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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Verwendung von Jodsalz in Deutschland

Aufklärungsbedarf vor allem bei Jüngeren

Was essen die Menschen in Deutschland am liebsten? Worauf achten sie beim Einkauf? Was macht „gutes Essen“ für sie aus? Um Meinungen und Wünsche der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie aktuelle Trends zu erfassen, befragt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jedes Jahr in einer repräsentativen Umfrage Personen ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten.

In diesem Jahr gab es zusätzlich Fragen rund um die Verwendung von jodiertem Speisesalz im Haushalt. Die Ergebnisse sind:

  • 76 Prozent nutzen Jodsalz zu Hause.
  • 15 Prozent achten darauf, ob verarbeitete Lebensmittel mit Jodsalz hergestellt wurden.
  • 36 Prozent fänden es gut, wenn es mehr Lebensmittel mit Jodsalz gäbe.

Nur gut ein Drittel der jungen Menschen (36%) wusste, warum sie Jodsalz nutzen sollten. Dagegen waren 80 Prozent der älteren die Gründe dafür bekannt.

Dieser bessere Wissensstand könnte auf die Maßnahmen zur Jodmangelprophylaxe zurückzuführen sein, die es seit Anfang der 1980er-Jahre in Deutschland gab. Möglicherweise erinnern sich die älteren Befragten daran. Der einprägsame Slogan „Wenn Salz, dann Jodsalz“ wurde im September 2023 von der Bundesregierung und dem BMEL für ihre Informationsoffensive geprägt. Die Offensive soll für die Bedeutung von Jod für die Gesundheit und die Verwendung von jodiertem Speisesalz im Haushalt und in der Lebensmittelherstellung sensibilisieren.

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Es ist Bestandteil der Schilddrüsenhormone, die eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielen. Sie regulieren unter anderem den Energiestoffwechsel, die Körpertemperatur, das Immunsystem und beeinflussen die Vorgänge im Gehirn. Da wir Jod nicht selbst bilden können, müssen wir es regelmäßig mit dem Essen aufnehmen. Wenn wir zu wenig Jod bekommen, kann das gesundheitliche Probleme verursachen und die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit einschränken.

Deshalb empfiehlt auch das Bundeszentrum für Ernährung: Mahlzeiten zuhause am besten mit Jodsalz zu würzen. Achten Sie zusätzlich darauf, dass Sie jodreiche Lebensmittel wie Fisch, Milchprodukte oder Eier regelmäßig essen und achten Sie aufs Etikett. Wurde das betreffende Produkt mit Jodsalz hergestellt? Dann haben Sie gute Chancen, ausreichend Jod zu bekommen und so Ihre Leistungsfähigkeit gut zu unterstützen. Menschen, die auf tierische Lebensmittel ganz oder teilweise verzichten, können nach ärztlicher Beratung ein Jodsupplement nutzen.

Dr. Birgit Jähnig,
www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Wenn Salz, dann Jodsalz. Wie die Jodversorgung gelingen kann: bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/wenn-salz-dann-jodsalz

Informationsoffensive Jodsalz des BMEL: BMEL – Jodsalz

Der BMEL-Ernährungsreport 2024: bmel.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport-ueberblick.html

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Herausgeberin: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Die Ernährungspyramide steht Kopf

In Verkaufsprospekten dominieren Süßes und Snacks

Mit der Werbung in ihren Verkaufsprospekten stellt der Lebensmittelhandel die Ernährungspyramide buchstäblich auf den Kopf: Nach einem aktuellen Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg bewerben Supermärkte und Discounter in ihren Verkaufsprospekten zu selten Produkte aus Lebensmittelgruppen wie Obst, Gemüse und andere pflanzliche Lebensmittel, die laut Ernährungspyramide reichlich gegessen werden sollten. Stattdessen finden sich in den Prospekten oft Lebensmittel, die nur in Maßen oder sparsam verzehrt werden sollten, wie zum Beispiel Süßes, Snacks, Fleisch oder Wurst.

