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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Neue Handlungsempfehlungen zur Schwangerschaft

Konsent relevanter Institutionen für einheitliche Beratung

Die Schwangerschaft und die Zeit des Kinderwunsches sind sensible Phasen, in denen wesentliche Weichen für das Leben des Kindes gestellt werden. Eine gesunde Lebensweise der Mutter in dieser Zeit wirkt sich nachweislich gesundheitsfördernd auf das Kind aus. „Es ist wichtig, dass Frauen schon ab der Phase des Kinderwunsches wissenschaftlich und fundiert über die Themen Ernährung, Bewegung und weitere Gesundheitsaspekte aufgeklärt werden“, erläutert Dr. Constance Rybak, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung. „Mit unseren gerade aktualisierten Handlungsempfehlungen steht Fachkräften ein bundesweit einheitlicher Beratungsstandard zur Verfügung.“ Die Handlungsempfehlungen „Ernährung, Bewegung und weitere Gesundheitsaspekte vor und während der Schwangerschaft“ sind ab sofort kostenfrei zum Download und zur Bestellung verfügbar.

In der Phase von Kinderwunsch und Schwangerschaft sind Frauen bzw. Paare offen dafür, ihr Essverhalten zu überdenken und ihre Lebensweise anzupassen. „Um gesundheitspräventive Verhaltensänderungen zu etablieren, bietet sich dieses Zeitfenster wie kaum ein anderes für die Beratung an“, erläutert Rybak. „Dabei ist es wichtig, dass einheitliche und klare Informationen zur Verfügung stehen, an denen sich sowohl Fachkräfte als auch Eltern orientieren können.“

Die Veröffentlichung enthält unter anderem Empfehlungen zu:

  • Ernährungsweise, einschließlich vegetarischer und veganer Ernährung
  • Körpergewicht und Gewichtsentwicklung vor und in der Schwangerschaft
  • Energie- und Nährstoffbedarf
  • Dem Umgang mit Koffein, Alkohol und erstmals auch Cannabis
  • Nährstoffsupplementen vor und in der Schwangerschaft, neu: Vitamin D
  • Diversitätssensibler Beratung

Vorgestellt wurden die neuen Handlungsempfehlungen im Rahmen einer Veranstaltung am 9. Juli 2026 in Berlin. Die Vortragsfolien stehen zum Download zur Verfügung. Eine Podiumsdiskussion hatte den Transfer der Empfehlungen in die Praxis zum Thema. Der Mitschnitt ist ab sofort auf YouTube verfügbar.

bzfe.de

Weitere Informationen:Die Alleinstellungsmerkmale der Handlungsempfehlungen sind die ganzheitliche Betrachtung der Lebensphasen „Präkonzeption und Schwangerschaft“ sowie der breite wissenschaftsbasierte Konsent. Der interdisziplinäre wissenschaftliche Beirat des Netzwerks hat die bisherigen Empfehlungen vor dem Hintergrund aktueller Studien und Leitlinien überarbeitet, konsentiert und praxisnahe Empfehlungen ausgesprochen.

BLE-Medienservice: Handlungsempfehlungen „Ernährung, Bewegung und weitere Gesundheitsaspekte vor und während der Schwangerschaft“ 

Netzwerk Gesund ins Leben: Schwangere begleiten – Fachtag zu den neuen Handlungsempfehlungen Schwangerschaft

BZfE-YouTube-Kanal: Mitschnitt des Fachtages „Schwangere begleiten“ am 9.Juli 2026

BLE-Medienservice: Flyer „Schwangerschaft – Gesund und aktiv“

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Clever grillen mit Jodsalz

So kommt das lebenswichtige Jod auf den Grillteller

Wenn die Grillsaison läuft, geht es vor allem um den Geschmack. Die Vorbereitung des Grillguts bietet aber eine gute Gelegenheit, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Denn mit der Verwendung von Jodsalz beim Marinieren und Würzen lässt sich ganz nebenbei die tägliche Jodversorgung unterstützen.

Bei der Wahl des Grillsalzes sind kaum Grenzen gesetzt. Das Angebot an Speisesalz ist riesig. Für die Gesundheit ist es am besten, wenn Salz sparsam dosiert wird. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt pro Tag maximal einen gestrichenen Teelöffel Salz (6 g). Das Salz in verarbeiteten Lebensmitteln ist in dieser Menge bereits enthalten. Wichtig ist, dass die Wahl auf ein jodiertes Salz fällt. Denn Jod ist lebensnotwendig und die durchschnittliche Versorgung in Deutschland ist rückläufig. Eine längerfristige Unterversorgung kann zum Beispiel die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit beeinflussen.

