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Diabetes und die Folgeerkrankungen

Problem: der stumme Herzinfarkt

Diabetes alleine ist schon eine sehr ernst zu nehmende Krankheit, noch gefährlicher wird sie aber, wenn schwere Folgeerkrankungen auftreten. Schäden können das Herz-Kreislaufsystem, die Blutgefäße und auch die Nerven nehmen. 75 Prozent der Herzinfarktpatienten leiden unter einem gestörten Zuckerstoffwechsel. Zum Problem wird dabei sehr oft der sogenannte stumme Herzinfarkt. Da dieser schmerzlos verläuft, wird er oft gar nicht erkannt. Zuckerkranke, die bislang keine bekannten Herzprobleme haben, sind davon mehr als doppelt so häufig von einem stummen Herzinfarkt betroffen, wie beschwerdefreie Patienten ohne Diabetes, das haben Wissenschaftler um Wilbert S. Aronow vom New York Medical College in einer Studie herausgefunden. Ebenfalls können durch Diabetes Nieren- und Augenerkrankungen auftreten, ebenso ist das Schlaganfallrisiko besonders hoch.

Auch die Nerven leiden unter der Stoffwechsel-Entgleisung, wodurch sich eine Neuropathie entwickeln kann. Die Folgen unter anderem: Kribbeln in den Händen, Taubheitsgefühle und in der Folge kann der gefürchtete diabetische Fuß mit offenen Geschwüren auftreten.

Nerven und Gefäße mit Benfotiamin schützen

Durch den vitaminähnlichen Wirkstoff Benfotiamin kann die Bildung der Zucker-Abbauprodukte gehemmt werden, wodurch Schäden an Nerven und Gefäßen entgegengewirkt werden kann. Benfotiamin ist eine fettlösliche Vorstufe des Vitamins B1.

Durch die Einnahme werden die Neuropathie-Beschwerden wie Brennen, Schmerzen, Kribbeln und Taubheit gelindert und Blutgefäße und Nerven vor der zerstörerischen Wirkung des erhöhten Blutzuckers geschützt. Dabei sollte die Therapie so früh wie möglich begonnen werden, damit man rechtzeitig vorbeugen kann, wie Professor Dr. Burkhard Herrmann, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologe und Diabetologe aus Bochum erklärt: „Neben der medikamentösen Behandlung, etwa mit Insulin, kann man den Körper mit dem Wirkstoff Benfotiamin gegen die Folgen der Zuckerkrankheit unterstützen, denn er wirkt den Störungen ursächlich entgegen.“

Mehr Informationen zum Thema „Stummer Herzinfarkt“ auch auf den Seiten der RatGeberZentrale: http://www.ratgeberzentrale.de/gesundheit-und-wellness/stummer-herzinfarkt.html

Quellen:

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Kontakt: RatGeberZentrale, Richard Lamers, Kölner Str. 72, 97234  Reichenberg, Tel. 0931 60099-0, http://www.ratgeberzentrale.de, lamers@ratgeberzentrale.de

Nur für Tomatenfreunde

Täglich Tomaten essen kommt Diabetes-Patienten zugute

Tomaten sind reich an wertvollen Inhaltsstoffen, insbesondere an dem herzschützenden Lycopin. Von der protektiven Wirkung des roten Nachtschattengewächses könnten Diabetes-Patienten profitieren, wie iranische Wissenschaftler nun festgestellt haben.

Mehr Infos dazu unter http://www.carstens-stiftung.de/artikel/nur-fuer-tomatenfreunde.html

Quelle: Carstens-Stiftung

 

Verschiedene Mechanismen lösen Autoimmunität bei Typ-1-Diabetes mellitus aus

Das Institut für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München um Prof. Anette-G. Ziegler hat bei der Auswertung der BABYDIAB-Studie herausgefunden, dass die Autoimmunantikörper gegen die insulinproduzierenden Betazellen des Pankreas und das Alter des Auftretens dieser Antikörper von Stoffwechselprofil abhängig sind. Daraus ergeben sich neue Ansatzpunkte für Primärprävention und Immuntherapie im frühen Kindesalter. Die Ergebnisse der Studie wurden im November 2011 bei Diabetes veröffentlicht.

