Mit einigen einfachen Tipps lässt sich Alkohol beim Einkauf leichter erkennen und vermeiden.

Zutatenliste sorgfältig lesen: In manchen Produkten dient Alkohol als Konservierungsmittel oder Geschmacksträger. Beispiele können Aufbackbrötchen, Croissants, Fertigkuchen, Desserts, Pralinen, Grillsoßen, Salatdressings oder Speiseeis sein. Bei verpackten Lebensmitteln muss Alkohol in der Zutatenliste angegeben werden. Zu finden sind Begriffe wie Alkohol, Ethanol, Äthanol, Ethylalkohol und Trinkalkohol oder alkoholische Zutaten wie Weinbrand, Rum, Cognac, Sherry oder Amaretto. Dagegen handelt es sich bei sogenannten „Zuckeralkoholen“ oder „mehrwertigen Alkoholen“ um Süßungsmittel ohne Trinkalkohol.

Bei unverpackter Ware gezielt nachfragen: Für lose angebotene Lebensmittel, etwa in Bäckereien, Cafés oder Restaurants, gibt es in der Regel keine Zutatenliste. Hier hilft es, beim Personal nachzufragen. Häufig können Mitarbeitende Auskunft darüber geben, ob Alkohol enthalten ist.

„Alkoholfrei“ bedeutet nicht „ohne Alkohol“: Getränke wie Bier, Wein oder Malztrunk dürfen trotz der Kennzeichnung „alkoholfrei“ bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten. Für Kinder, Schwangere, Stillende sowie abstinent lebende Alkoholkranke sind solche Produkte nicht geeignet. Dagegen enthalten Getränke mit der Aufschrift „0,0 % Alkohol“ oder „ohne Alkohol“ höchstens 0,05 Volumenprozent Alkohol.

Vorsicht bei Kindern und Jugendlichen: Wenn sich junge Menschen früh an den Geruch und Geschmack von Alkohol gewöhnen, kann die natürliche Hemmschwelle sinken, Alkohol zu probieren. Deshalb sind auch Getränke mit der Kennzeichnung „0,0 % Alkohol“ für Kinder und Jugendliche nicht zu empfehlen. Abstinent lebende Alkoholkranke sollten aus Vorsichtsgründen ebenfalls darauf verzichten.

Beim Kochen und Backen für die Familie Alkohol meiden: Familienmahlzeiten sollten möglichst ohne Alkohol auskommen, da er auch bei hohen Temperaturen nicht vollständig verdampft. Für mehr Aroma und Geschmack gibt es viele Alternativen – etwa Apfel- oder andere Fruchtsäfte, Gemüsebrühe, frische Kräuter oder Gewürze wie Zimt, Vanille, Anis oder Kardamom.

Die Verbraucherzentralen sprechen sich aus genannten Gründen für eine eindeutige Kennzeichnung alkoholhaltiger Lebensmittel aus – insbesondere auch bei unverpackter Ware und Speisen in Restaurants.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

Verbraucherzentrale: Alkohol in Lebensmitteln: Wie erkenne ich versteckte Zutaten?

BZfE: Ein Gläschen für die Gesundheit? – der Mythos ist nicht wahr

BZfE: Alkoholkonsum in Deutschland neu bewertet: Ein Drittel trinkt riskant

BZfE: Kein Alkohol in der Stillzeit

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Jodversorgung in Deutschland geht zurück

Sind Nahrungsergänzungsmittel die Lösung?

Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement. Ergebnisse des Jodmonitorings vom Robert Koch-Institut zeigen jedoch, dass die durchschnittliche Jodversorgung in Deutschland seit Anfang der 2000er-Jahre wieder rückläufig ist: 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder nehmen im Durchschnitt zu wenig Jod auf. Das kann die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit ungünstig beeinflussen.