Wie das Grillen einen Beitrag zur Jodversorgung leisten kann, erklärt Dr. Alexandra Müller, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max Rubner-Institut (MRI): „Es ist wichtig, die Jodaufnahme in Deutschland zu steigern. Dazu kann die Verwendung von Marinaden mit Jodsalz beitragen. Wie das MRI zeigen konnte, haftet Jodsalz gut an Lebensmitteln an und wird so mitgegessen. Gerade auch bei der Zubereitung von Grillgemüse, Grillfleisch und anderen gegrillten Köstlichkeiten gilt deshalb, wenn Salz, dann Jodsalz.“

Das Würzen des Grillguts mit Jodsalz kann die Jodversorgung ergänzen, während Saftigkeit, Aroma und Geschmack unverändert erhalten bleiben. Auch ursprünglich jodarme pflanzliche Grillbeilagen wie Kartoffeln oder Gemüse können so zur Jodversorgung beitragen.

Dr. Birgit Jähnig, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Wenn Salz, dann Jodsalz – weniger Salz, mehr Kräuter und Gewürze für die Gesundheit

BMLEH: Wenn Salz, dann Jodsalz

BZfE: Grillgenuss ohne Risiko – die 10 Grill-Grundregeln

BZfE: Ruckzuck Grillideen für den Feierabend

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Pfirsiche und Nektarinen

Saftig-süßes Sommer-Duo

Pfirsich und Nektarine gehören zu den aromatischsten Sommerfrüchten überhaupt. Botanisch zählen sie zum Steinobst und zur Familie der Rosengewächse. Ursprünglich stammt der Pfirsich (Prunus persica) aus China, wo er bereits vor mehreren tausend Jahren angebaut wurde. Die Nektarine ist keine eigene Art, sondern eine natürliche Mutation des samtigen Pfirsichs. Ihre glatte, unbehaarte Schale macht sie unverwechselbar. Die tellerförmigen Plattpfirsiche oder -nektarinen besitzen einen kleinen Kern, schmecken besonders süß und enthalten weniger Säure als runde Sorten. Im Handel tauchen sie manchmal fälschlich als Berg- oder Wildpfirsiche bezeichnet auf, haben aber mit echten Weinbergpfirsichen nichts gemein. Letztere sind eine eigene alte Sorte, die in den Weinbergen traditionell zwischen Reben gepflanzt wird, zum Beispiel im klimatisch günstigen Moseltal. Das Fruchtfleisch dieser meist kleineren, pelzigeren Pfirsiche ist weißlich bis tiefrot – letztere heißen daher auch „Blutpfirsich“.

In Deutschland ist der gewerbliche Pfirsich- oder Nektarinen-Anbau selten und regional auf Gebiete beschränkt, die den Ansprüchen der wärmeliebenden Kultur genügen. Das sind die klassischen Weinbaugebiete wie die Pfalz, rund um den Kaiserstuhl, entlang der Mosel oder im sächsischen Elbtal. Die Früchte, die von Mai bis in den Oktober hinein in den Läden liegen, stammen überwiegend aus Südeuropa, vor allem aus Spanien, Italien und Griechenland. Die Hauptsaison läuft von Juli bis September, auch für Früchte aus dem regionalen Freiland.

Beim Einkauf gilt: Pfirsiche und Nektarinen sollten duften und auf leichten Druck nachgeben. Noch grüne Stellen und sehr harte Früchte zeigen, dass sie zu früh gepflückt wurden. Nach der Ernte reifen sie nur gut nach, wenn sie ihre Mindestpflückreife erreicht haben; nur dann können sie selbstständig Aroma und Geschmack optimal weiterentwickeln. Am besten gelingt das bei Zimmertemperatur neben Äpfeln oder Bananen, die das natürliche Reifegas Ethylen abgeben. Ausgereifte Früchte halten sich wenige Tage lang im Kühlschrank, sollten aber vor dem Verzehr wieder Zimmertemperatur haben, damit sie ihr Aroma entfalten können.