Die Bildung von Autoantikörpern ist ein Vorläufer-Stadium des Typ-1-Diabetes mellitus. Die Studie zeigt einen nur halb so hohen Methionin-Spiegel im Blut bei Kindern, die diese Antikörper schon im frühen Kindesalter bilden, im Vergleich mit solchen, die die Autoantikörper erst in der Pubertät oder gar nicht bilden. Methionin ist eine essentielle Aminosäure, die mit der Nahrung aufgenommen werden muss, weil der Körper sie selber nicht bilden kann. Dennoch scheint die Ernährung nicht der einzige Einflussfaktor zu sein. Die Forscher vermuten vielmehr, dass verschiedene Aktivierungsmechanismen dafür verantwortlich sind, ob und wann Inselautoimmunität entsteht. Methionin sollte als Biomarker für Typ 1 berücksichtigt werden. Das Team um Prof. Anette-Gabriele Ziegler wird nun die biologischen Mechanismen untersuchen, die den unterschiedlichen Aktivierungsmechanismen der Inselautoimmunität zugrunde liegen, um daraus Primär-Präventionsstrategien und Immuntherapien für das frühe Kindesalter zu entwickeln.

Weitere Informationen

Original-Publikation: Pflüger, m. et al. (2011): Age- and islet autoimmunity – associated differences in amino acid and lipid metabolites in children at risk für type 1 diabetes. Diabetes 60: 2740, Link zur Fachpublikation: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22025777

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 31.000 Beschäftigten angehören. Das Helmholtz Zentrum München ist Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung. www.helmholtz-muenchen.de

Das Institut für Diabetesforschung (IDF1) befasst sich mit der Pathogenese und Prävention von Typ-1-Diabetes und Gestationsdiabetes. Dazu untersucht es die molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehungen, insbesondere das Zusammenspiel von Umwelt, Genen und Immunsystem. Ziel ist die Identifizierung von Markern zur frühen Diagnose und die Entwicklung von Therapien zur Prävention und Heilung von Diabetes. IDF1 ist Teil des Diabetes Research Departments. www.helmholtz-muenchen.de/idf1

Das Diabetes Research Department (DRD) am Helmholtz Zentrum München versteht Diabetes als System, bei dem Genetik und Umwelteinflüsse – insbesondere der Lebensstil – zusammen kommen. Im Fokus steht dabei ein integrierter Forschungsansatz, der Grundlagen- und klinische Forschung eng verzahnt. Ziel ist es, neue Therapie-, Präventions und Diagnosewege zu finden. Deswegen arbeitet das Forschungszentrum eng mit den beiden Münchner Universitäten zusammen. www.helmholtz-muenchen.de/drd

Quelle: Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg, www.helmholtz-muenchen.de, Aufsichtsratsvorsitzende: MinDir´in Bärbel Brumme-Bothe, Geschäftsführer: Prof. Dr. Günther Wess und Dr. Nikolaus Blum, Registergericht: Amtsgericht München HRB 6466, USt-IdNr: DE 129521671

 

Wüstenpflanze bei Diabetes?

Laborversuch mit vielversprechenden Hinweisen

In den trockenen Gebieten Vorderasiens und Nordafrikas wächst Samwa oder Sameva (Cleome droserifolia), die traditionell als Heilpflanze für verschiedene Krankheiten eingesetzt wird. Die Beduinen der südlichen Sinai-Halbinsel wenden sie zur Behandlung von Diabetes an. Ägyptische Wissenschaftler haben nun versucht, die traditionelle Heilanwendung mit wissenschaftlichen Daten zu untermauern (1).

Mehr Infos unter http://www.carstens-stiftung.de/artikel/antidiabetische-wirksamkeit-von-wuestenpflanzen.html

Quelle: Carstens-Stiftung

 

DIRECT – Gemeinsam gegen Diabetes

Personalisierte Medizin im Bereich Diabetes ist das Ziel von DIRECT*, einer Initiative von Partnern aus Forschung und Pharmaindustrie, unter anderem dem Helmholtz Zentrum München. Startschuss für das von der Innovative Medicines Initiative (IMI)* geförderte Projekt war der erste Februar. Insgesamt 45 Millionen Euro stehen zur Verfügung, um die Entwicklung von Medikamenten und Therapien gegen Diabetes zu forcieren. 2,4 Millionen Euro davon erhält das Helmholtz Zentrum München.