Die eigene Versorgung mit Jod kann aber jede und jeder einfach verbessern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich zwei Portionen Milch und Milchprodukte und ein bis zweimal Fisch pro Woche. Zur Unterstützung der Jodversorgung ist Seefisch wie Kabeljau, Seelachs, Hering und Makrele empfehlenswert. Wenn pflanzliche Milchalternativen statt Milch verwendet werden, am besten ein mit Jod angereichertes Produkt wählen. Zusätzlich zum Verzehr jodhaltiger Lebensmittel am besten jodiertes Speisesalz in der Küche verwenden und bei Lebensmitteln wie Brot oder Wurstwaren Produkte mit jodiertem Speisesalz bevorzugen. Die Zutatenliste gibt dazu Auskunft.

Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, braucht keine Nahrungsergänzungsmittel. Das gilt auch für Jod. „Gleichzeitig gibt es Menschen, für die eine ausreichende Jodaufnahme besonders wichtig ist. Wir sprechen von sogenannten Risikogruppen“, sagt Dr. Birgit Jähnig, Ernährungswissenschaftlerin am Bundeszentrum für Ernährung. „In der Schwangerschaft und Stillzeit, im Wachstum, bei vegetarischer und veganer Ernährung oder speziellen Diäten sollte besonders auf eine ausreichende Versorgung mit Jod geachtet werden.“

Jod ist außer für die Hormonproduktion in der Schilddrüse unter anderem auch für Wachstum und Entwicklung von Nervensystem und Gehirn unentbehrlich. Fachgesellschaften empfehlen schwangeren Frauen deshalb, nach Rücksprache mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt Jod in einer Dosis von 100 bis 150 Mikrogramm (µg) am Tag in Tablettenform einzunehmen. In der Stillzeit werden 100 µg täglich empfohlen.

bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Für wen sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

BZfE: Wenn Salz, dann Jodsalz

Netzwerk Gesund ins Leben: Jod in der Stillzeit –bewusste Ernährung plus Nahrungsergänzungsmittel

Netzwerk Gesund ins Leben: Folsäure, Jod und Co. – Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft

DGE: Referenzwert Jod

Arbeitskreis Jodmangel: Jod-Ratgeber

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Magnesium gegen Muskelkrämpfe

Wahrheit oder Mythos?

Das kennen wahrscheinlich viele: Nach einer intensiven Sporteinheit macht sich im Unterschenkel plötzlich ein Krampf bemerkbar und die Hand wandert fast automatisch zur Packung mit den Magnesiumpräparaten. Magnesium hilft schließlich gegen Muskelkrämpfe, heißt es. Aber stimmt das denn? Die wissenschaftliche Beweislage dafür ist tatsächlich ziemlich dünn: Studien zeigen keine klare Überlegenheit von Magnesiumpräparaten gegenüber Placebos.

Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion. Das bedeutet aber nicht, dass es bei Krämpfen hilft. Laut Forschenden von der Goethe-Universität Frankfurt sind für krampfende Muskeln während des Sports oder danach vor allem folgende Dinge verantwortlich: muskuläre Ermüdung (etwa durch zu starke Beanspruchung), eine verkürzte Muskulatur sowie starkes Schwitzen und gleichzeitig oft eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme.

Was kann man also tun? Am besten die Trainingsintensität langsam steigern und nicht unbedingt bei hohen Temperaturen Sport treiben. Und wenn es doch sehr warm ist, genügend trinken. Eine Möglichkeit, den Flüssigkeits- und Elektrolyte-Haushalt bei intensivem Training auszugleichen, ist, statt Wasser zum Beispiel Apfelschorle mit einer Prise Salz zu trinken.

Und wenn es doch zum Krampf kommt, am besten leichte Dehnübungen machen. Oder mit Essiggurkenwasser gurgeln – zu dieser ungewöhnlichen Erkenntnis kamen Forschende aus den USA. Sie vermuten, dass die Wirkung nicht auf dem enthaltenen Salz oder anderen Mineralien beruht. Vielmehr soll der saure Geschmack des Essigs bestimmte Rezeptoren im Rachenbereich stimulieren und diese senden ein Signal, das den Krampf im Muskel hemmen soll. Vorbeugend wirkt das übrigens nicht. Und ein Glas Essiggurken zum Training mitzunehmen, ist sicher gewöhnungsbedürftig.

Merle Schonvogel, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

BZfE: Wie informiere ich mich über Nahrungsergänzungsmittel?