Mit rund 40 Kilokalorien und fast 90 Prozent Wasser pro 100 Gramm bieten Pfirsiche und Nektarinen saftig-süßen Sommergenuss zum Snacken. Sie lassen sich aber auch vielseitig verwenden:

  • Die Klassiker: Das Dessert „Pfirsich Melba“ aus pochierten Pfirsichen, Vanilleeis und Himbeersoße oder der venezianische Bellini aus frischem Pfirsichpüree mit Prosecco (geht auch alkoholfrei) sind zeitlos.
  • Vom Grill: Halbierte Früchte kurz grillen, bis sich sanfte Röstaromen bilden, und mit Honig, Thymian, Mandelblättchen und Ziegenkäse servieren.
  • Peach Cobbler: Der Südstaaten-Klassiker gelingt leicht, indem man Pfirsichscheiben mit einem lockeren Rührteig bedeckt, backt und lauwarm serviert.
  • Für heiße Tage: Fruchtpüree in Eiswürfelformen einfrieren, um Mineralwasser natürlich zu aromatisieren oder das Püree mit Joghurt verrührt als schnelles Dessert nutzen.

Die Hauptsaison eignet sich auch, um größere Mengen der Früchte zu kaufen und haltbar zu machen: Eingekocht als Kompott oder Konfitüre bringen Pfirsiche oder Nektarinen Sommergenuss in den Winter hinein.

Verena Dorloff, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Süßes vom Grill – fruchtige Spieße, Stockbrot und Eiscreme

BZfE: Pfirsich und Nektarine – Was ist der Unterschied?

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Ist mein Kind gut versorgt?

Infos für Eltern zu Nahrungsergänzungsmitteln

Viele Eltern kennen das: Ihr Kind mag kein Gemüse, verweigert Fisch, verzichtet auf Fleisch oder lebt gefühlt von „Nudeln mit Tomatensoße“. Andere Eltern sorgen sich um die Versorgung mit Vitamin D, weil ihr Kind wenig draußen ist, oder wünschen sich einen Extra-Schub an Nährstoffen für Konzentration und Immunsystem. Manche denken da an Nahrungsergänzungsmittel – schließlich möchte man nur das Beste für sein Kind.

Die Studienlage in Deutschland zeigt: Die Nährstoffzufuhr von Kindern ist insgesamt gut. Für gesunde Kinder sind Nahrungsergänzungsmittel somit in der Regel nicht notwendig. Darauf weisen unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin.

Außerdem zeigt ein Marktcheck des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv): Viele speziell für Kinder beworbene Nahrungsergänzungsmittel sind willkürlich zusammengesetzt und teilweise deutlich zu hoch dosiert. Ohne medizinische Abklärung sollten diese Produkte daher nicht gegeben werden.

Kinder müssen nicht jedes Gemüse oder Obst mögen und Geschmäcker verändern sich. Häufig braucht es mehrere Anläufe, bis neue Lebensmittel akzeptiert werden. Es ist nicht schlimm, wenn ein Kind vorübergehend bestimmte Lebensmittel nicht oder nur sehr eingeschränkt isst. Wichtig ist, aktuell unbeliebte Lebensmittel und Speisen immer wieder anzubieten und Vielfalt vorzuleben – ohne Zwang. Auch das Umfeld spielt eine Rolle: Manche Kinder probieren in der Kita oder der Schule eher Neues als zu Hause oder umgekehrt.

Praktisch helfen kann es, Lebensmittel in unterschiedlichen Varianten anzubieten – roh, gedünstet, gebraten oder püriert. Beispielsweise kann Gemüse fein püriert als Suppe oder Soße angeboten werden, zusammen mit Obst in Smoothies oder „versteckt“ in Aufläufen. Mundgerecht geschnittene Rohkost, fantasievolle Namen wie „Piratensuppe“ oder „Zaubertopf“ sowie lustige Formen können zusätzlich motivieren. Auch wenn Kinder in die Speisenauswahl und Zubereitung einbezogen werden, steigt oft die Bereitschaft zu probieren.

Isst ein Kind wenig oder kein Fleisch, sollte besonders auf eine ausreichende Eisenzufuhr geachtet werden. Gute pflanzliche Eisenquellen sind beispielsweise Hülsenfrüchte, Haferflocken und Hirse. Vitamin C – etwa aus Zitrusfrüchten (z. B. einem Glas Orangensaft zur Mahlzeit) – verbessert die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln.