Als eine der großen Volkskrankheiten ist Diabetes einer Forschungsschwerpunkte des Helmholtz Zentrums München. Deswegen ist das Helmholtz Zentrum München eine von 21 akademischen und vier pharmazeutischen Institutionen, die sich an der DIRECT*-Initiative beteiligen.

Ziel von DIRECT* ist die Definition verschiedener Subtypen von Typ-2-Diabetes mellitus, das Auffinden und Entwickeln von Biomarkern oder Testverfahren für die frühzeitige Diagnose und die Etablierung möglicher personalisierter Therapien. Dazu werden die etwa 150 Wissenschaftler aus neun Forschungsgebieten gemeinsam phänotypische und genetische Daten von über 100.000 Proben von Typ-2-Diabetes-Patienten auswerten. Das Projekt wird von der Innovative Medicines Initiative (IMI) gefördert und hat eine Laufzeit von sieben Jahren.

Am Helmholtz Zentrum München tragen vor allem das Genomanalysezentrum unter der Leitung von Prof. Dr. Jerzy Adamski, die Abteilung für Molekulare Epidemiologie unter der kommissarischen Leitung von Prof. Dr. Annette Peters und die Arbeitsgruppe Diabetische Epidemiologie mit der Leiterin Dr. Barbara Thorand zum Gelingen des Projektes bei. Sie werden sich vor allem der genomischen, epigenomischen und metabolischen Fragestellungen annehmen und die Auswahl und Validierung der Biomarker voranbringen.

Weitere Informationen

Hintergrund

*DIRECT: Diabetes REsearCH for patient stratification (http://www.direct-diabetes.org)

*IMI: Die Innovative Medicines Initiative (IMI) ist eine gemeinsame Initiative der Europäischen Union und des europäischen Verbandes der pharmazeutischen Industrie EFPIA. Ziel ist die Entwicklung innovativer, sicherer Medikamente, um die pharmazeutische Innovation in Europa zu beschleunigen. (www.imi.europa.eu)

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 31.000 Beschäftigten angehören.  www.helmholtz-muenchen.de

Das Diabetes Research Department (DRD) am Helmholtz Zentrum München versteht Diabetes als System, bei dem Genetik und Umwelteinflüsse – insbesondere der Lebensstil – zusammen kommen. Im Fokus steht dabei ein integrierter Forschungsansatz, der Grundlagen- und klinische Forschung eng verzahnt. Ziel ist es neue Therapie-, Präventions und Diagnosewege zu finden. Deswegen arbeitet das Forschungszentrum eng mit den beiden Münchner Universitäten zusammen. www.helmholtz-muenchen.de/drd

Quelle: Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg, www.helmholtz-muenchen.de, Aufsichtsratsvorsitzende: MinDir´in Bärbel Brumme-Bothe, Geschäftsführer: Prof. Dr. Günther Wess und Dr. Nikolaus Blum, Registergericht: Amtsgericht München HRB 6466, USt-IdNr: DE 129521671

 

Gibt es für Diabetiker natürliche Alternativen zu Pillen und Insulinspritzen?

Diabetes natürlich behandeln

In seinem neuen Ratgeber „Diabetes natürlich behandeln“ geht der Diabetesexperte und ernährungsmedizinische Wissenschaftler Sven-David Müller der Frage nach, welchen Stellenwert die Naturheilkunde in der Behandlung des Diabetes mellitus hat. Können Zimt, Zink, Chrom, sekundären Pflanzenstoffe oder Vitamin C Tabletten oder gar Insulin ersetzen? Und bringen Bewegung, Ernährungsumstellung oder Entspannungstechniken Diabetiker wirklich etwas? Auch wenn die Naturheilkunde die herkömmliche Diabetestherapie nicht ersetzen kann, ist sie doch in der Lage, diese effektiv zu ergänzen und die Blutzuckereinstellung zu optimieren, macht Sven-David Müller bei der Vorstellung seines Buches in Berlin deutlich.