DGE: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Magnesium

Studie: Magnesium bei Muskelkrämpfen

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Hauptsaison für frische Minze

Frischekick für Salate, Desserts und Getränke

Vor der Blüte im Juni/Juli ist die beste Zeit frische Minze zu ernten. Dann ist ihr Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten und damit das Aroma besonders intensiv. Mit ihrer mild-süßlichen bis angenehm scharfen Note verleiht das beliebte Küchenkraut vielen mediterranen und orientalischen Gerichten eine besondere Frische.

Besonders gut harmoniert Minze mit Kartoffeln, Hülsenfrüchten wie Linsen und Kichererbsen sowie sommerlichem Gemüse wie Gurken und Zucchini. Minze kommt häufig in herzhaften Gerichten der orientalischen Küche vor, zum Beispiel in Couscous, Bulgur-Salaten oder gefülltem Gemüse.

Auch in süßen Speisen ist Minze eine raffinierte Zutat – etwa in Schokoladenmousse, Zitronensorbet oder einer kalten Blaubeersuppe mit Vanillejoghurt. An heißen Tagen sorgen einige Blätter in Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen, selbstgemachter Limonade oder Eistee für eine belebende Erfrischung. Damit das volle Aroma erhalten bleibt, sollten die Blätter erst kurz vor der Verwendung abgezupft oder geschnitten werden.

Minze ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt und heute weltweit verbreitet ist. Die buschige Staude erreicht je nach Art und Sorte eine Höhe zwischen 30 und 80 Zentimetern. Typisch sind ihre elliptischen, am Rand gesägten Blätter sowie weiße, rosa oder violette Blüten.

Die Vielfalt an Arten und Sorten ist groß, aber für die Küche sind vor allem zwei Gruppen interessant: Pfefferminze (Mentha x piperita) und Grüne Minze (Mentha spicata). Echte Pfefferminze enthält besonders viel Menthol, das für den typischen Geschmack und den kühlen Effekt im Mund verantwortlich ist. Sie sollte nur sparsam und möglichst frisch eingesetzt werden. Grüne Minze hat einen deutlich geringeren Mentholgehalt und schmeckt milder und süßlicher.

Nicht nur als Küchenkraut, sondern auch als Heilpflanze hat Minze mit seinem Wirkstoff Menthol eine lange Tradition: Pfefferminztee aus getrockneten oder frischen Blättern gilt als bewährtes Hausmittel bei Magen-Darm-Beschwerden oder Erkältungen, während Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen lindernd wirken kann.

Frische Minze ist ganzjährig erhältlich – entweder lose als Bund oder im Topf. Beim Kauf sollten die Blätter gleichmäßig sattgrün sein. Geschnittene Stängel halten sich einige Tage in einem Glas Wasser oder in ein feuchtes Tuch gewickelt im Gemüsefach des Kühlschranks. Im Topf kann Minze auf einer hellen Fensterbank sogar weiterwachsen. Und noch ein praktischer Küchentipp: Frische Minze lässt sich hervorragend konservieren, indem man sie gehackt mit wenig Wasser in Eiswürfelbehältern einfriert – ideal für sommerliche Drinks.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Kleines Einmaleins der Küchenkräuter

BZfE: Kräuter-Knigge – so behalten Küchenkräuter ihr Aroma

BZfE: Kräuter und Gewürze – sicher einkaufen und richtig aufbewahren

BZfE: Frische Petersilie – glatt oder kraus, für Suppen oder kalte Speisen

BZfE: Salbei in der Küche – sanft erhitzt entfaltet sich das volle Aroma

BZfE: Koriander – das eigenwillige Küchenkraut

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Mehr Protein in den Wechseljahren?

