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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Blutzucker-Tracking im Trend

Mehr Hype als Hilfe

„Blutzuckerfreundliche Ernährung“ liegt im Trend. In den Sozialen Medien sieht man es momentan häufig: Gesunde Menschen tragen einen Sensor am Arm, um ihren Blutzuckerspiegel zu überwachen. Wie sinnvoll ist das? Das Kompetenzzentrum für Ernährung in Bayern hat die wissenschaftliche Grundlage dazu kürzlich beleuchtet.

Entwickelt wurden die kleinen Messgeräte für Menschen mit Diabetes mellitus. Für sie ist das kontinuierliche Messen ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Ein unter der Haut implantierter oder in die Haut gestochener Fühler misst kontinuierlich den Blutzuckerwert und sendet ihn drahtlos an eine App oder ein Auswertegerät. So können Nutzerinnen und Nutzer den Verlauf der Glucosekurve über den Tag nachvollziehen.

Einige Influencerinnen und Influencer empfehlen das Blutzucker-Tracking für Gesunde. Allerdings gibt es nur wenige Studien, welche die gesundheitlichen Effekte von kontinuierlichem Blutzuckertracking an gesunden Probanden im Alltag untersucht haben. Die existierenden Untersuchungen zeigen in den meisten Fällen nur, dass Schwankungen des Blutzuckerspiegels in Abhängigkeit von der Nahrungsaufnahme erkannt werden können. Dass Essen den Blutzuckerspiegel generell ansteigen lässt, lernt aber inzwischen schon jedes Schulkind. Belastbare Daten zur langfristigen gesundheitlichen Bedeutung bei Gesunden fehlen.

Das Dauertracking bleibt dabei nicht ohne Nebenwirkungen: Die ständige Selbstvermessung kann das Essverhalten stark beeinflussen – etwa durch übermäßige Kontrolle, Verunsicherung oder das Vermeiden bestimmter Lebensmittel. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass sich bei manchen Menschen ungesunde Ernährungsmuster entwickeln können, vor allem wenn ohnehin schon ein ausgeprägtes Gesundheitsstreben besteht.

So kann eine kohlenhydratreduzierte Ernährung unter Umständen sinnvoll sein, sie ist aber keine pauschale Garantie für eine bessere Gesundheit. Vor allem dann nicht, wenn dafür eine fettreiche Ernährung gewählt wird, die zwar keine Blutzuckerausschläge verursacht, aber andere gesundheitliche Probleme mit sich bringen kann.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Ernährungsradar: Blutzucker-Tracking – auch etwas für Gesunde?

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Dr. Margareta Büning-Fesel
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„Gesunde“ Ernährung hält im Alter fit

Von Studien bestätigt

Wer in der Lebensmitte auf seine Ernährung achtet und um die Taille schlank bleibt, kann im Alter offenbar länger geistig fit bleiben und damit auch einer Demenzerkrankung vorbeugen. Das lässt eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig vermuten, für die ausgewählte Daten der britischen Whitehall-II-Studie ausgewertet wurden.

An der Whitehall-II-Studie hatten mehr als 10.000 Britinnen und Briten teilgenommen, die zu Beginn durchschnittlich 48 Jahre alt waren. Für die aktuelle Untersuchung standen Daten einer Teilgruppe von 512 überwiegend männlichen Personen auf dem Prüfstand. Im Beobachtungszeitraum von dreißig Jahren bestimmten die Forschenden mehrmals den Taille-Hüfte-Quotient als Maß für das Bauchfett. Im Alter von durchschnittlich 70 Jahren wurden kognitive Tests durchgeführt und dabei eine Kernspintomografie des Gehirns angefertigt.

Außerdem nutzten die Forschenden den Alternative Healthy Eating Index“ (AHEI), der die Nahrungsqualität anhand einer Skala von 0 (am wenigsten „gesund“) bis 110 (am „gesündesten“) einordnet. Dieser Index ist so aufgebaut, dass er vor allem Assoziationen zwischen Ernährung und bestimmten chronischen Krankheiten aufzeigt. Er wurde bereits vor 10 Jahren vom U. S. Department of Agriculture (USDA) entwickelt. In die Auswertung ging der Verzehr der als „gesund“ definierten Lebensmittel wie Hülsenfrüchten, Nüssen, Obst, Gemüse, Vollkorn sowie fettarmen Milchprodukten und der „ungesunden“ Produkte wie verarbeitetem Fleisch und zuckergesüßten Softdrinks ein.