Vielfältige Informationen sowie alltagsnahe, leicht umsetzbare und auch mit leckeren Rezepten ist Diabetes natürlich behandeln ein Buch für die ganze Familie. Das neue Buch des Ernährungs- und Diabetesexperten Sven-David Müller, Master of Science in Applied Nutritional Medicine (Angewandte Ernährungsmedizin,  ist ein echtes Praxisbuch für Diabetiker und Angehörige. Der Autor, der selbst seit 1976 an Diabetes mellitus Typ 1 leidet, legt anschaulich dar, wie einfach es ist, den Blutzucker auf natürliche Weise zu senken, und wie vital und genussvoll Diabetiker trotz ihrer Krankheit leben können.

Bibliografische Daten: Diabetes natürlich behandeln, Wirksame Wege, Ihren Blutzucker natürlich zu senken, Sven-David Müller, 180 Seiten, 80 Farbfotos, ISBN 978-3-89993-587-5, EUR 14,95 [D] / EUR 15,40 [A]

Quellen:

Übermittelt durch www.pr-gateway.de

Kontakt: ZEK, Sven-David Müller, Haddamshäuser Weg 4a, 35096 Weimar an der Lahn, pressemueller@web.de, 06421-951449, http://www.svendavidmueller.de

Neue Biomarker für Diabetes gesucht

Omics-Technologie könnte Diabetes vor dem Ausbruch erkennen

Ob Menschen an Diabetes mellitus erkranken, könnten zukünftig bioanalytische und genetische Tests genauer vorhersagen. Darüber hinaus ließe sich anhand der Ergebnisse die Therapie der Erkrankung gezielter auf den einzelnen Patienten ausrichten. Zwar seien entsprechende Erkenntnisse noch sehr jung und nicht in der Praxis, so die Einschätzung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Doch die Suche etwa nach neuen Biomarkern, die Diabetes anzeigen, erscheine durchaus vielversprechend.

Viele Diabeteserkrankungen sind vorhersehbar. Bei Kindern weisen oft Antikörper im Blut auf einen bevorstehenden Typ 1 Diabetes hin. Beim Erwachsenen erhöhen Übergewicht und ein Lebensstil mit wenig Bewegung das Risiko für Stoffwechselstörungen, die wiederum auf einen bevorstehenden Typ 2 Diabetes hindeuten. Eine Reihe neuer biochemischer und genetischer Tests, die sogenannte Omics-Technologie, könnte diese Vorhersage zukünftig noch erheblich verbessern. Die Tests würden Ärzten einen Überblick über das Erbgut, die in den Zellen abgelesenen Gene und die Stoffwechselprodukte eines Patienten liefern. „Metabolomics-Untersuchungen“ könnten erste Stoffwechselstörungen aufdecken. „Dies wäre theoretisch möglich, lange bevor der Blutzucker auf Dauer ansteigt und der Typ 2 Diabetes zu ersten Schäden geführt hat“, erläutert Professor Dr. med. Andreas Fritsche, Pressesprecher der DDG aus Tübingen.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft rechnet damit, dass noch mehrere Jahre bis zur Einführung der neuen Technologien vergehen. „Vorerst bleiben die Bestimmung des Nüchternblutzuckers, des Langzeitwertes HbA1c und der orale Glukosebelastungstest die wichtigsten Instrumente für die Frühdiagnose des Diabetes“, sagt Professor Fritsche. Eine Einschätzung können Interessierte auch ohne Blutuntersuchung vornehmen: Der Deutsche Diabetes-Risiko-Test im Internet (http://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes/habe_ich_diabetes/diabetes_risikotest_findrisk/) der mit Fragen zu Taillenumfang und Lebensstil auskommt, lässt Aussagen über das persönliche Risiko zu, innerhalb der nächsten fünf Jahre an einem Typ 2 Diabetes zu erkranken. Eine ärztliche Untersuchung ersetze er jedoch nicht.

Quelle und mehr Infos dazu:

Deutsche Diabetes Gesellschaft, Geschäftsstelle, Reinhardtstr. 31, 10117 Berlin, Tel.: 030 3116937-11, Fax: 030 3116937-20, E-Mail: info@ddg.info , www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

 

Typ-1-Diabetes spezifische Antikörper entwickeln sich besonders im frühen Kindesalter

Neun Monate bis zwei Jahre – in diesem Alter treten am häufigsten Antikörper gegen die Insulin produzierenden Betazellen auf. Kinder, die in diesem frühen Alter Antikörper entwickeln, haben wiederum ein sehr hohes Risiko bis zum zehnten Lebensjahr an Typ-1-Diabetes zu erkranken. Diesen konkreten Zusammenhang zwischen Inzidenz der sogenannten Inselautoimmunität* und dem Lebensalter konnten Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München erstmals herstellen. Das Ergebnis zeigt Ansatzpunkte um möglichst frühe Präventionsstrategien und Immuntherapien gegen Typ-1-Diabetes zu entwickeln (Online ahead of print, Diabetologia).