Für die Untersuchung wurden von Mai bis August 2024 insgesamt 3.457 Abbildungen in Werbeblättern von sechs Supermärkten und Discountern erfasst. So häufig kamen die verschiedenen Lebensmittelgruppen in den Abbildungen der Verkaufsprospekte vor:

  • 30 Prozent Genusswaren: Süßigkeiten, Süßes Gebäck, Salzige Snackwaren (Chips, Flips etc.), Alkohol, Süße Getränke, Süße Cerealien
  • 15 Prozent Fleisch- und Wurstprodukte
  • 15 Prozent Milch- und Milch-Alternativen
  • 14 Prozent Fertiggerichte und Convenience-Produkte
  • 11 Prozent Obst und Gemüse und verarbeitetes Obst
  • 5 Prozent Brot, Getreide, Kartoffeln und andere Beilagen
  • 3 Prozent Getränke: Wasser, Tee, Kaffee
  • Restliche 7 Prozent: Fett (Butter, Margarine, Öle), Fisch, Saft, Fleisch-Alternativen, Nüsse

Diese Verteilung unterscheidet sich sehr von der Ernährungspyramide des Bundeszentrums für Ernährung. Diese zeigt anschaulich, wie eine ausgewogene, abwechslungsreiche und nachhaltige Ernährung aussehen kann. In der Pyramide finden acht Lebensmittelgruppen auf sechs Ebenen Platz. Die Ampelfarben und die Pyramidenform zeigen beispielsweise Vorfahrt für Getränke, Obst und Gemüse sowie Brot, Getreide und Beilagen. Sie sind im grünen Bereich. Wichtig ist außerdem, weniger zucker- und salzhaltige Lebensmittel auszuwählen.

In den Werbeblättern aller Anbieter finden sich zudem nur wenige Lebensmittel mit Bio-Siegel (8 Prozent) oder Fair-Trade-Label (1 Prozent). „Die Unternehmen werben zwar oft mit schönen Worten und Bildern für ihr Nachhaltigkeitsengagement, in den Prospekten wird aber wenig davon geboten“, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Von allen untersuchten Lebensmitteln wurden 1.447 (42 Prozent) sichtbar als preisreduziert dargestellt. Über die Hälfte davon (844 Produkte / 58 Prozent) fallen in die Kategorien Süßes und Snacks, Fleisch sowie alkoholische Getränke. Bei jedem der untersuchten Händler zählen Süßigkeiten und Snacks zu den am häufigsten reduzierten Lebensmittelgruppen.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Ergebnisse des Marktchecks der Verbraucherzentrale Hamburg: www.vzhh.de/verkaufsprospekte

Alle Infos zur Ernährungspyramide: bzfe.de/bzfe-ernaehrungspyramide

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Getreide-ABC: Dinkel

Von Grünkern zum Trendgetreide

Dinkel (Triticum aestivum ssp. spelta) gehört zur großen Weizenfamilie. Es ist die dem klassischen Brotweizen am engsten verwandte Getreideart. Da man keine Wildformen kennt, geht die Wissenschaft davon aus, dass Dinkel aus einer Kreuzung von Weizen und Emmer auf natürliche Weise im Feld entstanden ist. Zwar ist Dinkel noch nicht so stark züchterisch verändert und beeinflusst worden, eine Einordnung unter „Urgetreide“ wäre aber kaum gerechtfertigt: Die ältesten Sorten die es gibt sind vielleicht 100 bis 200 Jahre alt, werden aber heute nicht mehr angebaut.

Im Mittelalter war Dinkel, auch „Schwabenkorn“ genannt, ein wichtiges Nahrungsmittel. Er verlor erst im frühen 20. Jahrhundert an Bedeutung, vor allem wegen des geringeren Kornertrags pro Fläche im Vergleich zu Weizen. Außerdem ist im Gegensatz zu Weizen noch ein weiterer Arbeitsschritt nötig, um das Korn aus den festsitzenden Hüllspelzen zu befreien. Die Verwendung beschränkte sich früher fast ausschließlich auf Grünkern; das ist unreifes, gedarrtes Dinkelkorn.

Erst in den letzten 20 bis 30 Jahren wurde Dinkel als hochwertiges, schmackhaftes und vielseitiges Getreide wiederentdeckt und erlebt seitdem eine Renaissance, Tendenz stark steigend. Das Kornertragspotenzial von modernen Dinkelsorten liegt heute auch bei 70 bis 85 Prozent von Winterweizen.

Grundsätzlich kann man bei nahezu allen Rezepten Weizenmehl durch Dinkelmehl ersetzen. Allerdings ist auch bei der Verarbeitung von Dinkelmehl das Know-how des Bäckers gefragt. Dinkel verfügt über einen höheren Klebergehalt als Weizen, allerdings mit anderen Eigenschaften: elastischer, mit weniger Dehnwiderstand und geringerer Teigstabilität. Dinkelteige sollten beispielsweise im Vergleich zu Weizenteigen weniger intensiv geknetet werden und die geringe Wasseraufnahmefähigkeit von Dinkelmehl muss mit Hilfe von Vorteigen oder Brühstücken gesteigert werden. Beim Backen mit Vollkornmehlen muss ohnehin mehr Flüssigkeit zugesetzt werden, ganz klassisch zum Beispiel über ein Brühstück. Dazu werden 10 bis 20 Prozent des Vollkornmehls mit der gewichtsgleichen Menge kochendem Wasser übergossen, so dass die Stärke teilweise verkleistert. Das aufgenommene Wasser erhöht dann die Teigausbeute. Dinkelmehl gibt es in den Mehltypen 630, 812 sowie 1050 und als Vollkornmehl.