Menschen mit einer höheren Nahrungsqualität im mittleren und höheren Lebensalter zeigten bessere Nervenverbindungen zwischen Regionen der beiden Hirnhälften, die etwa für das Gedächtnis verantwortlich sind. Wer sich schlechter ernährte und mehr Fett rund um die Taille entwickelt hatte, schnitt bei den kognitiven Tests schlechter ab. Diese Defizite standen mit einer geringeren Leistungsfähigkeit der Faserbahnen in der weißen Substanz in Zusammenhang, steht im Fachjournal „JAMA Network Open“. Allerdings müssen weitere Studien folgen, um die Resultate zu untermauern. Zudem ist nicht klar, ob die Resultate auch auf Frauen übertragbar sind.

Nach einer weiteren Studie aus Boston, die kürzlich in „Nature Medicine“ erschienen ist, kann eine Ernährung nach dem AHEI-Index in der Lebensmitte chronischen Erkrankungen entgegenwirken und dazu beitragen, auch in einem Alter von über 70 Jahren geistig und körperlich fit zu sein. Für die Untersuchung wurden Daten von mehr als 100.000 Menschen aus den USA ausgewertet, die an den Langzeitstudien „Nurses Health Study“ und „Health Professionals Follow-Up-Studie“ teilgenommen hatten.

Beide Studien untermauern, welchen Stellenwert ausgewogenes Essen und Trinken für mehr Lebensqualität und Gesundheit im Alter hat. Das spricht einmal mehr für Präventionsstrategien vor allem in der Lebensmitte, um gezielt die Qualität der Ernährung und damit die Stoffwechselgesundheit zu verbessern sowie Adipositas vorzubeugen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Zur Studie: Association of Diet and Waist-to-Hip Ratio With Brain Connectivity and Memory in Aging

Zur Studie: Midlife Dietary Quality and Body Composition Relevance for Brain Connectivity and Cognitive Performance in Later Life

Zur Studie: Optimal dietary patterns for healthy aging

BZfE: Die Ernährungspyramide – ausgewogen, abwechslungsreich, nachhaltig

BZfE: Mehr Pflanze und weniger Tier – einfach gesund

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Nahrungsergänzungsmittel für die schlanke Linie?

Internethandel macht keine gute Figur

Eigentlich ist sie ohnehin verboten: die Werbung mit der schlanken Linie. Wie andere Lebensmittel auch, dürfen Nahrungsergänzungsmittel nicht mit Aussagen über die Dauer und das Ausmaß einer Gewichtsabnahme beworben werden. Doch bei vielen Produktangeboten im Internet ist die unzulässige Werbung nur ein Teilproblem. Denn immer wieder enthalten vermeintlich harmlose Pillen zum Abnehmen hochwirksame Arzneiwirkstoffe, die nicht auf der Verpackung stehen. Das zeigen die Erfahrungen der amtlichen Lebensmittelüberwachung, aber auch Marktbeobachtungen.

25 EU-Mitgliedstaaten sowie die Schweiz und Norwegen überprüften beispielsweise in der ersten europaweit koordinierten amtlichen Kontrolle von Lebensmittelangeboten im Internet („eFood“) bereits 2017 fast 1.100 Webseiten. Dabei stellten sie fest, dass das Risiko hoch ist, im Internet auf falsch gekennzeichnete oder gar gesundheitsschädliche Nahrungsergänzungsmittel zu stoßen. Weitere EU-Kontrollen des Online-Handels ergaben außerdem, dass viele Online-Shops manipulative Techniken nutzten. Werbung ist dort zum Beispiel nicht immer als solche erkennbar.

Auch nationale Kontrollen zeigen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher im Internet auf risikobehaftete Nahrungsergänzungsmittel stoßen können. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz zum Beispiel wies im Jahr 2023 insgesamt vier Mal den nicht gekennzeichneten gesundheitsschädlichen Wirkstoff Sibutramin in vermeintlich harmlosen Nahrungsergänzungsmitteln nach. Die Produkte waren dem Zoll bei Einfuhrkontrollen ins Netz gegangen. Dabei handelte es sich um Internetbestellungen von Privatpersonen. Sibutramin ist ein illegaler Arzneistoff, der einst als appetithemmender Wirkstoff zur Behandlung von Adipositas unter ärztlicher Aufsicht verabreicht wurde. Bereits 2008 verlor er wegen gravierender Nebenwirkungen weltweit seine Zulassung. Sibutramin kann den Blutdruck stark erhöhen und Herzerkrankungen hervorrufen. Auch Todesfälle sind bekannt.