Vitamin B12 ist vor allem in Eiern sowie Milch und Milchprodukten enthalten. Kinder, die keinen Fisch essen, nehmen häufig weniger langkettige Omega-3-Fettsäuren zu sich als empfohlen. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, wird unterschiedlich bewertet; ein genereller Bedarf an Nahrungsergänzungsmitteln ist bislang nicht nachgewiesen. In jedem Fall ist es empfehlenswert Omega-3-reiche Pflanzenöle wie Raps-, Lein- und Walnusssöl sowie Nüsse und Samen regelmäßig zu verwenden.

Bei einer rein pflanzlichen – also veganen – Ernährung empfiehlt sich eine Begleitung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine qualifizierte Ernährungsfachkraft, um die Nährstoffversorgung sicherzustellen.

Anzeichen für eine mögliche Unterversorgung können sein, wenn ein Kind dauerhaft antriebslos wirkt, wenig spielt, schnell ermüdet oder auffallend blass ist. Solche Beobachtungen sollten Eltern ernst nehmen. Wichtig ist jedoch, nicht willkürlich zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen. Eine eigenständige Supplementierung birgt das Risiko einer Überdosierung– insbesondere bei fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin D. Besteht der Verdacht auf einen Mangel, sollte eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden. Dort kann geklärt werden, ob tatsächlich eine unzureichende Versorgung vorliegt und ob eine gezielte Supplementierung sinnvoll ist.

Caroline Thiesmeier-Dormann, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Nahrungsergänzungsmittel – Antworten auf die wichtigsten Fragen

BZfE: Nur noch Nudeln mit Ketchup? Tipps für Eltern von „Picky Eaters“

BZfE: Kindliche Ess-Typen – typische Verhaltensmuster beim Essen achtsam begleiten

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Gute Jodversorgung bei veganer und vegetarischer Ernährung

Tipps für den Essalltag

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Es ist Hauptbestandteil der Schilddrüsenhormone, die eine wichtige Rolle zum Beispiel für Wachstum, Knochenbildung sowie die Organ- und Gehirnentwicklung von Kindern spielen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass bei vegetarischer und besonders bei veganer Ernährung ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Jodversorgung bestehen kann.

Die deutsche Nutritional-Evaluation-Studie vergleicht die tatsächliche Nährstoffversorgung mit der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Jodaufnahme von 150 Mikrogramm (µg) am Tag bei verschiedenen Ernährungsweisen. Die Ergebnisse zeigen, dass für die Mehrzahl der Teilnehmenden unabhängig von der Ernährungsform – egal ob omnivor, flexitarisch, vegetarisch oder vegan – das Risiko für eine Unterversorgung bestand. Die Ausprägung war aber bei veganer Ernährung am stärksten. Auch laut Weltgesundheitsorganisation gilt Deutschland (wieder) als Jodmangelgebiet.

2024 wurde in Großbritannien eine Berechnung der Jodaufnahme nach den Empfehlungen der Planetary Health Diet (pflanzenbetonte Ernährung mit einem reduzierten Anteil an tierischen Lebensmitteln) veröffentlicht: Die Jodzufuhr betrug rund 128 µg am Tag, Hauptquellen waren Milch und Milchprodukte, Eier und Fisch. Ein Austausch von Milch und Milchprodukten gegen nicht angereicherte pflanzliche Milchalternativen reduzierte die Jodaufnahme auf weniger als die Hälfte (54 µg Jod/Tag).

Eine langfristige Unterversorgung mit Jod kann Folgen für die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit haben. Deshalb erfordert ein Speiseplan, der tierische Lebensmittel wie Seefisch, Milch und Milchprodukte, Fleisch, Wurstwaren und Eier als wichtige Jodquellen teilweise oder vollständig ausschließt, besondere Aufmerksamkeit.

Um eine ausreichende Jodversorgung bei einer veganen Ernährung zu sichern, ist es wichtig,

  • grundsätzlich jodiertes Speisesalz oder mit Meeresalgen versetztes Meersalz mit definiertem Jodgehalt zu verwenden. Salzaufnahmen in Höhe der Empfehlung der DGE von 6 Gramm pro Tag können rund 4/5 der empfohlenen Jodzufuhr sicherstellen.
  • Lebensmittel zu wählen, die mit Jodsalz hergestellt wurden, wie zum Beispiel Brot, pflanzliche Milch-, Wurst- oder Fleischalternativen.
  • Algen oder Produkte mit Algen zur Bedarfsdeckung zu wählen. Da die Jodgehalte in Algen stark schwanken und extrem hoch sein können, sind diese nicht uneingeschränkt empfehlenswert. Nur solche Produkte wählen, bei denen der Jodgehalt und die maximale tägliche Aufnahmemenge angegeben sind.