Studienlage uneinheitlich

Wie viel Protein brauchen wir wirklich? Dieses Thema wird nicht nur in den Sozialen Medien, sondern auch in Magazinen und Sachbüchern kontrovers diskutiert. Die aktuelle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wird dabei teils als zu niedrig angesehen. Sie lautet 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und gilt für gesunde Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren. In Proteinen stecken Aminosäuren und Stickstoff zum Aufbau von Muskeln, Enzymen und Hormonen. Die DGE gibt mit ihrer Empfehlung die Menge an Protein an, die für den Erhalt der normalen Körperfunktionen benötigt wird. Für Menschen ab 65 Jahren wird 1 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag genannt. Dabei stützen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Studien, die zeigen, dass die körpereigene Proteinproduktion mit steigendem Alter sinkt. Der Körper braucht also mehr Nahrungsprotein, damit der Proteinaufbau nach wie vor gut funktioniert.

Auch für Frauen in den Wechseljahren werden häufig höhere Protein-Aufnahmemengen diskutiert. Der Abfall des Östrogenspiegels in dieser Zeit ist direkt mit Muskelabbau und Kraftverlust, einer Umverteilung des Fetts in den Bauchraum und einem verlangsamten Stoffwechsel verbunden. Außerdem steigt bei Frauen in den Wechseljahren durch die hormonellen Veränderungen das Risiko für Osteoporose, also eine verringerte Knochendichte. Die Knochendichte wird bis etwa zum 30. Lebensjahr aufgebaut und über die Jahre erhalten, sofern die Ernährung stimmt. Bei Osteoporose drohen vermehrt Knochenbrüche. Knochendichte und Muskeln hängen eng zusammen, denn stärkere Muskeln beanspruchen die Knochen stärker und führen so zu einem besseren Knochenerhalt. Daher ist es wichtig, in den Wechseljahren die vorhandenen Muskeln zu bewahren oder sogar mehr aufzubauen. Einige Ernährungswissenschaftlerinnen
und -wissenschaftler vertreten daher die Meinung, dass mehr Proteine in der Ernährung für Frauen in den Wechseljahren hilfreich seien, zum Beispiel 1,0 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Internationale Studienergebnisse zur Wirksamkeit dieser Maßnahme sind jedoch nicht eindeutig.

Auf jeden Fall ist es sinnvoll, zu jeder Mahlzeit ausreichend gute Proteinlieferanten zu essen. Das sind Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte, Milch- und Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier. Zum Beispiel liefert die Kombination von Eiern und Kartoffeln oder auch von Getreide und Hülsenfrüchten sehr gut verwertbares Protein. High-Protein-Produkte oder Proteinpulver vielleicht sogar „extra für Frauen“ braucht es dabei nicht.

Julia Icking, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Proteine – Baustoffe des Lebens

BZfE: Anders essen in den Wechseljahren – weniger Energie, mehr Nährstoffe

DGE: Leitlinie Protein

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Gemüsesaft im Trend

Vielseitig, gesund und einfach selbstgemacht

Verbraucher und Verbraucherinnen trinken mehr Gemüsesaft. Zumindest wird mehr gekauft: Im Jahr 2025 ist der Absatz um rund zehn Prozent gestiegen. Dennoch bleibt er mit durchschnittlich 2,2 Litern pro Kopf weiterhin auf niedrigem Niveau, berichtet der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie.

Gemüsesaft gilt grundsätzlich als sinnvolle Ergänzung einer ausgewogenen Ernährung. Auch wenn der gekaufte Saft im Vergleich zu frischem Gemüse kaum noch Ballaststoffe enthält, weil die festen Rückstände nach dem Entsaften nicht in der Verpackung landen. Dennoch liefert er wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Aufgrund ihres hohen Energiegehalts sollten Gemüse- und Fruchtsäfte jedoch nur in Maßen konsumiert oder idealerweise als Schorle (ein Teil Saft, drei Teile Wasser) verdünnt werden.

Das Angebot an Gemüsesäften ist vielfältig – von Roter Bete über Sauerkraut bis hin zu Tomate und Möhre. Ein Blick auf das Etikett lohnt sich, da einige Produkte relativ viel Zucker oder Salz enthalten. Wer die Säfte selbst zubereitet, kann sie an den persönlichen Geschmack anpassen und auch Reste aus dem Kühlschrank verwerten. Dazu werden die Zutaten zerkleinert, mit Wasser püriert und anschließend durch ein feines Sieb gestrichen. Praktisch und besonders nährstoffschonend ist die Verwendung eines Kaltentsafters („Slow Juicer“).