Obwohl viele denken, dass sie keinen Weizen wohl aber Dinkel vertragen, konnten intensive wissenschaftliche Studien dieses Phänomen bisher nicht erklären. Möglicherweise hängt die Verträglichkeit eher mit dem Herstellungsprozess (Stichwort: lange Teigführung) als mit dem Getreide selbst zusammen.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Getreide – Vielfalt an Sorten und Produkten: bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/getreide

Brot – vom Acker bis auf den Teller: bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/brot

Kann ich Weizenmehl durch Dinkelmehl ersetzen? bzfe.de/was-wir-essen-blog/blog-archiv/dinkelmehl-oder-weizenmehl

Dinkel und Grünkern – was ist der Unterschied? bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/dinkel-und-gruenkern

Getreide-ABC – Weizen: bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/getreide-abc-weizen

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Ernährungspyramide angepasst

Gesundheit, Ernährungsgewohnheiten und Nachhaltigkeit

Genussvoll essen und trinken. Dazu noch ausgewogen und abwechslungsreich. Wie das im Alltag gelingen kann, zeigt die seit Jahrzehnten in Deutschland verbreitete Ernährungspyramide des Bundeszentrums für Ernährung. Sie ist ein bewährtes und einfaches Modell zur Orientierung für den täglichen Speiseplan. So ist man mit allen Nährstoffen versorgt, beugt ernährungsmitbedingten Krankheiten vor und schützt dabei die Umwelt. Gleichzeitig bleibt viel Spielraum für persönliche Vorlieben und Bedürfnisse. Wer mag, kann damit das eigene Essverhalten überprüfen und falls sinnvoll anpassen.

Aufgrund der neuen lebensmittelbezogenen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), wurde die Ernährungspyramide angepasst. Vieles ist geblieben:

  • die dreieckige Form,
  • die Ampelfarben für eine erste quantitative Einordung und
  • die Bausteine für die einzelnen Lebensmittel-Portionen.

Zunächst fallen vielleicht die kleinen Stiländerungen auf. So ist die Ernährungspyramide nun frischer und auch barrierefrei illustriert, ohne ihren traditionellen Charakter zu verlieren. Bei genauerem Hinschauen zeigt sich, dass es auch inhaltliche Änderungen gibt, wie zwei neue Symbole: Hülsenfrüchte und Nüsse. Im Rahmen einer pflanzenbetonten und nachhaltigen Ernährung spielen sie eine wichtige Rolle und sind jetzt auch optisch hervorgehoben. Nüsse sind als eigene Gruppe in die Ernährungspyramide eingezogen, die Hülsenfrüchte teilen sich einen Baustein mit tierischen proteinreichen Lebensmitteln.

Auch bei den anderen Lebensmittelgruppen gibt es Änderungen. Die Bausteine für Öle und Fette sind nicht mehr rot, sondern gelb. Dadurch wird ihre Bedeutung als wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung betont. Gemüse und Obst sind nun eine gemeinsame Lebensmittelgruppe, da sie in den neuen DGE-Empfehlungen ebenfalls zusammengefasst sind. Bei den Milchprodukten sind es aus Gründen der Nachhaltigkeit zwei Portionen statt der bisherigen drei. Eine Fleischscheibe steht jetzt für Fleisch, Fisch, Wurst und Ei. Für die Extras sind Schokolade und Chips beispielhaft illustriert.

Ist die „Alte“ nun falsch? Nein. Wie auch die bisherigen DGE-Empfehlungen ist die bisherige Ernährungspyramide nicht falsch. Auch sie stellt eine gesundheitsförderliche und pflanzenbetonte Ernährung dar. Sie kann daher nach wie vor genutzt werden. Die aktualisierte Ernährungspyramide bildet die neuen DGE-Empfehlungen ab. Diese verbinden nicht nur die Aspekte Gesundheit und Ernährungsgewohnheiten, sondern auch das Thema Nachhaltigkeit findet Berücksichtigung. Die Reduktion der Umweltbelastung wurde bei den Empfehlungen mit einbezogen und es zeigte sich, dass eine gesundheitsfördernde und umweltschonende Ernährung Hand in Hand gehen. Dies verdeutlicht das neue Symbol „Gut für dich und die Umwelt“ neben der Ernährungspyramide, das als Denkanstoß dienen oder als Gesprächsanlass verwendet werden kann.