Wenn bei einer rein pflanzlichen Ernährung über Lebensmittel nicht genug Jod aufgenommen wird, kann laut DGE nach Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin ein Jodsupplement mit 100 µg am Tag eingenommen werden.

Bei einer vegetarischen Ernährung kann eine gezielte Lebensmittelauswahl ausreichend Jod liefern. Daher am besten regelmäßig Milch, Milchprodukte und Käse konsumieren und auf Wunsch auf angereicherte Milchalternativen zurückgreifen. Außerdem, wie bei der veganen Ernährung, grundsätzlich jodiertes Speisesalz verwenden und Lebensmittel wählen, die mit Jodsalz hergestellt wurden.

Dr. Birgit Jähnig, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Wenn Salz, dann Jodsalz

BfR: Veganismus: Vitamin B12 wird gut ergänzt, Jod ist das Sorgenkind

DGE: Neubewertung der DGE-Position zu veganer Ernährung

DGE: Jod

Studie: Nutrient Intake and Nutrition Status in Vegetarians and Vegans in Comparison to Omnivores – the Nutritional Evaluation (NuEva) Study

Studie: Iodine and plant-based diets: a narrative review and calculation of iodine content

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Sollen Babys und Kleinkinder bei Sommerhitze mehr trinken?

Tipps für Eltern

An heißen Tagen sind Babys und Kleinkinder im Schatten und an kühleren Orten gut aufgehoben. Und wie sieht es mit dem Flüssigkeitshaushalt aus? Wenn es heiß ist und die Kinder mehr schwitzen, sollen sie dann mehr trinken? „Auch bei großer Hitze brauchen gesunde Babys, ob gestillt oder mit Säuglingsanfangsnahrung ernährt, kein zusätzliches Wasser oder andere Getränke. Häufiges Stillen oder Füttern nach Bedarf reicht völlig aus und ist für den empfindlichen Mineralhaushalt sicherer“, sagt Kathrin Herold, Beauftragte für Stillen und Ernährung des Deutschen Hebammenverbandes. Erst ab Einführung des dritten Breis benötigen Babys tendenziell zusätzliche Flüssigkeit.

Sitzen Kleinkinder beim Essen zunehmend am Familientisch und bekommen nach und nach weniger Mutter- bzw. Flaschenmilch, lernen sie das Trinken. Tatsächlich trinken Kleinkinder laut einer Studie durchschnittlich nur etwa die Hälfte der empfohlenen Menge von rund sechs kleinen Bechern. Umso wichtiger ist es, besonders bei hohen Temperaturen Kleinkindern öfter Wasser anzubieten – sowohl zum Essen als auch zwischendurch.

Fakten und Tipps zum Thema Trinken und Hitze für Babys und Kleinkinder:

  • Nach Bedarf stillen: Bei großer Hitze möchten Babys vielleicht häufiger gestillt werden und sollten nach Bedarf angelegt werden. Extra Wasser benötigen sie nicht.
  • Ausreichend trinken: Kleinkindern, die bereits feste Nahrung zu sich nehmen, ausreichend Wasser anbieten. Als Regel gilt: Ein- bis vierjährige Kinder sollten 820 Milliliter am Tag trinken. Bei hohen Temperaturen oder stärkerer körperlicher Aktivität steigt der Flüssigkeitsbedarf.
  • Am besten Wasser: Kleinkinder bekommen am besten Wasser zu trinken – egal ob Leitungs- oder Mineralwasser. Ungesüßte, zuckerfreie Getränke wie Kräuter- oder Früchtetee können zusätzlich angeboten werden. Bei Kräutertees möglichst variieren.
  • Diese Getränke vermeiden: Getränke mit Koffein wie Cola, Kaffee, Grün- und Schwarztee sowie Eistee und Energydrinks sind tabu. Limo und Fruchtsäfte enthalten viel Zucker und können das Risiko für Übergewicht und Karies steigern.

bzfe.de

Weitere Informationen:

Netzwerk Gesund ins Leben: Ab wann brauchen Säuglinge zusätzlich Flüssigkeit?