In vielen Rezepten wird das Gemüse (zum Beispiel Spinat, Gurke, Staudensellerie, Brokkoli oder Möhre) mit etwas Obst (zum Beispiel Apfel, Birne, Banane oder Orange) gemischt. Gewürze wie Ingwer und Chili sowie frische Kräuter sorgen für zusätzliche Aromen. Für eine bessere Aufnahme fettlöslicher Vitamine wie Vitamin A kann dem Saft ein wenig Pflanzenöl zugefügt werden. In einer verschlossenen Glasflasche bleibt frisch zubereiteter Saft im Kühlschrank etwa zwei bis drei Tage lang haltbar.

Bei der Kombination der Zutaten darf experimentiert werden: Möhre harmoniert hervorragend mit Apfel und Kurkuma, während Rote Bete gut zu Orange und Ingwer passt. Bei Kindern sind mild-süßliche Säfte besonders beliebt – etwa Gurke mit Apfel, Birne und Minze.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Der Saisonkalender

BZfE: Ist Fruchtsaft ein guter Durstlöscher? BZfE-Mythos der Woche

BZfE: Coole Drinks für die Sommerzeit – mit saisonalem Obst und frischen Kräutern

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Glaubwürdige Ernährungsinfos finden

Neue Übersicht schafft Transparenz

Tipps und Informationen rund um Ernährung und Gesundheit sind vor allem im Internet und den Sozialen Medien allgegenwärtig und es ist kaum möglich, den Überblick zu behalten. Vielen fällt es zudem schwer, die Vertrauenswürdigkeit der Inhalte einzuschätzen. Das unabhängige Onlineportal „Ernährungsradar“, verwaltet durch das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn), hat sich einen Überblick verschafft, welche Ernährungsplattformen es in Deutschland gibt und insbesondere, wie diese Plattformen zu bewerten sind.

Bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit hat Ernährungsradar diese fünf Kriterien zugrunde gelegt:

  1. Transparenz: Ist erkennbar, wer hinter dem Portal steht und wie es finanziert wird? Optimal sind unabhängige Träger wie Behörden, Universitäten oder gemeinnützige Vereine.
  2. Wissenschaftliche Basis: Glaubwürdige Portale stützen Aussagen auf anerkannte Studien und Quellen, verlinken idealerweise auf Primärquellen oder Leitlinien und erklären Fachbegriffe verständlich.
  3. Neutralität und Unabhängigkeit: Optimal sind Anbieter ohne Eigeninteresse. Bei werbefinanzierten Portalen sollte klar erkennbar sein, wenn Content durch Anzeigenkunden beeinflusst wurde.
  4. Klare Zielgruppe und angemessene Sprache: Gute Portale definieren, wen sie ansprechen und passen Sprache und Informationstiefe entsprechend an.
  5. Trennung von Information und Verkauf: Wenn ein Portal eigene Produkte anbietet, sollte dieser Bereich strikt von den Informationsinhalten getrennt sein.

Ernährungsradar hat über 50 Plattformen mit Ernährungs- und Gesundheitsinformationen unter die Lupe genommen und über 30 davon in einer Übersicht zusammengestellt. Die inhaltlichen Schwerpunkte reichen von allgemeiner Gesundheitsaufklärung in Prävention und Therapie über Ernährungstipps bis hin zu Nachhaltigkeit, Klimaschutz oder Ernährungsmedizin. Dabei wurden die Plattformen in folgende Rubriken unterteilt und jeweils nach Schwerpunkten, Träger und Finanzierung sowie Unabhängigkeit beschrieben:

  • Behördliche Informationsportale
  • Wissenschaftliche Fachgesellschaften, Forschungszentren und Stiftungen
  • NGOs, Vereine und Verbraucherplattformen
  • Öffentlich-rechtliche und kommerzielle Medien/Portale

Das Fazit von Ernährungsradar lautet: Wissenschaftlich neutrale Gesundheitsinformationen sind vor allem bei Behörden und anerkannten Fachgesellschaften zu finden. Verbraucherorganisationen und NGOs können helfen, kritisch nachzufragen und Missstände aufzudecken, da sie unabhängig von Wirtschaftsinteressen agieren. Kommerzielle Portale liefern zwar oft nützliche Tipps und ansprechende Inhalte, sollten aber immer auf ihren Werbe- und Marketingcharakter geprüft werden.