Wie die neuen DGE-Empfehlungen richtet sich die aktualisierte Ernährungspyramide an gesunde Erwachsene, die neben pflanzlichen Lebensmitteln auch Milch, Ei, Fisch und Fleisch essen. Menschen mit besonderen Nährstoffbedarfen können die Ernährungspyramide zur groben Orientierung bei der Lebensmittelauswahl und den Mengenverhältnissen nutzen, bis es speziellere Empfehlungen für sie gibt. Dazu gehören zum Beispiel Kinder, Jugendliche, ältere Personen und Menschen, die sich vegetarisch ernähren.

Die Webseite und die Materialien des BZfE werden nun Schritt für Schritt überarbeitet. Aktuell finden Sie auf www.bzfe.de grundlegende Informationen zur angepassten Ernährungspyramide. Tiefergehende Fachinformationen werden folgen. Die aktualisierte Ernährungs­pyramide kann man hier herunterladen: bzfe.de/bildlizenzen.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Alle Infos zur Ernährungspyramide: https://www.bzfe.de/bzfe-ernaehrungspyramide

FAQs zur Ernährungspyramide: https://www.bzfe.de/faq-ernaehrungspyramide

Lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen der DGE: https://www.dge.de/wissenschaft/fbdg/

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Alkoholkonsum im Alter

Schon geringe Mengen ein Risiko?

Auch wenn ältere Menschen nicht viel Alkohol trinken, haben sie offenbar eine geringere Lebenserwartung und eine erhöhte Krebssterblichkeit. Das lassen Resultate einer Untersuchung der Universidad Autónoma de Madrid vermuten, für welche Daten von mehr als 135.000 Menschen ab 60 Jahren aus der UK-Biobank-Studie ausgewertet wurden.

Lange Zeit galt Alkohol in Maßen als akzeptabel oder sogar für die Gesundheit förderlich. Nach Ansicht der Forschenden ist diese Annahme auf eine Verzerrung von Studiendaten zurückzuführen. Bislang wurden bei der Auswertung Abstinenzler als Referenzgruppe genommen. Für die aktuelle Studie wurde deswegen ein gelegentlicher Alkoholkonsum (höchstens 2,86 g reiner Alkohol täglich) mit einem geringen (bis 20 g für Männer, bis 10 g für Frauen), moderaten (20 bis 40 g für Männer, 10 bis 20 g für Frauen) und hohen Konsum (mehr als 40 g für Männer, mehr als 20 g für Frauen) verglichen. Zum besseren Einordnen: 0,5 Liter Bier, sowie 0,2 Liter Wein enthalten bereits etwa 20 g Alkohol.

Ältere Menschen mit geringem Konsum hatten im Vergleich zu denen mit gelegentlichem
Konsum ein um sechs Prozent höheres Sterblichkeitsrisiko und eine um elf Prozent höhere Krebssterblichkeit. Ein moderater bzw. hoher Konsum ließ das Sterblichkeitsrisiko um 10 bzw. 33 Prozent ansteigen. Senioren mit chronischen Erkrankungen und aus ärmeren Verhältnissen hatten ein höheres Gesundheitsrisiko durch Alkoholkonsum, ist im Fachjournal „JAMA Network Open“ zu lesen. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, sind aber keine ursächlichen Zusammenhänge nachweisbar.

Die Studienergebnisse decken sich mit dem neuen Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zum Thema Alkohol. Demnach gibt es keine risikofreie Menge für einen unbedenklichen Konsum, sodass kein oder möglichst wenig Alkohol getrunken werden sollte.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle

Alkohol – Zufuhr in Deutschland, gesundheitliche sowie soziale Folgen und Ableitung von

Handlungsempfehlungen: dge.de/wissenschaft/stellungnahmen-und-fachinformationen/positionen/alkohol

Ein Gläschen für die Gesundheit? Der Mythos ist nicht wahr: bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/ein-glaeschen-fuer-die-gesundheit

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Was darf alles in Nahrungsergänzungsmitteln stecken?