Netzwerk Gesund ins Leben: Was und wie viel sollen Kleinkinder trinken?

Netzwerk Gesund ins Leben: Handlungsempfehlungen –Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen

Netzwerk Gesund ins Leben: Handlungsempfehlungen –Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter

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Was hält uns davon ab, gesund zu leben?

Zwischen guten Vorsätzen und Alltag

Viele Menschen wissen, was ihrer Gesundheit gut tut – dennoch fällt die Umsetzung im Alltag oft schwer. Eine aktuelle Studie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie liefert dafür eine neurobiologische Erklärung. Demnach steht unser moderner Lebensstil häufig im Widerspruch zu evolutionär geprägten und erlernten Verhaltensmustern im Gehirn.

Vielen Menschen ist bewusst, dass eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf wichtige Bausteine für ein langes und gesundes Leben sind. Im Alltag ist die Umsetzung aber häufig eine Herausforderung. Weltweit nehmen chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden zu.

Die Studie untersucht diese Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln, die auch als „Lebensstil-Dissonanz“ bezeichnet wird. Dafür wertete das Forschungsteam wissenschaftliche Erkenntnisse aus verschiedenen Bereichen wie Neuro- und Evolutionsbiologie aus. Ziel war es, Ursachen besser zu verstehen und daraus Empfehlungen für den Alltag abzuleiten.

„Die Nichtbefolgung von Präventionsmaßnahmen darf nicht als Mangel an Willenskraft oder Wissen missverstanden werden“, erklärt Prof. Dr. Daniela Berg, Autorin der Studie. Vielmehr entstehe das Verhalten durch das Zusammenspiel von biologisch verankerten Belohnungssystemen, erlernten Verhaltensmustern und äußeren Einflüssen.

Besonders deutlich zeigt sich das bei Ernährung und Bewegung: In der Urzeit sicherte der Mensch sein Überleben, indem er seine Kräfte schonte und kalorienreiche Nahrung bevorzugte. Diese evolutionär verankerten Mechanismen wirkten bis heute und könnten etwa begünstigen, dass wir mehr essen, als notwendig wäre. Zudem spielen individuelle Erfahrungen und die Erziehung eine Rolle. Wenn Kinder etwa für positiv bewertetes Verhalten mit Süßigkeiten belohnt werden, können sich solche Muster dauerhaft im Gehirn verankern.

Auch Schlaf und Stress beeinflussen unser Verhalten. Obwohl ausreichender Schlaf wichtig für die Regeneration ist, blieben insbesondere gestresste Menschen häufig zu lange wach, so die Studie. Dadurch entstehe ein Teufelskreis: Schlafmangel verstärke die Anfälligkeit für kurzfristige Belohnungen und erschwere gesunde Entscheidungen zusätzlich.

Nach Ansicht der Forschenden kann die Aufklärung über solche Prozesse Menschen helfen, biologisch verankerte Verhaltensmuster zu erkennen und Alltagsentscheidungen bewusster zu steuern. Gesunde Gewohnheiten lassen sich dadurch schrittweise aufbauen und positiv verstärken.

Aus den Erkenntnissen ergeben sich drei Empfehlungen der Forschenden für den Alltag:

  1. Geduldig mit sich selbst sein: Verhaltensänderungen brauchen Zeit und Rückschläge gehören dazu.
  2. Ein Verständnis für die dahinterliegenden Mechanismen entwickeln und realistische Ziele setzen: Besonders bei Stress und Müdigkeit fallen viele leicht in alte Routinen zurück.
  3. Im Voraus planen: In ruhigen Momenten lassen sich gesunde Gewohnheiten leichter steuern – etwa indem man Einkaufslisten schreibt oder neue Schlafroutinen festlegt.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

Studie: Understanding Lifestyle Dissonance: A Neurobiological Narrative to Strengthen Preventive Health Behavior

Pressemitteilung zur Studie: Lebensstil-Dissonanz: Was uns davon abhält, gesund zu leben

BZfE: Die Ernährungspyramide – Mahlzeiten planen und genießen

BZfE: Gesunder Dreiklang für ein langes Leben – Ernährung, Bewegung, Schlaf

BZfE: Der Weg zum Wohlfühlgewicht – so klappt es Schritt für Schritt

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Versteckter Alkohol in Lebensmitteln

So lässt er sich erkennen

Alkohol steckt nicht nur in Wein, Bier oder Spirituosen. Auch einigen alltäglichen Lebensmitteln wird Alkohol zugesetzt – etwa für mehr Geschmack oder eine längere Haltbarkeit. Schon geringe Mengen können jedoch für Schwangere und Stillende, Kinder sowie abstinent lebende Alkoholkranke bedenklich sein, warnen die Verbraucherzentralen. Mit einigen einfachen Tipps lässt sich Alkohol beim Einkauf leichter erkennen und vermeiden.