Neben den Portalen in der Übersicht existiert eine Vielzahl privater Blogs und anderer privater Angebote. Diese oft populären aber wissenschaftlich nicht fundierten Seiten erreichen häufig ein großes Publikum – vor allem über soziale Medien wie Instagram oder TikTok. Für Anbieter von seriösen Informationen ist es schwer, in diesem Umfeld Gehör zu finden.

Wer die fünf Kriterien zur Beurteilung der Seriosität beachtet und Informationen stets kritisch hinterfragt, kann sich online sicher und wissenschaftlich fundiert zu Ernährung informieren.

Julia Seeher, bzfe.de

Weitere Informationen:

ErnährungsRadar: Ernährungsplattformen: der Versuch einer Übersicht

BZfE: Ernährungstipps auf Instagram – so gelingt der Durchblick im Ernährungsdschungel

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Gefriergetrocknete Früchte

Knuspriger Trend mit Vor- und Nachteilen

Ob Erdbeere, Heidelbeere, Mango oder Ananas, das Angebot an gefriergetrockneten Früchten im Handel wird immer größer. Es gibt sie zum Beispiel pur, als Zutat im Müsli oder mit Schokolade überzogen. Typisch sind neben einem knusprigen Biss die leuchtende Farbe und das intensive Aroma.

Die Früchte werden reif geerntet, gewaschen und je nach Größe in Stücke geschnitten. Kleine Früchte wie Heidelbeeren oder Himbeeren bleiben ganz. Anschließend werden die Fruchtstücke bei sehr niedrigen Temperaturen von bis zu minus 85 Grad Celsius schockgefrostet. Dabei gefriert das enthaltene Wasser so schnell, dass die Zellen intakt bleiben. Beim vergleichsweise langsamen Einfrieren zu Hause dehnt sich das Wasser aus und lässt die Zellen platzen. Dadurch wird Obst beim Auftauen matschig. Zurück zum Gefriertrocknen: Nach dem Einfrieren wird den Fruchtstücken durch Unterdruck im Vakuum das Wasser entzogen. Das dauert mehrere Stunden. Dabei überspringt das gefrorene Wasser den flüssigen Zustand und wird sofort gasförmig. Das nennt man Sublimation.

Gefriertrocknen ist ein aufwendiges Verfahren, das sehr viel Energie braucht. Außerdem wird es oft für Früchte aus weit entfernten Ländern genutzt, so dass die Transportwege der Produkte weit sind. Auf der Verpackung ist das in der Regel nicht zu erkennen, da es für die Herkunft von verarbeitetem Obst keine Kennzeichnungspflicht gibt. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Produkte deutlich teurer sind als frisches oder tiefgefrorenes Obst.

Der große Vorteil des Verfahrens ist, dass so gut wie alle Vitamine und Aromastoffe der Lebensmittel erhalten bleiben, genau wie Farbe und Struktur. Daher sind gefriergetrocknete Früchte hochwertige Lebensmittel. Gleichzeitig ist der Zuckergehalt deutlich höher als bei frischem Obst – bei Erdbeeren beträgt er zum Beispiel das Zehnfache. Da den Früchten das Wasser fehlt und sie dadurch auch viele Ballaststoffe enthalten, ist es sinnvoll, genug Wasser dazu zu trinken. Ein weiterer Vorteil gefriergetrockneter Früchte ist die lange Haltbarkeit ganz ohne Konservierungsstoffe. Nach dem Öffnen sollte die Packung luftdicht verschlossen oder der Inhalt in eine gut schließende Dose umgefüllt werden, damit alles knusprig bleibt und nicht schimmelt.