Der Entwicklung von Typ-1-Diabetes, einer der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter, geht eine Phase der Inselautoimmunität* voraus. Prof. Anette-Gabriele Ziegler vom Institut für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München und ihren Kollegen der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München ist es gelungen, einen konkreten Zeitraum einzugrenzen: Zwischen neun Monaten und zwei Jahren treten am häufigsten Antikörper auf. „Neu ist auch die Erkenntnis, dass in den ersten sechs Lebensmonaten fast keine Antikörper nachgewiesen werden konnten“, erklärt Ziegler. Antikörper bilden sich gegen bestimmte Bestandteile der Insulin produzierenden Betazellen im Pankreas – und greifen diese an.

„Diese Ergebnisse machen deutlich, dass Präventionsstrategien und Immuntherapien insbesondere für das frühe Kindesalter entwickelt werden müssen“, sagt Ziegler. Damit, so hoffen die Forscher, ließe sich der drastisch steigenden Zahl an Typ-1-Diabetes-Erkrankungen entgegen wirken.

Weitere Informationen

Hintergrund: * Inselautoimmunität: Vorhandensein von körpereigenen Antikörpern, die sich gegen Bestandteile der Insulin produzierenden Betazellen richten

Original-Publikation: Ziegler, AG et al. (2012), Age-related islet autoantibody incidence in offspring of patients with type 1 diabetes, Diabetologia, Epub ahead of print. Link zur Fachpublikation: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22289814

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 31.000 Beschäftigten angehören.  www.helmholtz-muenchen.de

Das Institut für Diabetesforschung (IDF1) befasst sich mit der Pathogenese und Prävention sowohl von Typ-1-Diabetes als auch Gestationsdiabetes. Es untersucht Mechanismen, die zur Initiierung und Progression der Erkrankungen führen und erforscht Gen-Umwelt-Interaktionen, die zur Entwicklung von Diabetes führen. In präklinischen Modellen werden Mechanismen untersucht, die Insel-Autoimmunität initiieren, sowie Präventionsstudien durchgeführt. Ziel ist die Identifizierung von Markern für die frühe Diagnose des Typ-1 und Typ-2-Diabetes und die Entwicklung von Interventionsstrategien.

Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 460 Professorinnen und Professoren, 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (einschließlich Klinikum rechts der Isar) und 26.000 Studierenden eine der führenden technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunktfelder sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften, Medizin und Wirtschaftswissenschaften. Nach zahlreichen Auszeichnungen wurde sie 2006 vom Wissenschaftsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Exzellenzuniversität gewählt. Das weltweite Netzwerk der TUM umfasst auch eine Dependance in Singapur. Die TUM ist dem Leitbild einer unternehmerischen Universität verpflichtet.

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung e.V. bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Mitglieder des Verbunds sind das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, die Paul Langerhans Institute des Carl Gustav Carus Universitätsklinikums Dresden und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen sowie die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz Antworten auf offene Fragen in der Diabetesforschung zu finden und einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung von Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten.

Quelle:

Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg, www.helmholtz-muenchen.de, Aufsichtsratsvorsitzende: MinDir´in Bärbel Brumme-Bothe, Geschäftsführer: Prof. Dr. Günther Wess und Dr. Nikolaus Blum, Registergericht: Amtsgericht München HRB 6466, USt-IdNr: DE 129521671.