Erlaubt ist nur, was sicher ist

Nahrungsergänzungsmittel sind dazu gedacht, die Ernährung gesunder Menschen zu ergänzen. Dass sie klassische Nährstoffe wie Vitamine oder Mineralstoffe enthalten, liegt auf der Hand. Es ist rechtlich geregelt, welche Vitamin- und Mineralstoffverbindungen verwendet werden dürfen. An verbindlichen Höchstgehalten wird derzeit auf EU-Ebene gearbeitet. Aber was ist mit anderen, teils exotischen Zutaten von Nahrungsergänzungsmitteln? Zum Beispiel dem Öl der Mikroalge Schizochytrium, Grüntee-Extrakt oder dem Naturfarbstoff Quercitin – wie ist ihr Zusatz eigentlich geregelt?

In der Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV) steht, dass Nahrungsergänzungsmittel auch „andere Stoffe mit ernährungsspezifischer oder sonstiger Wirkung“ enthalten dürfen. Ein Beispiel ist das Flavonoid Quercitin, das natürlicherweise in vielen pflanzlichen Lebensmitteln wie Äpfeln vorkommt. Versuche im Reagenzglas zeigen, dass Quercitin eine antioxidative Wirkung besitzt. Es ist aber nicht nachgewiesen, dass ein Verzehr von isoliertem Quercitin gesundheitsförderlich ist. Mit solch einem Wirkversprechen darf daher nicht geworben werden. Als Zutat zugesetzt werden darf isoliertes Quercitin Nahrungsergänzungsmitteln aber durchaus – vorausgesetzt, das Produkt ist sicher. Sicher heißt: Es muss ausgeschlossen sein, dass der Verzehr Gesundheitsschäden hervorruft. Dazu zählen kurzfristig auftretende Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen oder Brechreiz und langfristige Effekte wie Leberschäden oder Krebserkrankungen.

Bei einigen Stoffen aus der Natur ist bekannt, dass sie nicht sicher sind. So etwa gelten Extrakte aus Ephedrakraut und Yohimbin als gesundheitsschädlich. Es ist daher verboten, sie in Lebensmitteln einschließlich Nahrungsergänzungsmitteln einzusetzen. Diese EU-weit geltende Liste verbotener Stoffe ist bislang recht kurz, wird aber kontinuierlich erweitert. So gab es bei bestimmten Grüntee-Extrakten in den letzten Jahren immer mehr Hinweise auf eine leberschädigende Wirkung. Deshalb beschränkte die Europäische Union 2022 deren Einsatz in allen Lebensmitteln, also auch in Nahrungsergänzungsmitteln.

Manche Herstellerfirmen versprechen sich von exotischen Zutaten besondere Markterfolge – vor allem von solchen, die von Naturvölkern traditionell als Heilmittel genutzt werden. Belegt sind derlei Wirkungen in der Regel nicht. Die Werbung damit ist also unzulässig, und manchmal auch der Vertrieb der Produkte. Für viele exotische Zutaten wie Kava-Kava, Hoodia oder Maca fehlt es allerdings an Erkenntnissen über den sicheren Verzehr. Lebensmittel oder Zutaten, die vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang in der EU verzehrt wurden, gelten als neuartiges Lebensmittel (Novel Food) und ihre Verwendung in Lebensmitteln muss zugelassen werden. Erst dann dürfen sie in der EU vermarktet werden. Das Öl der Mikroalge Schizochytrium beispielsweise wurde bereits vor rund 20 Jahren als Novel Food zugelassen. Es darf auch als Zutat in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden, allerdings mit einer Höchstgehaltsbeschränkung.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Nahrungsergänzungsmittel – Antworten auf die wichtigsten Fragen: https://www.bzfe.de/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/

In Einfacher Sprache: Die wichtigsten Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln: https://www.bzfe.de/einfache-sprache/gut-essen/nahrungsergaenzungsmittel/

Verbraucherzentrale „Klartext Nahrungsergänzung“: www.klartext-nahrungsergaenzung.de

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) „Mikronährstoffe und Co.“: https://www.mikroco-wissen.de/

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Wie gut sind Ernährungspläne mit KI?

Kein Ersatz für eine professionelle Beratung

Die Ernährungsberatung kann von der künstlichen Intelligenz profitieren. Allerdings sind mit Chatbots erstellte Tagespläne nach heutigem Stand kein Ersatz für eine professionelle Beratung. Das gilt vor allem bei einer veganen Ernährungsweise, hat eine gemeinsame Studie der Universität Hohenheim und des Max-Rubner-Instituts (MRI) gezeigt.

Mit Hilfe der künstlichen Intelligenz, kurz KI, lassen sich große Mengen Gesundheits- und Ernährungsdaten analysieren, um individuell zugeschnittene Ernährungsempfehlungen zu geben. Sogenannte Chatbots liefern nicht nur Kochrezepte, sondern auch Tagespläne für unterschiedliche Ernährungsweisen.