Zutatenliste sorgfältig lesen: In manchen Produkten dient Alkohol als Konservierungsmittel oder Geschmacksträger. Beispiele können Aufbackbrötchen, Croissants, Fertigkuchen, Desserts, Pralinen, Grillsoßen, Salatdressings oder Speiseeis sein. Bei verpackten Lebensmitteln muss Alkohol in der Zutatenliste angegeben werden. Zu finden sind Begriffe wie Alkohol, Ethanol, Äthanol, Ethylalkohol und Trinkalkohol oder alkoholische Zutaten wie Weinbrand, Rum, Cognac, Sherry oder Amaretto. Dagegen handelt es sich bei sogenannten „Zuckeralkoholen“ oder „mehrwertigen Alkoholen“ um Süßungsmittel ohne Trinkalkohol.

Bei unverpackter Ware gezielt nachfragen: Für lose angebotene Lebensmittel, etwa in Bäckereien, Cafés oder Restaurants, gibt es in der Regel keine Zutatenliste. Hier hilft es, beim Personal nachzufragen. Häufig können Mitarbeitende Auskunft darüber geben, ob Alkohol enthalten ist.

„Alkoholfrei“ bedeutet nicht „ohne Alkohol“: Getränke wie Bier, Wein oder Malztrunk dürfen trotz der Kennzeichnung „alkoholfrei“ bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten. Für Kinder, Schwangere, Stillende sowie abstinent lebende Alkoholkranke sind solche Produkte nicht geeignet. Dagegen enthalten Getränke mit der Aufschrift „0,0 % Alkohol“ oder „ohne Alkohol“ höchstens 0,05 Volumenprozent Alkohol.

Vorsicht bei Kindern und Jugendlichen: Wenn sich junge Menschen früh an den Geruch und Geschmack von Alkohol gewöhnen, kann die natürliche Hemmschwelle sinken, Alkohol zu probieren. Deshalb sind auch Getränke mit der Kennzeichnung „0,0 % Alkohol“ für Kinder und Jugendliche nicht zu empfehlen. Abstinent lebende Alkoholkranke sollten aus Vorsichtsgründen ebenfalls darauf verzichten.

Beim Kochen und Backen für die Familie Alkohol meiden: Familienmahlzeiten sollten möglichst ohne Alkohol auskommen, da er auch bei hohen Temperaturen nicht vollständig verdampft. Für mehr Aroma und Geschmack gibt es viele Alternativen – etwa Apfel- oder andere Fruchtsäfte, Gemüsebrühe, frische Kräuter oder Gewürze wie Zimt, Vanille, Anis oder Kardamom.

Die Verbraucherzentralen sprechen sich aus genannten Gründen für eine eindeutige Kennzeichnung alkoholhaltiger Lebensmittel aus – insbesondere auch bei unverpackter Ware und Speisen in Restaurants.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

Verbraucherzentrale: Alkohol in Lebensmitteln: Wie erkenne ich versteckte Zutaten?

BZfE: Ein Gläschen für die Gesundheit? – der Mythos ist nicht wahr

BZfE: Alkoholkonsum in Deutschland neu bewertet: Ein Drittel trinkt riskant

BZfE: Kein Alkohol in der Stillzeit

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Jodversorgung in Deutschland geht zurück

Sind Nahrungsergänzungsmittel die Lösung?

Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement. Ergebnisse des Jodmonitorings vom Robert Koch-Institut zeigen jedoch, dass die durchschnittliche Jodversorgung in Deutschland seit Anfang der 2000er-Jahre wieder rückläufig ist: 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder nehmen im Durchschnitt zu wenig Jod auf. Das kann die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit ungünstig beeinflussen.