Mehrere Staaten, darunter auch Deutschland, kämpfen seit 2011 gemeinsam gegen irreführende und betrügerische Handelspraktiken. Doch die amtliche Kontrolle steht vor großen Herausforderungen: Illegale Inhaltsstoffe stehen meist nicht auf dem Etikett, was es schwierig macht, sie überhaupt zu entdecken. Bei einer Aktion im Jahr 2019 spürte Großbritannien gemeinsam mit neun weiteren Staaten sogenannte Fatburner-Produkte auf, die den hochgefährlichen Inhaltsstoff DNP (2,4-Dinitrophenol) enthielten. Insgesamt konnte die Vermarktung von mehr als 50.000 gesundheitsschädlichen DNP-Kapseln in der EU verhindert werden.

Doch wie sollen sich Verbraucherinnen und Verbraucher vor den Angeboten schützen, wenn sie die Schädlichkeit „gepanschter“ Nahrungsergänzungsmittel in der Regel nicht erkennen können? Das Bundeszentrum für Ernährung rät daher: Begegnen Sie jeglicher Werbung für Nahrungsergänzungsmittel mit einer gesunden Portion Skepsis. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn für ein vermeintlich natürliches Nahrungsergänzungsmittel beispielsweise in Online-Foren eine effektive Wirkung bestätigt wird. Oft handelt es sich bei solchen „Erfahrungsberichten“ um getarnte Werbung. Auch eine unvollständige Produktkennzeichnung mit Rechtschreib- oder Grammatikfehlern oder falschen Übersetzungen in die deutsche Sprache können Indizien dafür sein, dass das Produkt die gesetzlichen Anforderungen an die Sicherheit nicht erfüllt.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Nahrungsergänzungsmittel – Antworten auf die wichtigsten Fragen

Verbraucherzentrale: Klartext Nahrungsergänzungsmittel

Bundesinstitut für Risikobewertung: Infoportal Mikronährstoffe und Co.

Europäische Union: Verbraucherschutz – Manipulative Praktiken bei 148 von 399 untersuchten Online-Shops

https://food.ec.europa.eu/system/files/2018-02/oc_oof_analysis_main_outcome_en.pdf

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Marktcheck zu essbaren Algen

Mängel bei der Kennzeichnung, Herkunft oft unbekannt

Algen können eine nährstoffreiche und nachhaltige Nahrungsquelle sein. Allerdings fehlen bei Meeresalgen häufig wichtige Angaben zum Jodgehalt auf dem Etikett. Auch Art und Herkunft der Algen sind bei vielen Produkten nicht ersichtlich, hat ein bundesweiter Marktcheck der Verbraucherzentralen gezeigt.

Für die Untersuchung standen 142 Erzeugnisse im stationären Handel und aus Online-Shops auf dem Prüfstand, darunter Algen „pur“, aber auch Salate, Suppen, Fischersatz und Getränke mit Algen als Zutat.

Häufig gab es Mängel bei der Kennzeichnung. Bei 32 Produkten stand auf der Verpackung nicht die Algenart, sondern eine Sammelbezeichnung wie „Meeresalgen“ oder „Seetang“. Bei 70 Prozent blieb die Herkunft der verwendeten Algen unklar. Werden Algen im Namen oder auf der Verpackung hervorgehoben, ist die Kennzeichnung des Algenanteils vorgeschrieben. Diese Angabe fehlte bei 25 von 44 Erzeugnissen.

Auch bei Warnhinweisen zu hohen Jodgehalten haperte es. Algenprodukte enthalten häufig schwankende und teils extrem hohe Werte – zwischen 10 und 5800 Mikrogramm Jod pro Gramm Trockengewicht berichtet die Verbraucherzentrale.

Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement mit Aufgaben im Hormonhaushalt, beim Energiestoffwechsel, der Regulation der Körpertemperatur und der Zellbildung und -teilung. Es kann nicht vom Körper selbst gebildet werden und muss daher mit der Nahrung zugeführt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt gesunden Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 200 Mikrogramm pro Tag. Eine maximale tägliche Aufnahme von 500 Mikrogramm Jod gilt als sicher, auch für Menschen, die auf eine Jodbelastung empfindlich reagieren.