 

Diabetesrisiko in Deutschland steigt weiter an

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“ publiziert Analyse des Diabetesrisikochecks

Die aktuell publizierten Daten (1) der Diabetesaktion „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“ bestätigen, wie wichtig das Engagement für Prävention, Früherkennung und die Versorgung von Menschen mit Diabetes ist: Das Diabetesrisiko in Deutschland ist weiterhin sehr hoch und nimmt zu. Zudem sind viele Menschen bereits zuckerkrank, ohne es zu wissen. Alarmierend ist die Entwicklung mit Blick auf die Risikofaktoren Übergewicht und erhöhter Taillenumfang. Hier spiegeln sich die geänderten Lebensgewohnheiten der Bevölkerung mit zu wenig Bewegung und ungesunder Ernährung wider. Insgesamt 8.844 Risikocheckbögen zweier Jahrgänge (2006 und 2009) aus 12 Aktionen in acht Städten wurden für die Publikation ausgewertet und verglichen. Eine so umfangreiche Datenauswertung hat es bei einer Diabetes-Aufklärungsaktion in Deutschland bislang nicht gegeben.

Lebensstiländerung reduziert Diabetesrisiko

Die Aktion „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“ informiert die Besucher über ihr persönliches Diabetesrisiko und motiviert zu einer Lebensstiländerung. Denn durch gezielte Gewichtskontrolle, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung kann das Risiko deutlich reduziert werden. Die Analyse der Daten zeigt, dass hier weiterhin großer Handlungsbedarf besteht: Jeder zweite Teilnehmer (51 %) aus der Gruppe der Nicht-Diabetiker hatte in beiden Jahren ein erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken. Ein Fünftel der Teilnehmer war übergewichtig, fast die Hälfte (2006: 45,9 %; 2009: 47,9 %) hatte einen Taillenumfang im kritischen Bereich (>88 cm für Frauen und >102 cm für Männer). Ein Viertel der Standbesucher (2006: 26,1 %; 2009: 29,1 %) hatte schon einmal einen erhöhten Blutzucker und über 40 Prozent eine Diabeteserkrankung in der nahen Verwandtschaft.

Aufklärung bei Menschen mit Diabetes notwendig

Zur Vermeidung von Folgeerkrankungen des Diabetes wie Herzinfarkt und Schlaganfall sollte der Langzeitblutzuckerwert HbA1c unter 7 Prozent liegen. Die Datenauswertung zeigt, dass bei über 40 Prozent der Menschen mit Diabetes (2006: 40,4 %; 2009: 47,1 %) Werte von 7 Prozent oder darüber gemessen wurden. Diese Entwicklung macht deutlich, wie wichtig eine Aufklärung über die Bedeutung des Langzeitblutzuckerwertes weiterhin ist.

Über die publizierte Datenanalyse

Insgesamt 8.844 Risikocheckbögen (FINDRISK-Fragebogen, modifiziert) aus den Jahren 2006 und 2009 wurden deskriptiv ausgewertet. Es wurde untersucht, wie sich die Risikoprofile der Teilnehmer beider Jahrgänge innerhalb von drei Jahren in einer Bevölkerungsstichprobe verändern. Die Bögen wurden im Rahmen der Aktion „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“ erhoben. Im Mittelpunkt der Aktion steht der persönliche Diabetes-Risikocheck. Hier werden Risikofaktoren bestimmt, die die Entwicklung eines Diabetes begünstigen wie Alter, Ernährungs- und Bewegungsverhalten, Blutzuckerwert, Taillenumfang und Diabeteserkrankungen in der Familie.

Über „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“

Die von Sanofi initiierte bundesweite Diabetes-Aktion „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“ setzt sich seit 2005 gemeinsam mit Partnern wie Fachgesellschaften, Patientenorganisationen, Krankenkassen und Medien für die Früherkennung, Prävention und bestmögliche Versorgung der Diabetiker ein. Sie wurde bislang bereits von einer halben Millionen Menschen besucht. Seit 2005 haben etwa 23.000 Menschen die Möglichkeit genutzt, ihr individuelles Diabetesrisiko mit dem Risikocheck bestimmen zu lassen. Weitere Informationen gibt es unter www.gesuender-unter-7.de.

Quellen:

(1) R. Daikeler et al.: „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 “ – Analyse der Risikocheckbögen aus den Jahren 2006 und 2009, Perfusion 04/2011, 24. Jahrgang

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Kontakt: Ogilvy Healthworld GmbH, Bettina Kühnhenrich, Am Handelshafen 2-4, 40221 Düsseldorf, bettina.kuehnhenrich@ogilvy.com, 0211/49700-536, http://www.ogilvy.de

 

Frühe Periodenblutung kann höheres Diabetesrisiko bedeuten

Je jünger Mädchen bei ihrer ersten Periodenblutung sind, umso höher ist ihr Risiko im Laufe des Lebens an Vorstufen von Diabetes oder auch Diabetes selbst zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler des Helmholtz Zentrum München bei Auswertung von Daten der KORA-Kohorte. Mit dem jetzt vorab online bei dem Fachjournal Diabetologia veröffentlichten neuen Risikofaktor hoffen die Forscher, künftig Diabetes präventiv besser begegnen zu können.