Im Alltag passen die Früchte gut ins Müsli, in eine Bowl oder als Knabberei für unterwegs. Mit Schokolade überzogen gehören sie trotz des fruchtigen Kerns zu den Süßigkeiten. Gefriergetrocknete Früchte sind ein guter Vorrat und können über die Zeit hinweghelfen, in der das Lieblingsobst keine Saison hat.

Julia Icking, bzfe.de

Weitere Informationen:

YouTube: Sendung mit der Maus: Wie funktioniert Gefriertrocknen?

BZfE: Rein ins Gefrierfach! Gemüse und Obst einfach einfrieren

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Gesundheitstrend: Scheinfasten

Da scheint was dran zu sein

„Scheinfasten“ ist Fasten ohne ganz aufs Essen zu verzichten. Wer scheinfasten möchte, verzichtet fünf Tage lang auf tierische Lebensmittel, wie Milchprodukte, Fleisch, Fisch und Eier. Außerdem kommen weder Getreideprodukte wie Brot, Nudeln oder Kartoffeln auf den Teller noch Zucker oder Alkohol. Kaffee ohne Milch und Zucker – auch mit Koffein – kann in kleinen Mengen getrunken werden. Vorgesehen sind drei kleine Mahlzeiten mit insgesamt rund 700 Kalorien, am ersten Fastentag bis zu 1000 Kalorien. Das sind etwa 30 bis 50 Prozent eines durchschnittlichen Energiebedarfs. Auf dem Speiseplan stehen Gemüse, Beeren, Nüsse und hochwertige pflanzliche Öle sowie pflanzliche Milch- und Joghurtalternativen.

Die Mahlzeiten beim Scheinfasten enthalten insgesamt wenig Kohlenhydrate und wenig Protein, dafür viele günstige Fettsäuren und Ballaststoffe. Das sorgt dafür, dass die Mahlzeiten gut sättigen. Scheinfasten kann im Körper ähnliche Effekte wie das Heilfasten entfalten. Der Körper schaltet in den Überlebensmodus und verbrennt Fette, anstelle von Kohlenhydraten, was gesundheitliche Vorteile haben kann. Da bislang hauptsächlich Kurzzeit-Studien mit wenigen Teilnehmenden durchgeführt wurden, ist die wissenschaftliche Datenlage insgesamt noch nicht ausreichend, um allgemeine Empfehlungen aussprechen zu können. Es fehlen großangelegte Langzeitstudien. Einige Fragen sind deshalb noch nicht ausreichend erforscht. Zum Beispiel, wie oft das Scheinfasten durchgeführt werden sollte und wer genau davon profitiert.

Verschiedene kleinere Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass Scheinfasten positive Effekte auf die Gesundheit haben könnte. Dabei stellten die Probanden zum Beispiel in drei aufeinanderfolgenden Monaten für jeweils fünf Tage die Ernährung um. Die Forschenden konnten ein geringeres Risiko für zum Beispiel Diabetes mellitus Typ 2, Schlaganfall und Krebserkankungen feststellen sowie eine nachhaltige Senkung des biologischen Alters. Das zeigt sich etwa am stabileren Blutzuckerspiegel, an weniger Entzündungsfaktoren im Blut und daran, dass der Bauchumfang und damit das Bauchfett abnimmt. Außerdem wurden Zellerneuerung und Autophagie, also das Aufräumprogramm des Körpers, angeregt. Damit beseitigt der Körper zum Beispiel beschädigte Zellen, oxidierte Fettsäuren, Bakterien und Viren.

Grundsätzlich ist die Methode für gesunde Erwachsene geeignet. Kinder, Jugendliche, schwangere und stillende Frauen sowie Menschen mit Essstörungen sollten auf das Scheinfasten verzichten. Bei chronischen Erkrankungen könne das Scheinfasten mehrfach im Jahr durchgeführt werden, raten Forschende. Dann kann es besonders günstig wirken. Zuvor sollte aber ärztlicher Rat eingeholt werden.

Julia Icking, bzfe.de

Weitere Informationen:

nature communications: Fasting-mimicking diet causes hepatic and blood markers changes indicating reduced biological age and disease risk

Science: Five-day fasting diet could fight disease, slow aging

DGE: Einstieg in eine Ernährungsumstellung: Heilfasten

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