Bei zwei Drittel der 56 untersuchten jodreichen Produkte fehlten notwendige Angaben wie Warnhinweise, Jodgehalt und maximale Verzehrsmengen. Rund 40 Prozent der Produkte machten Nährwertangaben – meist bezogen auf Jod. Fünf Algen-Monoprodukte trugen den Hinweis „reich an Protein“. Das ist kritisch zu sehen, da jodreiche Algen nur in geringen Mengen verzehrt werden sollten und nicht wesentlich zur Proteinversorgung beitragen können. Zudem wurden Getränke häufig mit nicht zulässigen, gesundheitsbezogenen Aussagen wie „Regeneration“ und „Energie“ beworben.

Das Fazit lautet daher: Algenprodukte mit hohen Algenanteilen sind nicht als geeignete Jodquelle einzustufen. Besser sind Quellen wie Seefisch, Milch, Eier. Außerdem ist jodiertes Speisesalz in der heimischen Küche, in der Lebensmittelherstellung und in der Außer-Haus-Verpflegung die erste Wahl. Beim Kauf von Algen sollten Verbraucher und Verbraucherinnen besonders auf den Jodgehalt achten und die empfohlenen Verzehrsmengen und Zubereitungshinweise einhalten, raten die Verbraucherzentralen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Marktcheck der Verbraucherzentrale: Oft zu viel Jod in Meeresalgen-Produkten

BZfE: Wenn Salz, dann Jodsalz

BZfE: Insekten, Algen, Lupinen: Wie sicher sind alternative Eiweißquellen?

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Adipositas verändert Körper-Gehirn-Interaktion

Verändertes Belohnungsgefühl bei Erkrankten

Adipositas zählt hierzulande zu einer der größten gesundheitlichen Herausforderungen. Neben den körperlichen Herausforderungen steigt das Risiko von Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, kardiovaskuläre Erkrankungen und verschiedenen Krebsarten.

Rund 25 Prozent der deutschen Bevölkerung haben Adipositas und die Zahl steigt. Der Körper speichert bei dieser Erkrankung Fett in Zellen bedingt durch einen dauerhaften Energieüberschuss. Das kann durch den Lebensstil, genetische Faktoren oder Medikamente begünstigt werden. So weit, so bekannt. Doch die Krankheit hat nicht nur körperliche Folgen. „Eine bislang wenig beachtete, aber entscheidende Komponente bei der Adipositas ist die Kommunikation zwischen Gehirn und dem Rest des Körpers“, so Dr. med. Ruth Hanßen, Fachärztin für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie an der Uniklinik Köln, anlässlich einer Online-Pressekonferenz beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e.V. (DGE). Die diesjährige Veranstaltung fokussierte sich unter anderem auf das Zusammenspiel von Psyche und Essverhalten.

Hanßen verdeutlichte, dass Adipositas auch die Körper-Gehirn-Interaktion verändere, wodurch die Signale falsch interpretiert werden, die das Gehirn vom Körper bekommt. Das äußere sich beispielsweise darin, dass Betroffene ein verändertes Sättigungsgefühl und ein verändertes Belohnungsgefühl (mit veränderter Dopamin-Ausschüttung) haben. „Betroffene essen dann zu viel, obwohl der Körper bereits genug Energie erhalten hat, da das Gehirn weiterhin ein „Hungersignal sendet“, sagt Hanßen.

Diese Einschränkungen der Körper-Gehirn-Kommunikation haben aber noch weitreichendere Folgen: „Nicht nur das essensbezogene Verhalten ist eingeschränkt, auch die ganz grundlegende Fähigkeit, neue Assoziationen zu lernen, die nichts mit Essen zu tun haben, ist reduziert und auch die Steuerung unserer Motivation ist eingeschränkt. Das äußert sich etwa darin, dass Betroffene ihre Bereitschaft, sich für eine Belohnung anzustrengen, weniger gut an ihre aktuellen Bedürfnisse anpassen können. Das hängt wiederum auch mit der Art der Lebensmittel zusammen, die konsumiert werden: Wenn Menschen überwiegend hochkalorische, fett- und zuckerreiche Lebensmittel zu sich nehmen, kann dies zu Gehirnveränderungen führen, die mit Antriebslosigkeit und Leistungsabfall einhergehen können“. Insofern kann man sagen, so die Fachärztin, das Übergewicht das Essverhalten und die Motivation sabotiert. Und ob die Gehirnveränderungen reversibel sind, wisse man zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Überhaupt seien bis heute die Mechanismen auf neurobiologischer, endokrinologischer und immunologischer sowie genetischer/epigenetischer Ebene unzureichend verstanden.