Für die Untersuchung nutzten die Forschenden frei zugängliche KI-Chatbots, um für eine fiktive, weibliche Person mit unterschiedlichen Ernährungsweisen (vegan, vegetarisch, mit Fleisch) insgesamt 108 Tagespläne zu erstellen. Es wurden Chatanfragen von Laien und Fachpersonal simuliert und geprüft, ob sie den allgemeinen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung entsprechen.

Ein Großteil der vorgeschlagenen Tagespläne entsprach den aktuellen Referenzwerten. Die Empfehlungen waren sogar gesünder und abwechslungsreicher als die durchschnittliche Ernährung in Deutschland. Und es machte keinen wesentlichen Unterschied, wie detailliert die Chatanfrage formuliert wurde.

Allerdings lieferten die Mahlzeiten häufig zu viel Eiweiß und zu wenig Energie, Kohlenhydrate und Vitamin D. Langfristig kann eine zu geringe Kalorienzufuhr zu einem unbeabsichtigten Gewichtsverlust führen. Gesundheitlich bedenklich waren vor allem die veganen Ernährungspläne, die zu wenig Vitamin B12 enthielten. Das für Nervensystem und Blutbildung wichtige Vitamin ist nur in tierischen Produkten in einer gut verfügbaren Form enthalten. Daher sollten Veganerinnen und Veganer dauerhaft ein Vitamin B12-Präparat einnehmen, was in den Chatbots nur gelegentlich empfohlen wurde.

KI-gestützte Systeme können für Laien, aber auch für Fachkräfte eine gute Inspiration für Mahlzeiten sein. Es ist aber nicht sinnvoll, sich blind auf die Empfehlungen zu verlassen. Vor allem bei einer veganen Kost raten die Forschenden, sich weiterhin Unterstützung von zertifizierten Ernährungsfachkräften zu suchen. Vermutlich werden sich auf KI basierende Technologien rasch weiterentwickeln und zukünftig weitere Aspekte wie Nachhaltigkeit einbeziehen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


doi.org/10.1016/j.nutres.2024.07.002

KI & Ernährung: Chatbots eignen sich nur bedingt für Ernährungsempfehlungen: agrar.uni-hohenheim.de/detailansicht-extern?tx_ttnews[tt_news]=63389&cHash

Video zur Studie auf Instagram: https://www.instagram.com/p/C-2KVTVMGOT

Künstliche Intelligenz in der Gastronomie: bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/kuenstliche-intelligenz-in-der-gastronomie

Ernährungsberatung – BZfE-Materialien für Beratungsfachkräfte: bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungsberatung

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Zuckerkonsum bei Kindern und Jugendlichen sinkt

Aber laut Studie immer noch zu hoch

Kinder und Jugendliche lieben es süß. Aber wenn sie mit der Nahrung zu viel Zucker aufnehmen, steigt das Risiko für Übergewicht und chronische Erkrankungen. Forscherinnen der Universität Bonn haben herausgefunden, dass die Zuckerzufuhr von Kindern und Jugendlichen seit 2010 kontinuierlich sinkt, aber immer noch über der empfohlenen Menge liegt.

Die Forscherinnen haben Daten der sogenannten DONALD-Studie („Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed“) von rund 750 Heranwachsenden im Alter von 3 bis 18 Jahren für den Zeitraum 2010 bis 2023 ausgewertet. Einmal im Jahr wurde an drei aufeinanderfolgenden Tagen alles, was die Teilnehmenden gegessen und getrunken haben, gewogen und dokumentiert.

Für die Untersuchung haben die Forscherinnen so für mehr als 4.200 Ernährungsprotokolle mithilfe einer Nährstoffdatenbank die Zufuhr des „freien Zuckers“ eingeschätzt. Dazu zählt jede Art von Zucker, auch Honig, Sirup und Fruchtsaftkonzentrate, die vom Hersteller oder bei der eigenen Zubereitung zugesetzt wird – einschließlich natürlichem Zucker in Fruchtsäften.

Die mittlere Aufnahme von freiem Zucker hat sich bei Kindern und Jugendlichen von knapp 17 Prozent der Tagesenergieaufnahme im Jahr 2010 auf knapp 12 Prozent im Jahr 2023 reduziert. Die Werte liegen aber nach wie vor über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von maximal 10 Prozent. Insbesondere bei den 6- bis 14-Jährigen ist der Konsum zu hoch (15 %), während er im Alter von 3 bis 4 Jahren und 17 bis 18 Jahren am geringsten ist.

