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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Mehr Protein in den Wechseljahren?

Studienlage uneinheitlich

Wie viel Protein brauchen wir wirklich? Dieses Thema wird nicht nur in den Sozialen Medien, sondern auch in Magazinen und Sachbüchern kontrovers diskutiert. Die aktuelle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wird dabei teils als zu niedrig angesehen. Sie lautet 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und gilt für gesunde Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren. In Proteinen stecken Aminosäuren und Stickstoff zum Aufbau von Muskeln, Enzymen und Hormonen. Die DGE gibt mit ihrer Empfehlung die Menge an Protein an, die für den Erhalt der normalen Körperfunktionen benötigt wird. Für Menschen ab 65 Jahren wird 1 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag genannt. Dabei stützen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Studien, die zeigen, dass die körpereigene Proteinproduktion mit steigendem Alter sinkt. Der Körper braucht also mehr Nahrungsprotein, damit der Proteinaufbau nach wie vor gut funktioniert.

Auch für Frauen in den Wechseljahren werden häufig höhere Protein-Aufnahmemengen diskutiert. Der Abfall des Östrogenspiegels in dieser Zeit ist direkt mit Muskelabbau und Kraftverlust, einer Umverteilung des Fetts in den Bauchraum und einem verlangsamten Stoffwechsel verbunden. Außerdem steigt bei Frauen in den Wechseljahren durch die hormonellen Veränderungen das Risiko für Osteoporose, also eine verringerte Knochendichte. Die Knochendichte wird bis etwa zum 30. Lebensjahr aufgebaut und über die Jahre erhalten, sofern die Ernährung stimmt. Bei Osteoporose drohen vermehrt Knochenbrüche. Knochendichte und Muskeln hängen eng zusammen, denn stärkere Muskeln beanspruchen die Knochen stärker und führen so zu einem besseren Knochenerhalt. Daher ist es wichtig, in den Wechseljahren die vorhandenen Muskeln zu bewahren oder sogar mehr aufzubauen. Einige Ernährungswissenschaftlerinnen
und -wissenschaftler vertreten daher die Meinung, dass mehr Proteine in der Ernährung für Frauen in den Wechseljahren hilfreich seien, zum Beispiel 1,0 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Internationale Studienergebnisse zur Wirksamkeit dieser Maßnahme sind jedoch nicht eindeutig.

Auf jeden Fall ist es sinnvoll, zu jeder Mahlzeit ausreichend gute Proteinlieferanten zu essen. Das sind Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte, Milch- und Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier. Zum Beispiel liefert die Kombination von Eiern und Kartoffeln oder auch von Getreide und Hülsenfrüchten sehr gut verwertbares Protein. High-Protein-Produkte oder Proteinpulver vielleicht sogar „extra für Frauen“ braucht es dabei nicht.

Julia Icking, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Proteine – Baustoffe des Lebens

BZfE: Anders essen in den Wechseljahren – weniger Energie, mehr Nährstoffe

DGE: Leitlinie Protein

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Gesundheit-NAchrichten-Pressemeldungen

Proteine der Zukunft

Wirksame Maßnahmen zur Konsumlenkung gefragt

Eines der Schlüsselthemen der Ernährung der Zukunft ist die Lösung der Proteinfrage. Wie viel pflanzliches Eiweiß muss, wie viel tierisches Eiweiß kann noch dazu gehören? Und was ist mit mit dem Einfluss von Technologien wie der Verarbeitung von Pflanzen zu Ersatzprodukten, Fermentation zur Gewinnung von Ersatzprotein und künftig vielleicht auch mit cultured meat? Eine Veranstaltung im Rahmen des Nationalen Dialogs zum UN Food Systems Summit (FSS) erläuterte Hintergründe, neueste Zahlen und mögliche Strategien für die Fragen: Wie viel Vielfalt brauchen wir auf dem Teller und wie kriegen wir sie dahin?