Und die Therapie? Die in früheren Jahren bisweilen postulierte Empfehlung, Menschen mit Übergewicht/Adipositas müssten nur weniger essen und mehr Sport treiben, ist viel zu kurz gedacht. Auch das Konzept, „man müsse nur einmal abnehmen und dann seien alle Probleme gelöst“, sei hinfällig geworden. „Adipositas ist mit chronischen Gehirnveränderungen verbunden“, sagt Hanßen und diese Gehirnveränderungen machten es sehr schwierig, Verhaltensweisen abzulegen. Eine ganzheitliche lebenslange Therapie von Adipositas sei wichtig, wie es auch in den Leitlinien verankert ist. Die gestörte Kommunikation zwischen Körper und Gehirn müsse man immer mit einzubeziehen.

Adipositas sei die einzige Erkrankung, die man „ist“ und nicht „hat“. Man hat Diabetes oder man hat Bluthochdruck und so weiter, aber im Deutschen Sprachgebrauch ist man adipös. „Durch den Sprachgebrauch fördern wir die Stigmatisierung, da wir das Haben einer Erkrankung mit dem Sein gleichstellen.“ Im Sinne der Betroffenen empfiehlt Dr. Ruth Hanßen deshalb, dass wir unseren sprachlichen Beitrag für weniger Stigmatisierung leisten, so gut es geht.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weiter Informationen:

Kongresswebsite der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie

Weltweiter Anstieg von von Übergewicht und Adipositas

Neue Erkenntnisse zur Beschreibung von Adipositas

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Weltweiter Anstieg an Übergewicht und Adipositas

Bis 2050 voraussichtlich ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen betroffen

Bis zum Jahr 2050 wird voraussichtlich ein Drittel der Kinder und Jugendlichen rund um den Globus fettleibig oder übergewichtig sein. Vor allem die Adipositasraten werden in den nächsten fünf Jahre drastisch ansteigen. Das lassen aktuelle Prognosen im Rahmen einer Studie unter Leitung des australischen „Murdoch Children‘ s Research Institute“ (MCRI) vermuten.

Fettleibigkeit, auch Adipositas genannt, ist eine komplexe chronische Erkrankung, die weitere Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Leiden und Typ-2-Diabetes zur Folge haben kann. Eine Adipositas liegt per Definition vor, wenn der Body-Mass-Index (BMI) bei mindestens 30 liegt. Der BMI gibt das Verhältnis von Gewicht (in kg) zur Körpergröße (in m zum Quadrat) an.

Für die Studie wurden Daten der „Global Burden of Disease Study“ für die Jahre 1990 bis 2021 ausgewertet, um Prognosen für Übergewicht und Adipositas in 204 Ländern und Gebieten für 2022 bis 2050 zu ermitteln. Im Jahr 2021 waren weltweit 493 Millionen Kinder und Jugendliche übergewichtig oder fettleibig. Die globale Prävalenz von Adipositas bei jungen Menschen hat sich von 1990 bis 2021 von zwei auf fast sieben Prozent verdreifacht (174 Mio.).

Falls sich derzeitige Trends fortsetzen, haben in 25 Jahren 31 Prozent der 5- bis 24-Jährigen (746 Mio.) ein zu hohes Körpergewicht, von denen 360 Millionen unter Adipositas leiden, so die Forschenden. Bei Jungen im Alter von 5 bis14 Jahren wird Fettleibigkeit mit einem geschätzten Anteil von 16,5 Prozent sogar das Übergewicht (12,9 %) übertreffen.

Generell ist die Gewichtsentwicklung je nach Land und Region sehr unterschiedlich, steht im Fachblatt „The Lancet“. Ohne politische Reformen werde der Übergang zur Fettleibigkeit in Nordafrika und im Nahen Osten sowie in Lateinamerika und in der Karibik besonders schnell gehen. Dort würden im Jahr 2050 voraussichtlich ein Drittel aller fettleibigen Kinder und Jugendlichen (130 Mio.) leben.