Wahrscheinlich ist die tatsächliche Zuckeraufnahme noch höher, unter anderem weil die Ergebnisse auf Selbstauskünften beruhen. Zum anderen ist die Studie nicht repräsentativ, da aufgrund des umfangreichen Studiendesigns eher Familien mit höherem sozio-ökonomischem Status teilnehmen und hier ein tendenziell stärkeres Bewusstsein für Ernährungs- und Gesundheitsfragen zu erwarten sei.

Die Studienergebnisse stützen die aktuelle Initiative der Bundesregierung, bis 2025 den Zuckergehalt vieler, speziell an Kinder gerichteter Lebensmittel wie Frühstückszerealien, gesüßte Milchprodukte und Erfrischungsgetränke um mindestens 15 Prozent zu senken.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.uni-bonn.de/de/neues/159-2024


https://doi.org/10.1007/s00394-024-03456-1

Umgang mit Zucker in der KiTa – ein digitaler Leitfaden für Fachkräfte in Betreuungseinrichtungen: https://www.bzfe.de/bildung/material-fuer-kita-und-tagespflege/umgang-mit-zucker-in-der-kita/

Multimedialer Leitfaden „Vorsicht Zucker – wie viel Süßes ist erlaubt?“ für Fachkräfte in KiTas: https://prezi.com/view/xRW04IsJnyaGRsqC35pS/

Dem Zucker auf der Spur – ein Trendthema, auch für den Unterricht: https://www.bzfe.de/bildung/unterrichtsmaterial/sekundarstufe/dem-zucker-auf-der-spur/

Zucker bewusst genießen – den Umgang mit dem Süßmacher anschaulich vermitteln: https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungsberatung/zucker-bewusst-geniessen/

Zucker – beliebtes Süßungsmittel in vielen Varianten: https://www.bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/zucker/

Weniger Zucker, Fette und Salz – Hinweise zum Zubereiten von Speisen: https://www.bzfe.de/lebensmittel/zubereitung/weniger-zucker-fette-und-salz/

Weniger Zucker, Fette und Salz – Hinweise zum Einkaufen: https://www.bzfe.de/lebensmittel/einkauf-und-kennzeichnung/weniger-zucker-fette-und-salz/

Die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie der Bundesregierung – weniger Zucker, Fette und Salz in verarbeiteten Lebensmitteln: https://www.bzfe.de/lebensmittel/einkauf-und-kennzeichnung/die-nationale-reduktions-und-innovationsstrategie-der-bundesregierung

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Ernährung vorbeugen

Europaweite Studie zeigt großen Einfluss

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist ein Drittel der Todesfälle offenbar auf eine unausgewogene Ernährung zurückzuführen. Häufig kommen zu wenig Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte, dafür aber zu viel Salz und Fleisch auf den Tisch. Das lässt eine gemeinsame Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, des Instituts für nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft (INL) und des Kompetenzclusters „nutriCARD“ vermuten.

Die Analyse basiert auf der „Global Burden of Disease Study“, die in insgesamt 54 Ländern in Europa und Zentralasien durchgeführt wurde. Die Forschenden werteten Daten für den Zeitraum 1990 bis 2019 aus und nahmen unterschiedliche Arten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 13 verschiedene Ernährungsfaktoren unter die Lupe.

Im Jahr 2019 starben in Europa 1,55 Millionen Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die laut den Forschenden auf Ernährungsfehler zurückgeführt werden konnten. Damit wäre die Ernährung für 37 Prozent der Todesfälle mitverantwortlich. Vor allem soll sich eine vollkornarme Kost negativ auswirken, gefolgt von einer Ernährung mit wenig Hülsenfrüchten und hohem Natriumgehalt. Weitere Faktoren waren laut der Studie der Verzehr von zu viel rotem Fleisch und zu wenig Nüssen, Kernen und Obst. Zusätzliche Risikofaktoren wie Alkoholkonsum und eine zu hohe Energiezufuhr, die Übergewicht und Typ-2-Diabetes begünstigt, wurden für die Studie nicht berücksichtigt.