Frauen mit einem erhöhten Diabetesrisiko könnten künftig anhand ihrer ersten Regelblutung identifiziert werden. Denn je früher diese eintritt, so haben Dr. Christine Meisinger, Dr. Doris Stöckl und ihre Kollegen vom Helmholtz Zentrum München jetzt herausgefunden, desto wahrscheinlicher treten im weiteren Leben Vorstufen von Diabetes oder auch Diabetes selbst auf. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher nach der Untersuchung von 1.503 Frauen im Alter von 32-81 Jahren im Rahmen der KORA-F4-Studie, wobei das durchschnittliche Alter, in dem die erste Regelblutung auftrat, 13 Jahre beträgt. Anders als bisher vermutet ist dieser Zusammenhang unabhängig vom BMI, den die Studienteilnehmer als Erwachsene haben

„Wir hoffen, dass es so möglich sein wird, Personen mit einem erhöhten Diabetes-Risiko frühzeitig zu erkennen und vorbeugende Maßnahmen zu treffen“, sagt Doris Stöckl. Sie und Ihre Kollegen untersuchen nun, inwiefern der entdeckte Zusammenhang auf genetische beziehungsweise sozialökonomische Faktoren beruht. Das Verständnis der Entstehungsmechanismen von Volkskrankheiten und die Ableitung neuer Angriffspunkte für Diagnose, Therapie und Prävention ist Ziel des Helmholtz Zentrums München.

Weitere Informationen

Hintergrund

Über sechs Millionen Menschen in Deutschland sind an Typ 2 Diabetes mellitus erkrankt, die Dunkelziffer könnte ebenso hoch sein. Bisher gibt es keine Therapie, die die Volkskrankheit heilen könnte. Typ 2 Diabetes ist eine Erkrankung des Glukosestoffwechsels. Charakteristisch ist, dass Wirkung und ausreichende Produktion des Hormons Insulin verloren gehen. Die Entstehungsmechanismen der Erkrankung sind nicht vollständig geklärt. Es ist jedoch bekannt, dass die Kombination von genetischen und Lebensstilfaktoren zu Diabetes führt. Das Verständnis der Entstehungsmechanismen von Volkskrankheiten und die Ableitung neuer Angriffspunkte für Diagnose, Therapie und Prävention ist Ziel des Helmholtz Zentrums München.

Original-Publikation:

Stöckl, D. et al. (2010). Age at menarche is associated with prediabetes and diabetes in women (aged 32-81 years) from the general population: the KORA F4 Study, Diabetologia, DOI: 10.1007/s00125-011-2410-3

Link zur Fachpublikation: http://www.springerlink.com/content/b527xmhm84128151/

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 17 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 31.000 Beschäftigten angehören.  www.helmholtz-muenchen.de

Das Helmholtz Zentrum München ist Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (www.dzd-ev.de) und im Kompetenznetz Diabetes mellitus ( www.kompetenznetz-diabetes-mellitus.net).

Die Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA) untersucht seit über 20 Jahren die Gesundheit tausender Bürger aus dem Raum Augsburg. Ziel ist es, die Auswirkungen von Umweltfaktoren, Verhalten und Genen zu verstehen. Kernthemen der KORA-Studien sind Fragen zu Entstehung und Verlauf von chronischen Erkrankungen, insbesondere Herzinfarkt und Diabetes mellitus. Hierzu werden Risikofaktoren aus dem Bereich des Gesundheitsverhaltens (u.a. Rauchen, Ernährung, Bewegung), der Umweltfaktoren (u.a. Luftverschmutzung, Lärm) und der Genetik erforscht. Aus Sicht der Versorgungsforschung werden Fragen der Inanspruchnahme und Kosten der Gesundheitsversorgung untersucht. www.helmholtz-muenchen.de/kora

 Quellen: www.helmholtz-muenchen.de