„Kinder und Jugendliche sind eine gefährdete Bevölkerungsgruppe innerhalb der Adipositas-Epidemie“, erklärt Dr. Jessica Kerr vom MCRI. Da Fettleibigkeit nach der Pubertät selten verschwindet, ist Prävention besonders wichtig. Nach Ansicht der Forschenden braucht es in den kommenden Jahren (2025-2030) dringend länderspezifische Gegenmaßnahmen, um einen vollständigen Übergang zu globaler Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen noch abzuwenden.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1016/S0140-6736(25)00397-6

Neue Erkenntnisse zur Beschreibung von Adipositas: bzfe.de/presse/pressemeldungen-archiv/neue-erkenntnisse-zur-beschreibung-von-adipositas

Kinder und Jugendliche mit Adipositas erfolgreich beraten: www.ble-medienservice.de/solr/search/index/?q=Kinder+und+Jugendliche+mit+Adipositas+er

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Übergewicht und Adipositas in Deutschland

Massives gesellschaftliches Problem

Die meisten Menschen in Deutschland haben Schwierigkeiten, ihr Körpergewicht im Normbereich zu halten, wobei Männer häufiger als Frauen und ältere Menschen häufiger als jüngere betroffen sind. Das ist das Fazit einer Analyse zur Entwicklung und Verbreitung von Übergewicht im Rahmen des 15. Ernährungsberichts der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Übergewicht entsteht vor allem durch eine langfristig zu hohe Energieaufnahme. Der Körpermassenindex (BMI) liegt dabei definitionsgemäß bei mehr als 25 kg/m2 (Verhältnis des Körpergewichts in Kilogramm zum Quadrat der Körpergröße in Metern). Nach dem Mikrozensus 2021 bringen 61 Prozent der Männer und 38 Prozent der Frauen im Alter von 18 bis 65 Jahren zu viele Pfunde auf die Waage. Alle Altersgruppen sind betroffen. Mit steigendem Alter nimmt die Prävalenz allerdings zu und erreicht den höchsten Anteil bei den 60- bis 64-Jährigen (72 % der Männer, 51 % der Frauen).

Außerdem sind immer mehr Menschen adipös, also stark übergewichtig (BMI mindestens 30 kg/m2): Im Jahr 2021 waren es 18 Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen. Generell haben Menschen mit niedrigem sozioökonomischen Status und Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund häufiger ein übermäßiges Körpergewicht.

Zudem tritt Übergewicht in der Schwangerschaft immer häufiger auf: Im Jahr 2022 war fast jede zweite Schwangere bei der Erstuntersuchung übergewichtig. Das erhöht nicht nur das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt, sondern beeinträchtigt die gesundheitliche Entwicklung des Kindes im gesamten Lebensverlauf.

„Unsere Auswertung bestätigt, dass Übergewicht und Adipositas in Deutschland weit verbreitet sind und mit ihren gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Folgen ein massives gesellschaftliches Problem darstellen“, fasst Prof. Dr. Christina Holzapfel von der Hochschule Fulda die Ergebnisse zusammen. Umfassende Präventionsmaßnahmen und mehr Forschung sind nach Ansicht der DGE dringend notwendig. Auch die Bedingungen im Umfeld (z.B. das Essangebot in der Wohnumgebung) müssten besser werden, damit eine gesunde Ernährungsweise und körperliche Bewegung leichter gelingen können.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

15. DGE-Ernährungsbericht:  www.dge.de/fileadmin/dok/wissenschaft/ernaehrungsberichte/15eb/15-DGE-Ernaehrungsbericht.pdf

Ausgewählte Ergebnisse des 15. DGE-Ernährungsberichts – weniger Fleisch mehr Fastfood: https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2024/dezember/weniger-fleisch-mehr-fast-food/

Starkes Übergewicht nimmt weiter zu: https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2024/maerz/starkes-uebergewicht-nimmt-weiter-zu

Bauchumfang entscheidend für das gesundheitliche Risiko: www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/bauchumfang-entscheidend-fuer-das-gesundheitliche-risiko

Bin ich übergewichtig?: www.bzfe.de/bmi-rechner

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Wie viel ist zu viel?

Mikronährstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln

Alle wollen sie, trotzdem gibt es sie (noch) nicht: EU-weit verbindliche Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln. Da EU-weit einheitliche Regeln gelten sollen, müssen sich alle Mitgliedsstaaten auf einheitliche Höchstmengen verständigen. Seit langem ist diese Festlegung geplant – 2025 scheint sie auf der Zielgeraden. Die Forderung nach verbindlichen Werten ist auch Bestandteil der in 2024 veröffentlichten Ernährungsstrategie der bisherigen Bundesregierung.

Marktuntersuchungen in Deutschland – beispielsweise von Verbraucherzentralen oder der amtlichen Lebensmittelüberwachungen – zeigen, dass Vitamine und Mineralstoffe in vielen Produkten sehr viel höher dosiert sind, als vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlen. So gibt es beispielsweise hochdosierte Zinkpräparate, bei denen Hersteller 25 Milligramm als Tagesration empfehlen – und diese Menge gleich auch in Form einer einzigen Pille pro Tag anbieten. Dabei schlägt das BfR eine maximale Zink-Dosis von 6,5 Milligramm pro Tag in Nahrungsergänzungsmitteln vor. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten wissen, ob und wann Zufuhrmengen in Nahrungsergänzungsmitteln, die über diesen Empfehlungen liegen, ein gesundheitliches Risiko bergen können – und wie hoch dieses unter Umständen sein kann. So speichert der Mensch zum Beispiel fettlösliche Vitamine wie Vitamin A und D. Bei längerer, zu hoher Zufuhr, die im Prinzip nur über Nahrungsergänzungsmittel erreicht werden kann, kann sich das nachteilig auf die Gesundheit auswirken.

Es gibt also gute Gründe für verbindliche Höchstmengen von Wirkstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln. Solange es diese Höchstwerte nicht gibt, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher sich gut informieren und die Dosierung der Produkte kritisch hinterfragen. Der beste Rat bleibt, die tägliche Ernährung abwechslungsreich und ausgewogen zu gestalten. Denn sie liefert für gesunde Erwachsene in der Regel alle Nährstoffe – ohne das Risiko einer Überdosierung einzelner Vitamine oder Mineralstoffe.

www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Nahrungsergänzungsmittel: bzfe.de/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel

www.klartext-nahrungsergaenzung.de

www.mikroco-wissen.de/

www.bfr.bund.de/cm/343/hochdosierte-nahrungsergaenzungsmittel-mit-vitamin-d-
koennen-langfristig-die-gesundheit-beeintraechtigen.pdf

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Bitterstoffe: Mehr bittere Lebensmittel auf den Teller

Warum Bitterstoffe positiv wirken

Viele Menschen mögen bitter schmeckende Lebensmittel wie Rosenkohl, Chicorée und Grapefruit nicht. Die enthaltenen Bitterstoffe sind aber sehr gesund, da sie etwa die Verdauung anregen. Viele Pflanzen bilden Bitterstoffe, um sich vor Fraß zu schützen. Auch der Mensch meidet instinktiv bitter schmeckende Substanzen, die er beispielsweise über rund 25 unterschiedliche Rezeptoren über den Mund wahrnehmen kann. Das ist ein angeborenes Warnsystem für Giftstoffe in der Nahrung, die meist ebenfalls bitter schmecken.

Die meisten Bitterstoffe sind aber nicht giftig, sondern haben positive Wirkungen auf unseren Körper. Ein Beispiel ist Intybin (Lactucopicrin) aus Chicorée, das die Sekretion von Magensaft und Gallenflüssigkeit fördert und dadurch die Verdauung verbessert. Bitterstoffe können auch Heißhungerattacken vorbeugen, da das Sättigungsgefühl nach dem Essen länger anhält. Einige Inhaltsstoffe haben eine antioxidative Wirkung oder können bei der Bekämpfung von Krankheitserregern helfen.

Da der Bittergeschmack wenig beliebt ist, enthalten heutzutage viele Gemüse- und Obstarten durch gezielte Züchtung nur noch wenige Bitterstoffe. Wer lieber bittere Salat-, Obst- oder Gemüsesorten kaufen möchte, wird am ehesten beim Erzeuger oder auf dem Wochenmarkt fündig. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn natürlicherweise mildes Gemüse aus dem eigenen Garten, wie Zucchini oder Gurke, roh oder gegart bitter schmeckt. Es kann durch natürliche Wachstumsprozesse Giftstoffe enthalten und muss immer entsorgt werden.