Die Resultate untermauern, wie groß das präventive Potenzial einer abwechslungsreichen, pflanzenbetonten Kost für die Herzgesundheit ist. Zwischen den Ländern gab es aber große Unterschiede: So sterben laut der Studie in Europa die meisten Menschen an ernährungsmitbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Slowakei (48 %) und in Belarus (47 %), während es zum Beispiel in Deutschland (31 %) und Spanien (24 %) weniger sind. „Aber auch in Deutschland haben wir noch viel Luft nach oben und könnten viele vorzeitige Todesfälle verhindern“, betont Professor Stefan Lorkowski von der Universität Jena.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:


https://dx.doi.org/10.1093/eurjpc/zwae136

Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für eine gesunde und nachhaltige Ernährung: https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/lebensmittelbezogene-empfehlungen-der-dge

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In der Regel überflüssig: Nahrungsergänzungsmittel für Kinder

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Sie werben mit bekannten Comicfiguren, haben bunte Verpackungen und sind häufig mit Fruchtgeschmack hergestellt: Nahrungsergänzungsmittel für Kinder. Doch ganz gleich wie ansprechend die Produkte aufgemacht sind, Kinder brauchen in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel. Hinzu kommt: Viele der für Kinder beworbenen Produkte enthalten höhere Nährstoffmengen als empfohlen. Obwohl viele Eltern das bisweilen spezielle, wenig abwechslungsreiche Essverhalten ihrer Kinder beklagen: Studien zufolge gilt deren Nährstoffversorgung allgemein als ausreichend. Lediglich für Säuglinge und Kleinkinder gilt die Empfehlung, über einen bestimmten Zeitraum Vitamin D zu supplementieren. Vom Kinderarzt verordnete Vitamin-D-haltige Arzneimittel werden auch von den Krankenkassen erstattet. Das gilt nicht für Nahrungsergänzungsmittel.

Zwar erreichen manche Kinder nicht ganz die täglich empfohlenen Mengen an Vitamin D und Folat sowie Eisen, Jod und Calcium; doch auch dann liegt nicht automatisch das Risiko für einen Nährstoffmangel vor. Die Verzehrempfehlungen sind mit einem Sicherheitszuschlag bemessen. Trotzdem werden immer mehr Nahrungsergänzungsmitteln für Kinder gekauft. So zeigt der aktuelle IQVIA Consumer Report Apotheke, dass der Absatz von Nahrungsergänzungsmitteln mit mehreren Vitaminen und Mineralstoffen speziell für Kinder im Jahr 2022 um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Doch nicht nur das: In 4 von insgesamt 31 Produkten, die das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe (CVUA) im Zeitraum zwischen 2021 und 2023 untersuchte, bemängelte es, dass die sichere obere Zufuhrmenge an Folsäure vollständig ausgeschöpft oder sogar überschritten war. Eine akute Gesundheitsgefahr begründe dies zwar nicht, eine überhöhte Zufuhr an Nährstoffen solle jedoch vermieden werden, so das CVUA. Auch bezüglich weiterer Nährstoffe, darunter die Vitamine C, K und die B-Vitamine, bemängelt das CVUA bei vielen Produkten zu hohe Dosierungen für die jeweils angesprochenen Altersgruppen.

Entsprechendes kritisieren auch die Verbraucherzentralen, gestützt auf wiederholt durchgeführte Marktchecks. Sie nahmen zuletzt im Sommer 2023 insgesamt 33 an Kinder gerichtete Nahrungsergänzungsmittel unter die Lupe. 70 Prozent davon überschritten in Bezug auf mindestens einen enthaltenen Nährstoff die täglichen Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für 4- bis 7-Jährige. Fast 40 Prozent der Produkte erreichten oder überschritten sogar die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vorgeschlagenen sicheren Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln. Dabei gelten diese Werte für Menschen ab 15 Jahren.

Die Verbraucherzentralen bemängelten darüber hinaus, dass einige Nahrungsergänzungsmittel in Form von Gummibärchen oder Bonbons auf den Markt kommen und oft mit einem fruchtigen Geschmack beworben werden. Dies begünstige einen Verzehr, der über der vom Hersteller empfohlenen täglichen Menge liege. Ihr Rat an Eltern lautet daher: Kinder sollten Nahrungsergänzungsmittel nur auf kinderärztlichen Rat hin erhalten.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Nahrungsergänzungsmittel. Antworten auf die wichtigsten Fragen: https://www.bzfe.de/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/

Warum brauchen Säuglinge zusätzlich Vitamin D?: Nachgefragt beim Netzwerk Gesund ins Leben: https://www.gesund-ins-leben.de/fuer-fachkreise/bestens-unterstuetzt-durchs-1-lebensjahr/nachgefragt/warum-brauchen-saeuglinge-zusaetzlich-vitamin-d/

Marktcheck der Verbraucherzentralen: https://www.klartext-nahrungsergaenzung.de/sites/default/files/2023-08/marktchecknem-fuer-kinder-bmel-2019.pdf

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