Die eigene Versorgung mit Jod kann aber jede und jeder einfach verbessern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich zwei Portionen Milch und Milchprodukte und ein bis zweimal Fisch pro Woche. Zur Unterstützung der Jodversorgung ist Seefisch wie Kabeljau, Seelachs, Hering und Makrele empfehlenswert. Wenn pflanzliche Milchalternativen statt Milch verwendet werden, am besten ein mit Jod angereichertes Produkt wählen. Zusätzlich zum Verzehr jodhaltiger Lebensmittel am besten jodiertes Speisesalz in der Küche verwenden und bei Lebensmitteln wie Brot oder Wurstwaren Produkte mit jodiertem Speisesalz bevorzugen. Die Zutatenliste gibt dazu Auskunft.

Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, braucht keine Nahrungsergänzungsmittel. Das gilt auch für Jod. „Gleichzeitig gibt es Menschen, für die eine ausreichende Jodaufnahme besonders wichtig ist. Wir sprechen von sogenannten Risikogruppen“, sagt Dr. Birgit Jähnig, Ernährungswissenschaftlerin am Bundeszentrum für Ernährung. „In der Schwangerschaft und Stillzeit, im Wachstum, bei vegetarischer und veganer Ernährung oder speziellen Diäten sollte besonders auf eine ausreichende Versorgung mit Jod geachtet werden.“

Jod ist außer für die Hormonproduktion in der Schilddrüse unter anderem auch für Wachstum und Entwicklung von Nervensystem und Gehirn unentbehrlich. Fachgesellschaften empfehlen schwangeren Frauen deshalb, nach Rücksprache mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt Jod in einer Dosis von 100 bis 150 Mikrogramm (µg) am Tag in Tablettenform einzunehmen. In der Stillzeit werden 100 µg täglich empfohlen.

bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Für wen sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

BZfE: Wenn Salz, dann Jodsalz

Netzwerk Gesund ins Leben: Jod in der Stillzeit –bewusste Ernährung plus Nahrungsergänzungsmittel

Netzwerk Gesund ins Leben: Folsäure, Jod und Co. – Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft

DGE: Referenzwert Jod

Arbeitskreis Jodmangel: Jod-Ratgeber

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Magnesium gegen Muskelkrämpfe

Wahrheit oder Mythos?

Das kennen wahrscheinlich viele: Nach einer intensiven Sporteinheit macht sich im Unterschenkel plötzlich ein Krampf bemerkbar und die Hand wandert fast automatisch zur Packung mit den Magnesiumpräparaten. Magnesium hilft schließlich gegen Muskelkrämpfe, heißt es. Aber stimmt das denn? Die wissenschaftliche Beweislage dafür ist tatsächlich ziemlich dünn: Studien zeigen keine klare Überlegenheit von Magnesiumpräparaten gegenüber Placebos.

Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion. Das bedeutet aber nicht, dass es bei Krämpfen hilft. Laut Forschenden von der Goethe-Universität Frankfurt sind für krampfende Muskeln während des Sports oder danach vor allem folgende Dinge verantwortlich: muskuläre Ermüdung (etwa durch zu starke Beanspruchung), eine verkürzte Muskulatur sowie starkes Schwitzen und gleichzeitig oft eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme.

Was kann man also tun? Am besten die Trainingsintensität langsam steigern und nicht unbedingt bei hohen Temperaturen Sport treiben. Und wenn es doch sehr warm ist, genügend trinken. Eine Möglichkeit, den Flüssigkeits- und Elektrolyte-Haushalt bei intensivem Training auszugleichen, ist, statt Wasser zum Beispiel Apfelschorle mit einer Prise Salz zu trinken.

Und wenn es doch zum Krampf kommt, am besten leichte Dehnübungen machen. Oder mit Essiggurkenwasser gurgeln – zu dieser ungewöhnlichen Erkenntnis kamen Forschende aus den USA. Sie vermuten, dass die Wirkung nicht auf dem enthaltenen Salz oder anderen Mineralien beruht. Vielmehr soll der saure Geschmack des Essigs bestimmte Rezeptoren im Rachenbereich stimulieren und diese senden ein Signal, das den Krampf im Muskel hemmen soll. Vorbeugend wirkt das übrigens nicht. Und ein Glas Essiggurken zum Training mitzunehmen, ist sicher gewöhnungsbedürftig.

Merle Schonvogel, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

BZfE: Wie informiere ich mich über Nahrungsergänzungsmittel?

DGE: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Magnesium

Studie: Magnesium bei Muskelkrämpfen

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