Wer etwas für seine Gesundheit tun möchte, kann regelmäßig bitter schmeckende Lebensmittel in seinen Speiseplan einbauen. Dazu zählen neben Chicorée und Rosenkohl auch Endivie, Radicchio, Mangold, Rucola, Artischocke und Aubergine. Obstarten wie Grapefruit, Wildkräuter wie Löwenzahn und Gewürze wie Kardamom sind weitere gute Lieferanten von Bitterstoffen. Mit der Zeit gewöhnt man sich an den Geschmack. In vielen Gerichten können mild-süßliche Komponenten Bitteraromen ausgleichen. So schmeckt etwa ein Endiviensalat mit Granatapfeldressing ausgewogener oder ein Salat aus Radicchio und Apfel milder.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

How-To-Obst und Gemüse. Rosenkohl: https://www.bzfe.de/lebensmittel/zubereitung/how-to-obst-und-gemuese/rosenkohl/

How-To-Obst und Gemüse. Chicorée:
https://www.bzfe.de/lebensmittel/zubereitung/how-to-obst-und-gemuese/chicoree/

Pampelmuse, Pomelo und Grapefruit: https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2023/dezember/pampelmuse-pomelo-und-grapefruit

https://www.dge.de/wissenschaft/fachinformationen/sekundaere-pflanzenstoffe-und-die-gesundheit/

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Hühnersuppe in der Erkältungszeit

Jedes Land hat sein eigenes Rezept

Hühnersuppe ist ein beliebtes Hausmittel bei Erkältungen, wobei sie in jedem Land etwas anders zubereitet wird. Auch wenn wissenschaftliche Beweise für eine medizinische Wirkung fehlen, empfinden viele Menschen bei einer Erkältung eine dampfende Schüssel Hühnersuppe als angenehm.

Dafür gibt es zahlreiche Gründe. Zum einen sorgt die Hühnersuppe für ein wohliges Gefühl im Bauch, wärmt von innen und weckt nicht selten Erinnerungen an die Kindheit. Vor allem aber gibt sie dem Körper Flüssigkeit, was unter anderem wichtig für die Befeuchtung der Schleimhäute und den Abtransport der Erkältungsviren ist. Nicht zuletzt ist Hühnersuppe leicht verdaulich und reich an Nährstoffen wie Zink aus dem Huhn oder Vitamine aus dem Gemüse, die das Immunsystem bei der Infektabwehr unterstützen können.

An kalten Wintertagen kommt die Hühnersuppe aber auch unabhängig von Erkältungen auf den Tisch. Hierzulande wird dafür meist ein Suppenhuhn mit reichlich Wasser, klein geschnittenem Suppengemüse und Gewürzen wie Lorbeerblättern und Liebstöckel aufgekocht und anschließend für ein bis zwei Stunden geköchelt. Die Brühe wird weniger trüb, wenn man den Schaum regelmäßig abschöpft. Dann das Fleisch vom Knochen lösen, in mundgerechte Stücke schneiden und weiteres Gemüse wie etwa Blumenkohl ergänzen und kurz mitgaren. Mit Salz und Pfeffer würzen und vor dem Servieren mit frischer Petersilie bestreuen.

In Italien wird Hühnersuppe oft mit Nudeln serviert. Zur klassischen Hausmannskost zählt die „Pastina“ (italienisch für „kleine Nudel“), die durch geriebenen Parmesan und püriertes Gemüse wie Sellerie und Karotten eine cremige Konsistenz erhält. Die griechische „Kotosoupa Avgolemono“ wird mit Reis zubereitet, wobei mit Zitronensaft verquirlte Eier unter die leicht abgekühlte Suppe gezogen werden. In Schottland kommen neben Lauch und Speck Backpflaumen in den Eintopf „Cock-a-Leekie“. Die thailändische Hühnersuppe „Tom Kha Gai“ mit Kokosmilch erhält durch Chili, Zitronengras und Galgant („Thai-Ingwer“) ihr scharf-säuerliches Aroma. Die nahrhafte Hühnersuppe „Pho Ga“ wird in Vietnam mit Reisnudeln schon zum Frühstück gegessen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

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Ingwer, Kurkuma, Galgant – Aromatische „Knollen“ für Küche und Hausapotheke: bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2023/maerz/ingwer-kurkuma-galgant/

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