Nach Ansicht von Ivo Rzegotta vom Good Food Institute, können pflanzenbasierte Fleischalternativen, Fleisch aus Fermentation und Kultiviertes Fleisch deutlich zu Klimaschutz, Artenvielfalt und gesellschaftlicher Gesundheit beitragen. Die Politik sei in der Pflicht, diese Entwicklung voranzutreiben um den stark steigenden Bedarf decken zu können. Öffentliche Forschungsfinanzierung sei ebenso zentral wie eine bessere Kennzeichnung neuer Produkte.

Dr. Christian Schader vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau in der Schweiz formulierte als Kernforderung, dass die Transformation des Ernährungssystems nur möglich sei, wenn Landwirtschaft und Ernährung als Einheit gedacht werden. Nur so könne die notwendige Transformation des Ernährungssystems gelingen. Die Proteinversorgung der Zukunft sei eine der Schlüsselfragen. Schader sieht pflanzliche Proteine als die klimafreundlichste Lösung, gefolgt von Milch und Fleisch von Wiederkäuern vom Grünland. Nun seien wirksame Maßnahmen nötig, die den Konsum lenken. Reine Kommunikationsmaßnahmen seien hingegen keine Lösung.

Felix Ellwanger vom Karlsruher Institut für Technologie gab einen Überblick über die derzeitigen Möglichkeiten zum Einsatz von Insekten in der menschlichen Ernährung. Am Beispiel des Forschungsprojekts „Insekback“ zeigte er anschaulich, dass Insektenmehle bislang nur eingeschränkt in Produkte wie Backwaren eingebracht werden können. Insgesamt würden Insekten als Nahrungsmittel in Deutschland wahrscheinlich eher ein Nischenprodukt bleiben.

In seinem Kommentar forderte Frank Waskow von der Verbraucherzentrale NRW eine aktive Politik für eine Ernährungswende. Um neue, gewünschte Konsummuster zu etablieren sollen andere Ernährungssysteme und -umgebungen her. Sowohl nachhaltig erzeugtes Tierwohl-Fleisch als auch die Fleischalternativen müssten für Konsumentinnen und Konsumenten bezahlbar, geschmacklich und kulturell akzeptiert sein und dabei auch noch gesund. Stefanie Wunder vom ecologic Institut plädierte ebenfalls für einen ganzheitlichen Blick auf das Ernährungssystem. Es reiche keineswegs, einseitig auf Treibhausgas-Emissionen zu blicken. Wunder sieht eine Nationale Ernährungsstrategie bis 2023 als Chance, ein ressortübergreifendes Konzept, das die Zivilgesellschaft miteinbezieht, auf die Beine zu stellen.

Britta Klein vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) hält den Stellenwert der Tierhaltung auch zukünftig für hoch. Allerdings müssten deutlich weniger Tiere gehalten und der Fokus auf mehr Tierwohl und eine nachhaltige Fütterung gelegt werden. „Mehr pflanzliche Vielfalt auf dem Feld ist nötig, wo immer das geht. Klimaschonende Ernährungssysteme können sonst nicht entstehen“, so Klein. Der One Health-Ansatz sollte für die gesamte Ernährungsszene die Grundlage sein. Dieser basiert auf dem Verständnis, dass die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt eng miteinander zusammenhängen.

www.bzfe.de


Weitere Informationen:


bzfe.de/nachhaltiger-konsum/orientierung-beim-einkauf/


bzfe.de/lebensmittel/trendlebensmittel/huelsenfruechte/

Der UN-Weltgipfel zu Ernährungssystemen (UN Food Systems Summit, UN FSS) ruft zum gemeinsamen Handeln auf, um die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN) zu erreichen. Insbesondere müssen Fortschritte für nachhaltigere Ernährungssysteme erzielt werden.

www.ble.de/DE/BLE/UN-Food-System/UN-Food-System_node.html

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